Dienstag, 27.10.2020
 
Seit 19:05 Uhr Kommentar
16.09.2015

Biologie Der Bestand der Meerestiere hat sich halbiert.

Die Zahl der im Meer lebenden Populationen von Vögeln, Säugetieren Reptilien und Fischen ist einem Bericht der Umweltschutzorganisation WWF zufolge seit 1970 um die Hälfte gesunken. Als Grund werden Überfischung, Umweltverschmutzung und die Klimaveränderung angeführt. Vor allem Fischpopulationen wurden durch den Menschen stark dezimiert; teilweise sank die Zahl in rund vier Jahrzehnten um 74 Prozent. Dem Bericht zufolge gibt es immer weniger Korallenriffe, Mangroven und Seegräser, die vor allem für Fischbestände wichtig sind. Für seinen "Living Blue Planet" genannten Bericht hatte der WWF über 5.800 Populationen beobachtet, die zu mehr als 1.200 Spezies gehören. [mst]

Quelle: WWF

Geologie Geologen entdecken eine riesige Vulkankette.

In Australien haben Geowissenschaftler die längste bislang bekannte kontinentale Vulkankette der Erde entdeckt. Demnach hat sich eine Hotspot-Linie rund 2.000 Kilometer weit durch die Kruste im Osten des Landes gearbeitet, schreiben die Forscher im britischen Fachmagazin NATURE. Diese Vulkankette wurde lange nicht erkannt, weil das heiße Magma im Mittelteil der Hotspot-Spur bislang nicht durch die dicke Kruste dringen konnte. Dadurch konnten die Vulkane bisher nur im Norden und Süden der Kette zutage treten, so die Studienautoren. [mst]

Quelle: NATURE (10.1038/nature14903)

Biologie Domestikation macht nicht schlau.

Sondern eher das Gegenteil könnte der Fall sein. Zu dieser Erkenntnis gelangte Monique Udell von der Oregon State University. Wie die Tierforscherin in den Biology Letters schreibt, haben Hunde durch ihre enge Beziehung zum Menschen offenbar einige natürliche Fähigkeiten eingebüßt. Das geht aus Experimenten mit domestizierten Hunden und Wölfen hervor. Dabei sollten Hunde ein Problem allein lösen. Doch sie verloren schnell die Lust und blickten stattdessen hilfesuchend zum Menschen. Wölfe hingegen gaben nicht auf, sondern knobelten solange, bis sie Erfolg hatten. Das Versagen der domestizierten Vierbeiner sei ein deutliches Zeichen dafür, dass eine starke Ausrichtung auf den Menschen natürliche Fähigkeiten wie etwa das Lösen von Problemen hemmt, so das Fazit. [mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2015.0489)

Medizin Ein Verbot von Trans-Fetten könnte tausenden Menschen das Leben retten.

Davon zeigen sich Mediziner aus Liverpool im British Medical Journal überzeugt. Sogenannte Trans-Fettsäuren sind zwar seit einiger Zeit als Verursacher von koronaren Herzerkrankungen bekannt, die tödlich verlaufen können. Dennoch finden sich gehärteten Fette weiterhin in vielen industriell gefertigten Lebensmitteln. Wie die Forscher für ihre Studie hochrechneten, würde ein Verbot von Transfetten in verarbeiteten Lebensmitteln allein im Vereinigten Königreich in den kommenden fünf Jahren mehr als 7.200 Menschen das Leben retten. Zudem könnten gleichzeitig Kosten von rund 90 Millionen Euro im Gesundheitssystem eingespart werden. [mst]

Quelle: BMJ (10.1136/bmj.h4583)

Biologie Quastenflosser besitzen eine Lunge.

Quastenflosser gelten als sogenannte lebende Fossilien, weil sie sich mangels Selektionsdruck seit mehr als 400 Millionen Jahren kaum verändert haben. Nun berichten Biologen aus Rio de Janeiro im Fachblatt NATURE Communications, dass diese Tiere entgegen aller bisherigen Vermutungen eine Lunge besitzen. Die Forscher hatten mithilfe von Röntgenstrahlen dreidimensionale Modelle lebender Tiere erstellt und fünf Entwicklungsstadien der Lunge heutiger Komoren-Quastenflosser bestimmt. Obwohl Vertreter dieser Art im Frühstadium als Embryo noch eine potenziell funktionierende Lunge besitzen, verlangsamt sich das Wachstum des Organs im Laufe der Ontogenese. In erwachsenen Exemplaren lässt sich demnach nur noch ein funktionsuntüchtiges Organ nachweisen. Zwar diene die Lunge nicht mehr der Atmung, jedoch liefere die dennoch Hinweise, wie die ausgestorbenen Verwandten vor 410 Millionen Jahren gelebt hätten. [mst]

Quelle: Nature Communication (doi:10.1038/ncommss9222)

Astronomie Cassini entdeckt einen riesigen Ozean.

Unter dem Eispanzer des Saturnmondes Enceladus liegt ein globaler Ozean. Das schließen NASA-Experten aus Beobachtungen der Raumsonde Cassini, teilte die US-Raumfahrtagentur mit. Den Analysen zufolge taumelt der Trabant leicht auf seiner Bahn um den Ringplaneten. Diese Taumelbewegungen seien zwar gering, dennoch seien sie zu groß für einen durchgehend festen Himmelskörper. Bereits seit einigen Jahren war vermutet worden, dass sich unter der Eisdecke flüssiges Wasser befindet. Die Sonde hatte schon 2006 Eisvulkane am Südpol entdeckt, die Eispartikel auswerfen und den sogenannten E-Ring des Saturns speisen. Zwar schlossen die Forscher damals, dass es zumindest am Südpol von Enceladus ein unterirdisches Meer geben müsse, die Ausdehnung des Ozeans war jedoch unklar. [mst]

Quelle: NASA

15.09.2015

Agrarwissenschaften Intensive Landwirtschaft und Verstädterung machen immer mehr Bodenflächen unbrauchbar.

Vor den Folgen dieser Entwicklung warnen die Vereinten Nationen in einer Studie. Jährlich entstehen demnach schon heute ökonomische Verluste von bis zu zehn Billionen US-Dollar, etwa durch sinkende Ernte-Erträge oder den Mangel an sauberem Trinkwasser. Auch die Funktion des Bodens als Kohlenstoff-Senke berücksichtigt die Schätzung.

In den nächsten Jahren könnten 50 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil der Boden zu ausgelaugt sei, um sie zu ernähren, heißt es weiter. Schon heute sei über die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Böden weltweit in einem schlechten Zustand. [mas]

Quelle: UN University, dpa

Biologie Glückliche Paare ziehen ihren Nachwuchs erfolgreicher groß.

Das gilt zumindest für Zebrafinken. Vogelpärchen, bei denen die Weibchen ihren Partner selbst aussuchen konnten, haben gut ein Drittel mehr lebenden Nachwuchs als Paare in arrangierten Verbindungen. Das ist das Ergebnis eines Experiments am Max-Planck Institut für Ornithologie, das die Forscher im Fachmagazin PLOS Biology beschreiben.

Die Wissenschaftler verpaarten 160 Zebrafinken miteinander, wobei die Hälfte der Brutpaare sich selbst finden durfte, während die andere Hälfte willkürlich zusammengesetzt war. Zwar legten die Weibchen in beiden Verbindungen gleich viele Eier, doch in arrangierten Verbindungen war ein weitaus größerer Teil davon unbefruchtet. Zusätzlich starben kurz nach dem Schlüpfen deutlich mehr Küken, weil die Eltern sich weniger intensiv um die Brutpflege kümmerten.

Die Forscher folgern daraus, dass eine passende Verbindung eine wichtige Voraussetzung für den Fortpflanzungserfolg ist.

Nach welchen Kriterien die Zebrafinken-Weibchen sich ihren Partner aussuchen, ist bisher nicht bekannt. [mas]

Quelle: PLOS Biology doi:10.1371/journalpbio.1002248

Meteorologie Auf dem "verschneiten Gebirge" liegt immer weniger Schnee.

Die kalifornische Sierra Nevada - zu Deutsch- "verschneites Gebirge" - gehört zu den schneereichsten Regionen der Erde. Doch in diesem Jahr war die dort gefallene Schneemenge so gering wie nie zuvor in den letzten 500 Jahren. Das beschreiben Forscher von der Universität Arizona in der Fachzeitschrift Nature Climate Change.

Anhand der Baumringe von Blau-Eichen konnten die Forscher die Niederschlagsmengen bis ins Jahr 1500 rekonstruieren. Einen so trockenen Winter wie den letzten hat es demnach in dieser Zeit nicht gegeben.

Ursache für die dünne Schneedecke sind geringe Niederschläge und hohe Wintertemperaturen, schreiben die Wissenschaftler. [mas]

Quelle: doi:10.1038/nclimate2809

Medizin Ein niedriger Vitamin D-Spiegel könnte den Rückgang der Gedächtnisleistung beschleunigen.

Das haben Ernährungswissenschaftler von der amerikanischen Rutgers-University nachgewiesen. Sie untersuchten fünf Jahre lang die Erinnerungsfähigkeit von 382 Studienteilnehmern im Alter von 60 bis 90 Jahren. Unabhängig davon, ob die Probanden zu Beginn der Studie gesund waren, an leichten kognitiven Einschränkungen litten oder dement waren, nahm ihre mentale Leistungsfähigkeit zwei bis drei Mal schneller ab, wenn sie zu wenig Vitamin D im Blut hatten.

Da gut sechzig Prozent der Studienteilnehmer an einem Vitamin D-Mangel litten, könnten die Ergebnisse Bedeutung für einen großen Teil der älteren Bevölkerung haben, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin JAMA Neurology. [mas]

Quelle: JAMA Neurology doi:10.1001/jamaneurol.20152115

Biologie Fledermäuse sind wertvolle Schädlingsbekämpfer.

Die - allein im Maisanbau - jährlich Ernte-Ausfälle von mehr als einer Milliarde US-Dollar verhindern, weil sie die Schädlinge fressen. Das ist das Ergebnis einer Studie amerikanischer Biologen im Fachjournal PNAS.

Die Forscher deckten Teile eines Maisfeldes komplett ab und sperrten damit die Fledermäuse aus. Anschließend untersuchten sie, wie stark die Pflanzen im eingezäunten Bereich vom Baumwollkapselbohrer, einem wichtigen Mais-Schädling, befallen waren. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren fanden die Forscher gut 50 Prozent mehr von den Larven des Falters angefressene Blätter und Ähren als im offenen Feld. Auch der Befall mit schädlichen Pilzen war im fledermaus-freien Teil des Feldes stärker. [mas]

Quelle: PNAS doi:10.1073/pnas.1505413112

14.09.2015

Genforschung Die Klonkuh Niu Niu hat Nachwuchs bekommen

Eine geklonte und genetisch veränderte Kuh hat in China ihr erstes Kalb zur Welt gebracht, berichten staatliche Medien. Das Kalb sei jetzt zwei Wochen alt. Die Klonkuh "Niu Niu" war mit einem Gen ausgestattet worden, das für einen höheren Fettanteil der Muskeln sorgen soll. Dieses zusätzliche Gen sei auch bei ihrem Kalb nachgewiesen worden, berichten Forscher der Pekinger Landwirtschaftsuniversität. China verbindet mit dem Forschungsprojekt die Hoffnung, die Fleischqualität zu verbessern und China langfristig unabhängig von Importen aus Südamerika zu machen. In China werden jährlich geschätzte 46 Millionen Rinder verbraucht. [mawi]

Quelle: Agenturen

Evolutionsforschung Darwinius war wohl doch kein direkter Vorfahre von Mensch und Affe

2009 hatten Forscher das in der Grube Messel bei Darmstadt entdeckte etwa 47 Millionen Jahre alte Fossil des Primaten Darwinius masillae als direkten Vorfahren von Mensch und Affe vorgestellt. Zwar gebe es körperliche Ähnlichkeiten mit heutigen Lemuren, die nicht zu den Affen gerechnet werden. Allerdings bestünden aber auch Unterschiede im Aufbau des Gebisses. Darwinius sei daher eher den Affen zuzuordnen. Forscher der kanadischen Universität Toronto Scarborough haben den Fund erneut analysiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass Darwinius mehr Ähnlichkeiten zu heutigen Lemuren aufweist als gedacht. Tatsächlich weiche die Bezahnung von der heutiger Lemuren ab. Aber die Reihenfolge, in der die Zähne durch das Zahnfleisch brachen, sei wie bei Lemuren. Darwinius sei kein direkter Vorfahr von Affen und Menschen, er gehöre eher zu den ferneren Verwandten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Royal Society Open Science". [mawi]

Quelle: eurekalert.org

Medizin Forscher entdecken ein besonderes Abwehrmolekül gegen das AIDS-Virus

Im Blut von Menschen mit HIV haben Forscher in den letzten Jahren Abwehrmoleküle entdeckt, die sehr effektiv an verschiedene AIDS-Viren binden und sie unschädlich machen können. Forscher am California Institute of Technology haben einen dieser sogenannten "breit neutralisierenden Antikörper" mit Namen 8NC195 untersucht. Im Fachblatt „Cell" berichten sie, dass dieser Antikörper das HI-Virus auf bislang unbekannte Weise angreifen kann. Er kann sich - wie andere Antikörper auch - an Viren heften, die frei im Blut schwimmen. Er kann aber auch Viren erkennen, die sich bereits an Immunzellen angeheftet haben. Um an Zellen anhaften und in sie eindringen zu können, verändert das HI-Virus die Form von Teilen seiner Hülle. Es liegen dann normalerweise verborgene Strukturen offen. Herkömmliche Antikörper erkennen diese nicht, wohl aber 8NC195.

Zur Zeit wird der Einsatz von neutralisierenden Antikörpern als Medikament erprobt. Dabei werden verschiedene Antikörper miteinander kombiniert. Wegen seiner ungewöhnlichen Eigenschaften, so die Forscher, biete sich 8NC195 als Zutat für einen Antikörper-Cocktail an. [mawi]

 

Quelle: eurekalert.org

Klimafolgenforschung Forscher simulieren die Verbrennung aller Öl-, Gas- und Kohle-Reserven

Was wäre, wenn wir alle verfügbaren Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorkommen verbrauchen würden? Das haben sich Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Stanford University gefragt. Das Ergebnis der Simulation: Es würden zehn Billionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Dies würde den Treibhauseffekt entsprechend verstärken und die Eisdecke der Antarktis in den kommenden 10.000 Jahren beinahe komplett abschmelzen lassen. Der Meeresspiegel würde um mehr als 50 Meter ansteigen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science Advances".

Das Abschmelzen der westlichen Antarktis sei möglicherweise heute schon unaufhaltbar. Eine Destabilisierung der östlichen Antarktis könne nur durch eine massive Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes abgewendet werden. [mawi]

Quelle: Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.1500589

Medizin Extremwetterlagen machen Schlangen bissiger

Menschen werden häufiger von Schlangen gebissen, wenn es besonders warm oder besonders kalt ist, berichten Forscher der japanischen Nagasaki Universität im Fachblatt "Science Advances". Sie hatten Daten aus dem Schlangenbiss-Register in Costa Rica und meteorologische Daten analysiert. Ungewöhnlich viele Bisse seien sowohl in den heißen als auch in den kalten Phasen des Wetterphänomens El Niño aufgetreten. Während der heißen Phase des El Niño seien Schlangen aktiver. Die Folge: Mehr Menschen werden gebissen. Bei großer Kälte hingegen gehe den Tieren das Futter aus. Die Schlangen müssten zur Jagd dann in andere Gebiete ausweichen. Dort kämen sie eher mit Menschen in Kontakt, und es gebe wiederum mehr Bissopfer.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich etwa fünf Millionen Menschen von Schlangen gebissen werden. Mehr als 100.000 Bisse enden tödlich. [mawi]

 

Quelle: Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.1500249

11.09.2015

Gesundheit Bluthochdruck und ungesunde Ernährung raffen die meisten dahin

Diese beiden individuellen Risikofaktoren sind weltweit für die meisten Todesfälle verantwortlich. Das ist das Ergebnis einer globalen Studie, die heute im Medizinjournal "The Lancet" veröffentlicht wird. Im Jahr 1990 standen noch andere Faktoren an der Spitze, zum Beispiel Unterernährung, verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene. Von Land zu Land können sich die Risikofaktoren deutlich unterscheiden: In Südost-Asien fordert die Luftverschmutzung viele Opfer, in Russland liegt der Alkohol auf Platz zwei. In Deutschland stehen an den ersten drei Stellen: Hoher Blutdruck, ein hoher Body-Mass-Index und Rauchen. [reu]

Quelle: Science

Medizin Tabakpflanzen können nun auch Krebs bekämpfen

Forscher aus Kalifornien haben Tabakpflanzen genetisch so verändert, dass sie eine Vorstufe des Krebsmedikamentes Etoposid produzieren. Das erlaube nun, den Wirkstoff in großen Mengen herzustellen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science". Sie hatten zehn Erbanlagen des Himalaya-Maiapfels in die Tabakpflanzen überführt. Der Maiapfel ist ein Kraut, aus dem bisher der Wirkstoff hergestellt wurde. Das war jedoch sehr aufwendig, da er nur in geringer Menge im der Pflanze vorkommt.[reu]

Quelle: Science

Astronomie Sauerstoffgas ist nicht unbedingt ein Zeichen von Leben

Wenn in der Atmosphäre eines Exoplaneten große Mengen von Sauerstoff gefunden werden, dann ist das kein zwingender Beweis dafür, dass dort Lebewesen existieren, die Fotosynthese betreiben. Das berichten Forscher aus Japan Im Fachmagazin "Scientific Reports" schlagen sie einen alternativen Weg vor, auf dem das Gas entstehen kann: Durch die katalytische Zersetzung von Wasser unter Einfluss von energiereichem UV-Licht. Existiert auf dem Planeten der Photokatalysator Titandioxid, dann kann dieses Mineral Sauerstoff aus flüssigem Wasser abspalten. Die Wissenschaftler haben berechnet, dass 0,05 Prozent der Planetenoberfläche aus Titandioxid bestehen müssten, um soviel Sauerstoff zu produzieren wie in der Erdatmosphäre. [reu]

Quelle: Scientific Reports

Biologie Beim Gehen sind Menschen faul und smart

Der menschliche Körper versucht stets, den Energieaufwand bei der Fortbewegung zu minimieren. Das berichten Forscher aus Kanada im Fachmagazin "Current Biology". Sie hatten Testpersonen untersucht, die auf einem Laufband gingen. Dabei wurden die Bewegungsabläufe gefilmt und der Kalorienverbrauch gemessen. Mit speziellen Beinschienen wurde den Probanden dann eine Gangart aufgezwungen, bei der sie die Frequenz und die Länge der Schritte ändern mussten. Schon nach wenigen Minuten hatten sich die Testgänger darauf eingestellt und ihren persönlichen Energiesparmodus gefunden. Um die Fortbewegung so schnell zu optimieren, sei die Leistung des Gehirns entscheidend, sagen die Forscher. Man müsse schlau sein, um so faul zu sein. [reu]

Quelle: Current Biology

Medizin Melatonin spielt eine wichtige Rolle bei MS

Forscher aus Argentinien haben herausgefunden, warum die Symptome von Multipler Sklerose im Winter weniger stark ausgeprägt sind. Die Wissenschaftler hatten rund 140 Patienten untersucht und die Schwere ihrer Symptome mit ihrem Melatonin-Spiegel korrelieren können. Dieses körpereigene Hormon steuert die innere Uhr des Menschen. Im Winter wird es verstärkt gebildet. In Versuchen mit Mäusen und menschlichen Zellen konnten die Forscher zeigen, dass das Melatonin auf bestimmte Immunzellen einwirkt, die bei MS eine wichtige Rolle spielen. Diese Befunde präsentieren die Wissenschaftler im Fachmagazin "Cell". Damit sei jedoch nicht erwiesen, dass Melatonin als MS-Medikament verwendet werden könne, geben sie zu bedenken. [reu]

Quelle: Cell, Science News

10.09.2015

Biologie Mopsfledermäuse orten mit Mund und Nase.

Normalerweise orientieren sich Fledermäuse mit Rufen und so finden sie auch ihre Beute. Die Mopsfledermäuse aber orten nach dem Prinzip "doppelt hält besser". Sie senden zwei Signale aus Mund und Nase. Tübinger Forscher erläutern im Fachjournal "PLOS One" auch warum: Das nach oben gerichtete Signal aus der Nase diene zum Auffinden von Insekten. Das nach unten gerichtete Signal aus dem Mund helfe der Mopsfledermaus dabei, sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Auch für die Doppelortung gibt es eine Erklärung: Im Vergleich zu anderen Fledermausarten ist die Mopsfledermaus sehr leise - ein Jagdvorteil einerseits, aber auch ein Nachteil bei der Echoortung. [tj]

Quelle: PLOS One, doi: 10.1371/journal.pone.0135590

Astronomie Der Zwergplanet Ceres hat extrem hohe und steile Kraterwände

Das zeigen Aufnahmen der Nasa-Sonde "Dawn". Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat sie ausgewertet, um ein dreidimensionales Geländemodell des 326 Millionen Kilometer entfernten Ceres zu erstellen. Die Forscher stießen dabei auf den Krater Occator. Seine Wände sind an manchen Stellen knapp 2000 Meter hoch und fast senkrecht. Warum die scharfkantigen Kraterränder stellenweise stabil und dann wieder äußerst instabil sind, können sich die Wissenschaftler derzeit noch nicht erklären. [tj]

Quelle: DLR Pressemitteilung

Gesellschaftswissenschaften Wer Reichtum zur Schau stellt, zerstört den Zusammenhalt der Gesellschaft

Ob Menschen in einer Gesellschaft kooperieren - und damit auch den Wohlstand der Gesamtgesellschaft erhöhen - hat nichts mit ihrem tatsächlichen Besitz zu tun. Vielmehr ist entscheidend, ob Menschen ihren Reichtum ausstellen. Damit machen sie die Kluft zwischen reich und arm sicht- und erlebbar und das hat einen nachhaltig negativen Effekt auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler in einem Spielexperiment mit über 1700 Teilnehmern festgestellt. Der korrodierende Effekt zeigte sich darin, dass die Menschen in allen sozialen Schichten weniger kooperieren und sich die Ärmeren gegenüber den Reicheren verschließen. Als Folge nimmt der Wohlstand der Gesamtgesellschaft ab. [tj]

Quelle: NATURE dpo 10.1038/nature15392

Biologie Mit einem Schimmelpilz-Protein lassen sich Nervenzellen beeinflussen

Ein im Wasser lebender Schimmelpilz namens Blastocladiella emersonii bildet ein Licht empfindliches Protein. Wenn dieses Protein belichtet wird, dann setzt es einen bestimmten Botenstoff frei, der Nervenzellen an- und abschalten kann. Er ist am Sehprozess beteiligt, an der Regulation des Blutdrucks, der männlichen Erektion und am induzierten Zelltod. In der Fachzeitschrift "Nature Communications" beschreiben Frankfurter und Würzburger Forscher ihre Entdeckung. Das Protein erweitere den optogenetischen Baukasten, damit sind die lichtempfindlichen Proteine gemeint, mit denen sich die Signalwege in Zellen erforschen lassen. [tj]

Quelle: Nature Communications doi:10.1038/NCIMMS9046

Raumfahrt Galileo bekommt wieder Zuwachs

Nachdem das europäische Galileo-Programm im vergangenen Jahr eine schwere Schlappe erlitten hatte und zwei Satelliten auf falschen Umlaufbahnen landeten, ist das Navigationssystem wieder im Aufwind. Am Freitagmorgen um 4.08 Mitteleuropäischer Zeit starten zwei weitere Galileo-Satelliten ins All - es werden Nummer 9 und Nummer 10 sein. Galileo soll dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. Dafür müssen allerdings insgesamt 30 Satelliten im All positioniert werden. Bis es soweit ist, könnte es noch 5 Jahre dauern. [tj]

Quelle: Agenturen, ESA

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