Mittwoch, 19.12.2018
 
Seit 17:30 Uhr Nachrichten
02.11.2015

Straßenverkehr Viele Fahrrad-Klingeln sind zu leise

Lübecker Hörakustik-Studentinnen haben untersucht, welche Fahrradklingeln Hörgeschädigte am ehesten wahrnehmen.

Der Test von 10 handelsüblichen Fahrradklingeln ergab: Nur ein Klingeltyp, die so genannte Außenanschlagsklingel erfüllte die Vorgaben der Straßenverkehrszulassungsordnung und erreichte die geforderte 85-Dezibel-Norm.

Diese Außenanschlagsklingeln mit dem einfachen PING wurden von Versuchsteilnehmern mit leichten bis mittleren Hörschäden auch als die am besten wahrnehmbare Fahrradklingel eingestuft. Danach kamen Klingeln, die DING-DONG machen - mit denen Hollandräder oft ausgestattet sind.

Um die Sicherheit von Hörgeschädigten im Straßenverkehr zu erhöhen, sollten alle Fahrradklingeln die 85-Dezibel-Norm erfüllen und gleichzeitig auch ein breites Frequenzspektrum abdecken, empfehlen die Akustikerinnen.

 

Quelle: mawi, idw-Ticker

Medizin Manche Herpes-Viren sind wenig wählerisch

Herpesviren sind oft auf einen bestimmten Wirt oder sehr verwandte Tierarten spezialisiert. Forscher am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung haben nun allerdings entdeckt, dass Pferde-Herpesviren vom Typ 1 und 9 wenig wählerisch sind. Sie können neben Pferden auch Zebras, Persische Halbesel und Eisbären befallen. Bei diesen Tieren lösen sie Atemwegserkrankungen, Fehlgeburten, oder neurologische Symptome aus - mitunter mit tödlichen Folgen.

Eine Feldstudie in Afrika zeigte, dass das Herpes-9-Virus zudem auch bei gesunden afrikanischen Nashörnern zu finden ist.

Die Pferde-Herpes-Viren 1 und 9 könnten in Afrika zahlreiche Säugetiere befallen, berichten die Forscher im Online-Fachblatt "PLOS One". Auch seien Virus-Übertragungen zwischen verschiedenen Arten belegt – sowohl in freier Wildbahn als auch bei Tieren in Gefangenschaft.

DOI: 10.1371/journal.pone.0138370

Quelle: mawi, PLOS One, idw-Ticker

Robotik Eine Folie reagiert so sensibel wie eine menschliche Fingerspitze

Koreanische Forscher haben eine ferroelektrische Polymerfolie kombiniert mit einem druckempfindlichen, piezoelektrischen Kunststoff. Das Ergebnis: Eine Art künstliche Haut. Anders als herkömmliche Sensorfolien, die entweder nur für Temperaturen oder nur für Druckreize empfindlich sind, kann diese Folie beides.

Schon die leichte Berührung mit einem menschlichen Haar reiche aus, um ein messbares Signal zu erhalten, berichten die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Als sie Wassertropfen auf die Folie fallen ließen, registrierte diese gleichzeitig die Wassertemperatur und die Druckveränderung. Auf eine menschliche Haut aufgelegt, registrierte die Folie den Puls und feinste Temperaturveränderungen der Haut, wie sie durch die Weitung oder Verengung von Blutgefäßen verursacht werden.

Die Forscher gehen davon aus, dass ihre Erfindung für Anwendungen in der Robotik sowie in der medizinischen Diagnostik interessant ist.

Quelle: mawi, Science Advances,

Biologie Forscher entdecken eine neue Fledermausart im Museum

Zähnefletschend schwamm sie 30 Jahre lang in Alkohol eingelegt in einem Glas im Londoner "Natural History Museum". Bei genauerem Hinsehen entpuppte sie sich als Vertreterin einer bisher unbekannten Art aus der Familie der Hufeisennasen. Zu Ehren von Charles Francis, der das Weibchen im Jahr 1983 in Malaysia fand, habe die Fledermausart den wissenschaftlichen Namen Rhinolophus francisi erhalten, teilte das Museum mit. Neue Arten von Insekten und Fischen würden regelmäßig entdeckt, neue Säugetierarten hingegen seltener.

Wissenschaftlich beschrieben ist die neue Fledermausart in der Fachzeitschrift "Acta Chiropterologica".

http://www.nhm.ac.uk/our-science/science-news/2015/october/new-bat-species-found-in-museum-collection.html

Quelle: mawi, Agenturen, Natural History Museum London

Studie In der Tierhaltung werden weniger Antibiotika eingesetzt

In der Nutztierhaltung werden weniger Antibiotika eingesetzt. Das geht aus Erhebungen hervor, die das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR heute in Berlin vorlegt hat. Bei Mastschweinen etwa sei die Zahl der Behandlungen von etwa zehn Tagen im Jahr pro Stallplatz im Jahr 2011 auf zwei Tage pro Platz und Jahr 2014 gesunken.

Möglicherweise sei das Problembewusstsein bei Landwirten gewachsen, so die  Studienautoren. Außerdem sei das Arzneimittelgesetz geändert worden: Seit einem Jahr müssen Halter großer Tierbestände den Einsatz von Antibiotika melden.

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung steht in der Kritik, denn er kann die Entstehung von resistenten Keimen fördern. Befürchtet wird, dass solche Resistenzen auch auf Bakterien übertragen werden, die Menschen krank machen.

Quelle: mawi, Agenturen

30.10.2015

Medizin Wer keine Parasiten hat, hat Allergien

Viele Menschen in Industrieländern leiden unter Allergien. Eine Ursache dafür könnte sein, dass sie frei sind von Parasiten, welche die Menschheit lange begleitet haben. Das Immunsystem sucht sich dann ein anderes Ziel, nämlich Proteine aus der Nahrung oder der Umwelt, die bestimmten Eiweißverbindungen der Parasiten ähneln. Gegen diese Stoffe reagiert der Körper dann mit einer überschießenden Immunantwort.  Die These konnten britische Forscher nun bestätigen. Sie verglichen Proteine, auf die Menschen allergisch reagieren, mit solchen, die in parasitären Würmern vorkommen. Bei knapp 2-tausend 5-hundert Biomolekülen konnten sie eine Ähnlichkeit feststellen, wie die Forscher im Fachmagazin "PLOS Computational Biology" berichten. So ähnelt zum Beispiel ein Wurm-Protein einer Eiweißverbindung, die in Birkenpollen vorkommt. [Reu]

DOI:10.1371/journal.pcbi.1004546

Quelle: Eurekalert, PLOS Computational Biology, Nature News

Astronomie Jupiter war der große Rauswerfer

Der Planet Jupiter dürfte vor rund 4 Milliarden Jahren einen weiteren Gasriesen aus unserem Sonnensystem hinausgeschleudert haben. Davon sind Astronomen aus Kanada überzeugt, die ihre Berechnung heute im "Astrophysical Journal" präsentieren. Sie gehen davon aus, dass einst ein fünfter großer Gasplanet im Sonnensystem existierte. Als er sich einem weiteren Himmelskörper näherte, wurde er so stark beschleunigt, dass die Gravitationskraft der Sonne  ihn nicht mehr halten konnte.  Bisher war unklar, ob es sich bei diesem zweiten Objekt um Saturn oder Jupiter gehandelt hat. Die Forscher haben nun  die Umlaufbahnen  von Monden der beiden Gasriesen untersucht. Die Bahn des Jupiter-Mondes Callisto deutet darauf hin, dass sein Planet für den galaktischen Rauswurf  verantwortlich war. [Reu]

http://dx.doi.org/10.1088/0004-637X/813/1/8

 

Quelle: Eurekalert, PLOS Computational Biology, Nature News

Batterie Innovativer Lithium-Luft-Akkumulator

Ein internationales Forscherteam stellt heute im Fachmagazin Science einen verbesserten Lithium-Luft-Akkumulator vor. Solche wieder aufladbaren Batterien gewinnen Strom durch die Reaktion von Lithium mit Sauerstoff aus der Luft. Sie besitzen eine hohe Energiedichte, aber bisherige Modelle konnten nur wenige Ladezyklen durchlaufen, bevor ihre Leistung stark abfiel.  Die mangelnde Beständigkeit der Zellen lag vor allem daran, dass sich beim Entladen Lithium-Peroxid an der Elektrode ablagert. In dem neuen Modell entsteht diese Substanz erst gar nicht. Stattdessen arbeitet die Batterie mit dem Lithium-Hydroxid, das sich komplett wieder auflöst. Weitere Verbesserungen betreffen das Elektrodenmaterial und die leitfähige Flüssigkeit im Inneren der Batterie. [Reu]

DOI : 10.1126/science.aac7730

 

Quelle: Eurekalert, Science, Nature News

Medizin Eine Immuntherapie hilft bei Krebs der Bauchspeicheldrüse

Zumindest bei Mäusen konnten Forscher aus Seattle einen Erfolg verzeichnen, als sie Pankreastumore mit maßgeschneiderten Immunzellen behandelten. Ihre Studie erscheint im Fachmagazin "Cancer Cell". Sie hatten den Nagern eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen verabreicht, sogenannte T-Zellen. Diese Immunzellen waren zuvor mit der Fähigkeit ausgestattet worden, die Tumorzellen zu erkennen und anzugreifen. Die Lebensdauer der Mäuse konnte dadurch um knapp 80 Prozent verlängert werden.  Dieses Ergebnis hat die Wissenschaftler positiv überrascht. Denn Pankreastumore sind grundsätzlich schwer über Wirkstoffe in den Adern zu bekämpfen, da sie ihre Blutversorgung deutlich reduzieren können. [Reu]

http://dx.doi.org/10.1016/j.ccell.2015.09.022

Quelle: Eurekalert, Cancer Cell

Geologie T-Rex war Kannibale

Darauf weisen Tyrannosaurus-Knochenfunde hin, die Spuren von Zähnen aufweisen. Ihr Muster deutet darauf hin, dass sie von Artgenossen stammen, die das Fleisch davon abgenagt haben. Gefunden wurden die Fossilien im US-Bundesstaat Wyoming von Forschern aus Kalifornien. Ihre Untersuchungen werden sie kommende Woche auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft vorstellen.  Die Spuren auf dem Beinknochen stammen von geriffelten Zähnen. Das lasse den Schluss zu, dass sie zu einem zweibeinigen Fleischfresser gehörten. An dem Ort, wo der Knochen gefunden wurde, komme dafür nur ein Tyrannosaurus infrage. [Reu]

Quelle: Eurekalert

Biologie Der Klimawandel treibt den Kablejau-Kollaps an

Ein wichtiger Faktor für die Abnahme der Bestände des Atlantischen Kabeljaus ist der Klimawandel. Das berichten US-Forscher heute im Fachmagazin "Science". Sie haben die Wassertemperaturen im Golf von Maine zwischen 1982 und 2012 ausgewertet. Die Werte sind dort besonders stark angestiegen. Die Temperaturen korrelierten die Forscher mit der Zahl der jungen Fische in diesem Gebiet. Es zeigte sich: Stiegen die Wassertemperaturen im Sommer an, so nahmen die Bestände der Fische ab, die die Geschlechtsreife erreichten. Die Zahl dieser Fische sei aber entscheidend dafür, dass sich die Population stabilisieren könnte. Die Fangquoten hätten diesen Zusammenhang außer Acht gelassen und seien daher zu hoch angesetzt gewesen, argumentieren die Forscher. [Reu]

Quelle: Eurekalert, Science

29.10.2015

Zoologie Zitteraale arbeiten mit Stromschlägen

Zwei Drittel des bis zu zweieinhalb Meter langen Körpers des Zitteraals bestehen aus besonderen Körperzellen. Sie können elektrische Ladung speichern und bei Bedarf als Stromschläge aussenden. Im Fachjournal "Current Biology" beschreiben Forscher wie die Zitteraale damit ihre Beute lahmlegen.

Die Tiere schlängeln sich zunächst um das Opfer herum. Damit bringen sie den Pluspol, der sich im Kopf befindet, näher an den Minuspol im Schwanz. Das Beutetier ist genau in der Mitte. Wenn der Aal nun einen Stromstoß aussendet, verdoppelt sich die Feldstärke. Die Muskeln des Opfers verkrampfen sich, eine Lähmung tritt ein.

Die Forscher der Vanderbilt-Universität entdeckten bei ihren Experimenten noch eine andere Jagdstrategie des Zitteraals. Während er durch das Wasser gleitet, sendet er kontinuierlich kleinere Stromstöße aus. Wenn diese auf andere Fische im Wasser treffen, kommt es zu Muskelkrämpfen, die wiederrum Wellen im Wasser aussenden, die der Aal wahrnimmt und so sein Opfer orten kann. [tj]

Quelle: Current Biology - Doi.org/10.1016/j.cub.2015.09.036

Psychologie Wenn der Startschuss sich verzögert, sind Sportler langsamer

Das schreiben Psychologen der Universität Oxford im Fachmagazin "Frontiers in Psychology". Je mehr Zeit zwischen Aufstellung und Startschuss verstreicht, umso langsamer kommen Athleten aus den Startblöcken. Zögert der Strafrichter, beeinflusst das die Laufzeiten offenbar so stark, dass dies – etwa im Eisschnelllauf – zwischen dem ersten und fünften Platz entscheiden könnte. Dies liegt vermutlich daran, dass konzentrierte Anspannung etwa 500 Millisekunden nach einem Reiz wieder nachlässt. Damit Sportler – gerade bei Vorentscheiden – faire Chancen haben, sollte das Zeitintervall zwischen "Fertig" und "Los" immer gleich sein, weshalb die Forscher für automatische Startsysteme plädieren. [tj]

Quelle: Frontiers in Psychology

Medizin Software entdeckt nach Schlaganfall gefährdetes Hirngewebe

... und das innerhalb von nur sechs Minuten. So kann ein Schlaganfallpatient schnell und gezielt behandelt werden. Biomedizinische Ingenieure der Universität Bern haben das selbstlernende Computersystem gemeinsam mit Neuroradiologen entwickelt. Die neue Software mit dem Namen FASTER erkennt nicht nur das unmittelbar fehldurchblutete Gewebe. Sie kann auch vorhersagen, welche Hirnbereiche nach einer Behandlung voraussichtlich geschädigt bleiben werden. Die Software schätzt das Risiko ab anhand erlernter realistischer Fälle. [tj]

Raumfahrt Mission der NASA-Sonde Cassini ist gelungen

Cassini ist mit einem spektakulären Manöver so tief wie noch nie zuvor in den Wasserdampf und die Eispartikelwolken des Saturnmondes Enceladus eingetaucht und hat sie unbeschadet wieder verlassen. Derzeit läuft die Datenübertragung. Im Dezember soll Cassini zum dritten und letzten Mal nah am Saturnmond Enceladus vorbeifliegen. [tj]

Raumfahrt Die Bakterien auf der Raumstation ISS sind analysiert

Bei den Bakterien handele es sich zwar überwiegend um relativ harmlose Keime, die auf der menschlichen Haut vorkommen. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder anderen Krankheiten aber könnten dadurch ernsthaft erkranken. Zu diesem Ergebnis kam die umfassende Analyse der US Weltraumagentur NASA. Die Bakterien kommen vermutlich von den Astronauten selbst sowie von den regelmäßig angelieferten Ladungen, die etwa Vorräte und technische Geräte enthalten. Die Bakterienwelt von Raumstationen sollten gerade mit Blick auf Langzeit-Missionen besser beobachtet werden, resümieren die Forscher. [tj]

Quelle: NASA - DOI: 10.1186/s40168-015-0116-3

Astronomie Erstmals Sauerstoffmoleküle auf einem Kometen gemessen

Die Europäische Raumsonde "Rosetta" begleitet den Kometen 69 P/Tschurjumow-Gerassimenko seit einem Jahr durch das Sonnensystem. Die jetzt gesendeten Messdaten der Raumsonde haben Astrophysiker verblüfft. Der Komet besitzt in seiner Atmosphäre Sauerstoffmoleküle. Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten, widerspricht das gängigen Theorien zur Kometenentstehung. Womöglich, so eine Vermutung, was das sauerstoffhaltige Eis in Thscuris Kern noch nie intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt. [tj]

Quelle: NATURE - doi:10.1038/nature15707

28.10.2015

Psychologie Gesang beruhigt Babys länger als Sprache.

Was viele Eltern längst vermutet haben, ist jetzt wissenschaftlich belegt: Der Gesang eines Menschen beruhigt Babys länger als gesprochene Sprache. Zu diesem Ergebnis kommen kanadische Forscher im Fachblatt "Infancy". Sie spielten 30 Babys im Alter von sechs bis neun Monaten gesungene Kinderlieder vor. Dabei blieben die kleinen Probanden im Durchschnitt neun Minuten ruhig, bevor sie zu quengeln begannen. Bei gesprochener Sprache blieben sie nur etwa vier Minuten ruhig. Die Empfehlung der Wissenschaftler liegt nahe: Eltern sollten ihrem Nachwuchs öfters mal etwas vorsingen. [jst]

Quelle: University of Montreal

Physik Ein akustischer Traktorstrahl kann winzige Objekte zum Schweben bringen.

Bislang gehörten Traktorstrahlen eher in die Science-Fiction-Welt als in die reale Wissenschaft. Mit ihrer Hilfe konnten zum Beispiel Raumschiffe in der Serie Star Trek eingefangen werden. Jetzt ist es Forschern in Großbritannien zusammen mit einem Unternehmen gelungen, einen akustischen Traktorstrahl zu erzeugen. Dazu haben sie 64 winzige Lautsprecher in einem Kreis angeordnet, die Ultraschall aussenden. Die Wissenschaftler können die Lautsprecher einzeln ansteuern und durch die Überlagerung ihrer Schallwellen Objekte zum Schweben bringen, die kleiner sind als 1mm. Die Objekte können nicht nur auf der Stelle schweben, sondern auch rotiert sowie hoch und runter bewegt werden - ohne sie zu berühren. Mehrere solcher Lautsprecher-Anordnungen könnten in Zukunft als Fertigungsstraße dienen, um filigrane Objekte ohne Berührung zu transportieren und zum Beispiel zusammenzufügen. [jst]

Quelle: Nature Comm., Pressemitteilung. University of Sussex

Medizin Ein Asthma-Medikament könnte auch bei Alzheimer-Demenz helfen.

Zumindest bei Ratten. Das legt die Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams nahe, die heute im Fachmagazin "Nature Communications" erscheint. Die Forscher hatten jungen und alten Ratten sechs Wochen lang das Medikament Montelukast verabreicht, das vor allem zur Behandlung von Asthma eingesetzt wird. Danach konnten die Wissenschaftler bei den alten Ratten weniger Entzündungsreaktionen im Gehirn feststellen, außerdem wurde die Bildung neuer Nervenzellen angeregt sowie die Lern- und Gedächtnisleistung deutlich gesteigert. Das Medikament könnte zum Beispiel bei einer Alzheimer-Demenz eingesetzt werden, klinische Studien an Menschen sind geplant. [jst]

Quelle: Nature Comm., Pressemitteilung. Paracelsus Medical University Salzburg

Biologie Königspinguine leiden unter wärmerem Wasser.

Weil die Wassertemperatur ansteigt, müssen Königspinguine längere Strecken zur Nahrungssuche zurücklegen, außerdem schrumpfen ihre Populationen. Das berichten französische und japanische Forscher im Fachblatt "Nature Communications". Sie haben Königspinguine auf den Crozetinseln im südlichen Indischen Ozean mit GPS-Sendern ausgestattet und über 16 Jahre lang ihre Wanderungen zu den Futterplätzen verfolgt. In manchen Jahren erhöht sich die Oberflächentemperatur des Wassers um 1 Grad. Dann müssen die Pinguine doppelt so weite Strecken zur Nahrung zurücklegen. Der Grund: Durch die Wassererwärmung verschieben sich die fischreichen Nahrungsgründe um etwa 130 Kilometer nach Süden. Ist das in einem Jahr der Fall, kommen im darauf folgenden Jahr über 30 Prozent weniger Königspinguine zum Brüten auf die Crozetinseln. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass nicht alle Königspinguine genügend Nahrung auftreiben konnten. Im Zuge des Klimawandels könnten sich die Überlebenschancen für die Pinguine weiter verschlechtern. [jst]

Quelle: Nature Communications

27.10.2015

Physik Detektor aus Graphen kann Licht verschiedener Wellenlängen erkennen

Und ist dabei auch noch extrem schnell. Forscher aus Dresden haben ihn mit amerikanischen Kollegen entwickelt. Er besteht aus einer Flocke Graphen auf Siliziumcarbid und kann einfallendes Licht innerhalb von 40 Billionstel Sekunden in elektrische Signale umwandeln. Dabei erkennt der Detektor alles vom sichtbaren Licht über die Infrarot-Strahlung bis hin zur Terahertz-Strahlung. Ein weiterer Vorteil ist, dass er bei Zimmertemperatur funktioniert.

Die Forscher nutzen den Detektor bereits, um ihre Laserblitze zu synchronisieren. Die Fähigkeit, verschiedene Wellenlängen zu erfassen, könnte der Messtechnik dienen oder Systeme zur optischen Kommunikation verbessern, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Optics Express". [hell]

Archäologie US-Forscher entdecken in Griechenland Grab eines antiken Kriegers

Das hat das Kulturministerium in Athen mitgeteilt. Das Grab auf der Peloponnes-Halbinsel sei der "bedeutsamste Fund" auf dem griechischen Festland seit 65 Jahren. Das Grab misst 1,5 mal 2,4 Meter und ist wahrscheinlich 3.500 Jahre alt. In ihm befinden sich ein hölzerner Sarg und zahlreiche Schmuckstücke. Darunter eine perlengeschmückte Kette, Siegelringe und ein Bronzeschwert mit einem Griff aus Gold und Elfenbein.

Die Utensilien sind mit Götterfiguren, Tieren und Blumenmustern geschmückt. Diese Verzierungen entsprechen dem minoischen Stil. Die minoische Kultur ist nach König Minos auf Kreta benannt und auf die Zeit von 3000 bis 1100 vor Christus datiert.

Bei dem Begrabenen handelte es sich wahrscheinlich um einen prominenten Krieger aus dieser Zeit. Er wurde 30 bis 35 Jahre alt, heißt es vom Kulturministerium. [hell]

Zoologie Vor Jahrmillionen konnten verschiedene Tiere ihre Gliedmaßen nachwachsen lassen

Das legt eine Studie nahe, die deutsche Forscher mit amerikanischen und britischen Kollegen im Magazin "Nature" veröffentlicht haben. Heute sind Salamander die einzigen Landwirbeltiere, bei denen verlorene Körperteile nachwachsen. Und es gibt noch etwas, das Salamander auszeichnet: Ihre Gliedmaßen entwickeln sich nach einem anderen Muster als die aller anderen Landwirbeltiere. Bisher dachte man, dass diese Eigenschaften zusammenhängen.

Dass dem nicht so ist, zeigen nun Analysen von Fossilien: Vor 300 Millionen Jahren konnten verschiedene Amphibien ihre Gliedmaßen nachwachsen lassen, ohne dabei dem Salamander-Entwicklungsmuster zu folgen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einst verschiedene Tiergruppen diese Regenerationsfähigkeit besaßen und sie im Laufe der Evolution verloren. [hell]
Die Studie könnte der biomedizinischen Forschung dabei helfen, die Mechanismen der Salamander-Regeneration zu entschlüsseln. [hell]

 

 

Quelle: Nature

Raumfahrt Wie sauber geht es auf der Internationalen Raumstation zu?

Um diese Frage zu beantworten, haben NASA-Forscher die Luftfilter der ISS untersucht. Mit DNA-Analysen stellten sie fest, welche Mikroorganismen sich in der Raumstation befinden und verglichen sie mit den Mikroorganismen, die in Reinräumen auf der Erde leben. Das Ergebnis: Bakterien, die auf menschlicher Haut vorkommen, sind in der ISS häufiger zu finden. Das könnte daran liegen, dass man in irdischen Reinräumen besser putzen kann als im All. Außerdem fanden die Forscher zwei Krankheitserreger, schreiben sie im Magazin "Microbiome". Welche Infektionsgefahr von diesen Erregern ausgeht, haben die Wissenschaftler jedoch nicht untersucht. Mit ihrer Arbeit wollen sie die Putzstrategien auf der ISS überprüfen. [hell]

Medizin Aus einem Tumorhemmer wird ein Krebsauslöser ...

... und für diese Veränderung reicht schon eine Mutation in einem bestimmten Gen. Amerikanische und deutsche Forscher haben diese Mutation entdeckt, als sie das Erbgut der Prostata-Krebszellen eines Mannes untersuchten. Die Mutation betrifft das Gen PTEN. Sie führt zur Veränderung eines Enzyms, das im Normalfall dem Krebs entgegenwirkt. Ist das Gen jedoch verändert, so wirkt es krebsfördernd, notieren die Forscher im Magazin "PNAS". Zurzeit laufen klinische Studien mit Stoffen, die das mutierte Gen unschädlich machen sollen. Die Wissenschaftler hoffen, daraus neue Behandlungen für Prostatakrebs zu entwickeln. [hell]

Quelle: PNAS

MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk