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09.12.2015

Geophysik In Indonesien gab es heute ein heftiges Erdbeben.

Nach Angaben des Geophysischen Instituts in Jakarta hatte das Beben eine Stärke von 6,9. Das Zentrum lag demnach 159 Kilometer südöstlich der Stadt Ambon City auf der Inselgruppe der Molukken. Nach ersten Angaben gab es keine Schäden. Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, wurde keine Tsunami-Warnung ausgegeben. [Mst]

Quelle: earthquake.usgs.gov/Agenturen

Physik Wendelstein kann morgen starten.

Dem Start des Fusionsexperiments Wendelstein 7-X in Greifswald morgen steht nichts mehr im Weg. Denn das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat heute die Betriebsgenehmigung für die Forschungsanlage erteilt, da alle technischen Voraussetzungen am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik erfüllt seien. Das Institut will morgen das erste Mal Plasma erzeugen - jedoch bislang zunächst mit Helium. Das erste Wasserstoffplasma soll erst im Januar hergestellt werden. Die Wissenschaftler wollen die Kernfusion analog zu den Prozessen auf der Sonne erforschen, um sie auf der Erde als Form der Energiegewinnung nutzbar zu machen. [Mst]

Paläontologie Mosasaurier hatten "Eulenaugen".

Mosasaurier waren bis zu 17 Meter lange meeresbewohnende Reptilien, die in der Oberkreide vor 100 bis 66 Millionen Jahren lebten. Paläontologen aus Kanada haben nun einen sehr gut erhaltenen Schädel eines Mosasauriers in Japan entdeckt, der völlig neue Einblicke in deren Lebensweise ermöglicht. Wie die Forscher im Journal of Systematic Palaeontology darlegen, weist der Schädel riesige Augenhöhlen auf, die nach vorn gerichtet waren. Damit ähnelten die Augen des nur drei Meter langen Mosasauriers denen von Eulen. Vermutlich waren Vertreter von Phosphorosaurus ponpetelegans im Gegensatz zu ihren großen Verwandten damit besser an die Jagd auf leuchtende Fische während der Nacht angepasst und besetzten eine eigene ökologische Nische. Da diese Mosasaurier nur über kleine Brust- und Schwanzflossen verfügten, waren sie vermutlich keine schnellen Jäger, sondern lauerten ihrer Beute auf, die größtenteils aus Angler- und Tintenfischen bestanden haben dürfte. [Mst]

Quelle: Journal of Systematic Palaeontology

Archäologie Stonehenge war ein Neu-Arrangement.

Denn die Erbauer des Steinkreises in England haben die dazu verwendeten Blausteine offenbar recycelt. Das vermuten Archäologen vom University College London, nachdem sie die exakte Herkunft des Baumaterials bestimmen konnten. Wie sie im Fachblatt Antiquity darlegen, stammen die Steine des äußeren Rings aus zwei Steinbrüchen in Wales. Zudem zeigen Datierungen, dass die Steine dort schon um 3400 und 3200 vor Christus gebrochen wurden und damit bereits 500 Jahre vor ihrem Aufrichten in Stonehenge. Die Experten gehen davon aus, dass die Monolithe vorher bereits in einem Steinzeit-Monument in Wales verbaut waren. [Mst]

Quelle: UCL/Antiquity (10.15184/aqy.2015.177)

Medizin Der Kampf gegen Malaria zeigt Erfolge.

Das geht aus dem neuen Welt-Malaria-Report der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor, der heute in Brüssel vorgestellt wurde. Demnach gab es Hochrechnungen zufolge in diesem Jahr zwar rund 214 Millionen neue Malariainfektionen und fast 440.000 Todesfälle, jedoch seien diese Zahlen gegenüber den Vorjahren deutlich zurückgegangen. 18 von 106 betroffenen Ländern haben die Zahl der Neuerkrankungen zwischen 2000 und 2015 um mindestens die Hälfte senken können, in 57 Ländern waren es sogar mindestens 75 Prozent. Von Malaria betroffen sind vor allem afrikanische Staaten. Seit Beginn des Jahrhunderts haben Investitionen in Malariavorsorge und -behandlung über sechs Millionen Todesfälle verhindert, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Demnach wurde das Millenniumsziel erreicht, die Ausbreitung von Malaria bis 2015 weltweit zu stoppen und den Trend umzukehren. [Mst]

Quelle: WHO

Medizin In den USA sollen transgene Hühner Medikamente produzieren.

Die US-amerikanische Nahrungs-und-Medizin-Verwaltung FDA hat die Produktion von genetisch veränderten Hühnern des biopharmazeutischen Unternehmens Alexion Pharmaceuticals genehmigt, die das Medikament Kanuma produzieren sollen. Das Medikament dient der Behandlung einer seltenen Erbkrankheit, bei der es zu Leberversagen, Herzerkrankungen und frühem Tod kommen kann. Diese Enzym-Ersatz-Therapie, die im September die europäische Zulassung erhielt, wurde nun auch in den Vereinigten Staaten genehmigt, um Patienten, einschließlich Kinder, zu behandeln, die an einem sogenannten lysosomalen sauren Lipase-Mangel (LAL-D) leiden, teilte die FDA auf ihrer Webseite mit. [Mst]

Quelle: FDA

Umwelt Forscher haben die Plastikpartikel im Rhein vermessen.

Fast jedes Gewässer trägt kleinste Plastikteile in sich. Sie stammen aus der Kunststoffherstellung oder aus Zusatzstoffen für Reinigungsmittel und gelten als Problem für die Umwelt. Wissenschaftler der Universität Basel haben die Plastikkonzentration des Rheins an elf Standorten zwischen Basel und Rotterdam gemessen. Demnach liegt die Gesamtbelastung deutlich höher als bei allen anderen untersuchten Gewässern. So transportiert der Rhein an seiner Oberfläche jährlich zehn Tonnen Kunststoff-Partikel in die Nordsee. Die höchste Plastik-Konzentration haben die Forscher in der Rhein-Ruhr-Region gemessen, schreiben sie in den Scientific Reports. [Mst/Hell]

Quelle: NATURE

08.12.2015

Neurologie Bewegung lässt das Hirn besser auf Veränderungen reagieren.

Dass körperliche Bewegung allgemein gut für das Gehirn ist, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben italienische Neurologen gezeigt, wie Bewegung dem Gehirn hilft, sich an äußere Umstände anzupassen. Die Forscher stellten einigen Testpersonen eine Aufgabe, bei der sich deren Gehirne an das Sehen mit nur einem Auge anpassen mussten. Ein Teil der Probanden saß bei dem Experiment auf einem Sofa, der Rest musste auf einem Trimmrad strampeln.

Das Ergebnis: Die Gehirne der Testpersonen auf den Rädern passten sich den neuen Gegebenheiten besser an. Mit dieser Erkenntnis könnte man zum Beispiel die Therapie von Schlaganfällen verbessern, resümieren die Forscher im Fachblatt "Current Biology".

Quelle: Current Biology

Tierforschung Forscher haben gezeigt, dass Süßwasserpolypen nicht altern.

Biologisch gesehen gibt es verschiedene Anzeichen für das Älterwerden. Eines davon ist, dass es immer wahrscheinlicher wird, zu sterben. Ein anderes, dass die Fruchtbarkeit mit den Jahren abnimmt. Süßwasserpolypen zeigen keines dieser Anzeichen. Das haben Wissenschaftler am Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung beobachtet. Zehn Jahre lang versorgten sie rund 1.800 dieser Minitierchen in ihrem Labor.

Ohne Feinde, dafür mit viel Nahrung und unter besten Bedingungen alterten die Süßwasserpolypen nicht: Ihre Sterbewahrscheinlichkeit blieb konstant und sie pflanzten sich durchgehend fort, notieren die Forschen im Magazin "PNAS". Damit stellen die Süßwasserpolypen die Vorstellung in Frage, dass alle Lebewesen körperlich altern. 

Quelle: PNAS

Physik Eine neuartige Kamera kann um die Ecke schauen.

Das Prinzip hinter der Kamera ist nicht neu. Man stellt ein Objekt so hinter einer Ecke auf, dass die Kamera es nicht erfassen kann. Dann leuchtet man mit einem Laser in den Raum. Das Licht breitet sich aus, trifft auf das verborgene Objekt und wird von ihm ins Sichtfeld der Kamera zurückgeworfen. Ist die Kamera schnell und empfindlich genug, kann sie aus diesem zurückgeworfenen Licht auf das Objekt hinter der Ecke schließen.

Forscher der University of Edinburgh haben nun eine solche Kamera gebaut und im Magazin "Nature Photonics" beschrieben. In Experimenten konnte sie eine zentimetergroße Puppe hinter einer Ecke erspähen.

Das Besondere: Im Gegensatz zu ihren Vorgängern ist die Kamera so schnell, dass sie sogar Videos von Objekten hinter Ecken drehen kann. Eine solche Kamera könnte zur Überwachung dienen, oder im Straßenverkehr um die Ecke schauen und so Unfälle vermeiden helfen.

Quelle: Nature

Klimaforschung Wissenschaftler erwarten einen Rückgang der CO2-Emissionen.

Genau gesagt könnten Industrie und Verkehr 2015 etwa 0,6 Prozent weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten als im Vorjahr. So fällt eine Prognose aus, die Forscher im Magazin "Nature Climate Chance" veröffentlicht haben. Sie stützten sich dabei auf Daten zum Energieverbrauch in den USA und China und zum Wirtschaftswachstum. Die Unsicherheit der Prognose ist jedoch recht groß.

Der Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass China weniger Kohle verbraucht habe. Das passt zum aktuellen Klimaschutz-Index, den die Organisation Germanwatch heute herausgegeben hat. Er bewertet die Klimaschutz-Leistungen von Staaten. China und die USA konnten jeweils einige Plätze gut machen und landeten im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter sind Dänemark, Großbritannien und Schweden. Schlusslichter: Australien, Kasachstan und Saudi-Arabien. Deutschland liegt im Mittelfeld.

Bereits im vergangenen Jahr sind die Emissionen nur leicht gestiegen. Sie nahmen um lediglich 0,6 Prozent zu. Im Jahrzehnt davor stieg der Ausstoß von Kohlendioxid im Schnitt um 2,6 Prozent jährlich.

Pflanzenzucht Das Patent auf die Schrumpeltomate bleibt bestehen.

Das hat die technische Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts heute entschieden. Das Patent wurde vor mehr als zehn Jahren in Israel beantragt und soll nun endgültig erteilt werden. Es umfasst eine besondere Tomate, die länger am Strauch hängt und dabei schrumpelt ohne zu verderben. Sie dient zur Herstellung von Ketchup.

Die Entscheidung ist umstritten. Bei der Schrumpeltomate handelt es sich um eine konventionell gezüchtete Pflanze. Und konventionelle Zuchtverfahren sind nach europäischem Recht nicht patentierbar. Eine andere Kammer des Europäischen Patentamts hatte aber bereits im März im Falle der Tomate und eines Super-Brokkolis ähnlich entschieden.

Quelle: DPA

07.12.2015

Vogelgrippe 12.900 Tiere in der Oberpfalz getötet

In einem süddeutschen Geflügelbetrieb besteht Vogelgrippe-Verdacht.

Bei einer Routine-Kontrolle in einem Geflügelbetrieb im oberpfälzischen Roding hatte sich der Verdacht auf Vogelgrippe ergeben. Entdeckt wurde ein Virus vom Typ H5N2. Wie das Landratsamt heute Nachmittag mitteilte, handelt es sich um eine harmlosere Form des H5N2-Virus.

Die Tötung der rund 12.900 Legehennen, Enten, Gänse und Puten des betroffenen Hofes sei nicht gestoppt worden, weil auch bei dieser Form der Vogelgrippe die Gefahr der Weiterentwicklung zu einem hochpathogenen Erreger existiere.

Für Menschen bestehe keine Gefahr, hieß es.

 

Quelle: mawi

ISS Warten aufs Christkind

Die Weihnachtsgeschenke sind schon auf dem Weg zur ISS.

Dreimal musste der Start wegen schlechten Wetters verschoben werden. Gestern Abend hat sich der unbemannte Raumfrachter "Cygnus" dann doch auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS gemacht. An Bord sind mehr als 3,3 Tonnen Versorgungsgüter: Lebensmittel, Anzüge für den Außeneinsatz im All, Kleidung, Geschenke sowie Stickstoff- und Sauerstoffbehälter.

Läuft alles nach Plan, kann die ISS-Besatzung ab Mittwoch beginnen, die erste Nasa-Lieferung seit fast acht Monaten auszupacken.

Die Versorgungsflüge zur ISS standen zuletzt unter keinem guten Stern. Im Juni zerbrach ein „Dragon"-Frachter auf dem Weg zur ISS, als die Trägerrakete explodierte. Ende April war ein russischer "Progress"-Transporter außer Kontrolle geraten und in der Erd-Atmosphäre verglüht. Und Ende Oktober 2014 war ein „Cygnus"-Frachter beim Start explodiert.

Quelle: mawi, NASA

Ambroxol Schleimlöser als "Müllabfuhr"

Ein Schleimlöser regt die Müllabfuhr der Zellen in den Atemwegen an.

Den Wirkstoff Ambroxol, der aus einem Inhaltsstoff des Indischen Lungenkrauts hergestellt wird, wird seit über 30 Jahren gegen Husten und festsitzendes Sekret in den Atemwegen eingenommen. Wie der Schleimlöser wirkt, das haben jetzt Forscher der Universität Ulm entdeckt: Mithilfe des Botenstoffs Kalzium regt er die Ausschleusung von "Abfallprodukten" aus Atemwegszellen an, berichten die Forscher im Fachblatt "Cell Calcium".

Lysosomen sind kleine Zellorganellen. Sie bauen mithilfe von Säure und Enzymen zelluläre Abfallprodukte ab - etwa alte oder fehlgebildete Proteine. Der Schleimlöser Ambroxol sorgt in den Atemwegen für eine Erhöhung der Kalzium-Konzentration. Die Folge: Die Zellorganellen, die Lysosomen, verschmelzen mit der Plasmamembran der Zelle. Dann wird der Zellabfall aus der Zelle hinausbefördert.

In einigen Lungenzellen werden auch Fette und fettlösliche Eiweiße in Lysosomen verpackt. Diese Substanzen halten nach Ansicht der Forscher die kleinen Atemwege offen und helfen wahrscheinlich auch dabei, zähes Hustensekret zu lösen und über den normalen Weg der Selbstreinigung abzutransportieren.

Quelle: mawi

Venus-Umkreisung Im zweiten Anlauf geklappt

Eine japanische Sonde umkreist jetzt doch die Venus - mit fünf Jahren Verspätung. Im zweiten Anlauf haben japanische Forscher es geschafft, die Sonde "Akatsuki" der Weltraumagentur JAXA in eine Umlaufbahn um die Venus zu bringen. Vor fünf Jahren war das Manöver wegen eines technischen Defektes des Hauptantriebs gescheitert.

Die japanische Weltraumagentur JAXA teilte mit, Messungen deuteten darauf hin, dass das Manöver diesmal reibungslos funktionierte. Es werde aber noch Tage dauern, die von Akatsuki übermittelten Daten auszuwerten. Erst dann könne man sicher sein, dass die Sonde auf der vorgesehenen elliptischen Bahn die Venus umkreist. Sie soll zwei Jahre das Wetter und vor allem die dichten Wolken in der Venus-Atmosphäre beobachten.

Quelle: mawi, JAXA

Biophysik Bauweise von Helicobacter-Zellskelett entschlüsselt

Ein Zellskelett gibt Magenbakterien ihre schraubenartige Form.

Berliner Biophysikern am Leibnitz Institut für Molekulare Pharmakologie ist es mithilfe der Festkörper-NMR, einer neuen hoch auflösenden Magnet-Resonanz-Technik, gelungen, das Zellskelett des Magenbakteriums Helicobacter pylori bis ins Detail darzustellen.

Grundbausteine des Skeletts sind Moleküle aus Bactofilin - in ihrer Form ähneln sie Spiralnudeln mit sechs Windungen. Mehrere Bactofilin-Moleküle bilden lange, dünne Fasern. Die Fasern wiederum lagern sich zu einer komplexen Architektur zusammen, die das Innere des Bakteriums durchzieht und dank derer Helicobacter seine typische schraubenförmige Gestalt erhält. Sie ermöglicht es dem Bakterium, sich durch die schützende Schleimschicht der Mageninnenwand zu bohren.

Der Fund könne helfen, neuartige Antibiotika zu entwickeln, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Sie wollen nach Wirkstoffen suchen, die das Zusammenlagern der Bactofilin-Moleküle zu Fasern stören.

Quelle: mawi, "Science Advances"

04.12.2015

Biologie Der Kugelspringer ist Insekt des Jahres 2016

Das gaben heute Insektenkundler in Berlin bekannt. Der Kugelspringer ist rund vier Millimeter groß und gehört zur biologischen Klasse der Springschwänze. Wird er gestört, dann katapultiert er sich mit einer speziellen Technik nach vorne. Er gehört zu den Ur-Insekten, besitzt keine Flügel, aber sechs Beine.  Der dunkelbraune Kugelspringer symbolisiere das Zusammenwirken von Böden und Insekten bei der Gestaltung und Erhaltung der Umwelt, hieß es in der Begründung. [Reu]

 

Quelle: dpa

Astronomie Forscher blicken ins dunkle Herz der Milchstraße

Einem internationalen Forscherteam ist es erstmals gelungen, Magnetfelder direkt am Rand des Schwarzen Loches im Zentrum der Milchstraße zu beobachten. Die Existenz solcher Felder war seit langem vorhergesagt worden, aber bis jetzt konnten sie nicht nachgewiesen werden. Das gelang nun mit einem globalen Netzwerk von Radioteleskopen, die zu einem gewaltigen Observatorium zusammen geschaltet wurden, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science" berichten.  Demnach sei Sagittarius A*, so der Name des Schwarzen Loches, ein sehr viel dynamischerer Ort als bislang angenommen: In manchen Bereichen zeigen die Magnetfelder eine chaotische Struktur, in anderen Bereiche sind sie regelmäßig ausgebildet. Fluktuationen der Felder konnten nachgewiesen werden über Zeiträume von 15 Minuten hinweg. [Reu]

 

DOI: 10.1126/science.aac7087

 

Quelle: Science, Eurekalert

Biologie Beim Schutz von Zugvögeln klaffen Lücken

Nur knapp zehn Prozent aller Zugvögel werden entlang ihrer kompletten Route ausreichend geschützt. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Es mangele an der Koordination der Schutzmaßnahmen. In manchen Regionen seien die Standards ausreichend, in anderen hingegen nicht. Besonders starke Mängel existieren nach Aussage der Forscher in China und Indien, aber auch in einigen Teilen von Afrika und Südamerika. 

Die Wissenschaftler hatten die Flugrouten von knapp 1.500 Zugvogelarten untersucht und mit dem Vorkommen von Schutzgebieten verglichen. Der Wohlstand eines Landes lasse nicht unbedingt Schlüsse auf die geschützte Fläche zu, schreiben die Forscher. In manchen Ländern Südamerikas gebe es größere Schutzgebiete für manche Arten als in den USA oder Kanada. [Reu]

 

DOI: 10.1126/science.aac9180

 

Quelle: Science, Eurekalert

Medizin Die fetten Jahre spürt auch der Nachwuchs

Das Körpergewicht eines Mannes beeinflusst die genetische Information, die seine Spermien tragen. Das berichten dänische Forscher im Fachmagazin "Cell Metabolism". Die Unterschiede betreffen nicht die DNA-Sequenz selbst, sondern vor allem bestimmte chemische Markierungen, sogenannte epigenetische Marker. Sie können beeinflussen, wie stark ein Gen aktiviert wird.

Gefunden haben die Wissenschaftler dieser Marker vor allem auf Genomabschnitten, die für die Entwicklung des Gehirns und die Regelung des Appetits zuständig sind. Die Forscher vermuten daher, dass sie eine Begründung dafür gefunden haben, warum die Kinder von fettleibigen Vätern selbst zu Adipositas neigen. Evolutionär erscheine es sinnvoll, dass Informationen über das Gewicht des Vaters an den Nachwuchs weiter gegeben werden. In Zeiten des Nahrungsüberflusses würden die Kinder dazu angehalten, selbst mehr zu essen, argumentieren die Forscher. [Reu]

http://dx.doi.org/10.1016/j.cmet.2015.11.004

 

Quelle: Cell Metabolism, Eurekalert

Biologie Katzen gelangten später nach Australien als gedacht

Die Vorfahren der wilden Katzen, die heutzutage in Australien leben, wurden am Ende des 19. Jahrhunderts von europäischen Siedlern dort eingeschleppt. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "BMC Evolutionary Biology". Bisher war man davon ausgegangen, dass die Tiere den Kontinent wesentlich früher erreicht hätten.

Eine These hatte besagt, dass die Katzen im späten 18. Jahrhundert von Europa aus  nach Australien gelangt seien. Andere Experten waren davon überzeugt, dass Fischer aus Südost-Asien die Tiere mitgebracht hätten.  Die Wissenschaftler hatten die DNA  von rund 270 wildlebenden Katzen vom australischen Festland und vorgelagerten Inseln untersucht. [Reu]

DOI: 10.1186/s12862-015-0542-7

 

Quelle: BMC Evolutionary Biology, Eurekalert

Superkondensatoren Power-Papier könnte Strom speichern

Schwedische Forscher stellen im Fachmagazin "Advanced Science" ein flexibles Material vor, das sich ähnlich herstellen lässt wie Papier und das große Ladungsmengen speichern kann. Es besteht aus feinsten Cellulosefasern, sogenannter Nanocellulose, und einem leitfähigen Kunststoff. Ein Blatt mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern könne eine Ladungsmenge speichern, die der Kapazität  von kommerziellen Superkondensatoren entspricht.

Das Material lasse sich einige hundertmal wiederaufladen, wobei ein Ladevorgang nur wenige Sekunden dauere, berichten die Forscher.  Das papierähnliche Material lasse sich aus preiswerten Ausgangssubstanzen herstellen, erklärten sie weiter. Als nächstes wollen die Wissenschaftler einen industriellen Prozess entwickeln, der eine Massenproduktion ermöglicht. [Reu]

DOI: 10.1002/advs.201500305

 

Quelle: Advanced Science, Eurekalert

03.12.2015

Medizin In Berlin wurde der neue Gesundheitsbericht vorgestellt.

Darin informieren das Bundesministerium für Gesundheit und das Robert Koch-Institut zum dritten Mal über Gesundheitszustand und -versorgung in Deutschland. Zwischen alten und neuen Bundesländern gebe es in diesen Bereichen kaum noch Unterschiede, stellt der Bericht fest. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind nach wie vor die häufigste Todesursache. Allerdings ist die Sterblichkeit daran zurückgegangen. Dasselbe gilt in den vergangenen Jahren für die meisten Krebsarten. Auch der Anteil rauchender Jugendlicher sinkt seit gut zehn Jahren kontinuierlich. Zugenommen hat die Zahl von Diabetes-Erkrankungen. Ein Drittel des Anstiegs wird dabei auf die demografische Alterung zurückgeführt. Auch die soziale Lage hat einen Einfluss: So haben Menschen mit hohem Einkommen eine um etwa zehn Jahre höhere Lebenserwartung als solche mit sehr niedrigem. [lp]

Quelle: RKI

Astronomie Die Genehmigung für das "Thirty Meter Telescope" wurde annulliert.

Als Grund gibt das oberste Gericht des US-Bundesstaates Hawaii an: Die Bevölkerung sei nicht genügend einbezogen worden beim Verfahren, an dessen Ende die Baugenehmigung durch das "Hawaiian Board of Land and Natural Resources" erteilt wurde. 2009 hatte sich Hawaii als Standort für das geplante Riesenteleskop durchgesetzt. Mit der Grundsteinlegung auf dem 4200 Meter hohen Vulkan Mauna Kea begannen allerdings Proteste gegen den Bau, die im Frühjahr eskalierten. Denn der Berg ist für die Ureinwohner Hawaiis heilig. Das TMT wäre das größte Fernrohr weltweit. Mit seiner Hilfe wollen Forscher unter anderem die ersten Galaxien nach dem Urknall beobachten und unbekannte Planeten entdecken. Der Mauna Kea eignet sich aufgrund seiner trockenen, klaren Atmosphäre besonders für astronomische Beobachtungen. Seit den 60er-Jahren wurden dort bereits 13 Teleskope gebaut. [lp]

Quelle: Hawaii State Judiciary, Nature, FAZ, Reuters

Neurologie Forscher schauen dem Gehirn beim Lernen zu.

Und zwar bei Fruchtfliegen: Es sei gelungen, synaptische Plastizität zu beobachten - also Änderungen in der Verbindungsstärke einzelner Nervenzellen, während die Insekten Informationen verarbeiten. Das berichten Wissenschaftler aus den USA im Fachmagazin "Neuron". Durch Manipulation am Nervensystem erzeugten sie bei den Fliegen eine Abneigung gegen einen spezifischen Geruch. Davor und danach zeichneten sie die Aktivität der Nervenzellen auf, die die Verhaltensreaktion der Tiere abbilden. Hatten die Insekten den unattraktiven Duft gelernt, sank die Stärke der synaptischen Verbindungen um durchschnittlich 80 Prozent. Fruchtfliegen eignen sich für entsprechende Forschung, da ihr Nervensystem übersichtlich ist: Die Duftmoleküle wahrnehmenden Antennen sind nur über wenige Synapsen mit der Hirnregion zur Geruchsverarbeitung verbunden. [lp]

Quelle: Neuron, doi:10.1016/j.neuron.2015.11.003

Archäologie Eine Schieferplatte könnte eine altsteinzeitliche Siedlung abbilden.

Das vermuten spanische Wissenschaftler im Fachmagazin "PLoS One". Mit einer Altersdatierung von beinahe 14.000 Jahren wäre es eine der frühesten Darstellungen einer menschlichen Wohnstätte und Sozialgemeinschaft. Die Gravuren der in Nordost-Spanien gefundenen Steinplatte zeigen sieben halbrunde Motive mit einer inneren Linienstruktur. Die Autoren der Studie interpretieren sie als Hütten. Mikroskopische Analysen legen nahe, dass die Motive innerhalb kurzer Zeit und mit ähnlichem Werkzeug in den Stein geritzt wurden. [lp]

Quelle: PLoS One, DOI: 10.1371/journal.pone.0143002

Astronomie Astronomen kommen extragalaktischen Radiosignalen auf die Spur.

Vor etwa zehn Jahren entdeckten Wissenschaftler per Teleskop blitzartige Strahlungsausbrüche in den Fernen des Kosmos. Das nur wenige Millisekunden andauernde Phänomen nannten sie "Fast Radio Burst", kurz FRB. Ursache und Ursprung waren unklar. Nun berichtet ein internationales Team von Astrophysikern im Fachmagazin "Nature" erstmals über die Herkunft eines solchen Ausbruchs: eine hoch magnetisierte, Gas gefüllte Region in sechs Milliarden Lichtjahren Entfernung. Die Forscher durchsuchten Archivdaten von Teleskopen mithilfe einer speziellen Software nach FRBs. Bei einem Signal konnten die Forscher schließlich den kosmischen Weg des Blitzes anhand spezieller Merkmale der Radiowellen rekonstruieren. Der Ursprungsort gibt auch Hinweise auf die Ursache der Strahlungsausbrüche: Die Astrophysiker vermuten, dass das Phänomen in einem sternenbildenden Nebel oder dem Überbleibsel einer Supernova entsteht. Bislang wurden erst 16 FRBs aufgezeichnet. Forscher gehen aber davon aus, dass es jeden Tag Tausende von ihnen geben könnte. [lp]

Quelle: Nature, DOI: 10.1038/nature15769

Biologie Auch in Asien verschlafen Primaten den Winter.

Bislang war das Verhalten nur von Lemuren der afrikanischen Insel Madagaskar bekannt. Dort überdauern Arten der Fettschwanzmakis die Wintermonate reglos in Baumlöchern oder Erdhöhlen. Dabei sinkt ihre Körpertemperatur und der Kreislauf verlangsamt sich. Nun haben Forscher entdeckt, dass auch Zwergloris Winterschlaf halten können - eine Art aus den Wäldern Südostasiens. Die Ergebnisse erscheinen im Fachmagazin "Scientific Reports". Für ihre Studie maßen die Forscher die Körperkerntemperatur von fünf Zwergloris in Nordvietnam von Herbst bis Frühling. In den Wintermonaten fielen sowohl Weibchen als auch Männchen wiederholt in Starre-Zustände, bei denen die Körpertemperatur stark absank. Diese Torpor genannten Phasen hielten teils mehrere Tage an. Die Gründe, warum in den Tropen lebende Primaten Winterschlaf halten, sind noch nicht ganz geklärt. Anders als etwa Bären, Igel oder Murmeltiere müssen sie keine monatelangen Frostperioden durchstehen. Forscher vermuten, dass sich die Primaten durch das Verhalten an saisonale Schwankungen ihrer Futterressourcen anpassen. In den Wintermonaten finden die Tiere beispielsweise weniger Insekten. Der Ruhezustand könnte also dazu dienen, Energie zu sparen. [lp]

Quelle: Scientific Reports, Nature

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