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11.01.2016

Virus In Nigeria grassiert das Lassa-Fieber

Ein Lassa-Fieber-Ausbruch in Nigeria hat bislang 40 Menschenleben gefordert. Mindestens 86 weitere Menschen seien seit dem 31. Dezember mit dem Virus infiziert worden, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Abuja mit.

Zehn der 36 Staaten des westafrikanischen Landes seien mittlerweile davon betroffen.

Die Krankheit verläuft anfangs grippeähnlich, führt aber schnell zu inneren Blutungen. Den schlimmsten bekannten Ausbruch erlebte Nigeria 2012: Damals starben 112 von über 1.700 infizierten Menschen.

Quelle: mawi, Agenturen, 11.01.2016

Medizin Ein molekularer Schalter bremst die Neubildung von Blutgefäßen

Werden Organe und Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, löst dies das Wachstum neuer Blutgefäße aus. Eine wichtige Rolle spielen hier Zellen, die die kleinen Blutgefäße innen auskleiden. Erhalten diese so genannten Endothelzellen ein Wachstumssignal, wechseln sie innerhalb kurzer Zeit von einem Ruhezustand  in einen Zustand mit beschleunigter Zellteilungsaktivität.

Forscher am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim haben entdeckt, dass die Aktivität der Endothelzellen von einem

Transkriptionsfaktor FOXO1 koordiniert wird. Er kontrolliert im Zellkern das Ablesen von Genen.

Als die Forscher  in Experimenten mit Mäusen FOXO1 gezielt ausschalteten, führte dies zu einem unkontrollierten Wachstum der Gefäßzellen. Umgekehrt bremste ein Anschalten von FOXO 1 das Blutgefäßwachstum.

Die Forscher wollen erproben, ob sich FOXO 1 auch bei Menschen gezielt aktivieren lässt. Sie hoffen, so eventuell das Wachstum von Tumoren unter Kontrolle bringen zu können.

Quelle: mawi, 11.01.2016, MPG

Biologie Makrelen fressen besonders viel Plastik

Mikroplastikpartikel stellen für Seevögel, Wale und Lebewesen am Meeresboden eine Gefahr dar. Biologen am Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung haben weitere Tiergruppen identifiziert, die Mikroplastikpartikel aufnehmen. Dazu zählen Speise-Fische wie Kabeljau und Makrelen aber auch Pflanzenfresser wie Strandschnecken. Die Schnecken ernähren sich von Großalgen und dienen Fischen sowie Krebsen als Beute.

Makrelen, so die Forscher, verschluckten deutlich häufiger Mikroplastikpartikel und Plastikfasern als in Bodennähe lebende Fischarten wie Flunder und Kliesche. Ein Grund: Plastikfasern trieben oft nah an der Wasseroberfläche. In Form und Farbe ähnelten sie frisch geschlüpften Seenadeln. Makrelen fressen gerne junge Seenadeln.

Wenn Fische größere Plastikteile fressen, können sie verhungern. Unklar ist noch, welche Folgen es hat, wenn Fische kleine oder kleinste Plastikpartikel fressen.

 

Marine Pollution Bullentin

doi:10.1016/j.marpolbul.2015.11.043

 

Environmental Science & Technology

DOI: 10.1021/acs.est.5b02431

Quelle: mawi, 11.01.2016, idw-Ticker

Ernährung Kinder, die viel Obst und Gemüse essen...

...essen nicht automatisch weniger Süßigkeiten und Fast-Food. Zu diesem überraschenden Ergebnis sind Forscher in den USA an der Ohio State University gekommen. Sie hatten an die 300 Eltern von Kindergartenkindern befragt, wie oft täglich die Kinder Gesundes - wie Obst und Gemüse  - oder eher Ungesundes - wie etwa Süßigkeiten, fett- und salzreiche Snacks oder süße Limonaden - zu essen bekommen hatten.

Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen der Zahl der gesunden und der eher ungesunden Mahlzeiten. Anders gesagt: Kinder, die mehrmals am Tag Obst und Gemüse zu sich nahmen, haben genau so viel Fast Food gegessen wie Kinder, die wenig oder kein Obst und Gemüse bekamen.

Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass Kinder, die viel Obst und Gemüse essen, generell weniger Ungesundes essen. Offenbar ein Trugschluss, so die Forscher. Sie plädieren dafür, neue Strategien zu erproben, wie sich verhindern lässt, dass immer mehr Kinder übergewichtig werden.

Maternal and Child Health Journal, DOI: 10.1007/s10995-015-1788-9

Quelle: mawi, 11.01.2016, eurekalert.org

DLR "Philae" schweigt weiter

Der jüngste Weckruf an den Landeroboter "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" ist offenbar ungehört im All verhallt. Am Wochenende hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in Köln ein Kommando zu Philae geschickt, das unbeantwortet blieb.

Mit Hilfe des Kommandos sollte ein kreiselartiges Drallrad im Inneren in Bewegung gesetzt werden. Im Idealfall hätte "Philae" daraufhin Staub von seinen Solarpaneelen abgerüttelt und sich besser zur Sonne ausrichtet.

Bis Ende Januar werde man auf Signale von "Philae" achten, so das DLR. Die Chancen, dass sich der Roboter nun noch einmal melde, würden aber jeden Tag geringer, denn der Komet "Tschuri" bewege sich von der Sonne weg.

Seit September wartet das DLR vergeblich auf ein Zeichen von "Philae".

 

DLR

Quelle: mawi, 11.01.2016, DLR, Agenturen

08.01.2016

Psychologie Risikobereitschaft nimmt mit zunehmendem Alter ab

Das gilt für Länder wie Russland, Deutschland und die USA. Dort sind außerdem Männer risikobereiter als Frauen. Es gibt aber auch Länder, in denen die Risikobereitschaft mit dem Alter nicht abnimmt, zum Beispiel in Nigeria, Mali und Pakistan. Dort gibt es auch weniger Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Zu diesem Schluss kommen Schweizer und deutsche Forscher im Fachmagazin "Psychological Science". In Ländern mit großer Armut und schwierigen Lebensumständen sei die Neigung zu Risikobereitschaft auch im Alter unverändert hoch, schreiben die Wissenschaftler. Dort müssten Männer und Frauen gleichermaßen um die knappen Ressourcen stärker konkurrieren als Menschen in reichen Ländern – und das auch im hohen Alter. [jst]

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Zoologie Zusammensetzung des Wachses lässt Hummeln rebellisch werden

Die Dunkle Erdhummel Bombus terrestris gehört zu den sozial lebenden Insekten: eine Königin lebt mit zahlreichen Arbeiterinnen zusammen in einem Nest. Die Königin kümmert sich um die Eiablage, die Arbeiterinnen um die Aufzucht des Nachwuchses. Doch diese soziale Phase endet zu einem bestimmten Zeitpunkt ganz plötzlich und geht in eine Konkurrenzphase über, in der die Arbeiterinnen ebenfalls Eier legen und die Königin attackieren. Bislang war unklar, was diesen Verhaltenswechsel auslöst. Ein deutsches Forscherteam stellt nun im Fachblatt "Royal Society Open Science" eine mögliche Erklärung vor: Demnach sei die Zusammensetzung des Wachses dafür verantwortlich. Nach ihren Analysen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Duft des Wachses den Zeitpunkt für die rebellische Phase bestimmt. Dabei spiele die Konzentration bestimmter Fette im Wachs die entscheidende Rolle, so die Forscher. [jst]

Biologie Plankton ist bei der Photosynthese weniger effizient als bislang gedacht

Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Nach Messungen im Atlantik, Pazifik, in arktischen sowie antarktischen Gewässern berechneten die Wissenschaftler, dass das Plankton etwa 60 Prozent der absorbierten Lichtteilchen in Wärme umwandelt und nur etwa 35 Prozent für photosyntetische Prozesse nutzt. Bislang ging man davon aus, dass für das Plankton nur etwa 30 Prozent der Lichtenergie als Wärme verloren gehen. [jst]

Quelle: Science

Hygiene Antike Latrinen waren Quelle von Krankheitserregern

Im Römischen Reich könnten Gemeinschafts-Toiletten dafür gesorgt haben, dass sich Parasiten vermehrt und ausgebreitet haben. Ein britischer Anthropologe hat Studien ausgewertet, die sich mit Parasiten aus mehr als 50 Grabungsstellen rund um das Mittelmeer beschäftigt haben. Dort fanden sich aus der Zeit des Römischen Reiches sogenannte Koprolithe, das sind fossile Exkremente.

Trotz öffentlicher Bäder, Gemeinschaftstoiletten und anderer sanitärer Anlagen breiteten sich bestimmte Parasiten in der Zeit der alten Römer stärker aus als zuvor, darunter bestimmte Peitschenwürmer, Spulwürmer und ein Parasit, der die Amöbenruhr auslöst. Ein Grund könnte sein, dass die Menschen damals den Latrineninhalt als Dünger auf die Felder ausgebracht haben. Auch wurde das Wasser in den öffentlichen Bädern über längere Zeit nicht ausgetauscht. Die Studie ist heute im Fachjournal "Parasitology" erschienen. [jst]

Quelle: Science News

Biologie/Medizin Antibiotika-Resistenzen breiten sich aus

Wissenschaftler haben das Gen mcr-1 auch in Deutschland in Bakterienproben von Menschen und Nutztieren nachgewiesen. Dieses Gen macht multiresistente Bakterien, bei denen viele Antibiotika keine Wirkung mehr zeigen, auch resistent gegen das Antibiotikum Colistin. Dieses wird normalerweise verabreicht, wenn verbreitete Antibiotika nicht mehr helfen.

Das Resistenzgen mcr-1 wurde erst 2015 in China entdeckt. Es macht vor allem Darmbakterien gegen Colistin resistent und kann die Behandlung erschweren. Wie die Forscher im Fachblatt "The Lancet Infectious Diseases" schreiben, komme das Resistenzgen mindestens seit 2011 in Deutschland vor. Wie weit verbreitet es ist, und ob es von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann, oder umgekehrt, lässt sich noch nicht sagen. Auch in anderen europäischen Ländern wurde es bereits nachgewiesen. [jst]

07.01.2016

Astrophysik Aktivität Schwarzer Löcher lässt sich auch mit optischen Teleskopen beobachten

Sichtbare Strahlung verrät, wenn sich Schwarze Löcher umliegende Materie einverleiben. Dazu seien nicht zwangsläufig Röntgenteleskope notwendig, die typischerweise eingesetzt werden. Das berichten Astrophysiker in "Nature". Die Forscher hatten das Doppelsternsystem "V404 Cygni" untersucht, das ein Schwarzes Loch enthält. Im vergangenen Juni zeigte es nach 26 Jahren Ruhephase einen Strahlungsausbruch: Eine rotierende Scheibe transportiert Materie zum Zentrum des Schwarzen Lochs. "Fällt" die Materie ins Loch, sendet sie Energie aus – unter anderem in Form von Röntgenstrahlung. Die Analysen zeigten nun: Die Röntgenstrahlen aus dem inneren Bereich der Scheibe erhitzen den äußeren Bereich. Dadurch wird dort sichtbare Strahlung nach gleichem Muster ausgesendet, die sich mit optischen Teleskopen erfassen lässt. [lp]

Quelle: Doi: Nature 10.1038/nature16452

Paläontologie  Forscher finden fossile Spuren balzender Dinosaurier

Vor etwa 80 Jahren sagten Physiker voraus, dass Wasserstoff-Moleküle unter extremem Druck ihre Struktur ändern. Schließlich entstehe fester, metallischer Wasserstoff aus Atomgittern mit leitenden Eigenschaften. Jetzt präsentieren Forscher in „Nature" experimentelle Daten, die diese Vermutung stützen. Mit Hilfe einer Diamant-Stempel-Presse erzeugten sie bei nahezu Raumtemperatur Drücke von mehr als 325 Giga-Pascal – ein Millionenfaches des Atmosphärendrucks. Dadurch veränderten die Wasserstoffmoleküle ihre Struktur und Eigenschaften. Die Phase könnte eine Vorstufe des vorhergesagten metallischen Wasserstoffs sein, spekulieren die Forscher. 

Quelle: Quelle: Nature doi:10.1038/nature16164

Medizin Ein Malaria-Medikament könnte gegen Ebola helfen

Und zwar das Präparat Artesunat-Amodiaquin, kurz ASAQ. Ebola-Patienten, denen das Mittel verabreicht wurde, hatten eine um etwa 30 Prozent geringere Sterbewahrscheinlichkeit als Patienten, die das Standard Malaria-Medikament Arthemeter-Lumefantrin erhielten. Das berichtet heute die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" im "New England Journal of Medicine". Die positive Wirkung wurde erst im Rückblick deutlich: Ebola-Patienten werden von "Ärzte ohne Grenzen" auch systematisch gegen Malaria behandelt. 2014 ging in einem Behandlungszentrum in Liberia das Standardmedikament dafür aus. Daraufhin erhielten knapp 400 neu eingelieferte Patienten das ASAQ. Die Wirkung des Präparats müsse nun in gezielten Studien näher erforscht werden, fordern die Studienautoren. [lp]

Quelle: Doi: New Engl J of Med DOI: 10.1056/NEJMoa1504605

Zoologie Affen haben kein Urheberrecht an Selfies

Dieses Urteil hat gestern zumindest ein Bundesrichter in San Francisco angekündigt. Konkret geht es in dem Rechtsstreit um den Makaken Naruto aus Sulawesi. 2011 hatte der mit der Ausrüstung eines britischen Fotografen Selbstporträts geknipst. Der Fotograf sieht sich als Urheber der Bilder. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert, dass der Affe Naruto das Copyright erhält. Sollten die Tierrechtler vor einer höheren Instanz doch recht bekommen, wäre es das erste Mal, dass ein nicht-menschliches Lebewesen zu einem Eigentümer erklärt wird. [lp]

Medizin Ein Malaria-Medikament könnte gegen Ebola helfen

Und zwar das Präparat Artesunat-Amodiaquin, kurz ASAQ. Ebola-Patienten, denen das Mittel verabreicht wurde, hatten eine um etwa 30 Prozent geringere Sterbewahrscheinlichkeit als Patienten, die das Standard Malaria-Medikament Arthemeter-Lumefantrin erhielten. Das berichtet heute die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" im "New England Journal of Medicine".

Die positive Wirkung wurde erst im Rückblick deutlich: Ebola-Patienten werden von "Ärzte ohne Grenzen" auch systematisch gegen Malaria behandelt. 2014 ging in einem Behandlungszentrum in Liberia das Standardmedikament dafür aus. Daraufhin erhielten knapp 400 neu eingelieferte Patienten das ASAQ.

Die Wirkung des Präparats müsse nun in gezielten Studien näher erforscht werden, fordern die Studienautoren. [lp]

Quelle: Doi: New Engl J of Med DOI: 10.1056/NEJMoa1504605

Paläontologie Forscher finden fossile Spuren balzender Dinosaurier

Die Tiere verhielten sich offenbar ähnlich wie einige am Boden brütende Vögel heute: Die Saurier besuchten saisonale Balzplätze, wo sie mit Kratzritualen am Erdboden um Paarungspartner warben. Das berichtet ein internationales Team von Paläontologen im Fachmagazin "Scientific Reports".

Im US-Bundesstaat Colorado hatten die Wissenschaftler kreidezeitliche Kratzspuren untersucht – verursacht durch die Füße von Theropoden, eine Saurier-Gruppe, zu der auch die Gattungen Tyrannosaurus und Velociraptor zählen. Die in Sandstein erhaltenen Spuren bestanden typischer Weise aus parallelen Mulden mit Längsfurchen.

Unterschiedliche Ausmaße der Kratzer verweisen darauf, dass vermutlich mehrere Arten die Balzplätze nutzten. Die Kratzspuren ähnelten denen von heute lebenden Arten wie Papageitauchern und Straußen, heißt es in der Studie. Nester fanden die Paläontologen allerdings nicht. Die Brutplätze könnten sich aber in der Nähe befunden haben, argumentieren die Forscher. [lp]

Quelle: Doi: Sci Rep 10.1038/srep18952

Chemie Schwermetall soll nach Motörhead-Sänger benannt werden

Ein neu entdecktes Schwermetall soll nach Lemmy Kilmister – dem Ende Dezember verstorbenen Sänger der britischen Rockband "Motörhead" – benannt werden. "Lemmium" wäre dann der chemische Name für Heavy Metal im Periodensystem. Das fordern inzwischen mehr als 80.000 Fans per Online-Petition auf der Seite change.org. Das Vorschlagsrecht haben allerdings traditionell die Entdecker der Elemente. Das sind Forscher aus Japan, Russland und den USA. [lp]

06.01.2016

Programmierung Datenexperten retten Star-Trek-Nachlass

Der 1991 verstorbene Science-Fiction-Autor und Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry hatte seine letzten Entwürfe auf zwei tragbaren IBM-Computern geschrieben, auf denen ein speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Betriebssystem lief. Da einer der beiden Rechner nicht mehr funktionstüchtig ist und der andere auf einer Auktion versteigert worden war, war über das Betriebssystem nicht viel bekannt.

Um die Daten von 200 Disketten aus dem Nachlass Roddenberrys zu retten, haben Techniker im Auftrag des Nachlassverwalters nun ein spezielles Programm geschrieben. Die Arbeit wurde jetzt nach mehreren Monaten abgeschlossen. Alle der 160 Kilobyte fassenden Datenträger konnten demnach ausgelesen und die Daten gesichert werden, vermeldet das Magazin "Venturbeat".

Über die Inhalte der 5,25 Zoll großen Disketten wurde bislang nichts bekannt.

Quelle: venturebat/Mst

Parasiten Würmer retten sich in Hunden

Der Guineawurm galt dank internationaler Kampagnen als nahezu besiegt. Nun deuten neue Daten darauf hin, dass Hunde als Wirtstiere dem Parasiten zu einem Comeback im Sahel verhelfen könnten. Während im vergangenen Jahr offiziell in den zuvor betroffenen Ländern Tschad, Äthiopien, Mali und dem Südsudan nur noch 25 Menschen mit einer Infektion gemeldet wurden, gaben die Behörden allein im Tschad 450 Infektionen bei Hunden bekannt.

Warum der bis zu 80 Zentimeter lange Guinea- oder Medinawurm neuerdings Hunde als Wirtstier bevorzugt, ist unklar.

Tropenmediziner warnen davor, dass der Parasit von den Hunden wieder auf den Menschen übertragen werden könnte.

Eine Infektion verläuft in der Regel nicht tödlich, ist aber schmerzhaft, weil sich der Parasit über Wochen hinweg durch die Haut bohrt und
zu einer Geschwürbildung führt, die als Eintrittspforte für Bakterien gilt.

Quelle: Nature.com /Mst

Ungezieferschutz Latex schützt vor Maikäferlarven

Zumindest bedient sich Löwenzahn (Taraxacum officinale agg.) erfolgreich dieser Verteidigungsstrategie. Forscher des Jenaer Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie erbringen im Fachblatt "PLOS Biology" den Nachweis, dass eine Substanz aus dem bitteren Latexsaft im Inneren des Löwenzahns seine Wurzeln vor Maikäferlarven wirksam schützt.

Maikäfer (Melolontha melolontha) verbringen die ersten drei Lebensjahre unter der Erde, wo sie sich mitunter von den Wurzeln des Löwenzahns ernähren.

Bei ihren Analysen entdeckten die Forscher zunächst, dass sich die höchste Konzentration des Löwenzahn-Latex in den Wurzeln der Pflanzen befindet.

In weiteren Versuchen entdeckten die Wissenschaftler, dass eine einzige darin enthaltene Substanz - das Sesquiterpenlacton Taraxinsäure-Beta-D-Glycopyranosyl-Ester, kurz: TA-G - das Larvenwachstum negativ beeinflusst.

Quelle: PLOS Biology/idw/Mst

Touchscreens Neue Elektroden sollen Smartphones verbessern

Wissenschaftler der ETH Zürich haben ein 3D-Nano-Druckverfahren entwickelt, mit dem sie transparente Elektroden für den Einsatz in Touchscreens herstellen können. Dabei handelt es sich um ein Gitternetz aus Nanowänden aus Gold beziehungsweise Silber auf einer Glasoberfläche.

Die Wände seien so dünn, dass sie mit bloßem Auge kaum zu sehen seien, berichtet die ETH auf ihrer Webseite. Die neuen Elektroden seien leitfähiger und transparenter als bisherige aus Indiumzinnoxid, die heutzutage standardmäßig in Smartphones und Tablets Verwendung finden.

Quelle: idw-online/Mst

Infektionsbeobachtung Hühner sollen videoüberwacht werden

Das schlagen Zoologen aus Oxford in den Proceedings B der britischen Royal Society vor. Damit könnten Infektionen mit dem Brechdurchfall verursachenden Bakterium Campylobacter bei Geflügelbeständen früher als bislang erkannt werden.

Infizierte Vögel verhalten sich demnach signifikant anders als Hühner in nicht infizierten Beständen. Experimente hätten gezeigt, dass sich Tiere in den ersten sieben bis zehn Tagen nach der Infektion wesentlich langsamer und träger verhalten als gesunde Hühner.

Ein derartig früher - zumal nichtinvasiver und kostengünstiger - Nachweis einer Campylobacter-Infektion könne helfen, große Ausbreitungswellen zu verhindern, was der Lebensmittelsicherheit und Wirtschaftlichkeit dient, so die Forscher.

Weltweit werden jedes Jahr rund 60 Milliarden Masthähnchen verzehrt.

Quelle: Proc B R Soc/Mst

Paläontologie Entdeckung einer versteinerten Darmwindung

Forscher der Universität Zürich haben dank eines Zufallsfundes eine alte Frage ihrer Zunft klären können. Bislang war unklar, wie sich Vertreter von Saurichthys - frühe Knochenfische aus der Trias - ernährt haben. Im Fachblatt "Scientific Reports" stellen die Paläontologen fossil erhaltene Weichteile dieses Tieres vor, die in der Tessiner Lagerstätte Monte San Giorgio entdeckt wurden.

Die Analysen zeigen die letzte Mahlzeit des heutigen Haien und Rochen ähnlichen Meeresbewohners. Die unverdauten Reste ermöglichen erstmals eine vollständige Rekonstruktion der Magen-Darm-Anatomie. Demnach war der Darmtrakt spiralförmig.

Dieser zeige eine unerwartete Übereinstimmung zur Magen-Darm-Anatomie der heute lebenden Hai- und Rochenspezies, so die Forscher.
Der Spiraldarm weise auf einen energieintensiven Lebensstil hin.

Quelle: Scientific Reports/idw-online/Mst

05.01.2016

Chemie Das Periodensystem bekommt Zuwachs

Der Internationale Chemikerverband hat den Nachweis von vier neuen Elementen bestätigt. Sie tragen die Ordnungszahlen 113, 115, 117 und 118. Das entspricht der Zahl an Protonen, über die ihre Atomkerne verfügen. Die vier Neuzugänge vervollständigen die siebte Zeile des Periodensystems.

Noch haben die Elemente keine Namen, ihre Entdecker dürfen sie taufen. Nummer 113 wird das erste Element sein, das seinen Namen in Asien bekommt, es wurde am Japanischen Riken-Institut nachgewiesen.

Die anderen drei Entdeckungen gehen gemeinsam auf das Konto von Forschern aus Russland und den USA.

Quelle: IUPAC/hell

Astronomie Viele Sterne haben starke Magnetfelder

Magnetfelder in Sternen sind schwer zu messen, denn sie befinden sich unter der Oberfläche der Himmelskörper. Mit einer neuen Methode ist es einem internationalen Forscherteam nun gelungen, die Magnetfelder von Tausenden Sternen zu ermitteln.

Dazu beobachteten die Wissenschaftler, wie die Sterne pulsieren, also wie sie ihre Helligkeit ändern. Aus den Frequenzen dieses Pulses schlossen sie auf die Magnetfelder. So konnten die Forscher zeigen, dass etwa 60 Prozent der Sterne starke Magnetfelder in ihren Kernen aufweisen.

Bisher wusste man das nur von einigen Dutzend Sternen. Die Ergebnisse könnten unter anderem dabei helfen, die Flecken auf unserer Sonne besser zu verstehen, schrieben die Wissenschaftler im Magazin "Nature".

Quelle: Nature/hell

Tierwelt Je kleiner ein Chamäleon, desto schneller seine Zunge

Auf diesen Zusammenhang ist ein Biologe der amerikanischen Brown University gestoßen. Wie er in einem Artikel für die "Scientific Reports" schreibt, filmte er dazu 20 Chamäleonarten, während sie Insekten mit ihren Zungen fingen.

Die kleinste Art – das Stachel-Zwergchamäleon – schoss seine Zunge dabei mit der höchsten Beschleunigung in Richtung des Insekts. Im Vergleich zu seiner Größe, konnte es seine Zunge auch am weitesten ausfahren: 2,5 Körperlängen, um genau zu sein.

Das viel größere Riesenchamäleon brachte es nur auf einen Bruchteil der Zungenbeschleunigung seines kleinen Verwandten.

Evolutionär macht dieser Unterschied Sinn, heißt es von dem Forscher. Kleine Tiere müssen vergleichsweise viel Energie aufnehmen, um zu überleben. Also müssen die kleinen Chamäleons auch geschickter jagen als die großen.

Quelle: Nature/hell

Energie Wärmeres Klima könnte Kraftwerke schwächen

Kraftwerke, die mit Kohle oder Kernenergie betrieben werden, brauchen Kühlung. Viele nutzen dafür Wasser aus Flüssen.

Doch wenn die globalen Temperaturen stiegen, wird auch das Kühlwasser wärmer. Was das für die Kraftwerke bedeuten wird, haben australische und niederländische Forscher ermittelt, indem sie 1400 Kraftwerke untersucht haben. Ihre Prognose ist im Magazin "Nature Climate Change" erschienen.

Demnach könnten in den 2050er-Jahren bis zu 86 Prozent dieser Kraftwerke Einbußen in der Stromproduktion erleben. Und die könnten bis zu 30 Prozent der Gesamtproduktion einzelner Kraftwerke ausmachen. Auch Wasserkraftwerke könnten Probleme bekommen: Dürren drohen, den Ertrag aus dieser erneuerbaren Energiequelle um 3,6 Prozent zu senken.

Thermoelektrische Kraftwerke und Wasserkraftwerke machen aktuell 98 Prozent der weltweiten Stromproduktion aus. Jedoch schreiben die Autoren auch, dass man diesem Problem entgegenwirken könnte. Verbesserte Kühlungssysteme oder ein Wechsel von Kohle zu Erdgas könnten die Verluste wettmachen.

Quelle: Nature/hell

Ernährung Dicke Kellner machen Lust auf mehr

Diesen Zusammenhang haben zwei Wissenschaftler aus Deutschland und den USA im Magazin "Environment an Behaviour" aufgezeigt. Sie beobachteten knapp 500 Bestellungen in Restaurants. Dabei legten sie ihr Augenmerk auf die Körperfülle der Kellner.

Das Ergebnis: Hatten die Kellner offensichtliches Übergewicht, gönnten sich die Restaurantbesucher viermal häufiger ein Dessert. Auch bestellten sie bei fülliger Bedienung 17 Prozent mehr alkoholische Getränke.

Die Vermutung der Forscher lautet, dass die übergewichtigen Kellner zum Essen anregen, weil sie eine soziale Norm setzen. Die Restaurantbesucher nehmen daraufhin an, dass Übergewicht normal ist, und erlauben sich, etwas mehr zu essen.

 

Quelle: eab/hell

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