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18.05.2016

Steinzeit Feuer machte Speere nicht stabiler

Die Jäger der Steinzeit haben ihre Holzspeere ins Feuer gehalten, um sie zu härten und damit besser jagen zu können. Das ist die bisherige Sichtweise von Anthropologen. Doch jetzt haben britische Forscher Experimente gemacht und herausgefunden: Wenn man Holzspeere aus dünnen Haselnussstämmen im Feuer ankokeln lässt, werden sie zwar etwas härter, doch zugleich deutlich spröder und brüchiger, was letztlich im Einsatz ein Nachteil wäre.

Nach Einschätzung der Forscher nutzten die Steinzeitjäger die Feuerhärtung aus einem anderen Grund. Im verkohlten Zustand lassen sich die Spitzen der Speere viel besser schärfen. Für diesen Vorteil hätten die Jäger den negativen Seiteneffekt der erhöhten Brüchigkeit durch die Feuerhärtung wohl in Kauf genommen. Die Studie ist im Fachmagazin Biology Letters erschienen.

Quelle: Biology Letter

Weltrekord Datenfunk wird immer schneller

Forscher der Universität Stuttgart und des Karlsruher Instituts für Technologie haben einen neuen Weltrekord bei der Datenübertragung per Richtfunk aufgestellt. Sie erreichten nach eigenen Angaben mit einer Funkstrecke über 37 Kilometer Entfernung eine Datenrate von sechs Gigabit pro Sekunde. Diese Leistung übertrifft den bisherigen Stand der Technik um das Zehnfache. Herausragend ist vor allem die große Entfernung der Funkstrecke. Über kürzere Distanzen wurden auch schon höhere Datenraten bis zu 100 Gigabit pro Sekunde erreicht.  Das Problem bei weiten Funkstrecken besteht darin, dass die Radiosignale in der Atmosphäre stark abgeschwächt werden.

Die Forscher entwickelten besonders leistungsstarke Sender und Empfänger, deren Transistoren nicht auf Silizium, sondern auf neuartigen Halbleitermaterialien basieren. Im Sender arbeiten Transistoren aus Galliumnitrid, im Empfänger aus Indium-Gallium-Arsenid.

Quelle: IDW / Uni Stuttgart

Landwirtschaft Grüne Gentechnik zeigt gemischte Bilanz

Ein Expertengremium der National Academies of Sciences der USA hat einen umfangreichen Bericht zu Nutzen und Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen veröffentlicht. Darin heißt es, dass die Grüne Gentechnik sich zwar in einzelnen Bereichen für die Landwirtschaft als nützlich erwiesen habe. Statistisch lasse sich aber kein allgemeiner Ertragsvorteil gegenüber konventionell gezüchteten Sorten nachweisen. Negative Gesundheitsfolgen durch den Verzehr transgener Nahrungsmittel seien nicht erkennbar, wie epidemiologische Vergleiche zwischen den USA und Europa zeigten.

Die Autoren des Berichts empfehlen, die Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte, aber auch für konventionell gezüchtete Pflanzen zu ändern. Im Fokus der Sicherheitsabschätzung sollte nicht mehr stehen, welche Technik bei der Pflanzenzucht zum Einsatz kommt, sondern welche neuen Eigenschaften eine Pflanze am Ende aufweist.

Quelle: NAS

Infektion Das Zika-Virus könnte Europa erreichen

Das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat davor gewarnt, dass das Zika-Virus sich ab Frühsommer auch in Europa ausbreiten könnte. Gefährdet seien vor allem die Insel Madeira sowie die Schwarzmeerküste in Georgien und Russland. In vielen Mittelmeerstaaten bestehe ein mäßiges Risiko, in Deutschland sei das Risiko gering,  heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht. Die WHO-Experten basierten ihre Risiko-Abschätzung auf zwei Fragen. Zum einen, mit welcher Wahrscheinlichkeit kann sich das Zika-Virus ausbreiten, wenn die Asiatische Tigermücke als Überträger lokal vorkommt. Zum anderen, wie gut sind die Länder gerüstet, einem Virusausbruch vorzubeugen und örtliche Übertragungen schnell einzudämmen.

Forschungsberichte Großverlag kauft Pre-Print-Server

Der große Wissenschaftsverlag Elsevier hat das Social Science Research Network aufgekauft. Dies ist der bekannteste sogenannte Pre-Print-Server im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auf Pre-Print-Servern können Forscher ihre Studien kostenlos veröffentlichen, noch bevor diese für einen Abdruck in Fachmagazinen von Kollegen begutachtet werden.

Es ist der erste Fall, dass ein Pre-Print-Server von einem profitorientierten Großverlag übernommen wird. Der bekannteste Pre-Print-Server im naturwissenschaftlichen Bereich ist ArXiv. Dieser wird von der Cornell University betrieben und von Stiftungen finanziert. Elsevier kündigte an, dass die Nutzung des Social Science Research Network kostenlos bleibe. Den Forschern sollen aber kostenpflichtige Zusatzangebote unterbreitet werden.

Quelle: Elsevier

17.05.2016

Psyche Ein Wirkstoff aus halluzinogenen Pilzen könnte Depressionen lindern

So genannte "magic mushrooms" werden als Rauschmittel benutzt. Das liegt daran, dass sie den Stoff Psilocybin enthalten, der Halluzinationen verursacht. Ein internationales Forscherteam hat nun gezeigt, dass Psilocybin noch mehr kann. In einer kleinen Studie verabreichten die Wissenschaftler zwölf Menschen den Wirkstoff. Alle litten seit Jahren an Despressionen und hatten auf keine gängige Therapie angesprochen. Eine Woche nach der Einnahme, ging es allen Patienten besser. Fünf von Ihnen hatten nach drei Monaten gar keine Symptome mehr. Die Arbeit ist im Magazin "The Lancet Psychiatry" erschienen und könnte als Anfangspunkt für die Erforschung neuer Therapien dienen.

Quelle: Nature

Bornitrid Ein selbstheilendes Material könnte flexible Elektrogeräte verbessern

Es gibt bereits Materialen, die sich von alleine wieder zusammensetzen können, nachdem sie etwa zerschnitten wurden. Doch meistens verändern sie dabei ihre elektrischen  Eigenschaften. Ein internationales Forscherteam hat nun ein Material entwickelt, das nach einer Selbstheilung alle Eigenschaften wie Festigkeit, elektrischen Widerstand und Wärmeleitfähigkeit behält. Sie haben ihn im Fachblatt "Advanced Functional Materials" beschrieben.

Es besteht aus einer hauchdünnen Bornitrid-Schicht, die auf einem Polymer aufgebracht ist. Die Selbstheilungseigenschaften verdankt es dem Bornitrid. Wird es in zwei Teile zertrennt, ziehen sich diese gegenseitig über elektrostatische Kräfte an.  Die Arbeit könnte der Entwicklung von flexiblen Elektrogeräten helfen, die starken Belastungen trotzen müssen. Das Material widersteht auch Feuchtigkeit, weshalb es für Geräte genutzt werden könnte, die etwa unter der Dusche oder am Strand Anwendung finden. 

Quelle: Frontiers in Plant Science

Medizin Grünes Licht kann gegen Migräne helfen

Licht im Allgemeinen kann Symptome von Migräne verstärken. Betroffene müssen sich daher häufig in dunkle Räume zurückziehen, wenn sie an einer Migräne-Attacke leiden. Forscher aus Israel und den USA konnten nun zeigen, dass nicht jedes Licht die Leiden verstärkt. Sie bestrahlten 70 Migräne-Patienten mit verschiedenfarbigem Licht. Das Ergebnis: Grünes Licht verstärke die Beschwerden nicht. In manchen Fällen linderte grünes Licht die Symptome sogar ein wenig, notieren die Forscher im Fachblatt "Brain". In Zukunft könnte man auf diesen Ergebnissen aufbauend Lichtquellen entwickeln, die bei Migräne helfen. Noch seien Lampen, die präzise das notwendige Licht ausstrahlen jedoch extrem teuer.

Quelle: Brain

Staphylococcus aureus Bestimmte Krankenhauskeime verbreiten sich über das Immunsystem im Körper

Das Bakterium Staphylococcus aureus gilt als gefährlicher Krankenhauskeim. Es besiedelt bei Menschen zumeist die Haut und macht sich dort nicht bemerkbar. Dringt es jedoch in den Körper ein, kann es lebensgefährliche Krankheiten verursachen. Wie es das schafft, haben Forscher aus den USA und Deutschland nun herausgefunden und im Fachblatt "PNAS" beschrieben. Sie konnten zeigen, dass die Bakterien, die ins Blut eindringen, sich von denen auf der Haut unterscheiden: Immunzellen des menschlichen Körpers können von den Bakterien im Blut nur schlecht zerstört werden.

So werden die Eindringlinge von Fresszellen des Immunsystems aufgenommen. Sie verbreiten sich  in den Fresszellen wie in einem Trojanischen Pferd durch den Körper und verursachen dann die schwerwiegenden Infektionen.

Quelle: PNAS

Münzenfund Taucher haben einen römischen Schatz im Mittelmeer entdeckt

Es handelt sich um die Ladung eines Handelsschiffs, das vor 1600 Jahren gesunken ist. Die Taucher haben den Schatz im antiken Hafen der Stadt Caesarea vor Israel gefunden. Er umfasst unter anderem Tausende antiker Münzen, Bronzestatuen römischer Götter und einen Wasserhahn in Form eines Wildschweins mit einem Schwan auf dem Kopf.

Laut Israels Altertumsbehörde seien die Fundstücke in einem ausgezeichneten Zustand. Es sei der größte Fund dieser Art seit dreißig Jahren.

Quelle: DPA; REUTERS

13.05.2016

Eukaryoten Wissenschaftler haben einen Einzeller ohne Mitochondrien entdeckt

Bislang galt folgende Lehrbuchmeinung: Eukaryoten, also ein- bis wenigzellige Organismen, besitzen immer Mitochondrien, die sogenannten "Kraftwerke" der Zelle. Mitochondrien versorgen Zellen mit Energie. Wie ein internationales Team von Forschern im Fachblatt Current Biology schreibt, sind sie auf einen Eukaryoten gestoßen, der keine Mitochondrien besitzt.

Die Wissenschaftler hatten das Genom eines Einzellers aus der Gattung Monocercomonas entschlüsselt und darin keine Hinweise auf Mitochondrien gefunden. Auch stießen sie nicht auf Proteine, die Mitochondrien benötigen, um zu funktionieren. Die Monocercomonas-Art lebt in einer sauerstoffarmen Umgebung, in der Nährstoffe vorhanden sind – somit ist der Einzeller nicht auf die Mitochondrien angewiesen.

Mehr Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert, ScienceNews

Diabetes Ein Streit um Blutzucker-Teststreifen landet vor Gericht

Anfang des Jahres hat das Institut für Diabetes-Technologie an der Universität Ulm, kurz IDT, eine Charge von Blutzucker-Messstreifen eines Unternehmens getestet, das Blutzucker-Messgeräte und –Teststreifen herstellt. Das Ergebnis: Die Messgenauigkeit der Teststreifen sei mangelhaft, so das IDT. Besonders im niedrigen Blutzuckerbereich lägen die Messwerte im Durchschnitt um 16 Prozent zu hoch.

Leider habe der Hersteller nicht die Konsequenz gezogen, einen Rückruf zu starten, sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die Teststreifen wurden über einen großen Discounter vertrieben. Der Hersteller hat mittlerweile dem IDT per einstweiliger Verfügung untersagt, Testergebnisse seiner Produkte zu veröffentlichen. Dagegen will das IDT nun Widerspruch einlegen.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft

Raumfahrt Vier Raumsonden sammeln Daten über die Magnetosphäre der Erde

Die US-Weltraumbehörde NASA will mit den Sonden vor allem mehr über sogenannte magnetische Stürme erfahren. Die vier Sonden haben mehrere Geräte an Bord, um das elektrische und das magnetische Feld der Magnetosphäre zu vermessen, sowie die Bewegung von Elektronen zu bestimmen, die bei magnetischen Stürmen eine wichtige Rolle spielen.

In einem Zeitraum von sechs Monaten flogen die Raumsonden 4.000 Mal durch die Magnetosphäre der Erde. Wie ein internationales Forscherteam heute in Science berichtet, bewegen sich die Elektronen recht geordnet hin und her durch die Magnetosphäre. Bislang war man davon ausgegangen, dass sie sich wild durcheinander bewegen.

Quelle: ScienceNews, Eurekalert

Nachtruhe Der Schlaf ist wichtig für unser Gedächtnis

Seit vielen Jahren vermuten Forscher, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der sogenannten REM-Schlafphase, in der wir träumen, und bestimmten Gedächtnisleistungen. Ein Nachweis war bislang nicht gelungen. Schweizer und kanadische Wissenschaftler stellen nun in Science eine neue Studie vor, die solch einen Zusammenhang aufzeigt. Mit Hilfe der Optogenetik konnten sie bestimmte Nervenzellen im Gehirn von Mäusen mit Licht fernsteuern. Die Nervenzellen befinden sich im Hippocampus, der eine zentrale Rolle für das räumliche Gedächtnis spielt.

Die Forscher trainierten die Mäuse, bis diese eine räumliche Orientierungs-Aufgabe lösen konnten. Als die Nager schliefen, unterdrückten die Wissenschaftler die Nervenzellen im Hippocampus während der REM-Phase mit Lichtpulsen. Am nächsten Tag war die räumliche Orientierung der Mäuse deutlich schwächer. Die Forscher unterdrückten dieselben Nervenzellen dann außerhalb der REM-Phase – dies hatte keinen Effekt auf das Gedächtnis.

Mehr Infos auf idw-online.de

Quelle: idw, ScienceNews

Sierra Leone Versöhnungs-Projekte nach einem Bürgerkrieg bringen Vor- und Nachteile

Zu diesem Schluss kommen US-Forscher in Science. Sie hatten Versöhnungs-Projekte im afrikanischen Sierra Leone und deren Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung untersucht. Die Projekte wurden von Nichtregierungsorganisationen durchgeführt. Nach Ansicht der Wissenschaftler können solche Maßnahmen nach einem Bürgerkrieg hlefen, den sozialen Zusammenhalt zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen wieder zu festigen.

Auf der anderen Seite können solche Projekte aber alte Wunden wieder aufreißen: die Fälle von Depressionen, Angstgefühlen und Traumata nahmen während der Durchführung zu. In Sierra Leone tobte zwischen 1991 und 2002 ein blutiger Bürgerkrieg. Mehr als 50.000 Menschen starben.

Mehr Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Infektion Erstmals ist eine sexuelle Übertragung des Zika-Virus in Deutschland bekannt geworden

Betroffen ist ein Paar, das ungeschützten Sex hatte. Der Mann hatte sich Anfang April in Puerto Rico aufgehalten und sich mit dem Zika-Virus angesteckt. Nach seiner Rückkehr hat er das Virus auf seine Partnerin übertragen, die dann ebenfalls erkrankte. Angesichts der Jahreszeit und der geografischen Lage sei es auszuschließen, dass Mücken das Virus übertragen hätten, teilte das Robert Koch-Institut in Berlin mit.

Ähnliche Fälle sind auch aus anderen europäischen Ländern bekannt. Das Zika-Virus wird in erster Linie durch den Stich infizierter Mücken übertragen. Aktuell verbreitet sich das Virus vor allem in Mittel- und Südamerika, sowie der Karibik. Es wird für Schädelfehlbildungen von Babys verantwortlich gemacht.

Quelle: Agenturen

Knutt Der Klimawandel lässt Vögel schrumpfen

Der Knutt ist ein etwa amselgroßer Zugvogel, der 5.000 Kilometer nonstop aus arktischen Gebieten nach Afrika fliegt. Im Sommer ernähren sich Knutts in der russischen Arktis vor allem von Insekten, im Winter fressen sie in Afrika hauptsächlich Muscheln.

Ein internationales Forscherteam hat Daten der letzten 30 Jahre ausgewertet und kommt im Fachmagazin Science zu dem Schluss, dass der Frühling in den russischen Verbreitungsgebieten des Knutts aufgrund des Klimawandels mittlerweile zwei Wochen früher einsetzt als noch vor 30 Jahren. Die Vögel fangen aber mit der Brut nicht früher an, somit verpassen sie die Phase der größten Insektenschwärme. Die Folge: Die Knutt-Küken bekommen weniger Futter und bleiben als ausgewachsene Vögel kleiner, auch ihr Schnabel ist kürzer. In Afrika angekommen, gelangen sie mit ihrem kurzen Schnabel nur an weniger nahrhaftes Futter – die kleineren Knutts haben eine geringere Überlebenschance als ihre größeren Artgenossen mit langem Schnabel.

Mehr Infos auf eurekalert.org

Quelle: BBCNews, Eurekalert

12.05.2016

Polar- und Meeresforschung Die "Polarstern" ist zurück im heimischen Hafen

Nach einer sechsmonatigen Expedition in die Antarktis ist das Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts nach Bremerhaven zurückgekehrt. Bei ihrer Fahrt war die "Polarstern" bis zum Filchner-Graben im Südpolarmeer unterwegs. Dort trifft sehr kaltes Eisschelfwasser auf vergleichsweise warmes Tiefseewasser.

Die Forscher untersuchten vor Ort die Meeresströmungen sowie die Artenvielfalt. Das Aufeinandertreffen der Wassermassen treibt die Ozeanzirkulation an und ist für die Belüftung der Tiefsee wichtig.

Die nächste Expedition der Polarstern ist für Juni geplant und soll in die Arktis gehen.

Quelle: DPA / AWI

Raumfahrt Der Drache ist gelandet

Dragon, ein Raumfrachter des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX, ist von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Nach seiner Landung im Pazifik wurde der unbemannte Frachter zum Entladen in den Hafen von Los Angeles gebracht. An Bord befanden sich 1.500 Kilogramm Müll und wissenschaftliche Experimente. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit.

Dragon hatte im April Versorgungsnachschub zur ISS gebracht und war danach für einen Monat an der Raumstation angedockt geblieben.

Quelle: DPA

Medizin Forscher können Zika-Infektionen an Mäusen untersuchen

Gleich zwei Forschergruppen ist es gelungen, ein Maus-Modell für das Zika-Virus zu entwickeln. Da die Tiere normalerweise nicht am Zika-Virus erkranken, mussten die Forscher ihr Immunsystem künstlich schwächen. Anschließend konnten sie bei den Mäusejungen dieselben Schädigungen sehen, die Ärzte in Südamerika bei Menschen beobachten, schreiben die Wissenschaftler in den Fachmagazinen Nature und Cell.

Außerdem halten es die Forscher für erwiesen, dass die Infektion mit der brasilianischen Linie des Zika-Virus ausreicht, um die Gehirnentwicklung von Föten im Mutterleib zu stören. Bislang wurde vermutet, dass noch weitere Faktoren hinzukommen müssen, um eine Mikrozephalie auszulösen - Umweltfaktoren oder frühere Erkrankungen mit nah verwandten Viren zum Beispiel.

Quelle: Nature/ Cell

Medizin Dicke Luft tötet jährlich mehr als drei Millionen Menschen

Das geht aus einer Studie hervor, die die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf vorgestellt hat. Dafür wurde die Luftqualität von 3000 Städten in 103 Ländern ausgewertet.

Laut der Studie sind 80 Prozent der Bewohner der erfassten Städte von Luftverschmutzung in einem Ausmaß betroffen, dass das Risiko für chronische Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte oder Lungenkrebs erhöht. Der belastende Feinstaub entsteht vor allem durch Emissionen aus Fahrzeugen, Kraftwerken oder das Verbrennen von Holz zum Heizen und Kochen.

Besonders schlecht sei die Stadtluft in den Entwicklungsländern. In Neu Delhi, Kairo und Dhaka wurden die Grenzwerte der WHO um das Fünf- bis Zehnfache überschritten. Aber auch in den Industrienationen lagen 56 Prozent der Messungen über den Grenzwerten.

Positiv vermerkt sind in dem Bericht dagegen die Bemühungen vieler wohlhabender Länder, die Luftqualität zu verbessern. Trotzdem hat die Luftverschmutzung weltweit zwischen 2008 und 2013 um acht Prozent zugenommen.

Quelle: WHO / DPA

Meeresforschung Eine Volkszählung zeigt die artenreichsten Regionen der Tiefsee

Und diese liegen, anders als in flacheren Gewässern, nicht am Äquator sondern näher an den Erdpolen. Zu diesem Ergebnis kommen australische Meeresökologen, die die globale Verteilung von Schlangensternen untersucht haben. Die meisten Arten des Seestern-Verwandten fanden sich in der Tiefsee zwischen dem 30. und 50. Breitengrad, schreiben die Forscher im Fachmagazin Nature.

Als Grund für diese Verteilung konnten die Wissenschaftler die Verfügbarkeit von Kohlenstoffverbindungen ausmachen, von denen sich die Schlangensterne ernähren. In flacheren Gewässern ist stattdessen die Wassertemperatur für die Artenvielfalt entscheidend.

In die Studie flossen Daten von 1.500 Forschungsexpeditionen ein, bei denen mehr als 2000 Schlangenstern-Arten gefunden wurden. Da diese häufig die Fauna am Meeresboden dominieren, eigenen sie sich als Indikator für die Biodiversität vor Ort.

Quelle: Nature

Medizin Bakterien auf der Kopfhaut könnten für Schuppen verantwortlich sein

Und nicht, wie oft vermutet, bestimmte Pilze. Das haben japanische Forscher herausgefunden. Ihre Studie, die im Fachblatt Scientific Reports erschienen ist, zeigt, dass das Gleichgewicht verschiedener Bakterienarten auf der Kopfhaut die Schuppenbildung beeinflusst.

Probanden, auf deren Kopf die Forscher mehr Staphylokokken und weniger Propionibakterien fanden, hatten im Durchschnitt mehr Schuppen als jene Probanden, bei denen mehr Propionibakterien vorkamen.

Entscheidend für das bakterielle Gleichgewicht könnte die Talgproduktion der Haut sein. Probanden mit geringerer Talgproduktion hatten sowohl mehr Staphylokokken als auch mehr Schuppen auf dem Kopf.

Quelle: Scientific Reports / DPA

11.05.2016

Archäologie  Die älteste Axt der Welt stammt aus Australien

Fast 50.000 Jahre alt soll ein besonders behauener Basaltsplitter sein, den Archäologen in Westaustralien gefunden haben. Seine Form legt nahe, dass der Stein an einem Schaft montiert war und somit als Handaxt oder Beil diente. Es wäre das bislang älteste nachgewiesene Werkzeug dieser Art aus der Menschheitsgeschichte.

Ähnliche Funde, auch aus Australien, wurden bisher rund 10.000 Jahre jünger datiert. Das berichten die Forscher im Fachmagazin Australian Archaeology.

Handäxte gelten als deutlich komplexere Werkzeuge als Faustkeile, die weltweit aus steinzeitlichen Fundstätten bekannt sind. Solche Faustkeile können mehrere hunderttausend Jahre alt sein.

Quelle: Australian Archaeology

Astronomie Die Nasa hat massenhaft neue Planeten ausgemacht

Bisher waren schon 2125 extrasolare Planeten bekannt. Jetzt gaben Forscher der Nasa mit einem Schlag eine Liste von 1248 weiteren Planeten bekannt, die um andere Sterne herum kreisen. Mehr als 100 davon sollen von erdähnlicher Größe sein.

In vielen Medienberichten werden die Funde, die mit dem Weltraumteleskop Kepler gelangen, als Entdeckung gefeiert. Im Grunde handelt es sich aber nicht um eine echte Neuentdeckung. Die Forscher setzten nur eine besondere statistische Methode ein, um bereits vorhandene Daten des Kepler-Teleskops genauer zu analysieren.

Bisher hatte bei vielen der von Kepler beobachteten Sternen nur der Verdacht bestanden, dass sie Planeten besitzen. Die Forscher konnten jetzt die Existenz dieser Planeten bestätigen.

In 428 Fällen kamen sie allerdings auch zu dem Schluss, dass die gefundenen Spuren nicht von Planeten stammen können.

Die Studie ist im Fachmagazin The Astrophysical Journal erschienen.

Quelle: The Astrophysical Journal

Chemie Pekings Bäume bekommen eine Hormonbehandlung

In der chinesischen Hauptstadt wachsen viele Pappeln und Weiden. Im Frühjahr haben die Menschen dort allerdings mit Massen an fluffigen Flugsamen der Bäume zu kämpfen. Um diesem Problem Herr zu werden, setzen die lokalen Behörden in diesem Jahr erstmals auf eine Hormonbehandlung.

Tausende der Pekinger Bäume sollen laut einem Bericht des Magazins Chemistry World in den nächsten Wochen eine spezielle wässrige Lösung unter die Rinde gespritzt bekommen. Das Gemisch enthält drei Pflanzenhormone, welche gezielt das Blühen verhindern und stattdessen das vegetative Wachstum fördern.

Vor rund zehn Jahren hatten chinesische Forscher gezeigt, dass sich mit dieser Technik die Weidenblüte um mehr als 90 Prozent reduzieren lässt. Jetzt kommt das Verfahren erstmals im großen Stil zu Anwendung.

Quelle: Chemistry World

Chemie Kinoluft verrät die Wirkung von Filmszenen

Bei manchen Kinofilmen liegt die Spannung nicht nur sprichwörtlich in der Luft, sie lässt sich auch ganz real darin messen. Das haben Wissenschaftler des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie herausgefunden.  

Die Forscher zogen Luftproben aus vollen Kinosälen, in denen gerade verschiedene Blockbuster vorgeführt wurden, und analysierten sie mit einem Massenspektrometer.

Dabei zeigte sich unter anderem: Während besonders spannender Filmszenen stiegen die Werte für Kohlendioxid und Isopren in der Abluft deutlich an - ein Zeichen dafür, dass die Zuschauer schneller atmeten und unter Stress standen.

Die chemischen Signale auch weiterer Stoffe seien so eindeutig, dass sich an der Luftchemie erkennen lasse, ob eine Filmszene vom Publikum als angsteinflößend, lustig oder eher langweilig empfunden werde, so die Forscher.

Insgesamt wurden 16 Filme in die Untersuchung mit einbezogen, darunter Komödien, Action-Filme und Science-Fiction-Thriller.

Quelle: MPIC

Medizin Ein einfacher Test erkennt das Zweit-Infarktrisiko

Bis zu zehn Prozent der Patienten, die einen Herzinfarkt überstanden haben, sterben innerhalb der nächsten zwei Jahre an einem weiteren Infarkt – selbst bei guter medizinischer Betreuung. Ärzte vom Münchener Klinikum rechts der Isar haben jetzt einen einfachen Test entwickelt, mit dem sich erkennen lässt, welche Patienten ein besonders hohes Risiko tragen.

Die Kardiologen untersuchten, wie die Atmung die Herzfrequenz von Infarkt-Patienten beeinflusst. Normalerweise schlägt das Herz beim Einatmen etwas schneller, beim Ausatmen langsamer. Patienten, die auch nach einem Infarkt ein solches Muster zeigten, entpuppten sich als weniger gefährdet. Variierte das Herzschlagmuster hingegen kaum noch mit der Atmung, stieg das Risiko eines weiteren Infarktes deutlich an.

Die Studie basiert auf der Langzeitanalyse des Krankheitsverlaufes von 900 Herzinfarkt-Überlebenden. Sie ist im Journal of the American College of Cardiology erschienen.

Quelle: JACC

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