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10.06.2016

Medizin Bluttest kann Auskunft über den Verlauf von Alzheimer und Parkinson geben

Deutsche und Schweizer Wissenschaftler konnten im Blut von Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson bestimmte Proteine nachweisen, mit deren Hilfe sich der Krankheitsverlauf verfolgen lässt.

Die Proteine sind sogenannte Neurofilamente, die in der Gehirnflüssigkeit und in geringerer Konzentration auch im Blut der Patienten nachgewiesen werden konnten, wie die Forscher im Fachblatt Neuron schreiben.

Um in Zukunft festzustellen, wie weit eine neurodegenerative Erkrankung fortgeschritten ist, genüge vermutlich ein Bluttest, so die Wissenschaftler. Bislang ist eine Untersuchung der Gehirnflüssigkeit nötig, die von vielen Patienten als belastend erlebt wird.

Quelle: idw, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2016.05.018

Photovoltaik Forscher können größere, aber dennoch effiziente Perowskit-Solarzellen bauen

Schweizer Wissenschaftlern ist es gelungen, die Größe von Perowskit-Solarzellen zu steigern und deren Wirkungsgrad bei etwa 20 Prozent zu halten.

Die Forscher haben den Herstellungsprozess der Solarzellen abgewandelt: Sie haben die Zellen in einem Vakuum produziert, so dass letztendlich eine gleichmäßige Kristallstruktur entstehen konnte.

Bisherige Perowskit-Solarzellen erreichen lediglich eine Fläche von etwa 0,1 Quadratzentimeter. Die neuen Zellen kommen auf eine Fläche von immerhin einem Quadratzentimeter.

Perowskit-Solarzellen können mit gängigen Silizium-Zellen zu Tandem-Zellen verbunden werden. Deren Wirkungsgrad könnte dann über 30 Prozent liegen.

Die Studie ist im Fachmagazin Science erschienen.

Quelle: Eurekalert, DOI: 10.1126/science.aaf8060

Mikrobiologie Stammzellen sind nicht immer sicher

Forscher in den USA haben 58 unterschiedliche Zelllinien von sogenannten pluripotenten Stammzellen untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass 30 Prozent davon genetisch instabil und nicht für den klinischen Einsatz geeignet sind.

Pluripotente Stammzellen werden aus Hautzellen hergestellt und können sich in alle Körperzellen verwandeln.

Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Stem Cell Reports berichten, waren manche Zelllinien mit Bakterien verunreinigt oder trugen Gene in sich, die Krebs auslösen könnten.

Die Forscher plädieren dafür, einheitliche Sicherheitsstandards für Stammzell-Therapien einzuführen.

Quelle: Eurekalert

Materialforschung Neues Material verwandelt Infrarot-Stahlen in sichtbares Licht

Forscher der Universitäten in Gießen und Marburg haben die Infrarot-Strahlung eines Lasers in sichtbares, weißes Licht umgewandelt.

Dazu schickten sie einen Laserstrahl durch eine spezielle Molekülstruktur, die aus Zinn- und Schwefel-Atomen besteht, an denen organische Gruppen hängen. Die Moleküle absorbieren die Photonen der Infrarot-Strahlung und senden dann Photonen mit Wellenlängen im sichtbaren Bereich hinaus.

Den Wissenschaftlern ist es mit Hilfe ihres neuen Materials erstmals gelungen, dass das sichtbare Licht gebündelt abstrahlt und nicht streut wie bei bisherigen Versuchen.

Das neuartige Material könnte zum Beispiel in der Mikroskopie eingesetzt werden, schreiben die Forscher im Fachmagazin Science.

Quelle: ScienceNews, idw. DOI: 10.1126/science.aaf6138

Biologie Der Haussperling ist in deutschen Gärten weit verbreitet

Bei einer Vogel-Zählaktion des Naturschutzbundes (Nabu) hat der Haussperling, oder Spatz, den ersten Platz belegt. Am zweithäufigsten entdeckten die Teilnehmer der Aktion Amseln und am dritthäufigsten Kohlmeisen.

Für Mauersegler und Mehlschwalben hingegen wird das Leben in Städten und Dörfern zunehmend schwieriger. Sie rutschten in der Rangliste weiter ab und belegen nun die Plätze 11 und 12.

Renovierte Häuser böten weniger Nistmöglichkeiten für diese beiden Vogelarten, so die Naturschützer. Auch würden Nester manchmal mutwillig entfernt.

An der Zählaktion im Mai beteiligten sich 45.000 Menschen, die insgesamt 1,1 Millionen Vögel entdeckten.

Quelle: Agenturen

Klima Der jüngste “El Niño” ist vorbei

US-Meteorologen haben das aktuelle Wetterphänomen El Niño für beendet erklärt, das in den vergangenen 15 Monaten Dürren und Hitzerekorde in vielen Teilen der Welt verursacht hat.

El Niño ist ein natürliches Wetterphänomen, das unregelmäßig auftritt. Es erwärmt Teile des Pazifiks und verändert damit das weltweite Wetter. Die Effekte der vom Menschen verursachten Erderwärmung verstärken sich dadurch.

Die Wissenschaftler sehen allerdings das Wetterphänomen La Niña entstehen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent komme es im Herbst-Winter 2016/17 zu einer La Niña. Dabei weist der Pazifik rund um den Äquator ungewöhnlich kalte Wassertemperaturen auf.

La Niña tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und wird für  Überschwemmungen, aber auch Dürren verantwortlich gemacht.

Quelle: Agenturen, CPC

Medizin Luftverschmutzung erhöht das Schlaganfall-Risiko

Ein internationales Forscherteam kommt im Fachmagazin (Login nötig) The Lancet Neurology zu dem Schluss, dass weltweit betrachtet das Schlaganfall-Risiko um etwa 29 Prozent geringer wäre, wenn die Menschen nicht der Luftverschmutzung ausgesetzt wären.

Die Wissenschaftler werteten Daten aus der Globalen Studie zur Krankheitsbelastung aus dem Jahr 2013 aus. Darin sind 188 Länder berücksichtigt.

Bei der Luftverschmutzung geht es nicht nur um den Feinstaub in Städten, sondern auch um die Luftbelastung in Gebäuden durch das Kochen mit festen Brennstoffen wie Kohle. Die Luftverschmutzung in Entwicklungsländern sei dadurch besonders hoch, so die Forscher.

Sie könne den Blutdruck und das Risiko für Thrombosen erhöhen.

Weltweit erleiden pro Jahr etwa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall.

Quelle: dpa, The Lancet Neurology

09.06.2016

Astronomie Schwarze Löcher schlingen

Das hat ein internationales Team von Astronomen beobachtet. Bisher war bekannt, dass schwarze Löcher wachsen, indem sie kontinuierlich einen schwachen Strom von warmem Gas aufnehmen. Die Astronomen beobachteten die Galaxie Abell 2597, eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt, und entdeckten dabei eher zufällig, wie sich Wolken von kaltem Gas mit Geschwindigkeiten von über einer Millionen Kilometern pro Stunde auf das zentrale schwarze Loch zubewegten. Die Daten legten nahe, dass schwarze Löcher sich auf mehr als eine Art ernährten, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature.

Quelle: Nature

Ebola Liberia ist wieder frei von Ebola

Das hat die Weltgesundheitsorganisation erklärt. Laut WHO wurde in dem westafrikanischen Land seit 42 Tagen kein neuer Fall von Ebola mehr registriert. Die Frist von 42 Tagen entspricht der doppelten Inkubationszeit des Virus. Nach Sierra Leone und Guinea gilt damit auch das letzte der drei Länder, die seit Ende 2013 von der Epidemie betroffen waren, als "ebolafrei".

In den nächsten neunzig Tagen wird die Situation in dem Land trotzdem weiter genau überwacht, um einen erneuten Ausbruch der Infektionskrankheit rechtzeitig zu erkennen. Die Gefahr einer Ansteckung durch Körperflüssigkeiten von Ebola-Überlebenden bleibe weiterhin bestehen.

Es ist das vierte Mal, dass Liberia für erklärt wird. Zuletzt geschah das Ende Mai. Anschließend hatte es drei neue Fälle gegeben.

Quelle: WHO / dpa

Medizin Sportschützen haben Blei im Blut

Darauf deuten Studien des Klinikums der Universität München hin, über die der Bayerische Rundfunk berichtet. Blutuntersuchungen bei Sportschützen hatten ergeben, dass der Bleiwert in deren Blut auffällig oft erhöht ist. Einzelne Probanden hatten bis zu 550 Mikrogramm Blei pro Liter im Körper. Als akut gesundheitsschädlich gelten laut dem Umweltbundesamt  Werte über 250 Mikrogramm pro Liter. Aber auch geringere Mengen des giftigen Schwermetalls können langfristig Schäden hervorrufen.

Ursache für die erhöhten Werte sind laut der Studien feine Bleipartikel, die beim Abschießen von bleihaltiger Munition freigesetzt und mit der Atemluft aufgenommen werden. Über die Lunge gelangten sie dann ins Blut.

Quelle: dpa /BR

Paläopathologie Der Schwarze Tod kam nur einmal nach Europa

Die Pestepidemie, die im 14 Jahrhundert in Europa wütete, wurde von einem einzelnen Stamm des Bakteriums Yersinia pestis ausgelöst. Das haben Paläopathologen vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena herausgefunden. Sie entnahmen DNA-Proben des Erregers aus Gräbern in Spanien, Deutschland und Russland, in denen Pestopfer bestattet worden waren. Anschließend konnten sie anhand der Sequenzen den Weg des Bakteriums durch Europa nachvollziehen. Von Spanien aus breitete sich der Pesterreger demnach Richtung Nordosten bis nach Russland aus. Von dort gelangte er schließlich nach China, wo er im 19. Jahrhundert einen weiteren globalen Pestausbruch auslöste.

Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cell Host & Microbe vor.

Quelle: Cell Host & Microbe

Periodensystem Nummer 113, 115, 117 und 118 bekommen neue Namen

Die Internationale Union für reine und angewandte Chemie IUPAC hat die Namensvorschläge für vier neue Elemente bekannt gegeben. Die superschweren, radioaktiven Stoffe sollen unter den Namen Nihonium, Moscovium, Tenessium und Oganesson ins Periodensystem eingetragen werden. Das Namensgebungsrecht hatten traditionell die jeweiligen Entdecker der Elemente erhalten, hier Chemiker aus Japan, Russland und den USA.

Bis zum 8. November können die vorgeschlagenen Namen von der Öffentlichkeit kommentiert werden, bevor die IUPAC ihnen endgültig zustimmt.

Quelle: IUPAC /NYT

Verhaltensbiologie Elefantenbullen schwätzen nicht

Sondern geben nur dann Laute von sich, wenn sie Informationen weitergeben wollen. Anders als bisher angenommen habe damit auch die Kommunikation von Elefantenbullen eine soziale Funktion, schreiben Zoologen aus Wien im Fachmagazin Scientific Reports. Sie hatten die Lautäußerungen von zehn südafrikanischen Elefantenbullen analysiert und darin einen Informations-Code entdeckt.

Mit ihrem typischen Grollen, auch "Rumble" genannt, teilen die Bullen den Weibchen einer Herde sowie anderen Männchen Details über ihre Größe, ihr Alter oder ihren hormonellen Status mit. Bisher galten die männlichen Tiere als wenig kommunikativ.

Die Laute eines Elefantenbullen sind dabei deutlich tiefer als die eines Weibchens. Durch ihre enorme Körpermaße und den langen Vokaltrakt, der inklusive Rüssel um die drei Meter misst, liegt die Grundschwingung der Bullen-Laute bei 8 bis 10 Hertz.

Quelle: Scientific Reports, DOI:10.1038/srep27585

08.06.2016

Krebsforschung Suchmaschine hilft bei der Krebsdiagnose

Forscher von Microsoft haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie aus typischen Suchmaschinenanfragen im Internet erkennen können, dass ein Nutzer möglicherweise an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet – selbst wenn bei ihm die Krankheit noch gar nicht diagnostiziert wurde.

Die Forscher filterten erst einmal solche Suchmaschinenanfragen heraus, die darauf schließen ließen, dass jemand eindeutig an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Anschließend analysierten sie frühere Suchanfragen der gleichen Nutzer, um darin Fragemuster zu erkennen, die schon auf Symptome der Krankheit vor der Diagnose hindeuteten. Nach Angaben der Wissenschaftler konnten sie auf Basis dieser Daten die spätere Krebsdiagnose in bis zu 15 Prozent der Fälle korrekt vorhersagen.

Solche Techniken ließen sich möglicherweise in der Krebsfrüherkennung einsetzen.

Quelle: Journal of Oncology Practice

Neurologie Fische können Gesichter unterscheiden

Das haben britische Forscher in Experimenten mit Schützenfischen festgestellt. Das Ergebnis der Studie im Fachmagazin "Scientific Reports" legt nahe, dass für eine Gesichtserkennung nicht zwangsläufig eine große Gehirnleistung nötig ist.

Die wenige Zentimeter langen Schützenfische schießen normalerweise Insekten mit einem Wasserstrahl aus der Luft, um sie zu fressen. Für ihr Experiment trainierten die Forscher die Fische mit einer Futterbelohnung zunächst darauf, auf ein bestimmtes Bild von einem Gesicht zu spucken. Anschließend zeigten sie den Fischen parallel auch noch andere Gesichter. Die Fische zielten aber fast immer auf das bekannte Bild.

Quelle: Science Reports

Botanik Forscher entdecken riesigen Urwaldbaum

Der Gigant steht in einem Waldschutzreservat auf der Insel Borneo und misst 89,5 Meter. Das ist die größte bisher bekannte Höhe eines Urwaldriesen. Es handelt sich um einen gelben Merantibaum.

Nach Angaben der britischen Universität Cambridge sei es nicht leicht gewesen, den Baum zu vermessen. Ein professioneller Kletterer stieg dafür mit einem Maßband bis in die Krone.

Da der Meranti an einem Hang steht, gab es verschiedene Messwerte. Talseitig waren es 91, hangseitig 88 Meter. Die Forscher entschieden sich dann für den Mittelwert.

Der größte Baum der Welt ist ein Küstenmammutbaum in den USA. Er misst 115 Meter vom Boden bis zur Spitze.

Bei Tropenbäumen sind offenbar rund 90 Meter Höhe die Obergrenze. Warum das so ist, ist noch unklar.

Quelle: Agenturen

ADHS In Deutschland gibt es mehr Zappelphilippe

Zumindest die Zahl der Diagnosen des auch als ADHS bekannten, sogenannten Zappelphilipp-Syndroms ist zwischen 2011 und 2014 deutlich gestiegen. Das geht aus einem noch unveröffentlichen Report der Krankenkasse Barmer hervor, über den die Süddeutsche Zeitung heute berichtet.

Den stärksten Anstieg gemeldeter Fälle gab es bei älteren Jugendlichen. Dort nahm die Zahl der Diagnosen um 21 Prozent zu.

Insgesamt liegt die Zahl der Deutschen mit einer ADHS-Diagnose laut Hochrechnungen der Kasse bei rund 808.000, also einem Prozent der Bevölkerung.

Unter Medizinern gibt es immer wieder Streit über die Bewertung von ADHS. Kritiker äußern den Verdacht, dass es sich um eine Modeerscheinung handelt, die viele Kinder ungerechtfertigterweise zu Kranken stempelt.

Für die Studie wurden Daten von mehr als acht Millionen Versicherten ausgewertet.

Quelle: Agenturen

Genetik Zwitter-Echsen sind dominant

Bart-Agame sind echsenartige Tiere in Australien mit einer ungewöhnlichen Eigenschaft. Männchen können zu Weibchen werden, wenn sie noch im Ei während der Brutzeit besonders hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

Forscher der Universität Sydney haben jetzt in Versuchen festgestellt, dass diese Zwitter-Weibchen mit einem männlichen Chromosomensatz besonders durchsetzungsstark sind.
Sie legen nicht nur mehr Eier als normale Weibchen, sondern verhalten sich auch aggressiver.

Somit könnten sie die echten Weibchen der Bart-Agame sogar soweit verdrängen, dass in den Populationen die weiblichen Sex-Chromosomen komplett ausgelöscht würden.

Dann würde das Geschlecht der Tiere allein noch von der Bruttemperatur bestimmt.

Ob so etwas auch schon in der freien Natur vorkommt, ist bisher nicht bekannt.

Die Studie ist in den "Proceedings of the Royal Society B" erschienen.

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

Verdauung Kupfer spielt eine Schlüsselrolle bei der Fettverbrennung

Das haben US-Forscher in Versuchen mit genetisch veränderten Mäusen herausgefunden.

Durch den Defekt in den Erbanlagen reicherte sich das Kupfer in der Leber der Mäuse an.

In den übrigen Zellen mangelte es jedoch an dem Metall. Das führte dazu, dass diese Mäuse deutlich mehr weißes Fett ansetzten als Artgenossen ohne den Gendefekt. In der Leber hingegen lagen die Fettwerte auffallend niedrig.

Im Körper gibt es ein bestimmtes Enzym, das den Fettabbau hemmt. Kupfer blockiert dieses Enzym, sodass die Fettverbrennung angekurbelt wird. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Chemical Biology".

Von der Idee, Kupfer-Präparate einzunehmen, um Fett loszuwerden, raten sie allerdings ab. Denn eine Überversorgung mit Kupfer könnte sich auch schädlich auswirken.

Quelle: Eurekalert, Nature Chemical Biology DOI: 10.1038/nchembio.2098

07.06.2016

Marshall-Inseln Radioaktive Gamma-Strahlung gemessen

Forscher der Columbia-University haben die radioaktive Gamma-Strahlung auf den Marshall-Inseln gemessen. Auf der Inselgruppe im Pazifischen Ozean hatten die USA bis in die 1960er-Jahre hinein Atombombentests durchgeführt. Sechs Inseln hatten die Wissenschaftler untersucht. Auf fünf davon lagen die Strahlungswerte unterhalb von Vergleichsmessungen im New Yorker Central Park. Nur auf dem Bikini-Atoll wiesen die Forscher deutlich höhere Wert nach. Die gemessene Äquivalent-Dosis war doppelt so hoch wie der Grenzwert, der eine menschliche Besiedlung erlauben würde. Aber auch auf die anderen Inseln dürfen Menschen nach Angaben der Forscher erst dann zurückkehren, wenn andere Kontaminationswege ausgeschlossen sind, zum Beispiel über die Nahrung. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin "PNAS". [reu]

 

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1605535113

Medizin Leberkrebs kündigt sich im Blut an

Ein einfacher Bluttest könnte dabei helfen, das Krebsrisiko von Hepatitis-B-Patienten zu bestimmen. Das berichten Forscher aus den USA und China im Fachmagazin "Oncotarget". Für ihren Test untersuchen die Wissenschaftler sogenannte Mikro-RNA. Das sind kurze Molekülschnipsel, die der Erbsubstanz DNA ähneln und die Gen-Aktivität steuern. 15 verschiedene dieser RNA-Moleküle im Blut liefern einen Hinweis darauf, ob ein Hepatitis-B-Patient ein Leberzellkarzinom entwickelt – und zwar noch   bevor der Krebs ausbricht. Den Zusammenhang hatten die Mediziner nachweisen können an einer Kohorte von rund 370 Patienten, die sie über Jahre hinweg begleitet hatten. Sie planen nun, nach weiteren RNA-Schnipseln zu suchen, welche die Präzision des Tests erhöhen. [reu]

 

Quelle: Oncotarget - DOI: 10.18632/oncotarget.9429

Verhalten von Zitteraalen Alexander von Humboldt hatte Recht

Unter bestimmten Bedingungen schnellen Zitteraale aus dem Wasser empor und attackieren ihre Opfer mit Stromstößen. Vermutlich setzen sie sich so gegen Angreifer zur Wehr, wenn in der Trockenzeit ihr Lebensraum auf kleine Tümpel zusammen schrumpft. Das berichten Forscher der Vanderbilt-Universität im Fachmagazin "PNAS". Der Naturforscher Alexander von Humboldt hatte dieses Verhalten bereits vor 200 Jahren beschrieben. Sein Bericht war jedoch häufig angezweifelt worden. Nun aber konnten die US-Forscher Zitteraale im Labor dazu provozieren, eine Krokodil-Attrappe anzugreifen. Das Herausschnellen aus dem Wasser diene dazu, die Wirkung der Stromschläge zu maximieren. [reu]

 

Quelle: PNAS - DOI: 10.1073/pnas.1604009113

Chemie Ein chemisches Element geht baden

Wissenschaftler der Universität Würzburg haben die ersten löslichen und stabilen Verbindungen eines Erdalkalimetalls in seiner elementaren Form hergestellt. Im Fachmagazin "Nature Chemistry" berichten sie, dass sie das Element Beryllium durch zwei Hilfsmoleküle stabilisieren konnten. Beryllium gehört zu den s-Block-Metallen, die normalerweise hoch reaktiv sind. Die Forscher glauben, dass sich das lösliche Element als neuartiger Katalysator nutzen lässt. Weil Beryllium allerdings sehr giftig ist, hoffen die Chemiker nun, dass sie die Herstellungsmethode auf andere Metalle aus dem s-Block übertragen können. Dafür kommen Calcium und Magnesium in Frage. Sie könnten teure Katalysatoren auf Basis von Platin und Palladium ersetzen. [reu]

 

Quelle: Nature Chemistry - DOI: 10.1038/nchem.2542

Zoologie Rehe besitzen inneren Kompass

Auch Säugetiere können das Magnetfeld der Erde wahrnehmen. Davon sind Forscher eines internationalen Teams überzeugt, die das Verhalten von Rehen studiert haben. Beim Grasen ordnen sich die Tiere so an, dass ihre Körperachse in Nord-Süd-Richtung weist. Werden die Rehe aufgeschreckt, dann flüchten sie von der Störquelle weg – allerdings nicht in genau entgegengesetzter Richtung. Vielmehr halten sie einen Kurs nach Norden oder Süden, und zwar unabhängig von der Windrichtung und dem Stand der Sonne. Die Forscher glauben, dass diese Verhalten den Tieren hilft, ihre Flucht zu synchronisieren, so dass sie nicht miteinander zusammenstoßen. Erschienen ist die Studie im Fachmagazin "Behavioral Ecology and Sociobiology". [reu]

 

Quelle: Behavioral Ecology and Socio-biology - DOI 10.1007/s00265-016-2142-y

06.06.2016

Geowissenschaften Unter Neuseeland entsteht eine neue Magma-Kammer

Das vermuten Geowissenschaftler in "Science Advances". Die aufsteigende Gesteinsschmelze sammelt sich der Studie zufolge unterhalb der Bay of Plenty, einem Küstenstreifen der neuseeländischen Nordinsel. Vulkanausbrüche gab es dort seit mehreren Jahrhunderten nicht. Das Magma könnte nun seismische Unruhe bringen, wenn es in die kontinentale Erdkruste eindringt.

Der Studie liegen GPS-Daten und Radar-Aufnahmen des Satelliten "Envisat" der Europäischen Weltraumorganisation ESA zugrunde, die zwischen 2004 und 2011 entstanden. Die Daten zeigen eine Anhebung der Erdoberfläche im Küstenbereich. Als Ursache nehmen die Forscher eine wachsende Magma-Kammer in knapp 10 Kilometer Tiefe an. Welche Folgen die Magma-Ansammlung für Neuseeland letztendlich haben wird, ist aber noch unklar, notieren sie.

Quelle: Science Advances

Barsch Forscher wollen Fischfarmen umweltverträglicher machen

Der Nil-Tilapia gehört zur Familie der Buntbarsche. Die Tiere werden in großer Zahl in Aquakulturen gehalten und dabei mit Öl aus kleinen Wildfischen gefüttert. Um die frei lebenden Bestände zu schützen, haben Forscher des Dartmouth College nun eine alternative Nahrung für die Speisefische ermittelt: Mikroskopisch kleine Meeresalgen.

In einer Experiment-Reihe fütterten die Wissenschaftler junge Buntbarsche mit unterschiedlichen Mischungen aus  Fisch-Öl und getrockneten Algen der Gattung Schizo-Chytrium. Das Ergebnis: Wurden die Tiere ausschließlich mit den einzelligen Algen ernährt, legten sie stärker an Gewicht zu. Zudem war ihr Fleisch besonders reich an Omega-3-Fettsäuren, die als gesundheitsfördernd gelten. Ähnliche Experimente führen die Dartmouth-Forscher derzeit mit Regenbogen-Forellen durch. In der Vergangenheit haben Wissenschaftler bereits erfolgreich damit experimentiert, Fisch-Öl im Futter durch Pflanzen-Öl zu ersetzen. Allerdings nimmt dadurch die Qualität des Fisch-Fleisches ab.

Quelle: PLOS One

Terahertz-Imaging Physiker machen Unsichtbares sichtbar

 

Und zwar mit Hilfe von Terahertz-Imaging. Das Verfahren beruht auf elektromagnetischen Wellen zwischen Infrarotstrahlung und Mikrowellen. Auf ein Objekt gerichtet, wird die Strahlung in spezifischer Weise reflektiert oder durchgelassen. Aus den Messwerten lassen sich dann Bilder erzeugen – von Dingen, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Britische Physiker stellen in "Science Advances" nun ein verfeinertes Verfahren vor, bei der die Terahertz-Pulse räumlich stark konzentriert werden. So können auch Objekte, die kleiner sind als die Wellenlänge der Beobachtungsstrahlung, in hoher Auflösung abgebildet werden.

Dadurch könnte Terahertz-Imaging künftig auch biomedizinisch eingesetzt werden, etwa um Bakterien abzubilden. Als berührungsloses Messverfahren wurde die Methode in der Vergangenheit bereits genutzt, um Wände von Raumfähren auf Schwachstellen zu prüfen oder die Struktur und Zusammensetzung von Gemälden zu untersuchen.

Quelle: Science Advances

Naturschutz Umwelt-Kriminalität steigt auf Rekordhoch

Das geht aus einem Bericht hervor, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP und INTERPOL am Wochenende vorgelegt haben. Die Organisationen beziffern den Wert von Umweltverbrechen auf bis zu rund 230 Milliarden Euro jährlich. 2014 reichten die Schätzungen bis etwa 190 Milliarden Euro. Umwelt-Verbrechen umfassen unter anderem die illegale Abholzung von Wäldern, Betrug im Emissionshandel, die unrechtmäßige Entsorgung von Müll und den Schwarzhandel mit Wildtieren und Elfenbein.

Die Rate, mit der etwa Elefanten und Nashörner gewildert werden, hat im vergangenen Jahrzehnt jedes Jahr um 25 Prozent zugenommen. In diesem Zeitraum wurden schätzungsweise ein Viertel aller Elefanten weltweit getötet. Ursachen für die florierende Umwelt-Kriminalität seien vor allem schwache Gesetze und unterfinanzierte Sicherheitskräfte, kritisiert der Bericht.

Quelle: UNEP / DPA

Hörschäden Bereits viele Jugendliche leiden unter Tinnitus

So das Ergebnis einer Studie im Fachmagazin "Scientific Reports". Demnach hören mehr als ein Viertel der untersuchten Jugendlichen bereits ein permanentes Brummen oder Klingeln in den Ohren. Ursache könnte die Belastung durch laute Geräusche im Alltag sein. Für die Studie befragten die Forscher 170 brasilianische Schüler, wie oft sie Partys und Konzerte besuchen und wie oft und laut sie Musik hören. Dann folgten akustische Tests in einer schalldichten Kabine.

Fast alle Jugendlichen berichteten von lauten, potenziell schädlichen Hörgewohnheiten. Knapp 29 Prozent litten bereits unter Tinnitus. Sie hörten zwar genauso gut wie ihre Altersgenossen, reagierten aber empfindlicher auf laute Geräusche. Die Forscher vermuten, dass den Problemen dauerhafte Schäden der Nervenzellen zu Grunde liegen. Mit zunehmendem Alter könnten diese zu ernsthaften Hörproblemen führen, warnen sie.

Quelle: Scientific Reports

Virus Die WHO prüft das Zika-Risiko für Olympia

Entgegen früherer Aussagen will die Weltgesundheitsorganisation nun doch untersuchen, ob die Sommerspiele in Rio de Janeiro aus Sicherheitsgründen verlegt werden sollten. Eine Empfehlung von dafür entsandten Wissenschaftlern soll noch im Juni vorliegen. Die Entscheidung liege aber beim Organisations-Komitee und der brasilianischen Regierung.

Ende Mai hatten 150 Gesundheitsexperten in einem offenen Brief an die WHO dafür plädiert, die Spiele räumlich oder zeitlich zu verschieben: Durch das Ereignis könne das in Brasilien grassierende Zika-Virus weltweit verbreitet werden. Zunächst lehnte die WHO ab. Die Kehrtwende begründet die Organisation nun mit dem "derzeitigen Grad der internationalen Besorgnis". Das Zika-Virus kann unter anderem schwere Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen.

Quelle: WHO / Agenturen

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