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28.06.2016

Materialforschung Eine Beschichtung könnte dabei helfen, Shampoo-Flaschen komplett zu leeren

Sie besteht aus mikroskopischen, Ypsilon-förmigen Strukturen, die Seife über kleine, luftgefüllte Taschen gleiten lassen. Auf der Innenseite einer Shampoo-Flasche aufgebracht, sorgen diese Strukturen dafür, dass die Flasche problemlos komplett geleert werden kann. Für Ketchup gibt es bereits ähnliche Techniken. Bei Shampoo und Seife ist die Herausforderung jedoch eine andere, weil die darin enthaltenen Stoffe stärker dazu neigen, an der Plastikoberfläche zu haften.

Die Wissenschaftler haben ihre Erfindung in den "Philosophical Transactions of the Royal Society A" beschrieben. Sie ist kompatibel mit einem gängigen Kunststoff, aus dem sich Shampoo-Flaschen herstellen lassen. Außerdem könnte sie auch dazu genutzt werden, einfach zu reinigendes medizinisches Gerät wie Katheter herzustellen. [hell]

 

Planetologie Der Mars könnte der Erde einst recht ähnlich gewesen sein

Das legt zumindest eine Beobachtung nahe, die einem internationalen Forscherteam mithilfe des Mars-Rovers Curiosity gelungen ist. Die Wissenschaftler haben Manganoxid im Marsgestein gefunden. Dieses Mineral forme sich im Grunde nur unter sauerstoff- und wasserreichen Bedingungen, notieren die Forscher in den "Geophysical Research Letters". Das sei ein Hinweis darauf, dass es auf dem Mars einst mehr Sauerstoff in der Atmosphäre gegeben habe – und Grundwasser unter der Oberfläche des Planeten vorhanden war. [hell]

 

Umwelt Wissenschaftler entdecken unterschätzte Feinstaub-Quelle in China

China hat in seinen dicht besiedelten Regionen ein Problem mit Luftverschmutzung. Bisher hat die Regierung vor allem beim Verkehr und der Industrie angesetzt, um Schadstoffemissionen zu senken und so die Luftqualität zu verbessern. Forscher aus den USA und China zeigen nun, dass dabei wichtige Luftverschmutzer übersehen werden: Die ineffizienten Holz- und Kohleöfen, mit denen Menschen kochen und ihre Wohnungen heizen. Mit Computersimulationen konnten sie zeigen: Im Großraum Peking waren die privaten Öfen im Winter 2010 für 22 Prozent des Feinstaubes verantwortlich. Die Forscher resümieren im Magazin "PNAS", dass die privaten Öfen eine unterschätzte Quelle für Luftverschmutzung in China und anderen Schwellenländern seien. [hell]

Quelle: PNAS

Zoologie Rotfeuerfische machen sich im Mittelmeer breit

Normalerweise sind diese auffälligen Tiere im Roten Meer und im Indischen Ozean zu Hause. Doch innerhalb eines Jahres haben sie die Südküste Zyperns besiedelt, berichten Forscher aus Großbritannien und Zypern in den "Marine Biodiversity Records". Ihre Informationen stammen unter anderem von Tauchern und Fischern. Wahrscheinlich fühlen sich die Rotfeuerfische wegen der steigenden Temperaturen nun auch im Mittelmeer wohl.

Dort könnten sie zu einem Problem werden: Die 35 Zentimeter großen Tiere ernähren sich von anderen Fischen und Krustentieren, vermehren sich besonders schnell und können so die Artenvielfalt gefährden. Die giftigen Flossenstrahlen der Feuerfische schrecken Angreifer ab und können für Menschen gefährlich sein. [hell]

 
 
 
 

Technologie Stuttgarter Forscher drucken winzige optische Linsen

Sie sind so klein, dass ein System aus drei Linsen nur 0,1 Millimeter misst. Die Wissenschaftler beschreiben im Fachblatt "Nature Photonics", wie sie es geschafft haben, ein solches System auf das Ende einer Glasfaser zu drucken. Das Ergebnis ist ein Endoskop, das vom Durchmesser her in eine Injektionsnadel passt. Als Endoskop bezeichnet man eine biegbare Kamera, die etwa bei minimal-invasiven Eingriffen einen Blick in den Körper erlaubt. Auch gelang es den Forschern, die Linsen direkt auf einen digitalen Foto-Chip zu drucken. Auf diese Weise könnte man in Zukunft winzige Kameras für Drohnen oder Smartphones bauen. Die Wissenschaftler stellten ihre Linsen mit der sogenannten Femtosekundenlaser-Lithografie her. Dabei härten ultrakurze Laser-Pulse die Linsen Schicht-für-Schicht in einem Fotolack aus. [hell]


 
 
 
 

Quelle: Nature

Archäologie Forscher finden acht römische Goldmünzen

Der Fund gelang in der Region Kalkriese nahe Osnabrück. Die Münzen sind in einem guten Zustand, es handelt sich um den Typ "Gaius/Lucius". Auf der Vorderseite zeigen sie den Kopf von Kaiser Augustus, auf der Rückseite die Prinzen Gaius und Lucius Caesar. Sie wurden in der Zeit zwischen zwei vor und fünf nach Christus geprägt. Zu dieser Zeit stellten die Münzen einen großen Wert dar, eine reichte in etwa aus, um in Rom eine Familie einen Monat lang zu ernähren. Solche Münzen gelangten in der Antike nur in Ausnahmefällen – etwa in Folge von Natur- oder Brandkatastrophen – in den Boden. Entsprechend selten sind die Funde goldener Münzen aus der Zeit der Römer. [hell]

 
 
 
 

27.06.2016

Botanik Moore werden immer mehr zur Brandgefahr

Intakte Moore sind ständig mit Wasser gesättigt, wodurch sich abgestorbene Pflanzenreste als Torf ablagern. Klimaerwärmung und Entwässerung durch den Menschen führen allerdings dazu, dass Moore zunehmend austrocknen. Dadurch steigt die Gefahr von Schwelbränden im Torf, die tonnenweise Kohlendioxid freisetzen und gesundheitsschädlichen Rauch bilden. Darauf weisen Modelle von Geowissenschaftlern in den "Scientific Reports" hin.  Die Forscher hatten den Einfluss von Bewirtschaftung und Klimawandel auf den Wasserstand in Mooren und das damit verbundene Brandrisiko berechnet. Entwässerte Moore in Kanada und Nordeuropa könnten unter derzeitigen Bedingungen verheerende Tiefenbrände erfahren, notieren sie. Der Klimawandel werde die Situation weiter zuspitzen. In Zukunft sollten Moore wieder vernässt werden, um dem Problem zu begegnen, schreiben die Studienautoren. [lp]

Quelle: Scientific Reports

Raumfahrt China hat Trägerrakete testweise ins All geschickt

Die zweistufige Rakete "Langer Marsch 7" kann mehr als 13 Tonnen transportieren und soll in der Zukunft eine zentrale Rolle für Chinas Satelliten-Programm spielen. Mit dem Start der Rakete wurde am Samstag auch der vierte Weltraumbahnhof Chinas eingeweiht. Er liegt in Wenchang, einer Stadt in der südchinesischen Provinz Hainan. Am Sonntag landete die Rückkehrkapsel der Trägerrakete chinesischen Angaben zufolge erfolgreich in der Wüste Gobi. [lp]

 

Materialforschung Künstliches Material verhält sich wie lebende Mimose

Mimosen klappen ihre Blätter als Reaktion auf äußere Reize wie Berührung oder Kälte ein. In "Science Advances" stellen Forscher jetzt ein weiches Kunststoff-Material vor, das sich in ähnlicher Weise selbstständig, spontan und reversibel zusammenfaltet. Das Material setzt sich aus unterschiedlichen Schichten zusammen. Jede Schicht besteht dabei aus einem Netzwerk von Nanofasern des Kunststoffs Polycaprolacton. Die Basis bildet eine Schicht Polyvinylchlorid. Bei Kontakt mit einem Wassertropfen faltet sich das Material auf einer Länge von mehreren Zentimetern strohhalmartig zusammen. Die neue Technologie könnte künftig bei tragbaren Sensoren oder künstlicher Muskulatur Anwendung finden, schreiben die Forscher. [lp]

Quelle: Science Advances 10.1126/sciadv.1600417

Zoologie Bereits urzeitliche Insekten waren meisterhaft im Tarnen

Eine Reihe von Spinnen und Insekten trägt Fremdkörper wie Sandkörner, Blattstückchen oder Häutungsreste auf dem Rücken herum. So machen sie es Fressfeinden schwerer, sie zu erkennen, oder schleichen sich an Beute an. In "Science Advances" berichten Biologen nun von Fossilfunden, die zeigen, dass Insekten sich bereits in der Kreidezeit auf diese Weise tarnten. Die Wissenschaftler aus China, Europa und den USA untersuchten Hunderttausende fossile, in Bernstein eingeschlossene Insekten aus Myanmar, Frankreich und dem Libanon. 35 davon trugen Tarn-Material, darunter Vertreter ganz unterschiedlicher Familien, etwa Florfliegen-Larven, Ameisenjungfern und Raubwanzen.

Das Verhalten ist komplex und erfordert das Sammeln passender Camouflage-Utensilien. Die ersten Insekten nutzten diese Form der Camouflage bereits vor mehr als 100 Millionen Jahren, schreiben die Paläo-Biologen.[lp]

Quelle: Science Advances

Biologie Schuppen, Federn und Haare haben einen gemeinsamen Ursprung

Darüber hatten Wissenschaftler jahrzehntelang debattiert, weil klare Indizien fehlten: Zum einen fehlen fossile Übergangsformen der Hautanhangsgebilde. Außerdem schienen Schuppen anders zu entstehen als Federn und Haare: Bei Reptilien-Embryonen wurden bislang keine charakteristischen Verdickungen der äußeren Hautschicht beobachtet, wie sie bei Vögeln und Säugetieren auftreten. Genau diese Gewebe-Strukturen haben Biologen jetzt aber bei Reptilien gefunden. Ihr Fazit: Alle drei Hautgebilde gehen auf die Schuppen eines Ur-Reptils zurück.

Mit molekularbiologischen Methoden untersuchten die Forscher Embryonen von Schlangen, Krokodilen und Echsen. An Leguan-artigen Bartagamen ließ sich dabei besonders gut nachweisen, dass Reptilienschuppen ebenso wie Federn und Haare aus verdickten Bereichen im Deckgewebe entstehen. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler zeigen, dass ein Gen namens EDA nicht nur die Entwicklung von Haaren bei Säugetieren, sondern auch die von Schuppen bei Kriechtieren steuert. Die Studie ist im Fachmagazin "Science Advances" erschienen. [lp]

Quelle: Science Advances

Medizin Forscher wollen Knorpel mithilfe von Bio-Tinte drucken

Die Tinte besteht aus feinen Strängen lebender Knorpel-Zellen ohne künstliches Trägermaterial. Die Forscher hoffen mithilfe der Methode irgendwann passgenaue und nebenwirkungsarme Knorpel-Implantate für Menschen herstellen zu können, schreiben sie im Fachmagazin "Scientific Reports". Sie injizierten lebende Knorpelzellen von Kühen in winzige Röhrchen aus Alginat und ließen sie darin zusammenwachsen. Nach etwa einer Woche konnten sie feine Stränge aus den Röhrchen entnehmen und im 3D-Drucker in beliebiger Form übereinander auftragen. Anschließend wuchsen die Stränge in einem Nährmedium zu einem Gewebestück zusammen.

Bei bisherigen Versuchen, Knorpelgewebe herzustellen, wurden lebende Zellen in eine Art Baugerüst aus Hydrogel eingelagert. Darin könnten die Zellen nicht natürlich wachsen, kritisieren die Wissenschaftler. Außerdem könne das Hydrogel schädliche Abbauprodukte absondern. [lp]

Quelle: Scientific Reports

24.06.2016

Impfstoff  Forscher planen Doppelschlag gegen Dengue und Zika

Zika- und Dengue-Viren sind nah miteinander verwandt. Das könnte die Entwicklung eines Impfstoffes ermöglichen, der gegen beide Viren gleichzeitig wirkt. Das berichten Forscher vom Institut Pasteur im Fachmagazin Nature. Sie fanden Antikörper, die Strukturen angreifen, die auf allen Typen des Dengue-Virus und auch des Zika-Virus vorhanden sind.

Eine zweite Studie britischer Forscher in Nature Immunology zeigt allerdings auch, dass diese Lösung nicht ganz unproblematisch ist. Es gibt Antikörper gegen das Dengue-Virus, die auch an Zika binden, dabei aber unerwünschte Effekte hervorrufen. Sie schalten die Zika-Viren nicht aus, sondern steigern deren Infektionsfähigkeit.

Erkenntnisse wie diese dürften dafür sorgen, dass noch Jahre vergehen, ehe wirklich ein Zika-Impfstoff zur Verfügung steht.

Quelle: Nature / Nature Immunology

Konflikt  Autonome Autos steuern in ein moralisches Dilemma

Auch die selbstfahrenden Autos der Zukunft können in Unfälle verwickelt werden. Manche Crash-Szenarios stellen die Steuerungssoftware vor schwierige ethische Entscheidungen: Wenn zum Beispiel ein Fußgänger plötzlich die Fahrbahn betritt, sollte der Wagen dann ausweichen, auch wenn das Manöver die Insassen viel stärker gefährden würde?

Eine Studie von US-Forschern im Fachmagazin Science zeigt, dass dieser moralische Konflikt die Akzeptanz, aber auch die Verkäufe von autonomen Autos beeinflussen könnte. In Umfragen sprachen sich die meisten Menschen dafür aus, dass Roboterautos eher die Außenwelt schützen sollten. Doch viele der Befragten gaben zugleich an, ungern in ein Auto steigen zu wollen, bei dem nicht das Wohlergehen der Passagiere an erster Stelle stünde.

Nach Ansicht der Forscher könnte dieses ethische Dilemma zum größten Konfliktfeld bei der Einführung autonomer Fahrzeuge werden.

Quelle: Science

Nachweisverfahren Gene verraten Tuberkuloseerreger

Mykobakterien können Lungeninfektionen oder Tuberkulose auslösen. Ihr Nachweis ist  bisher allerdings zeitaufwendig. Aus Patientenproben müssen Bakterienkulturen herangezogen werden. Da Mykobakterien nur sehr langsam wachsen, kann das mehrere Wochen dauern.

Forscher der Universität Zürich haben jetzt ein ebenbürtiges, aber schnelleres, molekularbiologisches Nachweisverfahren entwickelt. Es basiert auf genetischen Analysen der gefundenen Mykobakterien und liefert bereits in ein bis zwei Tagen Ergebnisse.

Mit zusätzlichen molekularen Untersuchungen lässt sich sogar ermitteln, welche Antibiotikatherapie bei dem gefundenen Bakterienstamm am besten eingesetzt werden sollte.

Die Studie ist im Fachmagazin EBioMedicine erschienen.

Quelle: EBioMedicin

Abstimmung EU-Staaten sind im Glyphosat-Streit weiter uneins

Die EU-Staaten haben sich bereits zum vierten Mal bei einer Abstimmung nicht darüber einigen können, ob das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat eine weitere Zulassung erhalten soll.

Heute tagte hierzu in Brüssel ein Vermittlungsausschuss. Es ging um den Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung erst einmal nur um 18 Monate zu verlängern. Doch es fand sich  nicht die nötige Mehrheit. Deutschland enthielt sich bei der Abstimmung.

Damit ist nun die EU-Kommission am Zug. Es wird erwartet, dass die Brüsseler Behörde bei ihrer für Montag geplanten nächsten Sitzung die Zulassung selbst verlängern wird.

Die bestehende Zulassung von Glyphosat in der EU läuft am 30. Juni aus. Gäbe es bis dahin keine Entscheidung, könnten die Glyphosat-Hersteller gegen die EU klagen.

Quelle: Agenturen

Gesetzesänderung  Die Zuständigkeiten in Sachen Atommüll werden neu geordnet

Der Betrieb und die Aufsicht der Atommüll-Lagerung in Deutschland werden künftig klar voneinander getrennt werden. Der Bundestag hat eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen.

Demnach wird das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in Zukunft zur zentralen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde – und zwar für alle Endlager und Zwischenlager von Atommüll sowie für Atommüll-Transporte.

Daneben sieht die Gesetzesnovelle die Gründung einer bundeseigenen privatrechtlichen Gesellschaft mit der Rechtsform einer GmbH vor. Sie soll allein für den Betrieb von Atommüll-Endlagern zuständig sein.

Bisher sind Teile beider Aufgabenbereiche beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) angesiedelt. Dessen zugehöriges Personal soll teilweise zum BfE sowie der neuen Endlagergesellschaft wechseln.

Quelle: Agenturen

23.06.2016

Biologie Krebs kann bei Muscheln Artgrenzen überspringen

Das haben amerikanische Virologen herausgefunden. Sie konnten zeigen, dass eine leukämieartige Erkrankung bei Muscheln nicht nur zwischen Individuen innerhalb einer Art weitergegeben werden, sondern auch von einer Muschelart auf eine andere übergehen kann. In Goldenen Teppichmuscheln fanden die Forscher Krebszellen, die ursprünglich von einer nahen Verwandten, der Getupften Teppichmuschel stammten. Die Ansteckung zwischen den Tieren erfolgt durch einzelne freie Krebszellen, die vom Wasser transportiert werden, vermuten die Forscher. Die Studie ist im Fachjournal "Nature" erschienen. [mas]

 

Quelle: Nature doi: 10.1038/nature18599         

Ernährung Reis kommt schon seit 9.000 Jahren auf den Teller

Kanadische Archäologen haben bei Ausgrabungen in China Reste von Reispflanzen gefunden, die zeigen, dass Bauern dort das Getreide schon vor mehr als 9.000 Jahren angebaut haben. Die Pflanzen wiesen an Blättern, Stängel und Kornhülsen Anzeichen dafür auf, dass sie bereits durch gezielte Züchtung den Bedürfnissen des Menschen angepasst worden waren. Damit sei die Reispflanze mindestens 1.000 Jahre früher kultiviert worden als bisher gedacht, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Scientific Reports".[mas]

Quelle: Scientific Reports                

Zoologie Grönlandwale bleiben klein, damit ihr Kopf groß genug wird

Grönlandwale ernähren sich von Plankton, das sie mit Barten im Maul aus dem Wasser filtern. Um ausreichend Nahrung sammeln zu können, müssen Kopf und Kiefer entsprechend groß sein. Deshalb stellen Jungtiere eine Zeit lang ihr Längenwachstum ein, um das Wachstum von Kopf und Barten zu fördern. Kanadische Biologen haben jetzt gezeigt, dass die Tiere dabei sogar Knochenmaterial umlagern, das sie im ersten Lebensjahr an anderer Stelle gebildet haben. So nahm die Masse der Rippenknochen von jungen Walen in den folgenden vier Jahren um bis zu 40 Prozent ab, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "PLOS ONE". Erst mit etwa fünf Jahren wachsen die Tiere dann auch weiter in die Länge. [mas]

Quelle: PLOS ONE  - doi:10.1371/journal.pone.0156753       

Medizin Zika-Virus erhöht geschätzte Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen in Latein-Amerika

Das geht aus einer Studie amerikanischer Wissenschaftler hervor, die im "New England Journal of Medicine" erschienen ist. In Brasilien, Ecuador und Venezuela habe sich der Bedarf an Abtreibungen verdoppelt, seit die jeweiligen Regierungen offizielle Gesundheitswarnungen wegen der Gefahr von Fehlbildungen bei Ungeborenen ausgegeben hatten. Da Abtreibungen in diesen Ländern weitgehend illegal sind, hatten die Schwangeren sich an eine Organisation gewandt, die über das Internet Hilfe anbietet. Die tatsächliche Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in diesen Ländern könnte noch weitaus höher liegen, vermuten die Forscher. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass es innerhalb eines Jahres bis zu vier Millionen Zika-Infizierte geben wird, wobei sich das Virus in weitere Länder ausbreiten könnte. [mas]

Quelle: NEJM - doi:10.1056/NEJMc1605389  

Technologie Elektroauto beschleunigt von 0 auf 100 in 1,513 Sekunden

... und hat damit einen Beschleunigungs-Weltrekord aufgestellt. Gebaut wurde das Elektro-Rennauto von Studierenden der ETH Zürich. Es ist mit einem Gewicht von 169 Kilogramm besonders leicht und wird von einem Radnabenmotor angetrieben, der bis zu 200 PS Leistung erzeugt. Der bisherige Rekord für Elektroautos lag bei 1,779 Sekunden. Autos mit Verbrennungsmotor sind deutlich langsamer. Ein Rennwagen in der Formel 1 braucht über zwei Sekunden, um von null auf 100 Stundenkilometer zu beschleunigen. [mas]

 

Quelle: ETH Zürich

Zoologie Saiga-Antilope erholt sich

Im letzten Jahr waren fast 90 Prozent der in Kasachstan lebenden Saiga-Antilopen gestorben. Ursache dafür war eine Seuche, die innerhalb weniger Wochen ganze Herden der stark bedrohten Tierart dezimierte. Laut einer Zählung des kasachischen Ministeriums für Landwirtschaft wachsen die Bestände derzeit wieder, wie der Naturschutzbund berichtet. Insgesamt leben in dem Land gut 108.000 Tiere. Ob eine Infektion mit Bakterien die alleinige Ursache für das Massensterben war, wird derzeit noch untersucht. Denkbar ist auch, dass zusätzliche Faktoren wie die Veränderung des Klimas in der kasachischen Steppe dazu beigetragen haben, die Tiere zu schwächen. [mas]

22.06.2016

Risiko Hochschulabsolventen erkranken häufiger an Hirntumoren

Als Menschen ohne akademischen Abschluss. Diese Korrelation haben Forscher des University College London für Menschen in Schweden ausgemacht. Demnach haben Individuen, die mindestens drei Jahre eine Hochschule besucht haben, ein um 19 Prozent höheres Risiko, einen Hirntumor zu bekommen, als Nicht-Akademiker.

Wie die Studienautoren im Journal of Epidemiology darlegen, haben sie die Krankenakten von 4,3 Millionen Schweden zwischen 1993 und 2011 ausgewertet. Die Forscher glichen knapp 13.000 Hirntumore mit dem Bildungsstand der betroffenen Patienten ab.

Eine Erklärung für diesen Zusammenhang haben die Forscher bislang nicht. 

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Hirntumor zu erkranken, sei jedoch generell sehr gering, so die Wissenschaftler.

Quelle: Journal of Epidemiology

Viren Mückenstiche können doppelt gefährlich sein

Infektionsbiologen der Universität Leeds sind auf einen bislang unbekannten Mechanismus bei Insektenstichen beziehungsweise bei der Übertragung von Viren durch Mücken gestoßen.  Wie die Forscher im Fachblatt Immunity schreiben, kann sich der Stich einer infizierten Mücke doppelt krankmachend auswirken. Einerseits gelangen durch den Stich Viren in das menschliche Blut, andererseits erleichtert die lokale Entzündung an der Einstichstelle den Erregern die schnelle Vermehrung.

Dies gilt jedoch nur für invasive Vertreter wie die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) oder die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die Krankheiten wie das Zika- oder Dengue-Virus übertragen.

Die in Deutschland heimische und weitverbreitete Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) gilt bislang nicht als Überträger gefährlicher Viren.

Quelle: Immunity

Medikamente Kinderärzte verschreiben immer mehr Psychopharmaka

Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern der Universität Köln, die sie im Deutschen Ärzteblatt vorstellen. Sie hatten die Daten von mehr als vier Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland im Alter von null bis 17 Jahren ausgewertet.

2004 wurden durchschnittlich 20 von 1.000 Kindern und Heranwachsenden Medikamente wie Antidepressiva oder Ritalin verschrieben, acht Jahre später war die Zahl der mit Psychopharmaka behandelten Kinder auf rund 27 von 1.000 gestiegen.

Weshalb es zu diesem Anstieg der verschriebenen Psychopharmaka-Rezepte kam, wissen die Forscher nicht.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass 2012 mehr Kinder unter psychischen Problemen gelitten hätten als in den Jahren zuvor.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Insekten Stadthummeln sind fleißiger als ihre Artgenossen auf dem Land.

Zumindest hinsichtlich der Bestäubungsraten und das, obwohl die Insekten in urbanen Gebieten häufiger von Parasiten befallen werden. Das schreiben Biologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in den Proceedings B der britischen Royal Society.

Die Wissenschaftler hatten vier Pflanzenspezies an mehreren Orten in Halle und Umgebung beobachtet und gezählt, welche Insekten die Pflanzen wie oft besuchten. Demnach wurden die Pflanzen innerhalb der Stadt häufiger von Insekten, vor allem Hummeln, bestäubt als auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Die Studie zeigt, wie schlecht die Bedingungen für Wildbienen und die von ihnen bestäubten Pflanzen in heutigen landwirtschaftlich genutzten Gebieten seien, so die Forscher.

In den Städten hingegen züchteten die Menschen viel mehr Blumen. Diese größere Vielfalt mache die Städte für die Hummeln attraktiver.

Quelle: Proc R Soc B

Atmosphäre Flugzeuge beeinflussen die Wolkenbildung

Und können mithilfe der Kondensstreifen die kühlende Wirkung verstärken. Über diesen bislang unbekannten Zusammenhang berichten Chemiker der Universität Stockholm im Fachblatt NATURE Communications.

Die Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, wie sich Kondensstreifen auf Zirruswolken in der Atmosphäre auswirken. Anhand von Satellitendaten und Laserverfahren analysierten sie die Eiswolken in stark Flugzeug-frequentierten Gebieten zwischen der Westküste der USA und Hawaii und verglichen diese mit Wolken außerhalb dieser Gebiete.

Dabei sahen sie, dass Zirruswolken in Fluggebieten eine größere optische Dicke aufwiesen – dort waren die Wolken heller und hatten eine um 22 Prozent höhere Sonnenlicht-Rückstrahlkraft als Wolken jenseits der Fluggebiete.

Quelle: NATURE Communications

Algenblüten Blutschnee beschleunigt die Gletscherschmelze in der Arktis.

Denn die großflächigen roten Algenblüten verringern die Rückstrahlkraft des Schnees im Laufe einer Schmelzsaison um rund 13 Prozent. Das schreiben Klimaforscher des Deutschen GeoForschungsZentrums im Fachblatt NATURE Communications.

Sie hatten rund 40 Proben von 21 Gletschern in der europäischen Arktis untersucht.

Zum so genannten Blutschnee kommt es im späten Frühling und Sommer, wenn sich Schmelzwasserfilme bilden und es bei den dort enthaltenen Mikroorganismen zur roten Algenblüte kommt.

Dieser bislang unterschätzte Effekt muss in künftige Klimamodelle integriert werden, fordern die Studienautoren.

Quelle: NATURE Communications

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