Montag, 25.03.2019
 
11.10.2016

Biotechnologie Mäuse und Flugzeugtriebwerke haben etwas gemeinsam

Nämlich die Art, wie sie ihre Geräusche erzeugen. Es geht hierbei nicht um das Fiepen der Mäuse, sondern um Ultraschall-Gesänge, die wir nicht hören und mit denen die Tiere kommunizieren. Bisher war nicht klar, wie die Mäuse diesen Ultraschall erzeugen. Forscher aus den USA, Dänemark und dem Vereinigten Königreich sind dem nun auf den Grund gegangen. Mit Hochgeschwindigkeitskameras filmten sie Kehlkopf und Stimmbänder der Tiere.

Das Ergebnis: Die Mäuse erzeugen einen schmalen Luftstrahl, der auf den Kehlkopf trifft und so das Geräusch hervorbringt. Solch eine Tonerzeugung sei bei Tieren bisher nie beobachtet worden, berichten die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Man kannte sie bisher etwa von Strahltriebwerken bei senkrecht startenden Flugzeugen.

Quelle: Current Biology

Artenvielfalt Großbritannien verzeichnet einen Schmetterlingsschwund

Das geht aus dem so genannten "Big Butterfly Count" hervor. Zigtausende Freiwillige zählen bei dieser Aktion Schmetterlinge und melden ihre Ergebnisse. Dieses Jahr kamen sie im Schnitt auf 12,2 Tiere, 2013 waren es noch 23. Das berichtet die BBC. Die Organisation hinter der Zählaktion kann sich den großen Rückgang der Zahlen nicht erklären. Das Wetter sei für die Schmetterlinge gut gewesen und sei damit wahrscheinlich kein Grund.

Der Rückgang betrifft nicht alle Schmetterlings-Arten gleichermaßen.  Die Zahlen des Admirals etwa stiegen um 70 Prozent, die des Rapsweißlings um knapp 60 Prozent. Den größten Rückgang verzeichnete die Organisation beim Hauhechel-Bläuling. Er wurde dieses Jahr nur halb so oft gezählt wie 2013.

Weitere Informationen auf bbc.com

Quelle: BBC

Technologie Internationale Atomenergie-Organisation spricht von Cyberattacke auf ein Atomkraftwerk

Der Angriff habe sich vor zwei oder drei Jahren ereignet. Das sagte der Leiter der Atomenergie-Organisation, Yukiya Amano, gestern. Um welches Kraftwerk es sich gehandelt habe, sagte er nicht und nannte auch keine Details zum Angriff. Im Kraftwerk sei nichts zerstört worden und es habe auch nicht runtergefahren werden müssen. Dennoch müsse man die Gefahr von Cyberattacken auf Atomkraftwerke ernst nehmen. Im April erst musste der Energieversorger RWE bei der Sicherheit nachbessern, nachdem Computerviren im Kraftwerk Gundremmingen gefunden worden waren.

Weitere Informationen auf reuters.com

Quelle: Reuters

Fortpflanzung Forscher haben eine neue Form der Zellteilung bei Bakterien entdeckt

 

Bei der Fortpflanzung von Bakterien spielt ein Proteinring eine wichtige Rolle: Wie ein Gummiband legt er sich um die Zelle, schnürt sie ab und leitet die Zellteilung ein. Das gilt zwar für die bisher untersuchten Modellorganismen, jedoch nicht für alle Bakterien, wie österreichische und deutsche Forscher nun gezeigt haben. Sie untersuchten Bakterien, die auf einem Fadenwurm leben. Es handelt sich um stäbchenförmige Bakterien, die sich der Länge nach und ohne den Proteinring teilen.

Die Teilung beginnt an der Stelle des Bakteriums, die den Wurm berührt und zieht sich dann fort. Die Forscher vermuten, dass der Wurm das Signal zur Zellteilung gibt. Diesen und andere Fortpflanzungsmechanismen von Bakterien genauer zu verstehen, könnte bei der Entwicklung neuer Antibiotika helfen.

Weitere Informationen auf nature.com

Quelle: Nature

Zellforschung Eine schwere Kindheit kann Alterungsprozesse beschleunigen

Das gilt zumindest auf Zellebene, wie eine Studie von US-Forschern nahelegt. Sie haben bei knapp 5000 Erwachsenen die Telomere untersucht. Das sind schützende Strukturen auf den Chromosomen, deren Länge Aufschluss über die Zellalterung gibt.

Die untersuchten Personen wurden nach finanziellen, traumatischen und sozialen Stresserlebnissen in der Kindheit befragt. Eine Auswertung der Daten ergab: Studienteilnehmer mit einer schweren Kindheit hatten öfter kurze Telomere. Dieses Ergebnis stehe im Einklang mit früheren Erkenntnissen,  wonach eine schwere Kindheit die Zellalterung im Erwachsenenalter beeinflusst, notieren die Forscher im Fachblatt "PNAS".

Quelle: PNAS

10.10.2016

Krankheitserreger Forscher entwickeln ein Miniatur-Gerät, um Viren zu sammeln

Das Gerät besteht aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und kann infektiöse Partikel in Flüssigkeiten anhand deren physischer Eigenschaften einfangen, etwa der Größe. So könnten unterschiedliche Viren-Arten schnell angereichert und analysiert werden, schreiben Wissenschaftler der Pennsylvania State University in "Science Advances". Dahinter steht auch die Hoffnung, gefährliche Krankheitserreger künftig frühzeitig zu entdecken. Bei dem Miniatur-Apparat kann der Abstand der senkrecht aneinander-gereihten Kohlenstoff-Nanoröhrchen verändert werden, so dass sich dazwischen besonders Viren einer bestimmten Größe verfangen.

Mit Hilfe der Nano-Vorrichtung reicherten die Forscher aus einer flüssigen Probe erfolgreich Erreger der Vogelgrippe und der Bursa-Krankheit an. In Zukunft könnten die Nano-Röhrchen zusätzlich mit Bio-Molekülen versehen werden, um noch selektiver Viren zu sammeln. Mit bisherigen Methoden dauere es bei Proben mit geringen Viren-Konzentrationen lange, zuverlässige Ergebnisse zu erzielen, so die Autoren. Viele tierische und menschliche Viren sind noch unbekannt. Einige davon könnten gefährliche Krankheiten verursachen.

Quelle: Science Advances

Biologie Forscher ergründen die Folgen von Schwefel-Mangel bei Pflanzen

Senf-Öl-Glycoside sind chemische Verbindungen, die Schwefel und Stickstoff enthalten. Kreuzblütler wie Kohl, Kresse und Senf bilden sie als Schutz vor Tierfraß. Zudem gibt es Hinweise auf medizinische Eigenschaften, etwa in der Krebs-Prävention. Mangelt es den Pflanzen an Schwefel, stellen sie die Produktion der Glycoside allerdings ein. Jetzt beschreiben Biologen in "Science Advances" den physiologischen Mechanismus dahinter.

Bei der Ackerschmalwand oder Schotenkresse identifizierten die Wissenschaftler mit molekularbiologischen Methoden zwei Gene, die bei Schwefel-Mangel aktiv werden und die Produktion von Senf-Öl-Glycosiden unterdrücken. Auf der Grundlage der Erkenntnisse könnten künftig Strategien entwickelt werden, damit Nutzpflanzen die wertvollen Moleküle auch bei Schwefel-armen Wachstums-Bedingungen bilden, schreiben die Autoren.

Quelle: Science Advances

Neurologie Der Körper sträubt sich dagegen, zu viel Wasser aufzunehmen

Wie er das macht, beschreiben australische Neurowissenschaftler im Fachmagazin "PNAS". Trinken Menschen Wasser über das Durststillen hinaus, haben sie der Studie zufolge zunehmend Probleme zu schlucken. Dieser Effekt korreliert mit einer charakteristischen Nervenaktivität. Eine vom Gehirn aktivierte Schluck-Hemmung dient also offenbar dazu, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers zu regulieren.

Die Forscher ließen 20 Versuchsteilnehmer Wasser trinken. Zunächst nachdem diese durch körperliche Aktivität durstig waren; später weit über das Durst-Gefühl hinaus. Standardisierte Befragungen zeigten, dass den Probanden das Schlucken bei überschüssigem Trinken bis zu dreimal schwerer fiel. Mit Magnetresonanz-Tomographie konnten die Forscher außerdem zeigen, dass bei den Schluckbeschwerden bestimmte Regionen im Hirnstamm aktiv waren. Übermäßige und exzessive Flüssigkeits-Aufnahme kann zu Wasservergiftung  führen. Dabei wird der Elektrolyt-Haushalt des Körpers gestört. Die Folgen können Schwindel, Übelkeit und Organschäden sein.

Quelle: PNAS

Demenz Astronauten könnten ihre Reise zum Mars vergessen

Eine Bestrahlung mit energetisch hochgeladenen Teilchen führt zu langfristigen Hirnschäden und Demenz. Das schreiben US-Wissenschaftler im Fachmagazin "Scientific Reports" mit Verweis auf Tierversuche. Einen ähnlichen Effekt könnte auch die extrem energiereiche galaktische kosmische Strahlung auf Astronauten während langer Weltraum-Missionen haben, vermuten die Forscher.

Für die Studie wurden Ratten und Mäuse in einem NASA-Labor mit energiereichen Ionen bestrahlt. Anschließend überprüften die Wissenschaftler über sechs Monate die Folgen für Gehirn und Verhalten. Die Nager zeigten langfristige Nervenschäden. Ihre Neuronen bildeten zum Beispiel weniger Fortsätze zur Reizaufnahme aus. Auch in Verhaltenstests zum Lern- und Erinnerungsvermögen schnitten die Tiere schlecht ab. Es würde zwar Monate dauern, bis sich bei Astronauten Demenz-Symptome einstellten. Eine jahrelange Reise zum Mars reiche dafür aber durchaus, warnen die Forscher.

Quelle: Scientific Reports

Gelenksregeneration Stammzellen aus dem Kiefer könnten Gelenkschäden reparieren

Die Zellen befinden sich im Kiefergelenk, das Unterkiefer und Schädel miteinander verbindet. In Experimenten mit Nagetieren haben Mediziner gezeigt, dass die Stammzellen nach einer Transplantation spontan, ohne äußere Aktivierung Knorpel bilden können. Die Studie erscheint in "Nature Communications".

In Experimenten implantierten die Forscher Mäusen einzelne Stammzellen aus dem Kiefergelenk von Ratten. Zunächst bildeten diese Zellen Knorpel aus, nach acht Wochen sogar Knochen-ähnliches Gewebe. Die Forscher hoffen, dass die Stammzellen im menschlichen Kiefergelenk künftig gezielt aktiviert werden können, um Gelenkschäden zu regenerieren. Dazu könnte zum Beispiel ein Medikament dienen, dass direkt in das Gelenk injiziert wird.

Quelle: Nature Communications

Krebserkrankung Bestimmte genetische Signaturen machen Tumore offenbar besonders gefährlich

Krebszellen sind durch spezielle Veränderungen ihres Stoffwechsels gekennzeichnet. Mediziner haben für 20 Tumor-Arten untersucht, was dabei auf genetischer Ebene bei besonders schlechtem Krankheitsverlauf geschieht. Für alle Tumore zeigte sich: Waren bestimmte Gene in den Mitochondrien herunter geregelt – Zellbestandteile, die der Energieversorgung dienen – hatten die Patienten eine besonders schlechte Prognose und es kam zur Bildung von Metastasen. Die Studie erscheint in "Nature Communications". Die Autoren hoffen, dass ihre Ergebnisse dabei helfen werden, gezielte Therapien zu entwickeln.

Quelle: Nature Communications

07.10.2016

Biologie Eine Pflanze trickst Fliegen aus

Im südlichen Afrika lockt die Fallschirm-Leuchterblume mit einem komplexen Blütenduft Nistfliegen an. Dabei riecht dieser genauso wie ein Duft, den sterbende Honigbienen abgeben, wenn sie zum Beispiel von Spinnen getötet werden. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt Current Biology. Nistfliegen ernähren sich unter anderem von einem Sekret, das die Bienen während ihres Todeskampfes abgeben.

Die kleinen Fliegen schwirren zu den Fallschirm-Leuchterblumen in der Annahme, dass sie dort das Honigbienen-Sekret aufsaugen können. Weil die Pflanze den Duft der Bienen imitiert, finden die Nistfliegen in den kelchförmigen Blüten keine Honigbienen und noch nicht einmal Nektar. Für die Täuscherblume liegt der Grund für die Trickserei in der Bestäubung. Damit diese erfolgreich verläuft, hält die Pflanze die Fliegen 24 Stunden in der Blüte gefangen.

Weitere Infos auf idw-online

Quelle: idw, EurekAlert, ScienceNews

Umweltkatastrophe Aus dem Atommeiler Fukushima ist radioaktives Wasser ausgelaufen

Wie der Betreiber Tepco mitteilte, sind aus einem undichten Tank des zerstörten Atomkraftwerks etwa 30 Liter hoch radioaktives Wasser entwichen. Das radioaktive Wasser habe sich mit Regenwasser vermischt und rund um den Tank angesammelt. Arbeiter dichten das Leck nun ab.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Lecks an den Kühltanks. Auch Meerwasser im Pazifik wurde verseucht. Im März 2011 kam es infolge eines schweren Erdbebens und Tsunamis im Atomkraftwerk Fukushima zu Kernschmelzen. Drei der sechs Reaktoren wurden zerstört.

Quelle: Agenturen

Infektion Viele Vögel sind in diesem Jahr durch das Usutu-Virus gestorben

Das Virus zeige eine sehr starke Aktivität und trete besonders weitflächig auf, wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg mitteilte. Betroffen sei vor allem das Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien. Die Forscher fanden in untersuchten Vögeln zwei verschiedene Stämme des Virus. Einer ist ein recht neuer Stamm aus Afrika, der in Deutschland erstmals vor zwei Jahren nachgewiesen wurde.

Vor allem Amseln sterben am Usutu-Virus, das ursprünglich aus Afrika stammt und von Stechmücken übertragen wird. In Deutschland gab es vor fünf Jahren erstmals ein Massensterben bei Amseln, aber auch bei Staren, Eisvögeln und Sperlingen. In Österreich sind viele Singvögel mittlerweile gegen das Virus immun. Dort wurde es 2001 zum ersten Mal nachgewiesen.

Quelle: Agenturen

Fauna Biologen haben in Brasilien zwei neue Froscharten entdeckt

Weil der Ruf der einen Art an einen Motor erinnert, haben ihm Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und ihre brasilianischen Kollegen den Beinamen motorzhino gegeben – kleiner Motor. Die beiden von ihnen entdeckten Pfeiffroscharten sind nur zwischen zehn und 15 Millimeter groß.

Die Forscher haben mehr als 2.000 Aufnahmen von Froschrufen verglichen, sowie genetische und morphologische Merkmale ausgewertet. Die Biologen stellen die beiden neuen Arten im Fachmagazin Herpetologica vor.

Weitere Infos auf idw-online

Quelle: idw, Herpetologica

Elektronik Wissenschaftler haben einen winzigen Transistor entwickelt

Er ist gerade mal einen Nanometer groß und besteht nicht aus Silizium. Bisherige Transistoren sind meist aus Silizium. Die kleinsten von ihnen besitzen eine Länge von etwa zehn Nanometern. Forscher aus den USA haben den neuen Mini-Transistor unter anderem aus Molybdänsulfid und Kohlenstoff gefertigt. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Science schreiben, könnten durch ihren Transistor Computerchips deutlich kleiner werden. Außerdem sei es durch solch einen Transistor möglich, Strom einzusparen.

Weitere Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Neurologie Forscher können verletzte Nervenleitungen reparieren

Zumindest bei Mäusen. Wie die Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn im Fachblatt Neuron berichten, konnten sie im Erbgut von Mäusen ein Gen ausfindig machen, das das Wachstum von Nervenleitungen beeinflusst. Das Gen hat indirekt mit dem Einstrom von Kalzium in Zellen zu tun. Das brachte die Forscher auf eine Idee: Sie verabreichten Mäusen mit Rückenmarksverletzungen über mehrere Wochen den Wirkstoff Pregabalin, von dem bekannt ist, dass er sich an den Kalzium-Kanälen festsetzt.

Das Ergebnis: Die Behandlung ließ neue Nervenverbindungen entstehen. Pregabalin wird bei Patienten bereits eingesetzt, allerdings als Schmerzmittel und recht spät im Verlauf der Erkrankung. Eine frühe Gabe könnte vielleicht einen regenerativen Effekt haben, vermuten die Wissenschaftler.

Weitere Infos auf idw-online

Quelle: idw, Neuron

Schwarzmarkt In Vietnam wurden zwei Tonnen Elfenbein beschlagnahmt

Die Stoßzähne afrikanischer Elefanten waren in kleine Stücke zerteilt und in hohlen Holzscheiten versteckt, teilte der vietnamesische Zoll mit. Die Fracht war als Sapeli-Holz aufgegeben worden und kam aus Mosambik. Es ist bereits der zweite große Elfenbeinfund in Vietnam innerhalb einer Woche. Am Flughafen von Hanoi waren am vergangenen Wochenende 300 Kilogramm Elfenbein beschlagnahmt worden. Vietnam zählt neben China zu einem der größten Märkte für Elfenbein.

Quelle: Agenturen

06.10.2016

Elf Millionen Jahre alt Hobby-Paläontologen graben ein Walskelett aus

Das Skelett wurde in einer Kiesgrube bei Hamburg entdeckt und ist rund elf Millionen Jahre alt. Es wurde in den letzten Monaten von Hobby-Archäologen freigelegt und heute im Berliner Museum für Naturkunde vorgestellt. Auch ein Beckenknochen des Tieres, das in der Ur-Nordsee gelebt hat, wurde ausgegraben und präpariert. Einen ähnlichen Fund hatte es in Mitteleuropa noch nicht gegeben. In der Kiesgrube war zuvor schon das Skelett einer Ur-Robbe ausgegraben worden.

Quelle: DPA

Primatologie Der Koboldmaki ermöglicht Einblicke in die Menschheitsgeschichte

Koboldmakis sind etwa faustgroße Äffchen mit riesigen, kugelrunden Augen, die ihren Kopf in jede Richtung um 180 Grad drehen können. Dank der speziellen Anatomie ihrer Fußwurzeln können sie sich mit großen Sprüngen fortbewegen. Sie sind Fleischfresser und kommunizieren mit Ultraschall.

Trotz all dieser Besonderheiten sind sie näher mit uns verwandt als gedacht. Bisher wurden die Tiere den Feuchtnasenprimaten und damit den Halbaffen zugeordnet. Neue genetische Untersuchungen eines deutsch-amerikanischen Forscherteams haben jetzt gezeigt, dass sie zu den Trockennasenprimaten gehören und damit Affen sind, die sich einen gemeinsamen Vorfahren mit dem Menschen teilen.

Die Analyse ihres kompletten Erbgutes erlaubt es auch, die Evolution von der ersten Abspaltung im Stammbaum der Primaten bis zu den Menschen zurückzuverfolgen, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Quelle: Nature Communications

Medizin Forscher entwickeln einen genaueren Blutzucker-Nachweis

Der könnte vor allem für Diabetiker nützlich sein, die ihren Blutzuckerspiegel mit Insulin regulieren müssen. Der neue Test ermittelt, wie hoch der durchschnittliche Zuckerwert im Blut in den letzten zwei bis drei Monaten war und kann so Hinweise darauf geben, wie gut die Regulation von außen funktioniert.

Neben der Menge von Glucose, die an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden ist, wird dafür auch das Alter der roten Blutzellen berücksichtigt, in denen das Hämoglobin gespeichert ist. Denn vom Alter der Zellen hängt ab, wie viel Zucker sich an den Blutfarbstoff anlagert. Mit dem neuen Verfahren konnten die Forscher die Fehlerrate der Messung von 30 Prozent auf zehn Prozent senken.

Ihre Methode stellen sie im Fachmagazin Science Translation Medicine vor.

Quelle: SciTranslMed

Sofosbuvir Vorerst wird es keine billigen Generika für ein teures Hepatitis-C-Medikament geben

Das Europäische Patentamt in München hat entschieden, dass das Patent auf Sofosbuvir zwar abgeändert werden muss, dann aber weiter Bestand haben kann. Damit ist es für Konkurrenten der Herstellerfirma unmöglich, ebenfalls Medikamente mit dem Wirkstoff anzubieten.

Sofosbuvir ist ein besonders wirksames Medikament zur Behandlung der chronischen Infektionskrankheit Hepatitis C. Ärzte und Patientenschützer kritisieren allerdings den hohen Preis des Medikaments, der eine Behandlung aller Infizierten so gut wie unmöglich macht. Die Organisation Ärzte der Welt hatte deshalb gegen das Patent Einspruch eingelegt.

Eine einzelne Pille von Sofosbuvir kostet in Deutschland rund 600 Euro. Eine zwölfwöchige Behandlung, nach der die meisten Patienten geheilt sind, würde 42.000 Euro kosten.

Quelle: DPA

Raumfahrt New Shepard besteht den ersten Sicherheitstest

Die wiederverwendbare Rakete des amerikanischen Raumfahrtunternehmens Blue Origin hob gestern zu einem kurzen Flug von einem Testgelände im Westen von Texas ab. Dabei trennte sich die unbemannte Kapsel, in der später die Besatzung transportiert werden soll, durch Zündung der Rettungsraketen vom eigentlichen Antrieb, ohne dass dieser beschädigt wurde. Anschließend landeten beide Bauteile wieder unversehrt am Boden.

Das berichtet das Unternehmen auf seiner Website. Insgesamt war es der fünfte Flug einer Rakete dieses Typs.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA gratulierte den Blue-Origin-Ingenieuren zu diesem Erfolg.

Mit dem New Shepard sollen in Zukunft angehende Astronauten und Weltraumtouristen für kurze Flüge ins All transportiert werden. Die Wiederverwendung der Rakete soll die Kosten massiv senken.

Die ersten bemannten Testflüge der Recycling-Rakete sind für das nächste Jahr vorgesehen.

Quelle: Blue Origin

Meeresbiologie Wenn Krustentiere frieren, beschleunigt das die Entstehung neuer Arten

Bestimmte Salzwasser-Krebse, darunter Einsiedlerkrebse, Königskrabben und Springkrebse, passen sich schneller an kalte Temperaturen an als an warme, wodurch besonders häufig neue Arten entstehen. Bei den meisten Landtieren ist das genau umgekehrt, sie beschleunigen ihre Evolution bei wärmeren Temperaturen. Das beschreiben amerikanische Meeresbiologen in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Das Absinken der Wassertemperatur geht dabei häufig mit Veränderungen im Lebensraum der Krebse einher, wie dem Absinken des Meeresspiegels, wechselnden Meeresströmungen oder steigendem Sauerstoffgehalt. Ein globaler Temperaturanstieg könnte sich deshalb negativ auf die Artenvielfalt bei Krustentieren auswirken, schreiben die Forscher.

Quelle: Nature Communications

Lebensmittel Die Vorliebe für fettiges Essen entsteht im Gehirn

Eine Veränderung am Melanocortin-Rezeptor führt dazu, dass manche Menschen fetthaltige Nahrungsmittel bevorzugen. Das haben britische Wissenschaftler nachgewiesen. Sie ließen Probanden zwischen drei Varianten des gleichen Gerichts wählen, die entweder wenig, durchschnittlich viel oder sehr viel Fett enthielten.

Nachdem die Probanden von allen drei gekostet hatten, sollten sie sich für eine entscheiden. Studienteilnehmer, die die genetische Veränderung besitzen, wählten dabei fast doppelt so häufig das fettreiche Essen wie Studienteilnehmer, deren Melanocortin-Rezeptor unverändert ist.

Im Gegensatz dazu entschieden sich die Träger der Veränderung beim Nachtisch deutlich häufiger für eine zuckerarme Variante.

Die Studie ist im Fachjournal Nature Communications erschienen.

Quelle: Nature Communications

30.09.2016

Milzbrand In Sibirien sollen 250.000 Rentiere getötet werden

Der Grund: Die Gefahr weiterer Milzbrand-Ausbrüche soll verringert werden. In den letzten Monaten ist auf der Halbinsel Jamal und dem angrenzenden Festland erstmals seit Jahrzehnten wieder Milzbrand ausgebrochen, wie der Guardian berichtet.

Ein Junge starb an dem giftigen Anthrax-Erreger, außerdem verendeten 2.350 Rentiere sowie mehrere Hunde.

Die Behörden erwägen nun, im November und Dezember 250.000 der dort lebenden 700.000 Rentiere zu töten, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Milzbrand oder Anthrax ist eine Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium ausgelöst wird und vor allem Paarhufer befällt. Auch Menschen können sich infizieren, wenn sie hohe Konzentrationen von Milzbrandsporen zu sich nehmen, zum Beispiel durch den Konsum von Fleisch.

Quelle: TheGuardian

Paläontologie Forscher haben in der Wüste Gobi einen riesigen Dino-Fußabdruck entdeckt

Der Abdruck stammt vermutlich von einem Titanosaurus, der mehr als 30 Meter lang und 20 Meter hoch werden konnte.

Nach Angaben der Wissenschaftler ist der gut erhaltene Fußabdruck einschließlich Klauen einen Meter lang und 70 Zentimeter breit.

Den Abdruck fanden die Forscher in einer geologischen Schicht, die zwischen 70 und 90 Millionen Jahren alt ist. Er ist besonders gut erhalten, weil der Dinosaurier ihn im Schlamm hinterließ und sich der Abdruck später mit Sand füllte.

Quelle: Agenturen

Genetik Wissenschaftler haben eine Weltkarte der genetischen Variabilität bei Tieren erstellt

Wie sie im Fachblatt Science schreiben, haben die Forscher Erbgut-Daten von 4.500 Amphibien- und Säugetierarten zusammen mit geografischen Daten ausgewertet.

Demnach ist die genetische Variabilität innerhalb der Arten in den warmen Tropen größer als in kälteren Regionen.

Vor allem bei den Amphibien nahm die Variabilität im Erbgut in Gebieten ab, die stark vom Menschen verändert worden waren.

Eine große genetische Vielfalt innerhalb einer Art ist die Voraussetzung dafür, dass sie sich an veränderte Umweltbedingungen schnell anpassen kann.

Quelle: Science

Epidemiologie Auch in Südostasien führt das Zika-Virus zu Schädelfehlbildungen

Bei zwei Säuglingen mit Mikrozephalie in Thailand sei das Zika-Virus nachgewiesen worden, das für die Schädelfehlbildung verantwortlich ist, wie das dortige Gesundheitsministerium mitteilte.

In Südostasien ist das Zika-Virus bereits seit einigen Jahren verbreitet, aber bislang waren noch keine Fälle von Mikrozephalie bekannt geworden, die auf das Virus zurückzuführen sind.

Von der Krankheit besonders betroffen sind Brasilien und Kolumbien, wo bislang etwa 2.000 Fälle gemeldet wurden.

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut etwa 100 Zika-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert.

Die Gefahr einer Ansteckung in Deutschland wird als sehr gering eingeschätzt, weil die virusübertragende Mücke hier nicht vorkommt.

Quelle: Agenturen

Sonnenenergie Forscher machen Perowskit-Solarzellen stabiler

Und zwar, indem sie Rubidiumionen in die Kristallstruktur eingefügt haben, was die Stabilität der Struktur erhöht. Perowskit-Solarzellen erreichen einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 22 Prozent, aber es gab bislang Probleme mit der Langzeitstabilität der Zellen.

Die Wissenschaftler bestrahlten ihre neu entwickelten Solarzellen 500 Stunden lang bei einer hohen Temperatur von 85 Grad Celsius mit Licht. Dabei konnten die Solarzellen 95 Prozent ihrer Leistung halten, wie die Forscher in Science berichten.

In einer zweiten Studie stellt eine andere Forschergruppe eine Methode vor, um Perowskit-Solarzellen haltbarer zu machen. Die Wissenschaftler haben die Zellen mit einem Fluoropolymer beschichtet, was zum Beispiel Schmutz abperlen lässt, der ansonsten die Lichtausbeute reduzieren würde.

Quelle: Science

Astronomie Astronomen haben Spiralarme um einen Stern entdeckt

Einem internationalen Team von Astronomen ist es erstmals gelungen, das Bild einer Spiralstruktur um einen Stern aufzunehmen. Der Stern mit Namen Elias 2-27 besitzt demnach zwei weit ausladende Spiralarme, die mehr als zehn Milliarden Kilometer in den Weltraum ragen.

Die Entdeckung ist den Forschern mit Hilfe des ALMA-Teleskops in Chile gelungen und könne helfen, die Entstehung von Planeten besser zu verstehen, schreiben die Astronomen in Science.

Der Stern Elias 2-27 ist 450 Lichtjahre von der Erde entfernt und mit einer Million Jahren vergleichsweise jung.

Quelle: idw

Biologie Zucker macht Hummeln glücklich

Wenn Hummeln eine Zuckerlösung bekommen, sind sie bei anschließenden Experimenten entscheidungsfreudiger, optimistischer und demnach in gewisser Weise glücklich, schlussfolgern britische Biologen im Fachmagazin Science.

Sie trainierten 24 Hummeln, in eine von mehreren Röhren zu krabbeln. Eine der Röhren war grün markiert und enthielt keine Belohnung. In einer blau markierten konnten die Insekten eine Zuckerlösung trinken.

In einem Folgeversuch wurden die grün und blau markierten Röhren durch eine Röhre ersetzt, die grün UND blau markiert war. Die Hummeln sollten sich für diese entscheiden.

Die Hälfte der Tiere erhielt vor dem Versuch eine Zuckerlösung, die andere Hälfte nicht.

Das Ergebnis: Diejenigen Hummeln, die zuvor Zucker bekommen hatten, entschieden sich schneller für die grün-blaue Röhre als die Hummeln, die keinen Zucker erhalten hatten.

Die süße Belohnung mache die Hummeln optimistischer, was sie in der Röhre erwarten würde, so die Forscher.

Quelle: ScienceNews, AlphaGalileo

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