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13.10.2016

Medizin Die Zahl der Tuberkulose-Neuinfektionen steigt wieder

Laut dem Tuberkulose-Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich 2015 10,4 Millionen Menschen erstmals mit Tuberkulose infiziert. Das sind 600.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig starben weltweit 1,8 Millionen Menschen an der Lungenkrankheit, auch das ist ein Anstieg.

Die höheren Zahlen werden unter anderem mit neuen Daten aus Indien begründet. Das Land gehört neben Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika zu den am stärksten betroffenen Nationen. Auf diese sechs Länder entfallen etwa sechzig Prozent der Tuberkulose-Toten.

Bis 2030 wollen die WHO und die Weltgesundheitsversammlung der Vereinten Nationen die Todesfälle durch Tuberkulose um 90 Prozent senken.

Quelle: WHO/epd

Ornithologie Die individuelle Persönlichkeit von Blaumeisen beeinflusst ihr Zugverhalten

Das haben Ornithologen von der Universität Oslo herausgefunden. Blaumeisen in bestimmten Regionen Europas entscheiden jedes Jahr neu, ob sie im Winter Richtung Süden ziehen oder in ihrem angestammten Lebensraum bleiben. Wie einzelne Tiere diese Entscheidung treffen, war bisher unklar. Die Forscher fingen deshalb Blaumeisenweibchen während ihrer Reise an der Südspitze Schwedens ab. Je nachdem, ob die Vögel früher oder später in der Saison dort ankamen, zeigten sie unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale, wie die Forscher in der Fachzeitschrift PLOS One berichten.

Individuen, die erst spät ihr angestammtes Quartier verlassen hatten, zeigten sich erkundungsfreudiger als Vögel, die früh auf die Reise gegangen waren. Das ist auch nötig, weil sie, am Zielort  angekommen, schneller in der neuen Umgebung zurechtkommen und Nahrung finden müssen.

Darüber hinaus sei auch die Figur der Vögel aufschlussreich. Große und schlanke Tiere ziehen früher in den Süden als kleine oder solche mit ausreichende Fettreserven.

Das zeige, dass auch der individuelle Energiebedarf bei der Entscheidung über den Start der Reise eine Rolle spielt, schreiben die Forscher.

Quelle: PLOS One

Raumfahrt Asgardia soll die erste Nation im Weltraum werden

Eine Gruppe aus Wissenschaftlern und Rechtsexperten hat den virtuellen Staat im All gegründet, um eine Debatte über die internationale Regulation der Raumfahrt anzuregen. Bisher ist jeder Staat, der Objekte ins All schickt, alleine für sie zuständig. Eine gemeinsame, staatenübergreifende Verantwortung für die Aktivitäten im All gibt es nicht.

Darüber hinaus will die Gemeinschaft laut ihrer Internetseite Raumfahrt-Technologien zugänglicher machen und die Erde vor Bedrohungen durch Weltraummüll oder Asteroiden schützen. Nächstes Jahr soll ein erster eigener Satellit ins All geschickt werden, der die Nation repräsentiert.

Asgardianer kann jeder werden, der auf der Internetseite ein Formular ausfüllt. Knapp 50.000 Bürger haben sich dort bisher registriert.

Wenn 100.000 Staatsangehörige zusammengekommen sind, wollen die Gründer der Gruppe die Mitgliedschaft ihres Staates in der UN beantragen.

Quelle: Asgardia

Agrarwissenschaften Vielfalt schützt vor Schädlingen

Während Monokulturen, also die Bepflanzung eines Feldes mit einer einzigen Pflanzenart, zwar hohe Erträge bringen, aber auch Fraß-Schädlingen optimale Bedingungen bieten, reduzieren Mischkulturen sowohl den Schädlingsbefall als auch die Ernte. Amerikanische Populationsbiologen schlagen in der Fachzeitschrift Nature deshalb einen dritten Weg vor, der die Erträge konstant hoch halten und gleichzeitig schlechtere Bedingungen für Raupen und Käfer schaffen soll.

Sie empfehlen Landwirten, eine Mischung innerhalb der Pflanzenart anzubauen, also zum Beispiel verschiedene Brokkolisorten, bei denen der Kopf zwar gleich ist, die Blätter sich aber im Nährstoffgehalt unterscheiden. Dadurch soll ein Feld für die Insekten vom Schlaraffenland zum spärlich gedeckten Tisch werden und so den Befall reduzieren.

Quelle: Nature

Medizin Das X-Chromosom hat keinen Einfluss auf das Auftreten von Herzinfarkten

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlerinnen aus Lübeck hat das X-Chromosom nach genetischen Faktoren untersucht, die einen Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben könnten. Gefunden haben die Forscher - trotz groß angelegter Suche bei rund 100.000 Personen - nichts. Damit scheiden das X-Chromosom und die darauf enthaltenen Erbanlagen als Ursache für die Unterschiede bei Herzinfarkten von Männern und Frauen aus.

Die Studie lege nahe, dass andere Faktoren wie Hormone, Ernährung oder Lebensweise für das unterschiedliche Auftreten verantwortlich seien, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal Scientific Reports.

Insgesamt sind Männer häufiger von Herzinfarkten betroffen als Frauen. Wenn Frauen einen Herzinfarkt erleiden, sterben sie allerdings häufiger daran.

Quelle: Scientific Reports

Astronomie Der Mond verändert alle 80.000 Jahre sein Aussehen

In diesem Zeitraum entstehen durch herabstürzende Asteroiden und Kometen so viele neue Einschlagskrater, dass die Oberfläche des Mondes sich komplett verändert. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Wissenschaftler, die mit einer speziellen Software Bilder der Mondoberfläche aus den letzten sieben Jahren ausgewertet haben. Die Forscher verglichen die Aufnahmen von einzelnen Mond-Regionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und konnten so die Einschlagsrate für den gesamten Himmelskörper ermitteln. 222 neue Krater mit einem Durchmesser von mindestens zehn Metern kamen im beobachteten Zeitraum allein in den abgebildeten Regionen dazu. Ein Drittel mehr als bisher gedacht. Das berichten die Forscher im Fachmagazin Nature.

Zusätzlich wühlten tausende kleinerer Einschläge die oberste Schicht des Mondes auf. Sie hinterließen zwar keine Krater sondern kleine Narben, tragen aber auch zum veränderten Antlitz des Mondes bei, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle: Nature

12.10.2016

Raumfahrt Der Raumfrachter Cygnus darf wegen des Hurrikans Nicole noch nicht starten

Der für morgen angesetzte Versorgungsflug des privaten Raumfrachters zur Internationalen Raumstation (ISS) ist wegen des Hurrikans Nicole über dem Atlantik zunächst auf frühestens Sonntag verschoben worden. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Der Hurrikan soll sich in der Nacht zum Donnerstag den Bermuda-Inseln östlich der US-Küste nähern. Der Frachter hätte nach seinem Start über die Inseln fliegen sollen, zudem gibt es dort eine Überwachungsstation. Nach dem Sturm soll die Überwachungsstation zunächst auf mögliche Schäden untersucht und danach ein neuer Starttermin festgelegt werden.

Quelle: Agenturen

Satire Ryke Geerd Hamer erhält das Goldene Brett 2016

Die Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften hat gestern in Wien zum sechsten Mal die Auszeichnung "Das Goldene Brett vorm Kopf" für den größten wissenschaftlichen Unfug des Jahres verliehen. Preisträger ist der ehemalige Mediziner Ryke Geerd Hamer, der unter dem Namen "Germanische Neue Medizin" seine Thesen verbreitet. Krebs hält er für eine "Krankheit der Seele", Behandlungsmethoden wie Chemotherapie oder chirurgische Entfernung von Tumoren lehnt er ab.

Weder der Entzug der Approbation als Arzt noch Haftstrafen konnten ihn bislang davon abhalten, seine Ideen zu verbreiten. Seine Ansichten verknüpft er zudem mit antisemitischen Verschwörungstheorien. Zahlreiche Patienten, die der Germanischen Neuen Medizin vertrauten und wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden ablehnten, verstarben, hieß es in der Begründung. Mit der Verleihung des Satire-Preises will die Skeptiker-Vereinigung  über Pseudowissenschaften und Scharlatanerie aufklären und die Wissenschaft sowie das wissenschaftliche Denken fördern.

Quelle: GWUP

Molekularbiologie Genetiker entdecken eine neue Virenstrategie

Molekularbiologen der Vanderbilt Universität haben bei Metagenomanalysen von Wolbachia-Bakterien einen überraschenden horizontalen Gentransfer entdeckt. Wie sie im Fachblatt "Nature Communications" schreiben, entdeckten sie Viren, die Gene von Spinnen in sich trugen, um damit Bakterien zu kapern, die wiederum Insekten infizieren.

Bei den Viren handelt es sich um den Bakteriophagen WO, dessen Genom mit mehr als 14.000 Basenpaaren recht groß ist. Verantwortlich für die Größe dürften die angesammelten Gene anderer Arten sein. Unklar ist noch, ob die übernommenen Gene für den Phagen vorteilhaft sind. Möglich wäre es, dass sie ihnen den Weg in einen neuen Wirt erleichtern, vermuten die Studienautoren.

Quelle: Nature Communications

Säugetier Forscher klären, weshalb Nacktmulle nahezu schmerzfrei sind

Die unterirdisch lebenden Nagetiere gelten vielen Wissenschaftlern als besonderes Forschungsobjekt, da die Säugetiere nicht nur krebsresistent, sondern auch langlebig und kaum schmerzempfindlich sind. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft berichten im Fachblatt Cell Reports über eine winzige Veränderung im Rezeptormolekül TrkA bei diesen Tieren. Diese macht die Nacktmulle unempfindlich gegenüber Temperatur-Reizen bei Verletzungen oder Entzündungen. Diese Erkenntnisse könnten bei der Suche nach neuen Therapien für Menschen mit chronischen Schmerzen helfen, hoffen die Studienautoren.

Quelle: idw-online

Ernährung Calcium kann auch schädlich sein

Das geht aus einer Langzeitstudie hervor, die US-amerikanische Kardiologen im "Journal of the American Heart Association" vorstellen. Zwar wirkt sich eine natürliche, calciumreiche Ernährung positiv auf Knochen, Gefäße und Herz aus. Jedoch verkehrt sich dies ins Gegenteil, sobald eine Person große Mengen dieses Mineralstoffs über Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt.

Probanden, die täglich ausreichend Calcium über konventionelle Nahrung zu sich nahmen, entwickelten innerhalb eines Jahrzehnts 27 Prozent weniger häufig Arteriosklerose oder Herzerkrankungen als jene, die zu wenig Calcium zu sich genommen hatten. Bei Probanden, die täglich auf Nahrungsergänzungsmittel vertrauten,  gab es keine positiven, sondern negative Effekte: Bei ihnen stieg das  Arteriosklerose-Risiko um 22 Prozent. Die Forscher vermuten, dass der Körper künstlich zugeführtes Calcium nicht effektiv aufnehmen und verarbeiten kann.

Quelle: Journal of the American Heart Association

11.10.2016

Biotechnologie Mäuse und Flugzeugtriebwerke haben etwas gemeinsam

Nämlich die Art, wie sie ihre Geräusche erzeugen. Es geht hierbei nicht um das Fiepen der Mäuse, sondern um Ultraschall-Gesänge, die wir nicht hören und mit denen die Tiere kommunizieren. Bisher war nicht klar, wie die Mäuse diesen Ultraschall erzeugen. Forscher aus den USA, Dänemark und dem Vereinigten Königreich sind dem nun auf den Grund gegangen. Mit Hochgeschwindigkeitskameras filmten sie Kehlkopf und Stimmbänder der Tiere.

Das Ergebnis: Die Mäuse erzeugen einen schmalen Luftstrahl, der auf den Kehlkopf trifft und so das Geräusch hervorbringt. Solch eine Tonerzeugung sei bei Tieren bisher nie beobachtet worden, berichten die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Man kannte sie bisher etwa von Strahltriebwerken bei senkrecht startenden Flugzeugen.

Quelle: Current Biology

Artenvielfalt Großbritannien verzeichnet einen Schmetterlingsschwund

Das geht aus dem so genannten "Big Butterfly Count" hervor. Zigtausende Freiwillige zählen bei dieser Aktion Schmetterlinge und melden ihre Ergebnisse. Dieses Jahr kamen sie im Schnitt auf 12,2 Tiere, 2013 waren es noch 23. Das berichtet die BBC. Die Organisation hinter der Zählaktion kann sich den großen Rückgang der Zahlen nicht erklären. Das Wetter sei für die Schmetterlinge gut gewesen und sei damit wahrscheinlich kein Grund.

Der Rückgang betrifft nicht alle Schmetterlings-Arten gleichermaßen.  Die Zahlen des Admirals etwa stiegen um 70 Prozent, die des Rapsweißlings um knapp 60 Prozent. Den größten Rückgang verzeichnete die Organisation beim Hauhechel-Bläuling. Er wurde dieses Jahr nur halb so oft gezählt wie 2013.

Weitere Informationen auf bbc.com

Quelle: BBC

Technologie Internationale Atomenergie-Organisation spricht von Cyberattacke auf ein Atomkraftwerk

Der Angriff habe sich vor zwei oder drei Jahren ereignet. Das sagte der Leiter der Atomenergie-Organisation, Yukiya Amano, gestern. Um welches Kraftwerk es sich gehandelt habe, sagte er nicht und nannte auch keine Details zum Angriff. Im Kraftwerk sei nichts zerstört worden und es habe auch nicht runtergefahren werden müssen. Dennoch müsse man die Gefahr von Cyberattacken auf Atomkraftwerke ernst nehmen. Im April erst musste der Energieversorger RWE bei der Sicherheit nachbessern, nachdem Computerviren im Kraftwerk Gundremmingen gefunden worden waren.

Weitere Informationen auf reuters.com

Quelle: Reuters

Fortpflanzung Forscher haben eine neue Form der Zellteilung bei Bakterien entdeckt

 

Bei der Fortpflanzung von Bakterien spielt ein Proteinring eine wichtige Rolle: Wie ein Gummiband legt er sich um die Zelle, schnürt sie ab und leitet die Zellteilung ein. Das gilt zwar für die bisher untersuchten Modellorganismen, jedoch nicht für alle Bakterien, wie österreichische und deutsche Forscher nun gezeigt haben. Sie untersuchten Bakterien, die auf einem Fadenwurm leben. Es handelt sich um stäbchenförmige Bakterien, die sich der Länge nach und ohne den Proteinring teilen.

Die Teilung beginnt an der Stelle des Bakteriums, die den Wurm berührt und zieht sich dann fort. Die Forscher vermuten, dass der Wurm das Signal zur Zellteilung gibt. Diesen und andere Fortpflanzungsmechanismen von Bakterien genauer zu verstehen, könnte bei der Entwicklung neuer Antibiotika helfen.

Weitere Informationen auf nature.com

Quelle: Nature

Zellforschung Eine schwere Kindheit kann Alterungsprozesse beschleunigen

Das gilt zumindest auf Zellebene, wie eine Studie von US-Forschern nahelegt. Sie haben bei knapp 5000 Erwachsenen die Telomere untersucht. Das sind schützende Strukturen auf den Chromosomen, deren Länge Aufschluss über die Zellalterung gibt.

Die untersuchten Personen wurden nach finanziellen, traumatischen und sozialen Stresserlebnissen in der Kindheit befragt. Eine Auswertung der Daten ergab: Studienteilnehmer mit einer schweren Kindheit hatten öfter kurze Telomere. Dieses Ergebnis stehe im Einklang mit früheren Erkenntnissen,  wonach eine schwere Kindheit die Zellalterung im Erwachsenenalter beeinflusst, notieren die Forscher im Fachblatt "PNAS".

Quelle: PNAS

10.10.2016

Krankheitserreger Forscher entwickeln ein Miniatur-Gerät, um Viren zu sammeln

Das Gerät besteht aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und kann infektiöse Partikel in Flüssigkeiten anhand deren physischer Eigenschaften einfangen, etwa der Größe. So könnten unterschiedliche Viren-Arten schnell angereichert und analysiert werden, schreiben Wissenschaftler der Pennsylvania State University in "Science Advances". Dahinter steht auch die Hoffnung, gefährliche Krankheitserreger künftig frühzeitig zu entdecken. Bei dem Miniatur-Apparat kann der Abstand der senkrecht aneinander-gereihten Kohlenstoff-Nanoröhrchen verändert werden, so dass sich dazwischen besonders Viren einer bestimmten Größe verfangen.

Mit Hilfe der Nano-Vorrichtung reicherten die Forscher aus einer flüssigen Probe erfolgreich Erreger der Vogelgrippe und der Bursa-Krankheit an. In Zukunft könnten die Nano-Röhrchen zusätzlich mit Bio-Molekülen versehen werden, um noch selektiver Viren zu sammeln. Mit bisherigen Methoden dauere es bei Proben mit geringen Viren-Konzentrationen lange, zuverlässige Ergebnisse zu erzielen, so die Autoren. Viele tierische und menschliche Viren sind noch unbekannt. Einige davon könnten gefährliche Krankheiten verursachen.

Quelle: Science Advances

Biologie Forscher ergründen die Folgen von Schwefel-Mangel bei Pflanzen

Senf-Öl-Glycoside sind chemische Verbindungen, die Schwefel und Stickstoff enthalten. Kreuzblütler wie Kohl, Kresse und Senf bilden sie als Schutz vor Tierfraß. Zudem gibt es Hinweise auf medizinische Eigenschaften, etwa in der Krebs-Prävention. Mangelt es den Pflanzen an Schwefel, stellen sie die Produktion der Glycoside allerdings ein. Jetzt beschreiben Biologen in "Science Advances" den physiologischen Mechanismus dahinter.

Bei der Ackerschmalwand oder Schotenkresse identifizierten die Wissenschaftler mit molekularbiologischen Methoden zwei Gene, die bei Schwefel-Mangel aktiv werden und die Produktion von Senf-Öl-Glycosiden unterdrücken. Auf der Grundlage der Erkenntnisse könnten künftig Strategien entwickelt werden, damit Nutzpflanzen die wertvollen Moleküle auch bei Schwefel-armen Wachstums-Bedingungen bilden, schreiben die Autoren.

Quelle: Science Advances

Neurologie Der Körper sträubt sich dagegen, zu viel Wasser aufzunehmen

Wie er das macht, beschreiben australische Neurowissenschaftler im Fachmagazin "PNAS". Trinken Menschen Wasser über das Durststillen hinaus, haben sie der Studie zufolge zunehmend Probleme zu schlucken. Dieser Effekt korreliert mit einer charakteristischen Nervenaktivität. Eine vom Gehirn aktivierte Schluck-Hemmung dient also offenbar dazu, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers zu regulieren.

Die Forscher ließen 20 Versuchsteilnehmer Wasser trinken. Zunächst nachdem diese durch körperliche Aktivität durstig waren; später weit über das Durst-Gefühl hinaus. Standardisierte Befragungen zeigten, dass den Probanden das Schlucken bei überschüssigem Trinken bis zu dreimal schwerer fiel. Mit Magnetresonanz-Tomographie konnten die Forscher außerdem zeigen, dass bei den Schluckbeschwerden bestimmte Regionen im Hirnstamm aktiv waren. Übermäßige und exzessive Flüssigkeits-Aufnahme kann zu Wasservergiftung  führen. Dabei wird der Elektrolyt-Haushalt des Körpers gestört. Die Folgen können Schwindel, Übelkeit und Organschäden sein.

Quelle: PNAS

Demenz Astronauten könnten ihre Reise zum Mars vergessen

Eine Bestrahlung mit energetisch hochgeladenen Teilchen führt zu langfristigen Hirnschäden und Demenz. Das schreiben US-Wissenschaftler im Fachmagazin "Scientific Reports" mit Verweis auf Tierversuche. Einen ähnlichen Effekt könnte auch die extrem energiereiche galaktische kosmische Strahlung auf Astronauten während langer Weltraum-Missionen haben, vermuten die Forscher.

Für die Studie wurden Ratten und Mäuse in einem NASA-Labor mit energiereichen Ionen bestrahlt. Anschließend überprüften die Wissenschaftler über sechs Monate die Folgen für Gehirn und Verhalten. Die Nager zeigten langfristige Nervenschäden. Ihre Neuronen bildeten zum Beispiel weniger Fortsätze zur Reizaufnahme aus. Auch in Verhaltenstests zum Lern- und Erinnerungsvermögen schnitten die Tiere schlecht ab. Es würde zwar Monate dauern, bis sich bei Astronauten Demenz-Symptome einstellten. Eine jahrelange Reise zum Mars reiche dafür aber durchaus, warnen die Forscher.

Quelle: Scientific Reports

Gelenksregeneration Stammzellen aus dem Kiefer könnten Gelenkschäden reparieren

Die Zellen befinden sich im Kiefergelenk, das Unterkiefer und Schädel miteinander verbindet. In Experimenten mit Nagetieren haben Mediziner gezeigt, dass die Stammzellen nach einer Transplantation spontan, ohne äußere Aktivierung Knorpel bilden können. Die Studie erscheint in "Nature Communications".

In Experimenten implantierten die Forscher Mäusen einzelne Stammzellen aus dem Kiefergelenk von Ratten. Zunächst bildeten diese Zellen Knorpel aus, nach acht Wochen sogar Knochen-ähnliches Gewebe. Die Forscher hoffen, dass die Stammzellen im menschlichen Kiefergelenk künftig gezielt aktiviert werden können, um Gelenkschäden zu regenerieren. Dazu könnte zum Beispiel ein Medikament dienen, dass direkt in das Gelenk injiziert wird.

Quelle: Nature Communications

Krebserkrankung Bestimmte genetische Signaturen machen Tumore offenbar besonders gefährlich

Krebszellen sind durch spezielle Veränderungen ihres Stoffwechsels gekennzeichnet. Mediziner haben für 20 Tumor-Arten untersucht, was dabei auf genetischer Ebene bei besonders schlechtem Krankheitsverlauf geschieht. Für alle Tumore zeigte sich: Waren bestimmte Gene in den Mitochondrien herunter geregelt – Zellbestandteile, die der Energieversorgung dienen – hatten die Patienten eine besonders schlechte Prognose und es kam zur Bildung von Metastasen. Die Studie erscheint in "Nature Communications". Die Autoren hoffen, dass ihre Ergebnisse dabei helfen werden, gezielte Therapien zu entwickeln.

Quelle: Nature Communications

07.10.2016

Biologie Eine Pflanze trickst Fliegen aus

Im südlichen Afrika lockt die Fallschirm-Leuchterblume mit einem komplexen Blütenduft Nistfliegen an. Dabei riecht dieser genauso wie ein Duft, den sterbende Honigbienen abgeben, wenn sie zum Beispiel von Spinnen getötet werden. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt Current Biology. Nistfliegen ernähren sich unter anderem von einem Sekret, das die Bienen während ihres Todeskampfes abgeben.

Die kleinen Fliegen schwirren zu den Fallschirm-Leuchterblumen in der Annahme, dass sie dort das Honigbienen-Sekret aufsaugen können. Weil die Pflanze den Duft der Bienen imitiert, finden die Nistfliegen in den kelchförmigen Blüten keine Honigbienen und noch nicht einmal Nektar. Für die Täuscherblume liegt der Grund für die Trickserei in der Bestäubung. Damit diese erfolgreich verläuft, hält die Pflanze die Fliegen 24 Stunden in der Blüte gefangen.

Weitere Infos auf idw-online

Quelle: idw, EurekAlert, ScienceNews

Umweltkatastrophe Aus dem Atommeiler Fukushima ist radioaktives Wasser ausgelaufen

Wie der Betreiber Tepco mitteilte, sind aus einem undichten Tank des zerstörten Atomkraftwerks etwa 30 Liter hoch radioaktives Wasser entwichen. Das radioaktive Wasser habe sich mit Regenwasser vermischt und rund um den Tank angesammelt. Arbeiter dichten das Leck nun ab.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Lecks an den Kühltanks. Auch Meerwasser im Pazifik wurde verseucht. Im März 2011 kam es infolge eines schweren Erdbebens und Tsunamis im Atomkraftwerk Fukushima zu Kernschmelzen. Drei der sechs Reaktoren wurden zerstört.

Quelle: Agenturen

Infektion Viele Vögel sind in diesem Jahr durch das Usutu-Virus gestorben

Das Virus zeige eine sehr starke Aktivität und trete besonders weitflächig auf, wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg mitteilte. Betroffen sei vor allem das Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien. Die Forscher fanden in untersuchten Vögeln zwei verschiedene Stämme des Virus. Einer ist ein recht neuer Stamm aus Afrika, der in Deutschland erstmals vor zwei Jahren nachgewiesen wurde.

Vor allem Amseln sterben am Usutu-Virus, das ursprünglich aus Afrika stammt und von Stechmücken übertragen wird. In Deutschland gab es vor fünf Jahren erstmals ein Massensterben bei Amseln, aber auch bei Staren, Eisvögeln und Sperlingen. In Österreich sind viele Singvögel mittlerweile gegen das Virus immun. Dort wurde es 2001 zum ersten Mal nachgewiesen.

Quelle: Agenturen

Fauna Biologen haben in Brasilien zwei neue Froscharten entdeckt

Weil der Ruf der einen Art an einen Motor erinnert, haben ihm Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und ihre brasilianischen Kollegen den Beinamen motorzhino gegeben – kleiner Motor. Die beiden von ihnen entdeckten Pfeiffroscharten sind nur zwischen zehn und 15 Millimeter groß.

Die Forscher haben mehr als 2.000 Aufnahmen von Froschrufen verglichen, sowie genetische und morphologische Merkmale ausgewertet. Die Biologen stellen die beiden neuen Arten im Fachmagazin Herpetologica vor.

Weitere Infos auf idw-online

Quelle: idw, Herpetologica

Elektronik Wissenschaftler haben einen winzigen Transistor entwickelt

Er ist gerade mal einen Nanometer groß und besteht nicht aus Silizium. Bisherige Transistoren sind meist aus Silizium. Die kleinsten von ihnen besitzen eine Länge von etwa zehn Nanometern. Forscher aus den USA haben den neuen Mini-Transistor unter anderem aus Molybdänsulfid und Kohlenstoff gefertigt. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Science schreiben, könnten durch ihren Transistor Computerchips deutlich kleiner werden. Außerdem sei es durch solch einen Transistor möglich, Strom einzusparen.

Weitere Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Neurologie Forscher können verletzte Nervenleitungen reparieren

Zumindest bei Mäusen. Wie die Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn im Fachblatt Neuron berichten, konnten sie im Erbgut von Mäusen ein Gen ausfindig machen, das das Wachstum von Nervenleitungen beeinflusst. Das Gen hat indirekt mit dem Einstrom von Kalzium in Zellen zu tun. Das brachte die Forscher auf eine Idee: Sie verabreichten Mäusen mit Rückenmarksverletzungen über mehrere Wochen den Wirkstoff Pregabalin, von dem bekannt ist, dass er sich an den Kalzium-Kanälen festsetzt.

Das Ergebnis: Die Behandlung ließ neue Nervenverbindungen entstehen. Pregabalin wird bei Patienten bereits eingesetzt, allerdings als Schmerzmittel und recht spät im Verlauf der Erkrankung. Eine frühe Gabe könnte vielleicht einen regenerativen Effekt haben, vermuten die Wissenschaftler.

Weitere Infos auf idw-online

Quelle: idw, Neuron

Schwarzmarkt In Vietnam wurden zwei Tonnen Elfenbein beschlagnahmt

Die Stoßzähne afrikanischer Elefanten waren in kleine Stücke zerteilt und in hohlen Holzscheiten versteckt, teilte der vietnamesische Zoll mit. Die Fracht war als Sapeli-Holz aufgegeben worden und kam aus Mosambik. Es ist bereits der zweite große Elfenbeinfund in Vietnam innerhalb einer Woche. Am Flughafen von Hanoi waren am vergangenen Wochenende 300 Kilogramm Elfenbein beschlagnahmt worden. Vietnam zählt neben China zu einem der größten Märkte für Elfenbein.

Quelle: Agenturen

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