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23.11.2016

Biologie Affenweibchen belohnen Kämpfer und strafen Pazifisten

Inwiefern Weibchen für aggressives Gebaren innerhalb einer Gruppe verantwortlich sind, haben Biologen aus der Schweiz und Südafrika bei Grünen Meerkatzen untersucht. Bei Beobachtungen im Mawana Game Reservat sahen sie, dass die Weibchen rauflustigen Männchen besonders viel Aufmerksamkeit schenkten und friedliche Tiere demonstrativ ignorierten. Wie die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society darlegen, stachelten manche der Affenweibchen einige Männchen sogar extra zu besonders aggressivem Verhalten an.

Offenbar gibt es für die Männchen einen Anreiz zum Kämpfen, der sexuell bedingt ist. Für Weibchen lohnt sich dieses Verhalten auch, da es bei den Kämpfen häufig um die Nahrungsverteilung geht und dadurch ein sicherer Zugang zu Ressourcen gewährleistet ist.

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspbn.2016.1817)

Biologie Frischblut ist doch kein Jungbrunnen

Entgegen den Annahmen früherer Studien kann junges Blut das Altern nicht stoppen oder umkehren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität von Berkeley, die dieser Frage mit Finanzmitteln eines Google-Biotechunternehmens und des US-Gesundheitsinstitutes nachgegangen sind.

Wie sie im Fachblatt NATURE Communications schreiben, hatten sie bei alten Mäusen das Blut gegen das junger Nager ausgetauscht, ohne die Organsysteme beider Tiere miteinander zu verbinden. Bei den alten Mäusen gab es eine stark eingeschränkte Regeneration. Die Jungtiere, die das Blut alter Mäuse erhalten hatten, zeigten dagegen binnen weniger Tage Alterungserscheinungen in zahlreichen Organen.

Damit wird der radikale Verjüngungseffekt relativiert, den dieselben Autoren 2005 erstmals beschrieben hatten. Offenbar befinden sich im alten Blut noch unbekannte Hemmstoffe, die die Alterung bedingen.

Quelle: www.nature.com/articles/ncomms13363

Dodo-Skelett In England wurde ein ausgestorbener Vogel versteigert

Bei der weltweit ersten Versteigerung eines nahezu kompletten Skeletts eines Dodos hat ein privater Käufer in der Grafschaft Sussex den Zuschlag bei rund 400.000 Euro erhalten. Bei dem Skelett handelt es sich um die Knochen einer seit über 300 Jahren ausgestorbenen, flugunfähigen Vogelart, die einst auf Mauritius heimisch war.

Nach Angaben des Auktionshaus Summers Place Auctions gibt es weltweit nur zwölf annähernd komplette Dodo-Skelette, das letzte Exemplar sei 1914 verkauft worden.

Wissenschaftler sehen derartige private Versteigerungen kritisch, da dadurch Forschungsexemplare in privaten Archiven verschwinden und der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sind.

Quelle: Agenturen

Frösche Streusalz kann für Weibchenmangel sorgen

Zumindest bei einigen Fröschen ist dies der Fall, berichten Wissenschaftler aus Yale im Journal of Fisheries and Aquatic Sciences. Sie hatten Laubfrosch-Kaulquappen in Wassertanks mit Laub und verschiedenen hohen Salzkonzentrationen aufgezogen. Damit wollten sie Waldtümpel simulieren, die sich in unterschiedlicher Entfernung von mit Salz gestreuten Straßen befinden.  

Das Ergebnis: In versalzten Tümpeln wuchsen zehn Prozent mehr Männchen heran. Zudem waren dort die Froschweibchen kleiner. Offenbar docken die Natriumionen des Streusalzes an Rezeptoren im Froschkörper an und gaukeln dem endokrinen System vor, dass bestimmte Geschlechtshormone bereits gebildet worden sind. Noch ist unklar, ob dieses Phänomen auch für andere Amphibien gilt.

Quelle: doi: 10.1139/cjfas-2016-0324

Raumfahrt China schickt erneut Satelliten ins Weltall

In der vergangenen Nacht hat eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3C einen Satelliten vom Raumfahrtbahnhof Xichang in die Umlaufbahn geschossen. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Der Satellit soll mit drei anderen Satelliten ein Netzwerk aufbauen. Dessen Aufgabe ist unter anderem die Steuerung und Datenübertragung zwischen dem Kontrollzentrum am Boden sowie Raumschiffen und der künftigen chinesischen Raumstation, die 2022 fertiggestellt werden soll.

Quelle: Agenturen

Anthropologie In Berlin befinden sich weiter hunderte Schädel aus deutschen Kolonien

In den anthropologischen Sammlungen, die sich in der Obhut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden, sind MDR-Recherchen zufolge noch mehr als 1.000 Schädel aus den früheren deutschen Kolonien enthalten. Diese stammten teilweise von Aufständischen, deren sterbliche Überreste von deutschen Truppen zu Forschungszwecken nach Berlin geschickt worden waren.

Die Schädel sind Teil der sogenannten Luschan-Sammlung, die zwischen 1885 und 1920 zusammengetragen wurde und rund 5.600 Schädel umfasst. Die Herkunft der sterblichen Überreste in der Sammlung müsse durch die Provenienzforschung noch überprüft werden, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz  heute mit. Prinzipiell stünde einer Rückgabe der Gebeine an Tansania und Ruanda nichts im Weg.

Quelle: Agenturen/SPK

US-Pharmahersteller Ein Alzheimermedikament ist wirkungslos

Das ist Ergebnis einer Phase-III-Studie zum Mittel Solanezumab. Nach Angaben des US-Pharmaherstellers Eli Lilly and Company sei es in der randomisierten Studie nicht gelungen, bei Patienten mit leichter Alzheimer-Erkrankung eine statistisch signifikante Verzögerung der kognitiven Leistungsfähigkeit gegenüber der Placebo-Gruppe zu erreichen. Das Unternehmen kündigte an, in den USA keine Genehmigung der Arznei bei leichter Demenz zu beantragen.

Der Antikörper Solanezumab galt als vielversprechender Kandidat für eine Alzheimertherapie. 2012 gab es erste Hinweise darauf, dass der Wirkstoff die Gedächtnisleistung von Patienten im Frühstadium verbessert.

Quelle: https://investor.lilly.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=1000871

22.11.2016

Medizin Der Anteil der Demenz-Kranken in den USA ist seit dem Jahr 2000 gesunken

Das zeigt eine Studie von US-Forschern, die im Magazin "Jama Internal Medicine" erschienen ist. Im Jahr 2000 lag die Quote von Demenz-Kranken bei den über 65-Jährigen noch bei 11,6 Prozent. 2012 betrug sie nur noch 8,8 Prozent.

Das zeige eine Auswertung von 21 000 Patientendaten.

Die Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und dem Rückgang von Demenzerkrankungen wie Alzheimer ausmachen: Die 2012 untersuchten Personen hatten im Schnitt ein Jahr mehr Bildung genossen. Das könne den Rückgang von Demenzerkrankungen jedoch nicht komplett erklären, heißt es von den Wissenschaftlern.

Quelle: Jama Internal Medicine

Strukturversagen Eine von Facebooks Drohnen hatte einen Unfall

Bei einem Testflug am 28. Juni kam es bei der Drohne zu einem "Strukturversagen", als sie zur Landung in der Wüste Arizonas ansetzte. Das geht aus einer Untersuchung der US-Behörde für Transportsicherheit hervor. Die Behörde stuft das Versagen als "Unfall" ein. Am Boden gab es keine Zerstörungen.

Facebook will mit den Drohnen Internet in entlegene Gebiete der Erde bringen. Die unbemannten Fluggeräte haben mit 43 Metern die Spannweite eines Kurzstrecken-Jets, wiegen jedoch nur gut 400 Kilogramm.

Sie werden mit vier Elektromotoren angetrieben und sollen irgendwann monatelang in der Luft bleiben können. Während des Fluges sollen Solarzellen die Batterien der Maschinen aufladen.

Weitere Details zum Unfall, etwa zu den Schäden oder der Ursache, hat die US-Behörde für Transportsicherheit noch nicht vorgelegt.

Quelle: Reuters

Alternative zu Silizium Organische Halbleiter können jetzt aufgesprüht werden

Einkristalline Halbleiter aus Silizium bilden das Rückgrat moderner elektronischer Geräte. Jedoch ist ihre Produktion langwierig und energieintensiv.

Als Alternative gelten organische Halbleiter. Forschern aus dem Vereinigten Königreich und den USA ist es nun gelungen, ein neues Verfahren zur Produktion dieser organischen Halbleiter zu entwickeln.

Dazu erzeugen sie aus bestimmten Molekülen und einem Lösungsmittel eine Art Halbleiter-Tinte. Die können Sie dann auf verschiedene Oberflächen aufsprühen und somit vergleichsweise günstige Halbleiter produzieren. Aus denen lassen sich flexible Schaltkreise für Bio-Sensoren, Röntgen-Detektoren oder Leuchtdioden entwerfen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Communications".

Quelle: Nature Communications

Zement Betonwüsten befreien die Luft von CO2

Das liegt am Zement, einem Bestandteil des Betons. Bekannt ist, dass bei der Zement-Produktion CO2 in die Atmosphäre entweicht. Forscher aus acht Nationen berichten nun im Magazin "Nature Geoscience", dass die Zement-Bauwerke einen großen Teil dieses Kohlendioxids mit der Zeit wieder aufnehmen.

Betrachtet man die Häuser, Brücken und Straßen, die seit 1930 gebaut wurden, so haben sie knapp die Hälfte des bei ihrer Zement-Produktion ausgestoßenen Kohlendioxids wieder aufgenommen.

Bei dieser Aufnahme wird CO2 in den Poren des Zements abgelagert. Die Zahlen beziehen sich lediglich auf das CO2, das bei der Zementherstellung durch die Umwandlung von Calciumcarbonat entsteht. Eine noch größere CO2-Quelle bei der Zementproduktion sind fossile Energieträger, die die nötige Hitze liefern.

Quelle: Nature Geoscience

Gerontologie Was die Lebenserwartung angeht, herrscht bei Männern und Frauen immer noch Ungleichheit

Das zeigt eine groß angelegte Studie eines internationalen Forscherteams. Die Wissenschaftler haben Daten von über einer Million Menschen weltweit verglichen.

In Schweden zum Beispiel hat sich die Lebenserwartung in den letzten 200 Jahren in etwa verdoppelt. Gleich geblieben ist in dieser Zeit jedoch der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Heute wie vor 200 Jahren leben Männer im Schnitt etwa vier Jahre kürzer als Frauen, notieren die Forscher im Magazin "PNAS".

Quelle: PNAS

21.11.2016

Planetenforschung Der Merkur besitzt einen Grand Canyon

Das gigantische Tal ist allerdings doppelt so tief wie das bekannte Vorbild in den USA. Das berichten US-Forscher im Fachmagazin "Geophysical Research Letters". Nach ihrer Darstellung ist das Tal tausend Kilometer lang, 400 Kilometer breit und bis zu zwei Kilometer tief. Das Überraschendste ist allerdings seine Entstehungsweise.

Als der Planet vor rund drei Milliarden Jahren abkühlte, zog sich die Kruste zusammen. Merkur schrumpelte sozusagen wie eine Rosine und bildete dabei Falten und Senken. Das "große Tal" auf Merkur sei der erste Beleg für eine so weiträumige Stauchung der Oberfläche eines Planeten, so die Forscher. Die Entdeckung des großen Tales fußt auf Bilddaten der Messenger-Sonde, die den Planeten Merkur vier Jahre lang umkreiste. Ende April 2015 war Messenger mangels Treibstoff auf Merkur zerschellt.

Quelle: GRL

Klimawandel In der Arktis herrscht absurdes Wetter

Die Temperaturen in der Arktis sind derzeit deutlich höher als im langjährigen November-Mittel. Statt minus 25 Grad Celsius wie sonst zu dieser Jahreszeit herrschen dort nur minus fünf Grad Celsius. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf US-Klimaforscher. Eine der Folgen der ungewöhnlich milden Witterung ist, dass das Meerwasser nur stark verzögert abkühlt. Die Arktis friert deshalb viel langsamer zu als normal in der Polarnacht.

Aktuell ist die Fläche des Meereises in der Arktis sogar kleiner als im gleichen Zeitraum vor vier Jahren. Bisher gilt das Jahr 2012 als das Rekordjahr mit der geringsten Eisausdehnung. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die aktuelle Wetterlage, bei der viel warme und feuchte Luft aus Süden in die Arktis strömt, noch einige Zeit bestehen bleibt.

Quelle: Washington Post / University of Maine

Ölförderung Vor Alaska soll nicht mehr gebohrt werden

Die US-Regierung von Barack Obama hat Pläne veröffentlicht, die zumindest für die kommenden fünf Jahre jede Art der Offshore-Ölförderung im US-Teil des arktischen Ozeans untersagen. Namentlich handelt es sich um Gebiete in der Tschuktschen- und der Beaufort-See nördlich von Alaska. Umweltschutzverbände in den USA begrüßten diesen Schritt, während Vertreter aus der Öl-Industrie und der republikanischen Partei sich kritisch äußerten.

Die Frage ist jetzt, inwieweit der kommende US-Präsident Donald Trump derlei Pläne widerrufen könnte. Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, er werde Beschränkungen für Offshore-Bohrungen aufheben. Verwaltungsexperten in den USA halten dies allerdings – zumindest kurzfristig – für kaum realisierbar. Denn dafür müssten mehrjährige Planungsverfahren neu aufgerollt werden. Im Sommer dieses Jahres hatten knapp 400 Wissenschaftler in einem offenen Brief an Präsident Obama gefordert, jede weitere Offshore-Ölförderung in der Arktis zu verhindern.

Quelle: Agenturen / NPR

Epidemie Deutschland kriegt die Masern nicht klein

Zwar würden Epidemiologen die Masern in Deutschland gerne ausrotten. Doch 2015 sind sie diesem Ziel nicht näher gekommen. Im Gegenteil: In einem heute veröffentlichten Bericht des Robert-Koch-Instituts an die Weltgesundheitsorganisation WHO heißt es, Deutschland sei im Jahr 2015 von der Elimination der Masern so weit entfernt gewesen wie lange nicht. 2464 Masern-Fälle wurden im vergangenen Jahr gemeldet. Das sind über 2000 mehr als im Jahr davor. Für eine erfolgreiche Ausrottung der Masern müsste die Zahl der Masern-Erkrankungen in Deutschland unter die Schwelle von 80 Fällen pro Jahr sinken. Als einen Grund für die hohe Zahl an Masern-Infektionen führt der Bericht an, dass immer noch viele Kleinkinder zu spät, und rund jedes vierte Kind nicht ausreichend geimpft würden.

Quelle: Agenturen / RKI

Asien Auch die Inder haben den Reisanbau erfunden

Der Reisanbau stammt ursprünglich aus China. Das ist bisher die allgemeine Lehrmeinung. Doch jetzt haben britische Forscher bei Ausgrabungen in Nordindien Hinweise darauf gefunden, dass Bauern der bronzezeitlichen Indus-Kultur bereits eigene Reis-Varietäten anbauten. Die Funde stammen aus einer Zeit rund 430 Jahre bevor um das Jahr 2000 vor Christus erstmals nachweislich Reissorten aus China nach Indien gelangten. Nach Ansicht der Forscher hatten die Bauern der Indus-Kultur damals eigenständig damit begonnen, Wildreispflanzen der Art Oryza nivara zu domestizieren. Erst Jahrhunderte später übernahmen sie auch die in China domestizierten Reispflanzen der Art Oryza sativa japonica. Die Studie ist im Journal of Archaeological Science erschienen.

Quelle: Journal of Archaeological Science

Weltraum Ein neuer Wettersatellit sieht besonders scharf

Die USA haben am Wochenende den Wettersatelliten "GOES-R" gestartet. Er soll die Wetterbeobachtung über dem nordamerikanischen Kontinent deutlich verbessern helfen. Aus einer geostationären Umlaufbahn kann GOES-R mit einer Spezialkamera fünf Mal mehr Bilder des Wettergeschehens in der Atmosphäre in einer fünf Mal höheren Auflösung liefern als bisherige US-Wettersatelliten. Der Satellit soll 2017 den Betrieb aufnehmen.

GOES-R beobachtet nicht nur optisch das Wettergeschehen. Ein Spezialinstrument erfasst die Häufigkeit von Blitzen – sogar innerhalb von Wolken. Darüber lassen sich besonders starke, tornadoträchtige Gewitterzellen früher erkennen. Eine andere Apparatur an Bord misst Schwankungen des Magnetfeldes der Erde, die durch kosmische Strahlung und den Sonnenwind verursacht werden. GOES-R soll somit nicht nur das irdische, sondern auch das sogenannte Weltraumwetter beobachten. Die Daten von GOES-R fließen in ein internationales Netzwerk ein, über das Wetterdienste aus 200 Ländern ihre Messdaten frei untereinander austauschen.

Quelle: Agenturen

18.11.2016

Forschungskooperationen EU-Wissenschaftler sollen auch nach dem Brexit im Vereinigten Königreich forschen dürfen

Diese Empfehlung an die britische Regierung geht aus einem Bericht hervor, den das Wissenschafts-und Technologie-Komitee des Unterhauses des britischen Parlaments heute veröffentlicht hat.

Mit einer solchen Garantie soll die Unsicherheit für rund 31.000 Universitätsangehörige beendet werden, die seit dem EU-Referendum im Juni entstanden ist, bei dem sich die Mehrheit im Vereinigten Königreich für einen EU-Austritt ausgesprochen hatte.

Rund 15 Prozent aller universitären Mitarbeiter im Vereinigten Königreich sind demnach EU-Bürger und damit direkt von den Folgen eines britischen EU-Austritts betroffen.

Um den Forschungsstandard zu halten, müsse die Regierung zudem zukünftig drei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Wissenschaft und Forschung aufbringen.

2014 waren es nur 1,7 Prozent. Damit lagen die Ausgaben noch unterhalb des EU-weiten Durchschnitts, der bei zwei Prozent lag.

Quelle: Nature

Medizin Forscher entwickeln ein neues Langzeitmedikament

Je länger und zeitlich akkurater ein Medikament eingenommen werden muss, desto problematischer ist die Umsetzung. Einen neuen Ansatz dazu präsentieren Wissenschaftler vom MIT im Fachblatt Science Transnational Medicine.

Sie haben eine Kapsel entwickelt, die sich im Magen sternförmig entfaltet, dadurch nicht weiter transportiert werden kann und ihren Wirkstoff gleichmäßig über Monate hinweg abgibt. In ersten Tests mit Schweinen erwies sich das System demnach als zuverlässig und verträglich.

Sobald der Wirkstoff aufgebraucht ist, zersetzt sich die Kapsel und kann verdaut werden.

Eingesetzt werden könnte die neue Methode für Mittel gegen HIV, Tuberkulose, neurodegenerative Erkrankungen und Malaria, so die Studienautoren.

Quelle: Science Transnational Medicine

Neuer Photorezeptor Rundwürmer können besser sehen als Menschen,

auch wenn die millimeterlangen Vertreter von C. elegans keine Augen besitzen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt CELL. 2008 hatten die Wissenschaftler entdeckt, dass sich die Rundwürmer von UV-Strahlen abwenden.

Bei weiteren Experimenten sahen die Forscher, dass es sich bei dem verantwortlichen Protein für die Lichterkennung um keine der bislang bekannten Photorezeptoren - Opsin oder Cryptochrom - handelte.

Stattdessen entdeckten die Wissenschaftler eine Empfindlichkeit bei LITE-1 aus einer Familie der Geschmacksrezeptorproteine.

Weitere Versuche zeigten, dass es sich bei LITE-1 tatsächlich um eine völlig neue Art von Photorezeptor handelt. Dieser reagiert zwischen 10 und 100 Mal stärker auf UV-Licht als das menschliche Auge bei der Detektion von Licht im sichtbaren Spektrum.

Quelle: CELL

Paläontologie Das Zwerchfell ist älter als gedacht

Bisher gingen Forscher davon aus, dass das Zwerchfell eine säugetiereigene Entwicklung ist. Jetzt haben Paläontologen aus Bonn die Atmung bei Caseiden untersucht. Dabei sahen sie, dass diese säugetierähnlichen Reptilien vor rund 300 bis 250 Millionen Jahren ebenfalls schon typische Merkmale der Atemmuskeln zeigten.

Das Zwerchfell war bei diesen Tieren offenbar notwendig, um - trotz eines fassartigen Körpers - zusätzlich zur Rippenbewegung mit einer Art "Hilfsmotor" atmen zu können. Wie die Forscher in den Annals of the New York Academy of Sciences schreiben, ist das Zwerchfell damit rund 50 Millionen Jahre früher entstanden als bislang angenommen.

Quelle: Annals of the New York Academy of Sciences

Erdbeben Neuseeland ist enger zusammengerückt

Das schwere Erdbeben in Neuseeland diese Woche hat die beiden Hauptinseln näher aneinanderrücken lassen. Nach Angaben der Erdbebenwarte GeoNet hat sich bei Cape Campbell auf der Südinsel der Abstand zur Nordinsel aufgrund der Landverschiebungen um rund zwei Meter verringert.

Satellitengestützte GPS-Daten haben zudem gezeigt, dass der stark betroffene Ort Kaikoura auf der Südinsel um rund 70 Zentimeter angehoben worden sei.

Das Erdbeben in der Nacht zum Montag hatte nach offiziellen Angaben eine Stärke von 7,8. Bei dem Beben starben zwei Menschen.

Das Zentrum des Bebens lag nördlich von Christchurch auf der Südinsel. 2011 hatte ein schweres Erdbeben dort 185 Menschen getötet.

Quelle: GeoNet

Raumfahrt Auf der ISS wird rotiert

Heute Morgen ist eine Sojus-Raumkapsel am Weltraumbahnhof Baikonur mit drei neuen Besatzungsmitgliedern zur Internationalen Raumstation gestartet. Die drei Raumfahrer werden am Sonntag ankommen, komplettieren dann die 50. Besatzung der ISS und werden dort rund ein halbes Jahr leben und arbeiten.

Dazu gehört auch die Amerikanerin Peggy Whitson, die im Februar ihren 57. Geburtstag im Weltall feiern wird. Damit gilt sie als die bisher älteste Raumfahrerin.

Heute kehrte auch das Raumschiff "Shenzhou 11" nach dem bisher längsten bemannten Raumflug Chinas wieder zur Erde zurück. Die Kapsel mit zwei Astronauten an Bord setzte planmäßig in der Inneren Mongolei auf, wie auf Live-Bildern des Staatssender CCTV zu sehen war.

Quelle: Agenturen

17.11.2016

Genetik Forscher entdecken das Struwel

Im American Journal of Human Genetics beschreiben Humangenetiker aus Bonn und Toulouse, wie Mutationen in drei Genen dazu führen, dass sich die Quervernetzung der Haarproteine verändert. Dadurch haben Betroffene extrem krauses, trockenes Haar, das sich so gut wie nicht kämmen lässt. Aus den gefundenen Mutationen lassen sich außerdem Erkenntnisse über die Bildung gesunder Haare ableiten.

Menschen mit dem Syndrom der unkämmbaren Haare haben keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Das Syndrom ist in der Kindheit am stärksten ausgeprägt und verringern sich mit der Zeit.

Quelle: Journal of Human Genetics

Schlupflöcher ausgenutzt Realer Kraftstoffverbrauch von Autos oft deutlich höher als von Herstellern angegeben

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des International Council on Clean Transportation, kurz ICCT, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Mit rund 42 Prozent weichen der tatsächliche Verbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß von PKW deutlich stärker von den offiziellen Angaben ab als bei der letzten Untersuchung vor drei Jahren.

Der Hauptgrund für die Abweichungen sei, dass Autohersteller systematisch Schlupflöcher in bestehenden Regulierungen ausnützten.

Für die Studie wurden Daten für etwa eine Millionen Fahrzeuge in sieben Europäischen Ländern ausgewertet. Quellen waren unter anderem Angaben von Autobesitzern im Internet, von Leasingfirmen oder Automagazinen.

Das ICCT ist eine gemeinnützige Organisation, die die Umweltverträglichkeit des Verkehrs verbessern will.

Quelle: AFPD/ICCT

Astronomie Göttinger Forscher finden den rundesten Stern des Weltalls

Astronomen vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung haben das rundeste bisher vermessene Objekt des Alls entdeckt. Der langsam rotierende Stern mit dem Namen Kepler 11145123 ist etwa 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt und gut zweimal so groß wie die Sonne. Ihren Fund beschreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science Advances.

Die Form von Sternen hängt von mehreren Faktoren ab, eine davon ist die Zentrifugalkraft. Je schneller ein Stern rotiert, desto flacher wird er.

Entdeckt haben die Wissenschaftler den kugelrunden Stern zufällig bei Auswertungen von Aufnahmen des Weltraumteleskops Kepler der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA.

Quelle: Science Advances

Archäologie Die Pyramide des Kukulćan ist in mehreren Schichten gebaut

Das haben Geophysiker der Universität Mexiko bei Untersuchungen der Pyramide von Chićhen Itźa entdeckt. Mithilfe von Tomographen fanden die Wissenschaftler eine etwa zehn Meter hohe Pyramide innerhalb der Pyramide.

Damit ist klar, dass das Bauwerk in mindestens drei Etappen errichtet wurde. Zwischen der äußeren und der jetzt gefundenen, gibt es eine weitere, etwa 20 Meter hohe Schicht. Die jetzt gefundene Pyramide ist die älteste. Sie wurde vermutlich zwischen 550 und 800 nach Christus erbaut.

Quelle: AFPD

Zoologie Der Apotheker-Skink hat einen eingebauten Luftfilter

Der Apotheker-Skink, eine glatt-geschuppte Echse, verbringt den Großteil seines Lebens in Sand eingegraben, um der Hitze in der Wüste Nordafrikas zu entgehen. Um dabei nicht an Sand zu ersticken, hat er einen speziellen Atemrythmus entwickelt, der es ihm erlaubt, die Luft zu filtern, bevor sie die Lunge erreicht.

Das haben Biologen von der Universität Linz herausgefunden. Ihre Ergebnisse beschreiben sie im Journal of Experimental Biology.

Dabei dient eine Erweiterung in den Atemwegen, die mit feinen Härchen und Schleim ausgekleidet ist, als Sand-Falle. Atmet der Skink langsam ein, verlangsamt sich an dieser Stelle der Luftstrom so stark, dass mitgeführte Sandkörner herunterfallen und in den Härchen hängen bleiben.

Durch heftiges, stoßweises Ausatmen befördert der Skink den Sand dann wieder nach draußen.

Quelle: JEB

Umweltkatastrophe Das Öl aus der Deepwater Horizon-Katrastrophe hat die Nahrungskette an Land erreicht

Das berichten Ökologen aus Louisiana in den Environmental Research Letters. Sie fanden im Magen und im Gefieder von Strand-Ammern, die im Marschland am Golf von Mexiko leben, Kohlenstoff, der dieselbe chemische Signatur aufweist wie das Öl, das bei dem Unfall der Bohrplattform im Frühjahr 2010 entwichen war.

Das zeige, dass die Vögel das Öl in ihre Gewebe aufgenommen haben, schreiben die Forscher. Damit sei die Grenze zwischen den Nahrungsketten im Wasser und an Land übersprungen und ein weiteres Ökosystem von der giftigen Wirkung des Öls betroffen.

Quelle: Environmental Research Letters

Astronomie Der Pluto liegt auf der Seite

Zu diesem Schluss kommen amerikanische Astronomen in zwei Studien, die zeitgleich im Fachmagazin Nature erschienen sind. Die Forscher waren der Frage nachgegangen, warum die Tombaugh-Region, ein großer herzförmiger Klecks auf der Oberfläche des Zwergplaneten, genau abgewandt von Plutos größtem Mond Charon liegt.

Ihre Theorie: die Region ist ein riesiger Krater, der sich nach seiner Entstehung mit gefrorenem Stickstoff und Eis gefüllt haben könnte. Das zusätzliche Gewicht sowie die Anziehungskraft von Charon und die Fliehkraft drehten die Oberfläche des Pluto dann um etwa 60 Grad, bis die größere Masse am Äquator zu liegen kam.

Uneinig sind die Forscher darüber, wie lange Pluto für die Drehung gebraucht hat. Während die Autoren der einen Studie von einer schnellen Bewegung in wenigen tausend Jahre ausgehen, vermuten ihre Kollegen, dass Pluto mindestens eine Millionen Jahre gebraucht hat, um seine heutige Orientierung zu erreichen.

Quelle: Nature

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