Dienstag, 29.09.2020
 
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19.07.2012

Geschichte Der wahrscheinlich älteste BH der Welt stammt aus Österreich.

Im Schloss Lengberg in Tirol wurden bei Renovierungsarbeiten vier Büstenhalter aus der Zeit des Spätmittelalters entdeckt. Eine Untersuchung von Faserproben ergab, dass die Dessous zwischen 1440 und 1485 getragen wurden. Wie die Archäologen der Universität Innsbruck mitteilten, ähnelten zwei der BHs den heute verwendeten, zwei sähen aus wie ärmellose Hemden mit eingebauten Körbchen. Überraschend ist der Fund deshalb, weil man bisher davon ausging, dass der erste Büstenhalter vor rund 100 Jahren erfunden und getragen wurde. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Biologie Für Zwergtintenfische ist die Paarung extrem anstrengend.

Australische Forscher haben sich mit den Zwergtintenfischen vor ihrer Küste befasst. Sie beobachteten die Tiere bei der Paarung und stellten fest: Der Akt dauert drei Stunden und danach brauchen sowohl Männchen als auch Weibchen etwa eine halbe Stunde, um wieder zu ihrer normalen Leistungsfähigkeit zurückzukehren. Das ist für Kopffüßer, die nur gut ein Jahr lang leben, extrem viel. Bei Männchen erklären die Forscher die Erschöpfung damit, dass die Tintenfische ihre Partnerinnen einerseits festhalten müssen, gleichzeitig die Farbe häufig wechseln, Tinte ins Wasser sprühen und außerdem Wasserstrahlen in den Mantel des Weibchens pumpen müssen. Das schlauche. Weibchen dagegen seien erschöpft, weil – bedingt durch die innige Umarmung durch das Männchen – nicht genügend sauerstoffreiches Wasser zu ihren Kiemen gelangt. Einzelheiten sind im Fachorgan Biology Letters nachzulesen. //[tj]//

Quelle: Biology Letters

Verhaltensforschung Schimpansen suchen sich den schwersten Hammer.

Im Fachmagazin "PLoS One" berichten US-amerikanische Forscher über ein Experiment, bei dem Schimpansen Macadamia-Nüsse als Futter bekamen. Zum Knacken der Nüsse konnten die Affen zwischen unterschiedlich schweren Aluminiumblöcken und –Kugeln wählen. Das Ergebnis: Die Versuchstiere, die bereits erfahren waren im Nüsseknacken, wählten direkt den schwersten Hammer. Aber auch die unerfahren Artgenossen lernten schnell, dass sie mit schwerem Werkzeug weniger Schläge brauchen, um eine Nuss zu öffnen. Die Studie habe klar gezeigt, dass Affen den Zusammenhang zwischen dem Gewicht eines Schlagwerkzeuges und dem Erfolg beim Knacken der Nussschale erfassen, schlussfolgern die Forscher. //[tj]//

Biologie Fliegen lassen sich auf Düfte trainieren.

Fruchtfliegen – die sogenannten //Drosophila melanogaster// – lernen ähnlich wie ein Pawlowscher Hund durch Belohnung. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried bei München herausgefunden. Sie entdeckten sogar die Hirnregionen, in denen die Fruchtfliegen Duftreize speichern, die sie zu süßen Nahrungsquellen führen. Im Fachmagazin "Nature" erläutern die Wissenschaftler, wie sie vier Typen von Nervenzellen identifizierten, von denen drei für die Speicherung negativer Reize zuständig sind und ein Zelltyp es den Fliegen ermöglicht, sich positive Sinneseindrücke zu merken. Mit Hilfe einer Zuckerbelohnung beziehungsweise kleiner Elektroschocks konditionierten die Forscher das Duftgedächtnis der Drosophila. //[tj]//

Quelle: Nature

Umwelt Chinesen verursachen genauso viel CO2 wie die Europäer.

Der weltweite Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid erreicht Rekordniveau. Im Vergangenen Jahr gelangten insgesamt 34 Milliarden Tonnen CO2 in die Erdatmosphäre. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht des Forschungszentrums der EU-Kommission hervor. Pro Kopf gerechnet verursachen die Chinesen mittlerweile genau so viel CO2 wie die Europäer. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung EU

Informationstechnologie Der größte Superrechner Europas wird morgen eingeweiht.

Er ist so groß wie ein halbes Fußballfeld: der so genannte SuperMUC des Leibniz-Rechenzentrums in Garching. In einer Sekunde schafft der Supercomputer unvorstellbare drei Billiarden Rechenoperationen - drei "Petaflops", wie Experten sagen. Das entspricht der Leistung von mehr als 110.000 normalen Personalcomputern. In der aktuellen Liste der 500 stärksten Supercomputer der Welt rangiert der Garchinger Rechner auf Platz vier. //[tj]//

Quelle: Pressemeldung BAdW

18.07.2012

Biologie Stress kann Krebs begünstigen.

Eine Überbelastung senkt die Widerstandskraft von Knochen gegen Krebs. Dieser Nachweis gelang US-Medizinern des Centers for Bone Biology in Nashville/Tennessee bei Studien an Mäusen. Wie die Forscher im Fachmagazin PLoS Biology schreiben, können sich von einem Tumor abgegebene Brustkrebszellen dadurch leichter ansiedeln und Metastasen bilden. Verantwortlich dafür ist demnach ein Signalstoff, der bei erheblichem Stress verstärkt an den Knochen gebildet wird. Bei ihren Untersuchungen sahen die Wissenschaftler, dass gestresste Nager deutlich mehr Metastasen entwickelten als entspannte Artgenossen. Erhielten die gestressten Tiere jedoch ein stresshemmendes Medikament, wurden die Knochen seltener von Krebszellen befallen. Möglicherweise könnte daher eine Therapie mit derartigen Betablockern auch beim Menschen Metastasen an Knochen verhindern, hoffen die Studienautoren. [mst]

Quelle: PLoS Biology

Medizin Körperliche Inaktivität fordert jedes Jahr fünf Millionen Tote.

Das geht aus einer Studie hervor, die im britischen Fachmagazin The Lancet vorgestellt wird. Damit lasse sich jeder zehnte der weltweit insgesamt 57 Millionen Todesfälle pro Jahr auf eine mangelnde körperliche Betätigung zurückführen. Drei von zehn Menschen über 15 Jahren bewegen sich demnach nicht ausreichend, bei den 13- bis 15-Jährigen seien es sogar vier von fünf. Körperlich inaktiv ist den Studienautoren zufolge, wer weniger als fünf Mal die Woche einer gemäßigten oder weniger als drei Mal die Woche einer kräftigen körperlichen Tätigkeit nachgeht. Inaktivität ist bei Frauen häufiger als bei Männern und nimmt im Alter zu. [mst]

Quelle: The Lancet

Biologie Die Vereinten Nationen warnen vor einer Heuschrecken-Plage in Afrika.

Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, mitteilte, hätten im Norden der westafrikanischen Länder Mali und Niger viele Grashüpfer bereits Ernten vernichtet. Zudem begünstige das aktuelle Wetter die Vermehrung der Insekten. Es sei zu befürchten, dass sich die Tiere weiter ausbreiten und auch in der Sahelzone und in nordafrikanischen Staaten wie Marokko, Libyen und Algerien Schäden anrichten. Heuschrecken können täglich Pflanzen von der Masse ihres eigenen Körpergewichts fressen. [mst]

Quelle: FAO

Biologie Kolibris sind wetterfest.

Biologen der Universität von Kalifornien in Berkeley sind der Frage nachgegangen, inwieweit Regentropfen den Flug der kleinen Vögel beeinflussen. Um diese zu beantworten, ließen sie Annakolibris bei künstlichem Regen im Labor fliegen. Die These der Wissenschaftler war, schreiben sie in den Proceedings B der britischen Royal Society, dass bei dem Körpergewicht der Vögel von nur wenigen Gramm jeder Wassertropfen enorme Störungen verursachen müsste. Jedoch wurden die Biologen eines Besseren belehrt. Entgegen ihren Erwartungen beeindruckte der Regen die Vögel mitnichten. Selbst bei heftigem Niederschlag konnten die Tiere problemlos in der Luft stehen bleiben. Möglich wurde dies, weil die Kolibris die Flügel weniger hoch hoben und senkten, diese allerdings in höherer Frequenz schlugen. Zudem habe ihr Gefieder die Tropfen wie eine Art Trampolin abgefedert. [mst]

Quelle: Proceedings of the Royal Society B (doi10.1098/rspb.2012.1285)

Archäologie Neandertaler nutzten auch schon die Wirkung von Heilpflanzen.

Das folgern britische, australische und spanische Archäologen aus Funden, die sie in der El Sidron Höhle in Nordspanien gemacht haben. Bei Analysen mithilfe der sogenannten Gas-Chromatographie-Massen-Spektrometrie konnten sie die Pflanzenspezies bestimmen, die die Vertreter von Homo neandertalensis vor rund 30.000 Jahren in die Höhle gebracht hatten. Dabei stießen die Forscher auf eine Vielzahl von Pflanzenresten, die keinen hohen Nährwert haben und nicht besonders schmackhaft sind, jedoch als Heilpflanzen benutzt werden, etwa Schafgarbe oder Kamille. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Naturwissenschaften notieren, haben demnach Neandertaler diese Pflanzen bewusst als Heilkräuter gesammelt und angewendet. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Kernkraft Fukushima-Brennstäbe werden entfernt.

Die Betreiberfirma des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima Daiichi, Tepco, hat mit der Entfernung zweier Brennstäbe aus einem Abklingbecken begonnen, das als hohes Sicherheitsrisiko gilt. Wie die Atomaufsichtsbehörde der japanischen Regierung heute mitteilte, sollen alle der 1535 Brennstäbe aus dem Abklingbecken neben Reaktor 4 an eine sicherere Lagerstätte gebracht werden. Unterdessen wurde trotz heftiger Proteste von Atomgegnern ein weiterer Reaktor in Japan wieder hochgefahren. Es ist der zweite Reaktor, der nach der Atomkatastrophe von Fukushima wieder in Betrieb genommen wurde. Nach Agenturangaben soll der Reaktor 4 im Atomkraftwerk Oi ab Samstag Energie ins Netz speisen und bis zum 25. Juli seine volle Leistung erreichen. [mst]
17.07.2012

Anthropologie Forscher entdecken Wasserspeicher der Maya

Die Maya schufen mit einfachsten Werkzeugen bereits ein erstaunlich effizientes Wassersystem. Das zeigen neue Ausgrabungen in der Mayastadt Tikal in Guatemala. Zahlreiche Wasserbecken, Kanäle und eine neu entdeckte Schaltstation sorgten dafür, dass das Regenwasser optimal auf Wasserspeicher verteilt und später wieder abgezapft werden konnte. Die Archäologen entdeckten zudem einen gewaltigen, mehrschichtigen Damm mit Schleusen. Es handele sich dabei um das größte bekannte hydraulische Bauwerk des gesamten Mayagebietes, berichten die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Zoologie/Botanik Diebische Nager sichern Palmen das Überleben

Die Schwarze Palme, eine Art aus Zentralamerika, verdankt ihr Überleben schon seit Jahrtausenden einem Nagetier, das mit dem Meerschweinchen verwandt ist. Diese sogenannten Agutis sammeln zunächst die Samen der Palmbäume und lagern sie in Verstecken. Weil sie sich die Beute aber auch gegenseitig stibitzen und an anderen Stellen wieder eingraben, tragen sie zur Ausbreitung der Schwarzen Palme bei. Das berichten niederländische Forscher im Fachblatt "PNAS". Sie hatten sowohl die Samen als auch einige Agutis mit winzigen Funksendern versehen. Auf diese Weise zeigte sich, dass die Palmen mithilfe der Nager neue Gegenden besiedeln können. //[reu]//

Gesundheit Forscher schätzen Gesundheitsfolgen des Unfalls in Fukushima ab

Durch die Atomkatastrophe von Fukushima könnten im Extremfall weltweit bis zu 1300 Menschen zusätzlich an Krebs sterben. Das zeigt ein Computermodell, mit dem Forscher aus den USA berechnet haben, welche globalen Gesundheitsfolgen des Unfalls zu erwarten sind. Die errechneten Werte hätten eine enorme Spannbreite, schreiben die Forscher im Fachblatt "Energy and Environmental Science". Sie reiche von 15 bis zu den genannten 1300 Todesfällen. Als beste Näherung kamen die Forscher auf ungefähr 130 zusätzliche Krebstote weltweit. //[reu]//

Materialforschung Das "leichteste" Material der Welt kommt aus Norddeutschland

Forscher aus Hamburg und Kiel haben heute im Fachblatt "Advanced Materials" eine Substanz vorgestellt mit der niedrigsten bekannten Dichte eines Feststoffes. Das sogenannte Aerographit besteht aus einem Netzwerk von Kohlenstoffröhrchen, die dreidimensional miteinander verwachsen sind. Mit 0,2 Milligramm pro Kubikzentimeter ist es ungefähr 75 Mal leichter als Styropor. Trotz der geringen Dichte sei das Material äußerst belastbar, schreiben die Forscher. Es lasse sich zum Beispiel um bis zu 95 Prozent komprimieren und anschließend wieder in die ursprüngliche Form auseinander ziehen. //[reu]//

Publizistik Großbritannien setzt auf Open Access

Wissenschaftliche Veröffentlichungen, die mithilfe von staatlichen Forschungsgeldern zustande gekommen sind, müssen in Großbritannien ab April 2013 frei und kostenlos zugänglich sein. Das teilte der gemeinsame Forschungsrat des Vereinigten Königreichs gestern in einer Stellungnahme mit. Das übliche Modell hierbei sieht vor, dass die Wissenschaftler den Verlagen eine Geldsumme zahlen, damit ihre Veröffentlichungen frei zugänglich sind. Weil das Geld andererseits für die Forschung selbst fehlt, wurden die Pläne des Forschungsrates von einigen Experten kritisiert. Unklar ist zurzeit auch noch, mit welchen Sanktionen Wissenschaftler rechnen müssen, die sich nicht an die Vorgaben halten. //[reu]//

Medizin Tabletten zum Schutz vor HIV-Infektionen werden in den USA zugelassen

Die Arzneimittelbehörde FDA erklärte gestern, das Medikament Truvada könne auf den Markt gebracht werden. Damit sollen sich gesunde Menschen mit einem hohen Infektionsrisiko vor einer Ansteckung schützen. In einer klinischen Studie konnte das Medikament die Wahrscheinlichkeit einer Infektion bei heterosexuellen Partnern, von denen einer seropositiv war, um bis zu 75 Prozent senken. Truvada wird heute schon in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur Behandlung von HIV-Patienten verwendet. //[reu]//
16.07.2012

Biologie Schon im Mutterleib prägt die Umwelt unser Erbgut

Eineiige Zwillinge gehen aus derselben befruchteten Eizelle hervor, ihr Erbgut ist absolut identisch. Aber selbst eineiige Zwillinge werden mit subtilen Unterschieden in ihrer Genaktivität geboren, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Genome Research". Die Wissenschaftler hatten Nabelschnurblut, Plazentaproben und das Blut von 66 neugeborenen ein- und zweieiigen Zwillingen untersucht. Sie wollten wissen, welche Gene aktiv und welche durch Anlagerung von Methylgruppen chemisch verändert – und damit inaktiviert sind. Sie stellten fest, dass sich sowohl zweieiige als auch eineiige Zwillinge in diesen epigenetischen Anlagerungen unterscheiden. In einigen Genregionen hätten die Differenzen bis zu 20 Prozent betragen. Diese Unterschiede könnten nur durch Einflüsse im Mutterleib zustande gekommen sein. Die Epigenetik beeinflusst unter anderem das Risiko, im Laufe des Lebens Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt oder Krebs zu bekommen. Der neue Fund könnte helfen, Krankheitsrisiken früh zu erkennen und zu behandeln. So lasse sich das Risiko für bestimmte Krankheiten möglicherweise durch spezielle Diäten der schwangeren Frauen verringern, glauben die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Genome Research; doi: 10.1101/gr.136598.111

Biologie Meeresbakterien handeln mit Genen

Roseobakterien sind in den Ozeanen weit verbreitet. Die Bakterien besitzen einen ungewöhnlich vielfältigen Stoffwechsel. Warum Roseobakterien in der Lage sind, neue ökologische Nischen schnell und effektiv besetzen zu können, haben jetzt Forscher am Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig entdeckt. Die Bakterien tauschen Erbinformation auch über Artgrenzen hinweg miteinander aus – in Form von ringförmigen Erbmolekülen, so genannten Plasmiden. So ist etwa die Fähigkeit, Fotosynthese zu betreiben, bei bestimmten Roseo-Arten auf ein großes, 45 Gene umfassendes Plasmid ausgelagert, berichten die Forscher im Fachblatt "Environmental Microbiology". Bei Roseobakterien kann bis zu ein Drittel des gesamten Erbgutes auf Plasmiden liegen. Die Bakterien können so Gene für wichtige Stoffwechselfunktionen schnell weitergeben aber auch von anderen Bakterien aufnehmen. //[mawi]//

Astronomie/Meteorologie Der Sonnensturm verlief bislang glimpflich

Der Sonnensturm hat am Wochenende keine nennenswerten Schäden an Satelliten angerichtet. Auch auf der Erde registrierten Experten des US-amerikanischen Meteorologischen Instituts NOAA nur - so wörtlich - "geringe geomagnetische Sturmaktivitäten". Der Sturm habe die Stärke eins auf einer bis fünf reichenden Skala. Die Aktivitäten könnten sich noch allerdings noch steigern und dann Stärke zwei erreichen. Für Menschen auf dem Erdboden sei das Phänomen nicht gefährlich, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde ESA mit. Für Passagiere auf Langstrecken-flügen könne sich eine erhöhte Strahlenbelastung ergeben. Sonnenstürme entstehen, wenn die Sonne große Wolken elektrisch geladener Teilchen ins All schleudert und diese auf die Erde treffen. Seit 2010 nimmt die Sonnenaktivität wieder zu. //[mawi]//

Zoologie Amselsterben geht weiter

Das für Vögel tödliche Usutu-Virus ist jetzt erstmals auch bei einer toten Amsel aus Siegen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden. Das teilte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg mit. Das Virus sei außerdem in sechs toten Amseln aus Rheinland-Pfalz gefunden worden. Infizierte Vögel können kaum mehr fliegen und taumeln auffällig, weil das Usutu-Virus auch das Gehirn befällt. Das Bernhard-Nocht-Institut bittet darum, tot aufgefundene Vögel einzuschicken. Im vergangenen Sommer waren im Südwesten Deutschlands Hunderttausende Amseln erkrankt und verendet. //[mawi]//

Raumfahrt Drei Raumfahrer auf dem Weg zur ISS

Ein russisches Raumschiff ist gestern vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur aus mit drei Raumfahrern an Bord gestartet. Morgen früh solle die Sojus an der Internationalen Raumstation ISS ankoppeln, teilte das Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau heute mit. Die Raumfahrer aus Russland, Japan und den USA sollen bis November im All bleiben und rund 30 wissenschaftliche Experimente durchführen. Auf dem Programm stehen auch zwei Ausstiege sowie die Abfertigung von russischen und japanischen Frachtraumschiffen. //[mawi]//
13.07.2012

Kernenergie Tepco testet die Bergung der Brennelemente aus dem Reaktorgebäude 4.

Zunächst sollen zwei Brennelemente mit einem Kran aus dem Abklingbecken gezogen und in einen nicht näher beschriebenen Spezialbehälter geladen werden. Den Behälter hebt anschließend ein zweiter Kran vom zerstörten Reaktorgebäude; die so verpackten Brennelemente sollen auf dem Kraftwerksgelände gelagert werden. Mit dem Vorgang will Tepco testen, wie sich die 1535 zum Teil hoch radioaktiven Brennelemente aus dem quasi unter offenem Himmel liegenden Brennelementbecken entfernen lassen. Den Zeitpunkt für den Test ließ das Unternehmen offen. Es begründete das mit "Sicherheitsbedürfnissen". Der Reaktor 4 war zum Zeitpunkt der Katastrophe heruntergefahren. Die Brennstäbe lagern daher alle im Abklingbecken. //[gät]//

Quelle: NHK

Sicherheitstechnik Augenscanner müssten regelmäßig aktualisiert werden.

Die Iris galt unter Sicherheitsingenieuren bis jetzt als gute Basis für eine sichere Identifizierung durch Biometrischen Daten: Sie braucht eine verhältnismäßig geringe Datenmenge, außerdem gingen die Techniker davon aus, dass sich die Iris im Laufe der Jahre nicht ändert. Forscher der Universität Notre Dame widersprechen dieser Auffassung jetzt jedoch. Sie hatten in einer mehrjährigen Studie nachweisen können, dass die Iris altert. Für die Sicherheitssysteme bedeute das, so die Forscher, dass die Daten in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden müssten. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Frühgeschichte Die ersten Kultur in Amerika war nicht allein.

Vor rund 12.500 Jahren entwickelten die ersten Siedler in Amerika eine Kultur, die Forscher als Clovis-Kultur bezeichnen. Bis jetzt gingen Archäologen und Anthropologen davon aus, dass dies die erste und einzige Kultur in Nordamerika war. Ein dänisch-US-amerikanisches Forscherteam mag dieser Sicht nun nicht mehr folgen. Die Wissenschaftler hatten Steinspitzen in einer Höhle in Oregon entdeckt, die einer anderen Kultur zuzurechnen sind. Eine Datierung dieser "Western-Stemmed"-Steinspitzen ergab ein Alter von rund 14.000 Jahren. Die Wissenschaftler vermuten daher in "Science", dass mindestens zwei Kulturen nebeneinander existierten. //[gät]//

Quelle: Science

Mykologie Der Mensch domestizierte auch einen Schimmelpilz.

Er änderte damit, teils absichtlich, teils wohl eher durch Zufall, den Stoffwechsel des Pilzes so, dass dieser keine giftigen Stoffe mehr produziert. Das schreiben Forscher der Vanderbilt University in den USA in "Current Biology". Die Wissenschaftler hatten das Erbgut des kultivierten Schimmelpilz //Aspergillus oryzae// mit dem der wild gedeihenden Variante verglichen und dabei erhebliche Veränderungen entdeckt. Sie vermuten, dass sich die Veränderungen ergaben, weil der Mensch den Pilz zusammen mit einem Hefepilz nutzte, um aus Reis ein alkoholisches Getränk her zu stellen. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Paläoklimatologie Die letzte Warmzeit ließ die Meere stärker steigen als vermutet.

Vor etwa 126.000 Jahren begann die Eem- oder Riß/Würm-Warmzeit. Die mittlere Jahrestemperatur der Erde stieg um ein bis zwei Grad über das heutige Niveau, der Meeresspiegel um vier bis sechs Meter. So die heute akzeptierte Theorie. Ein internationales Forscherteam modifiziert diese Theorie in "Science" nun etwas. Ausgehend von Isotopen in Korallen und einem Vergleich von lokalen mit weltweiten Spuren kommen sie zu dem Schluss, dass die Ozeane sich um 5,5 bis neun Meter hoben. Das würde bedeuten, dass wesentlich mehr Eis in Grönland und der Antarktis schmolz als Forscher heute anzunehmen geneigt sind. //[gät]//

Quelle: Science

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