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14.11.2012

Astronomie Astronomen entdecken einen einsamen "Planeten".

Mithilfe des Very Large Telescopes der Europäischen Weltraumorganisation ESO und des Canada-France-Hawaii Telescopes haben Forscher einen Himmelskörper beobachtet, der nicht um einen Stern kreist, sondern frei durch den Weltraum fliegt. Bei dem Himmelskörper handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Planeten, der sich in rund 100 Lichtjahren Entfernung von unserer Sonne befindet, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Astronomy & Astrophysics. Diese vergleichsweise geringe Distanz in Kombination mit der Abwesenheit eines hellen Sterns in unmittelbarer Nähe ermöglichte es den Forschern, die Atmosphäre des Objekts detailliert zu untersuchen. Demnach entstand der Himmelskörper vor etwa 50 bis 120 Millionen Jahren. Er hat eine Temperatur von rund 400 Grad Celsius und ist vier bis sieben Mal so groß wie Jupiter. [mst]

Quelle: ESO

Medizin Die Zahl der Polio-Erkrankungen ist weltweit rückläufig.

Dennoch gebe es keinen Grund zur Entwarnung, da es noch weiterhin Problemregionen gebe, teilte ein internationales Forscherteam auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Tropische Medizin und Hygiene in Atlanta mit. Demnach wurden offiziellen Angaben zufolge von Januar bis Oktober dieses Jahres weltweit 177 neue Fälle von Kinderlähmung registriert. 2012 waren es im selben Zeitraum noch knapp 500 registrierte Erkrankungen. Betroffen seien vor allem Pakistan, Nigeria und Afghanistan. Als Grund geben die Forscher niedrige Impfquoten an. [mst]

Medizin Das Bundeskabinett beschließt die Verordnung zur Präimplantationsdiagnostik.

Eltern sollen zukünftig in Deutschland Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung unter bestimmten Bedingungen auf Gendefekte testen lassen können. Das Bundeskabinett brachte heute eine entsprechende Verordnung zur begrenzten Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) auf den Weg. Der Bundestag hatte das entsprechende Gesetz bereits im Juli vergangenen Jahres beschlossen. Jedoch dürfen erst durch Inkrafttreten der Verordnung diese Tests tatsächlich durchgeführt werden. Die beschlossene Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats. [mst]

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Medizin Migräne hinterlässt im Gehirn nur optische Spuren.

Patienten, die unter einer chronischen Migräne leiden, müssen entgegen früherer Vermutungen keinen Verlust ihrer geistigen Fähigkeiten befürchten. Das ist das Fazit einer Langzeitstudie des Staatlichen Instituts für Neurologische Schäden der USA (NINDS), deren Ergebnisse im Journal of the American Medical Association vorgestellt werden. Die Studienleiter hatten knapp 300 Frauen und Männern mit und ohne Migräne untersucht. Demnach zeigen Aufnahmen der Magnetresonanztomografie, dass eine chronische Migräne im Gehirn zwar helle Flecken verursacht. Diese Fleckenbildung führe jedoch nicht zum Verlust geistiger Fähigkeiten. [mst]

Quelle: www.nih.gov

Biologie Genetiker entschlüsseln das Geheimnis der Trampeltiere.

Ein internationales Forscherteam ist der Frage nachgegangen, wie sich der Stoffwechsel der Baktrischen Kamele an das Leben in Wüsten angepasst hat. Wie die Genetiker im Fachblatt Nature Communications schreiben, helfen diverse Unterschiede in den Stoffwechselgenen der Trampeltiere, damit diese länger ohne Nahrung auskommen als die nah verwandten Rinder. Demnach haben Trampeltiere einen deutlich höheren Blutzuckerspiegel und können bis zu achtmal mehr Salz aufnehmen. Ein Gen beeinflusst die Reaktion der Blutgefäße auf Salz derart, dass die zweihöckrigen Tiere trotz ihres hohen Salzkonsums keinen Bluthochdruck bekommen. Der Vergleich mit dem Rinder-Genom ergab zudem, dass der letzte gemeinsame Vorfahre von Rindern und Trampeltieren vor rund 55 bis 60 Millionen Jahren gelebt hat. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms2192)

Umwelt Der weltweite CO2-Ausstoß ist 2011 auf Rekordniveau gestiegen.

Und zwar auf 34 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Dies entspricht einer Steigerung um 0,8 Milliarden Tonnen seit 2010. Das geht aus Berechnungen hervor, die das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) gestern in Münster vorstellte. Die Liste führt China mit 8,9 Milliarden vor den USA (6 Mrd.) und Indien (1,8 Mrd.) an. Deutschland konnte seinen CO2-Ausstoß seit 2010 leicht verringern und belegte mit 804 Millionen Tonnen Platz sechs. Grundlage für die jährlichen Berechnungen des IWR sind die globalen fossilen Energieverbrauchsdaten, die der BP-Konzern bereitstellt. [mst]

Quelle: IWR

Biologie Teufel finden ein Zuhause.

Morgen sollen 14 Tasmanische Teufel auf der Insel Maria Island ausgesetzt werden. Wie der Umweltminister Tasmaniens Brian Wightman mitteilte, sind die Tiere gesund. Durch diese Umsiedlung versprechen sich die Behörden eine Art Sicherheits-Population für die Zukunft. Der Bestand der seltenen Raubbeuteltiere ist stark bedroht. Mehr als 90 Prozent der Teufel sind bislang an einem ansteckendem Gesichts-Krebs gestorben, der von Tier zu Tier durch Bisse übertragen wird. [mst]
13.11.2012

Technologie Ein elektrochemischer Test findet den Schützen

Forscher aus Kalifornien haben einen mobilen Detektor entwickelt, der Schmauchspuren an der Hand eines Verdächtigen nachweisen kann. Mithilfe einer speziellen Software ließe sich aus den Messwerten sogar ermitteln, ob eine Person selbst geschossen habe oder nur am Tatort anwesend war, als eine Waffe abgefeuert wurde, schreiben die Forscher im Fachblatt "Analytical Chemistry". Der Detektor besteht aus einer Elektrode und einem Sensor. Die Elektrode wird zunächst über die Hand eines Verdächtigen gerieben. Dadurch bleiben Partikel an ihr haften, die von den Schmauchspuren stammen. Anschließend misst der Sensor den Strom, der eine chemische Veränderung dieser Partikel anzeigt. Aus diesen Signalen lässt sich auf die Zusammensetzung der Probe schließen, berichten die Forscher. //[reu]//

Quelle: Analytical Chemistry

Technologie Ein elektrochemischer Test findet den Schützen

Forscher aus Kalifornien haben einen mobilen Detektor entwickelt, der Schmauchspuren an der Hand eines Verdächtigen nachweisen kann. Mithilfe einer speziellen Software ließe sich aus den Messwerten sogar ermitteln, ob eine Person selbst geschossen habe oder nur am Tatort anwesend war, als eine Waffe abgefeuert wurde, schreiben die Forscher im Fachblatt "Analytical Chemistry". Der Detektor besteht aus einer Elektrode und einem Sensor. Die Elektrode wird zunächst über die Hand eines Verdächtigen gerieben. Dadurch bleiben Partikel an ihr haften, die von den Schmauchspuren stammen. Anschließend misst der Sensor den Strom, der eine chemische Veränderung dieser Partikel anzeigt. Aus diesen Signalen lässt sich auf die Zusammensetzung der Probe schließen, berichten die Forscher. //[reu]//

Quelle: Analytical Chemistry

Psychologie Britische Forscher haben herausgefunden, weshalb Jucken ansteckend wirkt

Alleine durch das Betrachten eines Menschen, der sich etwa am Arm kratzt, wird im Gehirn des Beobachters ein Nervenverbund aktiviert, der üblicherweise diesen Reiz vermittelt. Das offenbarte sich in einem Experiment der Forscher: Sie zeigten Versuchspersonen ein Video eines Menschen, der sich kratzt. Bei rund 60 Prozent der Probanden lösten die Aufnahmen ebenfalls einen Juckreiz aus. In Hirnscans zeigte sich zudem, dass bei dieser unwillkürlichen Reaktion die gleichen Hirnareale aktiviert werden wie bei einem tatsächlichen Juckreiz, der zum Beispiel durch Chemikalien ausgelöst wird. Diese Reaktion falle umso stärker aus, je mehr ein Mensch zu negativen Emotionen neige, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

Biologie Die Menschen werden immer dümmer

Das behauptet zumindest der kalifornische Wissenschaftler Gerald Crabtree im Fachmagazin "Trends in Genetics". Dort schreibt er, dass die durchschnittliche Intelligenz des Menschen allmählich schwinde. Denn seit die Menschheit Ackerbau betreibe und in großen Gemeinschaften zusammen lebe, sei die Intelligenz des Einzelnen weniger wichtig geworden. Vor Tausenden Jahren jedoch, als die Menschen in kleinen Verbänden durch die Wildnis streiften, waren intellektuelle Fähigkeiten entscheidend für das Überleben eines jeden Menschen. Die menschliche Intelligenz hängt dem Forscher zufolge von rund 2000 bis 5000 Genen ab. Diese Erbanlagen seien besonders anfällig für Mutationen, schreibt Crabtree. Er widerspricht damit Studien, denen zufolge der durchschnittliche Intelligenzquotient seit Anfang des 20. Jahrhunderts von Generation zu Generation anstieg. //[reu]//

Quelle: RSC Chemistry World, Nature Nanotechnology

Medizin DNA-Tentakeln fischen nach Krebszellen

In den aktuellen Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften stellen Forscher aus Massachusetts einen Chip vor, mit dem sich Krebszellen im Blut eines Patienten nachweisen lassen. Solche Zellen können ein Hinweis darauf sein, wie gut eine Therapie anschlägt. Das Blut des Patienten fließt dabei durch feine Kanäle in der Oberfläche des Chips. In den Kanälen haben die Forscher DNA-Moleküle verankert, die wie lange Fäden in das Blut eintauchen. Die Moleküle haben die Fähigkeit, an der Hülle der Krebszellen anzudocken, um sie so festzuhalten. Mit einem Enzym können die DNA-Fäden anschließend zerschnitten werden, um die Krebszellen wieder frei zu geben, so dass sie näher untersucht werden können. Der neuartige Chip bindet die Krebszellen deutlich besser als bisherige Modelle, in denen maßgeschneiderte Antikörper die Zellen festhalten. Sie ermöglichen daher zehnmal höhere Durchflussraten. //[reu]//

Physik Röntgenphotonen lassen sich speichern – theoretisch

Mithilfe eines Magnetfeldes könnten sich einzelne Röntgenteilchen einfangen und anschließend ohne Informationsverlust wiedergewinnen lassen. Das schreiben Forscher aus Heidelberg in den "Physical Review Letters". Mithilfe eines solchen Speichers für Röntgenteilchen könnten sich zukünftige Quantencomputer verwirklichen lassen. Die Forscher stützen sich auf theoretische Überlegungen: Werden Eisenatome in ein Magnetfeld eingebracht, können ihre Kerne die Energie des Röntgenteilchens aufnehmen und speichern – in Form eines angeregten Zustandes. Durch Abschalten des Magnetfeldes würden die quantenmechanischen Eigenschaften des Teilchens sozusagen eingefroren. Ein Wiederanschalten des Feldes würde das Photon wieder frei setzen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass sich Röntgenstrahlen auf ein einzelnes Atom fokussieren lassen und dass pro Röntgenpuls auch nur ein Eisenkern angeregt wird. //[reu]//

Quelle: Physical Review Letters

12.11.2012

Medizin Gentherapie unterdrückt Epilepsie-Anfälle bei Ratten

Forscher vom University College in London haben in Gehirnzellen von Ratten ein zusätzliches Gen für einen Ionenkanal eingeschleust. Die zusätzlichen Ionenkanäle in der Membran der Hirnzellen sollen dafür sorgen, dass dauerhaft mehr Kalium-Ionen außerhalb der Zelle als innen vorliegen. So erhalten die Nervenzellen im Innern dauerhaft einen leicht negativen Ladungsüberschuss. Wenn Hirnzellen sich positiv aufladen, entsteht ein elektrischer Impuls: Die Nervenzelle feuert. Das zusätzliche Gen für den Kalium-Ionenkanal soll eine Übererregung der Gehirnzellen verhindern und damit die Ursache für einen epileptischen Anfall. Eine einmalige gentherapeutische Behandlung habe die Krampfanfälle bei den Ratten über mehrere Wochen hinweg gestoppt, ohne dass dabei Nebenwirkungen aufgetreten seien, berichten die Forscher im Fachblatt "Science Translational Medicine". Ob die Gentherapie auch Menschen helfen könnte, ist noch nicht erwiesen. Möglicherweise könnte Patienten geholfen werden, deren Epilepsie bisher nicht behandelbar ist, hoffen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Science Translational Medicine - doi: 10.1126/scitranslmed.300419

Biologie Falsch tickende biologische Uhr begünstigt Übergewicht

Forscher der Universität von Pennsylvania haben im Tierversuch bei Mäusen ein Uhren-Gen mit Namen "Arntl" in den Fettzellen zerstört. Die Folge: Die Mäuse wurden übergewichtig, obwohl sie nicht mehr Kalorien zu sich nahmen als zuvor. Bereits eine geringe Verschiebung der Essenszeiten könne offenbar das Speichern zusätzlicher Energie begünstigen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine". Zum anderen belege der Versuch, dass biologische Uhren in den äußeren Geweben auch unabhängig arbeiten könnten und Einfluss hätten auf die Hauptuhr im Hypothalamus des Gehirns. Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sich die biologischen Uhren in der Peripherie an dem zentralen Taktgeber im Gehirn orientieren. Eine dauerhafte Störung der inneren Uhr kann bei Mäusen und Menschen zu Stoffwechselproblemen führen: So seien Menschen, die nachts arbeiteten, anfälliger für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. //[mawi]//

Quelle: Nature Medicine - Doi: 10.1038/nm.2979

Psychologie Stress in früher Kindheit macht Frauen anfälliger für Depressionen

Stress im ersten Lebensjahr - beispielsweise durch überforderte Mütter – führt dazu, dass bei Mädchen der Spiegel des Stresshormons Cortisol langfristig erhöht ist. Im Gehirn seien daher zwei Areale, die Amygdala und der präfrontale Cortex, weniger stark miteinander verknüpft als gewöhnlich. Beide Areale sind für Gefühle und die Gefühlskontrolle zuständig. Im Alter von 18 Jahren litten diese Frauen überdurchschnittlich unter Depressionen oder Angststörungen, berichten Forscher der Universität von Wisconsin-Madison nach einer Langzeitstudie mit 57 Kindern im Fachblatt "Nature Neuroscience". Bei Frauen hinterlasse früher Stress und der dadurch erhöhte Cortisol-Spiegel einen klaren Abdruck im Gehirn, so die Forscher. Bei männlichen Versuchspersonen sei dies nicht nachweisbar gewesen. //[mawi]//

Quelle: Nature Neuroscience ; doi: 10.1038/nn.3257

Zoologie Zahl der indischen Geier erstmals wieder angestiegen

Die Zahl der Tiere war in den letzten 20 Jahren - je nach Art - um bis zu 99 Prozent zurückgegangen. 2011 habe es nur noch 1000 Schmalschnabelgeier, 11.000 Bengalengeier und 44.000 Indische Geier gegeben, berichten Forscher der Bombay Natural History Society (BHNS) im Fachmagazin "PlOS ONE". Der dramatische Rückgang der Geierpopulation hatte in den 1990er-Jahren begonnen, nachdem die Geier Tierkadaver gefressen hatten, die den Entzündungshemmer Diclofenac enthielten. Das Medikament führte bei den Geiern zu Nierenversagen. Möglicherweise zeige sich jetzt ein erster Effekt des Verbotes aus dem Jahr 2006, Diclophenac in der Tiermedizin zu benutzen. Auch wen Kontrollen nach wie vor lückenhaft seien. //[mawi]//

Quelle: PLOS ONE

Physik Supersymmetrie wird weiter verzweifelt gesucht

Forscher des europäischen Teilchenforschungszentrums CERN in Genf haben ein Experiment gemacht, das eine gängige physikalische Theorie namens Supersymmetrie in Frage stellt. Die Supersymmetrie gilt unter Physikern seit Jahren als einer der vielversprechendsten Kandidaten, um die Natur der Dunklen Materie zu erklären, aus der knapp ein Viertel des Universums besteht. Der sogenannte LHCb-Detektor am Teilchenbeschleuniger LHC soll die mysteriösen supersymmetrischen Partikel erstmals dingfest machen. Doch die aktuellen Messergebnisse, die jetzt auf einer Konferenz in Japan präsentiert wurden, liefern keinen Beleg für die Existenz supersymmetrischer Teilchen. Ganz vom Tisch ist die Idee damit zwar noch nicht, aber sie ist zumindest stark angezählt - und die Physiker müssen nach anderen Erklärungen für die dunklen Seiten des Universums suchen. //[rk]//
09.11.2012

Verhaltensforschung Ein Passwort schützt vor Kuckucks-Küken.

Während ein Weibchen des Prachtstaffelschwanz’ seine Eier bebrütet, pfeift es immer wieder die gleiche Melodie. Diese Melodie unterscheidet sich von Nest zu Nest und dient offenbar nach dem Schlüpfen der Küken als eine Art Passwort für die Fütterung. Das berichten Biologen der Flinders University in den USA: Sie hatten beobachtet, dass die Küken diese Melodie zwitscherten, um gefüttert zu werden. Sorgten die Forscher dafür, dass die Weibchen eine andere Weise hörten, fütterten die Vögel ihren Nachwuchs nicht. Die Forscher vermuten, dass die Vögel auf diese Weise verhindern wollen, dass der Nachwuchs des Rotschwanzkuckucks auf Kosten der eigenen Küken groß gezogen wird. //[gät]//

Quelle: DOI 10.1016/j.cub.2012.09.025

Medizin Der Malaria-Impfstoff RTS-S enttäuscht in der klinischen Studie.

Der Impfstoff wurde in Afrika an Babys im Alter von sechs bis zwölf Wochen getestet. Forscher, die Bill & Melinda Gates Foundation und die Industrie hofften, dass rund zwei Drittel der geimpften Kinder gegen die Krankheit geschützt wären. Tatsächlich stellte sich jedoch nur bei knapp einem Drittel der Kinder ein Schutz gegen Malaria ein. Zudem hielt der Impfschutz nur wenige Monate. Damit erfüllt der Impfstoff nicht die Kriterien, die von einer Expertengruppe unter Leitung der WHO für einen Malaria-Impfstoff definiert wurden. Danach sollte ein Serum in mehr als 50 Prozent aller Fälle vor einer Infektion schützen und mindestens ein Jahr wirken. Forscher des Entwicklerteams sagten "Nature", sie wollten weiter an dem Serum arbeiten und hofften auf bessere Ergebnisse. //[gät]//

Quelle: Nature

Klimaforschung Klimavorhersagen lassen sich deutlich verbessern.

Berechnen Meteorologen, um wie viel Grad Celsius sich die mittlere Temperatur der Erde am Boden bis 2100 erhöhen wird, erhalten sie als Ergebnis eine Temperaturspanne zwischen 1,5 bis 4,5 Grad. Forschern des National Center for Atmospheric Research in Boulder ist das zu viel. Sie schlagen daher in "Science" vor, Wolken und ihre Wirkung auf das Klima nicht mehr direkt in die Modelle einzubeziehen, sondern indirekt: Werde die relative Luftfeuchte in Schlüsselregionen wie den Tropen gut modelliert, ergebe sich auch eine gute Prognose der Wolkendecke und ihrer Wirkung auf das Klima. Das zeigten ihre eigenen Berechnungen. //[gät]//

Quelle: Science

Biologie Eine Entzündung heilt Hirnverletzungen beim Zebrafisch.

Das berichten Forscher der TU Dresden und Kollegen aus Australien in "Science". Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe von Medikamenten gezielt Entzündungen in gesunden Zebrafischen ausgelöst. Dabei beobachteten sie, dass durch die Entzündung ein Eiweiß ausgeschüttet wurde, dass das Wachstum von neuen Neuronen anregte. Unterdrückten die Forscher jedes Entzündungszeichen, unterblieb auch die Bildung neuer Neuronen. Die Wissenschaftler ziehen aus ihrer Beobachtung den Schluss, dass das Immunsystem beim Zebrafisch einen wichtige Rolle bei der Neubildung von Nervenzellen spielt. Bei Menschen oder Säugetieren funktioniere dieser Mechanismus jedoch nicht, so die Dresdener Forscher weiter: Wird ihr Hirn verletzt, bilden sich Narben - und die verhindern eine Regeneration von Nervenzellen. //[gät]//

Quelle: dpa

Geschichte Regen ließ die Maya-Kultur wachsen – Trockenheit zerstörte sie.

So beschreibt eine US-Forschergruppe den Zusammenhang zwischen dem Klima und dem Aufstieg und Niedergang der Maya. Die Wissenschaftler stützen sich auf das Sauerstoff-Isotopenverhältnis in einem Stalagmiten aus dem Südosten von Yucatan. Der Stalagmit ist über einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren kontinuierlich gewachsen; damit lassen sich bestimmte Abschnitte bestimmten Jahren zuordnen. Die Analyse der Sauerstoffisotope lässt Rückschlüsse auf die Regenmenge zu. Das Ergebnis ihrer Untersuchung zeige, dass die Maya zu einer Hochkultur aufstiegen, während es in Yucatan ausreichend regnete. Um 660 jedoch veränderte sich das Klima, die Region wurde trockner – und der Niedergang der Maya-Kultur begann. Das Ende kam im 11. Jahrhundert – als die Dürre ihren Höhepunkt erreichte. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Medizin Österreich und Italien geben den Grippe-Impfstoff von Novartis wieder frei.

Eine Untersuchung der zuständigen italienischen Arzneimittelbehörde AIFA hat ergeben, dass es sich bei Ausflockungen, die in einigen Chargen des Impfstoff entdeckt wurden, um Verklumpungen von Eiweißbestandteilen gehandelt habe. Durch Schütteln lösten sich diese Verklumpungen wieder auf. Mit negativen Folgen sei nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Österreich nicht zu rechnen. In Deutschland wird der Impfstoff nicht wieder auf den Markt zurückkommen. Die Rücknahme der Freigabe sei nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts endgültig, die fraglichen Chargen bereits zurückgeschickt worden. //[gät]//

Quelle: Agenturen

08.11.2012

Umwelt Kalifornier stimmen gegen die Kennzeichnung von Gen-Food.

Parallel zur US-Präsidentenwahl hat in Kalifornien eine Volksabstimmung darüber stattgefunden, ob gentechnisch veränderte Lebensmittel künftig gekennzeichnet werden müssen. 53 Prozent der Wähler stimmten am Ende dagegen. Im Fall einer Zustimmung, wäre der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat der erste mit einer Kennzeichnungspflicht für Gen-Food gewesen. Biotech-Konzerne wie Monsanto und Lebensmittelhersteller wie Coca Cola und Kellogg hatten mit einer rund 45 Millionen Dollar teuren Werbekampagne Stimmung gegen den Vorschlag gemacht. Damit reagierten sie auf Umfragen, die zunächst eine breite Zustimmung für die Kennzeichnungspflicht gezeigt hatten. Die Konzerne wehrten sich gegen die Stigmatisierung der Gentechnik und warnten vor höheren Kosten für die Verbraucher. Die Initiatoren des Referendums hatten betont, Verbraucher hätten das Recht zu wissen, was in ihren Lebensmitteln drin sei. //[luh]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Astronomen finden neue Super-Erde.

Ein internationales Forscherteam hat einen fernen Planeten entdeckt, der erdähnliche Bedingungen und die Voraussetzungen dafür bietet, dass dort Leben entstehen könnte. Die Super-Erde kreist um den Stern HD 40307 im Sternbild Maler, 42 Lichtjahre entfernt. Von ihrem Zentralstern erhält sie etwa so viel Strahlungsenergie wie die Erde von der Sonne. Der Planet ist sieben Mal schwerer als die Erde und könnte über flüssiges Wasser und eine stabile Atmosphäre verfügen, berichten die Forscher im Journal "Astronomy and Astrophysics". Um den gleichen Stern kreisen noch fünf weitere Planeten. Ihre Umlaufbahnen liegen aber näher am Zentralgestirn, weshalb es dort zu heiß ist für die Entstehung von Leben. //[luh]//

Quelle: IDW-Online

Medizin Tschernobyl-Helfer erkranken häufiger an Leukämie.

Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie zur Gesundheit von Arbeitern, die 1986 an Aufräumeinsätzen rund um den havarierten Atomreaktor von Tschernobyl beteiligt waren. Ein internationales Forscherteam hat die Krankenakten von rund 111.000 Tschernobyl-Helfern über den Zeitraum von 1986 bis 2006 untersucht. Dabei stießen die Wissenschaftler auf eine signifikant erhöhte Leukämierate. Statistisch rechneten sie 16 Prozent der 137 verzeichneten Blutkrebsfälle der radioaktiven Strahlung als Auslöser zu. Die Studie ist im Fachmagazin "Environmental Health Perspectives" erschienen. Das Erkrankungsrisiko stieg auch für die chronische lymphatische Leukämie. Diese Form von Blutkrebs hatten Experten bisher nicht mit Strahlenbelastungen in Verbindung gebracht. Die neuen Daten könnten helfen, das Krebsrisiko durch geringe Strahlendosen wie etwa CT-Aufnahmen besser abzuschätzen. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1289/ehp.1204996

Physiologie Das Innenohr taugt als Energiequelle.

In der Flüssigkeit im Innenohr von Menschen und Tieren gibt es einen elektrochemischen Gradienten wie bei einer Batterie. Diese Ladung hilft dabei, Schallwellen in elektrische Nervenimpulse umzuwandeln. US-Forscher haben jetzt gezeigt, dass sich daraus auch Energie ableiten lässt. Die Wissenschaftler implantierten bei einem Meerschweinchen Elektroden ins Innenohr und schlossen daran einen kleinen elektronischen Sender an. Der Stromfluss zwischen den Elektroden reichte aus, um die gemessene elektrische Spannung per Funk zu übermitteln. Allerdings gelang dies nur mit einer extrem stromsparenden Elektronik. Die aus dem Ohr bezogene Leistung lag bei nur einem Nanowatt. Die Forscher hoffen, eines Tages mit dieser Technik kleine implantierte Medikamentenpumpen oder chemische Sensoren betreiben zu können. Die Studie ist im Fachmagazin "Nature Biotechnology" erschienen. //[luh]//

Quelle: DOI:10.1038/nbt.2394

Umwelt Der Klimawandel gefährdet den Kaffee-Genuss.

In 70 Jahren könnte es keinen wilden Arabica-Kaffee mehr geben. Der Klimawandel lässt die Lebensräume für diese Art von Kaffeepflanzen rapide schwinden. Das haben britische und äthiopische Forscher anhand von Verbreitungskarten und Klimamodellen ermittelt. Wilder Arabica ist sehr sensibel gegenüber Hitze und Trockenheit. Durch die Klimaerwärmung könnten bis zum Jahr 2080 im günstigsten Szenario 65 Prozent der bioklimatisch geeigneten Standorte der Arabica Wildstämme verloren gehen. Bei einem ungebremsten Anstieg der Temperaturen würde der wilde Arabica-Kaffee sogar vollständig aussterben, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PLoS One". Eine solche Entwicklung hätte auch schwerwiegende Auswirkungen für die kommerzielle Kaffeeproduktion, so die Forscher. Wilder Arabica ist ein wichtiger Genpool für die Kreuzung neuer, widerstandsfähiger Arabica-Sorten. //[luh]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0047981">P

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