Sonntag, 19.09.2021
 
15.08.2013

Medizin Die tödliche Vogelgrippe H7N9 könnte sich auch über Fäkalien verbreiten.

Das legt eine Untersuchung der Universität Hongkong nahe. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass sich Menschen in erster Linie über Geflügel mit dem Erreger anstecken. Nun konnte das Forscherteam aus Hongkong den Erreger H7N9 im Stuhl von zwei lebenden und vier verstorbenen Patienten nachweisen. Das berichten sie im Fachmagazin "Clinical Infectious Diseases". Die Vogelgrippe H7N9 war im März das erste Mal bei Menschen in China nachgewiesen worden. Seither haben sich 136 Menschen infiziert, 45 davon sind gestorben. [tj]

Quelle: Clinical Infectious Diseases

Paläontologie Langhals-Dinosaurier waren halsstarriger als vermutet.

Sie konnten ihre Hälse nicht flexibel hin und her bewegen. Vielmehr war die Wendigkeit ihres Nackens durch Muskel- und Knorpelgewebe erheblich eingeschränkt. Das hat eine britische Studie ergeben, die im Fachmagazin "PLoS One" veröffentlicht wurde. Dafür untersuchten die Forscher Straußen, da deren Hälse ähnlich aufgebaut sind wie bei den Sauropoden. Dass die Hälse nicht so flexibel waren wie gedacht und hatte Konsequenzen für die Nahrungssuche. Womöglich mussten sich die riesigen Dinosaurier viel mehr anstrengen, um ihre tägliche Ration zusammenzurupfen: immerhin rund 400 Kilogramm Pflanzen. [tj]

Paläoanthropologie Auch Nordchina war schon früh von Menschen besiedelt.

Paläomagnetische Untersuchungen eines Areals im Nihewanbecken in Nordchina an der Grenze zur Mongolei haben ergeben: Frühe Menschen lebten dort vermutlich schon vor 1,7 Millionen Jahren, im Erdzeitalter Pleistozän. Das hat die erstmals vorgenommene Datierung des Areals ergeben. Das Areal ist nur unwesentlich jünger als das Yuanmou Homo erectus Gelände in Südchina. Damit – so schreiben die Wissenschaftler der Chinesischen Akademie der Wissenschaften im Fachjournal "Nature" – sei zu vermuten, dass frühe Menschen schon vor 1,6-1,7 Millionen Jahren weite Teile Chinas besiedelt hatten. [tj]

Quelle: Nature Scientific Reports

Genetik Eine erste Genkarte offenbart, wie Krebs entsteht.

Alle Krebserkrankungen werden dadurch verursacht, dass es im Laufe des Lebens zu Veränderungen in der DNA von Körperzellen kommt: zu sogenannten Mutationen. Welche biologischen Prozesse hinter den Mutationen stecken – darüber weiß man noch recht wenig. Nun hat ein internationales Forscherteam die 30 häufigsten Krebsarten in den Blick genommen. Es analysierte knapp fünf Millionen Mutationen in mehr als 7000 Tumoren. Aus dieser Datenflut konnten sie mit einem speziellen Algorithmus verschiedene Typen von Veränderungen ermitteln und sie dann zu 20 verschiedenen Mustern von Erbgutveränderungen zusammenfassen. Bei einigen konnten die Wissenschaftler ermitteln, welcher Mechanismus zu der Veränderung führt. So können vermutlich auch Krebsmedikamente einen Tumor auslösen. Überraschend für die Forscher: Eine wichtige Rolle spielt das angeborene Immunsystem: es scheint bei der Entstehung von mehr als der Hälfte der untersuchten Krebsarten beteiligt zu sein. [tj]

Quelle: Nature

Astronomie Im Herzen unserer Milchstraße blinkt ein kosmisches Leuchtfeuer.

Diesen so genannten Pulsar entdeckten Astronomen vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Das gelang ihnen mit dem 100 Meter großen Radioteleskop in Effelsberg in der Eifel. Pulsare sind schnell rotierende Neutronensterne – also die Überreste ausgebrannter Sonnen. Sie senden einen scharf gebündelten Lichtstrahl aus. Wenn dieser die Erde überstreicht, dann blinkt das kosmische Leuchtfeuer auf. Im All wurden bislang schon zahlreiche Pulsare gefunden, warum die Suche im Zentrum unserer Milchstraße so lange erfolglos war, ist auch für die Forscher rätselhaft. [tj]

Quelle: Nature

14.08.2013

Biologie Knochenfressende Tiefseewürmer sind kälteresistent.

Ein internationales Forscherteam hat in der Antarktis unter anderem Walknochen in die Tiefe des Wassers gelassen und geschaut, welche Tiere sich dort ansiedeln. Bislang galt die Vermutung, dass es dort zu kalt für Mikroorganismen sei. Dies widerlegen nun zwei neue entdeckte Arten der Gattung Osedax, die die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society beschreiben. Diese sogenannten Zombiewürmer siedelten sich jedoch nur an den Knochen an. Die parallel in die Tiefe gelassenen Holzplanken hingegen waren frei von tierischen Siedlern. Diese Würmer besitzen weder einen Magen noch eine Mundöffnung, die Männchen werden im Gegensatz zu den Weibchen nie erwachsen. Bislang wurden sie nur im Nordatlantik und Pazifik gesichtet. [mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.1390)

Medizin Männer erliegen beim Sport häufiger einem Herztod als Frauen.

Mediziner aus Paris haben untersucht, ob die Todesfälle bei Sport treibenden Männern in Frankreich vergleichbar mit den Todesfällen bei Frauen sind. Dazu haben die Forscher die landesweiten Todesraten zwischen 2005 und 2010 untersucht. Demnach wurden 775 Todesfälle gemeldet, die in direktem Zusammenhang mit einem Ausdauersport standen. Unter den Toten befanden sich nur 42 Frauen. Den Studienautoren zufolge liegt die Todesrate für Frauen in Frankreich damit bei 1:2.000.000. Bei Männern hingegen bei 1:100.000, notieren die Forscher im Fachmagazin JAMA. Ob die Männer gefährdeter sind, weil sie sich vor dem Sport nicht aufwärmen und sich überanstrengen oder ob sie generell ein erhöhtes Risiko für verstopfte Arterien haben, ist noch unklar. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Medizin Forscher züchten menschliches Herzgewebe aus Stammzellen.

Dieses ziehe sich wie ein funktionierendes Organ zusammen, schreiben die Mediziner aus Pittsburgh im Fachmagazin Nature Communications. Mithilfe dieser Methode könnte zukünftig bei einem Herzinfarkt beschädigtes Gewebe ersetzt werden. Die Forscher hatten aus menschlichen Hautzellen gewonnene induzierte pluripotente Stammzellen, sogenannte iPS-Zellen, verwendet, um daraus Vorgänger von Herzzellen zu züchten. Diese Zellen pflanzten die Mediziner in das Gerüst eines Mäuseherzens. Nach 20 Tagen Blutversorgung habe das Gewebe begonnen, sich wie ein menschliches Herz mit 40 bis 50 Schlägen pro Minute zusammenzuziehen. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3307)

Biologie Schmetterlinge hören ihre Feinde.

Bislang war nicht geklärt, ob die Hörorgane von Insekten in der Lage sind, frühzeitig Feinde wahrzunehmen und so durch Flucht oder Verstecken einem Angriff entgehen zu können. Dass zumindest die Aschgraue Höckereule (Trichoplusia ni), ein Nachtfalter und der tropische Blaue Morphofalter (Morpho peleides) ihre Angreifer hören können, konnten kanadische Entomologen nachweisen. Wie sie im Fachmagazin Biology Letters schreiben, reagieren die Hörnerven dieser Schmetterlinge tatsächlich auf Fluggeräusche insektenfressender Vögel. Ob die Beutetiere diese Fähigkeit aber auch zu ihrem Schutz nutzen, konnten die Forscher noch nicht belegen. [mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2013.0319)

Physik Gedopte Solarzellen bringen mehr Leistung.

Schweizer Wissenschaftlern ist eigenen Angaben zufolge ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Industrialisierung von Cadmiumtellurid-Solarzellen auf Metallfolie gelungen. Wie sie im Fachmagazin Nature Communications darlegen, konnten sie den Wirkungsgrad der flexiblen Dünnschichtsolarzellen von unter acht auf 11,5 Prozent steigern. Dies gelang ihnen, indem sie die Zellen des Halbleiters mit Kupfer dotierten. Zurzeit sind die höchsten Wirkungsgrade von flexiblen CdTe-Solarzellen auf Metallfolie noch immer tiefer als diejenigen flexibler Superstrat-Zellen auf speziellen transparenten Polyimidfolien. Die neue Methode könnte langfristig eine schnelle und kostengünstigere Produktion ermöglichen, hoffen die Studienautoren. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3306)

13.08.2013

Astronomie Gammablitz gibt Blick auf Ur-Chemie des Kosmos frei

Forschern aus den USA ist es gelungen, den Gammablitz und das Nachleuchten einer Sternenexplosion aufzufangen. Die Wissenschaftler schätzen das Alter der Sternenexplosion auf rund 13,2 Milliarden Jahre. Der Stern gehörte damit zu der ersten Generation von Sonnen, die sich nach dem Urknall gebildet hatten. Weil die Gase im Sonnensystem nach der Explosion durch die Hitze und weitere Prozesse zu leuchten anfangen, ist es möglich, die chemische Zusammensetzung dieser Ur-Sonnensysteme mit Hilfe einer Spektralanalyse zu untersuchen. Diese ergab, dass der Löwenanteil aus leichten Elementen – Helium, Wasserstoff und Lithium – bestand, schreiben die Wissenschaftler im "ASTROPHYSICAL JOURNAL". Schwerere Elemente waren deutlich seltener als heute. [gä]

Energie/Umwelt Drei Elektroautos sparen vier Tonnen Co2 im Jahr

Diese Zwischenbilanz ziehen die Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie KIT und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung ISI aus einem erst halbjährigen Testprogramm in Karlsruhe. Dabei stehen Mitarbeitern zweier Unternehmen Elektrofahrzeuge – zwei Kleinbusse und ein PKW – für Pendlerfahrten und Dienstreisen zur Verfügung. Diese hätten seit März bereits mehr als 27 tausend Kilometer zurückgelegt und dabei knapp zwei Tonnen CO2 eingespart, so die Forscher; übers Jahr ergäbe sich damit eine Einsparung von rund vier Tonnen CO2. Das zeige, dass auch ohne eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ein wirtschaftlicher Betrieb von Elektroautos für bestimmte Fahrten möglich ist. [gä]

Zoologie Alte Nachtigallen-Männchen singen besser als junge

Davon ist ein schweizer-niederländisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf eine Analyse von schnellen, breitbandigen Trillern im Gesang der Nachtigallen: Das Männchen lässt dabei einen Triller schnell vom Bass zum Sopran hochgleiten, und wiederholt den Lauf möglichst schnell wieder. Weil diese Tonfolge sehr schwer zu erzeugen ist, können sie ältere Männchen besser und häufiger erzeugen als jüngere: Sie hatten mehr Zeit zum Üben. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Weibchen der Nachtigall auf diese Triller lauschen, um schnell zu erkennen, in welcher körperlichen Verfassung und wie erfahren das Männchen ist. Der Bruterfolg von erfahrenen Nachtigallen-Männchen ist häufig größer als der von Jungtieren. Die Triller von Nachtigallen sind in der Vogelwelt etwas Besonderes: Sie umfassen einen gut doppelt so großen Tonumfang wie der von andern Singvögeln. Gleichzeitig sind sie auch fast doppelt so schnell. Das zeigte ein Vergleich mit dem Gesang von 46 anderen Vogelarten. [gä]

Medizin Kurz vor dem Tod ist das Hirn besonders aktiv

In den ersten 30 Sekunden nach einem Herzstillstand erzeugt es Hirnwellenmuster, die denen extremer Wachheit und Aktivität ähneln. Das notieren Forscher der University of Michigan in "PNAS". Die Wissenschaftler hatten die Hirnaktivität von Ratten im Wachzustand, unter Narkose und nach einem Herzstillstand gemessen. Für Biologen kommen diese Messungen unerwartet: Viele gehen davon aus, dass mit dem Ende der Nähr- und Sauerstoffversorgung durch das Blut eine koordinierte Nerventätigkeit nicht mehr möglich ist. Die US-Forscher vermuten sogar, dass ihre Beobachtung sogenannte Nahtod-Erfahrungen erklären könnte. [gä]

Quelle: PNAS

Zoologie Vor Kopenhagen ging ein Verwandter des Piranha ins Netz

Bei dem Fisch handelt es sich um einen Riesenpacu. Das Tier sieht so ähnlich aus wie ein Piranha und hat starke, wenn auch weniger scharfe Zähne. Es ernährt sich vegetarisch; auch Nüsse stehen auf seiner Speisekarte – die es mit den kräftigen Zähnen knackt. An Land gezogen hat den Riesenpacu ein Hobby-Fischer Anfang des Monats im Öresund. Er gab das Tier zur Untersuchung an die Universität Kopenhagen. Deren Experten wollen nun untersuchen, wie der Amazonasfisch in die Ostsee gelangte. Sie vermuten, dass der Fisch privat gehalten und zur Urlaubszeit ausgesetzt wurde. Der Pacu ist einfach zu halten; er wird in Amerika und Asien als Speisefisch geschätzt und in Fischfarmen gehalten. Weil er öfter entwischt, gilt er dort inzwischen als invasive Spezies. In Europa wurde ein Pacu erst einmal gefangen, 2002 in der Nähe der Odermündung. [gä]

12.08.2013

Zoologie Feinste Härchen sorgen bei Marienkäfern für sicheren Halt

Forscher der Universität Kiel haben mithilfe des Laserrastermikroskops und des Rasterkraftmikroskops Marienkäfern auf die Füße geschaut. Das Ergebnis: Jedes Käferbein ist mit vielen kleinen Haaren ausgestattet. Sie ermöglichen die Haftung an Oberflächen. Die Haarwurzeln, so die Forscher im Fachblatt "Nature Communications", seien relativ hart und steif. Das Material in den Haarspitzen hingegen sei weich und elastisch. Die Haarspitzen könnten sich dadurch besser Unebenheiten anpassen. Dies führe zu einer verbesserten Haftung der Käfer an rauen Oberflächen. Verantwortlich für die Flexibilität sei vor allem das Protein Resilin. Die Materialzusammensetzung der Hafthaare der Marienkäfer sei allerdings sehr komplex. Zurzeit gebe es kein Material, mit dem es möglich wäre, sie künstlich nachzubauen. [mawi]

Quelle: Nature Communications - doi: 10.1038/ncomms2576

Medizin/Pharmazie Ein Brustkrebsmedikament wirkt offenbar auch gegen Lungenkrebs

Die sogenannten PARP-Inhibitoren blockieren Enzyme, die Brüche im Erbmolekül DNA reparieren. Die Folge: Häufen sich zu viele genetische Schäden in einer Krebszelle an, darf sie sich nicht mehr weiter teilen – und ein zelluläres Selbstmordprogramm wird gestartet. Entwickelt wurden die PARP-Hemmer zunächst zur Behandlung von Brustkrebs. Wissenschaftler am Krebsforschungsinstitut in London berichten jetzt im Fachblatt "Oncogene", dass sich die Wirkstoffe offenbar auch zur Behandlung von Lungenkrebs eignen könnten. Untersuchungen an Zellkulturen hätten gezeigt, dass etwa jeder zweite kleinzellige Lungenkrebs auf das Medikament anspreche. Die Krebszellen würden komplett absterben, gesunde Zellen überlebten unbeschadet. An Menschen mit kleinzelligem Lungenkrebs ist der Wirkstoff bislang noch nicht erprobt worden. Diese Tumore gelten als besonders schwierig zu behandeln. Herkömmlich Chemotherapeutika zeigen oft nur kurzzeitig Wirkung. [mawi]

Geologie/Klimaforschung Grönlands Eis schmilzt auch von unten

Der grönländische Eisschild verliert jedes Jahr rund 227 Milliarden Tonnen an Eis und sorgt so für eine Meeresspiegelerhöhung von etwa 0,7 von insgesamt drei Millimetern jährlich. Im Fachblatt "Nature Geoscience" machen Wissenschaftler unter Leitung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ darauf aufmerksam, dass der Grönländische Eisschild nicht allein wegen des Klimawandels schrumpft. Er wird auch von unten angetaut. Grund dafür ist ein hoher Wärmefluss aus dem Erdmantel in die so genannte Lithosphäre, also den oberen Mantel und die Erdkruste. Bisherige Klimamodellrechnungen hätten den Effekt der Lithosphäre allzu stark vereinfacht, kritisieren die Forscher. Sie entwickelten daher ein neues Modell und berücksichtigten dabei Analysen von Eisbohrkernen sowie magnetische und seismische Daten. Das Modell sei sehr präzise und könne sogar den Temperaturunterschied erklären, der an zwei nah beieinander liegenden Bohrlöchern gemessen wurden. Der Hintergrund: Die Dicke der grönländischen Lithosphäre variiert auf engem Raum sehr stark - und damit auch der geothermische Wärmefluss. Die Kopplung von Modellen der Eisdynamik mit thermomechanischen Modellen der festen Erde erlaube einen genaueren Blick in die Vorgänge, die das grönländische Eis zum Schmelzen bringen. [mawi]

Quelle: Nature Geoscience

Statistik/Medienwissenschaft Soziale Netzwerke helfen, Wahlprognosen zu verfeinern

Je häufiger der Name eines Kandidaten in einer Nachricht im Kurzmitteilungsdienst Twitter genannt wurde, umso höher war die Wahrscheinlichkeit, dass der Kandidat auch gewählt wurde. Das haben Forscher der Indiana University in den USA bei der Analyse von insgesamt 537 Millionen Tweets im Kontext der Wahl des US-amerikanischen Repräsentantenhauses in den Jahren 2010 und 2012 entdeckt. Sie fanden dabei einen klaren Zusammenhang zwischen dem Anteil an Tweets, die einen Kandidaten-Namen enthielten und den anschließend tatsächlich erzielten Stimmen. Dabei sei es unerheblich gewesen, ob der Tweet sich positiv oder negativ über einen Kandidaten geäußert habe: ein klassisches "Jede Aufmerksamkeit ist gute Aufmerksamkeit"-Ergebnis. Bislang hätten Umfragen das wichtigste Instrument dargestellt, um politische Meinungen zu beurteilen, so die Forscher. Die Studie belege aber, dass es massenhaft ungenutzte, verlässliche Daten gebe, die die öffentliche Meinung spiegelten. [mawi]

Biologie Pflanzliche Schlankheitsmittel richten genetische Schäden an

Aristolochiasäuren kommen in zahlreichen Pflanzen vor wie etwa in Pfeifenblumen und Haselwurzen. Die Stoffe gelten als giftig, nierenschädigend und krebserregend. In der asiatischen Medizin sind lange Zeit Kräutermixturen zum Einsatz gekommen, die Aristolochiasäuren enthalten: als Schlankheitsmittel, gegen Menstruationsbeschwerden oder bei rheumatischen Erkrankungen. Forscher aus Singapur haben die Wirkung der Säuren auf Zellen jetzt genauer untersucht: Ihr Befund. Aristolochiasäuren richten genetische Schäden in den Zellen an - und zwar mehr Gen-Veränderungen, als Tabakrauch oder Sonnenlicht verursachen. Die Säuren gelten als eine Ursache für Nieren- und Leberzellkrebs. Möglicherweise seien sie aber auch an der Entstehung anderer Tumore beteiligt. Das wollen die Forscher jetzt klären. Hilfreich sei, dass die von den Aristolochiasäuren angerichteten genetischen Schäden ein typisches Muster aufweisen. In Europa sind Aristolochiasäuren in pflanzlichen Mitteln seit 2001, in Asien seit 2003 offiziell verboten. [mawi]

09.08.2013

Forschungspolitik Die Familie von Henrietta Lacks hat sich mit dem US-Institut für Gesundheit NIH auf Regeln für den Umgang mit den genetischen Informationen der verstorbenen Krebspatientin geeinigt.

Henrietta Lacks war im Jahr 1951 in einem Krankenhaus in Baltimore gestorben. Zuvor waren ihr bei einer Biopsie Zellen entnommen worden, die anschließend im Labor vermehrt wurden. So entstanden zahlreiche Krebs-Zelllinien, die bis heute von Forschern überall auf der Welt genutzt werden. Im vergangenen März hatten Wissenschaftler aus Heidelberg das komplette Genom dieser Zellen veröffentlicht. Die Nachkommen von Henrietta Lacks protestierten gegen die Publikation, weil damit auch genetische Informationen über lebende Familienmitglieder preisgegeben werden. Nun ist es zu einer Vereinbarung zwischen der Familie und dem NIH gekommen: Demnach müssen Forscher sich an das Institut wenden, wenn sie mit der Erbgut-Sequenz arbeiten wollen. In dem Ausschuss, der über solche Anträge berät, werden auch zwei Mitglieder der Familie Lacks sitzen. [reu]

Quelle: Agenturen

Biologie Wüstenschiffe transportieren Coronaviren.

Arabische Kamele könnten Überträger des tödlichen Coronavirus Mers sein. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "The Lancet Infectious Diseases". Sie hatten bei Dromedaren aus dem Golfstaat Oman Antikörper gefunden, die darauf hinweisen, dass die Tiere in der Vergangenheit mit Mers oder einem ähnlichen Virus infiziert waren. Bislang bestand der Verdacht, dass Mers ursprünglich von Fledermäusen stammt. Es wird jedoch angenommen, dass diese scheuen Tiere den Erreger nicht direkt auf Menschen übertragen. Die aktuelle Studie stärkt nun den Verdacht, dass Kamele die Krankheit weiter geben. [reu]

Quelle: Agenturen

Physik Eine Atomuhr simuliert Quanteneffekte.

Forscher aus den USA haben entdeckt, dass manche Atomuhren das Verhalten von Elektronen in einem magnetischen Material simulieren können. Herkömmliche Computer sind nicht schnell genug, um solche ausgedehnten Quantensysteme zu simulieren. Daher nutzen Physiker oft Netzwerke von ultrakalten Atomen für solch eine Simulation. Das ist jedoch experimentell aufwändig. Die Forscher aus Colorado haben nun eine Atomuhr dafür benutzt, die mit dem Element Strontium arbeitet. Sie haben deutlich mehr Atome eingebunden als normalerweise üblich. Dadurch änderte sich das Verhalten des Systems und ähnelte einem magnetischen Festkörper, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Science" schreiben. Die Forscher hoffen nun, den Wechselwirkungen auf die Spur zu kommen, die zwischen den Elektronen in solch einem Material herrschen. [reu]

Quelle: Science

Forschungspolitik Schimpansen für die Pharmaforschung werden patentiert.

Das Europäische Patentamt hat ein weiteres Patent auf ein menschliches Gen vergeben, sowie auf damit gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere. Das Patent sei bereits am 31. Juli für die australische Firma Bionomics erteilt worden, wie das Patentamt mitteilte. Es gehe um eine Gen-Sequenz, die insbesondere bei Krebs eine Rolle spiele, aber auch bei entzündlichen Prozessen oder Krankheiten des Immunsystems. Bei bestimmten Versuchstieren solle diese Sequenz deaktiviert werden. Das Patent bedeute aber keine Genehmigung für einen Tierversuch. [reu]

Quelle: Agenturen

Technik Ein Kältemittel geht auch im Behörden-Test in Flammen auf.

Bei Versuchen mit dem Auto-Kältemittel R1234yf hat das Kraftfahrt-Bundesamt Sicherheitsmängel festgestellt, wie auch schon zuvor der Autobauer Daimler. Die Behörde sieht allerdings aus gesetzlicher Sicht keinen Handlungsbedarf. Das Amt hatte gestern mitgeteilt, dass sich bei Extrem-Tests im Motorraum zwar Flammen gebildet hätten. Im Rahmen des Produktionssicherheitsgesetzes bestehe jedoch keine ernste Gefahr. Weniger scharfe und gesetzlich ausreichende Versuchsbedingungen hatten zuvor keine Sicherheitsmängel ergeben. Daimler weigert sich, das Kältemittel in seinen Klimaanlagen zu verwenden, weil der Konzern bei eigenen Tests eine Brandgefahr festgestellt hatte. [reu]

Quelle: Agenturen

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