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27.02.2014

Raumfahrt Die NASA räumt ein Fehlurteil ein.

Im vergangenen Sommer habe man einen italienischen Astronauten mit der Fehleinschätzung in Lebensgefahr gebracht, gab die US Raumfahrtbehörde bekannt. Am 16. Juli hatte der Astronaut Luca Parmitano bei einem Außeneinsatz an der ISS plötzlich Wasser im Helm seines Raumanzuges bemerkt. Er wurde sofort in die Internationale Raumstation zurückgeholt, hatte zu dem Zeitpunkt aber bereits anderthalb Liter Wasser in seinem Helm und hätte ersticken können. Wie die NASA nun mitteilte, war dasselbe Problem mit dem Raumanzug schon zuvor aufgetreten. Allerdings hatten Experten das Wasser im Helm als Leck an einem Trinkwasserbeutel interpretiert und nicht weiter untersucht. Wie spätere Ermittlungen ergaben, war eine verstopfte Pumpe die Ursache, dass Wasser aus dem Temperierungssystem des Raumanzuges in die Luftversorgung gelangte. [tj]

 

Quelle: NASA

Astronomie Die NASA vermeldet 715 neue Planeten.

Vier der neuen Planten sind mehr als doppelt so groß wie die Erde. Auf ihnen könnte es Wasser geben – zumindest ließe das der Abstand zu, in dem sie um ihre Sonne kreisen, teile die NASA mit. Entdeckt wurden die Planeten vom Weltraumteleskop Kepler. Auch wenn dessen Mission im vergangenen Jahr endete, sind noch längst nicht alle seine Beobachtungsdaten ausgewertet. Bislang mussten nämlich alle Planetenkandidaten einzeln untersucht und gegebenenfalls bestätigt werden. Mit einer neuen Analysemethode konnten die Forscher jetzt eine große Menge auf einmal überprüfen und die 715 bislang unbekannten Planeten identifizieren. Damit ist die Zahl der sogenannten Exoplaneten in der Milchstraße auf knapp 1800 gestiegen. [tj]

 

Quelle: NASA

Medizin Sonnenbrände schaden doppelt.

UV Strahlung gilt als wichtigster Auslöser für den so genannten Schwarzen Hautkrebs. Sonnenbrände schaden der Haut , weil sie direkt das Erbgut von Pigmentzellen verändern und so den schwarzen Hautkrebs begünstigen. So viel war bislang schon klar. Doch Forscher der Universität Bonn haben nun in Experimenten mit Mäusen noch einen weiteren Prozess identifiziert: offenbar tragen Sonnenbrände auch indirekt zum bösartigen Hautkrebs bei, in dem sie entzündliche Prozesse im umliegenden Gewebe in Gang setzen. Die Entzündungsreaktion der Haut kann dann dazu führen, dass entartete Pigmentzellen entlang der Blutgefäße in den Körper wandern und zu Metastasen in den inneren Organen führen – und das bereits zu einem frühen Zeitpunkt. Mit der in "Nature" veröffentlichten Arbeit haben die Bonner Wissenschaftler eine Erklärung dafür gefunden, dass sich beim bösartigen Hautkrebs sehr schnell Tochtergeschwulste entwickeln. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature13062

Physik "Dropleton" – das ist der Name eines neu entdeckten Quasiteilchens.

Quasiteilchen verhalten sich wie Teilchen, sind aber keine. Physiker aus den USA und Deutschland haben nun ein neues Quasiteilchen aufgespürt. Wie sie in "Nature" berichten, hatten sie einen normalen Gallium-Arsenid-Halbleiter mit ultrakurzen Laserpulsen beschossen. Daraufhin entstand in dem Material ein bislang unbekanntes Quasiteilchen: Es besteht aus bis zu sieben normalen Teilchen-Paaren, die ihrerseits aus einem Elektron bestehen und einem Loch im Halbleiter dort, wo früher einmal ein Elektron saß. Zwar existiert diese Strukturen nur etwa eine 25-Billionstel-Sekunde, doch das neue Quasiteilchen könnte helfen optoelektronische Geräte zu verbessern, so hoffen es die Forscher. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12994

Wissenschaftsethik Heute sorgt vor allem eine Nachricht des Fachmagazins "Nature" für Kopfschütteln.

Offenbar ist es Forschern nämlich wieder mal gelungen, komplett unsinnige wissenschaftliche Artikel in Fachmagazinen unterzubringen. In den Jahren 2008 bis 2013 wurden in Fachzeitschriften für Informatik mehr als 100 Artikel veröffentlicht, deren Sätze von einem Zufallsgenerator zusammengewürfelt wurden - ihr Inhalt also war reiner Nonsens. Das hat ein Informatiker der Universität Grenoble herausgefunden.

Eigentlich soll in Fachverlagen ein Expertengremium prüfen, ob eingereichte Arbeiten seriös sind und fachlich richtig. Erst wenn dem so ist und die wissenschaftlichen Methoden kritisch hinterfragt wurden, sollen die Arbeiten veröffentlicht werden. Dieses Peer Review genannte Verfahren aber scheint nach wie vor nicht eingehalten zu werden. 

Der Informatiker, der jetzt in Nature berichtet, Cyril Labbé, - hatte schon 2012 gefälschte Wissenschaftsartikel entdeckt und dem US-amerikanischen Informatikerverband gemeldet. Der hatte Besserung gelobt, aber erst im Dezember vergangenen Jahres entdeckte Labbé wieder einen Fakeartikel. Nach wie vor fehlt es also an einer funktionierenden Kontrolle. Und das ist nicht nur die Erfahrung dieses Forscher - im vergangenen Herbst hatte der Biologe John Bohannon ähnliche Erfahrungen vermeldet. Er reichte ein unsinniges Manuskript bei 300 Zeitschriften ein und - man höre und staune - 180 haben den Quatsch veröffentlicht. [tj]

26.02.2014

Umwelt Peking atmet auf.

Nach einer Woche Smog brachte heute eine Kaltfront Wind und leichten Regen in Chinas Hauptstadt, wodurch die hohen Schadstoffkonzentrationen in der Luft ein wenig zurückgingen. Der Index, also die Dichte der Staubteilchen, fiel demnach von "gefährlichen" 400 bis 500 Mikrogramm pro Kubikmeter auf nur noch "ungesunde" 160. Auch dieser Wert entspricht noch dem Sechsfachen des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerts. Der Smogalarm der zweithöchsten Stufe Orange, der erstmals in der Hauptstadt gegolten hatte, wurde zumindest in Peking wieder aufgehoben. Allerdings wurden heute an anderen Orten im Norden und Osten Chinas immer noch hohe Luftverschmutzungen gemessen.

[mst]

Medizin Ein virtueller Arm lindert Phantomschmerzen.

Rund 70 Prozent der Patienten, denen Gliedmaßen amputiert wurden, leiden unter Phantomschmerzen. Schwedische Mediziner konnten nun einem Patienten helfen, bei dem bisherige Therapien erfolglos waren. Wie die Forscher aus Göteborg im Fachblatt "Frontiers of Neuroscience" schreiben, litt der Betroffene seit 48 Jahren dauerhaft unter Phantomschmerzen im amputierten Arm. Bei der neuen Methode registrierten die Forscher zunächst per Elektroden auf der Haut die Muskelaktivität im Armstumpf des Mannes. Ein Computer rechnete die Signale so um, dass der Patient durch Anspannung bestimmter Muskelgruppen einen virtuellen Arm auf einem Monitor steuern konnte. Nach einigem Training erlangte der Patient zunehmend Kontrolle über den virtuellen Arm und damit auch über seine Phantomschmerzen, die er mittlerweile aktiv lindern kann.

[mst]

     

Quelle: Frontiers of Neuroscience

Medizin Hautkrebs könnte ein Motor der Evolution gewesen sein.

Britischen Krebsforschern zufolge könnte sich bei unseren Vorfahren in Afrika erst vor ein bis zwei Millionen Jahren eine dunkle Hautfarbe entwickelt haben, und zwar als Schutz vor Hautkrebs. Wie die Wissenschaftler des Cancer Research Institutes in Surrey in den "Proceedings B der britischen Royal Society" notieren, könnten sich vor allem jene frühen Vertreter der Gattung Homo fortgepflanzt haben, die nicht an Hautkrebs erkrankten, also jene, die bereits auf natürliche Weise vor UV-Strahlen geschützt waren. Hochrechnungen zu Folge habe sich daher verstärkt eine Eumelanin-reiche Haut entwickelt und in den frühen Populationen durchgesetzt. Eumelanin-reiche Haut enthält viele dunkle Pigmente, wodurch sie kaum sonnenempfindlich ist.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.2955)

Biologie Brautschau macht schlau.

Dass wählerische Weibchen ein Motor der Evolution sind, war bereits bekannt. Durch die sexuelle Selektion befinden sich die männlichen Konkurrenten im Wettstreit und nur jene werden auserwählt, die die begehrtesten Eigenschaften besitzen, etwa bunte Federn oder ein imposantes Geweih. Biologen aus Lausanne berichten in den "Proceedings B der britischen Royal Society", dass das Auswählen der Sexualpartner auch Auswirkungen auf die Intelligenz hat. Die Forscher hatten Taufliegen untersucht, darunter eine Gruppe von Männchen, die einer strengen Monogamie über hundert Generationen hinweg entstammten. Dabei sahen die Forscher, dass bei einer Abwesenheit der aktiven Brautschau die Männchen im Laufe der Zeit verdummten. Die Fliegen aus monogamen Stämmen erkannten die paarungswilligen Partnerinnen oft nicht rechtzeitig oder balzten wahllos junge, noch nicht paarungsreife Fliegen an. Demnach ist die sexuelle Selektion eine entscheidende Triebkraft für die geistigen Leistungen, zumindest bei männlichen Fruchtfliegen, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.2873)

Klima Windparks könnten Hurrikans ausbremsen.

Offshore-Windkraftanlagen könnten zukünftig nicht nur Strom erzeugen, sondern auch die Wucht von Wirbelstürmen dämpfen. Das berichten Forscher der Stanford University im Fachblatt "NATURE Climate Change". Modellrechnungen zufolge hätte ein großer Windpark mit Zehntausenden Windrädern die Windgeschwindigkeiten des Hurrikans Katrina 2005 um rund 140 Kilometer pro Stunde abgebremst, wodurch die Wellenhöhen des Meeres um bis zu 79 Prozent reduziert worden wären. Die Windturbinen verlangsamen demnach die schnellen Winde am äußeren Rand eines Hurrikans. Dieser Bremseffekt hat eine Rückkopplung zur Folge, die den ganzen Wirbelsturm beeinflusst. Die Wellenhöhen werden gesenkt und der Transport warmer Luft ins Innere des Wirbelsturms wird gehemmt. Dadurch mildert sich das Sturmtief ab und die Wucht des Hurrikans verringert sich. Um solche Stürme vor der US-Küste effektiv bremsen zu können, seien Offshore-Anlagen von mehreren zehntausend Windturbinen notwendig.

[mst]

   

Quelle: Nature (10.1038/nclimate2120)

25.02.2014

Medizin Essigsäure tötet gefährliche Bakterien.

Und zwar die Mykobakterien, zu denen die Erreger von Tuberkulose und Lepra zählen. Das berichtet ein Forscherteam aus Venezuela, Frankreich und den USA. 30 Minuten in einer sechsprozentigen Essigsäurelösung reichten aus, um verschiedene Stämme von Tuberkuloseerregern abzutöten, schreiben die Wissenschaftler im Journal "mBio". Viele der Mykobakterien sind resistent gegenüber gängigen Desinfektionsmitteln. Bisher nutzt man in Laboren und Krankenhäusern oft ätzende Chlorbleiche oder teure Spezial-Desinfektionsmittel gegen die Bakterien. Günstige und schonende Alternativen sind vor allem in Entwicklungsländern gefragt.

[hell]

Quelle: Eurekalert; idw

Biologie Historische Schätze im Berliner Naturkundemuseum

Wissenschaftler aus den USA und Deutschland haben im Berliner Naturkundemuseum eine Entdeckung gemacht: 23 Amphibien- und Reptilienpräparate des Hauses gehören zur Sammlung des Holländers Albertus Seba. Damit stammt das älteste Exemplar der Abteilung nicht wie bisher angenommen aus den 1770er-Jahren, sondern ist gut 40 Jahre älter. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass etwa eine Felsenpython, in deren aufgeschlitztem Bauch ein Vogel zu sehen ist, im Katalog einer Seba-Kollektion auftaucht. Viele der 23 Präparate haben Typenstatus, dienten also als Grundlage für die Erstbeschreibung der jeweiligen Tierart. Die Sammlung Sebas gilt als berühmtestes Naturalienkabinett des 18. Jahrhunderts. Schon mehrfach wurde vermutet, dass einige Präparate des Berliner Museums aus der Sammlung stammen.

[hell]

Quelle: idw; Agenturen

Biologie Forscher kommen widerstandsfähigen Moskitos auf die Spur.

Mit nur einer Gen-Veränderung können Moskitos widerstandsfähig gegen DDT und andere Insektizide werden. Das haben Wissenschaftler der Hochschule für Tropenmedizin im englischen Liverpool herausgefunden. Dazu verglichen sie das Erbgut einer resistenten Stechmücken-Population aus Benin mit dem Erbgut anderer Moskitos, die nicht resistent waren. Dabei entdeckten die Forscher eine Veränderung an einem GsTe2 genannten Gen, wie sie im Magazin "Genome Biology" schreiben. Dank der Veränderung können die Moskitos Moleküle der Insektizide so aufspalten, dass die Mittel ihre Wirkung verlieren. Das Gen wiesen die Wissenschaftler auch bei resistenten Stechmücken aus anderen Ländern nach. Sie setzten es außerdem Fruchtfliegen ein, die daraufhin ebenfalls resistent gegen DDT und andere Chemikalien wurden. Mit der Arbeit könnten Tests entwickelt werden, um eine Widerstandsfähigkeit von Moskitos gegen bestimmte Insektizide frühzeitig zu erkennen. Die Widerstandsfähigkeit von Moskitos gegen Insektizide ist ein Problem bei der Bekämpfung von Malaria.

[hell]

Quelle: Eurekalert; Agenturen

Biologie Algen erkennen farbiges Licht.

Zu dem Ergebnis kommt eine Studie kalifornischer Wissenschaftler. Sie haben dafür Phytochrome von 20 marinen Algenarten untersucht. Phytochrome sind Proteine, die Lichtreize messen. In Landpflanzen erkennen sie nur rotes Licht und sorgen zum Beispiel dafür, dass die Gewächse Schatten erkennen und daraufhin ihr Wachstum anpassen. Im Meer absorbiert das Wasser das meiste rote Licht, weshalb die Algen nicht allein darauf reagieren können. Erstmals haben Forscher nun gezeigt, welche Farben Algen stattdessen erkennen. Wie sie im Fachblatt PNAS schreiben, registrierten die Wasserpflanzen neben rotem auch orangenes, grünes und blaues Licht. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch Fortschritte in der Landwirtschaft. Mit den neuen Erkenntnissen könnte man Feldfrüchte entwickeln, die unter verschiedenen Lichtbedingungen wachsen.

[hell]

Quelle: PNAS

Medizin Uni Düsseldorf leitet Disziplinarverfahren gegen Herzspezialisten ein.

Der mittlerweile emeritierte Kardiologe Bodo-Eckehard Strauer hatte 2001 mit seiner Stammzellenforschung für Aufsehen gesorgt. Damals hatte er einen Herzinfarkt-Patienten erstmals mit dessen eigenen Knochenmark-Stammzellen behandelt. Es folgten Studien an weiteren Patienten. In den letzten Jahren gab es Zweifel, ob diese Therapie wirklich zu einer Erholung nach einem Infarkt führte und ob die Studien sauber durchgeführt waren. Ende 2012 begannen zwei Kommissionen, die Arbeit Strauers zu untersuchen, teilte ein Sprecher der Uni Düsseldorf mit. Die Wissenschaftler sichteten dabei über 500 Patientenakten aus den Studien des Kardiologen. Auf Grundlage dieser Prüfungen hat die Uni Düsseldorf nun das Disziplinarverfahren eingeleitet. Genaue Ergebnisse der Prüfungen nannte die Uni nicht.

[hell]

Quelle: dpa; Uni Düsseldorf

24.02.2014

Medizin Schon im Mittelalter litten Menschen unter Zahnfleischentzündungen

Forscher der Universitäten Oklahoma und Zürich haben den Zahnstein von rund 1000 Jahre alten Skeletten untersucht. Im Zahnstein bleiben Bakterien und auch Nahrungsreste über lange Zeit gut erhalten.

So entdeckten sie Bakterien, die Ursache sind für eine Zahnfleischentzündung. Es handele sich im Wesentlichen um die gleichen Erreger, die auch heute noch eine Parodontitis verursachen - trotz deutlicher Veränderungen bei Zahnhygiene und Ernährung, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature".

In den Bakterien fanden sie zahlreiche Gen-Gruppen, die eine wichtige Rolle spielen bei der Entstehung von Antibiotika-Resistenzen. Zudem entdeckten sie auch Erbsubstanz-Spuren von Nahrungsbestandteilen – etwa von verschiedenen Gemüsen und Getreidesorten. Mit üblichen archäologischen Methoden sei der Speiseplan von Menschen oft nur schwer zu rekonstruieren, so die Forscher.

Der Fund zeige, wie sich die menschliche Mundflora historisch entwickelt und angepasst habe. Dies helfe, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen besser zu verstehen. [mawi]

Quelle: eurekalert.org

Medizin/Biologie Forscher entdecken neue Möglichkeit, die Entwicklung des Malaria-Parasiten zu stören

Der Malaria-Erreger Plasmodium falciparum hat einen komplexen Lebenszyklus. So befällt er im Menschen zunächst die Leber. Die nächste Etappe durchlebt er in den roten Blutzellen. In diesem Stadium macht er den Menschen krank. Von Mücken kann der Erreger in dieser Form aber nicht aufgenommen werden. Dazu muss er zu männlichen und weiblichen Formen heranreifen, den so genannten Gametozyten. Britische und US-amerikanische Forscher haben entdeckt, wie die Bildung von Gametozyten angestoßen wird. Es geschehe durch das Protein AP2-G, berichten sie im Fachblatt "Nature". Plasmodien, bei denen das Gen für das Protein entfernt wurde, konnten keine Gametozyten bilden. Die Forscher wollen jetzt nach Wirkstoffen suchen, die gezielt das Protein blockieren. Sie hoffen auf neue Möglichkeiten, den Infektionskreislauf "Mensch-Mücke-Mensch" unterbrechen zu können. [mawi]

Zoologie Der Monarchfalter macht sich rar

Jedes Jahr ziehen Amerikanische Monarchfalter in riesigen Schwärmen von Kanada und den USA aus in ihre warmen Winterquartiere im bewaldeten Hochland von Zentralmexiko. Dabei legen sie über 4000 Kilometer zurück. Die Zahl der orange-rot gezeichneten Schmetterlinge sei innerhalb weniger Jahre dramatisch zurückgegangen. In Zentralmexiko seien nur noch sieben Winterkolonien gezählt worden, so das Ergebnis einer Studie, die der WWF Deutschland heute in Berlin vorstellte. Ursachen seien vor allem die intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden in Kanada und den USA. Erst Mitte Februar hatten Schmetterlingsforscher, Schriftsteller und Künstler einen besseren Schutz des Monarchfalters gefordert. [mawi]

Astronomie Auch kleine Galaxien wollen größer werden

Galaxien wachsen, indem sie sich kleinere Galaxien einverleiben oder mit ihnen verschmelzen. Jetzt haben Astronomen das bisher kleinste Beispiel für den Überrest einer solchen Galaxienverschmelzung identifiziert: die Zwerggalaxie Andromeda II. Den Forschern war aufgefallen, dass die Sterne der Zwerggalaxie ein ungewöhnliches Bewegungsmuster aufweisen: Sie drehen sich nicht – ähnlich einem Rad - um eine Symmetrie-Achse sondern sie vollführen bei der Rotation eine Art Taumelbewegung. Die Analyse der Bewegung von mehr als 700 Sternen in der Galaxie zeigte, dass sie aus zwei unterschiedlichen Sterngruppen besteht: Zum einen gebe es die Sterne der ursprünglichen Andromeda II-Zwerggalaxie und andererseits die Sterne der mit ihr verschmolzenen anderen Zwerggalaxie, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Das ungewöhnliche Rotationsmuster stamme aus jener Phase, in der die kleinere der Zwerggalaxien die größere vor dem Verschmelzen umkreiste. [mawi]

Quelle: Nature

Geologie Die Erde könnte tatsächlich viereinhalb Milliarden Jahre alt sein

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es vor rund 4,5 Milliarden Jahren einen Zusammenstoß gab zwischen der jungen Erde und einem anderen Himmelsobjekt. Aus dem Material, das ins All geschleudert wurde, hat sich der Mond gebildet. Als der Magmaozean an der Erdoberfläche abkühlte, bildeten sich die ersten Gesteine der heutigen Erdkruste. Unklar war bislang, wann dies geschah. Ein internationales Geologen-Team hat jetzt Proben eines Zirkonkristalls aus den Jack Hills in Australien untersucht. Die drei Proben seien im Durchschnitt 4,374 Milliarden Jahre alt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience". Für ihre Altersbestimmung nutzten sie die sogenannte Bleiisotopen-Datierung sowie die Atomsonden-Tomografie. Demnach hätten sich die ersten Gesteine sehr früh gebildet – nämlich bereits 160 Millionen Jahre nach der Entstehung unseres Sonnensystems. [mawi]

21.02.2014

Astronomie Auch Schwarze Löcher haben Wolken.

Die Gasschwaden in der Umgebung von Schwarzen Löchern ähneln gewaltigen Gewitterwolken, die sich immer wieder vor die kosmischen Objekte schieben. Das ist das Ergebnis einer Langzeitbeobachtung mit dem amerikanischen Röntgen-Satelliten RXTE. Der hatte über 16 Jahre hinweg regelmäßig die gleichen Objekte ins Visier genommen. Ausgewertet wurden die Daten von einem internationalen Forscherteam. Die Gaswolken entstehen, wenn Schwarze Löcher Materie aus dem Universum ansaugen. Dann bildet sich ein Ring aus heißem Gas, das verdichtet und somit stark aufgeheizt wird. Bisher waren die Experten davon ausgegangen, dass diese Ringe recht homogen strukturiert sind – wie riesige Donuts. Veröffentlicht wurde die Studie in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1093/mnras/stt2492

Chemie Ein Test spürt Gluten auf.

Spanische Chemiker haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich noch geringste Spuren der Eiweiß-Substanz Gluten nachweisen lassen. Herkömmliche Tests arbeiten auf Basis von Antikörpern und zeigen Gluten an bis zu einer Konzentration von 20 ppm. Der neue Nachweis funktioniert auch noch bei 0,5 ppm. Bei ihm binden keine Antikörper an die Substanz, sondern Aptamere. Das sind kurze, einsträngige DNA-Abschnitte, die an spezifische Moleküle andocken können. Damit gelingt ein besonders empfindlicher Nachweis, schreiben die Forscher in "Analytical Chemistry". Gluten ist ein Gemisch von Eiweißverbindungen und kommt in verschiedenen Getreidearten vor. Manche Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit reagieren auch schon auf geringste Spuren davon mit starken Verdauungsstörungen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1021/ac404151n

Biochemie Ein Molekülkleber beschleunigt die Heilung.

Ein künstlich hergestellter Eiweiß-Komplex hilft deutlich besser bei der Heilung von Wunden und Knochenverletzungen als die natürlichen Proteine, zumindest im Tierversuch an Mäusen. Das berichten Forscher aus Japan und der Schweiz im Fachmagazin "Science". Die Biowissenschaftler sind davon ausgegangen, dass bei der Wundheilung nicht genug Proteine, die das Wachstum unterstützen, an dem Bindegewebe zwischen den Zellen haften bleiben. Deshalb haben sie einen natürlichen Klebstoff entwickelt, der zwischen den Wachstumsmolekülen und dem Gewebe vermittelt. Dadurch konnte der Heilungsprozess beschleunigt werden. Dieser Ansatz dürfte nach Ansicht der Forscher neue Anwendungen in der Regenerativen Medizin ermöglichen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247663

Physik Vibrationen könnten Handys laden.

Einen Nanogenerator, der Energie aus Schwingungen bezieht und sie in Strom umwandelt, hat ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Advanced Energy Materials" präsentiert. Das Bauteil könnte auf eine schwingende Oberfläche geklebt werden, etwa im Auto, und Elektrizität liefern, um ein Mobiltelefon zu laden. Herzstück des Generators ist eine schwammartige Schicht des Kunststoffs PVDF. Dieses piezoelektrische Material wandelt Bewegung um in elektrischen Strom. Der kann abgeleitet werden durch Kontakte auf beiden Seiten der Schicht. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1002/aenm.201301624

Paläoozeanografie Der Nordatlantik war einst warm und instabil.

Eine Strömung im Nordatlantik war während einer Warmzeit vor rund 120.000 Jahren deutlich instabiler als heutzutage. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Anhand eines Bohrkerns untersuchten die Wissenschaftler die Sedimente, die sich damals am Meeresboden südlich von Grönland abgelagert hatten. Aus der Abfolge der Schichten konnten sie herauslesen, dass es im Laufe der Warmzeit zu Unregelmäßigkeiten bei der Zirkulation des Nordatlantischen Tiefenwassers gekommen war. Die meisten dieser Störungen hielten einige Jahrhunderte lang an. Das Nordatlantische Tiefenwasser ist ein wichtiger Teil der globalen Meeresströmungen. Die Forscher glauben, dass sich ähnliche Unregelmäßigkeiten auch in Zukunft wieder zeigen könnten. Daraus dürften sich dann unerwartete Folgen für das regionale Klima im Nordatlantik ergeben. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1248667

Neurowissenschaften Hunde besitzen, ähnlich wie Menschen, bestimmte Gehirnareale, mit denen sie Sprache verarb

Darüber können sie auch den emotionalen Gehalt wahrnehmen, der über die Stimme transportiert wird. Das berichten Forscher aus Ungarn im Fachblatt „Current Biology". Die Wissenschaftler hatten elf Hunde in einem Magnetresonanztomographen untersucht. Sie spielten den Tieren Stimmen und Geräusche vor und zeichneten auf, welche Gehirnregionen darauf ansprachen. Die Ergebnisse verglichen sie mit Beobachtungen an Menschen. Bei beiden Gruppen lagen die aktiven Gehirnareale an ähnlicher Position der Hörrinde und schienen ähnlich zu funktionieren. Nach Angaben der Forscher handelt es ich hierbei um die erste Studie, welche die Gehirnaktivität zweier Arten vergleiche, die zwar das gleiche soziale Umfeld teilten, aber evolutionär weit voneinander entfernt seien. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2014.01.058

Onkologie Sport hilft bei der Tumorabwehr

Intensiver Sport kann eine  unterstützen und den Patienten besser vor einem Rückfall schützen. Das haben Forscher aus Köln heute auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin berichtet.  Patienten mit einer guten Fitness besitzen nach Angaben der Forscher mehr natürliche Killerzellen. Die sind in der Lage, Tumorzellen zu erkennen und abzutöten. Sportliche Patienten seien damit besser gerüstet für den Kampf gegen das Wiederauftreten der Krankheit.  Für ihre Untersuchung hatten die Mediziner fünfzehn Krebspatienten auf einen Halbmarathon vorbereitet, während sie den Immunstatus der Probanden überwachten.  [reu]

 

 

Quelle: IDW-Online

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