Montag, 27.09.2021
 
07.04.2014

Medizin In Syrien und im Irak werden Millionen Kinder gegen Polio geimpft

Die Vereinten Nationen haben gestern im Nahen Osten eine große Impfkampagne gestartet. Ziel ist es, in fünf Tagen mehr als 20 Millionen Kinder in Syrien, Ägypten und im Irak gegen die Kinderlähmung zu impfen.

Ab dem 10. April sollen auch syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern Türkei und Libanon geimpft werden.

Im Bürgerkriegsland Syrien waren im letzten Oktober Fälle von Polio aufgetreten. Kürzlich wurde zudem ein Polio-Fall im Irak registriert. mawi

Quelle: Agenturen

Medizin Schwarze Schokolade senkt den Stresspegel des Körpers

Es ist schon länger bekannt, dass der Konsum von Bitterschokolade vor Herzerkrankungen schützen kann. Forscher der Universitäten Bern und Zürich wollten herausfinden, wie die in Bitterschokolade enthaltenen Kakao-Flavonoide ihre Schutzwirkung entfalten.

Sie unterzogen dazu Probanden einem standardisierten Stresstest. Versuchsteilnehmer, die eine halbe Tafel Schokolade mit hohem Flavonoid-Anteil gegessen hatten, schütteten während des Tests weniger von den Stresshormonen Cortisol und Adrenalin aus als Teilnehmer aus der Vergleichsgruppe, die Schokolade ohne Flavonoide gegessen hatten. Je höher der Flavonoid-Spiegel im Blut war, desto geringer fiel der Stresshormonanstieg aus.

Offenbar, so schreiben die Forscher im "Journal of the American College of Cardiology", schützen Flavinoide auf der Ebene der Nebennieren vor der körperlichen Reaktion auf Stress, indem sie die Stresshormonfreisetzung reduzieren. mawi

Quelle: idw-Ticker

Genetik Der soziale Status lässt sich an den Chromosomenenden ablesen

Kinder aus benachteiligten sozialen Milieus, die unter chronischem Stress leiden, besitzen kürzere Schutzkappen an den Enden der Chromosomen als sozial besser gestellte Kinder, berichten Forscher der Pennsylvania State University im Fachblatt PNAS. Die Forscher hatten Blutproben von neunjährigen Jungen genetisch analysiert.

Mit jeder Zellteilung werden die Chromosomenenden, die so genannten Telomere kürzer. Aber auch chronischer Stress, so die Forscher, kann dazu beitragen, dass die Telomere deutlich schneller als normal kürzer werden. Der Einfluss der Umweltfaktoren auf die Telomere werde offenbar über den Haushalt der Nachrichtenstoffe Dopamin und Serotonin vermittelt. mawi

 

Quelle: PNAS

Pflanzenschutz Die Panama-Krankheit bedroht Bananenstauden

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO warnt vor der Ausbreitung eines für Bananenstauden gefährlichen Pilzes. Der Pilz TR4 überträgt die sogenannte Panama-Krankheit.

Der Pilz breite sich nicht aggressiv aus, er könne aber für Jahre und Jahrzehnte im Boden verharren. In Asien hätten bereits befallene Plantagen geschlossen werden müssen. Die FAO fürchtet, der Pilz könne in die großen Anbaugebiete in Afrika und Lateinamerika übertragen werden. Der Großteil der Bananen-Stauden könne dem Pilz wenig entgegen setzen. Wirksame chemische Pflanzenschutzmittel fehlen.

Die FAO forderte Wissenschaft, Industrie und Internationale Institutionen auf, Konzepte zur Vorbeugung einer weiteren Verbreitung des Pilzes zu entwickeln. mawi   

 

Quelle: Independent

Dermatologie Die Merkel-Zellen machen uns so empfindlich

Wir können raue Oberflächen von glatten unterscheiden, Fell von Plastik. US-amerikanische Forscher haben jetzt entdeckt, dass spezielle Zellen in der Haut, die sogenannten Merkel-Zellen, dafür verantwortlich sind, feine Berührungsreize zu registrieren und an die Nervenzellen der Haut zu melden.

Der Fund erlaube es jetzt, Gefühlsstörungen besser zu erforschen.

Mit dem Alter nehme die Zahl der Merkel-Zellen ab und die Berührungs-Empfindlichkeit lasse nach, so die Forscher im Fachblatt "Nature".  

Möglicherweise würden die Zellen aber auch durch eine Zuckerkrankheit oder durch eine Chemotherapie geschädigt. mavi

 

Quelle: Quelle: mawi

04.04.2014

Chemie Chemisch instabile Pappeln lassen sich leichter zerlegen.

Forscher aus den USA und Kanada haben Bäume genetisch verändert, so dass sich aus ihnen leichter Zellulose gewinnen lassen kann. Die Wissenschaftler haben in Pappeln ein Gen eingeführt, das einen Bestandteil des Holzes chemisch verändert, nämlich das Lignin. Ein Enzym sorgt dafür, dass in den netzwerkartigen Molekülen Sollbruchstellen entstehen, so dass die Substanz leichter abgebaut werden kann. Lignin und der zweite Hauptbestandteil des Holzes, die Zellulose, lassen sich auf diese Weise leichter trennen. Zellulose ist ein Ausgangsstoff für die Herstellung von Zellstoff und Papier. Die mechanische Stabilität der Bäume leide nicht unter der Manipulation, wie die Forscher im Fachblatt "Science" berichten. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1250161

Onkologie Forscher finden eine Schwachstelle von Krebs

Biowissenschaftler aus Texas haben einen neuen Ansatz im Kampf gegen Krebs gefunden: Blockieren sie im Tumor die Andockstellen des Botenstoffes Prolactin, dann beginnen die Krebszellen damit, sich selbst abzubauen. Im Tierversuch an Mäusen konnten die Forscher zeigen, dass durch diese Behandlung das Gewicht von Tumoren auf rund die Hälfte abnahm. In Kombination mit einem anderen Wirkstoff schrumpften sie sogar um bis zu neunzig Prozent. Den Selbstabbau der eigenen Zellen nutzen Krebsgeschwüre normalerweise dazu, einer Chemotherapie auszuweichen, um in einer Art Schlafzustand die Behandlung zu überdauern. Diesen Mechanismus nutzen die Forscher für ihre Therapie aus, wie sie in den "Cell Reports" erläutern. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.celrep.2014.03.009

Raumfahrt Der erste Satellit des europäischen Copernicus-Programms hat seine Umlaufbahn erreicht.

Das teilte die Europäische Weltraumbehörde ESA mit. Sentinel-1A ist der erste einer ganzen Reihe von Satelliten, die den Zustand der Erde kontinuierlich erfassen sollen. Im kommenden Jahr wird er zunächst durch einen baugleichen Zwillingssatelliten ergänzt werden. Gemeinsam sollen sie innerhalb von sechs Tagen einmal die komplette Erdoberfläche abtasten können. Die Erfassung erfolgt per Radar. Dadurch können Aufnahmen auch im Dunkeln gemacht werden, und auch Wolken stören kaum. Ziel ist die Umweltbeobachung, zum Beispiel bei Naturkatastrophen. [mai]

 

Physiologie Pflanzen verteidigen sich mit einem zweischneidigen Schwert.

Bestimmte Fadenwürmer nutzten Sauerstoffradikale, mit denen Pflanzen sich verteidigen, für ihre eigenen Zwecke, nämlich zur Nahrungsbeschaffung. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science Signaling". Werden Pflanzen von Schädlingen befallen, bilden sie oft Sauerstoffradikale, um gezielt die betroffenen Zellen absterben zu lassen. Die Fadenwürmer jedoch verursachen im Inneren der Pflanzenwurzeln Wucherungen, welche die Parasiten mit Nährstoffen versorgen. Die reaktiven Sauerstoffteilchen halten diese wuchernden Zellen am Leben, so dass sie den Würmern weiterhin zur Verfügung stehen. Das konnten die Forscher zeigen, indem sie bei der Ackerschmalwand die Fähigkeit zur Bildung der Radikale ausschalteten. Wurden die Pflanzen von den Würmern befallen, starben die Wurzelzellen sofort ab und nahmen den Schädlingen die Lebensgrundlage. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/scisignal.2004777

Medizin Alternative Therapien sind Schmerzmitteln nicht unbedingt unterlegen.

Starke Schmerzmittel, die über einen längeren Zeitraum gegen chronische Schmerzen eingenommen werden, haben den gleichen Effekt wie eine Behandlung ohne Medikamente, zum Beispiel eine Physiotherapie. Das berichten Mediziner aus Berlin und Darmstadt im "British Journal of Pharmacology". Für ihre Meta-Studie hatten die Forscher über 3600 Publikationen ausgewertet mit Daten von knapp 11.000 Patienten. Langfristig gesehen sei die schmerzlindernde Wirkung einer Medikamententherapie klinisch unbedeutend. Schmerzmedikamente können andererseits schwere Nebenwirkungen haben. Die Ergebnisse der Studie legten daher nahe, bei der Behandlung chronischer Schmerzen vor allem auf die Vermeidung von schädlichen Arzneimittelwirkungen zu achten, betonen die Forscher. [mai]

 

Quelle: DOI: 10.1111/bph.12634

Entomologie Forscher finden die Fliegen-Nerven für den Rückwärtsgang.

Biologen aus Wien haben die Nervenzellen ausfindig gemacht, die bei Fruchtfliegen für das Rückwärtslaufen zuständig sind. Dazu haben sie Fliegen untersucht, bei denen bestimmte Nervenzellen durch Wärme aktiviert werden. Diese Tiere lassen bei 30° Celsius typische Verhaltensmuster erkennen, die sie bei 24 ° Celsius nicht zeigen. So konnten die Forscher aus einigen Tausend Fliegen jene Exemplare ausfindig machen, die bei der Erwärmung auf den Rückwärtsgang umschalten. Die Nervenzellen, die die Gangrichtung umschalten, konnten die Forscher anschließend lahm legen, indem sie den Fliegen das Gift der Tetanus-Bakterien verabreichten, wie sie im Fachblatt "Science" berichten. Obwohl es deutliche Unterschiede in der Fortbewegung von Fliegen und Menschen gibt, seien Ähnlichkeiten auf Ebene der neuronalen Steuerung zu erwarten, glauben die Wissenschaftler. [mai]

03.04.2014

Raumfahrt Die Krimkrise wirkt sich jetzt auch auf die internationale Raumfahrt aus.

Die US-Weltraumbehörde NASA kündigte an, dass sie ihre Zusammenarbeit mit Russland weitgehend auf Eis legen will. Angesichts der "fortwährenden Verletzung der ukrainischen Souveränität und territorialen Integrität" sollen alle Kontakte zur russischen Regierung gestoppt werden. Kooperationen werde es nur noch in Zusammenhang mit der internationalen Raumstation ISS geben. Die USA ist nach dem Ende ihres Shuttle-Programms auf russische Sojus-Kapseln für den Transport von Astronauten zur ISS angewiesen. Von dem Kooperationsverbot betroffen sind vor allem Grundlagenforscher, die mit russischen Kollegen Daten zum Beispiel der Erdbeobachtung austauschen. [tj]

 

Forschungspolitik Arzneimitteltests sollen durchsichtiger werden.

Das hat das Europäische Parlament gestern Abend beschlossen. Das entsprechende neue Gesetz tritt 2016 in Kraft. Dann müssen alle klinische Studien öffentlich angemeldet werden – ganz gleich, ob sie ein Arzt oder ein Pharmaunternehmen leitet. Zudem müssen die Ergebnisse offengelegt werden, und zwar unabhängig davon, ob das getestete Medikament positive oder negative Effekte hatte. Bislang war so viel Transparenz nicht nötig. [tj]

 

Archäologie Schon vor 5000 Jahren haben Hirten in Zentralasien Getreide angebaut.

Im Hochland von Kasachstan haben Paläobotaniker zwei ehemalige Siedlungen von Schafhirten untersucht. Dort fanden sie Weizen- und Hirsekörner, die aus dem 3. Jahrtausend vor Christus stammen. Die Überreste deuten darauf hin, dass die Getreidepflanzen vor Ort kultiviert und weiterverarbeitet wurden. Das schreiben die Forscher in den „Proceedings of the Royal Society B“. Da die Hirten saisonbedingt wanderten und zwar entlang der Seidenstraße, folgern sie , dass Getreidesorten ausgetauscht und dementsprechend schon 2800 Jahre vor Christus Handel entlang der Seidenstraße getrieben wurde. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1098/rspb.2013.3382

Planetologie Der Mond ist ein Jungspund – zumindest verglichen mit bisherigen Modellrechnungen.

Eine im Fachmagazin "Nature" veröffentlichte Studie datiert den Mond auf ein Alter von 4,47 Milliarden Jahren. Zu diesem Zeitpunkt habe er sich wahrscheinlich aus den Trümmern einer Kollision gebildet, bei der ein marsgroße Himmelskörper auf die entstehende Erde prallte. Bei dieser Kollision entstand auch ein metallener Kern mit einer aus Felsen bestehenden Hülle: der spätere Mond. Vermutlich habe sich die Kollision rund 100 Millionen Jahre nach der Geburt unseres Sonnensystems ereignet, schreiben die Forscher. Bisherige Theorien zufolge entstand der Mondes innerhalb der ersten 30 Millionen Jahre  des Sonnensystems [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature13172

Medizin Um schnell gesund zu werden, muss man richtig erkranken.

Ältere Menschen erkranken häufiger an einer Grippe und leiden länger unter den Symptomen als Jüngere. Warum, das war bisher unklar. Forscher gingen im allgemeinen davon aus, dass mit zunehmendem Alter auch das Immunsystem geschwächt ist. Eine Studie des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat nun eine andere Erklärung gefunden: Das Grippevirus vermehrt sich in älteren Menschen so langsam, dass Ihr Immunsystem die Erkrankung zu spät erkennt und somit auch zu spät mit der Abwehrreaktion beginnt. Unser Immunsystem kommt nämlich immer erst dann  in Fahrt, wenn eine gewisse Reizschwelle überschritten ist, wir also richtig erkrankt sind.  Die Studie ist im Fachmagazin "Journal of Virology" nachzulesen. [tj]

 

Quelle: Pressemitteilung Helmholtz Zentrum Braunschweig

Psychologie Dass es positive und negative Menschen gibt, läßt sich nicht nur wahrnehmen, sondern auch

Das berichten US-amerikanische Psychologen im Fachblatt "Journal of Abnormal Psychology". Die Fähigkeit, positiv zu bleiben, auch wenn die Zeiten hart sind oder umgekehrt, immer alles schwarz zu malen, sei im Gehirn verankert. Eine Studie mit 71 weiblichen Teilnehmern habe einen biologischen Marker im Gehirn zu Tage gefördert. Bei den notorischen Bedenkenträgern konnten die Forscher einen paradoxen Rückschlag-Effekt feststellen. Sobald die Probandinnen aufgefordert wurden, negative Emotionen im Zusammenhang mit einem angsteinflößenden Ereignis zu beenden, passierte genau das Gegenteil. Bei Menschen, die positiv denken, war die Gehirnaktivität während bedrohlicher Situationen deutlich geringer. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1037/a0035817

02.04.2014

Physik Aufbau von Windparks ist nicht optimal.

Das hat ein Forscherteam der Johns Hopkins Universität in den USA herausgefunden. In Windparks werden die Windkraftanlagen bisher häufig schachbrettartig angeordnet. Dies soll bei geringstem Raumbedarf die höchste Energieausbeute bringen. Doch das trifft bei größeren Windparks nicht zu. Wie die Wissenschaftler mithilfe von Simulationen zeigen konnten, lohnt es sich, bei großen Windparks die Windräder nicht schachbrettartig, sondern in Blöcken versetzt anzuordnen, um die Energieausbeute zu steigern. Der Versatz reduziere die leistungsmindernden Effekte von Verwirbelungen zwischen den einzelnen Windkraftanlagen, schreiben die Forscher im "Journal of Renewable and Sustainable Energy".

[fma]

Quelle: Journal of Renewable and Sustainable Energy / doi: 10.1063/1.4869568

Demografie Im Norden Deutschlands werden mehr Menschen uralt.

Sogenannte Höchstaltrige, die 105 Jahre oder älter wurden, konzentrieren sich besonders im Nordwesten und in Berlin. Das ist das Ergebnis einer Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock. Die Wissenschaftler untersuchten die räumliche Verteilung der Geburts- und Sterbeorte von Höchstaltrigen. Dabei zeigte sich, dass es in Deutschland regionale Hotspots extremer Langlebigkeit gibt. Die Höchstaltrigen sind auch überraschend sesshaft. Die Hälfte der Uralten wohnte am Lebensende nicht weiter als 25 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt. In den Regierungsbezirken Hannover und Schleswig Holstein liegt der Anteil der Höchstaltrigen um mehr als 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Berlin kommt auf 59 Prozent. Die niedrigsten Werte gibt es in der Region Oberbayern, die 63 Prozent hinter dem Mittelwert zurückbleibt. Die Studie erscheint im Vienna Yearbook of Population Research.         

[luh]

          

Quelle: MPIGR

Medizin Sport macht die Nerven fit.

Ausdauersport verändert nicht nur den Zustand und die Fitness von Muskeln. Regelmäßiges Training verbessert auch die Nervenverbindungen zu den Muskelfasern. Das berichten Forscher der Universität Basel im Fachmagazin "Nature Communications". Werden Muskeln trainiert, steigt in den Zellen die Konzentration eines bestimmten Proteins namens PGC1-Alpha. Die Forscher konnten zeigen, dass - auch ohne Training - ein höherer Spiegel dieses Proteins die Informationsleitung über die Nerven hin zum Muskel fördert. Auf Basis dieser Erkenntnisse halten die Wissenschaftler neue Therapiemöglichkeiten bei Krankheiten wie Muskelschwund für denkbar. Eine medikamentöse Erhöhung des PGC1-Alpha-Spiegels bei Patienten, die sich schon nicht mehr selbst bewegen können, könnte deren Nerven soweit stärken, dass wieder ein Bewegungstraining aus eigener Kraft möglich würde.

[luh]

Quelle: Nature Communications / doi: 10.1038/ncomms4569

Biologie Auch Küchenschaben stehen auf Berührung.

Zumindest vermehren sich weibliche Schaben schneller, wenn ihre Antennen berührt werden. Das haben Forscher der Carolina State University herausgefunden. Ob die Fühler dabei mit den Antennen von Artgenossen oder nur mit Federn als simulierten Antennen in Kontakt kommen, macht zwar einen Unterschied, aber einen überraschend kleinen. Versuche zeigten, dass allein die taktilen Reize die Produktion eines reproduktionssteigernden Hormons ankurbeln. Schaben, denen ein solcher Kontakt verwehrt wird, vermehren sich dagegen sehr viel langsamer.

[fma]

Quelle: Proc of the Royal Society B / doi: 10.1098/rspb.2014.0325

Biologie Genanalysen enthüllen den Ursprung der Löwen.

Alle heutigen Löwen stammen von gemeinsamen Vorfahren ab, die vor rund 124.000 Jahren in Südost-Afrika lebten. Das ist das Ergebnis genetischer Analysen, für die britische Forscher sowohl DNA-Proben von lebenden Löwen als auch von präparierten Exemplaren aus Museumssammlungen untersuchten. Letztere stammten teilweise aus Regionen wie beispielsweise Iran und Nordafrika, wo die Löwen ausgestorben sind. Die Gendaten zeigen auch überraschenderweise, dass heutige Löwen in Westafrika enger mit indischen Löwen verwandt sind als mit den Löwenpopulationen im Süden und Osten Afrikas. Solche Erkenntnisse könnten für den Artenschutz bedeutsam sein. Die Löwen in Indien gelten als vom Aussterben bedroht. Die Studie ist im Fachmagazin "BMC Evolutionary Biology" erschienen.

[luh]

    

Quelle: BMC Evolutionary Biology / doi:10.1186/1471-2148-14-70

Umwelt Fast jede vierte Hummelart in Europa ist vom Aussterben bedroht.

Das zeigt eine neue Studie, die heute von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Schweiz vorgestellt wurde. Demnach sind von den 68 in Europa heimischen Hummelarten 24 Prozent vom Aussterben bedroht. Bei fast der Hälfte der Arten sinkt die Population. Die Resultate seien sehr beunruhigend, heißt es in einer Stellungnahme der IUCN. Ein so hoher Anteil gefährdeter Hummeln könne ernsthafte Konsequenzen für die Nahrungsmittelproduktion haben. Hummeln sorgen als Bestäuber dafür, dass sich Pflanzen vermehren und gedeihen können. Berechnungen der IUCN zufolge liegt der wirtschaftliche Nutzen von Bestäubern wie Hummeln für die europäische Landwirtschaft bei mehr als 22 Milliarden Euro im Jahr. Als Hauptgefahren für die Hummeln gelten der Klimawandel, intensive Landwirtschaft und eine veränderte Landnutzung. Viele Hummelarten sind spezialisiert auf bestimmte Pflanzen. Das macht sie besonders anfällig für Veränderungen ihrer Umwelt.

[luh]

01.04.2014

IT Computerprogramm erkennt 21 Gefühle an Gesichtsausdrücken

US-Wissenschaftler haben es entwickelt, indem sie Testpersonen baten, sich in bestimmte Situationen hineinzuversetzen. Dabei fotografierten die Forscher die Gesichter der Probanden. Sie fanden Übereinstimmungen in den Gesichtsausdrücken zu sechs Grundgefühlen wie ängstlich oder traurig. Aber auch zu Gefühlsverbindungen wie "glücklich überrascht", bei der über 90 Prozent der Probanden die Augen weit öffneten, die Wangen hochzogen und den Mund offen ließen. Die Wissenschaftler erstellten ein Computerprogramm, das diese Gesichtsausdrücke erkennen kann, schreiben sie im Fachblatt "PNAS". Bei den Grundgefühlen kommt es auf eine Trefferquote von 97 Prozent. Bei den Gefühlskombinationen auf 77 Prozent. [hell]

    

Quelle: PNAS

Paläontologie Forscher erklären größtes Massensterben der Erdgeschichte neu

Vor 252 Millionen Jahren starben etwa 90 Prozent aller Arten auf der Erde aus. Bislang vermuteten viele Wissenschaftler gewaltige Vulkanausbrüche als Ursache dafür. Jetzt haben Forscher des MIT eine neue Theorie aufgestellt: Demnach hätten sich zu der fraglichen Zeit besondere Mikroben stark verbreitet. Die hätten Biomasse zu dem Treibhausgas Methan verarbeitet, wodurch die Temperaturen stiegen. Lebewesen, die sich diesen Veränderungen nicht anpassen konnten, starben aus, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Als Anhaltspunkt für diese Theorie nennen die Forscher Kohlenstoffablagerungen in Sedimenten. Sie kommen zu dem Schluss, dass diese Ablagerungen nicht von Vulkanausbrüchen stammen können. Wahrscheinlicher sei, dass die Mikroben sie durch ihre Methanproduktion verursacht hätten. Genetischen Analysen zufolge, fällt die Entwicklung der Fähigkeit der Mikroben, Biomasse zu Methan zu verarbeiten, mit der Zeit des Massensterbens zusammen. Als Grund für die massenhafte Vermehrung der Mikroben machen die Forscher weiterhin die Vulkanausbrüche verantwortlich. Sie schleuderten große Mengen Nickel in die Atmosphäre. Ein Element, das die Mikroben für ihre Entwicklung benötigten. [hell]

Ernährung Wer viel Obst und Gemüse isst, lebt länger

Dass Obst und Gemüse einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben, wurde oft gezeigt. Nun haben sich britische Forscher erstmals mit dem Zusammenhang zwischen Obst- und Gemüsekonsum und dem generellen Sterberisiko befasst. Das Ergebnis: Sieben oder mehr Portionen pro Tag reduzieren das generelle Sterberisiko in jedem Alter um 42 Prozent, schreiben die Forscher im "Journal of Epidemiology and Community Health". Ihre Ergebnisse basieren auf Daten zu den Ernährungsgewohnheiten von über 65.000 Briten aus knapp acht Jahren. Mehr als 4.000 Menschen starben währen der Zeit der Datenerhebung. Die Forscher schlüsselten ihre Auswertung auch nach Todesursachen auf. So sinke bei sieben oder mehr Portionen Früchte oder Obst am Tag das Risiko an Krebs zu sterben um 25 Prozent. Das Risiko an einer Herzkrankheit zu sterben sinke um gut 30 Prozent. [hell]

Medizin Aspirin kann Überlebenschancen bei Darmkrebs steigern

Jedoch nur bei manchen Patienten. Das legt eine Studie niederländischer Mediziner nahe. Die Forscher untersuchten Gewebeproben von knapp 1000 Patienten, die sich einer Darmkrebsoperation unterzogen hatten. Das Ergebnis: Patienten, die Aspirin zu sich nahmen, hatten eine rund zehn Prozent höhere Überlebensrate als die, die kein Aspirin nahmen. Jedoch stiegen die Überlebenschancen durch Aspirin nur bei Patienten, deren Gewebeproben ein spezielles Antigen aufwiesen, schreiben die Forscher im "Journal of the American Medical Association". Der Grund für diese Wirkung von Aspirin müsse noch erforscht werden. Die Wissenschaftler vermuten, dass Aspirin die Fähigkeit von Tumorzellen hemmt, Metastasen zu bilden. [hell]

Meereskunde Sauerstoffarme Zonen in der Ostsee weiten sich aus

Zu dem Ergebnis kommt ein dänisch-schwedisches Forscherteam. Demnach habe sich die Fläche der sauerstoffarmen Zonen seit 1900 mehr als verzehnfacht. Sie messe nun 60.000 Quadratkilometer, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Damit ist die Fläche etwas kleiner als Bayern. In diesen besonders sauerstoffarmen Gebieten können die meisten Meeresbewohner nicht überleben. Als eine Hauptursache nennen die Wissenschaftler Nährstoffe, etwa aus der Landwirtschaft. Sie gelangen über Flüsse in die Ostsee und begünstigen dort unter anderem die Entwicklung von Cyanobaktierien. Diese Bakterien wiederum verbrauchen Sauersoff. [hell]

    

Quelle: PNAS

Biologie Japanische Stammzellen-Studie enthält falsche Daten

Das hat das Forschungsinstitut RIKEN im japanischen Kobe mitgeteilt. Das Institut hatte eine Kommission eingesetzt, um die im Januar veröffentlichte Studie zu untersuchen. RIKEN-Forscher beschreiben in der Studie, dass Körperzellen von Mäusen sich mittels Zitronensäure umprogrammieren ließen. Die Zellen würden daraufhin die Vielseitigkeit embryonaler Stammzellen erwerben. Die Kommission kam nun zu dem Ergebnis, dass die Hauptautorin der Studie Bilder von DNS-Fragmenten gefälscht habe. Sie habe das getan, um das "Erscheinungsbild ihrer Forschungsergebnisse" zu verbessern. Ob die Ergebnisse der Studie stimmen, hat die Kommission nicht untersucht. Um das herauszufinden, müssen andere Forscher die Ergebnisse reproduzieren. [hell]

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