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04.06.2014

Physik Physiker stellen Anti-Wasserstoffatomen eine Falle.

Antimaterie soll - so die gängige Theorie - die gleichen Eigenschaften wie Materie haben, lediglich mit umgekehrten Vorzeichen. Physiker des Forschungszentrums CERN berichten im Fachblatt "NATURE Communications" von einem weiteren Nachweis dieser Symmetrie. Sie haben mithilfe einer Magnetfalle und einem elektrischen Feld die elektrische Ladung von Anti-Wasserstoffatomen so genau bestimmt wie nie zuvor. Die Daten zeigen, dass dieses Antimaterie-Atom zumindest bis zur achten Nachkommastelle neutral ist. Demnach könnte Antimaterie zumindest im Bereich elektrischer Ladung mit der normalen Materie tatsächlich symmetrisch sein.
[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4955)

Astronomie Astronomen entdecken zwei neue Exoplaneten.

Die beiden Planeten kreisen um Kapteyns Stern, der 13 Lichtjahre von der Sonne entfernt ist. Nach Angaben des internationalen Forscherteams, das die Entdeckung in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" vorstellt, könnte einer der Planeten lebensfreundliche Eigenschaften besitzen. Dieser Planet namens Kapteyn b hat eine Umlaufperiode von 48 Tagen und könnte über flüssiges Wasser verfügen. Der zweite Planet, Kapteyn c, hingegen ist schwerer und vermutlich zu kalt für flüssiges Wasser. Die Planten befinden sich im südlichen Sternbild Pictor.

[mst]

Quelle: idw-online

Biologie Bäume regeln die Körpertemperatur von Koala-Bären.

Wird es Koalas im Südosten Australiens zu heiß, umklammern sie Stämme oder dicke Äste von Eukalyptusbäumen, um sich daran zu kühlen. Dies helfe den Tieren, die keine Schweißdrüsen besitzen, bei heißem Wetter nicht zu überhitzen, schreiben Biologen aus Melbourne in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Die Forscher hatten mithilfe von Wärmebildkameras die Temperatur von 37 Koalas sowie die der Stämme und Äste bestimmt, auf denen die Tiere sich aufhielten. Demnach waren die Eukalyptusstämme in der Regel zwischen fünf bis fast acht Grad kühler als die Umgebungsluft. Den Forschern zufolge ersparen die kühleren Stämme den Koalas etwa die Hälfte der Kühlleistung, die sie sonst durch Hecheln hätten erreichen müssen, das stets mit einem großen Wasserverlust einhergeht. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieses Verhalten auch bei anderen Baumlebenden Tieren wie Affen, Leoparden oder Schlangen vorkommen könnte.
[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098.rsbl.2014.0235)

Medizin In Saudi-Arabien steigt die Zahl der MERS-Toten.

Eine "umfassende Überprüfung" der Daten in Bezug auf das Coronavirus MERS seit 2012 habe eine Zahl von 282 Toten und 688 Infizierten in Saudi-Arabien ergeben. Das gab das zuständige Gesundheitsministerium gestern in Riad bekannt. Tags zuvor war nur von 190 Toten und 575 Infizierten die Rede gewesen. Das Coronavirus Middle East Respiratory Syndrom - kurz MERS - wurde erstmals im September 2012 bei Patienten mit einer schweren Atemwegsinfektion identifiziert. Neben grippeähnlichen Symptomen kommt es bei einer Infektion auch mitunter zu einer schweren Lungenentzündung, zudem sind Fälle von Nierenversagen bekannt.
[mst]

Biologie Japanische Stammzellenforscherin widerruft umstrittene Studie.

Die japanische Stammzellenforscherin Haruko Obokata hatte Ende Januar mit einer einfachen Verjüngung von Körperzellen für Aufsehen gesorgt. Die Methode wurde im britischen Fachblatt "NATURE" veröffentlicht. Heute teilte ihr Arbeitgeber, das Riken-Institut in Saitama mit, dass die Forscherin sich schriftlich einverstanden erklärt habe, die Daten zu annullieren und die Arbeit zurückzuziehen. Sie war der stellenweisen Manipulation von Daten beschuldigt worden, was die Forscherin bislang entschieden zurückgewiesen hatte. Bei der kritisierten Methode können Forscher mithilfe von Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzen. Diese sogenannten STAP-Zellen können sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln.
[mst]

Biologie Ein neues Biopestizid verschont Honigbienen.

Das Pflanzenschutzmittel basiert auf Hva1, einem Protein aus Spinnengift. Schädliche Insekten können so selektiv getötet werden; auf Honigbienen hat das Insektizid allerdings keine Wirkung. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin "Proceedings oft the Royal Society B". Das Spinnengift-Protein entfaltet seine Wirkung an Kalzium-Kanälen im Nervensystem der Insekten. Die genaue Struktur dieser Kanäle variiert zwischen Insektenarten. Das könnte die Resistenz der Bienen erklären. Biopestizide, die an Kalzium-Kanälen wirken, könnten möglicherweise besonders erfolgreich zum Bekämpfen ausgewählter Insektenarten sein, schlussfolgern die Wissenschaftler.
[AMY/Mst]

Quelle: Proc R Soc B (doi:10.1098/rspb.2014.0619)

03.06.2014

Meteorologie Hurrikane mit weiblichem Namen sind tödlicher

Das hat eine statistische Auswertung von knapp 100 der tropischen Wirbelstürme über Nordamerika ergeben. Die Statistik zeigt, dass Stürme mit weiblichen Namen bis zu drei Mal mehr Todesopfer fordern als ähnlich starke Stürme mit männlichem Namen. Die Forscher vermuten, dass Menschen die Gefahr von Stürmen mit femininem Namen unterschätzen, schreiben sie im Fachblatt "PNAS". Um diese Theorie zu untermauern, ließen sie Testpersonen rein gefühlsmäßig vorhersagen, wie schwer zukünftige Stürme ausfallen würden. Das Ergebnis: Die Probanden schätzten feminin benannte Stürme deutlich schwächer ein. So erwarteten sie von Sturm "Dolly" das geringste Gefahrenpotenzial. In einem weiteren Test sollten die Probanden ihre Reaktionen bei einem Sturm beschreiben. Wieder waren die Reaktionen abhängig vom Geschlecht der Sturmnamen: So würden sich die Testpersonen bei einem männlich benannten Sturm früher in Sicherheit bringen. Lange Zeit bekamen Hurrikane in den USA nur weibliche Namen, seit den 70ern bekommen sie abwechselnd weibliche und männliche. Die Ergebnisse der Forscher legen nun nahe, dass diese Zuordnung Menschenleben kosten kann und überprüft werden sollte.

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1402786111

Biologie Fischereiboote beeinflussen Seevögel

Das haben Forscher herausgefunden, indem sie das Verhalten von Basstölpeln mit GPS-Sendern überwachten. Die Daten der Vögel verglichen die Wissenschaftler mit Informationen über Schiffe in der gleichen Region. Das Ergebnis: Die Vögel reagierten selbst auf elf Kilometer entfernte Schiffe. Dabei kam es auf die Art des Schiffes und dessen Aktivität an. Wurde auf einem Schiff etwa gefischt, gingen die Vögel häufig dazu über, selbst nach Nahrung zu suchen. Fuhr ein Schiff ohne dabei Fische zu fangen, war das nicht der Fall, schreiben die Forscher im Magazin "Current Biology". Diese Erkenntnisse könnten in die naturschutz-gerechte Planung von Fischereirouten einfließen. [hell]

Quelle: Current Biology ; DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2014.04.041

Bakteriologie Bakterium wandelt Biomasse in Ethanol um

US-Wissenschaftler aus Georgia haben es entwickelt: Als Ausgangsorganismus nahmen sie ein Bakterium, das Biomasse – in diesem Fall Rutenhirse – zerlegen kann. Diesem Bakterium schleusten sie das Gen eines anderen Bakteriums ein, das Ethanol produziert. Der so veränderte Mikroorganismus kann Biomasse direkt in Ethanol umwandeln, schreiben die Forscher im Magazin "PNAS". Das so entstandene Ethanol lässt sich für Biokraftstoffe verwenden. Bisher muss man die Biomasse aufwendig vorbehandeln, um daraus Kraftstoffe herzustellen. Dabei werden die Zellwände der Pflanzen zerlegt, bevor sie zu Ethanol fermentieren. Diese Vorbehandlung gilt als ökonomischer Flaschenhals bei der Herstellung von Biokraftstoffen. Mit dem neuen Bakterium entfällt dieser Schritt. [hell]

Quelle: PNAS; http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1402210111

Biologie Zuviel Testosteron kann zu Autismus führen

Ist die Konzentration männlicher Sexualhormone im Mutterleib erhöht, entwickelt ein Kind mit größerer Wahrscheinlichkeit Autismus. Das berichtet ein Forscherteam im Fachblatt "Molecular Psychiatry". Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler Fruchtwasserproben aus einer Datenbank. Rund ein Drittel der für die Studie ausgewählten Kinder hatte nach der Geburt Autismus entwickelt. Schon länger war bekannt, dass Autismus häufiger bei Männern als Frauen vorkommt. Die Rolle der Hormone bei der Entwicklung könnte diesen Unterschied erklären. Für die Pränataldiagnostik von Autismus sind die Ergebnisse allerdings nicht hilfreich. Die individuellen Unterschiede zwischen den Messwerten waren zu groß, um einen kritischen Schwellenwert festzulegen. [AMY]

Quelle: Molecular Psychiatry

Astronomie Neuer Erd-Planet aus Frühzeit des Universums entdeckt

Astronomen haben einen neuen Planeten-Typen definiert. Der Planet Keppler-10c ist mehr als doppelt so groß wie die Erde und wiegt 17-mal so viel. Bisher dachten Wissenschaftler, dass sich solch massereiche Planeten in Gase hüllen wie etwa die Gasriesen Uranus und Neptun. Keppler-10c jedoch ist ein fester Gesteinsplanet wie unsere Erde, berichten die Forscher auf der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft in Boston. Sie tauften ihre Entdeckung eine "Mega-Erde". Der Planet liefert Erkenntnisse über die Geschichte des Universums. Das System mit dem Planeten entstand weniger als drei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Bisher dachte man, dass sich Gesteinsplaneten erst viel später formen konnten, da das frühe Universum fast nur Gase enthielt. Der neue Fund zeigt, dass Forscher alte Sterne bei ihrer Suche nach Gesteinsplaneten nicht ausschließen können. [hell]

Quelle: Eurekalert

02.06.2014

Luftfahrt Solarflugzeug "Solar Impulse 2" hat Jungfernflug absolviert

Der erste Praxistest des Schweizer Solarflugzeugs heute Morgen dauerte zwei Stunden und 17 Minuten. Der Einsitzer mit einer Spannweite von 72 Metern erreichte eine Flughöhe von 8000 Fuß – also rund 2400 Metern. Der Schweizer Betrand Piccard hatte 2013 mit dem Vorgängermodell "Solar Impulse" die USA überflogen und dabei die 5000 Kilometer von San Francisco bis New York in mehreren Etappen bewältigt. Das Nachfolgemodell "Solar Impulse 2" ist mit mehr als 17.200 Solarzellen ausgestattet, die vier Elektromotoren antreiben. Es kann fünf Tage und fünf Nächte am Stück fliegen. Im März 2015 soll das Flugzeug zu einer Erdumrundung starten. [mawi]

Medizin Hypnose verlängert Tiefschlaf

Schlafforscher der Universitäten Zürich und Fribourg haben 70 junge, gesunde Frauen zu einem wissenschaftlich kontrollierten Mittagsschlaf ins Schlaflabor geladen. Vor dem Einschlafen hörten die Frauen über Lautsprecher entweder eine spezielle 13-minütige Tiefschlafhypnose oder einen neutral gesprochenen Text. Frauen, die auf die Hypnose reagierten, wiesen einen um 80 Prozent erhöhten Tiefschlafanteil auf – verglichen mit den Studienteilnehmerinnen, die den neutralen Text hörten. Zudem habe sich die Wachliegezeit um etwa ein Drittel verkürzt, berichten die Forscher im Fachblatt "Sleep". Ob und inwieweit das Verfahren auch den Nachtschlaf verbessern kann, ist unklar. Die Forscher sehen in der Hypnose eine Möglichkeit, ohne Medikamente die Schlafqualität zu verbessern. [mawi]

Medizin  Forscher entdecken einen neuen Mitspieler der Blutbildung

Wissenschaftler der University of California haben ein bisher unbekanntes Hormon gefunden, das die Blutbildung mitreguliert. Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature Genetics" berichten, wirkt der Erythroferron genannte Botenstoff als Gegenspieler des bereits bekannten Hormons Hepcidin. Um rote Blutkörperchen zu produzieren, die den Körper mit Sauerstoff versorgen, wird Eisen benötigt. Zu viel Eisen ist allerdings schädlich. Das Hormon Hepcidin hemmt seine Aufnahme und verhindert damit einen Eisenüberschuss. Wird aber zu viel Hepcidin gebildet, führt das zu Eisenmangel und Blutarmut. Das jetzt entdeckte Erythroferron drosselt die Produktion von Hepcidin und bewirkt, dass genügend Eisen für die Blutbildung zur Verfügung steht. Der Fund könnte helfen, neue Behandlungen von Blutbildungsstörungen zu entwickeln. [mawi]

Biologie Winzige Erbgutveränderung ließ blonde Haare wachsen

Etwa eine Handvoll Gene sind bekannt, die die Haarfarbe des Menschen mit bestimmen. Forscher am Howard Hughes Medical Institute berichten im Fachblatt "Nature Genetics", dass es bei der Haarfarbe nicht allein darauf ankommt, welche Proteine vom Körper gebildet werden. Entscheidend sei auch, wie viel von einem bestimmten Protein in den Haarfolikeln produziert wird. Die Forscher entdeckten, dass der Austausch eines einzigen Erbbausteins in einem Gen dazu geführt hat, dass manchen Menschen blonde Haare wachsen. Die Punktmutation liege im regulatorischen Bereich des sogenannten KIT Liganden-Gens. Bei Menschen mit der genetischen Veränderung sei in den Haarfolikeln die Aktivität des Gens um etwa 20 Prozent gedrosselt. Das KIT Liganden-Gen ist auch für das Funktionieren von Stammzellen wichtig. In den Stammzellen blonder Menschen ist die Aktivität des Gens – anders als in den Folikel-Zellen nicht gedrosselt.[mawi]

Biologie Zellulose kann härter als Stahl sein

Zellulose ist der Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwand. Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat an der Röntgenlichtquelle PETRA III des Hamburger DESY ein Verfahren zur Produktion besonders stabiler Zellulosefäden getestet. Dabei werden Zellulose-Fasern zunächst parallel ausgerichtet und dann zu einem Garn verflochten. Bei dem im Fachblatt "Nature Communications" vorgestellten Verfahren werden die winzigen Zellulose-Fasern zunächst mit Wasser durch einen schmalen Kanal gespült. Zwei zusätzliche Wasserstrahlen beschleunigen den Fluss der Fasern, die sich dadurch gleich ausrichten. Salze sorgen zudem dafür, dass die Fasern sich aneinanderheften und so die Struktur des künftigen Fadens festlegen.Gemessen am Gewicht seien die Zellulose-Fäden stärker als Stahl und Aluminium, so die Forscher. Sie wollen die Fäden weiter entwickeln zu einem Material mit hoher Steifigkeit, das sich etwa für den Bau von Rotorblättern von Windkrafträdern nutzen lässt. [mawi]

Quelle: Nature Communications - DOI: 10.1038/ncomms5018

30.05.2014

Physik Im vergangenen März hatten Astronomen berichtet, sie hätte Hinweise auf Gravitationswellen

Diese Schlussfolgerung könnte voreilig gewesen sein. Denn gleich zwei Arbeitsgruppen haben nun Zweifel an ihrer Gültigkeit geäußert. In der Veröffentlichung vom März hatten die Forscher bestimmte Muster in der kosmischen Hintergrundstrahlung als deutlichen Hinweis auf Gravitationswellen gedeutet. Die Autoren der aktuellen Studien glauben jedoch, dass dabei ein Effekt vernachlässigt wurde, der durch kosmische Staubwolken verursacht wird. Dadurch sei die Existenz der Gravitationswellen in den Messungen vorgetäuscht worden. Veröffentlicht habe die Wissenschaftler ihre Studien in einer Vorab-Fassung auf dem arXiv-Server. Neue Datensätze zum Einfluss der Staubwolken werden nun bis spätestens Oktober erwartet. Dann könnte die Kontroverse entschieden werden. [reu]

Quelle: http://arxiv.org/abs/1405.5857, http://arxiv.org/abs/1405.7351

Biologie Die Evolution lässt Grillen verstummen.

Zwei Populationen von Feldgrillen auf den Inseln von Hawaii haben die Fähigkeit zum Zirpen verloren – und zwar unabhängig voneinander. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Current Biology". Die männlichen Grillen besitzen leicht deformierte Flügel, mit denen sie keine Zirp-Geräusche erzeugen können. Das hat für sie den Vorteil, dass sie nicht mehr parasitischen Fliegen ausgesetzt sind, die durch das Singen angelockt wurden. Entstanden ist diese Veränderung gerade einmal vor rund zehn Jahren. Beobachtet wurde sie auf zwei verschiedenen Inseln. Wie die Forscher schreiben, unterscheiden sich auch die Mutationen voneinander, die dafür verantwortlich sind. Die Evolution dürfte diese neue Eigenschaft demnach zweimal im selben Zeitraum hervorgebracht haben. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2014.04.053

Virologie Das Mers-Virus lässt sich blockieren.

Ein internationales Forscherteam hat eine Substanz entdeckt, welche die Vermehrung von Coronaviren hemmt. Sie blockiert unter anderem das Sars-Virus und das Mers-Virus, das im Jahr 2012 entdeckt worden war. Dieser Erreger kann Lungenentzündungen und Nierenversagen verursachen. Wie die Forscher im Fachblatt "PLoS Pathogens" berichten, greift die Substanz in menschlichen Zellen in den Vermehrungszyklus der Viren ein. Sie verhindert, dass die Viren einen Teil der Zellmembran nutzen, um sich damit vor dem Immunsystem zu verbergen. Klinische Studien an dem neu entdeckten Stoff stehen im Moment allerdings noch aus. [reu]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.ppat.1004166

Raumfahrt Der "Jadehase" lebt noch.

Der chinesische Mond-Rover "Jadehase" leidet noch immer unter technischen Problemen. Zwar sende er weiterhin Daten zur Erde, aber die Kälte der Mondnacht habe ihm zugesetzt, teilte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mit. Die Räder des Gefährts und sein Solarmodul funktionieren mittlerweile nicht mehr. Der Zustand des Rovers verschlechtere sich mit jeder Mondnacht. Die Sonde war im Dezember des vergangenen Jahres auf dem Mond gelandet. Sie hat dort geologische Daten gesammelt. Benannt ist der Rover nach dem Begleiter einer chinesischen Mondgöttin. [reu]

Biologie Wissenschaftler erstellen einen Proteinkatalog des Menschen.

Einem deutschen und einem internationalen Forscherteam ist die weitgehende Kartierung aller menschlichen Proteine geglückt. Unabhängig voneinander haben sie rund 90 Prozent des menschlichen Proteoms erfasst. Das entspricht ungefähr 18.000 Eiweißverbindungen. Bei der Bestandsaufnahme haben die Forscher auch rund 190 Proteine entdeckt, die bisher unbekannt waren. Sie stammten von DNA-Sequenzen, von denen man geglaubt hatte, dass sie keine Gene trügen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Das Proteom stelle eine wichtige Ergänzung dar zum bereits bekannten Genom. Außerdem sei es eine wichtige Basis für die Grundlagenforschung und die angewandte Biomedizin. [reu]

Quelle: DOI: 10.1038/nature13302 und 10.1038/nature13319

Biologie Giftkröten erobern Madagaskar.

Auf Madagaskar droht die Ausbreitung einer fremden Krötenart. Die giftigen Schwarznarbenkröten wurden im vergangenen März zum ersten Mal dort gesichtet. Seitdem habe sich die invasive Art weiter ausgebreitet. Das schreibt ein australischer Biologe in einem Brief an das Fachmagazin "Nature". Er ruft dazu auf, die eingeschleppten Amphibien so schnell wie möglich zu bekämpfen, um die auf Madagaskar heimische Tierwelt zu schützen. Die feuchten Sumpfgebiete im Osten der Insel böten den Tieren beste Bedingungen, um sich ins Landesinnere auszubreiten. Durch ihr Gift würden sie andere Tierarten gefährden. Außerdem könnten sie Krankheiten einschleppen, wie etwa den Chytrid-Pilz, argumentiert der Forscher. [reu]

Quelle: DOI: 10.1038/509563a

28.05.2014

Biologie Forscher lüften das Geheimnis der Giftklauen bei Spinnen.

Die Giftklauen der in Südamerika heimischen Jagdspinne Cupiennius salei durchbohren beim Angriff mühelos die harte Panzerung eines Insekts. Weshalb diese Waffen so erfolgreich sind, obwohl sie aus demselben Material wie die Panzer der Beute bestehen, haben Max-Planck-Forscher aus Potsdam untersucht. Wie sie im Fachblatt "NATURE Communications" schreiben, sind die Klauen ideal geformt: Sie laufen konisch zu, wobei Durchmesser und Wandstärke zur Basis hin zunehmen. Zudem entspricht die Krümmung genau der Randlinie eines Viertelkreises, außerdem besteht die Wand aus übereinanderliegenden Schichten von Chitin-Nanofasern in einer Proteinmatrix. Der Clou der Fasern ist jedoch die einzigartige Schichtanordnung: Lagen mit parallelen Chitinfasern wechseln sich mit Lagen aus gegeneinander verdrehten Fasern ab. Diese spezielle Architektur verleiht den Spinnenklauen ihre einzigartige Stabilität, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4894)

Biologie Wärme erhellt Insekten.

Die Färbung von Schmetterlingen und Libellen zeigt, ob sie in warmen Gebieten leben oder in kühlen. Das geht aus einer Studie von Forschern der Universität Marburg hervor, die sie im Fachmagazin "NATURE Communications" vorstellen. Die Wissenschaftler hatten 473 europäische Schmetterlings- und Libellenspezies untersucht. Dabei sahen sie, dass dunkel gefärbte Insekten eher im Norden leben, wo die Temperaturen niedriger sind; hell gefärbte Tiere hingegen leben eher im wärmeren Süden. Demnach ist eine helle Färbung bei steigenden Temperaturen vorteilhaft. Denn helle Tiere können sich leicht vor einer Überhitzung schützen. Dunkle Farben hingegen nehmen Wärme besser auf als helle. Dadurch können sich dunkle Insekten in kühlen Gebieten schnell aufwärmen. Diese Ergebnisse könnten helfen, im Zuge des Klimawandels bessere Vorhersagen für den Bestand bestimmter Insektengruppen zu treffen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomm4874)

Biologie Gehirnkapazität kostete Muskelkraft.

Ein internationales Forscherteam ist der Frage nachgegangen, worin auf molekularer Ebene betrachtet die Unterschiede zwischen Schimpansen und Menschen bestehen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "PLoS Biology" schreiben, zeigen vor allem die Stoffwechsel im Gehirn und Muskeln deutliche Unterschiede. Während der Stoffwechsel im menschlichen Gehirn im Vergleich zum Schimpansen überproportional auf Hochtouren läuft, ist er im Muskelbereich generell unterlegen. Das zeigten unter anderem Tauzieh-Experimente. Die Forscher sehen in dieser Umverteilung der Energie - von Muskeln hin zum Gehirn - eine mögliche Erklärung für die Evolution des Menschen.

[mst]

Quelle: PloS Biology (10.13071/journal.pbio.1001871)

Archäologie Archäologen entdecken uralte falsche Zähne.

Bei einer Ausgrabung in Nordfrankreich haben Archäologen aus Bordeaux in einem eisenzeitlichen Grab die sterblichen Überreste einer jungen Frau entdeckt. Bei der Analyse der 2.300 Jahre alten Gebeine entdeckten die Forscher einen Eisenzahn, der einen fehlenden Schneidezahn ersetzte. Der Fund gilt als älteste Zahnprothese Westeuropas, schreiben sie im Fachblatt "Antiquity". Da Kiefer und Zähne sehr schlecht erhalten sind, können die Archäologen nicht angeben, ob der Eisenzahn bereits zu Lebzeiten oder erst post mortem dem Gebiss der Frau eingesetzt wurde.

[mst]

Quelle: Antiquity/Guardian/BBC

Informationstechnologie Google stellt ein fahrerloses Auto vor.

Der Internet-Konzern hat einen ersten Prototypen seines selbstfahrenden Fahrzeugs präsentiert. Der kleine Zweisitzer mit Elektro-Antrieb kommt ohne Lenkrad und Pedale aus. Zunächst sollen rund 100 Testfahrzeuge gebaut werden, schreibt Projektleiter Chris Urmson im offiziellen Blog des Konzerns. Die Arbeit an einer marktreifen Version werde noch einige Jahre dauern. Bislang hatte Google an autonomen Fahrsystemen geforscht, die in bestehende Fahrzeuge eingebaut werden können. Nun entwickelt der Konzern eigene Automobile, die von Grund auf selbstständig fahren können.

[mst]

Quelle: http://googleblog.blogspot.de/2014/05/just-press-go-designing-self-driving.html

Paläontologie Paläontologen entdecken eine ganz alte Beziehung.

Bereits vor 47 Millionen Jahren haben Vögel wie Pumiliornis tessellatus Nektar gesaugt. Dabei blieben an ihren Schnäbeln Pollen hängen, die dann beim Besuch der nächsten Blüte diese bestäubten. Das berichten Forscher des Frankfurter Senckenberg-Instituts im Fachblatt "Biology Letters". Die Wissenschaftler hatten den Mageninhalt eines acht Zentimeter langen Vogels analysiert, der in der Ölschiefergrube Messel bei Darmstadt entdeckt wurde. Dort fanden sie zahlreiche Blütenpollen. Diese sind demnach nicht nur ein direkter Beweis für die Ernährungsweise des Vogels, sondern zudem ein Hinweis darauf, dass Vögel schon vor mindestens 47 Millionen Jahren Blüten bestäubten.

[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2014.0223)

Geophysik Eine neue Meeresbodenkarte soll bei der Suche nach dem malaysischen Flugzeugwrack helfen.

Flug MH370 der Malaysia Airlines startete am 8. März 2014 in Kuala Lumpur, erreichte sein Ziel Peking jedoch nie. Die mutmaßliche Absturzstelle im Indischen Ozean konnte bislang nicht ausgemacht werden. Helfen könnte nun eine topografische Karte des Suchgebiets, die Forscher der "National Oceanic and Atmospheric Administration" anfertigt haben. Wie die US-Geophysiker im Fachblatt Eos darlegen, haben sie mithilfe von Satelliten-Daten eine Meeresbodenkarte erstellt. Diese zeigt erstmals das zerklüftete Terrain im Detail. Bislang waren nur fünf Prozent dieses Gebiets exakt kartiert. Die Karte zeigt Details des 2.000 mal 1.400 Kilometer großen Suchgebiets: Die tiefste Stelle in einem Graben ist 7.883 Meter tief. Um diesen Graben herum ragen Berge knapp 5.000 Meter in die Höhe. Die flachste Stelle liegt nur gut 200 Meter unter der Wasseroberfläche.

[mst]

Quelle: Eos (10.1002/2014EO210001)

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