Dienstag, 11.05.2021
 
Seit 11:35 Uhr Umwelt und Verbraucher
23.02.2015

Materialforschung Forscher haben Spinnenseide hergestellt

Wissenschaftler der Universität Bayreuth haben sich angesehen, wie Spinnen ihre Seide herstellen und diesen Prozess nachgeahmt. Jede Faser aus Spinnenseide enthält Millionen von Proteinen, die auf einzigartige Weise miteinander vernetzt sind. In der Spinne finden sich die einzelnen Proteine im Spinndrüsensack zusammen. Hier bilden sie kugelförmige Strukturen, was eine ungewollte Faserbildung unterdrückt. Die eigentliche Faser entsteht im Spinnkanal. Hier erhalten die vernetzten Seidenproteine ihre endgültige Ausrichtung als Fasern. Die Spinne kann die Fasern dann aus dem Spinnkanal herausziehen – mithilfe der Hinterbeine.

Die Bayreuther Forscher imitierten die einzelnen Herstellungsschritte. Die so hergestellte Spinnenseide zeige die gleiche Belastbarkeit wie natürliche Spinnenseide, berichten die Forscher im Fachblatt "Advanced Materials". Spinnenseide ist fest und zugleich elastisch – was sie attraktiv macht für Anwendungen in Textilindustrie und Medizintechnik. [mawi]

Quelle: Advanced Materials - DOI: 10.1002/adma.201404234

Raumfahrt An der ISS sind neue Kabel verlegt worden

Mehr als sechs Stunden hat am Wochenende der Außeneinsatz von zwei US-Astronauten gedauert. Bei den Montagearbeiten an der Internationalen Raumstation ISS haben sie mehr als 100 Meter Kabel verlegt, um die ISS auf das Andocken neuer Raumschiffe vorzubereiten. Ab 2017 soll etwa der Raumtransporter "Dragon V2" die ISS anfliegen. Übermorgen sollen in einem weiteren Außeneinsatz die restlichen 130 Meter Kabel sowie Stecker und Adapter montiert werden. Derzeit sind die USA auf russische Sojus-Raumkapseln angewiesen. [mawi]

Robotik hitchBOT hat seine Reise beendet

Gut eine Woche war der Roboter hitchBOT per Anhalter durch Deutschland unterwegs. Das Konstrukt aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer hat wie geplant gestern die Ziel-Etappe "München" erreicht. Autofahrer hatten ihn unter anderem zum Schloss Neuschwanstein, zum Kölner Rosenmontagszug und nach Berlin gebracht. Ein Vorgänger-Modell war im vergangenen Sommer durch Kanada getrampt.

Entwickelt haben ihn Sozialwissenschaftler kanadischer Universitäten; sie wollen wissen, ob Menschen die Maschine akzeptieren und eine Beziehung zu ihr aufbauen? Und: Helfen Menschen Robotern, die – wie "hitchBOT" - nicht bedrohlich wirken? Und: Helfen Menschen Robotern, die – wie "hitchBOT" - nicht bedrohlich wirken? [mawi]

Gesundheit Wenn der Darm entzündet ist, fehlen bekannte Darm-Bakterien

Ein internationales Forscherteam hat die Bakteriengemeinschaften im Darm von Menschen aus Deutschland, Litauen und Indien untersucht. Die Wissenschaftler fanden große Unterschiede in der Bakterienzusammensetzung - in Abhängigkeit von Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in den drei Ländern oder auf Grund genetischer Unterschiede. Eine Bakterienart, Papillibacter, fanden die Forscher vor allem bei gesunden Menschen in allen drei Ländern. Die Bakterien produzieren kurzkettige Fettsäuren, die als wichtig gelten für die Darmgesundheit. Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung hätten deutlich weniger Papillibacter in ihrem Darm, berichten die Forscher im Fachblatt "Gut". Zudem seien die Bakterien weniger aktiv als bei Gesunden. [mawi]

Quelle: Gut - doi: 10.1136/gutjnl-2014-308341.

Biologie Bakterien tauschen über kleine Nanoröhrchen Nährstoffe aus

Bakterien leben meist in komplexen Lebensgemeinschaften zusammen, in denen sie auch über Artgrenzen hinweg oft Nährstoffe oder Stoffwechselprodukte miteinander austauschen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena haben jetzt beobachtet, dass einige Bakterien – wie der Darmkeim Escherichia coli - Nanoröhren ausbilden, die den direkten Austausch von Stoffen mit Nachbarzellen ermöglichen. Die Bakterien bildeten die Nanokanäle nur im Falle akuten Nahrungsmangels aus, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Communications".

Ob die Nanokanäle nur dem Austausch von Nährstoffen dienen, oder ob einzelne Bakterienarten andere Bakterien auch parasitisch anzapfen und aussaugen, sollen weitere Untersuchungen klären. Auch sei bislang noch unklar, ob Bakterien gezielt steuern können, an welche Zelle sie sich anheften. [mawi]

21.02.2015

Flugverkehr US-Flugaufsichtsbehörde regelt den Flugverkehr für Drohnen

Unternehmen wie Amazon wollen in naher Zukunft per Drohnenflug Pakete ausliefern, eine Regelung dazu gab es bislang nicht. Diese Woche präsentierte die Flugaufsichtsbehörde FAA ihren Entwurf, der die Zulassung unbemannter Flugzeuge mit einem Gewicht von bis zu knapp 25 Kilogramm regelt.

Demnach dürfen Drohnen nicht höher als 150 Meter und nicht schneller als 160 Kilometer pro Stunde fliegen, zudem ausschließlich tagsüber, nicht über die Köpfe von unbeteiligten Menschen und stets in Sichtweite des Piloten oder eines Beobachters am Boden.

Damit sind Langstreckenflüge nicht gestattet und Auslieferungen per Drohne praktisch ausgeschlossen.

Wie die Washington Post berichtet sind spätere Auflockerungen jedoch nicht ausgeschlossen und Anpassungen an die fortschreitende Technologie zu erwarten. [mst]

Browser Firefox soll bald sicherer werden

Das gab die Mozilla-Stiftung diese Woche in ihrem Mozilla Add-ons Blog bekannt. Demnach soll eine Form des digitalen Ausweises vor mit Schadsoftware behafteten Add-Ons schützen. Dann können nur noch Hilfsprogramme installiert werden, die zuvor von der Stiftung digital signiert wurden.

Die von privaten und professionellen Programmierern entwickelten Erweiterungen sind zentraler Teil des Browsers und einer der Gründe für seine Popularität. Jedoch gab es zuletzt vermehrt Manipulationen an der Funktionalität von Firefox durch einige kostenlose Add-Ons.

Mozilla will noch im zweiten Quartal 2015 mit dem Signieren von Add-Ons beginnen. Nach einer Übergangszeit von drei Monaten sollen unsignierte Erweiterungen nicht mehr installiert werden können. [mst]

IT-Sicherheit Virenforscher entdecken Tausende Schadprogramme

Sicherheitsexperten vom Kaspersky Lab haben weltweit auf mehr als 500 Computern einen neuen Typ von Schadsoftware ausfindig gemacht. Die Schadprogramme zeichnen sich durch bislang ungeahnte Komplexität und Qualität aus, vermutlich stammen diese sogenannten Superspähprogramme vom US-amerikanischen Geheimdienst NSA.

Den Virusforschern zufolge stammen die acht verschiedenen Schadprogramme alle aus einer Hand. Die Experten bezeichnen sie als Equation-Group, als Gleichung, aufgrund der Vorliebe für "ausgefeilte Verschlüsselungsmethoden".

Wahrscheinlich wurden dem Bericht zufolge seit 2001, vielleicht schon seit 1996 Tausende bis Zehntausende Computer infiltriert. Die meisten Infektionen entdeckten die Experten demnach in Russland, dem Iran, in Pakistan, Afghanistan, Indien, China, Syrien und Mali. Zudem sei auch die Telekommunikationsinfrastruktur in Deutschland betroffen. [mst]

Internet Wissenschaftler fordern europäischen Web-Index

Quaero war ein französisches Projekt mit deutscher Beteiligung zur Finanzierung der Erforschung von Suchmaschinen. Das mit EU-Geldern geförderte Projekt wurde Ende 2013 für beendet erklärt. Acht Informations- und Medienwissenschaftler aus Deutschland fordern jetzt ein Alternativmodell. Dabei geht es nicht um eine europäische Suchmaschine, sondern um einen Web-Index als Basis für neue Suchmaschinen.

Benötigt würden dazu Rechenzentren und eine Software, die das Internet stetig nach neuen Seiten durchsucht, diese nach bestimmten Kriterien durchsucht und katalogisiert, so die Initiatoren von openwebindex.eu.

Finanziert werden soll der Index von "der europäischen Staatengemeinschaft". [mst]

IT-Wirtschaft Kostenlose Software soll nicht mehr vorinstalliert werden

Der Hersteller Lenovo sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, auf seinen Notebooks ein Programm installiert zu haben, das Werbung einblendet und die Sicherheit gefährdet. Dabei handelt es sich um die Software Superfish, die etwa Googles Suchresultate im Browser manipuliert indem sie Werbung einbaut, die den Anschein erweckt, sie wäre Teil der Suchergebnisse.

Zusätzlich baut die Software eine potenzielle Gefahrenquelle in das System ein. Sie installiert ein sogenanntes Root-Zertifikat, mit der sie sich per HTTPS verschlüsselten Verbindungen gegenüber als vertrauenswürdig ausgeben kann. Dadurch kann das Programm seine Werbung auch in verschlüsselten Netzwerkverkehr einbinden.

Jetzt erklärte Lenovo, dass alle serverseitigen Interaktionen auf allen Lenovo-Produkten im Januar seitens Superfish abgeschaltet wurden. Zudem soll dieser Software in Zukunft nicht mehr vorinstalliert werden. [mst]

Mobilität Katastrophenschutz-App soll bald deutschlandweit warnen.

Das Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz hat diese Woche in Nordrhein-Westfalen mit einem Test seiner neuen Anwendung für iOS und Android begonnen. Seit Donnerstag wird die App zwei Wochen lang mit rund 200 Testpersonen erprobt, bevor das System allen Bundesbürgern zur Verfügung gestellt werden kann.

Mit der Smartphone-Anwendung soll die Bevölkerung im Katastrophenfall besser vor Hochwasser, Großbränden, giftigen Rauchwolken, Bombenentschärfungen oder anderen Gefahren gewarnt werden als mit Sirenen.

Bisher lagen die Sendestellen für zentrale Warnungen bei den Innenministerien von Bund und Ländern sowie dem BBK. Abgesetzt wurden Warnungen an Rundfunkanstalten, Internet-Anbieter, Presseagenturen und Pager-Dienste.

Künftig sollen Bürger ohne den Umweg über die Medien direkt über Gefahren in ihrer Nähe informiert werden können. [mst]

20.02.2015

DNA Neuer Gen-Abschnitt entdeckt

Forscher der Duke University haben einen Abschnitt auf der DNA gefunden, der für die Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns eine wichtige Rolle spielen dürfte. Die Sequenz existiert sowohl im Erbgut des Menschen als auch in ähnlicher Form bei Schimpansen. Der Unterschied zwischen beiden beträgt gerade einmal sechzehn Buchstaben des genetischen Codes. Doch diese Differenz hat offenbar weitreichende Folgen, wie die Wissenschaftler in "Current Biology" berichten. Wurde die kurze Sequenz Mäuse-Embryonen eingepflanzt, dann entwickelte sich bei ihnen das Gehirn deutlich schneller, wenn der Abschnitt aus menschlicher DNA stammte. Außerdem war das Volumen des Gehirns um rund zwölf Prozent größer als bei den Mäusen mit Affen-DNA. Der gefundene Abschnitt stellt selbst kein Gen dar, aber er verstärkt die Aktivität eines Gens, das in die Gehirnentwicklung eingebunden ist.

 

Quelle: Current Biology, Eurekalert, Sciencemag.org

Weltgesundheitsorganisation Die WHO genehmigt den ersten Ebola-Schnelltest

Es handele sich dabei um den Test eines US-Diagnostik-Unternehmens teilte die Weltgesundheitsorganisation heute in Genf mit. Mit dem Test sei eine Infektion innerhalb von 15 Minuten nachweisbar. Er sei weniger zuverlässig als der Standard-Test, aber leichter auszuführen. Außerdem benötige er keinen Strom, was für die mobile Anwendung wichtig ist.  Im Gegensatz zum Standard-Nachweis reagiert der Schnelltest nicht auf die DNA des Virus, sondern auf Eiweißverbindungen. Nach Angaben der WHO erkennt der Test 92 Prozent der mit Ebola Infizierten. Das heißt, jeder Zwölfte Krankheitsträger wird damit übersehen.

 

World Health Organization

 

Quelle: AFP, WHO

Insekten Gute Mahlzeiten hinterlassen bei Fliegen eine bleibenden Eindruck

Finden Fruchtfliegen eine energiereiche Nahrungsquelle, dann wird deren Duft im Langzeitgedächtnis der Insekten verankert. Das berichten Wissenschaftler aus Frankreich im Fachmagazin "Cell Reports". Die Forscher hatten sich angesehen, wie Nervenverbindungen, die den Botenstoff Dopamin enthalten, auf das Futter reagieren. Ein hoher Energieinhalt der Nahrung hatte ein hohes Dopamin-Signal zur Folge. Die Wahrscheinlichkeit steigt dadurch, dass die Fliegen sich beim nächsten mal an den Duft erinnern. Auf diese Weise könnten die Insekten gezielt solche Futterquellen meiden, die ihnen nicht ausreichend Energie böten, argumentieren die Forscher.

Quelle: Cell Reports, Eurekalert

Medizin Resistente Malaria erreicht Indien

Ein resistenter Erreger von Malaria breitet sich in Südostasien aus und steht in Myanmar  kurz vor der Grenze Indiens. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Medizinjournal "The Lancet Infectious Diseases“. Das Standard-Medikament Artemisinin sei weitgehend wirkungslos gegen den Erreger. Eine Ausbreitung in Indien stelle eine ernsthafte Gefahr dar für die weltweite Kontrolle und die Ausrottung der Krankheit, warnen die Forscher. Schätzung zufolge sterben jährlich  rund 600-tausend Menschen an Malaria. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Kinder unter fünf Jahren in Afrika.

Quelle: dpa, AFP, The Lancet Infectious Diseases, Eurekalert

Meerestiere Auch im Ozean gilt: Größer ist besser

Die Körpergröße von Fischen, Walen und von anderen Meeresbewohnern hat im Lauf der Evolution deutlich zugenommen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin "Science". Seit dem Beginn des Kambriums vor rund 540 Millionen Jahren habe das durchschnittliche Körpervolumen von Meerestieren 150-fach zugenommen. Für ihre Studie hatten die Forscher anhand der Fachliteratur die Körpermaße von über 17-tausend Gattungen ermittelt. Die Ergebnisse bestätigen das Copesche Gesetz, demzufolge die Körpergröße in einer Gruppe von Lebewesen im Lauf der Evolution zunimmt. Denn mit einem großen Körper sind offenbar Vorteile für das Überleben verbunden.

Quelle: Science, Eurekalert

Galaxie Ein starker Wind bremst die Entstehung neuer Sterne

In der Galaxie PDS 456 hat ein internationales Forscherteam Anzeichen dafür entdeckt, dass ein starker, gleichmäßiger Wind aus geladenen Teilchen vom Zentrum aus in alle Richtungen weht. Er stammt von einem supermassereichen Schwarzen Loch, das auf diese Weise überschüssige Energie abgibt, wie die Astronomen im Fachmagazin "Science" berichten. Dieser Materiefluss spiele eine wichtige Rolle für das Wechselspiel des Schwarzen Loches mit seiner Umgebung. Durch den stetigen Wind würde die Galaxie Materie verlieren, die dann nicht mehr zur Verfügung stehe, um neue Sterne entstehen zu lassen. Es sei das erste mal, dass solch ein Zusammenhang beobachtet werden konnte, erklären die Forscher.

Quelle: Science, Eurekalert

19.02.2015

Physik Nanodrähte können Licht und Hyperschall leiten

Einer belgischen Forschergruppe ist es jetzt erstmals gelungen, nicht nur Licht fast mit Lichtgeschwindigkeit, sondern auch Hyperschall – also hochfrequente Ultraschallwellen - durch einen winzigen Silizium-Nanodraht zu schicken. Das berichtet das Team in der Fachzeitschrift NATURE Photonics. Es beobachtete, wie sich Licht und Hyperschall gegenseitig beeinflusst. Der Schall konnte die Wellenlänge des Lichts verändern und einzelne Spektralbereiche verstärken. Zudem konnte sich Licht zu Schall wandeln und wieder zurück. Den Forschern zufolge lassen sich die Silizium-Nanodrähte für Chips nutzen. Dann wäre ein Signaltransport in unterschiedlicher Geschwindigkeit möglich, denn Schall breitet sich langsamer im Nanodraht aus, als Licht. [Tj]

Quelle: NATURE Photonics doi: 10.1038/nphoton.2015.11

Neurologie Cannabis torpediert Hungerschalter im Hirn

Forscher der Yale Universität in den USA wollten herausfinden, warum Cannabis nicht nur Schmerzen lindert, Krämpfe löst und ein Highgefühl verursacht, sondern Fressattacken nach sich zieht. Die Wissenschaftler fütterten gentechnisch veränderte Mäuse mit Cannabis-Futter und beobachteten, was in deren Gehirnen vor sich ging. Es zeigte sich, dass die Fressattacken paradoxerweise von Nervenzellen ausgelöst werden, die normalerweise den Appetit bremsen. Dies liegt offenbar daran, dass der Cannabis Wirkstoff im Gehirn an den Cannabinoid Rezeptor 1 andockt. Daraufhin ändert sich die Hungersteuerung. Nervenzellen, die den Hunger stoppen sollen, werden plötzlich aktiv und setzen Botenstoffe frei, die zu Heißhunger führen. Ob der entdeckte Mechanismus der einzige ist, der hinter den Fressattacken steckt, ist noch nicht klar. [Tj]

Quelle: NATURE doi: 10.1038/naure14260

Biologie Ameisen pinkeln nicht überall hin

Wenn Ameisen müssen, dann nutzen sie bestimmte Ecken in ihren Nestern. Das haben Forscher der Universität Regensburg bei einem Experiment festgestellt. Wie sie im Fachjournal PLOS One schreiben, sei dieses Verhalten erstaunlich. Normalerweise halten Ameisen ihr Nest sehr sauber und werfen Müll und Abfälle zügig aus ihrer Behausung. Noch rätseln die Zoologen über den Sinn der Toilettenecken im Ameisenbau. Möglicherweise, so vermuten sie, hätten die Fäkalien einen Nutzen. Denkbar sei, dass die Tiere sie als Verteidigungswaffe oder als Baumaterial, als Wegmarkierung oder als Dünger einsetzen. [Tj]

Quelle: PLOS ONE doi:10.1371/journal.pone.0118376

Raumfahrt NASA öffnet Tonarchiv

Die NASA hat viele Sounds von ihren Weltraummissionen im Archiv. Und das hat die US-Raumfahrtbehörde nun geöffnet. Dutzende Tonaufnahmen stehen im Internet, darunter auch berühmte Sätze, wie der von John F. Kennedy, mit dem der ehemalige US-Präsident am 25. Mai 1961 den Startschuss für das Apollo-Programm gab, das die erste Mondlandung anpeilte.
Historische Sätze und Klänge aus dem Weltall sind jetzt von der NASA freigegeben. Sie können offiziell als Audiodatei heruntergeladen und als Klingelton benutzen werden. [Tj]

Quelle: Dpaq.de/ojDWv

Viren Tierzüchter an neuartigem Bornavirus gestorben

In Sachsen-Anhalt sind drei Züchter von Bunthörnchen an einer Gehirnentzündung gestorben. Ausgelöst wurde sie von einem bislang unbekannten Bornavirus. Die Männer starben in den Jahren 2011 bis 2013. Jetzt haben Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler Instituts auf der Insel Reims das Bornavirus auch bei einem Tier entdeckt, das aus der Zucht eines Verstorbenen stammt. Vermutlich sind die Züchter von infizierten Bunthörnchen angesteckt worden. Unklar sei noch, woher das Virus stammt. Bunthörnchen kommen aus Südamerika. Es könnte sein, dass einige Tiere das Virus mitgebracht haben, es könnte aber auch sein, dass sie sich in Deutschland angesteckt haben. Eine Gefahr bestehe für Züchter und Tierärzte, erklärten die Wissenschaftler. [Tj]

Quelle: Agentur und Pressestelle Friedrich Loeffler-Institut

18.02.2015

Virologie Mediziner entwickeln eine Alternative zur HIV-Impfung

Bisherige Impfstrategien gegen das AIDS auslösende HI-Virus setzen auf die Bildung von Antikörpern im menschlichen Körper. US-Forscher berichten heute im Fachblatt "NATURE", dass sie eine Alternative entwickelt haben. Ihr neuer eCD4-Ig genannter Wirkstoff imitiert demnach Rezeptoren, die das Virus benötigt, um in Zellen einzudringen.

Diese Imitate docken an das Virus an, das daraufhin den Prozess zum Eindringen in eine Körperzelle einleitet. Da das Virus diesen Schritt nur einmal unternehmen kann, ist es anschließend blockiert, und ein Eindringen in die Zelle unmöglich.

Erste Tests an Makaken waren erfolgreich: die Tiere konnten monatelang vor einer Infektion mit einer bei Affen verbreiteten Version des HI-Virus geschützt werden, so die Forscher. [Mst]

Genetik Teenager sind "Risiko-Väter"

Sehr junge Väter geben häufiger durch Mutationen belastetes Erbgut an ihre Kinder weiter als 20- bis 30-Jährige. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Genetiker aus Deutschland, Österreich und England in den "Proceedings B der britischen Royal Society" vorstellen. Sie hatten DNA-Proben von 24.000 Eltern und deren Kindern aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika untersucht.

Die Samen von Teenager-Vätern wiesen demnach viele Erbgutveränderungen auf, zudem fanden sich bei Spermien junger Männer deutlich mehr Mutationen als bei Eizellen gleichaltriger Frauen.

Dies könnte erklären, weshalb Kinder von sehr jungen Vätern ein ähnlich hohes Risiko wie die Nachkömmlinge von 35-jährigen Erzeugern für genetisch bedingte Krankheiten haben, wie etwa Schizophrenie oder offener Rücken, vermuten die Forscher. [Mst]

Astrophysik Astronomen rekonstruieren ein seltenes Ereignis

Vor rund 70.000 Jahren ist ein fremder Stern durch die Außenbezirke unseres Sonnensystems gezogen. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den "Astrophysical Journal Letters". Demnach zog der Rote Zwerg durch die äußere Oortsche Wolke und war vermutlich als heller Lichtpunkt auf der Erde zu sehen.

Kein anderer bekannter Stern ist der Milchstraße jemals so nahe gekommen wie der so genannte Scholz' Stern, so die Forscher.

Der offizielle Name des kleinen Roten Zwergs lautet WISE J072003.20-084651.2.

Heute befindet er sich gemeinsam mit einem Braunen Zwerg rund 20 Lichtjahre von der Erde entfernt in der Konstellation Einhorn (Monocerus). [Mst]

Meeresschutz USA haben für die Beschädigung eines Korallenriffs bezahlt

Am 17. Januar 2013 lief ein Minenräumer der US Navy in der Sulosee auf Grund. Dabei zerstörte das Schiff rund 1.000 Quadratmeter des zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Tubbataha-Korallenriffs vor den Philippinen.

Wie die US-Regierung nun mitteilte, hat sie den Schaden am 20. Januar 2015 finanziell mit der Zahlung von gut 87 Millionen Philippinischen Pesos beglichen, das sind umrechnet rund 1,7 Millionen Euro.

Das Geld soll für den Schutz des Riffs eingesetzt werden. [Mst]

Medizin Jugendliche schlafen immer weniger

Die Zahl der 15-Jährigen in den USA, die jede Nacht sieben und mehr Stunden schlafen, hat zwischen 1991 und 2012 deutlich abgenommen. Sie sank im betreffenden Zeitraum von 72 auf 63 Prozent. Das berichten Mediziner der Columbia University im Fachblatt "Pediatrics". Für ihre Studie hatten sie die Daten von 270.000 Jugendlichen ausgewertet.

Zudem sahen die Forscher, dass Mädchen ihr Schlafsoll seltener erfüllten als Jungen. [Mst]

Biologie Nichts ist so stark wie der Napfschneckenzahn

Das notieren Forscher der University of Portsmouth im "Journal of the Royal Society Interface". Die Zähne des marinen Weichtiers sind das festeste Biomaterial der Welt. Diese halten mit durchschnittlich 4.900 Megapascal zehnmal größere Kräfte aus als das menschliche Gebiss.

Napfschnecken kleben kleinen Hütchen ähnlich an Felsen und raspeln mit ihrer Zunge Algen vom Untergrund.

Auf dieser Radula genannten Zunge sitzen winzige Zähne, die eine höhere Zugfähigkeit haben als Spinnenseide, die zu den festesten biologischen Materialien der Welt zählt.

Die Festigkeit der Napfschnecken-Zähne sei vergleichbar mit jenen Fasern, die in kugelsicheren Westen zum Einsatz kommen, so die Studienautoren. [Mst]

MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 1

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk