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26.05.2016

Gesundheit Alzheimer könnte durch Infektionen im Gehirn entstehen

Forscher von der Universität Harvard haben gezeigt, dass Beta-Amyloid, das Eiweiß, aus dem die typischen Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten entstehen, gegen Bakterien wirkt. In Versuchen mit Mäusen und Würmern konnten die Forscher zeigen, dass das Protein käfigartige Strukturen um eindringende Krankheitserreger bildet und so eine Ausbreitung der Infektion verhindert. Alzheimer könnte entstehen, wenn es dem Körper nicht gelingt, diese wieder zu entfernen, vermuten die Forscher in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine.

Bisher wird Beta-Amyloid ausschließlich als zelluläres Abfallprodukt ohne spezifische Funktion angesehen. Ob es einen ähnlichen Mechanismus auch beim Menschen gibt, sollen weitere Studien zeigen.

Quelle: Science Translation Medicine/mas

Bakterien Forscher untersuchten die menschliche Nasen-Flora

Und dabei herausgefunden, dass sich die Zusammensetzung der dort lebenden Bakterienarten von Mensch zu Mensch unterscheidet. Für die Studie analysierten Biologen vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Hannover Nasen-Abstriche und Gewebeproben von 80 Probanden. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachmagazin "Environmental Microbiology" vor.

Am häufigsten fanden die Forscher harmlose Keime. Aber auch resistente Stämme wie Staphylococcus Aureus bewohnen die menschliche Nasenhöhle in großer Zahl.

Anhand der Bakterienart, die jeweils am häufigsten vorkommt, ließen sich die Probanden in 13 Untergruppen mit vergleichsweise ähnlicher Nasen-Flora einteilen. Die unterschiedlichen Profile könnten für die Behandlung von Krankheiten bedeutsam sein.

Keinen Unterschied machte es dagegen, ob die Proben an den Nasenlöchern oder tief im Inneren der Nasenhöhle entnommen worden waren.

Quelle: Environmental Microbiology/mas

Dinosaurier Auch der Südpol war nicht sicher

Als vor 66 Millionen Jahren ein großes Massenaussterben die meisten Dinosaurier vernichtete, blieben auch die Tiere in der Antarktis nicht verschont. Das haben britische Paläontologen herausgefunden. Sie untersuchten mehr als 6000 marine Fossilien aus dieser Zeit und konnten zeigen, dass es zeitgleich mit dem Aussterben der Dinosaurier auf den Kontinenten einen plötzlichen starken Rückgang der Artenvielfalt im Antarktischen Ozean gab. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachmagazin "Nature Communications".

Bisherige Theorien gingen davon aus, dass die Erdpole weit genug von der Ursache des Massenaussterbens entfernt lagen, um die Tiere dort vor den Folgen zu schützen.

Quelle: Nature Communications/mas

Gesundheit Finanzkrise könnte die Zahl der Krebs-Toten erhöht haben

Über 260.000 zusätzliche Todesfälle könnte es in Folge von steigender Arbeitslosigkeit und Einschnitten im Gesundheitssystem zwischen 2008 und 2010 gegeben haben, 160.000 davon allein in den Ländern der EU. Das berichten britische Forscher in der Fachzeitschrift "The Lancet". Für ihre Studie werteten sie Daten der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation aus und fanden entsprechende Zusammenhänge.

Demnach stieg die Sterblichkeitsrate von Krebspatienten an, wenn die Arbeitslosigkeit zunahm oder die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung sanken. Besonders deutlich sei der Zusammenhang bei eigentlich gut therapierbaren Krebsarten wie Brust-, Prostata-, oder Darmkrebs, schreiben die Forscher.

Quelle: The Lancet/AFPD/mas

Fruchtfliegen Je größer die Spermien, desto größer der Fortpflanzungserfolg

Das gilt zumindest bei Fruchtfliegen. Die Männchen der Art Drosophila bifurca produzieren Spermien, die mit knapp sechs Zentimetern Länge etwa 20 Mal so lang sind wie die Fliegen selbst und damit auch deutlich größer als die zu befruchtende Eizelle.

Forscher aus der Schweiz und den USA haben jetzt herausgefunden, wie die Riesenspermien den Fortpflanzungserfolg erhöhen. Wenn sich ein Fruchtfliegen-Weibchen mit mehreren Männchen paart, kann das längste Spermium seine kürzeren Konkurrenten aus dem Geschlechtstrakt eines Weibchens verdrängen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature".

Durch diese Art der sexuellen Selektion werden Männchen mit besonders langen Spermien bevorzugt, obwohl sie eine geringere Anzahl der Keimzellen produzieren.

Auch vor der Paarung ist Größe ein Vorteil: Fruchtfliegen-Weibchen bevorzugen aktiv größere Männchen mit größeren Spermien.

Quelle: Nature/mas

25.05.2016

Biologie Bakterien sollen Moskitos bekämpfen

Die USA könnten das erste Land sein, in dem Bakterien eingesetzt werden, um Mücken zu dezimieren. Die US-Umweltbehörde EPA prüft derzeit einen Antrag der Firma MoskitoMate, ein entsprechendes Verfahren offiziell zuzulassen. Ziel ist es, die asiatischen Tigermücken zu bekämpfen, die als Überträger von Viren wie Zika, Dengue und Chikunguya gelten. Das berichtet das Fachmagazin "Nature".

MoskitoMate züchtet Tigermücken und infiziert sie gezielt mit Bakterien der Art
Wolbachia pipientis. Die männlichen Zuchtmoskitos werden dann in der Natur freigelassen. Paaren sich die infizierten Männchen mit Moskitoweibchen, die keine Wolbachia-Bakterien in sich tragen, reifen deren Ei-Gelege nicht weiter aus. Es gibt keine Nachkommen mehr.

Versuche hatten gezeigt, dass sich lokale Mücken-Populationen auf diese Weise um 70 Prozent reduzieren ließen.

Quelle: Nature

Medizin Sport macht auch die Augen müde

Bei körperlicher Anstrengung werden nicht nur die eingesetzten Muskeln langsam schlapp. Die Ermüdung kann sich auch auf andere Teile des Körpers auswirken.

Neuseeländische Forscher berichten im Fachmagazin "Scientific Reports" von Versuchen, bei denen sie Probanden drei Stunden auf einem Ergometer strampeln ließen. Vor und nach dem sportlichen Einsatz vermaßen sie bei den Testpersonen die feinen Sprung- und Zitterbewegungen der Augen, die dabei helfen, neue visuelle Informationen aufzunehmen. Im Durchschnitt war dieses Augenzittern nach der Anstrengung um rund acht Prozent reduziert.

Erhielten die Testpersonen vor dem Sport allerdings einen koffeinhaltigen Drink, blieb ein messbarer Ermüdungseffekt auf die Augenmuskeln aus.

Quelle: Scientific Reports

Tiere Neuseeland bläst zur Mäusejagd

Die so kleine wie einsame Felsinselgruppe der Antipoden 760 Kilometer südöstlich von Neuseeland gilt als Vogelparadies. Doch seit Jahren herrscht dort eine Mäuseplage. Die einst vermutlich von Robbenjägern eingeschleppten Nager haben sich so stark vermehrt, dass sie den ansässigen Vögeln den Lebensraum streitig machen. Das neuseeländische Umweltministerium hat den Mäusen jetzt den Kampf angesagt. Es entsandte ein Expertenteam mit zwei Schiffen, drei Hubschraubern und 65 Tonnen Mäusegift, um die Mäuse auszurotten. Die "The Million Dollar Mouse" genannte Aktion kostet rund 2,4 Millionen Euro.

Auf den Antipoden leben unter anderem Albatrosse und eine Papageienart, die nirgendwo sonst vorkommt: der Einfarblaufsittich (Cyanoramphus unicolor).  Die Hauptinsel der Antipoden ist etwa so groß wie Hiddensee in der Ostsee.

Quelle: Agenturen

Medizin Jeder dritte Sterbefall in der EU ist vorzeitig

Untersucht wurden für die Statistik alle Todesfälle von Menschen unter 75 Jahren in der EU aus dem Jahr 2013. Insgesamt waren das 1,7 Millionen. Davon könnten 577.500 Sterbefälle als "vorzeitig" betrachtet werden, hieß es. Ein Sterbefall gilt für die Statistiker als vermeidbar, wenn mit dem vorhandenen medizinischem Wissen und technischen Möglichkeiten eine bestimmte Todesursache durch optimale Gesundheitsversorgung hätte abgewendet werden können. Je nach Todesursache gibt es unterschiedliche Kenngrößen.

Den größten Anteil an den potenziell vermeidbaren Sterbefällen in der EU haben Herzinfarkte, gefolgt von Schlaganfall, Darmkrebs und Brustkrebs. Im Vergleich der EU-Länder weist die Statistik für Frankreich mit knapp 25 Prozent den niedrigsten Anteil vermeidbarer Sterbefälle auf. Deutschland kommt auf 31,4 Prozent. Am schlechtesten schneidet Rumänien ab, dort liegt die Quote bei fast 50 Prozent.

Quelle: Eurostat

Biologie Auch Einzeller können sich etwas merken

Und zwar die Form und Größe ihres Lebensumfeldes. Das berichten japanische Forscher im Fachmagazin "Journal of the Royal Society Interface".

Die Wissenschaftler sperrten schwimmende Protozoen der Gattung Tetrahymena, gemeinhin auch als Urtierchen bezeichnet, eine Zeit lang in kleine Wassertropfen ein. Dort konnten sich die Einzeller nur im Kreis fortbewegen. Wurden die Protozoen anschließend wieder in größere Gefäße übertragen, behielten sie ihre kreisförmigen Bewegungsmuster bei. Dabei entsprach der Durchmesser der runden Schwimmbahnen der Größe der Wassertropfen, in denen sie zuvor gehalten wurden.

Auf welchem Mechanismus dieses Erinnerungsvermögen der Einzeller beruht, ist noch ungeklärt.

Quelle: RoySocInterface

24.05.2016

Biologie Nano-Kugeln verleihen dem Gemeinen Efeu seine Klebekraft

Seit langem ist Efeu dafür bekannt, sich hartnäckig an verschiedene Oberflächen zu heften. Etwa an Hausfassaden. Jetzt erst konnten US-Forscher entschlüsseln, wie die Pflanze das schafft. Das Geheimnis ist ein Kleber aus winzigen Eiweiß-Kugeln. Sie dringen in Ecken und Risse auf der Oberfläche, an der der Efeu haftet. Sobald der Kleber trocknet, verbinden sich die Kugeln mit anderen Stoffen zu einer harten Schicht. Wenn es gelingen sollte, diesen Mechanismus nachzuahmen, könnte man besonders wirksame Klebstoffe herstellen. Sie könnten sogar dazu dienen, Zellen auf bestimmte Träger zu kleben, um künstliche Organe zu bauen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "PNAS".

Quelle: PNAS

Astronomie Astronomen haben eine extrem dunkle Galaxie beobachtet

Es handelt sich um die am schwächsten leuchtende Galaxie aus dem frühen Universum, die jemals beobachtet wurde. Weil sie sehr weit von uns entfernt ist, erschien sie den Forscher so, wie sie vor 13 Milliarden Jahren ausgesehen hat.

Die Wissenschaftler nutzten eine sogenannte Gravitationslinse, um die Galaxie zu erkennen. Dabei handelt es sich um einen Galaxien-Haufen, der zwischen uns und der beobachteten Galaxie liegt. Der Haufen ist so massiv, dass er das Licht der entfernten Galaxie beugt, was es wiederum einfacher macht, sie zu beobachten.

Die Arbeit, die die Forscher in den "Astrophysical Journal Letters" beschrieben haben, soll dabei helfen, das frühe Universum besser zu verstehen.

Quelle: Eurekalert

Tierforschung Wer Wildtiere mit Drohnen beobachtet, soll sich an Regeln halten

Das fordern australische Wissenschaftler im Fachmagazin "Current Biology". Sie schreiben, dass Drohnen nützlich bei der Erforschung von Tieren seien. Jedoch könne ihr Einsatz negative Folgen für die Tiere haben, so können manche Tiere etwa ungestört erscheinen, jedoch tatsächlich von einer Drohne gestresst sein.

Daher fordern die Autoren unter anderem, die Tiere mit den Fluggeräten möglichst wenig zu stören, sich ihnen beispielsweise nicht zu sehr zu nähern oder in sicherem Abstand zu landen. Auch sollen die Drohnen gewissenhaft ausgewählt werden, sodass sie etwa nicht zu viel Lärm verursachen. Unter Umständen sei es sinnvoll, die Fluggeräte zu tarnen, damit sie den Tieren nicht auffallen. Außerdem sollen Forscher die Reaktionen der Tiere auf die Drohnen in ihre Publikationen aufnehmen. Dazu sollen negative wie positive Erfahrungen mit Fluggerät und Tier zählen.

Generell sollten die Forscher (wie bei anderen Experimenten auch) ihre Einsätze von Ethik-Komitees beaufsichtigen lassen.

Quelle: Current Biology

Biologie Kopffüßer sind auf dem Vormarsch

Die Populationen dieser Tiere, zu denen auch die Tintenfische gehören, haben sich seit den 50ern erhöht. Das haben australische Forscher herausgefunden, indem sie Datenbanken zu gefangenen Kopffüßern durchsucht haben.

Ihren Erfolg verdanken die Tintenfische einer günstigen Kombination biologischer Eigenschaften: Sie wachsen schnell, haben kurze Lebenszeiten und können sich flexibel entwickeln. So schaffen sie es schneller als andere Arten, sich an Veränderungen anzupassen. Dadurch könnten sie etwa vom Klimawandel profitieren.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Magazin "Current Biology" veröffentlicht. Sie könnten dabei helfen, den Einfluss der Menschen auf das Meer besser zu verstehen.

Quelle: Current Biology

Medizin Ein simpler Sensor erkennt einzelne Viren im Urin

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Man fügt dem Urin Moleküle hinzu, die sich mit den gesuchten Viren verbinden. Dann lässt man den Urin an einem hauchdünnen, unter Strom stehenden Draht vorbeifließen. Treffen die Klumpen aus Molekülen und Viren auf den Draht, führt das zu einem elektrischen Signal.

Chemiker und Biologen der Universität Texas haben diese Methode entwickelt. Sie konnten damit bereits Viren aus der Herpes-Familie nachweisen. Der Vorteil der Methode ist, dass der Urin nicht aufwendig aufgearbeitet werden muss. Sie eignet sich daher für Gegenden ohne gute medizinische Infrastruktur. Für eine Anwendung muss sie jedoch noch technisch verbessert werden, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS".

Quelle: PNAS

23.05.2016

Top Ten Wissenschaftler listen die skurrilsten neuen Tier- und Pflanzenarten auf

Das Institut für Artenforschung der State University of New York hat heute  seine jährliche Liste der bizarrsten neuen Arten-Entdeckungen im Tier- und Pflanzenreich veröffentlicht. Die "Top Ten" seien aus insgesamt 18 000 neu entdeckten Arten ausgewählt worden, teilte das Institut mit. Die hässlichste neue Art sei ein im Golf von Mexiko entdeckter Tiefsee-Anglerfisch: Lasiognathus dinema ist nur etwa fünf Zentimeter groß, durchsichtig-braun und hat wirr abstehende Barthaare und Zähne sowie eine weiße Rückenflosse, die an eine Angel erinnert.

Die  bis zu 123 Zentimeter große fleischfressende Sonnentau-Pflanze Drosera magnifica ist nach Angaben der Forscher die erste per Facebook entdeckte neue Art. Sie sei zudem die größte der bislang bekannten rund 200 Sonnentau-Arten. Auch eine bereits ausgestorbene Art hat es auf die Liste geschafft: der kleine Affe Pliobates cataloniae, dessen Überreste Wissenschaftler auf einer Müllhalde in Katalonien fanden.  Er lebte wohl vor rund 11,6 Millionen Jahren, wog rund fünf Kilogramm, war 43 Zentimeter groß, kletterte auf Bäume und ernährte sich von Früchten.

Quelle: mawi / State University of New York

Expedition Ein Zeppelin macht Jagd auf Meereswirbel

Die Expedition "Uhrwerk Ozean" soll am 18. Juni in Peenemünde auf Usedom starten. Erstmals mit Hilfe eines Zeppelins wollen Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht nach Meereswirbeln in der Ostsee suchen. Der Zeppelin ist mit hochauflösenden Kameras ausgerüstet, die auch kleine instabile Meereswirbel erfassen. Im Gegensatz zu den großen Meeresströmungen wie dem Golfstrom sind die kleineren Meereswirbel nur 100 Meter bis zehn Kilometer groß und zerfallen innerhalb weniger Stunden. Bislang sei der Einfluss dieser kleinen Meereswirbel auf die Ozeanzirkulation im Meer kaum untersucht. Ziel der Expedition sei es, Daten darüber zu sammeln, welchen Einfluss die Wirbel auf die Ozeanzirkulation und die Nahrungskette in den Ozeanen haben, teilte das Institut mit.

Quelle: mawi

Solarflugzeug "Solar Impulse 2" hat die zwölfte Etappe der Weltumrundung geschafft

Das Solar-Flugzeug landete am Samstag in Dayton im US-Bundesstaat Ohio. Für rund 1.200 Kilometer hatte es 17 Stunden gebraucht. Geplant ist jetzt ein Flug nach New York, dann soll es über den Atlantik gehen. Die "Solar Impulse 2" war erstmals im März 2015 im Golfemirat Abu Dhabi abgehoben und über Indien und China nach Hawaii geflogen. Wegen beschädigter Batterien musste das Team dort eine neunmonatige Pause einlegen. Der Schweizer Betrand Piccard will mit der Weltumrundung für die Nutzung sauberer Energieträger werben.

Quelle: mawi

Malaria Die alten Zell-Wanderwege im Hirn von Kindern sind entzündungsanfällig

Nisten sich Malaria-Erreger in den Blutgefäßen des Gehirns ein, kann das bei Kindern – viel häufiger als bei Erwachsenen - lebensbedrohliche Hirnentzündungen und Schwellungen verursachen. Heidelberger Forscher haben jetzt im Tiermodell entdeckt, wie es zu einer solchen Cerebralen Malaria kommt. Bei Mäusen entdeckten sie mit Hilfe der Magnetresonanztomographie, dass sich die Entzündung ausgehend vom Riechkolben entlang eines röhrenförmigen Areals, dem rostralen migratorischen Strom ausbreitet. Dabei handelt es sich um einen Korridor, den unreife Nervenzellen während der Hirnentwicklung durchwandern. Das Gewebe entlang dieser Wanderroute sei offenbar besonders durchlässig und begünstige die überschießende Immunantwort im Gehirn, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLOS Pathogens". Die Forscher wollen jetzt nach Möglichkeiten suchen, wie sich der Hirnentzündung  gezielt vorbeugen lässt.

Quelle: mawi / idw / PLOS Pathogens

Medizin Darm und Hirn sprechen miteinander

Und zwar über Nervenverbindungen, Hormone, Stoffwechselprodukte – aber auch mit Hilfe spezieller Zellen des Immunsystems. Das haben Forscher aus Berlin, Magdeburg sowie Bethesda mit Hilfe von Tierversuchen herausgefunden. Die Forscher schalteten zunächst bei einem Teil der Mäuse die Darmflora mit einem Antibiotika-Cocktail aus. Die Folge: Es bildeten sich deutlich weniger neue Nervenzellen in einer speziellen Hirn-Region, dem Hippocampus. Das Gedächtnis der Mäuse habe sich daraufhin deutlich verschlechtert, berichten die Forscher im Fachblatt "Cell Reports".

Eine weitere Beobachtung: Auch die Zahl einer Gruppe von Immunzellen im Gehirn ging deutlich zurück. Die Forscher vermuten, dass diese so genannten Ly6Chi-Monozyten zwischen dem Gehirn und dem Darm vermitteln. Denn: Sobald sie die Zahl dieser Zellen erhöhten, bildeten sich wieder vermehrt  neue Hirnzellen im Hippocampus und die Gedächtnisleistung wurde auch wieder besser. Auch durch körperliches Training ließ sich der negative Effekt der Antibiotika-Behandlung rückgängig machen. Möglicherweise könnten Menschen, bei denen die Neubildung von Hirnzellen im Hippocampus gestört ist, von probiotischen Präparaten profitieren – und von Sport.

Weitere Infos des MDC (Max-Dellbrück-Centrum)

Quelle: mawi / MDC / Cell Reports

Amygdalin Vom Pfirsich lernen

Das heißt: Pflanzen-Samen besser zu schützen. Pfirsichkerne sind giftig: Sie enthalten Amygdalin, eine Substanz, die im Magen in giftige Blausäure zerfällt. Chemiker an der ETH Zürich haben das Abwehrsystem im Labor kopiert. Sie haben eine Beize für Samen entwickelt, die Schädlinge abhält aber gleichzeitig die Keimung nicht beeinträchtigt. Die Beize besteht aus mehreren Schichten Polymilchsäure. In die Schichten eingebettet ist die Blausäure-Vorläufersubstanz Amygdalin, die innerste Schicht enthält das Enzym, das Amygdalin zu Blausäure abbaut, berichten die Forscher im "Journal of Agricultural and Food Chemistry".

Knabbert sich eine Insektenlarve durch die Schichten hindurch, setzt sie erst das Amygdalin frei, dann das Enzym. Die beiden Substanzen vermischen sich, es entsteht Blausäure. Die verdirbt der Insektenlarve den Appetit – oder tötet sie. Die Beize sei biologisch abbaubar und die Qualität des Saatguts leide nicht, betonen die Forscher. Gegen Larven des Mehlkäfers, der Dörrobstmotte und des Getreidekapuziners wirke das Abwehrsystem sehr gut. Gegen den Getreiderüssler sei es machtlos. Der Käfer legt seine Eier in das Getreidekorn, die Larven fressen also von innen nach außen, sie kommen mit der Beizung gar nicht in Kontakt.

Quelle: mawi / idw / Journal of Agricultural and Food Chemistry

ISRO Indien hat einen wiederverwendbaren Weltraumtransporter getestet

Die indische Raumfahrtbehörde ISRO hat die Miniatur-Version eines wiederverwendbaren Weltraumtransporters getestet. Eine Rakete hob heute mit dem Modell des "RLV-TD" vom Weltraumbahnhof in Sriharikota im Südosten Indiens ab und setzte es im All aus. Der Mini-Raumgleiter habe ein 180-Grad-Manöver vollzogen, sei dann wie geplant zur Erde zurückgekehrt und im Meer geborgen worden. Der Mini-Transporter hat einen Durchmesser von rund einem Meter – etwa ein Sechstel der endgültigen Größe. In 10 bis 15 Jahren soll der neue Weltraumtransporter funktionsfähig sein.

Quelle: mawi / ISRO

20.05.2016

Fischindustrie In Kanada dürfen gentechnisch veränderte Lachse verkauft werden

Das kanadische Gesundheitsministerium erlaubt ab sofort den Verkauf eines atlantischen Lachses, dessen Wachstum durch Gene pazifischer Lachse beschleunigt wurde. Untersuchungen hätten ergeben, dass der gentechnisch veränderte Lachs so sicher und nahrhaft sei wie konventioneller Lachs. Der gentechnisch veränderte Fisch ist innerhalb von 18 Monaten ausgewachsenen, der konventionelle nach 30 Monaten. Auch in den USA darf der gentechnisch veränderte Lachs verkauft werden.

Brennstoff Ecuador will Erdöl im Regenwald fördern

Im Juli soll die umstrittene Ölförderung im Yasuni-Regenwald beginnen, teilte das Ministerium für fossile Brennstoffe mit. Bis Ende des Jahres soll die Produktion etwa 20.000 Fass pro Tag erreichen. Der Yasuni-Nationalpark gilt als einer der artenreichsten Regenwälder weltweit.  2007 hatte Präsident Rafael Correa vorgeschlagen, das Öl unter der Erde zu lassen, wenn die internationale Gemeinschaft umgerechnet mindestens 3,2 Milliarden Euro in einen Fond einzahlt. 2013 erklärte Correa die Initiative aus Geldmangel für gescheitert.

Himmelskörper Forscher finden erstmals Hinweise auf Kometen außerhalb unseres Sonnensystems

Das berichtete ein internationales Team von Astronomen auf einer Tagung im chilenischen Santiago. Die Wissenschaftler hatten mit dem Atacama-Riesenteleskop Alma geringe Mengen von Kohlenmonoxidgas entdeckt, das einen Stern außerhalb unseres Sonnensystems umgibt. Dies spreche für die Existenz eines Kometen.

Kometen sind Brocken aus Gestein und Eis, die manchmal einen Schweif aus Staub und Eispartikeln hinter sich her ziehen. Der Stern, den die Astronomen erspäht haben, ist etwa 30 Prozent größer als unsere Sonne und 160 Lichtjahre entfernt. Der Stern und der Komet sind etwa 23 Millionen Jahre alt – also sehr jung im Vergleich zu den 4,6 Milliarden Jahren unseres Sonnensystems. Die Forscher erhoffen sich mit ihrer Entdeckung Einblicke in die frühe Zeit unseres Sonnensystems.

Infos der University of Cambridge

Quelle: University of Cambridge

Acetylen Bei der Plastik-Herstellung könnte Energie gespart werden

Wenn in Zukunft die Entdeckung eines internationalen Forscherteams berücksichtigt würde, die heute in Science beschrieben wird. Die Wissenschaftler konnten mit Hilfe von sogenannten metallorganischen Gerüstverbindungen unerwünschte Verunreinigungen in Form von Acetylen aus Ethen herausfiltern. Ethen ist der Ausgangsstoff für einen Großteil des produzierten Plastiks.

Bislang wird das störende Acetylen abgeschieden und in Ethen umgewandelt, allerdings ist dafür Palladium, ein teures und seltenes Metall, als Katalysator nötig - ein energieaufwändiger Prozess. Schickten die Forscher das Ethen durch die metallorganischen Gerüstverbindungen, konnten diese die enthaltenen Acetylen-Verunreinigungen sehr effizient herausfiltern. Der neue Prozess benötigt deutlich weniger Energie.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Magnetismus Forscher haben ein neuartiges Spin-Eis entwickelt

Spin-Eis ist ein Material, bei dem sich die magnetischen Momente wie die Protonen im Wassereis anordnen. US-Forschern ist es nun gelungen, eine neue Art von magnetischem Spin-Eis bereits bei Zimmertemperatur zu entwickeln, das eines Tages als effizientes Speichermedium in Computern eingesetzt werden könnte.

Heutige Speichermedien besitzen Nanomagnete mit zwei Polaritäten, die in Computern dem Binärcode von 0 und 1 entsprechen. Wie die Wissenschaftler in Science schreiben, hat ihr magnetisches Spin-Eis acht mögliche Konstellationen anstatt nur zwei – somit könnten mehr Daten gespeichert werden.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Biologie Aus Gelb wird Rot

Wenn Vögel über die Nahrung gelbe Farbpigmente aufnehmen, können sie diese in rote umwandeln und in ihre Federn oder den Schnabel einlagern. Der genaue Mechanismus, wie manche Vögel zu ihrer roten Färbung kommen, war bislang unklar. Ein internationales Forscherteam untersuchte das Erbgut von Zebrafinken mit rotem und gelbem Schnabel. Sie stießen auf drei Gene der rotschnabligen, die im Erbgut der gelbschnabligen fehlten oder verändert waren. Die Gene sind verantwortlich für die Herstellung eines bestimmten Enzyms, das die Rotfärbung beeinflusst.

Auch bei roten und gelben Kanarienvögeln stießen die Wissenschaftler auf dieses Enzym, wie sie im Fachblatt Current Biology berichten. Die rote Färbung von Federn oder Schnabel ist bei Vögeln eine Signalfarbe: Sie zeigt den Weibchen an, wie fit die Männchen sind. Dabei gilt: Je röter, desto besser, weil röter gefärbte Männchen zum Beispiel besser Giftstoffe aus ihrem Körper auswaschen können als weniger rot gefärbte.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Robotik Eine Roboter-Biene kann an der Unterseite von Blättern andocken

Forscher in den USA und Hong Kong haben einen winzigen Flugroboter gebaut, der an unterschiedlichen Gegenständen haften kann. Die nur 100 Milligramm leichte Mini-Drohne wiegt so viel wie eine echte Biene und flattert mit Hilfe von zwei Flügeln durch die Luft – was sehr  energieaufwändig ist. Um Energie zu sparen und dann länger in der Luft bleiben zu können, bauten die Wissenschaftler eine Andockplatte oben an die Roboter-Biene. Die Platte funktioniert ähnlich wie ein aufgeladener Luftballon, der durch elektrostatische Anziehung irgendwo hängen bleiben kann.

Berührte die Andockplatte eine Blattunterseite, eine Holz- oder Glasfläche, erzeugten die Wissenschaftler in der Platte eine Spannung von 1.000 Volt – die Roboter-Biene haftete an. Unterbrachen sie den Stromfluss wieder, schwebte das künstliche Insekt weiter. Das Andocken verbrauche nur einen Bruchteil der Energie, die für das Fliegen nötig sei, schreiben die Forscher im Fachmagazin Science. Solche Roboter-Bienen könnten eines Tages zum Beispiel ein Katastrophengebiet aus der Luft überwachen.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: dpa, Eurekalert

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