Dienstag, 19.02.2019
 
Seit 13:56 Uhr Wirtschafts-Presseschau
19.08.2016

Umweltschutz Australien benötigt mehr Zeit zur Rettung des Great Barrier Reefs

Die Unesco fordert ernsthafte Fortschritte zur Rettung des weltgrößten Korallenriffs bis Dezember 2016. Andernfalls würde das Riff auf die Liste des gefährdeten Weltnaturerbes gesetzt. Australien brauche aber zur Rettung des Great Barrier Reefs bis 2018 Zeit, wie der Umweltminister des Bundesstaates Queensland mitteilte.

Gestern haben die Schutzbemühungen einen Rückschlag erlitten:

Ein Gesetzentwurf zur Eindämmung von Waldrodungen an der Küste scheiterte im Parlament von Queensland. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Rodungen die Bodenerosion fördern, mehr Sediment rutsche in den Ozean und lasse das Sonnenlicht nicht durch, was zum Absterben von Korallen und Seegras führe. Das Great Barrier Reef hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

Quelle: Agenturen

Infektion Die UN wollen eine mögliche Mitschuld an einem Cholera-Ausbruch in Haiti überdenken

Im Jahr 2010 ereignete sich in Haiti ein schweres Erdbeben, mindestens 200.000 Menschen kamen ums Leben. Danach kam es in dem Land zu einem Cholera-Ausbruch mit mehr als 8.500 Toten. Menschenrechtsaktivisten und Wissenschaftler gehen davon aus, dass UN-Mitarbeiter aus Nepal, die zur Hilfe nach dem Erdbeben in das Land gekommen waren, die hochansteckende Infektionskrankheit nach Haiti eingeschleppt haben. Dies haben die Vereinten Nationen stets von sich gewiesen. Nun wollen die UN den Vorfall neu überdenken und eine mögliche Mitschuld an dem Cholera-Ausbruch klären.

Quelle: Agenturen

Viren Wissenschaftler finden heraus, wie das Norovirus Zellen infiziert

Dafür ist ein Gen mit Namen CD300lf verantwortlich, wie US-amerikanische Forscher in Science berichten. Nachdem sie das Gen mit der CRISPR-Cas-Methode im Erbgut von Mäusen ausgeschaltet hatten, konnte das Norovirus nicht mehr in Zellen eindringen.

Die Entwicklung von Medikamenten oder Impfungen gegen das Norovirus gestaltet sich bislang als schwierig, da das Virus sich nicht in menschlichen Zelllinien im Labor vermehren lässt. Das Norovirus ist weltweit betrachtet die Hauptursache für Durchfallerkrankungen.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Evolution Zebrafinken machen ihren Nachwuchs durch Gesang fit für den Klimawandel

Biologinnen in Australien haben beobachtet, dass Zebrafinken einen speziellen Ruf ausstoßen, wenn sie Eier ausbrüten. Die Forscherinnen vermuteten, dass dieser Gesang den Zebrafinken-Nachwuchs in den Eiern auf sich verändernde Umweltbedingungen vorbereiten kann, etwa auf höhere Temperaturen.

Die Wissenschaftlerinnen nahmen die Rufe von 61 Zebrafinken-Weibchen und 61 Männchen auf. Sie stellten fest, dass die Vögel diesen Ruf nur ausstießen, wenn die Umgebungstemperatur über 26 Grad Celsius stieg. Dann legten die Forscherinnen über 160 Zebrafinken-Eier in einen Brutschrank und spielten einer Hälfte den speziellen Ruf vor, der anderen Hälfte normale Kontaktrufe. Das Ergebnis: Die Küken, denen der spezielle Ruf vorgespielt wurde, waren kleiner als ihre Geschwister. Dies sei in wärmeren Gegenden von Vorteil, weil kleine Tiere die Körperwärme besser abgeben könnten als große, wie die Wissenschaftlerinnen in Science schreiben.

Quelle: ScienceNews

Linguistik Die Muttersprache prägt das Weinen von Babys

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in zwei Studien, die im Fachmagazin Speech, Language and Hearing und im Journal of Voice erschienen sind. Die Wissenschaftler hatten Baby-Weinen in Deutschland, Kamerun und China aufgenommen und analysiert. Das Hochchinesisch oder Mandarin ist eine tonale Sprache, bei der auch die Tonhöhen zur Bedeutung von Wörtern beitragen. Auch im Nordwesten Kameruns wird eine tonale Sprache gesprochen.

Die Forscher fanden heraus, dass das Weinen von Neugeborenen, deren Mütter eine tonale Sprache sprechen, eine deutlich stärkere melodische Variation zeigt – im Vergleich etwa mit deutschen Babys. Das Weinen von Babys, deren Mütter keine tonale Sprache sprechen, gleiche mehr einem Singsang.

Weitere Informationen auf der Webseite des Informationsdienst Wissenschaft

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

Biomineralien Forscher haben Perlmutt künstlich hergestellt

Dies ist anderen Wissenschaftlern zuvor zwar auch schon gelungen, allerdings war deren Perlmutt nicht so hart und bruchfest wie das nun im Fachblatt Science beschriebene. Deutsche und chinesische Forscher haben als Ausgangsmaterialien Kalk, Chitin und Seidengel benutzt – Stoffe, aus denen auch das natürliche Perlmutt besteht.

Durch einen speziellen Schichtungs- und Mineralisierungsprozess ist es den Wissenschaftlern gelungen, ein Biomineral herzustellen, das in seinen Materialeigenschaften fast identisch ist mit natürlichem Perlmutt. Künstliches Perlmutt könnte bei der Herstellung von Hochleistungswerkstoffen eingesetzt werden.

Weitere Infos auf der Webseite des Informationsdienst Wissenschaft

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

Sozioökonomie Satelliten-Aufnahmen können Armutsgebiete aufzeigen

US-amerikanische Forscher haben mit Hilfe von Satelliten-Aufnahmen Gebiete in fünf afrikanischen Ländern ausfindig machen können, wo Menschen von Armut betroffen sind. Dies ist kein neuer Ansatz. Bislang nutzten Wissenschaftler Nachtaufnahmen: helle Flecken werden mit einer eher reichen Bevölkerung in Verbindung gebracht, dunkle mit einer armen. Doch die Forscher der aktuellen Studie, die im Fachmagazin Science erschienen ist, wollten die Armutsverhältnisse abgestufter dokumentieren.

Dafür nutzten sie Satelliten-Aufnahmen vom Tag. Sie fütterten zunächst einen Computer mit Daten über das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung. Der Computer durchkämmte dann die Abbildungen nach einem bestimmten Muster und bezog zum Beispiel Wege, Brunnen oder Felder in die Analyse ein. Das Ergebnis: Die Auswertung von Satelliten-Aufnahmen vom Tag kann die Armutsverhältnisse in bestimmten Gebieten bis zu 99 Prozent genauer vorhersagen als Aufnahmen bei Nacht.

Mehr zum Thema in der Mitteilung von eurekalert.org

Quelle: Eurekalert / BBCNews / ScienceNews

18.08.2016

Tumorerkrankungen Viele Fälle von Schilddrüsenkrebs sind Überdiagnosen

Das ist das Ergebnis einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung im New England Journal of Medicine, die den starken Anstieg der Diagnosen von Schilddrüsenkrebs in mehreren Industrieländern untersucht hat. Die Autoren schätzen, dass innerhalb von zwei Jahrzehnten bei mehr als einer halben Millionen Menschen Tumore in der Schilddrüse gefunden wurden, die vermutlich zu Lebzeiten keine Beschwerden hervorgerufen hätten. Bei der großen Mehrheit der Betroffenen werde die gesamte Schilddrüse entfernt.

Extremstes Beispiel der Auswertung ist Südkorea, wo laut der Studie zwischen 2003 und 2007 etwa 90 Prozent der Schilddrüsenkrebs-Fälle bei Frauen Überdiagnosen gewesen sein sollen. Insgesamt wurden Daten aus zwölf Ländern berücksichtigt. Deutschland war nicht dabei. Ursache für den Diagnose-Anstieg könnten neue Untersuchungstechniken und mehr Vorbeuge-Untersuchungen sein.

Quelle: New England Journal of Medicine / WHO / dpa

Nervenzellen Forscher finden ein molekulares Thermometer

Es ist ein Protein in der Zellmembran von sensorischen Nervenzellen in der Haut und wird bei Temperaturen aktiviert, die es dem Körper schwer machen, die Körpertemperatur konstant zu halten, die aber noch nicht schmerzhaft sind. Mäuse, denen das Protein fehlt, blieben auf einer 38 Grad warmen Oberfläche sitzen, während normale Mäuse eine kühlere Oberfläche mit 33 Grad bevorzugten. Die Fähigkeit, gefährlich heiße Temperaturen zu erkennen, war in beiden Mäusearten gleich. Die Studie ist im Fachjournal Nature erschienen.

Quelle: Nature

Biologie Schwebefliegen haben keinen Sinn für die Schwerkraft

Stattdessen verraten ihnen optische Eindrücke und der Luftstrom an ihren Körperhaaren, ob sie sich nach unten bewegen. Ohne diese Möglichkeit erkennen sie nicht, dass sie sich im freien Fall befinden, wie französische Biologen im Journal of Experimental Biology berichten. Ließen sie die Fliegen in einer abgedunkelten Box nach unten fallen, plumpsten diese zu Boden ohne den Sturz abzufangen oder reagierten zu spät und flogen orientierungslos gegen die Wände statt nach oben.

In einer Box mit weißen Seiten bemerkten sie ihren Sturz früher und begannen mit den Flügeln zu schlagen, reagierten aber meist noch immer zu spät. Erst als die Forscher die Wände mit horizontal gestreifter Tapete versahen, gelang es allen Fliegen innerhalb von 150 Millisekunden angemessen zu reagieren und den Aufprall zu vermeiden.

Quelle: Journal of Experimental Biology

Archäologie Finger und Flossen haben einen gemeinsamen Ursprung

Forscher  aus Chicago haben nachgewiesen, dass Finger- und Zehenknochen, sowie die Flossenstrahlen, die das Gerüst von Fischflossen bilden, aus den gleichen embryonalen Zellen hervorgehen. Bisher dachte man, es gäbe keine Verbindung zwischen beiden Strukturen, weil sich Fingerknochen aus Knorpelgewebe entwickeln, während die Flossenstrahlen aus Bindegewebe entstehen.

Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature berichten, wurde ihnen der Irrtum bewusst, als sie ein Gen ausschalteten, das für die Entwicklung der Gliedmaßen wichtig ist und den Zellen sagt, wohin im Körper sie wandern sollen. Während bei Mäusen dadurch Finger und Zehen fehlten, hatten Fische deformierte Flossen ohne Flossenstrahlen.

Quelle: Nature

Luftfahrt Das größte Luftschiff der Welt hat seinen Jungfernflug absolviert

Der Airlander 10, ein mit Helium gefülltes Luftschiff, das wie zwei nebeneinandergeklebte Zeppeline aussieht, ist gestern Abend über einem Feld im englischen Bedforshire zum ersten Mal eine kurze Strecke geflogen, wie der Guardian berichtet. Mit 92 Metern Länge und 43 Meter Breite ist es so groß wie ein Fußballfeld und soll bis zu zehn Tonnen Ladung transportieren können.

Der Airlander kann über Wochen in der Luft bleiben ohne nachzutanken und benötigt keine Start- oder Landebahn, da er senkrecht in die Luft steigt und wieder landet. Er soll für Transportflüge oder zur Überwachung eingesetzt werden.

Quelle: Guardian

Biologie Seehunde haben ein Zeitgefühl

Und können Zeitintervalle im Millisekundenbereich unterschieden. Das haben Meeresbiologen von der Universität Rostock nachgewiesen. Sie zeigten einem entsprechend trainierten Seehund-Weibchen immer wieder für eine festgelegte Zeit ein optisches Signal. Veränderte sich die Länge des Signales, erkannte das Tier das und bewegte seinen Kopf nach rechts. War das Zeitintervall dagegen unverändert, bewegte es den Kopf nach links. So konnten die Forscher testen, welche Zeitunterschiede der Seehund wahrnimmt. Ihre Studie ist im Fachjournal Animal Cognition erschienen.

Das Zeitempfinden ist für Seehunde zum Beispiel bei der Futtersuche und für die Orientierung wichtig. So können die Tiere einschätzen, wie lange sie schon unterwegs sind oder welche Strecke sie in welcher Zeit zurückgelegt haben.

Quelle: Uni Rostock

17.08.2016

Erderwärmung Klimawandel reduziert Tropenwolken

Wenn es auf der Erde wärmer wird, nimmt die niedere Bewölkung unter 3000 Meter Höhe in den Tropen ab. Das haben Forscher der ETH Zürich anhand von Satellitendaten aus den vergangenen 15 Jahren nachgewiesen. Da diese Bewölkung auf das Klima einen kühlenden Effekt hat, könnte die Zwei-Grad-Marke der Klimaerwärmung früher erreicht werden, als von vielen Modellen vorhergesagt. Das berichten die Wissenschaftler im Journal of Climate.

Eine andere Studie schwedischer Forscher in Nature Communications weist allerdings darauf hin, dass eine andere Form von dünnen, mittelhohen Wolken in den Tropen häufiger vorkommt als bisher gedacht. Deren kühlender Effekt ist in Klimamodellen bisher nur unzureichend erfasst. Welche Wolkenentwicklung in den Tropen unterm Strich den stärkeren Klimaeinfluss ausübt, werden weitere Studien zeigen müssen.

Quelle: Journal of Climate / Nature Communications

Gasversorgung Hammgas testet Gasförderung ohne Fracking

Bei Ascheberg im Münsterland soll in der kommenden Woche testweise Gas ohne die umstrittene Fracking-Methode gefördert werden. Das Konsortium Hammgas setzt stattdessen auf die sogenannte Tektomechanik. Dabei werden gezielt von Natur aus lockere Gesteinsschichten im Umfeld von noch nicht abgebauten Kohleflözen gesucht, um daraus Flözgas zu fördern. Über den Einstieg in die kommerzielle Förderung soll erst entschieden werden, wenn die aktuelle und weitere Probebohrungen erfolgreich verlaufen.

Hammgas schätzt, dass die so förderbaren Gasvorkommen im Raum Hamm ausreichen, um die Stadt 20 bis 30 Jahre lang mit Gas zu versorgen. Bei dem jetzt startenden mehrwöchigen Fördertest werden nur kleinere Mengen Gas entnommen. Der Test zielt darauf, das Lagerstättenvolumen, den Lagerstättendruck, die Fließraten und die Gasqualität genauer zu bestimmen.

Quelle: Agenturen

Energieversorgung Mikrochips nehmen Batterie huckepack

Forscher der TU Graz haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich kleine Lithium-Batterien in Mikrochips integrieren lassen. Das berichten sie im Fachmagazin Scientific Reports. Bei der neuen Bauweise dient das Halbleitersilizium direkt als aktive Elektrode der Batterie. Somit beherbergt der Mikrochip nicht nur die Elektronik, sondern ist gleichzeitig wesentlicher Teil der Mini-Batterie. Diese kann genug Energie speichern, um den Betrieb des Mikrochips, zum Beispiel eines Sensors, für längere Zeit aufrecht zu erhalten.

Normalerweise ist Halbleitersilizium in Kontakt mit Lithium nicht dauerhaft stabil. Die Forscher entwickelten eine besondere Mikrostrukturierung der Oberfläche, die den Einsatz als Batterieelektrode ermöglicht. Eine integrierte Energieversorgung könnte Mikrochips neue Anwendungsfelder eröffnen.

Quelle: Scientific Reports

Evolution Fischweibchen bevorteilen schnelle Spermien

In der Natur gibt es viele Mechanismen, mit denen Weibchen der verschiedensten Tierarten dafür sorgen, dass die von ihnen bevorzugten Männchen ihre Eizellen befruchten.
Bei Fischen, die ihre Eier frei ins Wasser abgeben, erscheint das ungleich schwieriger. Doch auch dort gibt es passende Strategien, wie US-Forscher bei Lippfischen beobachtet haben. Lippfischweibchen umgeben ihren Laich mit einer speziellen Flüssigkeit. Diese ist so gestrickt, dass sie schnelle Samen leichter durchlässt.

Passenderweise gibt es bei Lippfischen zwei Arten von Männchen. Die einen kümmern sich mehr um die Weibchen und bauen ihnen Nester, die anderen versuchen nur durch einen schnellen Streich im passenden Augenblick den Laich zu befruchten. Die weniger opportunistischen Männchen besitzen allerdings die schnelleren Samenzellen, und die Weibchen sorgen dafür, dass deren Spermien im Vorteil sind. Die Studie ist in Nature Communications erschienen.

Quelle: Nature Communications

Brexit Forscher in Großbritannien erhalten Finanzierungsgarantie

Die britische Regierung hat den Forschern des Landes zugesagt, dass sie alle Fördergelder, die sie im Rahmen aktueller Förderprogramme der EU schon beantragt haben oder noch beantragen werden, in voller Höhe erhalten. Diese Finanzierungszusage gilt auch für Projekte, deren Dauer über den Tag des Ausscheidens des Landes aus der EU hinausreichen. Die Entscheidung soll britischen Universitäten und Forschungszentren Planungssicherheit geben. Zudem soll sie Wissenschaftler dazu animieren, sich auch weiterhin um Forschungsgelder aus dem laufenden EU Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 zu bewerben. Nach dem Brexit-Votum hatten viele Forscher in Großbritannien die Sorge geäußert, sie könnten schon bald von wichtigen Finanzierungsquellen ihrer Arbeit abgeschnitten werden.

Quelle: Agenturen

Biologie Der Beutellöwe hatte eine besondere Jagdstrategie

Der australische Beutellöwe ist zwar schon seit einigen zehntausend Jahren ausgestorben. Doch anhand von Analysen seiner Zähne und des Knochenbaus haben Forscher der Universität Bristol jetzt sein Jagdverhalten rekonstruiert. Nach Ansicht der Wissenschaftler packte der Beutellöwe seine Opfer nicht wie heutige Löwen mit seinen Krallen und biss sie dann zu Tode. Vielmehr hielt er sie mit seinen hasenartigen Vorderzähnen fest, um sie dann mit seinen kräftigen, besonders beweglichen Klauen zu töten. Dafür besaß der Beutellöwe ein im Vergleich zu allen lebenden Raubtieren einzigartiges Ellenbogengelenk, das viel Freiheit für Drehbewegungen ließ, schreiben die Forscher im Fachmagazin Palaeobiology.

Quelle: Palaeobiology

Pestizide Neonicotinoide schaden Nützlingen

Zwei aktuelle Studien untermauern den schon länger bestehenden Verdacht, dass Pestizide aus der Klasse der Neonicotinoide auch nützlichen Insekten schaden. Britische Forscher berichten in Nature Communications, dass sich der Rückgang in der Verbreitung von 62 Wildbienenarten in Großbritannien in den vergangenen 18 Jahren statistisch auch auf den Einsatz von Neonicotinoiden bei der Behandlung von Raps-Saatgut zurückführen lässt.

US-Forscher wiederum haben 40 Jahre an Biomonitoring-Daten zur Verbreitung von Schmetterlingen in Nordkalifornien ausgewertet. Auch sie fanden Anzeichen dafür, dass – neben anderen Faktoren – Neonicotinoide dazu beigetragen haben, dass es immer weniger Schmetterlinge in der Untersuchungsregion gibt. Ihre Studie ist in Biology Letters erschienen.

Quelle: Nature Communications / Biology Letters

16.08.2016

Paläontologie Moos ermöglichte dem Menschen das Leben auf der Erde

Die Konzentration von Sauerstoff in der Erdatmosphäre erreichte vor etwa 400 Millionen Jahren das heutige Niveau. Zuvor war zwar schon Sauerstoff vorhanden, der hätte aber nicht ausgereicht, um das Leben von Menschen und Tieren zu ermöglichen. Britische Wissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass es einfache Moose waren, die den Anstieg der Sauerstoffkonzentration ermöglichten.

Wie die Forscher in der Fachzeitschrift PNAS beschreiben, erzeugten die primitiven Pflanzen etwa ein Drittel des Sauerstoffs in der heutigen Atmosphäre. Außerdem trugen die Moose dazu bei, dass Gestein verwitterte und der erste Mutterboden entstand, auf dem dann weitere Pflanzen wachsen konnten.

Quelle: PNAS

Lebendes Fossil Der Dornschwanzbilch bleibt schwer zu fassen

Der Dornschwanzbilch gehört zu den am wenigsten erforschten Tierarten der Erde. Bisher ist es noch nie gelungen, ein lebendes Exemplar zu fangen und alles Wissen über den Nager stammt von elf Kadavern, die weltweit in Museen aufbewahrt werden. In einer Wildfalle im westlichen Afrika haben amerikanische Wissenschaftler jetzt 3 weitere tote Tiere gefunden und konnten erstmals deren Erbgut untersuchen. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachmagazin PeerJ vor.

Die Analyse zeigt, dass der Dornschwanzbilch zu einer prähistorischen Gruppe von Nagetieren gehört, die es bereits vor 49 Millionen Jahren gab und die mit Hilfe ihres mit Schuppen versehenen Schwanzes geschickt an Bäumen hochklettern konnten. Der Dornschwanzbilch gilt als lebendes Fossil, weil er einen Zeitraum von vielen Millionen Jahren ohne große Veränderungen überlebt hat. Über die Lebensweise des eichhörnchengroßen Nagertieres ist so gut wie nichts bekannt. Einheimische berichten, dass er in Baumhöhlen schlafe und nachaktiv sei. Das Fleisch des Nagers sei aber ungenießbar.

Quelle: PeerJ

Reinigung Forscher beschleunigen die Desinfektion von Wasser mit Sonnenlicht

Materialwissenschaftler von der Universität Standford haben ein Gerät entwickelt, das Wasser mit Hilfe von Sonnenlicht in kurzer Zeit von Darmkeimen wie E.coli und Enterococcus faecalis reinigt. Herkömmliche Desinfektionsmethoden, die nur die UV-Strahlung der Sonne nutzen, benötigen dafür bis zu 48 Stunden. Möglich wird die Turbo-Reinigung durch dünne Schichten aus Molybdänsulfid, die erstmals auch die sichtbaren Wellenlängen des Sonnenlichtes nutzbar machen. Mit ihrer Hilfe werden Sauerstoffradikale erzeugt, die die Bakterien im Wasser abtöten. Eine zusätzliche Beschichtung mit Kupfer senkt die Desinfektionszeit auf zwanzig Minuten. Die Forscher beschreiben ihre Entwicklung im Fachjournal Nature Nanotechnology.

Quelle: Nature Nanotechnology

Infektionen Wer sich zur falschen Tageszeit ansteckt, wird schwerer krank

Das ist das Ergebnis einer Studie britischer Infektionsbiologen mit Mäusen, die im Fachmagazin PNAS erschienen ist. Kamen die Tiere zu Beginn ihrer Ruhephase mit Herpesviren in Kontakt, konnten sich die Viren zehn Mal schneller vermehren, als wenn der Zeitpunkt der Infektion zehn Stunden später und damit zu Beginn der aktiven Phase der Mäuse lag.

Verantwortlich dafür ist die innerer Uhr der Zellen, die neben dem Tag und Nacht-Rhythmus auch die Aktivität des Immunsystems steuert. Setzten die Forscher die innere Uhr außer Kraft, konnten sich die Viren zu jeder Tageszeit gleich gut ausbreiten. Die Studie könne erklären, warum Schichtarbeiter anfälliger für Infektionskrankheiten sind und Impfungen zu bestimmten Tageszeiten besser wirken.

Quelle: PNAS / dpa

Innovationen Deutschland ist zum ersten Mal in den Top Ten

Beim Global Innovation Index, einem jährlichen Ranking der Vereinten Nationen zur Innovationskraft eines Landes, hat Deutschland sich um zwei Positionen verbessert und damit den zehnten Platz erreicht. Spitzenreiter der Liste ist zum sechsten Mal in Folge die Schweiz, gefolgt von Schweden, Großbritannien, den USA, Finnland, Singapur, Irland, Dänemark und den Niederlanden. Besonders positiv sei in Deutschland die Qualität der Innovationen, schreiben die Autoren der Studie.

Der Index berücksichtigt darüber hinaus zum Beispiel auch, wie gut die Universitäten eines Landes sind, wie häufig Forscher im Ausland zitiert werden oder wie gut die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert.

Quelle: DPA / WIPO

Privatsphäre China hat einen Quanten-Satelliten ins All geschickt

Das berichtet der Guardian unter Berufung auf die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Der Satellit ist der erste dieser Art und soll abhörsichere Kommunikation ermöglichen. Die Technik basiert auf dem Verschränkungseffekt der Quantenmechanik, der dazu führt, dass jedes Mithören durch Dritte die übertragene Nachricht verändert und so bemerkt werden kann.

Nach dem Start am vergangenen Dienstag soll der Satellit zwei Jahre lang in einer erdnahen Umlaufbahn bleiben und verschlüsselte Nachrichten zwischen Peking und Urumqui im Westen Chinas übermitteln. Der Satellit, der nach dem chinesischen Philosophen Micius benannt ist, ist Teil des Projektes Quantum Experiments at Space Scale, kurz QUESS, der chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Quelle: Guardian

15.08.2016

Onkologie Forscher finden genetische Ursachen für Speiseröhrenkrebs

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat neun Gene aufgespürt, die an der Entstehung von Speiseröhrenkrebs beteiligt sind. Die Forscher hatten das Erbgut von mehr als 10.000 Patienten untersucht, die an einem sogenannten Barrett-Karzinom oder an einer Vorstufe davon leiden. Dabei wurden sie auf die neun Genvarianten aufmerksam.

Acht Verdachtsregionen im Erbgut waren bereits bekannt. Das Barrett-Karzinom habe in den letzten Jahren in den Industrieländern sehr stark zugenommen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Lancet Oncology schreiben.

Sie hoffen, dass sich durch ihre Studie neue Ansatzpunkte für eine bessere Diagnose ergeben.

Quelle: idw JSt 15.08.2016 bif160815g

Tierschutz Rasenmäher-Roboter können Igeln gefährlich werden

Die Tiere könnten sich vor den fast geräuschlos arbeitenden Rasenmäher-Robotern oft nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen und würden getötet, wie der bayerische Landesbund für Vogelschutz mitteilte. Auch Blindschleichen, Amphibien und Insekten seien betroffen.

Problematisch sei, dass viele Kleingartenbesitzer die Mähroboter nachts unbeaufsichtigt laufen lassen, was nachtaktive Tiere wie den Igel gefährde. Die Hersteller würden allerdings in der Betriebsanleitung darauf hinweisen, dass die kleinen Mähmaschinen nicht ohne Aufsicht betrieben werden dürften.

Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet.

Quelle: Agenturen JSt 15.08.2016 bif160815f

Kardiologie In Europa sterben weniger Menschen an Herzkrankheiten

Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, also kardiovaskuläre Krankheiten, führen in Europa zu jährlich über vier Millionen Todesfällen. Das sind 45 Prozent aller Todesfälle.

Erfolge in der Behandlung und der Diagnose kardiovaskulärer Erkrankungen hätten jedoch dazu geführt, dass in einigen europäischen Ländern die Zahl der Todesfälle teils deutlich zurückgegangen ist, wie britische Forscher im European Heart Journal berichten.

Das sei zum Beispiel in Westeuropa der Fall, nicht jedoch in Osteuropa. In 12 Ländern Europas habe Krebs die kardiovaskulären Erkrankungen als häufigste Todesursache abgelöst.

Warum manche Länder Rückgänge verzeichnen können, andere jedoch nicht, dazu sei weitere Forschung nötig, so die Wissenschaftler.

Quelle: Eurekalert JSt 15.08.2016 bif160815e

Phytopathologie Die Kirschessigfliege befällt Obstplantagen in Süddeutschland

Das führe zu teils erheblichen Ernteausfällen, teilte Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband mit.

Die aus Ostasien eingeschleppte Fliege sei in diesem Jahr erstmals in großem Umfang aktiv. Die sechs Millimeter große Kirschessigfliege sägt die Schäle von zahlreichen Früchten an, um darin ihre Eier abzulegen. Betroffen sind Kirschen, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Holunder, Pflaumen und rote Trauben.

Der Schädling wüte vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Durch den feucht-warmen Sommer finde die Fliege in diesem Jahr ideale Bedingungen vor.

Quelle: Agenturen JSt 15.08.2016 bif160815d

Ökologie Eine gestrandete Ölbohrinsel macht weiter Probleme

Vor einer Woche ist die Ölbohrplattform Transocean Winner vor der schottischen Westküste auf Grund gelaufen. Sie sollte von Norwegen nach Malta geschleppt werden und hatte sich vom Schlepperboot losgerissen.

An Bord sind 280 Tonnen Diesel, 50 Tonnen sollen bereits entwichen sein. Nun soll ein achtköpfiges Bergungsteam die Schäden an den Dieseltanks begutachten.

Schlechtes Wetter hatte die Bergungsarbeiten der 17.000 Tonnen schweren Ölbohrinsel bislang verhindert.

Quelle: Agenturen JSt 15.08.2016 bif160815c

Olympia 2016 Das Rätsel um das grüne Wasser in den olympischen Becken scheint gelöst

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro seien 80 Liter Wasserstoffperoxid in die Becken eingelassen worden, wie ein Verantwortlicher mitteilte. Die Verbindung sollte das Wasser von Pilzen und Bakterien reinigen.

Durch den Kontakt mit Chlor sei es allerdings zu einer chemischen Reaktion gekommen, die das Algenwachstum stark beschleunigte. Das Wasser in den beiden Becken wurde immer grüner.

Im größeren der beiden Becken wurde das Wasser inzwischen ausgetaucht. Im kleineren, in das die Turmspringer eintauchen, sei das Wasser mittlerweile etwas weniger grün.

Eine verbesserte Filteranlage hat ihre Arbeit aufgenommen.

Quelle: Agenturen JSt 15.08.2016 bif160815b

Medizin Nicht alle Patienten infizieren sich im Krankenhaus mit multiresistenten Keimen

Etwa jeder zehnte ist bereits mit multiresistenten Keimen besiedelt, wenn er in die Klinik kommt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die deutsche Forscher im Journal of Antimicrobial Chemotherapy veröffentlicht haben.

Sie hatten über 4.300 Erwachsene, die in unterschiedliche deutsche Krankenhäuser aufgenommen wurden, auf spezielle Enterobakterien untersucht. Diese Darmbakterien haben sich in den letzten Jahren weltweit ausgebreitet und sind gegen mehrere häufig eingesetzte Antibiotika resistent.

Bei über 400 Patienten wurden die Wissenschaftler fündig. Die Mediziner empfehlen bessere Hygienemaßnahmen in Kliniken und Praxen, einen rationalen Umgang mit Antibiotika sowie mehr Schulungen für Ärzte.

Jährlich sterben in Deutschland bis zu 15.000 Patienten an Krankenhausinfektionen.

Quelle: idw JSt 15.08.2016 bif160815a doi: 10.1093/jac/dkw216

MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk