Montag, 19.11.2018
 
Seit 09:00 Uhr Nachrichten
01.09.2016

Viren EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu

Menschen mit hohem Risiko einer HIV-Infektion können künftig auch in der Europäischen Union das Prophylaxe-Medikament Truvada bekommen. Die EU-Kommission hat das unter Auflagen gebilligt. Die tägliche Einnahme der Pille soll das Risiko senken, sich mit HIV zu infizieren. Fachleute sprechen von einer Prä-Expositionsprophylaxe.

Die Pille wird nur auf Rezept abgegeben. Die Kosten von rund 800 Euro pro Monat müssen die Anwender tragen, da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Prävention nicht übernehmen.

Truvada ist nicht neu. Schon seit 2005 ist das Medikament für die Therapie von bereits infizierten Menschen zugelassen. Es hemmt die Virusvermehrung in den Zellen.

Quelle: Agenturen

Astronomie Ein auffälliges Radiosignal ist wohl irdischen Ursprungs

Anfang der Woche sorgten Medienberichte für Aufsehen, wonach das russische Radioteleskop Ratan-600 ein ungewöhnliches, künstliches Signal aus der Umgebung eines fernen Sterns empfangen hätte. Es könnte sich um Signale einer außerirdischen Zivilisation handeln, wurden Forscher zitiert. Dem haben russische Astronomen, die direkt an den Messungen beteiligt waren, jetzt aber widersprochen. Genauere Analysen hätten gezeigt, dass es sich bei dem Signal höchstwahrscheinlich um Radiowellen irdischen Ursprungs handelt.

Quelle: Pressemitteilung, SAO

Ozeanologie Meereis macht das Südpolarmeer weniger salzig

Der Salzgehalt des Wassers im Südpolarmeer nimmt seit Jahrzehnten  messbar ab. Bisher galt dieses Phänomen als rätselhaft. Denn das einfließende Schmelzwasser aus der Antarktis reicht allein nicht aus, um diese Versüßung auszulösen. Ozeanforscher aus Hamburg, Kiel und Zürich liefern jetzt im Fachmagazin Nature eine Erklärung: Durch stärkere Winde driftet das Meereis heute weiter nach Norden als früher. So bringt es vermehrt Süßwasser ins Südpolarmeer.

Das südpolare Meereis bildet sich unmittelbar vor der antarktischen Küste. Im Laufe der Zeit wandert es aber aufs offene Meer und wird bis zu 1.000 Kilometer nordwärts verfrachtet, wo es dann schmilzt. Dieser Prozess wirke wie ein Förderband für Süßwasser, so die Forscher.

Ihren Berechnungen nach hat der Süßwassertransport durch Meereis zwischen 1982 und 2008 um bis zu 20 Prozent zugenommen.

 

Quelle: Nature

Kontinentweite Zählung In Afrika gibt es weniger Elefanten als gedacht

Das hat die größte kontinentweite Zählung der Tiere ergeben. Forscher hatten zwei Jahre lang Herden aber auch Elefanten-Kadaver von Flugzeugen aus gezählt. Dabei kamen sie auf etwas mehr als 352.000 noch lebende Elefanten in 18 afrikanischen Staaten. Bisher wurde der Gesamtbestand auf 400.000 bis 630.000 Exemplare geschätzt – je nach Quelle und Methode.

Für die Studie, die im Fachmagazin PeerJ erschienen ist, wurden nur die sogenannten Savannen-Elefanten gezählt. Daneben gibt es in Afrika auch noch die Waldelefanten, die aber wesentlich seltener sind. Beide Elefanten-Arten sind durch Wilderei stark bedroht. Allein zwischen 2007 und 2014 sank in 15 afrikanischen Staaten, von denen es historische Vergleichsdaten gibt, die Zahl der Elefanten um 30 Prozent.

Bevor Europäer den afrikanischen Kontinent betraten, lebten dort Schätzungen zufolge bis zu 20 Millionen Elefanten.

Quelle: Agenturen / PeerJ

Alzheimer Ein Antikörper reduziert Protein-Ablagerungen im Gehirn

Die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques gelten als eine der Ursachen für Alzheimer. US-Forscher berichten jetzt im Fachmagazin Nature von einer ersten Studie an Menschen, bei der es gelungen ist, solche krankhaften Plaques durch eine Therapie mit dem Antikörper Aducanumab wieder abzubauen. Bei den Studienteilnehmern gab es auch Anzeichen dafür, dass der Verlust der kognitiven Fähigkeiten sich infolge der Behandlung verlangsamt.

Wie relevant diese Ergebnisse sind, ist derzeit allerdings noch schwer abschätzbar. An der Studie waren nur 165 Patienten mit leichten Alzheimer-Symptomen beteiligt. Sie wurden ein Jahr lang einmal monatlich entweder mit dem Antikörper oder einem Placebo behandelt.

Die Wirksamkeit von Aducanumab soll nun in zwei großen klinischen Studien mit insgesamt 2.700 Probanden genauer geprüft werden. Sie sollen im Jahr 2020 abgeschlossen sein.

Quelle: Agenturen / Nature

Südamerika Das Zika-Virus könnte auch Lähmungen verursachen

Zumindest haben Forscher Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Zika-Infektionen und temporären Lähmungserscheinungen gefunden. Medizinische Daten aus sieben Ländern Südamerikas zeigen, dass es dort parallel zu den Zika-Ausbrüchen eine starke Zunahme in der Zahl von Patienten gab, die am sogenannten Guillain-Barré-Syndrom litten. Bei dieser entzündlichen Nervenkrankheit kommt es zu Lähmungen der Bein- und Arm-, teilweise auch der Atemmuskulatur.

Laut den Studiendaten, die im The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, wurden während der Zika-Verbreitung in den Ländern zwei bis zehn Mal mehr Fälle von Guillain-Barré registriert als normal.

Quelle: The New England Journal of Medicine

31.08.2016

Fauna Waldelefanten haben eine niedrige Geburtenrate

Die Waldelefanten Afrikas sind durch die Wilderei besonders gefährdet. Das liegt aber nicht nur an hohen illegalen Abschusszahlen, sondern hat auch biologische Gründe. Das berichten US-Forscher im Journal of Applied Ecology. Waldelefanten vermehren sich deutlich langsamer als andere Elefantenarten. Sie bekommen im Schnitt erst nach 23 Jahren ihren ersten Nachwuchs. Bei den etwas größeren afrikanischen Steppenelefanten ist das schon nach 12 Jahren der Fall. Zudem gebären Waldelefanten auch später im Leben nur in größeren Zeitabständen von fünf bis sechs Jahren, während Steppenelefanten alle drei bis vier Jahre Nachwuchs bekommen.

Selbst wenn die Elfenbeinjagd komplett gestoppt werden könnte, würde es Jahrzehnte dauern, bis sich die Waldelefantenpopulation erholt. Laut Schätzungen ist die Population der Waldelefanten infolge der Wilderei zwischen 2002 und 2013 um 65 Prozent gesunken.

Quelle: Journal of Applied Ecology

Fortpflanzung Cannabis schaltet Spermien scharf

Forscher der Universität Bochum haben bei menschlichen Spermien einen Rezeptor für Cannabinoide entdeckt. Wird dieser Rezeptor aktiviert, setzt das Spermium Verdauungsenzyme frei, wodurch die Hülle an der Spitze der Spermien abgebaut wird. Erst so können die Samenzellen in die Eizelle eindringen. Sie brauchen also gewissermaßen die Droge, um befruchtungsfähig zu werden, berichten die Forscher in Scientific Reports.

Cannabinoide kommen ganz natürlich im menschlichen Körper vor, unter anderem im männlichen und weiblichen Genitaltrakt. Studien legen nahe, dass die Cannabinoid-Konzentration bei der Frau an den fruchtbaren Tagen besonders hoch ist. Das helfe dabei, die Spermien für die Befruchtung gewissermaßen scharf zu schalten, so die Forscher.

Quelle: Scientific Reports

Raumfahrt & Genetik Die Erbsubstanz DNA lässt sich auch im All sequenzieren

Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS haben erstmals DNA unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit entschlüsselt. Sie nutzten dafür einen nur handtellergroßen Sequenzierautomaten, der erst im Juli zur ISS transportiert worden war. Vor dem Versuch war unklar, ob die nötigen Reaktionen in dem Gerät auch in der Schwerelosigkeit erfolgreich ablaufen würden. Doch die erzielten Ergebnisse waren mit denen auf der Erde vergleichbar. Mit Hilfe der DNA-Sequenzierung hoffen die Forscher an Bord der ISS in Zukunft besser überwachen zu können, welche Bakterien oder gar Krankheitserreger sich in der Raumstation befinden und wo Desinfektionsmaßnahmen nötig sind.

Quelle: BBC

Lichttechnik Weiße LED werden umweltfreundlicher

Klassische Glühbirnen durch Leuchtdioden zu ersetzen spart viel Strom. Doch die Herstellung von weißen LED hat auch Kehrseiten. Denn in den Dioden werden bisher stets seltene Erden verwendet, deren Gewinnung mit vielen giftigen Abfällen verbunden ist. Chinesische Forscher haben jetzt eine Alternative gefunden. Sie entwickelten eine weiß leuchtende LED, die aus Graphen und einem Metall-organischen Gerüst aus Strontium und organischen Verbindungselementen besteht. Sie soll in der Herstellung günstiger und auch umweltfreundlicher sein. Das Lichtspektrum dieser neuen Art von LED ähnelt dem der Sonne. Die Studie ist im Fachjournal ACS Nano erschienen.

Quelle: ACS Nano

Pterosaurier Flugsaurier gab es auch im Kleinformat

In der Kreidezeit lebten große Flugsaurier mit drei bis zehn Meter Flügelspannweite. Ob es von diesen Pterosauriern allerdings auch kleinwüchsige Arten gab, war mangels entsprechender Nachweise bisher unklar. Britische Forscher berichten im Fachmagazin Royal Society Open Science von einem Fossilienfund in Kanada, der eine Antwort auf diese Frage liefert. Die Knochen gehören zu einem ausgewachsenen Pterosaurier, der eine Spannweite von nur 1,50 Metern besaß. Das ist etwa so groß wie eine Silbermöwe.

Das Fossil spricht gegen die Theorie, dass die kleinen Flugsaurier bereits in der Kreidezeit von den Vögeln abgelöst und verdrängt worden waren. Dass es so wenige Fossilien kleiner Pterosaurier gibt, erklären die Forscher damit, dass die Flugsaurier sehr leichte, hohle Knochen besaßen, die nur schlecht konserviert wurden.

Quelle: Roy Soc Open Science

Gesundheit Gegen Tripper fehlen Antibiotika

Die Weltgesundheitsorganisation hat davor gewarnt, dass Gonorrhoe zu einer unheilbaren Krankheit werden könnte. Die Erreger dieser auch als Tripper bekannten Geschlechtskrankheit erweisen sich zunehmend als resistent gegenüber den meisten Antibiotika, selbst wenn diese in Kombination eingesetzt werden. Spätestens in fünf Jahren müssten neue Wirkstoffe gefunden sein, sagte eine WHO-Sprecherin gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Science.

Gonorrhoe wird von Gonokokken verursacht. Diese Bakterien weisen eine besonders hohe Mutationsrate auf. Deshalb können sie schnell neue Resistenzen entwickeln. Laut WHO infizieren sich jährlich weltweit 78 Millionen Menschen mit Gonokokken. Die Bakterien heften sich an Schleimhautzellen der Harnröhre oder des Gebärmutterhalses fest und schädigen das Gewebe durch Entzündung mit eitrigem Ausfluss. Ohne Behandlung können die Infektionen leicht auf andere Organe übergreifen.

Quelle: Agenturen

30.08.2016

Onkologie Ein Computersystem beschleunigt die Brustkrebs-Vorsorge

Wissenschaftler aus den USA haben das System einwickelt und im Fachblatt "Cancer" beschrieben. Es kann Mammographie-Aufnahmen 30 Mal schneller auswerten als menschliche Ärzte.

Um ihrem System die Diagnose beizubringen, nutzten die Forscher eine Methode zur Spracherkennung. Damit konnte das System Mammographie-Berichte von Ärzten durcharbeiten und lernen, aus den Bildern und anderen Befunden eine Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs zu berechnen.

Quelle: Cancer

Stadtverkehr Handydaten könnten bei der Städteplanung helfen

US-Forscher haben die Handydaten von knapp zwei Millionen Menschen aus dem Einzugsgebiet Bostons analysiert. Die Daten stammten aus einem Zeitraum von sechs Wochen und enthielten Informationen zur Position der Nutzer.

Damit konnten die Forscher die Verkehrs- und Personenflüsse durch die Stadt modellieren. Das gelang ähnlich gut wie bei der bisherigen Methode, die auf Befragungen setzt. Der Nachteil dieser Befragungen ist, dass deren Auswertung mitunter Jahre dauert. Die Handy-Methode ist deutlich schneller.

Die Forscher haben ihre Arbeit im Magazin "PNAS" veröffentlich. Sie könnte in Zukunft die Arbeit von Städte- und Verkehrsplanern vereinfachen und beschleunigen.

Quelle: PNAS

Sternenkunde Astronomen haben ein starkes Radiosignal aus dem All empfangen

Registriert wurde das Signal bereits vor einem Jahr vom Radioteleskop "Ratan-600", das im Süden Russlands steht. Claudio Maccone von der Universität von Turin hat es nun öffentlich gemacht.

Das Signal stammt aus der Umgebung eines Sterns im Bild Herkules. Er ist knapp 100 Lichtjahre von uns entfernt, etwa so groß wie die Sonne und verfügt über mindestens einen Planeten.

Laut dem britischen "Guardian" will Claudio Maccone auf dem nächsten Treffen der "International Academy of Astronautics" vorschlagen, den Stern dauerhaft zu beobachten. Es ist möglich, dass das Signal von einer außerirdischen Zivilisation stammt. Es könnte sich aber auch um zufälliges Rauschen handeln.

Quelle: The Guardian

Epidemiologie Mücken-Weibchen können das Zika-Virus an ihren Nachwuchs weitergeben

Das haben US-Forscher in einem Labor gezeigt. Sie infizierten Ägyptische Tigermücken mit dem Virus, ließen sie Eier legen und untersuchten den Nachwuchs. Das Ergebnis: Etwa jede Dreihundertste der geschlüpften Mücken trug Zika in sich. So beschreiben es die Forscher im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene".

Die Arbeit könne bei der Bekämpfung des Virus helfen, weil nun klar ist, dass auch Larven bekämpft werden müssen. Außerdem erklärt sie, wie das Virus Trockenphasen überstehen kann, in denen viele erwachsene Mücken sterben.

Zika grassiert derzeit vor allem in Südamerika und der Karibik und kann unter anderem Hirnschäden bei Neugeborenen verursachen.

Quelle: EUREKALERT, NYT

Biologie Die "Umwelt-DNA" verrät die Artenvielfalt in Flüssen

Will man die Artenvielfalt in einem Fluss bestimmen, muss man heutzutage die darin lebenden Organismen sammeln und einzeln identifizieren. Eine langwierige Aufgabe.

Forscher aus der Schweiz haben im Magazin "Nature Communications" nun eine zeitsparende Alternative beschrieben. Sie nutzen dazu sogenannte "Umwelt-DNA", also Erbgut, das Organismen etwa über Hautpartikel abscheiden.

Die Wissenschaftler sammelten Wasser in einem Fluss im Kanton Zürich, sequenzierten die darin enthaltene Umwelt-DNA und fanden so Spuren von Tausenden Organismen.

Das Verfahren lässt sich automatisieren. So könnte man in Zukunft Daten über die biologische Vielfalt in besonders hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung generieren.

Die Wasserproben enthalten nicht nur Erbgut von Wassertieren, sondern auch von solchen, die an Land in Wassernähe leben. So lässt sich ein DNA-Fingerabdruck aller Tiere im Einzugsgebiet eines Flusssystems bestimmten.

Informationen zur Artenvielfalt sind etwa bei Plänen zum Naturschutz wichtig.

Quelle: Nature Communications. August 30, 2016.

29.08.2016

Edelmetall Chemiker entdecken einen neuen Goldfänger

Weltweit forschen Wissenschaftler an Lösungen, wie sich Gold aus Elektroschrott einfacher und umweltfreundlicher als bisher rückgewinnen lässt. Chemiker der University of Edinburgh schreiben im Fachblatt Angewandte Chemie, dass sie eine einfache und ungiftige Chemikalie identifiziert haben, die Gold effektiv einfängt.

Bei der Chemikalie handelt es sich um ein sogenanntes primäres Amid - eine einfache Verbindung aus einer kurzen Kohlenwasserstoffkette und Stickstoff. Dieser Stoff bildet in der aus dem Schrott erzeugten Metalllösung Goldkomplexe, die einfach und sehr selektiv extrahiert werden können. Die größten Goldvorkommen liegen den Studienautoren zufolge nicht mehr in den Tiefen der Erde, sondern im Elektroschrott. Dort lagernde  Mobilfunkgeräte und Computer enthalten hochgerechnet bis zu 50 Mal mehr Gold als die meisten Erzlagerstätten.

Quelle: Angewandte Chemie

Unwetter In Norwegen wurden hunderte Rentiere vom Blitz getroffen

Bei einem Sturm am vergangenen Freitag sind in Norwegen mindestens 323 wildlebende Rentiere durch Blitzeinschlag ums Leben gekommen, darunter befanden sich 70 Kälber. Zwar sei es nicht ungewöhnlich, dass Wildtiere von Blitzen getötet würden, sagte ein Mitarbeiter vom norwegischen Umweltamt, eine solch große Zahl von Tieren sei aber noch nie registriert worden.

Die Tiere hätten sich vermutlich zum Schutz vor dem Unwetter auf der Hochebene Hardangervidda dicht aneinandergestellt. Das würde erklären, warum so viele Rentiere gleichzeitig starben. Einigen Tieren wurden die Gehirne entnommen, um sie auf die chronische Auszehrungskrankheit CWD zu untersuchen, die bei einigen Tieren in Norwegen festgestellt worden war. Die Krankheit attackiert das zentrale Nervensystem.

Quelle: Agenturen

Herzschrittmacher Blut soll Strom liefern

Schweizer Forscher haben einen Herzschrittmacher entwickelt, der aus dem vom Herzen in den Kreislauf gepumpten Blutstrom Energie gewinnen soll. Das Gerät stellten die Wissenschaftler aus Bern auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Rom vor. Bei ersten Tests erzeugte der Prototyp demnach bei einer simulierten Herzfrequenz von 60 Schlägen pro Minute mithilfe einer Miniturbine ausreichend Energie, um einen Herzschrittmacher ohne Elektroden und ohne Batterie zu betreiben. Zudem bietet das Gerät genügend Raum für eine Integration der notwendigen Schrittmacherelektronik.

Quelle: idw-online

Umweltschutz Barack Obama schafft das größte Meeresschutzgebiet der Welt

US-Präsident Barack Obama will unter Ausnutzung seiner Exekutivrechte mit einer umfassenden Verfügung die einzigartige Artenvielfalt im Ozean bewahren. Die USA haben damit die von Obamas Vorgänger George W. Bush 2006 eingerichtete Schutzzone um mehr als das Vierfache ausgeweitet. Das Papahanaumokuakea Marine National Monument umfasst damit nunmehr 1,5 Millionen Quadratkilometer. In dem erweiterten Gebiet sind rund 7.000 Arten heimisch, ein Drittel der teils gefährdeten Spezies ist nur vor Hawaii zu finden. Zu den geschützten Arten gehören unter anderem Albatrosse, Wale, Delfine, Meeresschildkröten und Korallen.

Quelle: Agenturen

Infektionskrankheit Das Zika-Virus breitet sich in Singapur aus

In dem asiatischen Stadtstaat haben sich offiziellen Angaben zufolge mindestens 56 Menschen vor Ort mit dem Zika-Virus infiziert. Das ergaben neue Untersuchungen von in Behandlung befindlicher Patienten, die zuvor nicht auf Zika getestet worden waren. Die Gesundheitsbehörden hatten die Tests angeordnet, nachdem am Wochenende die erste Ansteckung innerhalb Singapurs entdeckt worden war.

Keiner der detektierten Patienten war zuvor auf Reisen in Mittel- oder Südamerika gewesen, wo sich das Virus in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet hatte. Die Umweltbehörde legte mehrere mögliche Moskito-Brutstätten in dem Gebiet trocken, in dem sich die meisten Patienten vermutlich angesteckt hatten. Das Zika-Virus wird über Stechmücken übertragen, auch eine Infektion durch Geschlechtsverkehr ist möglich.

Quelle: Agenturen / NEA

Raumfahrt Das Mars-Experiment ist beendet

Nach einem Jahr ohne Kontakt zur Außenwelt haben gestern die sechs Teilnehmer eines NASA-Experiments zur Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission das kuppelförmige Gebäude auf Hawaii verlassen. Zu den Teilnehmern gehörte auch die deutsche Physikerin Christiane Heinicke. Die Crew hatte im vergangenen Jahr das Forschungslabor nur gelegentlich in Raumanzügen zu Ausflügen auf der Erdoberfläche verlassen dürfen.

Eine Mission zum Mars ist realistisch, hieß es in einer ersten Bilanz,  technische und psychologische Probleme seien überwindbar. Die größte Herausforderung bei dem Mars-Experiment sei die Monotonie gewesen. Die NASA plant die erste bemannte Raumfahrtmission für das Jahr 2030.

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Juno kam Jupiter nahe

Die Weltraumsonde Juno hat sich am Samstag dem Planeten Jupiter auf eine Entfernung von bis zu 4.200 Kilometer genähert, teilte die US-Luft- und Raumfahrthörde NASA mit. Bis zum Ende der Mission Anfang 2018 sind noch 35 weitere dieser Rendezvous geplant. Beim Vorbeiflug waren alle Kameras und wissenschaftlichen Instrumente an Bord angeschaltet. In einigen Tagen sollen die Daten zur Erde gefunkt und dann ausgewertet werden. Die Sonde hatte den Planten nach fünf Jahren Flug Anfang Juli erreicht. Juno wiegt dreieinhalb Tonnen und soll neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern.

Quelle: NASA

26.08.2016

Chemie Forscher haben einen Handschuh entwickelt, der Strom erzeugen kann

Er besteht im Wesentlichen aus einer biegbaren Thermozelle. Bisherige thermoelektrische Generatoren liefern zu wenig Energie, sind teuer oder zu zerbrechlich, um sie auf der Haut zu tragen.

Wie chinesische Wissenschaftler nun im Fachmagazin Angewandte Chemie berichten, haben sie aus kleinen Einheiten, die aus je zwei Elektroden und einem Elektrolytgel bestehen, eine biegbare Thermozelle gebaut. Von diesen kleinen Einheiten fertigten die Forscher zwei Sorten, die sich beim Material der Elektroden unterscheiden.

Die Wissenschaftler haben diese beiden Typen von Einheiten so angeordnet, dass eine Temperaturdifferenz entsteht, wenn der Handschuh getragen wird. Dadurch wird eine elektrische Spannung von etwa 0,7 Volt erzeugt.

Somit ließe sich Strom zum Beispiel zur Versorgung eines auf der Haut getragenen Geräts gewinnen.

Quelle: Angewandte Chemie

Kunst Forscher haben das Rätsel um die weißen Flecken auf Munchs Gemälde "Der Schrei" gelöst

Der norwegische Maler Edvard Munch fertigte vier Versionen des berühmten Gemäldes "Der Schrei" an. Auf dem ältesten sind einige weiße Flecken zu sehen, deren Herkunft seit langem für Rätselraten sorgte.

Immer wieder war dabei von Vogelkot die Rede, oder auch von weißer Farbe. Im Mai untersuchten belgische Kunsthistoriker die weißen Flecken mit einem mobilen Röntgenscanner und kamen zu dem Schluss, dass es sich nicht um Farbe handelt.

Daraufhin entnahmen die Wissenschaftler winzige Proben der Flecken und ließen sie am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg mit einem besonders intensiven Röntgenlicht untersuchen.

Die Analyse ergab, dass es sich um Wachs handelt, das wohl aus Versehen von einer Kerze in Munchs Atelier auf das Bild tropfte.

Quelle: idw

Artensterben Knapp die Hälfte der heimischen Brutvogelarten in Deutschland steht auf der Roten Liste

Unter den 118 gefährdeten Arten fänden sich nun auch ehemals häufige Brutvögel wie Mauersegler, Feldlerche und Kiebitz, wie der Vorsitzende des Rote-Liste-Gremiums mitteilte. 29 Arten sind vom Aussterben bedroht, darunter Birkhuhn, Kornweihe sowie Küsten- und Brandseeschwalbe.

Gründe für den Artenschwund seien die intensive Landwirtschaft mit den vielerorts vorherrschenden Monokulturen und dicht besiedelte Räume. Hier finden die Vögel wenig Nahrung und kaum Brutmöglichkeiten.

Einige einst seltene Arten hätten sich wieder erholt, darunter Weißstorch und Seeadler.

Quelle: Agenturen

Klimawandel Die Wasserflächen der Erde verändern sich

Zu diesem Schluss kommt eine Studie niederländischer Forscher, die im Fachmagazin Nature Climate Change erschienen ist. Die Wissenschaftler hatten Satelliten-Aufnahmen der letzten 30 Jahre ausgewertet.

Demnach sind 115.000 Quadratkilometer Land nun erstmals von Wasser bedeckt. 173.000 Quadratkilometer ehemalige Wasserflächen sind inzwischen verlandet.

Den größten Zuwachs an Wasserflächen kann das Tibetische Hochland verzeichnen, wo schmelzende Gletscher riesige neue Seen haben entstehen lassen. Den größten Verlust an Wasserfläche hat der Aralsee in Zentralasien zu verbuchen.

Quelle: BBCNews; Nature

"Pegasus" Eine Spionage-Software hat iPhones gehackt

Das Pegasus genannte Programm konnte sich auf Smartphones des Unternehmens Apple einnisten und Daten abgreifen. Dafür nutzte Pegasus drei bislang unbekannte Schwachstellen in Apples Software aus: Eine im Safari-Internetbrowser und zwei im Kern des Betriebssystems iOS. Betroffen waren iPhones ab dem Betriebssystem iOS7.

Die Spionage-Software konnte unter anderem Anrufe mitschneiden, Aufenthaltsorte verfolgen, Kontaktlisten einsehen und E-Mails lesen. Mittlerweile hat Apple die Sicherheitslücken durch ein Update geschlossen.

iPhones galten lange als recht sicher. Doch in letzter Zeit sind immer mal wieder Sicherheitslücken aufgetaucht, die von Hackern ausgenutzt wurden.

Quelle: Agenturen

Schwangerschaft Eine Babysimulator-Puppe bringt den gegenteiligen Effekt

Babysimulator-Puppen werden in Projekten zur Verhinderung von Teenager-Schwangerschaften eingesetzt. In Westaustralien haben die Puppen Schülerinnen allerdings eher dazu ermutigt, schwanger zu werden.

Australische Forscher werteten Daten von 3.000 Mädchen aus, die zu Studienbeginn zwischen 13 und 15 Jahre alt waren und bis zu ihrem 20. Geburtstag von den Autoren begleitet wurden. Knapp die Hälfte der Schülerinnen nahm an einem Programm in Schulen teil, bei dem die Teenager eine Woche lang für die Babysimulator-Puppe sorgen mussten.

Das Ergebnis: Acht Prozent dieser Mädchen brachten zumindest ein Kind zur Welt, in der Kontrollgruppe ohne Baby-Puppe waren es nur vier Prozent. Neun Prozent der Schülerinnen, die die Puppe in ihrer Obhut hatten, ließen eine Abtreibung durchführen. In der Kontrollgruppe waren es sechs Prozent.

Die Studie ist im Fachmagazin The Lancet erschienen.

Quelle: dpa; ScienceNews

Sternenkunde Astronomen haben eine Galaxie aus Dunkler Materie entdeckt

Die Galaxie Dragonfly 44 enthält nur wenige Sterne und besteht zu 99,99 Prozent aus Dunkler Materie, wie US-amerikanische und kanadische Forscher in den Astrophysical Journal Letters schreiben.

Die Masse von Dragonfly 44 entspreche in etwa der der Milchstraße. Die neu entdeckte Galaxie ist 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Bislang ist über die Dunkle Materie noch nicht viel bekannt. Was man weiß, ist, dass sie sich nur über ihre Schwerkraft bemerkbar macht und etwa fünf Mal häufiger im Universum vorkommt als gewöhnliche Materie.

Quelle: dpa; ScienceNews

MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk