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06.09.2016

Reptilien Mit den Echsen ist es nicht so einfach

Manche wissenschaftlichen Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2080, 40% der Echsen-Arten aussterben könnten. Der Grund: Die globale Erwärmung. Forscher aus den USA kritisieren diese Studien nun. Sie berücksichtigten die Verteilung des Schattens im Lebensraum der Tiere nicht ausreichend, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS".

Echsen kontrollieren ihre Köpertemperatur, indem sie sich entweder im Sonnenschein oder im Schatten aufhalten. Die bisherigen Studien berücksichtigen die verfügbare Menge an Schatten. Die Forscher haben nun jedoch mit Experimenten und Simulationen gezeigt, dass die Echsen mit vielen kleinen Schattenbereichen besser klar kommen als mit einem Großen. Das müsse man bei zukünftigen Prognosen auch berücksichtigen.

Quelle: PNAS

Geschlechtsverkehr Sex im hohen Alter ist nicht unbedingt gut für die Gesundheit

Es kommt nämlich drauf an, ob man eine Frau oder ein Mann ist. Bei Männern erhöht Sex im hohen Alter nämlich die Gefahr für Herzinfarkte und andere Kreislaufprobleme. Bei Frauen hingegen senkt er die Gefahr, an Bluthochdruck zu erkranken. Das berichten US-Forscherinnen im "Journal of Health and Social Behavior".

Sie werteten dazu Befragungen von über 2200 Personen im Alter von 57 bis 85 Jahren aus. Die Daten stammten aus den Jahren 2005 und 2006. Männer, die mindestens ein Mal die Woche Sex hatten, wiesen in den darauffolgenden fünf Jahren eine höhere Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Die Wahrscheinlichkeit war bei den Männern am höchsten, die den Geschlechtsverkehr als besonders befriedigend beschrieben.

Quelle: Eurekalert

Fauna Australischen Forscher sind seltene Aufnahmen eines weißen Walbabys gelungen

Das Video haben die Forscher mit Hilfe einer Drohne aufgezeichnet. Es zeigt das Waljunge mit seiner Mutter. Bei den Tieren handelt sich um Südliche Glattwale, die südwestlich von Australien im Meer schwammen. Nur fünf Prozent dieser Tiere werden weiß geboren. Innerhalb eines Jahres färben sie sich dann schwarz, Filmaufnahmen weißer Exemplare sind dementsprechend selten.

Die Population der Südlichen Glattwale vor Australien wird auf 3200 geschätzt. Die der Buckelwale hingegen ist etwa zehn Mal größer, berichtet die Zeitung "The Australian" in Berufung auf die Forscher. Beide Wal-Arten wurden früher gejagt, doch die Buckelwale konnten sich mittlerweile viel besser erholen. Warum das so ist, das untersuchen die Wissenschaftler derzeit mit Drohnen und elektronischen Markierungen.

Quelle: The Australian

Flora Künstliches Licht macht Pflanzen zu schaffen

Das haben zwei Forscherinnen der Universität Bern am Beispiel der Kohldistel gezeigt. In den Schweizer Bergen beleuchteten sie einige der Pflanzen nachts mit Laternen, andere ließen sie im Dunkeln. Die Kohldisteln, die im Lichtkegel standen, wurden deutlich seltener bestäubt als die in der Dunkelheit. Ein Grund dafür könnte sein, dass die bestäubenden Insekten zum Licht hin und damit von den Blüten weggelockt wurden. In der Folge hatten die beleuchteten Pflanzen eine 20 Prozent geringere Samenausbeute. Die Forscherinnen haben ihre Arbeit auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie in Marburg präsentiert.

Quelle: IDW

Gesundheit Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang zwischen Feinstaub und Alzheimer hin

Forscher aus Großbritannien, Mexiko und den USA haben die Gehirne von 37 Verstorbeben untersucht, die in Städten gelebt hatten. In allen Fällen fanden sie Nanopartikel des Minerals Magnetit. Weitere Analysen deuteten darauf hin, dass diese Partikel aus  Verbrennungsprozessen stammten. Sie hatten ihren Ursprung also außerhalb des menschlichen Körpers. Mit weniger als 200 Nanometern waren sie klein genug, um über die Nase bis ins Gehirn vorzudringen.

Diese Erkenntnis ist wichtig, denn Magnetit steht im Verdacht, zur Bildung von schädlichen Formen des Sauerstoffs zu führen. Die stehen wiederum in Verbindung zu Alzheimer. Daher empfehlen die Forscher im Fachblatt "PNAS" Magnetit-Partikel als mögliches Gesundheitsrisiko zu untersuchen.

Quelle: PNAS

05.09.2016

Astronomie Erste Gravitationswellen bilden sich schon nach zehn Millionen Jahren

Bislang konnte nicht schlüssig prognostiziert werden, zu welchem Zeitpunkt beim Verschmelzen von zwei Galaxien Gravitationswellen ausgelöst werden und sich über das Weltall verbreiten. Gegenüber bisherigen Modellen haben Forscher aus China, Deutschland und der Schweiz bei Computersimulationen erstmals die Beziehung zwischen den Umlaufbahnen der zentralen schwarzen Löcher und der Art der Muttergalaxien berücksichtigt.

Dabei sahen sie, dass Gravitationswellen bei einer Kollision zweier Galaxien schon nach zehn Millionen Jahren und damit viel schneller ausgelöst werden als bislang vermutet, notieren die Studienautoren im Fachblatt Astrophysical Journal.

Quelle: idw-online

Genetik Ein Virus macht Muskeln

Genetiker vom französischen Forschungsinstitut CNRS haben das urzeitliche Retrovirus Syncytium untersucht, das Teil der menschlichen DNA ist. Bisher war bekannt, dass das Virus dabei hilft, dass bei einer Schwangerschaft eine stabile zelluläre Grenzschicht zwischen Mutter und Kind entsteht.

Versuche mit Mäusen und Menschenzellen zeigten nun, dass das Virus auch Muskeln stärker wachsen lässt und eine Heilung begünstigt. Jedoch seien diese Effekte nur bei männlichen Zellen beobachtet worden, schreiben die Forscher im Fachblatt PLOS Genetics. Bei Frauen ermöglichte dieses Virus stattdessen die Bildung der Plazenta.

Die menschliche DNA besteht zu acht Prozent aus Retroviren. Die genaue Funktion dieser Virenreste sind noch nicht vollständig verstanden.

Wissenschaftler vermuten, dass diese Viren bei BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit eine Rolle spielen könnten.

Quelle: PLOS Genetics

Verbraucherschutz In den USA werden antibakterielle Seifen verboten

Das gab die US-Gesundheitsbehörde FDA bekannt. Seifenhersteller müssen damit künftig auf 19 antibakteriell wirkende Inhaltsstoffe wie Triclosan und Triclocarban verzichten. Die Behörde habe keinen wissenschaftlichen Beleg dafür gefunden, dass Händewaschen mit antibakterieller Seife besser vor Infektionskrankheiten als gewöhnliche Seife schütze, teilte die FDA auf ihrer Webseite mit.

Auch konnte nicht belegt werden, dass antibakterielle Seifen gründlicher reinigen als herkömmliche Seife und Wasser. Zudem stünden die enthaltenen Bakterienhemmer im Verdacht, das menschliche Immunsystem zu schwächen.

Händedesinfektionsmittel, die in Krankenhäusern oder Arztpraxen Verwendung finden, sind hingegen von dem Verbot ausgenommen. Die Hersteller in den USA müssen das Verbot binnen Jahresfrist umsetzen.

Quelle: FDA.gov

Astronomie Die Suche nach Philae ist vorbei

Weniger als einen Monat vor Ende ihrer Mission hat die Weltraumsonde Rosetta mithilfe der hochauflösenden OSIRIS-Kamera den Lander Philae auf dem Komet Churyumov-Gerasimenko entdeckt. Das teilte vor wenigen Minuten die Europäische Raumfahrtagentur ESA mit.

Philae hatte 2014 Raumfahrtgeschichte geschrieben, als die Sonde auf dem Kometen landete. Jedoch verlief das Manöver nicht wie geplant und endete im Schatten eines Felsblocks. Im Juli hatte die ESA den Lander aufgegeben.

Am 30. September soll auch Rosettas Mission enden - durch einen kontrollierten Absturz auf dem Kometen.

Quelle: ESA

Bienensterben Ein Zika-Insektizid zeigt verheerende Nebenwirkungen

Nach dem Bekanntwerden von vier Zika-Fällen in Dorchester County im US-Bundesstaat South Carolina hatten die Behörden das Versprühen von Insektenvernichtungsmitteln per Flugzeug angeordnet.

Am vorvergangenen Sonntag wurde daraufhin das Insektizid Naled ausgebracht, welches in den USA seit 1959 eingesetzt wird. Nach lokalen Medienberichten wurden dabei Millionen Bienen getötet.

Allein eine Imkerei in der Stadt Summerville beklagte den Verlust von 2,5 Millionen Bienen.

Das eingesetzte Mittel ist in der Europäischen Union wegen seiner Umwelt- und Gesundheitsrisiken seit 2012 verboten. Die US-Seuchenbekämpfungsbehörde CDC empfiehlt lediglich, das Insektizid korrekt und sparsam anzuwenden.

Quelle: Agenturen

"Rote Liste" Vier von sechs Menschenaffen sind akut vom Aussterben bedroht

Das berichtet die Weltnaturschutzunion IUCN bei einem Kongress auf Hawaii. Auf der "Roten Liste" wird der Östliche Gorilla erstmals in die höchste Gefährdungskategorie eingeordnet. Ein Grund für die Gefährdung der Affen sei die illegale Jagd.

Somit stehen vier der sechs großen Menschenaffen-Arten kurz vor dem Aussterben - neben dem Östlichen und Westlichen Gorilla gehören auch die beiden Orang-Utan-Spezies dazu, die auf Borneo und Sumatra leben.

Gute Nachrichten dagegen gibt es vom Riesenpanda. Dessen Einordnung wurde von "stark gefährdet” auf nur noch "gefährdet” abgeschwächt.

Laut IUCN ist die Population in China im vergangenen Jahrzehnt um 17 Prozent gewachsen und beläuft sich derzeit auf rund 1.800 Tiere.

Quelle: IUCN

02.09.2016

Tiere Wölfe sind risikofreudiger als Hunde

Zu diesem Schluss kommen österreichische Wissenschaftler im Fachmagazin Frontiers in Psychology.

In einer Wolfsstation sollten sieben Wölfe und sieben Hunde zwischen zwei Schüsseln auswählen. Unter der ersten befand sich immer ein Stückchen Trockenfutter,

unter der zweiten in 50 Prozent der Fälle ein Stein, in 50 Prozent der Fälle ein Stückchen frisches Fleisch.

Das Ergebnis: Die Wölfe entschieden sich in 80 Prozent der Auswahlversuche für die risikoreichere Variante, um ein Stückchen Fleisch zu ergattern. Die Hunde gingen eher auf Nummer sicher und wählten in nur 58 Prozent der Fälle das Risiko, um an Fleisch zu kommen.

Eine mögliche Erklärung der Forscher: Evolutiv betrachtet haben sich Hunde in der Obhut des Menschen entwickelt und damit in einer sichereren Umgebung als die Wölfe.

Die Vorfahren der Hunde hingegen leben auch heute noch ein gefährliches und risikofreudiges Leben.

Quelle: ScienceNews, Eurekalert

Sauerstoffentzug Wissenschaftler haben mit einer Mikrowelle hochwertiges Graphen hergestellt

Bislang wird dazu Graphit mit Hilfe von Chemikalien in einzelne Schichten aus Graphen zerlegt. Dabei kommt es allerdings zu einer Reaktion mit Sauerstoff, bei der Graphitoxid entsteht, das nicht elektrisch leitend und deswegen weniger geeignet für industrielle Anwendungen ist.

Schon seit langem tüfteln Forscher daran, wie man den Sauerstoff aus dem Graphitoxid bekommt, um hochwertiges Graphen zu erhalten.

Wissenschaftler aus den USA und Südkorea stellen im Fachmagazin Science nun eine simple Methode vor: Sie haben Graphitoxid für eine Sekunde in ein handelsübliches Mikrowellen-Gerät gesteckt.

Dies hätte den Sauerstoff aus der Verbindung entfernt, so die Forscher.

Quelle: Eurekalert

Virusinfektion Ein Impfstoff gegen Dengue hilft nicht immer

Bei Menschen, die mit dem Dengue-Virus bereits vor einer Impfung infiziert waren, kann der Impfstoff die Schwere zukünftiger Krankheits-Ausbrüche abmildern. Bei Menschen allerdings, die geimpft werden und dann erstmals an Dengue erkranken, kommt es recht häufig zu schweren Krankheitsverläufen, wie Forscher aus Großbritannien und den USA in Science berichten.

Der Impfstoff wurde vom Pharmakonzern Sanofi-Pasteur entwickelt und an etwa 30.000 Menschen getestet. Die Wissenschaftler der Studie betonen, dass das Medikament einen Nutzen hat, aber nur in Gegenden, die von Dengue stark betroffen sind und wo die Bevölkerung wahrscheinlich bereits mit dem Virus infiziert ist.

Dengue ist eine Virusinfektion und kann vor allem für Kinder in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas tödlich sein.

Quelle: Eurekalert

Fehlerhafter Akku Samsung stoppt weltweit den Verkauf seines neuen Smartphones wegen Brandgefahr

Eigentlich sollte das Mobiltelefon Galaxy Note 7 von Samsung ab heute in Deutschland verkauft werden. Doch der südkoreanische Konzern hat den Verkauf des Modells nun weltweit gestoppt.

Der Grund: Der Akku kann überhitzen und eventuell in Brand geraten. Samsung bestätigte 35 solcher Fälle. Das Unternehmen kündigte zusätzliche und strenge Qualitätskontrollen an.

Samsung hatte am 19. August mit der weltweiten Auslieferung des neuen Modells begonnen.

Quelle: Agenturen

Polyethylen US-Forscher haben coole Klamotten entwickelt

Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: Das von ihnen ausgetüftelte Material kühlt seinen Träger um etwa zwei Grad Celsius stärker als Baumwolle.

Die Wissenschaftler haben den Kunststoff Polyethylen gewählt, aus dem zum Beispiel Frischhaltefolie besteht. Polyethylen lässt die Wärmestrahlung der Haut passieren. Allerdings hält es den Schweiß zurück.

Um dies zu ändern, behandelten die Forscher den Kunststoff mit bestimmten chemischen Verbindungen, was Nanoporen entstehen ließ, durch die Wasserdampf entweichen kann. Die Wissenschaftler trennten zwei dünne Schichten des Materials durch ein Baumwollgitter, um den Stoff dicker und blickdicht zu machen.

Träger der kühlenden Kleidung müssten bei heißen Temperaturen nicht so schnell die Klimaanlage anschalten, was beträchtliche Mengen Energie einsparen könnte, schreiben die Forscher in Science.

Quelle: Eurekalert

"Unregelmäßigkeiten" Eine Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX ist bei einem Test explodiert

Der Vorfall ereignete sich gestern auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Bei der Explosion der Falcon 9-Rakete wurde niemand verletzt.

Es habe Unregelmäßigkeiten beim Betanken der Rakete gegeben, wie SpaceX mitteilte. Bereits im Juni 2015 war eine SpaceX-Rakete kurz nach dem Start explodiert.

Gestern war auch der erste Satellit von Facebook an Bord. Das Online-Netzwerk will mit Hilfe von Satelliten entlegene Regionen mit schnellem Internet versorgen.

Quelle: dpa, BBCNews

Astronomie Fünf Kilometer hoher Berg auf Zwergplanet Ceres

Gleich sechs Studien sind im Fachmagazin Science dazu erschienen. Mehrere internationale Forscherteams haben Aufnahmen von Ceres Oberfläche ausgewertet, die die Nasa-Raumsonde Dawn aufgenommen hatte.

Demnach gibt es auf Ceres einen großen, knapp fünf Kilometer hohen Bergkegel, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Vulkan handelt. Dort gibt es bei minus 110 Grad Celsius aber keinen Vulkanismus wie auf der Erde. Die Schmelze besteht auf dem Zwergplaneten aus Wasser. An einigen Stellen haben die Wissenschaftler Eis an der Oberfläche des Planeten entdeckt.

Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass Ceres einen festen Gesteinskern in seinem Innern besitzt.

Auch über die Krater auf dem Zwergplaneten gibt es neue Erkenntnisse: Die kleinen Krater sind in der Regel rund mit einem schüsselförmigen Boden. Die größeren zeigen komplexere Strukturen.

Ceres ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt und wird seit Dezember 2015 von der Raumsonde Dawn umkreist.

Quelle: MPS, NatureNews

01.09.2016

Viren EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu

Menschen mit hohem Risiko einer HIV-Infektion können künftig auch in der Europäischen Union das Prophylaxe-Medikament Truvada bekommen. Die EU-Kommission hat das unter Auflagen gebilligt. Die tägliche Einnahme der Pille soll das Risiko senken, sich mit HIV zu infizieren. Fachleute sprechen von einer Prä-Expositionsprophylaxe.

Die Pille wird nur auf Rezept abgegeben. Die Kosten von rund 800 Euro pro Monat müssen die Anwender tragen, da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Prävention nicht übernehmen.

Truvada ist nicht neu. Schon seit 2005 ist das Medikament für die Therapie von bereits infizierten Menschen zugelassen. Es hemmt die Virusvermehrung in den Zellen.

Quelle: Agenturen

Astronomie Ein auffälliges Radiosignal ist wohl irdischen Ursprungs

Anfang der Woche sorgten Medienberichte für Aufsehen, wonach das russische Radioteleskop Ratan-600 ein ungewöhnliches, künstliches Signal aus der Umgebung eines fernen Sterns empfangen hätte. Es könnte sich um Signale einer außerirdischen Zivilisation handeln, wurden Forscher zitiert. Dem haben russische Astronomen, die direkt an den Messungen beteiligt waren, jetzt aber widersprochen. Genauere Analysen hätten gezeigt, dass es sich bei dem Signal höchstwahrscheinlich um Radiowellen irdischen Ursprungs handelt.

Quelle: Pressemitteilung, SAO

Ozeanologie Meereis macht das Südpolarmeer weniger salzig

Der Salzgehalt des Wassers im Südpolarmeer nimmt seit Jahrzehnten  messbar ab. Bisher galt dieses Phänomen als rätselhaft. Denn das einfließende Schmelzwasser aus der Antarktis reicht allein nicht aus, um diese Versüßung auszulösen. Ozeanforscher aus Hamburg, Kiel und Zürich liefern jetzt im Fachmagazin Nature eine Erklärung: Durch stärkere Winde driftet das Meereis heute weiter nach Norden als früher. So bringt es vermehrt Süßwasser ins Südpolarmeer.

Das südpolare Meereis bildet sich unmittelbar vor der antarktischen Küste. Im Laufe der Zeit wandert es aber aufs offene Meer und wird bis zu 1.000 Kilometer nordwärts verfrachtet, wo es dann schmilzt. Dieser Prozess wirke wie ein Förderband für Süßwasser, so die Forscher.

Ihren Berechnungen nach hat der Süßwassertransport durch Meereis zwischen 1982 und 2008 um bis zu 20 Prozent zugenommen.

 

Quelle: Nature

Kontinentweite Zählung In Afrika gibt es weniger Elefanten als gedacht

Das hat die größte kontinentweite Zählung der Tiere ergeben. Forscher hatten zwei Jahre lang Herden aber auch Elefanten-Kadaver von Flugzeugen aus gezählt. Dabei kamen sie auf etwas mehr als 352.000 noch lebende Elefanten in 18 afrikanischen Staaten. Bisher wurde der Gesamtbestand auf 400.000 bis 630.000 Exemplare geschätzt – je nach Quelle und Methode.

Für die Studie, die im Fachmagazin PeerJ erschienen ist, wurden nur die sogenannten Savannen-Elefanten gezählt. Daneben gibt es in Afrika auch noch die Waldelefanten, die aber wesentlich seltener sind. Beide Elefanten-Arten sind durch Wilderei stark bedroht. Allein zwischen 2007 und 2014 sank in 15 afrikanischen Staaten, von denen es historische Vergleichsdaten gibt, die Zahl der Elefanten um 30 Prozent.

Bevor Europäer den afrikanischen Kontinent betraten, lebten dort Schätzungen zufolge bis zu 20 Millionen Elefanten.

Quelle: Agenturen / PeerJ

Alzheimer Ein Antikörper reduziert Protein-Ablagerungen im Gehirn

Die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques gelten als eine der Ursachen für Alzheimer. US-Forscher berichten jetzt im Fachmagazin Nature von einer ersten Studie an Menschen, bei der es gelungen ist, solche krankhaften Plaques durch eine Therapie mit dem Antikörper Aducanumab wieder abzubauen. Bei den Studienteilnehmern gab es auch Anzeichen dafür, dass der Verlust der kognitiven Fähigkeiten sich infolge der Behandlung verlangsamt.

Wie relevant diese Ergebnisse sind, ist derzeit allerdings noch schwer abschätzbar. An der Studie waren nur 165 Patienten mit leichten Alzheimer-Symptomen beteiligt. Sie wurden ein Jahr lang einmal monatlich entweder mit dem Antikörper oder einem Placebo behandelt.

Die Wirksamkeit von Aducanumab soll nun in zwei großen klinischen Studien mit insgesamt 2.700 Probanden genauer geprüft werden. Sie sollen im Jahr 2020 abgeschlossen sein.

Quelle: Agenturen / Nature

Südamerika Das Zika-Virus könnte auch Lähmungen verursachen

Zumindest haben Forscher Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Zika-Infektionen und temporären Lähmungserscheinungen gefunden. Medizinische Daten aus sieben Ländern Südamerikas zeigen, dass es dort parallel zu den Zika-Ausbrüchen eine starke Zunahme in der Zahl von Patienten gab, die am sogenannten Guillain-Barré-Syndrom litten. Bei dieser entzündlichen Nervenkrankheit kommt es zu Lähmungen der Bein- und Arm-, teilweise auch der Atemmuskulatur.

Laut den Studiendaten, die im The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, wurden während der Zika-Verbreitung in den Ländern zwei bis zehn Mal mehr Fälle von Guillain-Barré registriert als normal.

Quelle: The New England Journal of Medicine

31.08.2016

Fauna Waldelefanten haben eine niedrige Geburtenrate

Die Waldelefanten Afrikas sind durch die Wilderei besonders gefährdet. Das liegt aber nicht nur an hohen illegalen Abschusszahlen, sondern hat auch biologische Gründe. Das berichten US-Forscher im Journal of Applied Ecology. Waldelefanten vermehren sich deutlich langsamer als andere Elefantenarten. Sie bekommen im Schnitt erst nach 23 Jahren ihren ersten Nachwuchs. Bei den etwas größeren afrikanischen Steppenelefanten ist das schon nach 12 Jahren der Fall. Zudem gebären Waldelefanten auch später im Leben nur in größeren Zeitabständen von fünf bis sechs Jahren, während Steppenelefanten alle drei bis vier Jahre Nachwuchs bekommen.

Selbst wenn die Elfenbeinjagd komplett gestoppt werden könnte, würde es Jahrzehnte dauern, bis sich die Waldelefantenpopulation erholt. Laut Schätzungen ist die Population der Waldelefanten infolge der Wilderei zwischen 2002 und 2013 um 65 Prozent gesunken.

Quelle: Journal of Applied Ecology

Fortpflanzung Cannabis schaltet Spermien scharf

Forscher der Universität Bochum haben bei menschlichen Spermien einen Rezeptor für Cannabinoide entdeckt. Wird dieser Rezeptor aktiviert, setzt das Spermium Verdauungsenzyme frei, wodurch die Hülle an der Spitze der Spermien abgebaut wird. Erst so können die Samenzellen in die Eizelle eindringen. Sie brauchen also gewissermaßen die Droge, um befruchtungsfähig zu werden, berichten die Forscher in Scientific Reports.

Cannabinoide kommen ganz natürlich im menschlichen Körper vor, unter anderem im männlichen und weiblichen Genitaltrakt. Studien legen nahe, dass die Cannabinoid-Konzentration bei der Frau an den fruchtbaren Tagen besonders hoch ist. Das helfe dabei, die Spermien für die Befruchtung gewissermaßen scharf zu schalten, so die Forscher.

Quelle: Scientific Reports

Raumfahrt & Genetik Die Erbsubstanz DNA lässt sich auch im All sequenzieren

Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS haben erstmals DNA unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit entschlüsselt. Sie nutzten dafür einen nur handtellergroßen Sequenzierautomaten, der erst im Juli zur ISS transportiert worden war. Vor dem Versuch war unklar, ob die nötigen Reaktionen in dem Gerät auch in der Schwerelosigkeit erfolgreich ablaufen würden. Doch die erzielten Ergebnisse waren mit denen auf der Erde vergleichbar. Mit Hilfe der DNA-Sequenzierung hoffen die Forscher an Bord der ISS in Zukunft besser überwachen zu können, welche Bakterien oder gar Krankheitserreger sich in der Raumstation befinden und wo Desinfektionsmaßnahmen nötig sind.

Quelle: BBC

Lichttechnik Weiße LED werden umweltfreundlicher

Klassische Glühbirnen durch Leuchtdioden zu ersetzen spart viel Strom. Doch die Herstellung von weißen LED hat auch Kehrseiten. Denn in den Dioden werden bisher stets seltene Erden verwendet, deren Gewinnung mit vielen giftigen Abfällen verbunden ist. Chinesische Forscher haben jetzt eine Alternative gefunden. Sie entwickelten eine weiß leuchtende LED, die aus Graphen und einem Metall-organischen Gerüst aus Strontium und organischen Verbindungselementen besteht. Sie soll in der Herstellung günstiger und auch umweltfreundlicher sein. Das Lichtspektrum dieser neuen Art von LED ähnelt dem der Sonne. Die Studie ist im Fachjournal ACS Nano erschienen.

Quelle: ACS Nano

Pterosaurier Flugsaurier gab es auch im Kleinformat

In der Kreidezeit lebten große Flugsaurier mit drei bis zehn Meter Flügelspannweite. Ob es von diesen Pterosauriern allerdings auch kleinwüchsige Arten gab, war mangels entsprechender Nachweise bisher unklar. Britische Forscher berichten im Fachmagazin Royal Society Open Science von einem Fossilienfund in Kanada, der eine Antwort auf diese Frage liefert. Die Knochen gehören zu einem ausgewachsenen Pterosaurier, der eine Spannweite von nur 1,50 Metern besaß. Das ist etwa so groß wie eine Silbermöwe.

Das Fossil spricht gegen die Theorie, dass die kleinen Flugsaurier bereits in der Kreidezeit von den Vögeln abgelöst und verdrängt worden waren. Dass es so wenige Fossilien kleiner Pterosaurier gibt, erklären die Forscher damit, dass die Flugsaurier sehr leichte, hohle Knochen besaßen, die nur schlecht konserviert wurden.

Quelle: Roy Soc Open Science

Gesundheit Gegen Tripper fehlen Antibiotika

Die Weltgesundheitsorganisation hat davor gewarnt, dass Gonorrhoe zu einer unheilbaren Krankheit werden könnte. Die Erreger dieser auch als Tripper bekannten Geschlechtskrankheit erweisen sich zunehmend als resistent gegenüber den meisten Antibiotika, selbst wenn diese in Kombination eingesetzt werden. Spätestens in fünf Jahren müssten neue Wirkstoffe gefunden sein, sagte eine WHO-Sprecherin gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Science.

Gonorrhoe wird von Gonokokken verursacht. Diese Bakterien weisen eine besonders hohe Mutationsrate auf. Deshalb können sie schnell neue Resistenzen entwickeln. Laut WHO infizieren sich jährlich weltweit 78 Millionen Menschen mit Gonokokken. Die Bakterien heften sich an Schleimhautzellen der Harnröhre oder des Gebärmutterhalses fest und schädigen das Gewebe durch Entzündung mit eitrigem Ausfluss. Ohne Behandlung können die Infektionen leicht auf andere Organe übergreifen.

Quelle: Agenturen

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