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28.11.2016

Störung Eine Sicherheitslücke sorgt für Netzausfälle bei der Telekom

Die Ursache für die großflächige Telekom-Störung seit Sonntagnachmittag ist mittlerweile weiter eingegrenzt. Zeitweise konnten sich bis zu 900.000 Router von Telekom-Kunden nicht im Netz anmelden. Indizien deuten darauf hin, dass eine Sicherheitslücke in der Anmeldeprozedur der Router bei der DSL-Synchronisierung zu den Problemen führte. Das hat ein Telekom-Sprecher gegenüber dem Deutschlandfunk bestätigt. Der Fehler habe auch zu einem Ausfall der Domain Name Server Dienste der Deutschen Telekom zur Zuordnung von Internet-Adressen geführt.

Ob Hacker die Sicherheitslücke für einen Angriff ausgenutzt haben, bleibt unklar. Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten zeigt der Vorfall, dass es bei der Umstellung des Telefoniedienstes vom ISDN-Netz auf das Internet-Protokoll bisher noch an ausreichenden systematischen Tests zum Aufspüren von Sicherheitslücken mangelt.

Quelle: Peter Welchering

Urmenschen Was Neandertaler aßen, steckt noch in den Zähnen

Verschiedene Neandertalergruppen haben sich – trotz vergleichbarer Umweltbedingungen – unterschiedlich ernährt. Das haben Forscher der Uni Tübingen durch Analysen von Karbonat aus fossilen Zähnen von vier Neandertaler-Kindern aus der Fundstelle Payre in Frankreich herausgefunden. Analysen der Kohlenstoffisotope in Zahnmineralien erlauben Rückschlüsse auf die Nahrungsgewohnheiten von Organismen.

Im Fall der Neandertaler zeigte sich, dass eine Gruppe offenbar überwiegend Nashörner und Pferde jagte, während die andere sich viel von Rotwild ernährte. Die Neandertaler setzten also ohne erkennbaren äußeren Zwang auf unterschiedliche Überlebensstrategien. Dieses Verhalten zeige, dass die Neandertaler in ihrer Entwicklung moderner waren als bisher gedacht, so die Forscher. Die Studie ist im Fachjournal "Quaternary Science Reviews" erschienen.

Quelle: Quaternary Science Reviews

Natur Forscher hören das Gras wachsen

Amerikanische Wissenschaftler haben eine Technik entwickelt, mit der sie das Wachstum von Maispflanzen hörbar machen können. Dafür befestigen sie sogenannte piezoelektrische Kontaktmikrofone auf den Stängeln. Die Mikrofone erfassen feinste Schallwellen, die entstehen, wenn sich Maiszellen strecken. Nach den Erkenntnissen klingt das Wachsen der Stängel ganz ähnlich, wie wenn ein Stängel bricht.

Die Forscher leiten daraus ab, dass das Pflanzenwachstum mit Millionen winziger Brüche einhergeht. Wenn die Pflanze die kleinen Zellschäden dann repariert und auffüllt, wird sie größer und größer. Die Forscher hoffen darauf, neue Wege zu finden, bruchfestere Maissorten zu züchten. Sie präsentierten ihre Studie auf einer Konferenz der Acoustical Society of America (ASA) in Honolulu.

Quelle: Agenturen / ASA

Neurodegenerative Erkrankung Eisen zeigt Parkinson

Eisen kommt im menschlichen Körper von Natur aus vor – auch im Gehirn. Doch bei Menschen mit Parkinson ist es dort auf ungewöhnliche Weise verteilt. Das berichten Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen im Fachjournal "Brain".

Die Wissenschaftler nutzten eine spezielle Form der Magnetresonanztomographie (MRT), um die Eisenverteilung im gesamten Gehirn darzustellen. Sie untersuchten die Gehirne von 25 Menschen mit Parkinson und 50 gesunden Probanden. Die Hirnscans der Parkinson-Patienten zeigten im Vergleich einen deutlich erhöhten Eisengehalt in der Substantia nigra, das ist eine wichtige Hirnregion für die Bewegungskontrolle.

Nach Ansicht der Forscher könnte das neue Verfahren helfen, die Diagnostik von Parkinson zu verbessern. Wodurch Parkinson ausgelöst wird, ist noch immer unbekannt. Oxidativer Stress, der durch Eisen verursacht wird, gilt als ein möglicher Krankheitsmechanismus.

Quelle: Brain

Australien Ein Pollensturm sorgt für Tote

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne hat ein heftiges Gewitter bei vielen Menschen für starke Atemwegsproblemen gesorgt. In mindestens sechs Fällen führte das sogenannte Gewitter-Asthma sogar zum Tod, Hunderte Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Das teilten die Gesundheitsbehörden der Stadt mit. Offenbar hat der Sturm mit starken Auf- und Abwinden viele Gräserpollen aufgewirbelt und so die Pollenbelastung in der Luft stark erhöht.

Wann und warum manche Gewitter solche Pollenstürme entfachen können, andere aber nicht, ist bisher noch ein Rätsel. Einer noch unbewiesenen Theorie zufolge soll die extrem hohe Feuchtigkeit der Gewitterluft die Pollen aufquellen und bersten lassen. So könnten sehr feine Partikel entstehen, die besonders tief in die Lungen eindringen.

Quelle: Agenturen

Schädling Ein Parasit befällt Floridas Hirsche

Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist ein gefährlicher Parasit. Die Fliege legt ihre Eier in Wunden von Säugetieren ab, was tödliche Folgen haben kann. In den USA galt der Schädling seit den 1970er Jahren als ausgerottet. Doch in den vergangenen Monaten sind in Florida Dutzende Hirsche gestorben, in deren Fleisch Schraubenwürmer gefunden wurden, also die Larven dieser Fliegen. Laut einem Bericht der New York Times wird befürchtet, dass die Parasiten auch auf Rinderherden in der Region übergreifen und dort große Schäden anrichten könnten.

Um die weitere Verbreitung zu verhindern, werden jetzt in Florida jede Woche Millionen von Fliegenlarven ausgebracht, die zuvor durch radioaktive Strahlung sterilisiert wurden. Da Neuwelt-Schraubenwurmfliegen sich nur einmal im Leben paaren, soll so die weitere Vermehrung gestoppt werden. Die erste Ausrottung der Fliege in den USA war vor 40 Jahren mit der gleichen Methode gelungen.

Quelle: New York Times

25.11.2016

Lufterwärmung Im Norden ist es so warm wie noch nie

Für die norwegische Inselgruppe Spitzbergen werde 2016 das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1889, wie das norwegische Meteorologische Institut mitteilte.

Auch am Nordpol sei es in den vergangenen Wochen bis zu 20 Grad wärmer als normal gewesen.

Schuld sei unter anderem das Klimaphänomen El Niño, das warme Ozeanluft in den Norden getrieben habe.

Auch der Ausstoß von Treibhausgasen trage zur Lufterwärmung bei.

Quelle: Agenturen

Embryologie Forscher haben einen 3D-Atlas menschlicher Embryonen erstellt

Dazu haben die Wissenschaftler aus den Niederlanden etwa 15 000 digitale Fotos von Gewebestücken von 34 Embryonen ausgewertet und zu 3D-Modellen zusammengesetzt.

Die Abbildungen stammen von Embryonen, die zu wissenschaftlichen Zwecken vor über 100 Jahren in den USA gesammelt wurden.

Mit den interaktiven 3D-Modellen können Wissenschaftler nun die embryonale Entwicklung bis zum zweiten Lebensmonat genauer untersuchen.

Darüber sei bislang erstaunlich wenig bekannt, wie die Forscher im Fachblatt Science schreiben.

Quelle: Guardian, Science

Seismologie Starke Erdbeben entstehen an flachen Verwerfungen

Zu diesem Schluss kommen Forscher aus den USA und Frankreich im Fachmagazin Science.

Sie bestimmten das Gefälle an Subduktionszonen rund um die Erde. Dies setzten sie in Verbindung mit starken Erdbeben in der Vergangenheit.

Das Ergebnis: Erdbeben von der Stärke 8,5 und mehr ereignen sich eher an Verwerfungen, die flach sind.

Bislang ging man davon aus, dass solche Beben meist an stark gewölbten Verwerfungen auftreten.

Quelle: Eurekalert

Erneut Tote Zwei Patienten sind bei einer Gentherapie-Studie gestorben

Die zwei Probanden erlitten Hirnödeme.

Sie hatten an einer Studie mit gentechnisch veränderten Immunzellen des Unternehmens Juno Therapeutics teilgenommen und das Präparat JCAR015 erhalten, das eine akute Leukämie bei Erwachsenen behandeln soll.

Dazu werden den Patienten T-Zellen entnommen, gentechnisch verändert und den Probanden wieder injiziert. Die modifizierten T-Zellen sollen Krebszellen besonders effizient erkennen und abtöten.

Das Unternehmen hat die Studie nun gestoppt. Noch ist unklar, ob sie fortgesetzt wird.

Bereits im Juli waren drei Patienten im Laufe derselben Studie gestorben.

Quelle: Agenturen, Spektrum.de

Physik Quantenteilchen können Tropfen bilden

Forscher aus Innsbruck und Hannover konnten im Labor beobachten, wie sich in einem Quantengas große Tropfen bildeten.

Die Wissenschaftler erzeugten in einer Vakuumkammer bei extrem tiefen Temperaturen ein Bose-Einstein-Kondensat aus Erbium-Atomen. Dann legten sie ein Magnetfeld an und konnten dadurch die Wechselwirkungen der Teilchen soweit unterdrücken, dass nur noch die Quanteneigenschaften der Atome eine Rolle spielten.

Die Forscher konnten dann beobachten, wie sich eine neue Art von Quantenflüssigkeit bildete, nämlich in Form von Tropfen, die aus jeweils etwa 20 000 Atomen bestehen. Die Quantentropfen werden ohne äußere Kräfte allein durch Quanteneffekte zusammengehalten, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Physical Review X schreiben.

Quelle: Österreichische Akademie der Wissenschaften

Astronomie Ein Feuer-Experiment im Weltraum ist geglückt

An Bord eines Cygnus-Raumtransporters ist eine Plexiglasprobe unter kontrollierten Bedingungen verbrannt. Ein internationales Team von Wissenschaftlern will mit diesem Experiment Brände im Weltraum besser verstehen lernen und schnell löschen können, etwa auf der Internationalen Raumstation (ISS).

Erste Ergebnisse des Versuchs legen nahe, dass sich ein Feuer im Weltall etwa zehn Mal langsamer ausbreitet als auf der Erde. Außerdem verbrannte das Plexiglas im All unter starker Rauchentwicklung, was auf der Erde nicht der Fall ist.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich ein Feuer auf der ISS deutlich stärker erhitzen und länger brennen würde.

Quelle: Universität Bremen

Medizin In Brasilien ist die Zahl der Erkrankungen mit dem Chikungunya-Fieber in diesem Jahr stark

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden bereits mehr als 250 000 Fälle registriert. Gegenüber 2015 sind in diesem Jahr zehn Mal mehr Menschen daran erkrankt. Die Zahl der Todesfälle stieg von sechs auf 138.

Das Chikungunya-Virus wird von einer Stechmücke übertragen. Es löst hohes Fieber und Gelenkschmerzen aus. In Brasilien verbreitet sich die Erkrankung seit 2014.

Quelle: Agenturen

23.11.2016

Biologie Affenweibchen belohnen Kämpfer und strafen Pazifisten

Inwiefern Weibchen für aggressives Gebaren innerhalb einer Gruppe verantwortlich sind, haben Biologen aus der Schweiz und Südafrika bei Grünen Meerkatzen untersucht. Bei Beobachtungen im Mawana Game Reservat sahen sie, dass die Weibchen rauflustigen Männchen besonders viel Aufmerksamkeit schenkten und friedliche Tiere demonstrativ ignorierten. Wie die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society darlegen, stachelten manche der Affenweibchen einige Männchen sogar extra zu besonders aggressivem Verhalten an.

Offenbar gibt es für die Männchen einen Anreiz zum Kämpfen, der sexuell bedingt ist. Für Weibchen lohnt sich dieses Verhalten auch, da es bei den Kämpfen häufig um die Nahrungsverteilung geht und dadurch ein sicherer Zugang zu Ressourcen gewährleistet ist.

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspbn.2016.1817)

Biologie Frischblut ist doch kein Jungbrunnen

Entgegen den Annahmen früherer Studien kann junges Blut das Altern nicht stoppen oder umkehren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität von Berkeley, die dieser Frage mit Finanzmitteln eines Google-Biotechunternehmens und des US-Gesundheitsinstitutes nachgegangen sind.

Wie sie im Fachblatt NATURE Communications schreiben, hatten sie bei alten Mäusen das Blut gegen das junger Nager ausgetauscht, ohne die Organsysteme beider Tiere miteinander zu verbinden. Bei den alten Mäusen gab es eine stark eingeschränkte Regeneration. Die Jungtiere, die das Blut alter Mäuse erhalten hatten, zeigten dagegen binnen weniger Tage Alterungserscheinungen in zahlreichen Organen.

Damit wird der radikale Verjüngungseffekt relativiert, den dieselben Autoren 2005 erstmals beschrieben hatten. Offenbar befinden sich im alten Blut noch unbekannte Hemmstoffe, die die Alterung bedingen.

Quelle: www.nature.com/articles/ncomms13363

Dodo-Skelett In England wurde ein ausgestorbener Vogel versteigert

Bei der weltweit ersten Versteigerung eines nahezu kompletten Skeletts eines Dodos hat ein privater Käufer in der Grafschaft Sussex den Zuschlag bei rund 400.000 Euro erhalten. Bei dem Skelett handelt es sich um die Knochen einer seit über 300 Jahren ausgestorbenen, flugunfähigen Vogelart, die einst auf Mauritius heimisch war.

Nach Angaben des Auktionshaus Summers Place Auctions gibt es weltweit nur zwölf annähernd komplette Dodo-Skelette, das letzte Exemplar sei 1914 verkauft worden.

Wissenschaftler sehen derartige private Versteigerungen kritisch, da dadurch Forschungsexemplare in privaten Archiven verschwinden und der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sind.

Quelle: Agenturen

Frösche Streusalz kann für Weibchenmangel sorgen

Zumindest bei einigen Fröschen ist dies der Fall, berichten Wissenschaftler aus Yale im Journal of Fisheries and Aquatic Sciences. Sie hatten Laubfrosch-Kaulquappen in Wassertanks mit Laub und verschiedenen hohen Salzkonzentrationen aufgezogen. Damit wollten sie Waldtümpel simulieren, die sich in unterschiedlicher Entfernung von mit Salz gestreuten Straßen befinden.  

Das Ergebnis: In versalzten Tümpeln wuchsen zehn Prozent mehr Männchen heran. Zudem waren dort die Froschweibchen kleiner. Offenbar docken die Natriumionen des Streusalzes an Rezeptoren im Froschkörper an und gaukeln dem endokrinen System vor, dass bestimmte Geschlechtshormone bereits gebildet worden sind. Noch ist unklar, ob dieses Phänomen auch für andere Amphibien gilt.

Quelle: doi: 10.1139/cjfas-2016-0324

Raumfahrt China schickt erneut Satelliten ins Weltall

In der vergangenen Nacht hat eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3C einen Satelliten vom Raumfahrtbahnhof Xichang in die Umlaufbahn geschossen. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Der Satellit soll mit drei anderen Satelliten ein Netzwerk aufbauen. Dessen Aufgabe ist unter anderem die Steuerung und Datenübertragung zwischen dem Kontrollzentrum am Boden sowie Raumschiffen und der künftigen chinesischen Raumstation, die 2022 fertiggestellt werden soll.

Quelle: Agenturen

Anthropologie In Berlin befinden sich weiter hunderte Schädel aus deutschen Kolonien

In den anthropologischen Sammlungen, die sich in der Obhut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden, sind MDR-Recherchen zufolge noch mehr als 1.000 Schädel aus den früheren deutschen Kolonien enthalten. Diese stammten teilweise von Aufständischen, deren sterbliche Überreste von deutschen Truppen zu Forschungszwecken nach Berlin geschickt worden waren.

Die Schädel sind Teil der sogenannten Luschan-Sammlung, die zwischen 1885 und 1920 zusammengetragen wurde und rund 5.600 Schädel umfasst. Die Herkunft der sterblichen Überreste in der Sammlung müsse durch die Provenienzforschung noch überprüft werden, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz  heute mit. Prinzipiell stünde einer Rückgabe der Gebeine an Tansania und Ruanda nichts im Weg.

Quelle: Agenturen/SPK

US-Pharmahersteller Ein Alzheimermedikament ist wirkungslos

Das ist Ergebnis einer Phase-III-Studie zum Mittel Solanezumab. Nach Angaben des US-Pharmaherstellers Eli Lilly and Company sei es in der randomisierten Studie nicht gelungen, bei Patienten mit leichter Alzheimer-Erkrankung eine statistisch signifikante Verzögerung der kognitiven Leistungsfähigkeit gegenüber der Placebo-Gruppe zu erreichen. Das Unternehmen kündigte an, in den USA keine Genehmigung der Arznei bei leichter Demenz zu beantragen.

Der Antikörper Solanezumab galt als vielversprechender Kandidat für eine Alzheimertherapie. 2012 gab es erste Hinweise darauf, dass der Wirkstoff die Gedächtnisleistung von Patienten im Frühstadium verbessert.

Quelle: https://investor.lilly.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=1000871

22.11.2016

Medizin Der Anteil der Demenz-Kranken in den USA ist seit dem Jahr 2000 gesunken

Das zeigt eine Studie von US-Forschern, die im Magazin "Jama Internal Medicine" erschienen ist. Im Jahr 2000 lag die Quote von Demenz-Kranken bei den über 65-Jährigen noch bei 11,6 Prozent. 2012 betrug sie nur noch 8,8 Prozent.

Das zeige eine Auswertung von 21 000 Patientendaten.

Die Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und dem Rückgang von Demenzerkrankungen wie Alzheimer ausmachen: Die 2012 untersuchten Personen hatten im Schnitt ein Jahr mehr Bildung genossen. Das könne den Rückgang von Demenzerkrankungen jedoch nicht komplett erklären, heißt es von den Wissenschaftlern.

Quelle: Jama Internal Medicine

Strukturversagen Eine von Facebooks Drohnen hatte einen Unfall

Bei einem Testflug am 28. Juni kam es bei der Drohne zu einem "Strukturversagen", als sie zur Landung in der Wüste Arizonas ansetzte. Das geht aus einer Untersuchung der US-Behörde für Transportsicherheit hervor. Die Behörde stuft das Versagen als "Unfall" ein. Am Boden gab es keine Zerstörungen.

Facebook will mit den Drohnen Internet in entlegene Gebiete der Erde bringen. Die unbemannten Fluggeräte haben mit 43 Metern die Spannweite eines Kurzstrecken-Jets, wiegen jedoch nur gut 400 Kilogramm.

Sie werden mit vier Elektromotoren angetrieben und sollen irgendwann monatelang in der Luft bleiben können. Während des Fluges sollen Solarzellen die Batterien der Maschinen aufladen.

Weitere Details zum Unfall, etwa zu den Schäden oder der Ursache, hat die US-Behörde für Transportsicherheit noch nicht vorgelegt.

Quelle: Reuters

Alternative zu Silizium Organische Halbleiter können jetzt aufgesprüht werden

Einkristalline Halbleiter aus Silizium bilden das Rückgrat moderner elektronischer Geräte. Jedoch ist ihre Produktion langwierig und energieintensiv.

Als Alternative gelten organische Halbleiter. Forschern aus dem Vereinigten Königreich und den USA ist es nun gelungen, ein neues Verfahren zur Produktion dieser organischen Halbleiter zu entwickeln.

Dazu erzeugen sie aus bestimmten Molekülen und einem Lösungsmittel eine Art Halbleiter-Tinte. Die können Sie dann auf verschiedene Oberflächen aufsprühen und somit vergleichsweise günstige Halbleiter produzieren. Aus denen lassen sich flexible Schaltkreise für Bio-Sensoren, Röntgen-Detektoren oder Leuchtdioden entwerfen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Communications".

Quelle: Nature Communications

Zement Betonwüsten befreien die Luft von CO2

Das liegt am Zement, einem Bestandteil des Betons. Bekannt ist, dass bei der Zement-Produktion CO2 in die Atmosphäre entweicht. Forscher aus acht Nationen berichten nun im Magazin "Nature Geoscience", dass die Zement-Bauwerke einen großen Teil dieses Kohlendioxids mit der Zeit wieder aufnehmen.

Betrachtet man die Häuser, Brücken und Straßen, die seit 1930 gebaut wurden, so haben sie knapp die Hälfte des bei ihrer Zement-Produktion ausgestoßenen Kohlendioxids wieder aufgenommen.

Bei dieser Aufnahme wird CO2 in den Poren des Zements abgelagert. Die Zahlen beziehen sich lediglich auf das CO2, das bei der Zementherstellung durch die Umwandlung von Calciumcarbonat entsteht. Eine noch größere CO2-Quelle bei der Zementproduktion sind fossile Energieträger, die die nötige Hitze liefern.

Quelle: Nature Geoscience

Gerontologie Was die Lebenserwartung angeht, herrscht bei Männern und Frauen immer noch Ungleichheit

Das zeigt eine groß angelegte Studie eines internationalen Forscherteams. Die Wissenschaftler haben Daten von über einer Million Menschen weltweit verglichen.

In Schweden zum Beispiel hat sich die Lebenserwartung in den letzten 200 Jahren in etwa verdoppelt. Gleich geblieben ist in dieser Zeit jedoch der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Heute wie vor 200 Jahren leben Männer im Schnitt etwa vier Jahre kürzer als Frauen, notieren die Forscher im Magazin "PNAS".

Quelle: PNAS

21.11.2016

Planetenforschung Der Merkur besitzt einen Grand Canyon

Das gigantische Tal ist allerdings doppelt so tief wie das bekannte Vorbild in den USA. Das berichten US-Forscher im Fachmagazin "Geophysical Research Letters". Nach ihrer Darstellung ist das Tal tausend Kilometer lang, 400 Kilometer breit und bis zu zwei Kilometer tief. Das Überraschendste ist allerdings seine Entstehungsweise.

Als der Planet vor rund drei Milliarden Jahren abkühlte, zog sich die Kruste zusammen. Merkur schrumpelte sozusagen wie eine Rosine und bildete dabei Falten und Senken. Das "große Tal" auf Merkur sei der erste Beleg für eine so weiträumige Stauchung der Oberfläche eines Planeten, so die Forscher. Die Entdeckung des großen Tales fußt auf Bilddaten der Messenger-Sonde, die den Planeten Merkur vier Jahre lang umkreiste. Ende April 2015 war Messenger mangels Treibstoff auf Merkur zerschellt.

Quelle: GRL

Klimawandel In der Arktis herrscht absurdes Wetter

Die Temperaturen in der Arktis sind derzeit deutlich höher als im langjährigen November-Mittel. Statt minus 25 Grad Celsius wie sonst zu dieser Jahreszeit herrschen dort nur minus fünf Grad Celsius. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf US-Klimaforscher. Eine der Folgen der ungewöhnlich milden Witterung ist, dass das Meerwasser nur stark verzögert abkühlt. Die Arktis friert deshalb viel langsamer zu als normal in der Polarnacht.

Aktuell ist die Fläche des Meereises in der Arktis sogar kleiner als im gleichen Zeitraum vor vier Jahren. Bisher gilt das Jahr 2012 als das Rekordjahr mit der geringsten Eisausdehnung. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die aktuelle Wetterlage, bei der viel warme und feuchte Luft aus Süden in die Arktis strömt, noch einige Zeit bestehen bleibt.

Quelle: Washington Post / University of Maine

Ölförderung Vor Alaska soll nicht mehr gebohrt werden

Die US-Regierung von Barack Obama hat Pläne veröffentlicht, die zumindest für die kommenden fünf Jahre jede Art der Offshore-Ölförderung im US-Teil des arktischen Ozeans untersagen. Namentlich handelt es sich um Gebiete in der Tschuktschen- und der Beaufort-See nördlich von Alaska. Umweltschutzverbände in den USA begrüßten diesen Schritt, während Vertreter aus der Öl-Industrie und der republikanischen Partei sich kritisch äußerten.

Die Frage ist jetzt, inwieweit der kommende US-Präsident Donald Trump derlei Pläne widerrufen könnte. Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, er werde Beschränkungen für Offshore-Bohrungen aufheben. Verwaltungsexperten in den USA halten dies allerdings – zumindest kurzfristig – für kaum realisierbar. Denn dafür müssten mehrjährige Planungsverfahren neu aufgerollt werden. Im Sommer dieses Jahres hatten knapp 400 Wissenschaftler in einem offenen Brief an Präsident Obama gefordert, jede weitere Offshore-Ölförderung in der Arktis zu verhindern.

Quelle: Agenturen / NPR

Epidemie Deutschland kriegt die Masern nicht klein

Zwar würden Epidemiologen die Masern in Deutschland gerne ausrotten. Doch 2015 sind sie diesem Ziel nicht näher gekommen. Im Gegenteil: In einem heute veröffentlichten Bericht des Robert-Koch-Instituts an die Weltgesundheitsorganisation WHO heißt es, Deutschland sei im Jahr 2015 von der Elimination der Masern so weit entfernt gewesen wie lange nicht. 2464 Masern-Fälle wurden im vergangenen Jahr gemeldet. Das sind über 2000 mehr als im Jahr davor. Für eine erfolgreiche Ausrottung der Masern müsste die Zahl der Masern-Erkrankungen in Deutschland unter die Schwelle von 80 Fällen pro Jahr sinken. Als einen Grund für die hohe Zahl an Masern-Infektionen führt der Bericht an, dass immer noch viele Kleinkinder zu spät, und rund jedes vierte Kind nicht ausreichend geimpft würden.

Quelle: Agenturen / RKI

Asien Auch die Inder haben den Reisanbau erfunden

Der Reisanbau stammt ursprünglich aus China. Das ist bisher die allgemeine Lehrmeinung. Doch jetzt haben britische Forscher bei Ausgrabungen in Nordindien Hinweise darauf gefunden, dass Bauern der bronzezeitlichen Indus-Kultur bereits eigene Reis-Varietäten anbauten. Die Funde stammen aus einer Zeit rund 430 Jahre bevor um das Jahr 2000 vor Christus erstmals nachweislich Reissorten aus China nach Indien gelangten. Nach Ansicht der Forscher hatten die Bauern der Indus-Kultur damals eigenständig damit begonnen, Wildreispflanzen der Art Oryza nivara zu domestizieren. Erst Jahrhunderte später übernahmen sie auch die in China domestizierten Reispflanzen der Art Oryza sativa japonica. Die Studie ist im Journal of Archaeological Science erschienen.

Quelle: Journal of Archaeological Science

Weltraum Ein neuer Wettersatellit sieht besonders scharf

Die USA haben am Wochenende den Wettersatelliten "GOES-R" gestartet. Er soll die Wetterbeobachtung über dem nordamerikanischen Kontinent deutlich verbessern helfen. Aus einer geostationären Umlaufbahn kann GOES-R mit einer Spezialkamera fünf Mal mehr Bilder des Wettergeschehens in der Atmosphäre in einer fünf Mal höheren Auflösung liefern als bisherige US-Wettersatelliten. Der Satellit soll 2017 den Betrieb aufnehmen.

GOES-R beobachtet nicht nur optisch das Wettergeschehen. Ein Spezialinstrument erfasst die Häufigkeit von Blitzen – sogar innerhalb von Wolken. Darüber lassen sich besonders starke, tornadoträchtige Gewitterzellen früher erkennen. Eine andere Apparatur an Bord misst Schwankungen des Magnetfeldes der Erde, die durch kosmische Strahlung und den Sonnenwind verursacht werden. GOES-R soll somit nicht nur das irdische, sondern auch das sogenannte Weltraumwetter beobachten. Die Daten von GOES-R fließen in ein internationales Netzwerk ein, über das Wetterdienste aus 200 Ländern ihre Messdaten frei untereinander austauschen.

Quelle: Agenturen

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