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02.04.2003

 Auch Batterien können sich mit Alkohol vollaufen lassen.

Der Unterschied zum Menschen ist nur, dass Batterien danach mehr Energie haben als vorher. Amerikanische Wissenschaftler der Saint Louis Universität haben eine biologische Brennstoffzelle entwickelt, die sich mit Ethanol laden lässt. Diese Brennstoffzelle arbeitet mit Enzymen. Das sind organische Verbindungen, die sich in der Zelle bilden und den Stoffwechsel des Organismus steuern. Durch eine chemische Reaktion produziert die Brennstoffzelle Energie - und zeigt dabei sogar nach zwei Monaten noch keine Ermüdungserscheinungen. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Batterien ist dabei, dass die Bestandteile der biologischen Brennstoffzelle ungiftig sind. [Quelle: kar]

 Die deutsche Bewerbung für den Forschungsreaktor ITER ist geplatzt.

Der Reaktor wird nicht nach Greifswald kommen. Die Europäische Union hat die Bewerbung von Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen mit der Begründung, es könnten sich nur Nationen und keine Regionen bewerben. Das hat Ministerpräsident Harald Ringstorff in Schwerin mitgeteilt. Die Bundesregierung selber lehnt aber aus Kostengründen eine Bewerbung zu Gunsten von Mecklenburg-Vorpommern ab. Mit Hilfe des Reaktors wollen Wissenschaftler erforschen, wie sich durch Kernfusion Energie gewinnen lässt - vergleichbar mit den Vorgängen auf der Sonnenoberfläche. Das Projekt gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Generation von Kraftwerken, die die Energieprobleme der Welt entschärfen soll. An dem vier Milliarden teuren Projekt beteiligen sich die USA, Kanada, Japan, Russland, China und die Europäische Union. Mehrere Länder haben auch schon Angebote eingereicht, wo der Reaktor gebaut werden könnte. [Quelle: kar]

 Dicke Fliegen geben Aufschluss über Fettleibigkeit.

Chemiker der Universität Göttingen haben bei der Taufliege Drosophila ein Eiweißmolekül aufgespürt, das für die Fetteinlagerung im Körper verantwortlich ist. Fliegen, denen das natürlich vorkommende Protein fehlte, wurden nicht dicker - trotz fettreicher Kost. Der Eiweißbaustein sei verwandt mit einem Protein bei Säugern, das ähnlich funktioniert, berichten die Forscher in der Zeitschrift "Current Biology". Die Mechanismen der Fettspeicherung sind damit im Laufe der Evolution von der Fliege bis zum Menschen erhalten geblieben. "Dicke" Fliegen könnten in Zukunft als Modellsystem für Fettstoffwechsel-Erkrankungen dienen. [Quelle: kar]

 Der Höhepunkt der SARS-Welle ist noch nicht erreicht.

Davon gehen jedenfalls die Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO aus. Die Wissenschaftler wollen nun in die süd-chinesische Provinz Guangdong reisen, um weitere Informationen über die asiatische Lungenentzündung und ihre Verbreitung zu sammeln. Offenbar ist die Erkrankung - je nach Virus - unterschiedlich ansteckend. [Quelle: kar]

 Münchner Biologen sind einem molekularen Motor auf die Schliche gekommen.

Es handelt sich um ein Protein, das andere Proteine durch die hauchdünne Haut der sogenannten Chloroplasten schleust. Chloroplasten - das sind kleine runde Einschlüsse in den Pflanzenzellen. Sie sind von zwei Häutchen - den sogenannten Membranen - umgeben und enthalten den grünen Farbstoff Chlorophyll und außerdem, Proteine, also Eiweißbausteine. Diese Proteine werden im Inneren der Chloroplasten aufbereitet und müssen dann durch die beiden Membranen nach draußen geschleust werden. Das geschieht mit Hilfe von so genannten Membranproteinen. Eines davon haben die Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität entschlüsselt. In der Zeitschrift PNAS beschreiben sie, wie die Proteinmaschine genau funktioniert. [Quelle: kar]

 Geologen bringen Klarheit in den Ursprung des Tigerauges.

Der goldbraune Halbedelstein entsteht offenbar anders als gedacht. Amerikanische Wissenschaftler der staatlichen Universität von Pennsylvania haben die bisherige Ursprungs-Theorie berichtigt. Diese Theorie stammt aus dem 19. Jahrhundert und besagt, dass die schimmernden Wogen auf dem Edelstein ein Beispiel für den sogenannten Pseudomorphinismus sind. So nennen Wissenschaftler den Vorgang, wenn die Moleküle eines Materials durch andere ersetzt werden, die ursprüngliche Form aber erhalten bleibt. Das ist zum Beispiel bei versteinertem Holz der Fall. Bei den Tigeraugen dachten die Geologen, dass die eisenhaltigen Fasern durch ein Quarzgestein ersetzt werden. Doch dieses Gestein lässt sich nicht nachweisen. Jetzt vermuten die Forscher, dass der Halbedelstein immer wieder aufbricht und versiegelt - und dass die typische Farbe dadurch entsteht, dass das Eisen in dem Gestein oxidiert. [Quelle: kar]
01.04.2003

 Vitamin C macht aus Stammzellen Herzmuskelzellen.

US-Forscher der Harvard Medical School in Boston haben 880 bioaktive Substanzen untersucht, Medikamente und Vitamine. Die Forscher wollten wissen, welche Wirkstoffe embryonale Stammzellen von Mäusen zu Herzmuskelzellen reifen lässt. Das Ergebnis: von allen 880 Substanzen besitzt allein Vitamin C - also Ascorbinsäure das Potenzial, embryonale Stammzellen in Herzmuskelzellen zu transformieren. Es handele sich um ein sehr vorläufiges Ergebnis, betonen die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblatts „Circulation“. Unklar sei, ob sich das Ergebnis von Mäusen 1:1 auf den Menschen übertragen lasse. Weltweit suchen Forscher-Gruppen nach Möglichkeiten, gezielt embryonale Stammzellen in Herzmuskelzellen ausreifen zu lassen. Sie hoffen, dass so gewonnene Muskelzellen das Herz von Infarkt-Patienten stärken kann. [Quelle: mawi]

 Bakterien brauchen nur wenige Gene zum Leben.

Bakterien benötigen bei guten Umweltbedingungen nur einen winzige Teil ihrer genetischen Erbinformation zum Leben. Das Bodenbakterium «Bacillus subtilis» gedeihe selbst dann noch, wenn nur 271 seiner mehr als 4100 Gene funktionierten, berichten Französische Forscher im US-Fachblatt «Proceedings of the National Academy of Sciences». Die meisten Erbinformationen seien doppelt vorhanden oder nur für das Überleben bei schlechten Umweltbedingungen notwendig. Die Forscher hatten die verschiedenen Gene des Bakteriums einzeln ausgeschaltet. Die meisten der vielen Tausend Mutanten wuchsen dennoch weiter, wenn sie bei «angenehmen» Temperaturen auf Nährsubstrat gehalten wurden. Mehr als die Hälfte der 271 unverzichtbaren Gene spiele bei der Synthese von Proteinen und Erbsubstanz eine Rolle, berichten die Wissenschaftler. Die restlichen Erbinformationen seien für Vermehrung, Wachstum und Stoffwechsel der Zellen wichtig. Bei vier Prozent der lebensnotwendigen Gene sei die Funktion bislang noch unbekannt. Weitere Versuche mit den Mutanten sollen nun klären, welche Gene bei Stressbedingungen wie Hitze oder Trockenheit unverzichtbar sind. [Quelle: mawi]

 Französische Forscher bestätigen: Corona-Viren sind Auslöser für SARS.

Die in schwere Lungenentzündung SARS wird auch nach Untersuchungen des Pariser Pasteur-Instituts vermutlich durch ein Coronavirus ausgelöst. Pasteur-Forscher fanden in Proben von sechs SARS-Patienten aus dem Krankenhaus Hanoi sowie einem mit SARS im französischen Tourcoing liegenden Arzt Coronaviren. Das Virus ähnele keinem bislang bekannten Stamm des Corona-Virus. „Wir sind jetzt beinahe sicher, dass es sich um ein Coronavirus handelt“, sagte der Chef des nationalen Krankheitsüberwachungs-Institutes, Gilles Bruecker. Dies könne dazu beitragen, einen SARS-Test zu entwickeln. [Quelle: mawi]

 Ein gängiger Kunststoff löst bei Mäusen Chromosomenstörungen aus.

Bisphenol A, ein gängiger Kunststoff, führt zur Abnormalitäten bei der Entwicklung von Maus-Eizellen. Zu diesem Ergebnis kommen Genetiker der Case Western Reserve Universität in Cleveland bei einem heute im Journal „Current Biology“ veröffentlichten Experiment. Den Forschern war bei einer Mauskolonie eine ungewöhnlich hohe Rate an Eizellen aufgefallen, in denen die Chromosomen desorganisiert waren oder die sogar ein Chromosom zu viel oder zu wenig enthielten. Solche Chromosomenstörungen sind bei Menschen die häufigste Ursache von Fehlgeburten. Wie sich herausstellte, waren die Plastik-Käfige der Mäuse mit einem zu aggressiven Detergens gereinigt worden, wodurch das Bisphenol A freigesetzt wurde. In einem Folgeexperiment wurden die Mäuse dem Bisphenol A direkt ausgesetzt. Frühere Studien in Deutschland haben den Forschern zufolge ergeben, dass Menschen etwa dieselben Mengen an Bisphenol A aufnehmen. Dem Stoff wird eine Östrogen-artige Wirkung zugeschrieben. Der Wissenschaftsrat der Europäischen Union hat die tolerierbare tägliche Aufnahmedosis von Bisphenol A gerade um das fünffache gesenkt. [Quelle: gk]
31.03.2003

 Ein Schnüffelsensor ersetzt feine Nasen.

Chemiker der Universität Bonn haben einen Sensor entwickelt, der die Reife von Käse und Obst erschnüffelt. Beim Reifeprozess verändert sich die Zusammensetzung von Geruchsmolekülen. Aus dem Verhältnis der einzelnen Moleküle zueinander errechnet der Sensor den Reifegrad. Den konnten bislang nur Kenner mit sensibler Nase bestimmen. So werden bei reifendem Gouda Fette in Alkohole und andere Substanzen umgewandelt. Unreife Äpfel geben zuerst niedermolekulare Alkohole oder Aldehyde an die Umgebungsluft ab. Später produzieren sie vermehrt Esterverbindungen. [Quelle: kar]

 Ein Computermodell lüftet ein klimatisches Geheimnis der Arktis.

Anfang der 90er Jahre sind in der Arktis ungewöhnlich warme Wassermassen aufgetreten. Deren Herkunft war bisher ungeklärt. Computersimulationen haben das Rätsel nun gelöst. Ein atmosphärisches Phänomen sei der Grund für dieses Ereignis gewesen, sagen die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes für Polarforschung. Der Luftdruck zwischen Island und den Azoren schwankt periodisch. Diese so genannte Nordatlantische Oszillation beeinflusst nicht nur Lufttemperatur, Niederschlag und Wind sondern auch die Ozeane. So ist damals warmes Wasser in den Arktischen Ozean geströmt. [Quelle: kar]

 Musik ist nicht nur Balsam für die Ohren...

... sondern auch eine gute Medizin, mit der sich Krankheiten behandeln lassen. Das hat ein Physiotherapeut der Universitätsklinik in Rom herausgefunden. Demnach haben die Kompositionen von Debussy und Chopin eine anti-depressive Wirkung - während sich mit Klängen von Mozart Herzrhythmusstörungen behandeln lassen. Bei unregelmäßigem Atem empfiehlt der Wissenschaftler Werke von Händel, zur allgemeinen Beruhigung Gregorianische Gesänge. Richtige Wunder bei Bluthochdruckpatienten soll ethnische Musik aus Afrika und Südeuropa haben. Der Physiotherapeut weist vorsorglich darauf hin, dass Musik Medikamente nicht ersetzen kann. Sie könne aber deren Wirkung fördern. [Quelle: mig]

 Physiker haben Licht auf das Tempo eines Sportwagens heruntergebremst.

Und zwar auf eine Geschwindigkeit von etwa 200 Kilometern pro Stunde. Über das Experiment berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Physical Review Letters“. Demnach haben die Physiker der Universität von Rochester einen Laserpuls auf einen Rubin-Kristall geschossen. Der Kristall wurde in einem bestimmten Wellenlängenbereich durchsichtig. Durch einen Quanteneffekt ließ sich der Lichtpuls auf einen Bruchteil der sogenannten Vakuumlichtgeschwindigkeit abbremsen. Mit derart langsamen Lichtpulsen lassen sich neue optische Schalter und Speicher bauen. [Quelle: kar]

 Vulkanstaub kurbelt den Stoffwechsel an.

Das haben amerikanische Forscher des Oak Ridge National Laboratory in Tennessee herausgefunden. Wie sie in der Zeitschrift Science berichten, hat der Ausbruch des Vulkans Pinatubo 1991 den Stoffwechsel eines Laubwaldes um fast ein Viertel gesteigert. Gleichzeitig hätte der Wald mehr Kohlendioxid geschluckt und so die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre gesenkt, schreiben die Forscher. Nach dem Ausbruch des Vulkans verdunkelten damals dichte Rauch- und Staubwolken den Himmel. Die Staubteilchen reflektierten das Sonnenlicht. Das wurde breiter gestreut und ließ den Stoffwechsel ansteigen. Die Wissenschaftler haben dafür auch eine Erklärung. Bei direktem Sonnenlicht werden einige Blätter zwar sehr stark beschienen, andere liegen aber im Schatten. Wenn das Licht breiter gestreut ist, profitieren davon mehr Blätter - und die binden dann auch mehr Kohlenstoff. Ausschlaggebend für die Photosynthese ist demnach nicht die Stärke des Sonnenstrahls, sondern seine Geometrie. [Quelle: kar]

 Columbus bekommt seine Befehle aus Oberpfaffenhofen.

Columbus ist der Name des geplanten europäischen Wissenschaftslabors. Es soll auf der Internationalen Raumstation eingerichtet werden. Die Steuerzentrale für Columbus wird in Oberpfaffenhofen bei München sein. Einen entsprechenden Vertrag haben heute das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und die Europäische Weltraumorganisation ESA unterzeichnet. Das Kontrollzentrum wird voraussichtlich knapp 38 Millionen Euro kosten. Es soll bis 2004 eingerichtet sein. Im selben Jahr will die ESA auch das Labor in den Weltraum schießen lassen. [Quelle: kar]
28.03.2003

 Die nächste ISS-Besatzung startet von Baikonur.

Damit werden zum ersten Mal Raumfahrer mit einer Sojus-Kapsel zur Raumstation gebracht. Das teilte die russische Raumfahrtbehörde in Moskau mit. Der Start ist für den 26. April geplant. Der Flug mit der russischen Raumkapsel ist nötig, weil alle Flüge der US-Amerikanischen Space-Shuttle Flotte nach dem Absturz der Columbia bis zur Klärung der Ursache gestrichen sind. Nach Auskunft der NASA kann dabei jetzt der Datenrekorder des Raumfrachters wichtige Hinweise geben: Er habe bis zuletzt die Flugdaten aufgezeichnet. Der Datenrekorder ist mit der Black-Box vor Flugzeugen vergleichbar; er wurde vor einer Woche gefunden. Die Daten sollen vom Wochenende an ausgewertet werden. [Quelle: gät]

 Das Satellitennavigationssystem Galileo kann starten.

Deutschland und Italien haben ihren Streit um das europäische Satellitennavigationssystem beigelegt. Damit kann der Aufbau des Konkurrenzunternehmens zum US-System GPS beginnen. Das teilte die italienische Regierung in Rom mit. Wie die Bundesregierung ergänzte, werde der Hauptsitz der industriellen Führungsgesellschaft „Galileo Industries“ nach Deutschland kommen. Bereits vor einem Jahr hatten die EU-Verkehrsminister den Aufbau eines eigenen Satellitennavigationssystems beschlossen. Weil sich die Bundesrepublik und Italien aber nicht über die industrielle Führung und den Sitz des Unternehmens einigen konnten, stockte das Projekt. Galileos 30 Satelliten sollen zwischen 2006 und 2007 in Umlaufbahnen gebracht werden; ab 2008 soll das System mit dem GPS konkurrieren. [Quelle: gät]

 Ein Duft wie von Maiglöckchen zieht Spermien an.

Das berichtet ein Forscherteam der Universitäten Bochum und Los Angeles in der heute erscheinenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Science“. Wie die Biologen schreiben, reagieren Spermien auf den Duftstoff Aldehyd-Bourgeonal. Das riecht ähnlich wie Maiglöckchen. Die Spermien schwimmen auf den Duftstoff zu und erhöhen dabei ihre Geschwindigkeit. Die Forscher gehen davon aus, dass die Eizelle oder das Gewebe in der Umgebung diesen oder einen ähnlichen Stoff freisetzen, um den Samen den Weg zu weisen. Das Team fand auch einen Stoff, der die Rezeptoren der Spermien für den maiglöckchenhaften Lockstoff blockiert. Die Samenzelle erblindet dann regelrecht. Die Forscher vermuten, dass die neuen Kenntnisse über den Lockstoff und seinen Blocker neue Verhütungsmethoden möglich machen könnten. [Quelle: gät]

 Die Erde unter der amerikanischen Westküste bebt langsam.

Und zwar bereits seit Ende Februar. Das teilte der kanadische Wissenschaftler Herb Dragert vom Geological Survey der USA mit. Ein langsamer oder stiller Erdstoss kann sich im Gegensatz zu einem ruckartigen über mehrere Wochen hinziehen, wobei die Energie langsam und unmerklich freigesetzt wird. Nach Angabe des Geologen können sich die beiden Kontinentalplatten an der Westküste dabei bis zu vier Zentimeter verschieben. Die Bewegung findet allerdings in einer Tiefe von 30 bis 40 Kilometern statt; die Oberfläche wird sich nur um wenige Millimeter verschieben. Diese Plattenbewegungen können erst seit kurzem mit Hilfe neuer Messsonden und dem Globalen Positionierungssystem GPS erfasst werden. Nach Meinung von Dragert könnte dieses Stille Erdbeben der Auslöser für ein schweres Beben sein, das von Forschern bereits seit längerem erwartet wird. [Quelle: gät]

 Primzahlen wollen sich nahe sein.

Mathematiker wissen seit langem, dass Primzahlen immer dünner gesät sind, je größer sie werden. Zweierabstände wie z.B. zwischen den Primzahlen 11 und 13 oder 17 und 19 werden, je höher man kommt, immer seltener. Ob die Zweierabstände allerdings irgendwann verschwinden, war bislang unbekannt. Der amerikanische Mathematiker Dan Goldston und sein türkischer Kollegen Cem Yildirim präsentieren nun heute auf einem Kongress im kalifornischen Palo Alto den mathematischen Beweis, dass es selbst bei immer größeren Primzahlen stets Paare gibt, die näher beisammen sind als es der Verteilungs-Logarithmus vorschreibt. Mit anderen Worten: Goldston und Yildirim räumen mit dem Verdacht auf, dass sich mit immer größeren Primzahlen auch ihr Abstand beliebig vergrößert. Es wird stets kräftige Ausreißer geben mit erstaunlich nah beieinander liegenden Primzahlen. Goldston brütete 20 Jahre lang über dem Beweis. Mit dem Beweis wird die Suche nach immer größeren Primzahlen erleichtert - und große Primzahlen spielen in der Verschlüsselungstechnik eine entscheidende Rolle. Die größte bisher gefundene Primzahl ist 17.000 Stellen groß. [Quelle: msc]
27.03.2003

 Fransenflügler haben nichts als Muskeln im Kopf.

Und das macht sie zu einem gefährlichen Überträger von Pflanzenviren, die große Mengen von Kulturpflanzen zerstören. Das haben Wissenschaftler von der Universität von Halle herausgefunden. Sie präsentierten ihre Ergebnisse auf der Tagung der deutschen Insektenkundler. Im ersten Larvenstadium der Fransenflügler füllen die Muskeln der Stechborsten den Kopf aus. Die Borsten brauchen die Larven zur Nahrungsaufnahme. Ihr Gehirn sitzt dann im Bereich des Brustkorbs. Dadurch rückt die Speicheldrüse nah an den Darm heran. Und diese besondere Anatomie macht die Larven der Fransenflügler gefährlich: Mit der Nahrung nehmen sie die tückischen Tospoviren auf. Vom Darm der Fransenflügler wandern die Viren direkt in die Speicheldrüse. Auch nach mehreren Häutungen bleibt das Virus im Körper der Fransenflügler. Gleichzeitig übertragen die Tiere mit ihrem Speichel die Tospoviren auf Pflanzen, die dann von dem Virus infiziert sind und meistens zu Grunde gehen. Viele Kürbisgewächse, einige Gemüsearten und Zierpflanzen erleiden durch diese Viren erhebliche Schäden. [Quelle: krb]

 Schon winzige Mengen Nervengift sind für manche Soldaten gefährlich.

Denn einigen von ihnen fehlt ein wichtiges Hilfsmittel, dass die Nervenzellen vor Giften schützt: Das Enzym Paraoxonase. Offenbar produziert nicht jeder Mensch dieses Enzym in ausreichender Menge. Das berichtet die britische Zeitschrift „New Scientist“. Bei einigen Veteranen des ersten Golfkriegs lag das Enzym Paraoxonase nur in geringen Konzentrationen vor. Bei ihnen hatten schon geringe Mengen von Nervengiften große Schäden im Gehirn angerichtet. Deswegen litten diese Veteranen auch an dem sogenannten Golf-Kriegs-Syndrom, das mit Gedächtnisstörungen einhergeht. Andere Kameraden zeigten dagegen nur leichte oder gar keine Beeinträchtigungen, obwohl sie derselben Giftmenge ausgesetzt waren. Bei ihnen hat die körpereigene Giftabwehr durch das Enzym Paraoxonase offenbar funktioniert. Die Nervengifte wurden im ersten Golfkrieg vermutlich freigesetzt, als die US-Armee die irakischen Produktionsstätten für Chemiewaffen zerstörte. [Quelle: krb]

 Neandertaler hatten Hände wie wir.

Genau wie der moderne Mensch, konnten die Neandertaler Daumen und Zeigefinger problemlos zu einem "O" formen. Das ist eine Fähigkeit über die nur der Mensch und einige wenige Affenarten verfügen. Wissenschaftler von der Universität von San Bernardino hatten die Handknochen der Neandertaler genau untersucht. Eine Computersimulation zeigte wie geschickt die Neandertaler mit ihren Händen gewesen sein müssen. Dass der Neandertaler vom modernen Menschen vor etwa 30 000 Jahren aus Europa verdrängt wurde, kann also nicht am unterschiedlichen Knochenbau der Hände gelegen haben. Dass hatten Experten vermutet, da von den Neandertalern nur relativ primitive Werkzeuge gefunden wurden. So als wären ihre Hände nicht geschickt genug gewesen, um bessere Werkzeuge zu bauen. [Quelle: krb]
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