Samstag, 04.07.2020
 
28.12.2007

Medizin Pille gegen Blausäurevergiftungen rückt näher.

Forscher der Universität Minnesota in den USA haben ein schnell wirkendes Gegengift zur Behandlung von Blausäure-Vergiftungen entwickelt. Das Antidot besteht aus einem Gemisch unterschiedlichster Substanzen. Es kann im Unterschied zu derzeit üblichen Gegengiften als Pulver oder Tablette eingenommen werden und wirkt schneller; da die Wirkung bis zu eine Stunde lang anhält, wäre es möglich, die Substanz auch zu Vorbeugung gegen Blausäurevergiftungen einzunehmen. Die Wissenschafter haben ihre Entwicklung bereits im Tierversuch getestet und wollen jetzt mit klinischen Versuchen beginnen. Ihr Gegengift ist vor allem für Feuerwehrleute und Arbeiter in der chemischen Industrie gedacht. //[gät]//

Quelle: Journal of Medicinal Chemistry, Band 50, Seite 6462

Umwelt Feuerwerk zu Silvester erzeugt Feinstaub und CO2.

Rund 10.000 Tonnen Kanonenschläge oder Raketen zünden die Deutschen jedes Jahr. In der ersten Stunde des Neuen Jahres steigt die Feinstaubbelastung in Städten dadurch auf bis zu 4000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Durchschnitt liegt bei 30 bis 40 Mikrogramm. Darauf weist das Umweltbundesamt in Dessau hin. Die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt in Münster hat zudem errechnen lassen, dass zwischen Silvester und Neujahr Treibhausgase frei gesetzt werden, deren Wirkung vergleichbar ist mit 2300 Tonnen Kohlendioxid. Das ist ungefähr die Menge, die bei 550 Flügen von München nach New York in die Lufthülle gelangen. Beide Institutionen raten aber weder von einem Gebrauch der Feuerwerkskörpern ab noch regen sie deren Verbot an. [gät]

Astronomie Forscher aus der Schweiz haben zum ersten Mal das Licht eines fernen Planeten gemessen.

Bis jetzt konnten Wandelsterne ferner Sonnen nicht direkt beobachtet werden, weil sie viel zu lichtschwach sind. Stattdessen haben Physiker ferne Planeten nur indirekt nachweisen können. Jetzt hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern der ETH Zürich erstmals Licht aufgefangen, das von der Gashülle eines fremden Planeten stammt. Die Wissenschafter hatten dabei in den Aufnahmen des 60 Lichtjahre entfernten Zwergsterns nach Spuren von polarisiertem Licht gesucht. Von Planeten reflektiertes Licht ist in der Regel polarisiert. Aus den Messungen ergab sich, dass die Gashülle des fernen Planeten deutlich größer ist als der undurchsichtige Teil. Forscher versuchen bereits seit mehr als zwei Jahren, polarisiertes Licht von Planeten anderer Sterne aufzufangen. Damit sind zum Beispiel Spektralanalysen möglich, sowie bessere Bestimmungen von Radien und Massen ferner Planeten. //[gät]//

Quelle: Astrophysical Journal, doi: 10.1086/527320

Biologie Taufliegen-Larven können räumlich riechen.

Das berichten Forscher der Rockefeller Universität in New York. Taufliegenlarven haben zwei Geruchsorgane, die – ähnliche wie Ohren – auf der linken und rechten Seite des Kopfes sitzen und so einen räumlichen Sinneseindruck vermitteln. Die Insekten können damit die Quelle von Gerüchen besser orten, berichten die Wissenschafter nach Versuchen, bei denen sie Larven mit nur einem Riechorgan gezüchtet hatten. //[gät]//

Medizin Ein Eiweiß stoppt Metastasenbildung.

Das Protein mit der Bezeichnung TES könnte damit ein Ansatzpunkt für neue Krebsmedikamente sein, berichten Forscher des London Research Institute im Fachblatt „Molecular Cell“. Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie sich Krebszellen im Körper ausbreiten, und welche Rolle das Eiweiß MENA dabei spielt. MENA tritt in Tumoren gehäuft auf und bereitet unter anderem Krebszellen den Weg in den Körper. Allerdings wird diese Funktion unterbunden, wenn TES sich an dieses Eiweiß bindet. Für die Wissenschafter kam diese Beobachtung überraschend, da es keinen Hinweis auf eine Interaktion beider Proteine gab. Sie hoffen jetzt, ein Medikament auf dieser Basis entwickeln zu können. //[gät]//

Klima 2007 war das wärmste Jahr in den Niederlanden.

Das teilte das Meteorologische Institut in Bildt mit. Die mittlere Temperatur lag in den Niederlanden dieses Jahr bei 11,2 Grad. Das ist ein Grad mehr als 2006, das bisher den Rekord gehalten hatte. Meteorologen in den Niederlanden können auf eine deutlich längere Tradition bei der Wetterbeobachtung zurückblicken als die Deutschen: In den Niederlanden wird das Wetter seit 1706 kontinuierlich beobachtet, in Deutschland seit 1901. Die Durchschnittstemperatur hierzulande lag bei mindestens bei 9,8 Grad Celsius. Das teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit. Die Meteorologen weisen allerdings darauf hin, dass noch nicht alle Daten ausgewertet sind. Noch fehlten die letzten Dezembertage; die mittlere Temperatur könne noch auf 9,9 Grad steigen. Tritt dieser Fall ein, wäre 2007 ebenso warm gewesen wie das Jahr 2000 – das war bislang das wärmste seit 1901. //[gät]//
27.12.2007

Genetik Forscher klonen Schweine mithilfe von Stammzellen.

Wie das Nationale Institut für Tierwissenschaft heute in Seoul mitteilte, haben südkoreanische Wissenschaftler mit Hilfe von Stammzellen erstmals Schweine geklont. Dies sei ein deutlich effizienterer Weg als die bisher übliche Klon-Methode mit Körperzellen, heißt es in dem Schreiben. Für die neue Methode seien Stammzellen aus dem Knochenmark der Schweine genutzt worden. Damit könne die Erfolgsquote beim Klonen von bislang maximal fünf auf nun 20 Prozent erhöht werden. Ziel der Forscher sei es, langfristig über das Klonen von Schweinen Organe für Transplantationen beim Menschen zu gewinnen. Die Wissenschaftler forschen nach eigenen Angaben zudem daran, beim Klonen kleinere Schweine zu erzeugen, so dass deren Organe ungefähr die Größe der menschlichen Organe haben. //[mst]//

Forschung Die Zahl der Versuchstiere ist gestiegen.

Rund zweieinhalb Millionen Wirbeltiere sind 2006 in Deutschland für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet worden. Das sind gut 100.000 beziehungsweise 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das Bundesverbraucherministerium heute mit. Über 80 Prozent der Versuchstiere waren Nager wie Ratten und Mäuse, gefolgt von Fischen, deren Anzahl sich mehr als verdoppelte. Diese Zunahme wurde auf die biologische Grundlagenforschung zurückgeführt. Dagegen wurden weniger Katzen und Hunde als Versuchstiere eingesetzt. Versuche mit Menschenaffen gab es nicht, zudem sank die Zahl anderer Affen um 254 auf 1.851. Über die Hälfte aller Tiere wurde für die Erforschung von Erkrankungen von Mensch und Tier eingesetzt, fast ein Fünftel für vorgeschriebene Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen von Produkten. //[mst]//

Astronomie Astronomen entdecken eine Vogel-Galaxie.

Forscher vom South African Astronomical Observatory haben drei Galaxien entdeckt, die in einem gewaltigen Zusammenstoß gerade miteinander verschmelzen. Die rund 650 Millionen Lichtjahre entfernte Formation erinnert an einen Vogel mit langen Schwingen. Während zwei der Galaxien, die den Körper des Vogels bilden, schon länger bekannt waren, besteht der Kopf des Vogels aus einer bisher unbekannten Galaxie. Die Flügel haben eine Ausdehnung von rund 100.000 Lichtjahren und damit die Ausmaße der Milchstraße. Den Forschern zufolge befindet sich die dritte Galaxie gerade in einer fruchtbaren Phase, in der sie in schneller Folge neue Sterne produziert. Auch die Geschwindigkeit, in der sich die Galaxien gegenseitig verschlingen, ist enorm: Sie liegt nach den Berechnungen bei vierhundert Kilometern in der Sekunde. //[mst]//

Medizin Mediziner machen eine Leberfibrose-Erkrankung rückgängig.

Forscher der Universität von Kalifornien in San Diego ist es gelungen, bei Mäusen nicht nur das Einwuchern von Bindegewebe zu stoppen, sondern auch das gesunde Lebergewebe wiederherzustellen. Dazu hatten sie in den Leberzellen der Mäuse ein Eiweiß ausgeschaltet, das für das Entstehen übermäßiger Mengen an Bindegewebe bei der Leberfibrose verantwortlich ist. Nach dem Wachstumstopp bildeten sich die gesunden Leberzellen zurück. Die Forscher hoffen, mit dieser Methode einen ersten Therapieansatz für Menschen mit einer Leberfibrose gefunden zu haben. //[mst]//

Medizin Stammzellenforscher machen weitere Fortschritten.

Wie das britische Fachblatt „Nature“ berichtet, ist es Forschern am Kinderkrankenhaus in Boston gelungen, Stammzellen aus Lungen- und Hautzellen von Embryonen sowie aus Hautzellen eines Neugeborenen und eines gesunden Erwachsenen herzustellen. Mit Hilfe von Stammzellen, die sich zu einer von 220 spezifischen Zellformen des menschlichen Körpers entwickeln können, sollen zukünftig Schäden an menschlichem Gewebe behoben werden. Bis dahin sind jedoch noch viele Hürden zu überwinden, schreiben die Forscher. //[mst]//

Raumfahrt Kaguya beginnt pünktlich mit der Arbeit.

Die japanische Mondsonde Kaguya hat mit ihrer Erkundung begonnen. Wie die zuständige Raumfahrtbehörde in Tokio mitteilte, sei die Sonde planmäßig in ihre operationelle Phase eingetreten. Die Sonde war am 14. September mit der Rakete H-2A ins All gestartet und soll eine genaue Beschreibung der Oberfläche des Erdtrabanten ermöglichen. Die Mission soll bis zum kommenden Herbst dauern. //[mst]//
21.12.2007

Planetologie Ein Asteroid könnte den Mars treffen.

Der vom Nasa-Projekt zur Identifizierung erdnaher Objekte (Near Earth Object Program - Neo) entdeckte kleine Himmelskörper könnte Ende Januar auf dem Mars einschlagen. Die Chance liege bei 1:75, erklärten Nasa-Astronomen. Der Asteroid 2007 WD5 wurde Ende November entdeckt. Wissenschaftler hatten die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags zunächst auf nur 1:350 kalkuliert. Sollte der Asteroid einschlagen, dürfte der Krater ungefähr so groß werden wie der berühmte Meteor Crater in Arizona. //[dk]//

Atmosphärenphysik Schwefeldioxid war das Treibhausgas des Mars.

Schwefeldioxid spielte offenbar eine Schlüsselrolle für das Klima auf dem Mars vor vier Milliarden Jahren: Als starkes Treibhausgas in der Atmosphäre des Planeten stabilisierte es die Temperaturen. Damit wurde das Klima anders als auf der Erde, wo Kohlendioxid das Wettergeschehen mit beeinflusst, durch einen aktiven Schwefelkreislauf aufrechterhalten. Unklar ist bis heute, warum das Klima auf dem Mars vor etwa vier Milliarden Jahren so viel wärmer sein konnte als heute, obwohl es keine Hinweise auf einen aktiven Kohlenstoffkreislauf gibt. Ein Kohlenstoffzyklus wie auf der Erde hätte bei den gegebenen Temperaturen große Mengen von Kalkstein produzieren müssen – ein Gestein, von dem Forscher auf dem Planeten jedoch nur geringe Mengen fanden. Stattdessen entdeckten Wissenschaftler auf dem Mars große Mengen schwefelhaltiges Gestein. Der tatsächliche Grund des warmen Klimas auf dem Mars könnte daher ein Kreislauf auf der Basis von Schwefeldioxid gewesen sein. //[dk]//

Endokrinologie Das Hormon Epo wirkt stimmungsaufhellend.

Erneut gibt es einen Hinweis, dass das vor allem als Blutdopingmittel bekannte Hormon Epo auch antidepressive Eigenschaften hat. Das von den Nieren gebildete Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt, beeinflusst laut einer aktuellen englischen Studie im Gehirn die Verarbeitung von Gefühlen. Wissenschaftler der Universität Oxford untersuchten dabei den Nutzen als Antidepressivum. Zwar hänge eine Depression oft mit dem Hirnstoffwechsel zusammen, so die Forscher. Möglicherweise könne aber auch eine Rolle spielen, dass Nervenzellen durch Stress geschädigt würden oder sich weniger schnell regenerierten. Die Forscher zeigten 23 gesunden Personen Fotos von angsterfüllten, glücklichen oder neutralen Gesichtern, während sie die Hirntätigkeit mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie beobachtete. Dabei schwächte das Hormon die Reaktion bestimmter Hirnareale auf die angstvollen Mienen, ähnlich wie andere Antidepressiva. Kürzlich hatten Kieler Forscher entdeckt, dass Epo die Lebensqualität von Schizophreniepatienten erhöht, weil es offenbar ihre Antriebslosigkeit mindert. //[dk]//

Quelle: Biological Psychiatry, Vol. 62, S. 1244-1250

Atmosphärenphysik Schwefeldioxid war das Treibhausgas des Mars.

Schwefeldioxid spielte offenbar eine Schlüsselrolle für das Klima auf dem Mars vor vier Milliarden Jahren: Als starkes Treibhausgas in der Atmosphäre des Planeten stabilisierte es die Temperaturen. Damit wurde das Klima anders als auf der Erde, wo Kohlendioxid das Wettergeschehen mit beeinflusst, durch einen aktiven Schwefelkreislauf aufrechterhalten. Unklar ist bis heute, warum das Klima auf dem Mars vor etwa vier Milliarden Jahren so viel wärmer sein konnte als heute, obwohl es keine Hinweise auf einen aktiven Kohlenstoffkreislauf gibt. Ein Kohlenstoffzyklus wie auf der Erde hätte bei den gegebenen Temperaturen große Mengen von Kalkstein produzieren müssen – ein Gestein, von dem Forscher auf dem Planeten jedoch nur geringe Mengen fanden. Stattdessen entdeckten Wissenschaftler auf dem Mars große Mengen schwefelhaltiges Gestein. Der tatsächliche Grund des warmen Klimas auf dem Mars könnte daher ein Kreislauf auf der Basis von Schwefeldioxid gewesen sein. //[dk]//

Biologie Erdhörnchen tarnen sich mit dem Duft von Schlangen.

Das bewahre sie vor allem vor nächtlichen Angriffen in ihrem Bau, haben Wissenschaftler von der Universität von Kalifornien in Davis herausgefunden. Die Erdhörnchen nagen dazu an Häuten, die die Schlangen während einer Häutung abstoßen, lecken sich danach das Fell und können so den eigenen Duft übertünchen. Bei ihren Tierbeobachtungen war den Forschern aufgefallen, dass die Tiere systematisch Schlangenhaut kauten und sich danach ableckten. Weibchen und Jungtiere nutzen das Schlangendeo besonders intensiv. Da diese durch Angriffe von Schlangen am stärksten gefährdet sind, gehen die Forscher davon aus, dass der Schlangenduft als chemischer Schutzschild gegen die Reptilien dient. //[dk]//

Quelle: DOI: 10.1016/j.anbehav.2007.05.024

Planetologie Corot hat einen zweiten Exoplaneten entdeckt.

Das europäische Weltraumobservatorium „Corot“ hat zum zweiten Mal seit Beginn seiner Beobachtungszeit einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gefunden. Er erhielt den Namen Corot-Exo-2b. Aufgespürt wurde Corot-Exo-2b durch die so genannte Transitmethode: Wenn der Umlauf eines Exoplaneten so erfolgt, dass dieser von der Erde aus betrachtet jedes Mal vor seinem Stern vorbei zieht, so wird ein Teil des Sternenlichtes während dieses Durchganges oder auch Transits teilweise abgedeckt. Durch diese Sternfinsternis verrät sich der Planet. //[dk]//

Biologie Fresszellen schützen vor Prionen-Infektion.

Forscher der Universität Zürich haben diesen Effekt an Kleingehirngewebe von Mäusen entdeckt, das mit Prionen infiziert war und unter Laborbedingungen am Leben erhalten wurde. Wie sie beobachteten, schützen die Mikrogliazellen, auch als Fresszellen bezeichnet, das Gehirn vor der Infektion mit Prionen. Die Studie wird in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" publiziert. Prionen sind die Erreger der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung beim Menschen und von BSE bei Tieren. Erst wenn die Forscher die Fresszellen aus den Gewebeproben entfernten, ließ sich das Gewebe leichter infizieren. Die Forscher sehen diese Entdeckung als bedeutsam für das weitere Verständnis der Entwicklung von Prionen-Erkrankungen beim Menschen an. //[dk]//
20.12.2007

Physik Ein Meteorit soll 1908 die Katastrophe von Tunguska verursacht haben.

Eine gewaltige Explosion mit der Energie einer Megatonnen-Atombombe hatte die entlegene Tunguska-Region in Sibirien seinerzeit verwüstet und 6000 Quadratkilometer Kiefernwald zerstört. US-Wissenschaftler der Sandia National Laboratories haben nun mit Simulationen im Supercomputer die Theorie eines Meteoriteneinschlags erneut ins Gespräch gebracht. Der Meteorit, der diese gewaltigen Verwüstungen verursacht hatte, war offenbar sehr viel kleiner als bislang vermutet. Entscheidend sei demnach, dass der Körper aus dem All mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit durch die Atmosphäre raste. Die dabei entstehenden Schockwellen seien nach den Berechnungen in der Lage, große Wälder umzulegen. //[dk]//

Physik Die größte Gasturbine der Welt arbeitet in Deutschland.

Die 444 Tonnen schwere Turbine wurde von Siemens gebaut und steht in Irsching bei Ingolstadt. Die Turbine kommt auf 340 Megawatt Leistung und kann damit eine Stadt von der Größe Hamburgs mit Strom versorgen. Eineinhalb Jahre lang wird Siemens die Turbine in einem Testkraftwerk testen, bevor die Anlage zu einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk erweitert wird. Dann soll die Leistung auf 530 Megawatt erhöht werden. Das Testkraftwerk in Irsching will der Energiekonzern E.on im Jahr 2011 übernehmen und nutzen. Vor allem mit dem hohen Wirkungsgrad der Anlage von 60 Prozent will Siemens künftige Kunden gewinnen. Bisher sind nach Unternehmensangaben bei Kraftwerken maximal 58 Prozent möglich. //[dk]//

Physik Lisa erforscht die Erdgeschichte.

Das Satellitensystem Lisa soll nach Angaben des Brandenburger Forschungsministeriums von 2018 an wichtige Erkenntnisse über die Entstehung der Erde liefern. Dann sei der Start der Mission vorgesehen, so Brandenburgs Forschungsministerin Wanka in Potsdam. Das Projekt wird vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik im brandenburgischen Golm geleitet. Die Gravitationsphysik beschäftigt sich mit der Anziehungskraft, die Objekte aufeinander ausüben. Die europäischen und amerikanischen Weltraumbehörden Esa und Nasa hätten das Projekt zu ihrem wichtigsten im kommenden Jahrzehnt erklärt, hieß es in Potsdam. Durch die Erforschung vor allem der Schwarzen Löcher im All werden neue Erkenntnisse über die Entstehung der Erde erwartet. Lisa werde große Schwarze Löcher aufspüren und die von ihnen ausgehenden Gravitationswellen messen, was wegen ihrer geringen Intensität von der Erde aus nicht möglich sei, so die Forscher. Möglich sei, dass dabei auch Wellen des Urknalls vor 14 Milliarden Jahren gemessen werden könnten. //[dk]//

Medizin Labor in Chipgröße findet zuverlässig Krebszellen.

So groß wie eine Kreditkarte ist das System, das mit hoher Zuverlässigkeit Tumorzellen im Blut nachweist. Über den Testchip berichten Forscher der Harvard Medical School in Boston jetzt im Wissenschaftsjournal "Nature". Bei 116 Blutproben von 68 Krebspatienten schlug das Gerät in 115 Fällen an. Im Blut krebsfreier Menschen gab der Chip indes keinen Alarm, berichten die Forscher. Der Chip besitzt eine Kammer mit rund 80.000 feinsten Stäbchen, die mit einem Antikörper beschichtet sind. Dieser ist so geformt, dass er zu einem Protein passt, das auf praktisch allen Tumorzellen vorkommt. Während die Blutprobe langsam durch den Chip fließt, bleiben nur die wenigen darin enthaltenen Tumorzellen an der Oberfläche der Stäbe haften. Die Forscher begegnen mit ihrer Arbeit einem großen Problem der Krebsmedizin. Auf etwa eine Milliarde Blutzellen kommt nur eine aus einem Tumor. Der Krebszellentest soll schon bald Marktreife erlangen. //[dk]//

Medizin Chip funkt gegen Depressionen.

Den Neuro-Chip haben Mediziner der Universität Jena einer Patientin eingepflanzt. Das nur wenige Zentimeter große System dient zur Stimulation des Nervus vagus und soll mit Hilfe von elektrischen Impulsen eine Stimmungsverbesserung erzielen. In den USA werden Patienten schon länger solche Chips implantiert. Jetzt wurde das Verfahren erstmals in Deutschland angewendet. Dabei wird eine Elektrode im linken Halsbereich mit einer direkten Verbindung zum Nerv und einem Impulsgeber im Achselbereich implantiert, die unter der Haut miteinander verbunden sind. Die Forscher erwarten, dass Stimmungsveränderungen erst nach etwa sechs Monaten nachweisbar sein werden. [dk]

Quelle: cid

Geophysik Bremehavener Forscher finden neue Belege für warme Erdphase.

Vor acht Millionen Jahren war es im Gebiet der jetzigen Antarktis deutlich wärmer als heute. Das zeigen erste Ergebnisse einer 1138 Meter tiefen Bohrung in den Sedimentschichten des Antarktischen Ozeans. Erstmals sei es gelungen, einen detaillierten Einblick in die Klimageschichte vor 6 bis 20 Millionen Jahren zu bekommen, so die Forscher vom Alfred- Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Bislang sei man davon ausgegangen, dass vor etwa 14 Millionen Jahren eine lange Kälteperiode begann und sich die permanente Eiskappe in der Ostantarktis bildete. //[dk]//
19.12.2007

Forschungspolitik Der Deutsche Ethikrat kommt erst 2008 zustande.

Bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr beschäftigte sich das Bundeskabinett nicht mehr der Bildung des seit August ausstehenden Deutschen Ethikrats, teilte ein Sprecher des Bundespresseamts der Katholischen Nachrichten-Agentur mit. Offenbar konnten sich SPD, Union und Bundesforschungsministerium nicht auf die Besetzung einigen. Damit verzögert sich auch die offizielle Auflösung des Nationalen Ethikrats, der im September seine Arbeit beendete. //[mst]//

Neurologie Wie gut man Gesichter erkennt, bestimmt das Erbgut.

Diesen Schluss ziehen Forscher aus Michigan aus einer Studie mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen, die im „Journal of Neuroscience“ erscheint. Das Wiedererkennen von Gesichtern und Orten ist demnach stärker von Genen abhängig als das Erkennen anderer Gegenstände. Die Forscher hatten die Hirnaktivität der Probanden beim Betrachten verschiedener Bilder miteinander verglichen. Besonders in der für die Bildverarbeitung zuständigen Region des visuellen Cortex stellten sie je nach gezeigtem Motiv unterschiedliche Reaktionen fest. So lösten Bilder von Gesichtern und Orten bei eineiigen Zwillingen ein ähnlicheres Muster aus als bei zweieiigen. Die Forscher vermuten, dass in der Evolution die Fähigkeit zum Erkennen von Gesichtern und Orten wichtiger war als das Erkennen anderer Objekte. //[mst]//

Medizin Cannabis-Rauch ist giftiger als Zigarettenqualm.

Das schreiben Forscher der kanadischen Gesundheitsbehörde im Fachblatt „Chemical Research in Toxicology“. Der Rauch eines Joints enthält demnach bis zu zwanzigmal mehr schädliches Ammoniak als der Rauch einer Zigarette. Zudem seien Stickstoffmonoxid, weitere Stickstoffoxide und der Anteil an Blausäure im Marihuana-Rauch drei- bis fünfmal höher konzentriert als bei Zigaretten. Hinzukommt, dass Raucher eines Joints den Rauch bis zu viermal länger in ihren Lungen behalten und ihn um ein Drittel tiefer inhalieren als Zigarettenrauch, schreiben die Forscher. //[mst]//

Biologie Siege müssen hart erarbeitet werden.

Das gilt Forschern der Universität von Edinburgh zufolge auch für Pferde. Wie sie in „Biology Letters“ schreiben, zeichnen sich siegreiche Rennpferde weniger durch ihre genetische Veranlagung aus, sondern vor allem durch ihr Training, die Arbeit ihrer Jockeys und ihre Vorbereitung auf die Rennen. Bei der Studie hatten die Forscher mehr als 4000 Rennpferde seit 1922 untersucht. Dabei sahen sie, dass nur etwa zehn Prozent der Tiere eine genetische Veranlagung zum Siegen haben. //[mst]//

Anthropologie Richter gibt es erst in größeren menschlichen Gemeinschaften.

Das berichten Forscher der Florida State University in den Proceedings of the Royal Society. Sie hatten mehrere Studien ausgewertet, die die Größe lokal zusammen lebender Gruppen hinsichtlich einer dritten Instanz, einer Art Richter, untersuchte hatten. Je kleiner die Gemeinschaft war, desto seltener gab es eine solche moralische Instanz. Größere Gruppen hingegen sanktionierten früher und härter durch eine vom Streit unabhängige Person. Die Forscher schließen daraus, dass eine Bestrafung durch einen Dritten ein Merkmal größerer und anonymer Gemeinschaften ist. In kleineren Gruppen kennen sich hingegen alle Beteiligten. Dies mache einen Richter überflüssig. //[mst]//

Biologie Der Thermostat des Körpers sitzt im Stammhirn.

Der Körper von Säugetieren hält möglichst genau seine – von Art zu Art unterschiedliche – Temperatur. Wird es zu warm, beginnt er zu schwitzen, um sich zu kühlen; ist es zu kalt, zittern die Muskeln, um Wärme zu erzeugen. Forscher aus den USA berichten nach Rattenversuchen im Fachblatt „Nature Neuroscience“, dass eine bestimmte Region im Stammhirn, der so genannte Nukleus parabrachialis, zum Beispiel Zittern bei Kälte auslöst. Auf die Empfindung von Kälte oder Wärme hat dieser Bereich des Stammhirns jedoch keinen Einfluss. //[mst]//

Medizin Ein Mangel an Sonne verstärkt das Lungenkrebsrisiko.

Forscher der Universität von Kalifornien berichten im „Journal of Epidemiology and Community Health“, dass die Anzahl der Erkrankungen in den Ländern am höchsten ist, die am weitesten vom Äquator entfernt sind. Insgesamt hatten sie die Daten aus über 100 Ländern analysiert. Neben dem Rauchen, das für bis zu 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen verantwortlich gemacht wird, hat den Forschern zufolge auch der Kontakt mit Sonnenlicht, vor allem mit UVB-Licht, einen Einfluss. Die Menge an UVB steigt mit der Nähe zum Äquator. Zusätzlich spielen eine dichtere Wolkendecke und die Aerosolwerte eine Rolle. Die Autoren vermuten, dass Vitamin D, das durch den Kontakt mit Sonnenlicht gebildet wird, das Turmorwachstum stoppen kann. //[mst]//
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