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25.04.2008

Politik US-Senat verabschiedet Gentest-Gesetz.

In den Vereinigten Staaten dürfen Arbeitgeber bei der Einstellung eines neuen Beschäftigten keine genetischen Tests verlangen. Solche Gentests könnten Informationen über vorhandene Krankheitsrisiken liefern. Auch Krankenversicherungen dürfen niemanden zu genetischen Tests zwingen, heißt es in einem neuen Gesetz. Nachdem zuvor bereits das Repräsentantenhaus in Washington für ein solches Gesetz gegen genetische Diskriminierung gestimmt hatte, hat nun der US-Senat das Gesetz einstimmig beschlossen. Damit es rechtskräftig wird, soll Präsident George Bush das Gesetz in Kürze unterzeichnen. //[ml]//

Gentechnik Der koreanische Klon-Hund „Snuppy“ wird Vater.

Zwei geklonte Hündinnen seien nach einer künstlicher Befruchtung mit Spermien des weltweit ersten geklonten Hundes Snuppy trächtig. Die Föten haben sich anscheinend normal entwickelt, wie in Ultraschallbildern gezeigt werden konnte. Das teilte der südkoreanische Klonforscher Lee Byung chun von der Universität Seoul der „Korea-Times“ mit. Die Hunde werden voraussichtlich Mitte Mai geboren werden. Es handelt sich um die ersten Hunde, bei denen sowohl Vater als auch Mutter Klone sind. Für die Weitergabe dieser Informationen rügte Institutsleiter Kook Yang den Wissenschaftler. Kook Yang ist Nachfolger von Hwang Woo Suk. Der Klonpionier Hwang musste die Universität Seoul verlassen, nachdem ihm die Fälschung von Forschungsergebnissen und die Beschaffung von menschlichen Eizellen mit unerlaubten Methoden nachgewiesen worden war. //[ml]//

Paläontologie Tyrannosaurus Rex war ein Vorfahre der heutigen Vögel.

Das konnten US-Wissenschaftler durch Untersuchungen von Proteinen bestätigen. In der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „Science“ präsentiert das Team aus Boston einen Stammbaum, der die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen ausgestorbenen und heute lebenden Arten dokumentiert. Demnach sind die Übereinstimmungen zwischen Hühnern und Tyrannosaurus viel größer als zwischen Tyrannosaurus und heutigen Reptilien. Für ihre vergleichenden Untersuchungen wählten die Forscher Kollagen-Eiweiße, die auch nach 68 Millionen Jahren gut erhalten sind und sich Aminosäure für Aminosäure untersuchen lassen. Unter anderem konnten sie so auch die Verwandtschaft von Mammut und Elefant bestätigen. Für Paläontologen bringen die Ergebnisse nichts Neues, erklärte Mark Norrell vom Natural History Museum in New York gegenüber dem „New Scientist“. Das gleiche lasse sich viel besser aus den Knochen als aus den Proteinen lesen. //[ml]//

Medizin Chinesisches Heparin beinhaltete eine Substanz aus Schweineknorpel.

Übersulfatiertes Chondroitin-Sulfat – kurz OSCS - ist für schwere Nebenwirkungen des aus China importierten Gerinnungshemmers Heparin verantwortlich. Das zeigen Forschungsergebnisse, die das MIT in Boston in „Nature Biotechnology“ veröffentlichte. Die Forscher hatten mit Hilfe der Kernspinresonanzspektroskopie sechs Heparin-Proben untersucht. OSCS wird aus Tierknorpel gewonnen und weist große Ähnlichkeit mit Heparin auf. Mit traditionellen Methoden lasse sich die Verunreinigung nicht erkennen, so die Forscher. OSCS verstärkt die Blutgerinnung und weitet die Blutgefäße. So kann es zu Blutdruckabfall und anderen Nebenwirkungen führen. In Deutschland habe es mindestens 31 Fälle mit zum Teil schweren Nebenwirkungen durch verunreinigtes Heparin gegeben, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn mit.

Biologie Taucheranzug wärmt frierenden Pinguin.

Der afrikanische Pinguin Pierre lebt im Aquarium von San Francisco. Nachdem er seine Federn verloren hatte, stand er nur noch fröstelnd am Beckenrand und wagte sich nicht mehr ins Wasser. Ein maßgeschneiderter Neoprenanzug, wie ihn Surfer oder Taucher benutzen, brachte die Lösung. Pierre gewöhnte sich schnell an den Taucheranzug und sprang wieder zu den Artgenossen ins Wasser. Sobald sein Federkleid nachgewachsen ist, darf Pierre wieder nackt baden. //[ml]//
24.04.2008

Astronomie Astronomen blicken in den Auspuff eines schwarzen Lochs.

Mit einem Netzwerk von Radioteleskopen hat ein internationales Astronomenteam tief in den Auspuff eines gigantischen Schwarzen Lochs geblickt. Wie sie im Fachblatt „Nature“ schreiben, haben sie herausgefunden, wie manche Schwarzen Löcher kosmisches Gas fast mit Lichtgeschwindigkeit ins All schleudern, anstatt es zu verschlucken. Die Forscher hatten die Galaxie „BL Lacertae“ im Sternbild Eidechse beobachtet, in deren im Zentrum sich ein extrem massereiches Schwarzes Loch befindet. Dabei sahen sie, dass es Materie auf einer so genannten Akkretionsscheibe sammelt - und intensive Röntgenstrahlung ausstrahlt. Ein Teil des heißen kosmischen Gases wird dann mit 99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit in zwei eng gebündelten Strahlen ins Weltall hinausgeschleudert. //[mst]//

Medizin Musik hilft bei Ohrgeräuschen.

Erstmals konnten Forscher mit Hilfe von bildgebenden Verfahren beweisen, dass eine Musiktherapie bei Tinnitus-Patienten wirksam ist. Schon nach zehn Sitzungen waren bei 80 Prozent der rund 130 Studienteilnehmer die lästigen Pfeif- und Piepgeräusche im Ohr deutlich reduziert oder ganz verschwunden. Das Konzept bestehend aus Stimmübungen und passiven Therapieeinheiten zur Stressbewältigung hatten Experten am Deutschen Zentrum für Musiktherapien in Heidelberg entwickelt. Vor und nach der Therapie mussten sich die Patienten einer Untersuchung im Kernspintomographen unterziehen. Dabei gewannen die Forscher neue Informationen über die Entstehung der lästigen Ohrgeräusche. Demnach verursacht nicht nur eine fehlerhafte Verarbeitung von Geräuschen im Gehirn den Tinnitus, sondern sind auch Hirngebiete daran beteiligt, die nichts mit dem Hörsinn zu tun haben. //[kra]//

Biologie Dreck reinigt den Magen.

Das gilt auch für Fledermäuse, berichten Forscher vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin im Fachblatt „PLoS“. Demnach greifen Fledermäuse mit einer Vorliebe für Früchte in Ecuador manchmal zu einer unkonventionellen Nahrungsergänzung: Sie fressen Erde, um damit giftige oder unbekömmliche Stoffe aus ihrer Nahrung unschädlich zu machen. Diese Entgiftungskur scheint vor allem für trächtige und säugende Fledermausweibchen wichtig zu sein, da sie mehr fressen und mit den Früchten auch vermehrt Giftstoffe aufnehmen. //[mst]//

Medizin Stammzellenforscher züchten Herzzellen.

Forscher aus New York haben aus menschlichen embryonalen Stammzellen drei Arten von Herzzellen gezüchtet. Wie sie im Fachblatt „Nature“ schreiben, entwickelten sich alle drei Zelltypen aus gemeinsamen Herz-Vorläuferzellen. Diese Erkenntnis sei ein wichtiger Schritt hin zur gezielten Herstellung von Herzgewebe. Die Forscher steuerten die Entwicklung der Stammzellen durch die Zugabe verschiedener Moleküle. Knapp die Hälfte der Vorläuferzellen verwandelte sich in der Zellkultur innerhalb weniger Tage in zuckende Herzmuskelzellen. Ihr hoher Anteil in der Zellkultur führte dazu, dass bald ganze Lagen der Zellen synchron kontrahierten. //[mst]//

Biologie Das weltweite Artensterben gefährdet die medizinische Forschung.

Davor warnt das UN-Umweltprogramm Unep in seiner Studie zur Artenvielfalt, die gestern in Singapur vorgestellt wurde. Der alarmierende Artenschwund in der Tier- und Pflanzenwelt raube der Menschheit die Schlüssel zur Entwicklung lebensrettender Medikamente. Der Verlust der Lebensräume, sowie die Zerstörung der Ökosysteme, Umweltverschmutzung, Ausbeutung und Klimawandel zehren am Naturkapital des Planeten, einschließlich der medizinischen Schatzkiste, heißt es in dem Bericht. //[mst]//

Biologie Rosenkriege gibt es auch bei Blaumeisen.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seeweisen haben bei Blaumeisen Trennungsraten von über 50 Prozent festgestellt. Offensichtlich sei einer der beiden Partner frustriert, weil aus der Beziehung zu wenig Nachwuchs hervorging, vermuten die Forscher im Fachblatt „Animal Behaviour“. Bei ihren Beobachtungen sahen sie, dass sich das Männchen nach der Trennung häufig mit einem größeren Weibchen paarte, um die Zahl der Nachkommen zu erhöhen. //[mst]//

Geschichte Max Planck hieß eigentlich Marx Planck.

Dies fand der Norddeutsche Rundfunk bei Recherchen anlässlich des 150. Geburtstags des Physik-Nobelpreisträgers heraus. Ein Handschriftenexperte sollte nur die in Sütterlin geschriebenen Namen der Paten Plancks im Taufeintrag von 1858 entziffern. Im Taufeintrag des Kirchenbuches der Kieler St.-Nikolai-Gemeinde stehe Marx Planck – eine alte deutsche Schreibweise von Markus und heute noch bei Standesämtern als Vorname erlaubt. //[mst]//
23.04.2008

Medizin Man ist, was die Mutter gegessen hat, bevor sie schwanger wurde.

Die Menge an Nährstoffen, die Frauen um die Zeit der Empfängnis zu sich nehmen, beeinflussen das Geschlecht des Kindes. Das berichten britische und amerikanische Forscher in den Proceedings of the Royal Society. Ein regelmäßiges Frühstück mit Getreideflocken, viele Kalorien und viele unterschiedliche Mineralien, Vitamine und Spurenelemente vergrößern demnach die Chancen auf einen Sohn. Die Forscher hatten 740 Frauen zu ihren Ernährungsgewohnheiten vor und während der Schwangerschaft befragt. Die Frauen mit dem höchsten Kalorienverbrauch bekamen mit einer Wahrscheinlichkeit von 56 Prozent Söhne, diejenigen mit dem geringsten Energiekonsum lediglich mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent. Die Forscher begründen das mit einem Effekt, der aus dem Tierreich bekannt ist: In Zeiten des Überflusses steigt die Anzahl männlicher Nachkommen, während sie in Notzeiten sinkt - eine evolutionsbiologische Taktik, bei der der Nachwuchs die größtmöglichen Überlebenschancen habe. [mst]

Quelle: NewScientist/BBC

Biologie Afrikanische Heringe wurden vom Meer ins Land gespült.

Forscher der Universität Zürich haben eine Erklärung für die Herkunft des Süßwasser-Herings im ostafrikanischen Tanganjikasee gefunden. Der sechstgrößte See der Erde ist berühmt für seine eine einzigartige, meeresähnliche Fauna. Wie die Forscher im Fachblatt PloS schreiben, muss der Hering mit einer Meeresflutwelle in den See gekommen sein - und dies, obwohl der See nie am Meer lag. Dieser nur dort vorkommende Fisch ist mit der Gruppe der so genannten Pellonula-Heringsfische verwandt, die in ganz West- und Südafrika heimisch sind. Die Forscher rekonstruierten die Hering-Stammbäume aus molekularen Daten und sahen, dass die Fische den Westen Afrikas vor 25 bis 50 Millionen Jahren nach einer massiven Meeresüberflutung besiedelt haben. [mst]

Quelle: PloS

Psychologie Der Gang verrät selbst Kindern das Geschlecht.

Das haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden. Den geschlechtsspezifischen Gang hatten sie durch die Aufzeichnung von weiblichen und männlichen Läufern verschiedenen Alters ermittelt, indem sie wichtige Stellen wie etwa Gelenke mit weißen Punkten markiert hatten. Diese Daten wandelten sie zu einem laufenden Punktmännchen um, dass bei der Studie Freiwilligen vorgeführt wurde. Dabei sahen die Forscher, dass bereits Vierjährige das Geschlecht am Gang erkennen konnten. Der Gang hat zudem eine attraktive Wirkung auf die Betrachter, die vom Alter der Gehenden abhängt. Während der Gang von Kindern auf die Versuchspersonen durchweg unattraktiv wirkte, erschien das Gangbild von Menschen ab einem Alter von 20 dagegen positiv. Der weibliche Gang wird jedoch ab ungefähr 25 Jahren wieder unattraktiver, bei Männern sinkt die Anziehungskraft des Gangbilds ab rund 30 Jahren. [mst]

Kunst Forscher lösen Mona Lisas Schleiergeheimnis.

Leonardo da Vinci verwendete bei seinem weltberühmten Porträt Mona Lisa eine Maltechnik, bei der mehrere dünne Farbschichten und eine Lasierung übereinander gelegt werden. Das berichten Forscher vom französischen Nationalen Wissenschaftszentrum CNRS im Fachblatt Applied Optics. Dabei besteht die Oberfläche des Bildes aus mehreren Umbra-Schichten, eine Erdfarbe in verschiedenen Schattierungen, die zweite Schicht ist zu einem Prozent zinnoberrot und zu 99 Prozent aus einem bleiernen Weiß. [mst]

Medizin Injektionsnadeln zersetzen sich im Körper.

Koreanische Forscher der Universität in Seoul haben winzige Spritzen entwickelt, die sich im Körper des Patienten auflösen. Die etwa einen Millimeter langen Nadeln bestehen zum Teil aus dem Wirkstoff selbst, der verabreicht werden soll. Die Injektion soll weniger Schmerzen verursachen als herkömmliche Spritzen, da ihr Durchmesser sehr gering ist und sie nach der Injektion nicht entfernt werden. Die Methode zur Herstellung biologisch abbaubarer Mikronadeln haben die Forscher zum Patent angemeldet. Die sich zersetzenden Nadeln sollen für eine Vielzahl von Wirkstoffen genutzt werden können, heißt es in der Patentschrift: neben Arzneimitteln etwa auch für kosmetische Substanzen oder Polymere, die bislang nur schwierig zu verabreichen waren. [mst]

Quelle: New Scientist

Raumfahrt Die Sojus-Kapsel ist nur knapp einer Katastrophe entgangen.

Das teilt die Moskauer Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung eines namentlich nicht genannten Mitarbeiters der russischen Raumfahrtbehörde mit. Die am Wochenende gelandete russische Sojus-Kapsel sei mit der Luke voran in die Atmosphäre eingetaucht und nicht mit den Hitzekacheln. Die Luke sei dadurch schwer beschädigt worden. Dabei sei auch die Antenne verbrannt, was zum Abbruch des Funkkontakts zwischen Bodenkontrollstation den drei Kosmonauten an Bord geführt habe. Sojus kam bei der Landung zudem deutlich vom Kurs ab. Sie verfehlte das Zielgebiet in Kasachstan um 420 Kilometer und setzte 20 Minuten zu spät auf. Die Landung verlief zudem wesentlich steiler als geplant, wodurch die Besatzung besonders starken Belastungen ausgesetzt war. [mst]
22.04.2008

Psychologie Das Gehirn verrät Fehler, bevor sie passieren

Beim Verrichten monotoner Handlungen zeigen einige Hirnregionen schon eine halbe Minute, bevor ein Fehler passiert, eine veränderte Aktivität. Das fanden norwegische Forscher heraus, als sie die Hirnaktivität von Probanden maßen, während diese eine einfache, aber auf Dauer monotone Aufgabe lösten. Im Fachmagazin Proceedings Of The National Academy Of Sciences PNAS berichten sie, dass kurz bevor ein Fehler auftrat – in den Hirnregionen die Aktivität abnahm, die für die Aufrechterhaltung einer Leistung zuständig sind. Die Hirnaktivität änderte sich schon sechs Sekunden vor dem Fehler, die Tendenz dazu sogar schon 30 Sekunden vorher. Nach dem Fehler normalisierte sich die Aktivität wieder. Die Ergebnisse überraschten die Forscher, denn bislang war man davon ausgegangen dass menschliche Fehler ausschließlich auf kurzzeitigen Schwankungen der Konzentration oder der Hirnaktivität beruhen. Die neuen Ergebnisse zeigen dagegen, dass sich Fehler schon frühzeitig ankündigen. //[seyn]//

Quelle: PNAS, wissenschaft.de

Psychologie Die Gesichtsmuskeln entlarven einen Lügner

Kanadische Forscher haben Testpersonen beim Lügen gefilmt und entdeckt, dass diese ihre wahren Gefühle nicht komplett verbergen konnten. Bei der Bild-für-Bild Analyse des Filmmaterials sahen die Forscher, dass sich zwischen der vorgetäuschten Gemütsregung immer wieder für Bruchteile einer Sekunde die wirklichen Gefühle im Gesichtsausdruck zeigten. Sie beschreiben ihre Ergebnisse in der Maiausgabe der Zeitschrift Psychological Science. Die menschliche Gesichtsmuskulatur sei sehr komplex und einige Muskeln ließen sich nicht bewusst steuern, so die Erklärung der Wissenschaftler der Dalhousie Universität. Allerdings zeigten sich auch bei ehrlichen Probanden hin und wieder verwirrende Muskelzuckungen. Die Auswertung der Gesichtszüge könne also Hinweise geben, aber nicht eine anschließende Befragung ersetzen. Nach Ansicht der Forscher könnte ihre Methode zum Beispiel bei polizeilichen Verhören, Zeugenbefragungen vor Gericht oder Sicherheitskontrollen an Flughäfen zum Einsatz kommen. //[seyn]//

Quelle: Newswise

Psychologie Arbeit macht immer häufiger psychisch krank

Der Anteil der Krankmeldungen wegen psychischer Probleme hat sich zwischen 2001 und 2005 fast verdoppelt – auf 10,5 Prozent. Das berichtet der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen. Verantwortlich für den Anstieg seien zunehmender Zeitdruck, mangelnde Wertschätzung, unsichere Arbeitsplätze sowie ein Ungleichgewicht zwischen beruflicher Leistung und Lohn. Von psychischen Erkrankungen besonders stark betroffen sind nach Angaben des Berufsverbandes Ärzte, Lehrer und Lokführer. Die Erkenntnisse beruhen auf wissenschaftlichen Arbeiten von Universitäten und den Auswertungen von Erfahrungen aus psychologischen Praxen. //[seyn]//

Quelle: spiegel.de, Agenturen

Umwelt In vier Bundesländern sind neue Genmais-Versuche genehmigt

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat dem US-amerikanischen Chemiekonzern DuPont Freilandversuche mit einer pestizid-resistenten gentechnisch veränderten Maissorte der Linie 98140 erlaubt. Diese sollen in Brandenburg, Bayern, Sachsen-Anhalt und Sachsen durchgeführt werden. Das Bundesamt schreibt einen Sicherheitsabstand von 300 Metern zwischen den Testfeldern und konventionell oder ökologisch bewirtschafteten Flächen vor. Außerdem müssten nachwachsende Mais-Pflanzen im Folgejahr vor der Blüte vernichtet werden. Der gentechnisch veränderte Mais dürfe nicht als Lebens- oder Futtermittel Verwendung finden. //[seyn]//

Quelle: Agenturen

Medizin Migräne ist oft mit Berührungsempfindlichkeit verbunden

US-amerikanische Forscher haben rund 17.000 Kopfschmerzpatienten untersucht und entdeckt, dass diejenigen mit Migräne häufiger unter einer erhöhten Empfindlichkeit der Haut leiden als Menschen mit anderen Arten von Kopfschmerzen. Bei über 60 Prozent der Migränepatienten führten schon alltägliche Dinge wie Haare kämmen oder das Tragen von Halsketten zu Schmerzen, berichten sie im Fachmagazin Neurology. Frühere Studien hätten gezeigt, dass die erhöhte Hautempfindlichkeit, die so genannte Allodynie, ein Risikofaktor für das Fortschreiten der Migräne in eine chronische Form sei. Möglicherweise sollten also Allodynie-Patienten intensiver behandelt werden um eine chronische Migräne zu verhindern, so die Forscher. //[seyn]//

Quelle: newswise, wissenschaft.de

Medizin Training lässt die graue Substanz wachsen

Das Trainieren bestimmter Fertigkeiten führt zu einer Zunahme der grauen Substanz in spezifischen Hirnregionen. Forscher der TU München ließen 20 Studenten zwei Wochen lang das Lesen von Spiegelschrift üben. Dadurch steigerte sich die Aktivität sowie die Dichte der grauen Substanz im so genannten Okzipital-Lappen, der für komplexe visuelle Verarbeitung zuständig ist. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Journal Of Neuroscience. Vor dem Training war beim Lesen von Spiegelschrift hauptsächlich der seitliche Scheitellappen des Gehirns aktiv, in dem das räumliche Vorstellungsvermögen sitzt. Durch das Training kam es zur Verlagerung der Aktivität. //[seyn]//

Quelle: idw-online.de

21.04.2008

Klimaforschung Die Tiefsee der Antarktis wird wieder kälter

Dies ist das Ergebnis der Expedition des Forschungsschiffes "Polarstern" im Südlichen Ozean vor Süd-Chile. Wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung - kurz: AWI - mitteilte, hatte das Team der "Polarstern" zehn Wochen lang Meeresströmungen sowie die Temperatur, Salzgehalt und Spurenstoffverteilung im Meerwasser der Antarktis gemessen. Seit Ende der 80er Jahre war bei solchen Untersuchungen festgestellt worden, dass es in der Tiefsee immer wärmer wurde. Dieser Trend sei jetzt gebrochen, so das Institut. Die Erkaltung bewege sich zwar im Hundertstel-Grad-Bereich – für ein Polarmeer sei dies aber schon sehr deutlich. Auf Satellitenaufnahmen sei zudem die höchste Ausdehnung von Meer-Eis im antarktischen Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen zu sehen. Noch ist unklar, ob es sich nur um einen besonders kalten antarktischen Sommer handelt, oder ob tatsächlich ein neuer Trend eingeleitet wurde. //[mawi]//

Quelle: Agenturen, idw-Ticker

Medizin Forscher haben in Bolivien ein neues Virus entdeckt

Nachweislich ist bislang ein Mann an den Folgen der Infektion gestorben. Entdeckt wurde das Virus in einer abgeschiedenen Region in Bolivien. Das Virus hat den Namen Chapare Arena-Virus erhalten. Es ist verwandt mit dem Erreger des Lassa-Fiebers und verursacht ähnliche Symptome. Das Chapare Virus kann bei Menschen lebensbedrohliche innere Blutungen auslösen sowie schwere Schockzustände. Natürlicherweise komme das Virus wahrscheinlich bei Mäusen oder anderen Nagetieren vor, berichten Forscher der US-amerikanischen Centers for desease control CDC im Fachblatt "PLOS Pathogens". Wie weit das Virus verbreitet ist, ist noch unklar. //[mawi]//

Quelle: Reuters, PLOS Pathogens Online

Psychologie Leistungsvergleiche im Job steigern vor allem den Stress

Die firmeninterne Veröffentlichung von Leistungsvergleichen sorgt nur bei einer Minderheit von Beschäftigten für zusätzliche Produktivität, so das Ergebnis einer Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit. Der erhoffte Leistungsanreiz könne sich sogar ins Gegenteil verkehren, da Unsicherheit und Stress zunähmen und die Qualität der Arbeit deshalb nachlasse. Positive Effekte könnten die negativen Folgen in der Regel nicht ausgleichen. Die Forscher hatten in einem Experiment eine Gruppe in mehrere Abteilungen aufgeteilt, die in einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Rechenaufgaben lösen mussten. Die Teilnehmer wurden laufend über den eigenen Punktestand informiert, zur Leistung der Kollegen bekamen sie entweder keine Rückmeldung, einen Halbzeitstand oder kontinuierliche Informationen. Das Ergebnis: Der Informationsstand hat offenbar keinen Einfluss auf die Arbeitsproduktivität. Stattdessen sinkt die Qualität der Arbeit deutlich, wenn ein Zwischenstand durchgegeben oder der Punktestand der Kollegen laufend aktualisiert wird. Gerade leistungsschwächere Mitarbeiter machten mehr Fehler, stellten die Forscher fest. Die Gesamtproduktivität verringerte sich eher. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Medizin Ein Impfstoff gegen West-Nil-Fieber scheint in Sicht

Australische Forscher haben ihren Impfstoff, der vor einer Ansteckung mit dem West-Nil-Virus schützen soll, bereits erfolgreich an Mäusen und Pferden getestet. Für den Impfstoff haben die Forscher der Universität von Queensland das Erbmaterial des West-Nil-Virus zunächst zerlegt und neu zusammen gesetzt. So erzeugten sie virusähnliche Partikel. Im Fachblatt Nature Biotechnology berichten die Forscher, dass sich die virusähnlichen Partikel genau einmal im Körper vermehren können, dann sterben sie ab. Ziel ist, eine möglichst starke Antwort des Immunsystems zu erzeugen. Dies war mit konventionellen Konzepten bislang nicht gelungen. Das West-Nil-Virus befällt vor allem Vögel. Das Virus kann in seltenen Fällen beim Menschen schwere Hirnhaut-Entzündungen auslösen. In den USA hat das Virus seit 1999 rund eintausend Menschenleben gefordert. //[mawi]//

Quelle: Nature Biotechnology

Biologie Die genetische Vielfalt der Auerhühner schwindet

Vogelkundler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen und Grenoble die genetische Vielfalt von im Schwarzwald lebenden Auerhühnern untersucht. Außerdem untersuchten sie Proben von Auerhuhn-Trophäen aus den Jahren 1852 bis 1972. Sie stellten fest: Zwischen den derzeit im Schwarzwald lebenden Auerhuhn-Populationen findet nur noch ein geringer Austausch von Genen statt. Eine zunehmende Zerstückelung des Lebensraums der Tiere und die weiterhin sinkende Zahl von Auerhühnern im Schwarzwald bedrohe langfristig die genetische Vielfalt, berichten die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblattes "Molecular Ecology". //[mawi]//

Quelle: MPG-Informationen

Biologie Klonhunde lernen das Drogenschnüffeln

Sieben geklonte Hunde haben heute in Südkorea mit ihrer Ausbildung begonnen. Ab Juni bereits sollen die Hunde dem Zoll bei der Drogenfahndung helfen, teilte der südkoreanische Zoll heute in Seoul mit. Die Klonhunde waren Ende 2007 von drei Hunde-Leihmüttern ausgetragen worden. Sie hören alle auf den Namen Toppy – die Abkürzung steht für "Tomorrow's Puppies" - also "Welpen der Zukunft". //[mawi]//

Quelle: Agenturen

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