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10.08.2011

Paläontologie Fossile Knochen eines riesigen Urvogels entdeckt

In Kasachstan haben Forscher fossile Knochen eines riesigen Urvogels aus der Zeit der Dinosaurier entdeckt. Wie die Fachzeitschrift "Biology Letters" schreibt, habe er vor rund 80 Millionen Jahren gelebt. Vermutlich war er mindestens so groß wie ein Albatros und könnte eine Flügelspannweite von mehr als vier Metern besessen haben. Ob er allerdings fliegen konnte, läßt sich anhand der bisherigen Funde nicht feststellen. Die versteinerten Überreste stellen nach Ansicht der Forscher aber die bislang angenommene Entwicklungsgeschichte der Vögel in Frage. Danach entwickelten sich Vögel zu Beginn der Kreidezeit und blieben lange sehr klein. Auch alle bisherig bekannten Urvögeln aus der Zeit sind nicht größer eine Krähe. Dieser Fund jedoch mache deutlich, dass es in der Kreidezeit vielseitigere Körpergrößen gegeben habe. Riesenwuchs sei kein Phänomen moderner Vögel. //[tj]//

Quelle: Biology Letters

Tektonik Japans Tsunami ließ Eisberge entstehen

Der Tsunami, der im März die Nordküste Japans verwüstete, hat in der Antarktis für Schäden gesorgt. Die Flutwelle raste mehr als 13.000 Kilometer durch den Pazifik und traf auf das Sulzberger Eisfeld. Obwohl sie dort kaum noch höher als 30 Zentimeter gewesen sein dürfte, reichten die aufeinanderfolgenden Wellen offenbar aus, um mehrere große Eisbrocken aus dem Schelf zu brechen. Wie die Europäische Weltraumbehörde ESA gestern mitteilte, zeigen Satellitenaufnahmen vom Tag nach dem Tsunami mehrere Eisberge, die vom Schelf in das Rossmeer trieben. Der größte Eisberg war mit einer Tiefe von rund 80 Metern und einer Fläche von 9,5 mal 6,5 Kilometer größer als der New Yorker Stadtteil Manhattan. //[tj]//

Quelle: ESA, Agenturen, Journal of Glaciology (Online-Ausgabe)

Medizin Grippeimpfung gegen alle Virenstämme ist in Sicht

Zumindest hoffen dies US-amerikanische Forscher. Sie haben einen Antikörper gefunden, der gegen den Großteil aller Grippevirenstämme wirkt. Das berichtet das Fachmagazin "PNAS". Insgesamt sind 36 Grippevirenstämme bekannt. Bei 30 davon greife der Antikörper ein bestimmtes Protein, das Hämagglutinin an. Dieses Protein an der Oberfläche von Grippeviren verändert sich von Saison zu Saison. Impfstoffe müssen deshalb immer wieder angepaßt werden. Dies könnte eines Tages nicht mehr nötig sein. In der vergangenen Woche hatten britische und schweizerische Forscher in der Fachzeitschrift "Science” berichtet, dass sie den ersten menschlichen Antikörper entdeckt hätten, der alle Grippeviren vom Stamm A ausschalten könne. //[tj]//

Quelle: PNAS

Archäologie Die Poeler Kogge und das Gellen-Wrack stammen wohl doch nicht aus der Hansezeit

Die beiden Schiffswracks, die vor einigen Jahren in der Ostsee entdeckt wurden, sind offenbar längst nicht so alt wie vermutet. Das hat jetzt ein neues Verfahren einer dänischen Wissenschaftlerin ergeben, mit dem das Alter von Holz bestimmt werden kann. Das Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg- Vorpommern hat gestern die Ergebnisse vorgestellt. Danach stamme die vor der Insel Poel bei Wismar gefundene Kogge nicht aus dem 14. Jahrhundert, sondern sei nur 200 Jahre alt. Auch das vor Hiddensee geborgene Gellenwrack sei wohl um 1800 herum gebaut worden und nicht um 1350, wie bislang gedacht. //[tj]//

Quelle: Agenturen, Lübecker Nachrichten, NDR, Spiegel online

Gesundheitspolitik EU steckt mehr Geld in Erforschung von bedrohlichen Krankheitserregern

Als Reaktion auf unerwartete Epidemierisiken, wie EHEC hat die Europäische Kommission beschlossen, zwölf Millionen Euro aus bestehenden EU Töpfen für die Forschung bereitzustellen. Im Herbst soll ein grenzüberschreitendes Konsortium mit der Bezeichnung ANTIGONE damit beginnen, Krankheitserreger, die eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen könnten, zu erforschen und Strategien zu entwickeln, wie sich Epidemien verhindern lassen. Allein 2,1 Millionen Euro werden für wissenschaftliche Arbeiten über den neuen Stamm von E.coli, den EHEC Erreger, bereitgestellt. An dem neuen Forschungsprogramm werden aus Deutschland voraussichtlich die Universitäten Marburg, Bonn und Münster sowie die Max-Planck-Gesellschaft und das Friedrich-Loeffler Institut für Tiergesundheit mitarbeiten. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung EU Kommission

Biologie Außerordentliche Sprungkraft von Gibbons liegt in Armen

Die im Regenwald Südostasiens lebenden Affen können in Baumkronen bis zu zehn Meter springend überwinden. Wie sie diese unter Säugetieren erstaunliche Leistung vollbringen, war unklar. Ein britisch-belgisches Forscherteam filmte jetzt die Sprünge mit Hilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera. Die biomechanische Auswertung ergab: Gibbons nutzen nicht ihre Hinterbeine, sondern ihre Armen und ihre Rückenmuskulatur, um Schwung zu holen. Wie die Forscher in den "Biology Letters" schreiben, gleiche dies griechischen Fünfkämpfern der Antike. Sie nutzten Gewichte in den Händen dazu, genügend Schwung für einen Weitsprung zu holen. //[tj]//

Quelle: Biology Letters

09.08.2011

Geologie Meteoriten brachten Grundbausteine der DNA zu Erde

Das haben Forscher der US-Weltraumbehörde NASA nachgewiesen. Mit extrem empfindlichen Massenspektrometern untersuchten sie Proben von zwölf kohlenstoffhaltigen Meteoriten. Elf Meteoriten enthielten unter anderem die Nukleinbase Adenin, einen der vier Grundbausteine der DNA. Die Analysen zeigten auch Nukleinbasen, die auf der Erde normalerweise gar nicht vorkommen. Die Forscher sehen darin den Beleg, dass die gefundenen Basen tatsächlich einen extraterrestrischen Ursprung haben. Auch früher schon waren vereinzelt Nukleinbasen in Meteoriten nachgewiesen worden. Doch bislang konnte nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Verunreinigungen handelt. Die Studie ist in den Proceedings der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS) erschienen. Sie stützt die Theorie, wonach Meteoriteneinschläge eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. //[luh]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1037/pnas.110649318

Medizin Herpesviren folgen den Geruchsbahnen ins Gehirn

Bei Krankheiten wie Alzheimer oder Multipler Sklerose sind die Gehirnzellen auch durch Viren geschädigt. Forscher der Universität von Baltimore haben nun geklärt, wie Herpesviren es schaffen, das Abwehrbollwerk der Blut-Hirn-Schranke zu überwinden: Die Herpes-Erreger kommen gar nicht über das Blut, sondern dringen über die Signalbahnen des Geruchssinns von der Nase aus bis ins Zentralnervensystem vor. Die Forscher untersuchten Gewebeproben nach Spuren der Herpesviren. Fündig wurden sie nicht nur im Gehirn – vor allem im sogenannten Riechkolben – sondern auch in den Zellen der dorthin führenden Geruchsnerven. Besonders stark befallen waren die Scheidezellen, welche die eigentlichen Nervenzellen umhüllen. Nach Ansicht der Wissenschaftler nutzen die Herpesviren diese Scheidezellen als Brücke über die Blut-Hirn-Schranke. //[luh]//

Quelle: PNAS - DOI: 10.1037/pnas.1105143108

Geologie Teile Nordamerikas und der Antarktis gehörten einst zusammen

Lange vor der Existenz des Superkontinents Pangaea, aus dem die heutigen Kontinente hervorgingen, gab es in der Erdgeschichte noch ganz andere Konstellationen der Landmassen. US-Forscher berichten im Fachmagazin "Geology", dass sie in Texas Steine gefunden haben, deren Alter und chemische Zusammensetzung genau übereinstimmen mit Formationen, die in Coatsland, einer Küstenregion der Antarktis zu finden sind. Demnach lagen beide Regionen vor rund einer Milliarde Jahre noch dicht beieinander – als Teil des ersten Superkontinents Rodinia. //[luh]//

Quelle: Geology - DOI: 10.1130/G32029.1

Energie Fischschwärme dienen als Vorbild für Windfarmen

Wenn Fische dicht gedrängt in Gruppen schwimmen, ist das besonders energieeffizient. Denn die Tiere nutzen die Energie der Wasserwirbel, die ihre Nachbarn mit den Flossen erzeugen, um selbst schneller voran zu kommen. Forscher des California Institute of Technology sind dabei, dieses Prinzip auf Windfarmen zu übertragen. Auf einem Testfeld in der kalifornischen Wüste erproben sie derzeit eine neue Form von Windkraftanlagen. Anstelle von Dreiblatt-Rotoren nutzen sie eine Art Quirl als Windfänger, der sich senkrecht um die eigene Achse dreht. Zudem stehen die Generatoren nur im geringen Abstand zueinander. Benachbarte Turbinen drehen sich jeweils gegenläufig. Dabei werden sie nicht nur vom anstehenden Wind, sondern auch den Luftwirbeln der anderen Maschinen in Bewegung gesetzt. Durch die dicht gepackte Konfiguration benötigt die Schwarm-Anlage nur ein Zehntel der Fläche, um die gleiche Energieausbeute wie eine klassischen Windfarm zu erreichen, berichten die Forscher im "Journal of Renewable and Sustainable Energy". //[luh]//

Quelle: Journal of Renewable and Sustainable Energy

08.08.2011

Biologie Protein-Fäden von Bakterien leiten Strom

Bakterien der Art //Geobacter sulfurreducens// produzieren feine Proteinfäden, die elektrischen Strom leiten. Die Nanodrähte bewegten Ladungen genauso effizient wie künstliche Nanostrukturen aus metallisch-organischen Verbindungen. Dies sei überraschend, da Proteine bislang als nichtleitend galten, schreiben Forscher der University of Massachusetts in Amherst im Fachblatt "Nature Nanotechnology". Die Geobacter-Bakterien leben in Biofilmen zusammen. Sie produzieren Proteinfäden, die einige Mikrometer lang, aber nur drei bis fünf Nanometer dick sind. Im Experiment leiteten Netze aus diesen Proteinfäden den Strom über Strecken von mehreren Zentimetern. Dies entspricht weit mehr als der 1000-fachen Länge der einzelnen Bakterien. Nach Ansicht der Forscher eröffnen solche einfach zu kultivierenden Biofilme ein ganz neues Kapitel der Nanotechnologie. Denn die Leitfähigkeit der Bakterien-Fäden lasse sich gezielt für bestimmte Anwendungen maßschneidern. Eine Änderung der Temperatur oder der Genaktivität der Bakterien reiche aus, um die Übertragungseigenschaften anzupassen. //[mawi]//

Quelle: Nature Nanotechnology DOI: 10.1038/NNANO.2011.119

Medizin Nur bestimmte Fresszellen räumen den Eiweißmüll im Gehirn weg

Menschen mit Alzheimer lagern zu viel Beta-Amyloid in Form von Plaques im Gehirn ab. Die Plaques gelten als giftig. Nach und nach sterben immer mehr Gehirnzellen ab. Seit längerem ist bekannt, dass Fresszellen des Immunsystems, sogenannte Makrophagen, dafür zuständig sind, die Plaques abzubauen und aus dem Gehirn zu entfernen. Forscher aus Freiburg, Bonn, Berlin, Göttingen und Leipzig haben im Tierversuch herausgefunden, dass es auf eine bestimmte Untergruppe von Makrophagen ankommt. Anders als bislang angenommen, seien vor allem die Fresszellen in der Nähe der Blutgefäße im Gehirn wichtig. Die Zellen müssten zudem spezielle Strukturen auf ihrer Oberfläche tragen, soenannte CCR2-Receptoren, um Amyloid-Plaques besser zu erkennen und abzuräumen. Die Forscher hoffen, dass sich die von ihnen gefunden Fresszellen gezielt dazu bringen lassen werden, noch mehr Amyloid aus dem Gehirn zu entfernen. //[mawi]//

Quelle: Journal of Neuroscience

Archäologie In der Eisenzeit wohnte man bunt

Archäologen haben heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle Teile einer rund 2600 Jahre alten, rot, beige und weiß bemalten Lehmputzwand aus der Eisenzeit vorgestellt. Die Forscher waren vor zwei Jahren bei Grabungen nahe Wennungen im Burgenlandkreis auf rund 1500 Fragmente gestoßen, die sie dann zusammensetzten. Sie konnten so ein Wandstück von rund 2 mal 1,5 Metern rekonstruieren. Verziert ist die Wand mit Dreiecken, sogenannten S-Haken und anderen typischen Ornamenten. //[mawi]//

Physik In extrem dünnen Golddrähten kommen Elektronen nur stockend voran

Gewöhnlich wandern Elektronen kreuz und quer durch Metalle oder andere elektrisch leitende Materialien. Physiker der Universitäten Würzburg und Kassel haben die elektrischen Eigenschaften von Nanodrähten untersucht, die aus einzelnen, kettenförmig angeordneten Goldatomen bestehen. In diesen Nanodrähten sind die Elektronen so eingeengt, dass sie sich nur in eine Richtung, entlang der Drähte, bewegen können. Dabei kommen sie nur stockend, im Stop-and-Go-Verkehr voran. Erst wenn ein Elektron ein Stück vorangekommen sei, könne das nächste folgen, berichten die Forscher im "Nature Physics". Zudem könnten die Elektronen dabei nur ausgewählte Energien annehmen. Experimentell nachweisen konnten die Forscher den Elektronenstau mithilfe der Rastertunnelmikroskopie und der Photoemission. //[mawi]//

Quelle: Nature Physics-Online

Raumfahrt "Juno" hat ihre Reise zum Jupiter angetreten.

Am Freitag ist eine Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus ins All gestartet. An Bord war die Forschungssonde "Juno" der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA. In fünf Jahren – nach einer 675 Millionen Kilometer langen Reise - soll die mit Solarstrom betriebene Juno die Umlaufbahn des Planeten Jupiter erreichen. Juno soll ein Jahr lang den Jupiter umrunden und sich dabei dessen äußersten Atmosphäre-Wolken bis auf 5000 Kilometer nähern. Keine andere Raumsonde hat den Jupiter so eng umkreist. Forscher erhoffen sich von der Mission Aufschlüsse darüber, ob der Gasplanet Jupiter einen festen Kern besitzt. Junos Reise gilt auch als Flug zu den Anfängen des Sonnensystems: Jupiter gilt als der erste Planet, der sich nach Entstehung unserer Sonne gebildet hat. //[mawi]//
05.08.2011

Medizin Bei einem ererbter Sehfeldverlust hilft eine Pille.

Die Lebersche Optikus-Atrophie ist eine vererbte Erkrankung des Sehnervs. Die Betroffenen – etwa einer von 10.000 – verlieren innerhalb kurzer Zeit ihre Sehfähigkeit. In Großbritannien ist sogar einer von 2000 Menschen betroffen. Eine Medikamentenstudie an der dortigen New Castle Universität hat erstaunlichen Erfolg gezeigt. 55 Patienten erhielten den Wirkstoff Idebenone – einen synthetisch hergestellten Abkömmling der körpereigenen Substanz Q10. Nach einem halben Jahr hatten sich die Sehfähigkeit und die Farbwahrnehmung verbessert, ein Drittel konnte wieder lesen . Heilung – so die britischen Mediziner in der Zeitschrift "New Scientist" – sei von der Behandlung nicht zu erwarten, aber eine deutliche Besserung. //[tj]//

Quelle: New Scientist

Umwelt Der Kampf gegen die Ölpest in Nigeria könnte 30 Jahre dauern.

Die jahrzehntelange Ausbeutung der riesigen Ölvorkommen in Nigeria hat schwerste Umweltschäden angerichtet. Das geht aus einem gestern veröffentlichten Bericht der UN hervor. Trinkwasserspeicher, Flussläufe, Mangrovenwälder und andere wichtige Ökosysteme seien hochgradig verseucht. Um die Natur in der besonders ölreichen Region Ogoniland im Nigerdelta zu retten, seien die umfangreichsten und längsten Aufräumarbeiten aller Zeiten vonnöten – sie könnten 25 bis 30 Jahre dauern. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Planetologie Dunkle Linien auf der Marsoberfläche deuten auf fließendes Wasser hin.

Forscher haben auf Bildern der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" dünne, dunkle Linien entdeckt, die sich im späten Frühjahr und Sommer an einigen Bergflanken gebildet haben. Diese Ausläufer sind einen halben bis fünf Meter breit und zum Teil Hunderte Meter lang. Im Fachmagazin "Science" präsentieren die Wissenschaftler mehrere Theorien, die beste Erklärung für die dunklen Linien - so schreiben sie – sei allerdings die, wonach eine Flüssigkeit, die Marshänge herunterfließt. Aufgrund der tiefen Oberflächentemperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius im Frühjahr müsste es sich um Rinnsale von Salzwasser handeln. Süßwasser wäre schon längst gefroren. Noch fehlt den Forschern der direkte Nachweis für flüssiges Salzwasser. //[tj]//

Quelle: Science

Paläontologie In der Höhenwüste Boliviens finden sich fossile Waldnager.

Im trockenen Hochland Boliviens haben Forscher die fossilen Überreste von zwei bislang unbekannten Nagetierarten entdeckt. Die größere – mit 20 Zentimeter Länge - ähnelte einem Meerschweinchen auf Stelzen, die kleinere einer Igelratte. Beide Arten hätten vor 12,5 bis 13 Millionen Jahren gelebt - und zwar in mehr oder weniger bewaldeten Gebieten. //[tj]//

Quelle: Eurekalert

Medizin Stützstrümpfe können nächtliche Atemausssetzer reduzieren.

Italienische Wissenschaftler haben für eine bestimmte Gruppe von sogenannten Apnoe-Patienten ein einfaches Hilfsmittel gefunden. Wer aufgrund einer Venenschwäche an Atemaussetzern leidet und schnarcht, der kann durch das tägliche Tragen von Kompressionsstrümpfe die Zahl seiner nächtlichen Atemstillstände um mehr als ein Drittel verringern. Die Erklärung dafür lieferten die Forscher auf einer Tagung der Amerikanischen Thoraxgesellschaft: Bei Menschen mit Venenschwäche fehlt der nötige Druck, um das verbrauchte, sauerstoffarme Blut schnell zum Herzen zurück zu transportieren. Das Blut staut sich in den Beinen. Nachts in horizontaler Lage, bewegt sich das Blut und eingelagertes Wasser zum Kopf und das Gewebe im Halsbereich kann anschwellen und die Luftröhre zusammendrücken – es kommt zu Atemaussetzern. Wer am Tag Stützstrümpfe trägt, bei dem ist der Flüssigkeitsaustausch in der Nacht geringer und in der Folge kommt es zu weniger Atemaussetzern. //[tj]//

Quelle: Eurekalert

Medizin Etwa eine Million Menschen pro Jahr sterben an Malaria.

Da die Erreger immer häufiger und schneller gegen Medikamente resistent, also widerstandsfähig werden, ist die Suche nach neuen Präparaten ein Wettlauf mit der Zeit. US-amerikanische Malaria-Forscher haben jetzt 32 bereits zugelassene Substanzen entdeckt, die jeweils gegen mehrere Malariastämme wirken. Viele der Substanzen töteten auch die Parasiten ab, die gegenüber Standardmedikamenten bereits resistent sind, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science". Außerdem stellten sie fest, dass nur drei Gene die Resistenz des Erregers gegen Anti-Malariamittel kontrollieren. Offenbar – so schreiben sie – verfüge der Parasit nur über eine sehr begrenzte Anzahl an Abwehrstrategien. Mit Kombinationstherapien, die alle drei Mechanismen umgehen, ließe sich der Erregern entwaffnen. //[tj]//

Quelle: Science

04.08.2011

Biologie Der Darm windet sich beim Wachsen.

Wie sich die Eingeweide im Körper falten, hat sowohl mit dem einzelnen Lebewesen als auch mit seiner Artherkunft zu tun. Und hängt offenbar ganz simpel mit dem Körperwachstum zusammen. Das schreiben US-amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". Sie haben sich bei Ihren Studien mit dem Darm von Hühner befasst. Während der Entwicklung wächst das an der Hinterwand des Bauchraumes fixierte Darmrohr schneller als der ihn umgebende Körper. Wie schnell dabei der Darm und die fixierenden Bänder wachsen, welche Form sie haben und wie elastisch sie sind - all diese Faktoren bestimmen letztlich das spezifische Muster, in dem sich der immer länger werdende Darm in der Bauchhöhle windet. Mit dieser Erkenntnis – so die Forscher - ließen sich auch die unterschiedlichen Darmmuster bei Wachteln, Finken und Mäusen erklären. //[tj]//

Quelle: Nature

Medizin Ein neuer Urintest soll Prostatakrebs besser aufzuspüren als bisher.

Bei Männern, bei denen im Blut ein bestimmtes Enzym, das PSA, vermehrt vorkommt, vermutet man Prostatakrebs. Allerdings ist der PSA-Wert kein sicherer Anhaltspunkt für diese Krebsart – und manch eine Operation letztlich überflüssig. Im Fachblatt „Science Translational Medicine“ stellen amerikanische Mediziner nun einen neuartigen Urintest vor. Dabei machen sie sich eine genetische Anomalie zunutze: Ihr Test spürt Zellen auf, in denen zwei bestimmte Gene miteinander verschmolzen sind. Bei früheren Studien hatte sich gezeigt, dass diese mutierten Gene bei Patienten mit Prostatakrebs besonders häufig vorkommen. Mit dem jetzt entwickelten Urintest bestimmten die Forscher das Krebsrisiko von über 1000 Männern. Bei denjenigen mit einem hohem Risiko stellte die anschließende Gewebeprobe in zwei Drittel der Fälle auch tatsächlich Prostatakrebs fest. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

Planetologie Unsere Erde könnte früher zwei Monde gehabt haben.

Und das würde erklären, weshalb sich die erdnahe, flache Seite des Mondes so deutlich von der erdabgewandten Seite mit ihren kraterübersäten Hochebenen unterscheidet. Im Fachmagazin "Nature" haben zwei Astronomen die Ergebnisse ihrer Computersimulationen veröffentlicht. Danach hätte sich vor etwas 4,5 Milliarden Jahren folgendes abgespielt: Ein Himmelskörper von der Größe des Mars traf die Erde. Das bei dem Einschlag herausgeschleuderte Material verschmolz zu unserem Mond und einem zweiten, kleineren Erdtrabanten. Nach spätestens 70 Millionen Jahren haben Schwerkrafteinflüsse von Sonne und Planeten den Zweitmond abgelenkt, er kollidierte mit dem Mond. Dabei schwappte der damals unter der Mondkruste liegende Magma-Ozean zur gegenüberliegenden Seite. Damit – so die Forscher - ließe sich die Berglandschaft auf der Rückseite des Mondes erklären und auch die dort vergleichsweise dicke Kruste . //[tj]//

Quelle: Nature

Paläoanthropologie Die Wiege des Menschen stand in der Savanne.

Als sich die Abstammungslinien unserer Vorfahren von denen der Menschenaffen-Urahnen trennten, herrschten in weiten Teilen Ostafrikas offene Graslandschaften mit lichtem Baumbestand. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, nachdem es fossile Böden untersucht hat. Die menschliche Evolution spielte sich demnach auf Schauplätzen ab, die noch nicht mal zur Hälfte mit Bäumen bewachsen waren. Das ist das Resümee im Fachorgan "Nature". Viele Wissenschaftler gingen bisher davon aus, dass die Menschheit im Schatten dichter Wälder begann. //[tj]//

Quelle: Nature

Biologie Nicht der Geruch von Blut, sondern seine Wärme lockt Vampirfledermäuse an.

Vampirfledermäuse sind die einzigen bekannten Säugetiere, die sich allein von Blut ernähren. Forscher haben nun ermittelt, wie die Tiere zielsicher dort beißen, wo direkt eine Ader unter der Haut ihres Opfers liegt. Wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet, tragen die Tiere offenbar winzige, hochsensible Wärmesensoren in ihrer Nase. So orten sie die mit warmem Blut gefüllten Venen. Als Wärmesensor fungiert das Ende des Trigeminus-Nervs, an dem ein bestimmtes Molekül leicht verkürzt ist. //[tj]//

Quelle: Nature

Kernenergie Der Strahlenhöchstwert an der japanischen Atomruine Fukushima ist deutlich höher als von der Betreiberfirma Tepco angegeben.

Anfang der Woche hatte sie mitgeteilt, dass an einem Rohr zwischen Block 1 und 2 mit rund zehn Sievert pro Stunde, die bislang höchste Radioaktivität gemessen worden sei. Heute räumte Tepco ein, dass der Wert wohl noch weit darüber liege. Die Skala des verwendeten Messgeräts habe nicht weiter als 10 gereicht. Man erwäge nun, die Messung mit besser geeigneten Geräten zu wiederholen. //[tj]//

Quelle: Agenturen

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