Mittwoch, 17.10.2018
 
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20.04.2013

Medienwirtschaft Namensänderung beim Medienkonzern News Corp

Die Film- und Fernsehsparte des Medienunternehmers Rupert Murdoch soll nicht wie ursprünglich geplant Fox Group, sondern "21st Century Fox" heißen. Murdoch hatte sich nach dem Skandal um das zu seinem Konzern gehörende Boulevardblatt "News of the World" dazu entschlossen, seinen Konzern aufzuteilen. Zu "21st Century Fox" wird der größere und profitablere Film- und Fernsehzweig mit den Sky-Sendern gehören. Das Verlagsgeschäft mit dem Flaggschiff "Wall Street Journal" heißt weiterhin "News Corp".

Medienwirtschaft Aus "Das Vierte" wird Disney Channel

Der US-Medienkonzern will den Namen des deutschen Spartensenders aufgeben, den er im vergangenen Jahr übernommen hatte. Stattdessen plant Disney ab dem 1. Januar des kommenden Jahres ein 24-Stunden-Familienprogramm.

Medienwirtschaft Burda übernimmt Gruner + Jahr Polen

Im Paket enthalten sind alle zwölf Zeitschriften, die der Hamburger Verlag in Polen herausgibt, ein Buchverlag und die digitalen Angebote. Damit wird Burda zum zweitgrößten polnischen Zeitschriftenverlag. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Urheberschutz Merkel plädiert für EU-weite digitale Medienordnung

Die Bundeskanzlerin empfindet die derzeitige Gesetzeslage als noch nicht ausreichend. Fragen wie der Urheberschutz ließen sich nicht nur national lösen, sondern sollten wenigstens in den 27 EU-Mitgliedsstaaten einen gemeinsamen Rahmen haben, so die CDU-Politikerin. Am Dienstag empfängt Angela Merkel die "Deutsche Content Allianz", eine Interessenvertretung der deutschen Medien in der digitalen Welt.

Einschaltquote Online-Abrufe sollen in die Berechnung der TV-Quote einfließen

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) plant, noch in diesem Jahr erste Zahlen zu erheben. Die AGF, die von den großen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in Deutschland betrieben wird, will damit dem steigenden Abruf von Fernsehangeboten über das Internet Rechnung tragen. Matthias Wagner, Sprecher der technischen Kommission der AGF, erläuterte gegenüber Markt und Medien, wo das Defizit bei den Online-Erhebungen zurzeit noch liegt. ##"Die entscheidende Information ist, dass TV-Ratings, wie wir sie heute kennen, in einem Panel gemessen werden, wo wir wissen, welche Personen dahinter stehen mit Alter und Geschlecht. Und wir wissen auch, wie lange die etwas schauen. Und genau diese Information hat man im Online-Bereich nicht. Ob eine Person ein Video einmal abruft, zweimal abruft, und vor allem, was ein ganz entscheidender Faktor ist: Wir wissen nie, wie lange er das Video nutzt. Und das ist ein ganz entscheidender Faktor, der in der Berechnung der TV-Quote hohe Relevanz hat. Nur wenn man gewährleistet, dass man beides nach dem gleichen Verfahren misst, kann man es auch zusammenrechnen und dann eine einheitliche Währung dem Markt bieten."## Die TV-Einschaltquoten werden von der Gesellschaft für Konsumforschung erhoben. Welcher Dienstleister in Zukunft die Online-Abrufe misst, möchte die AGF zurzeit noch nicht veröffentlichen. Matthias Wagner erklärt das „wie“. ##"Technisch sieht es so aus, dass in einem separaten Online-Panel circa 20.000 bis 25.000 Haushalte repräsentativ ausgesucht werden. Dort wird auf den PC und Laptops eine Messsoftware installiert mit einer Personenanmeldung. Sodass ich genau weiß, welche Person in dem Haushalt etwas nutzt. Und dort wird dann exakt und sekundengenau erfasst, welche Bewegtbildangebote wie lange von der Person genutzt werden."## Matthias Wagner von der AGF, im Hauptberuf Medienforscher bei RTL.

Medienwirtschaft Plant Liberty Global die Übernahme von Kabel Deutschland?

Nach Informationen von Bloomberg News und dem Manager Magazin erwägt der US-Konzern eine Offerte für den deutschen Kabelnetzbetreiber. Nachdem Liberty Global bereits Kabel BW und Unitymedia gekauft habe, stehe jetzt der deutsche Marktführer Kabel Deutschland auf der Wunschliste. Kay Weidner, Sprecher des Bundeskartellamtes, erläuterte gegenüber Markt und Medien die Wettbewerbssituation auf dem deutschen Kabelmarkt. ##"Man muss ja konstatieren, dass es im Grunde nur zwei große Unternehmen gibt, die auf diesem Markt tätig sind. Das ist einmal die Kabel Deutschland und das ist die Unitymedia, die kürzlich mit Kabel Baden-Württemberg zusammengegangen ist. Insofern ist es per se erst einmal ein enger Markt, wenn sie nur zwei große Wettbewerber haben, die sich da die Marktanteile teilen, dann ist das alles ein konzentrierter Markt. Man kann im Grunde hauptsächlich auf unsere Entscheidungspraxis verweisen. Wir haben ja erst kürzlich untersagt, dass die Kabel Deutschland AG den kleinen aber trotzdem wichtigen Wettbewerber Tele Columbus dazu kauft. Insofern spricht die Entscheidungspraxis da eigentlich Bände."## Kay Weidner, Pressesprecher des Bundeskartellamtes. Liberty Global selbst erklärte gegenüber Markt und Medien, dass es sich nicht zu Marktspekulationen äußern wolle.

Presserecht Presseplätze für NSU-Prozess werden ausgelost

Auf dieses Verfahren hat sich das Oberlandesgericht München verständigt. Im ursprünglichen Prozedere waren die Plätze nach dem Eingang der Anmeldungen vergeben worden. Das Bundesverfassungsgericht hatte jedoch in der vergangenen Woche entschieden, dass ausländische Medien einen Anspruch auf Plätze im Gerichtssaal haben. Das Gericht will ihnen beim anstehenden Losverfahren jetzt ein Kontingent reservieren. Martin Wenning-Morgenthaler von der Neuen Richtervereinigung hält die neue Entscheidung des Münchner Gerichts allerdings nicht für klug. ##"Man hätte auch die lange diskutierte Verlegung in einen zweiten Saal oder in einen größeren Saal in Betracht ziehen können. Hiermit beschneidet man jedenfalls wieder das Interesse der Öffentlichkeit und dadurch wird es weitere Diskussionen geben über die, die jetzt hinten runter fallen. Die beste Lösung aus meiner Sicht wäre nach wie vor die Videoübertragung in einen anderen Saal, weil da eine viel größere Transparenz des Verfahrens ermöglicht werden könnte. Die Einwände, die dagegen erhoben worden sind in den letzten Wochen, dass gesagt wird, der Vorsitzende Richter hätte dann nicht mehr die Aufsicht über diesen Saal, ist meines Erachtens vorgeschoben. Journalisten würden keine Tumulte entfachen, und selbst wenn es da Probleme geben würde, könnte man einen Justizwachtmeister oder mehrere in diesen Saal stellen, die dann eine Kamera zuschalten, sobald es Probleme gibt, damit der Vorsitzende Richter dann auch die Sicht in diesen zweiten Saal hätte."##
13.04.2013

Verlage Deutscher New Scientist wird wieder eingestellt

Das wöchentlich erscheinende Heft, eine Lizenzausgabe des gleichnamigen britischen Magazins, soll Ende Mai zum letzten Mal erscheinen. Das publizistische Konzept sei vom deutschen Markt nicht ausreichend angenommen worden, ließ die New Scientist Deutschland GmbH, eine hundertprozentige Tochter des Spiegel-Verlages, wissen.

Urheberrecht Zukunft von Internetrekordern weiter offen

Der Bundesgerichtshof hat einen Rechtsstreit über Urheberrechtsverletzungen zwischen SAT.1 und RTL auf der einen und zwei Anbietern von Internetrekordern auf der anderen Seite an das Oberlandesgericht Dresden zurück verwiesen. Damit geht der seit 2005 andauernde Streit in die sechste Runde. Geklärt werden muss, ob die Sender mit den Anbietern von Rekordern Lizenzverträge abschließen müssen. Bislang verweigern die Sender das. Der Anbieter von shift.tv hat angekündigt, RTL und SAT.1 auf Schadensersatz wegen entgangener Einnahmen zu verklagen, sollte entschieden werden, dass die Sender zum Abschluss von Lizenzverträgen verpflichtet seien. Derzeit darf shift.tv die Sendungen von SAT.1 und der RTL-Gruppe nicht aufzeichnen.

Rundfunk MDR verteidigt Entlassung von KiKa-Programmgeschäftsführer Kottkamp

Kottkamp hatte sich in dieser Woche in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung als "Bauernopfer" bezeichnet, mit dem die Verantwortlichen beim MDR von ihrem eigenen Fehlverhalten ablenken wollten. Der ehemalige Programmgeschäftsführer des Kinderkanals hat Kündigungsschutzklage eingereicht. Beim gemeinsamen Sender von ARD und ZDF, bei dem der MDR die Federführung hat, waren über Jahre durch fingierte Rechnungen und Bestechungen Gelder in Millionenhöhe veruntreut worden. Ein Herstellungsleiter ist bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der MDR betonte, die Staatsanwaltschaft Erfurt habe den Sender über strafrechtliche Ermittlungen gegen Kottkamp informiert. Dieser habe Gelegenheit gehabt, dazu ausführlich Stellung zu nehmen. Gegenstand der Ermittlungen seien nicht die Prozessabläufe beim Sender, sondern das mögliche Fehlverhalten von Kottkamp als KiKa-Manager.

Medienrecht Novelle des NRW-Mediengesetzes zwingt Medienwächter zum Sparen

Nach einem Arbeitsentwurf, der zurzeit online öffentlich zur Diskussion gestellt ist, soll die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen künftig einen Anteil aus ihrem Finanzetat an weitere Landesinstitutionen weiterleiten. So sollen jeweils 850.000 Euro jährlich an das Grimme-Institut und die Internationale Filmschule Köln gehen, sowie 1,6 Millionen Euro an die noch zu gründende Stiftung Vielfalt und Partizipation. Er halte diese Zwecke alle für vernünftig, sagte der Direktor der LfM Jürgen Brautmeier gegenüber Markt und Medien. Jedoch könne es dann bei den Geldern für den Bürgerfunk knapp werden: ##"Im Gesetz steht: 3,3 Millionen Euro sollen wir für die eben genannten Zwecke ausgeben. Da ich aber nur jeden Euro einmal ausgeben kann und zumindest den Zweck mit der Journalismusförderung bisher nicht im Etat hatte, muss ich ja das Geld irgendwo hernehmen, und das ist natürlich nur möglich bei den flexiblen Mitteln, die die Medienanstalt hat, bei den Fördermitteln. Und da bin ich in der Tat bei den Töpfen Forschung, Medienkompetenz und Bürgermedien. Und "Bürgermedien" ist, Gottseidank sag ich, bei uns ein sehr großer Topf."## Dass Journalismusförderung durch eine Stiftung, wie sie die Landesregierung plant, via Medienanstalt de facto aus Rundfunkgebühren bezahlt wird, ist nach Brautmeiers Ansicht legitim. ##"Die Länder haben über den Rundfunkstaatsvertrag schon die Möglichkeit, mit den Gebührenmitteln gewisse Zwecke, die jetzt nicht unbedingt in der Produktion von Rundfunk liegen, also Hörfunk und Fernsehen liegen, festzuschreiben. Aber da sagt der Staatsvertrag halt, das kann sein: Förderung der technischen Infrastruktur und der Digitalisierung, das kann sein: Förderung von nicht-kommerziellem Rundfunk und das kann sein: Förderung von Medienkompetenz. Also diese drei Dinge sind im Staatsvertrag festgeschrieben. Also: Theoretisch geht das schon. Aber ich hab halt Probleme damit, dass damit die Autonomie der Medienanstalt eingeschränkt wird, wenn festgeschrieben wird, welche Summe wir institutionell an eine Institution geben sollen."##

Verlage Verteidigungsministerium geht gegen WAZ-Veröffentlichung vor

Bereits im November letzten Jahres hatte die WAZ vertrauliche Dokumente über den Afghanistan-Einsatz ins Internet gestellt. Es handelt sich um turnusmäßige Unterrichtungen des Bundestages aus den Jahren 2005 bis 2012, die den Stempel "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" tragen. Diese niedrige Geheimhaltungsstufe wird verwendet, wenn durch eine Veröffentlichung Nachteile für die Bundesrepublik Deutschland entstehen könnten. Das Bundesverteidigungsministerium beruft sich auf sein Urheberrecht und will die WAZ über eine Abmahnung zu einer Löschung veranlassen. Im WAZ-Rechercheblog schrieb der verantwortliche Redakteur David Schraven, man werde diesem Ansinnen nicht nachkommen. Es sei fraglich, so Schraven, ob sich die Regierung auf ihr Urheberrecht berufen könne, um die Menschen in Deutschland im Unwissen darüber zu halten, was in ihrem Namen weltweit militärisch geschehe.

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