Mittwoch, 12.12.2018
 
Seit 19:15 Uhr Zur Diskussion
22.03.2014

Weltbild-Zukunft Insolvenzverwalter macht Hoffnung auf Gesamtsanierung

Arndt Geiwitz ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass mindestens ein Drittel der Mitarbeiter das Unternehmen verlassen muss. In Vereinbarungen mit Betriebsrat und der Gewerkschaft ver.di soll sichergestellt werden, dass die Betroffenen finanzielle Unterstützung erhalten und Weiterbildungs- und Vermittlungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll zum April beantragt werden

Online-Journalismus Focus überholt zum ersten Mal die Hamburger Konkurrenz

Wie die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung feststellte, erreichte das Münchner Angebot zum ersten Mal mehr Leser am Computer als Spiegel Online. Oliver Eckert, Geschäftsführer der Tomorrow Focus Media GmbH erklärt den Erfolg vor allem mit der Vernetzung seines Angebotes mit Sozialen Medien. Gerade über Facebook gewinne Focus Online mehr Leser als alle anderen Nachrichtenangebote. Im Januar sei es zudem gelungen, mit der Schumacher-Exklusiv-Meldung das Themenfeld als erste zu besetzen – ein Erfolg, so Eckert, der durch flache Hierarchien begünstigt wurde:

"Unser Verkaufsleiter hat bei Twitter bei einer französischen Quelle gelesen, das Michael Schumacher verunglückt sei. Und der hat dann sofort in der Redaktion angerufen. Dann haben die Kollegen im Newsroom sofort das Thema aufgenommen und haben das quergecheckt. Wir haben das relativ schnell bestätigt bekommen und dann waren wir damit auf der Seite und es waren ungefähr 20 Minuten vergangen bis die nächsten Nachrichtenangebote das Thema auf der Seite hatten. Die meisten haben abgewartet bis ne Agentur kam. Damit warn wir auch bei Google, bei den Social-Media-Kanälen, wir waren einfach direkt gesetzt. Diesen Vorsprung haben wir dann auch nicht mehr abgegeben."

Ähnliches sei Focus Online nun bei der Berichterstattung zum Hoeneß-Prozess gelungen, so Oliver Eckert.

"Da lag der Wettbewerbsvorteil darin, dass auf der einen Seite unser Reporter im Gerichtssaal einfach schneller die Urteile und die Plädoyers gesendet hat in die Redaktion. Es darf ja nicht direkt online gestellt werden aus dem Gerichtssaal. Und gleichzeitig haben wir ne relativ gute Technologie entwickelt. Also selbst wenn Kollegen zum gleichen Zeitpunkt auf den Knopf drücken in Hamburg oder in Berlin oder sonstwo, d. h. wenn der journalistische Prozess gleich schnell ist, selbst dann sind wir in der Regel schneller, weil der dahinterliegende Prozess des Einstellens und des Raussendens, insbesondere Push-Meldungen oder Eilmeldungen auf mobilen Devices ist bei uns zur Zeit deutlich schneller als bei der Konkurrenz."

Zeitungsmarkt Zeit und Zeit online in der Kritik

Wie letzte Woche berichtet, hatte sich die Online-Redaktion der "Zeit" von dem freien Journalisten Moritz Gathmann getrennt, weil der Osteuropa-Journalist auch für "Russland Heute" berichtet hatte. Ein Mitarbeiter von Zeit-Online dürfe nicht von einem Staat bezahlt werden,  über den er berichte, hieß es aus der Chefredaktion. In dieser Woche wurde bekannt, dass der festangestellte Zeit-Redakteur Jochen Bittner wohlwollend über die Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik geschrieben hat. An dem zugrunde liegenden Strategiepapier hatte er selbst mitgewirkt.

Für den Leipziger Medienwissenschaftler Uwe Krüger hat die Verbindung von leitenden Zeit-Redakteuren zu transatlantischen Think Tanks und Organisationen eine lange Tradition.

"Schon seit Jahrzehnten sind dort führende Vertreter der Redaktion unterwegs, angefangen mit Theo Sommer, dem langjährigen Chefredakteur, der bei der Bilderberggruppe im Lenkungsausschuss saß über Jahrzehnte. Dort gibt’s hochrangige Politiker, Wirtschaftsleute aus der westlichen Welt, die vertraulich miteinander reden und „Zeit“ immer mit dabei. Josef Joffe, Mitherausgeber der „Zeit“ ist auch in sehr vielen transatlantisch geprägten Organisationen unterwegs. Also, das hat schon System."

Uwe Krüger hält die Zeit-Redakteure deshalb nicht für grundsätzlich pro-westlich voreingenommen, aber er wundere sich, dass mit zweierlei Maß gemessen werde.

"Ich seh das jetzt erstmal rein formal abstrakt, also ob man da einen Interessenkonflikt sieht. Was auffällt, ist eben diese Doppelmoral, wie ich sie sehe. Das eine geht sozusagen gegen dien freien Journalisten, von dem man sich schnell trennen kann, und das andere geht in die Führungsriege des eigenen Verlagshauses."

ORF Mitarbeiter fordern Reform der Gremienbesetzungen

In einem offenen Brief hat sich der Redakteursausschuss des österreichischen Rundfunks an die Regierung gewendet und die politische Spitze der Alpenrepublik an ihre Reformversprechungen erinnert, die immer noch nicht eingelöst worden seien. Wie der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Peter Daser, gegenüber Markt und Medien erläuterte, seien die Redakteure des ORF es leid, dass die Politik immer noch nicht zeige, dass sie unabhängige Aufsichtsgremien haben wolle:

"Die ORF-Journalisten fordern schon seit Jahren, das sich die Regierung, dass sich die Parteien, dass sich die Regierungschefs der Länder zurückhalten, was den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrifft. Es ist so, dass unser Aufsichtsrat, der heißt in Österreich Stiftungsrat, maßgeblich beschickt wird von der Bundesregierung, von den Ländern, von den Parteien und die versuchen, darüber Einfluss zu nehmen, auch auf diverse Entscheidungen im Unternehmen und das muss aufhören."

Der ORF-Redakteursausschuss appelliert an die Politik, bei den gerade laufenden Neubesetzungen der Gremien ein dementsprechendes Zeichen zu setzen. Noch einmal Peter Daser:

"Es ist unprofessionell für ein großes Medienunternehmen, das Aufsichtsräte darin sitzen, die ganz ungeniert die Interessen ihrer Entsender verfolgen und nicht die Interessen jenes Unternehmens, für das sie den Aufsichtsrat, sprich: den Stiftungsrat, für den ORF bilden."

Türkei  Erdogan wegen Twitter-Sperre kritisiert

Selbst der türkische Staatspräsident Abdullah Gül nannte das Vorgehen seines Parteifreundes und Ministerpräsidenten Erdogan „nicht akzeptabel“. Seine Kritik sendete Gül wie viele andere seiner Landsleute ausgerechnet über Twitter in die Welt. In dem Land am Bosporus spielen die neuen digitalen Medien eine wichtige Rolle, da die Presse- und Rundfunklandschaft als parteipolitisch gelenkt gilt. Nutzer fanden daher Mittel und Wege, die Twitter-Sperrung zu umgehen. Erdogan steht wegen eines Korruptionsskandals erheblich unter Druck. Über Twitter und andere Social-Media-Netzwerke waren Tonaufnahmen und Dokumente verbreitet worden, die auf den Ministerpräsidenten ein schlechtes Licht warfen. Erdogan rief vor Anhängern: “Es sind internationale Verschwörungen im Spiel. Twitter und dieses ganze Zeugs – wir werden es mit der Wurzel ausreißen."

15.03.2014

Parlament Blogger erhalten besseren Zugang zum Bundestag

Sie dürfen künftig wie Journalisten etablierter Medien aus dem Parlament und seinen Ausschüssen berichten. Unter ihnen ist der bekannte Blogger Markus Beckedahl mit seinem Portal "Netzpolitik.org". Zuvor hatte die Parlamentsverwaltung den Bloggern eine Jahresakkreditierung verweigert.

Die Zugangsregeln hätten sich nicht verändert, teilte die Verwaltung mit. Entscheidend sei, ob eine Person hauptberuflich als Journalist arbeite.

Internet Russland blockiert Kreml-kritische Webseiten

Die staatliche Medienaufsicht hat mehrere Portale gesperrt. Dazu gehören etwa der Webauftritt des Oppositionsführers Nawalny und die Online-Seite des Radiosenders "Echo Moskwy". Zuvor wurde die Chefredakteurin des Nachrichtenportals "lentra.ru" auf Druck der Medienaufsicht entlassen.

Jewgenija Albatz, Chefredakteurin des Wochenmagazins "The New Times", appelliert an ihre Kollegen, nicht aufzugeben.

"Es kann immer noch schlimmer kommen. Die Macht wird versuchen, alle Medien dicht zu machen, die sich irgendwie regen. Ob das gelingt, hängt von uns ab. Die Verfassung garantiert das Recht auf Information. Wenn wir Journalisten ehrlich unsere Arbeit tun, sind wir nicht kleinzukriegen."

…so die russische Journalistin, Jewgenija Albatz. 

Reporter ohne Grenzen Westliche Geheimdienste sind "Feinde des Internets"

Die NSA und das britische Pendant GCHQ gefährden laut "Reporter ohne Grenzen" die Freiheit im Netz. Die Organisation setzte die Geheimdienste auf ihre Liste der "Feinde des Internets". Anlass ist die Massenüberwachung der Bürger.

Das Ausspähen habe auch fatale Folgen für die Außenwirkung der westlichen Staaten, meint Christian Mihr, Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen", …

"… weil die zentrale Rolle, die die NSA und die GCHQ bei der flächendeckenden Überwachung von Millionen Menschen hat, im Prinzip jegliche Kritik, die von westlicher Stelle, von westlichen Regierungen wie die USA und auch wie Großbritannien, im Rahmen von der Uno, im Rahmen von der EU an Diktaturen geübt wird, im Prinzip komplett entwertet ist. Sie nimmt im Prinzip jeglicher Kritik den Wind aus den Segeln, weil, wer selbst massenhaft Bürger ausspäht, kann andere Regierungen ja kaum glaubwürdig zu mehr Achtung der Informationsfreiheit im Internet drängen."

… sagt Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen".

Onlinehändler Amazon will ins traditionelle Verlagsgeschäft einsteigen

Der Online-Buchhändler Amazon startet im Frühjahr ein deutschsprachiges Programm. Über die Plattform "Amazon Publishing" will der US-Konzern Belletristik in deutscher Sprache als eBook für den Kindle-Reader und als Printausgabe herausausbringen.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sieht die Pläne der Amazon-Manager skeptisch. Er befürchtet, …

"…dass wir kulturell einen Abstieg erleben. So wie sie es jetzt gestaltet haben, ist das, was offensichtlich geplant ist, eine Art Abklatsch eines Verlages, bei dem nicht wirklich das, was Verlage für Autoren machen, um das Werk zu veredeln und vor allen Dingen, um es sichtbar zu machen, funktionieren dürfte. Ich traue denen nicht viel zu. Autoren muss man entdecken, man muss sie finden, man muss sie stimulieren – das ist mit eine Aufgabe von Verlagen, und ich glaube, darum kümmert sich Amazon kaum."

… so Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Presse Hoffnung für die insolvente Münchner "Abendzeitung"

Die hohen Druckkosten, unter denen das Boulevardblatt leidet, werden deutlich gesenkt. Das teilte der Insolvenzverwalter nach einer Einigung mit der Societäts-Druckerei mit. Bis zum Ende des vorläufigen Insolvenzverfahrens Ende Mai hat das Boulevardblatt Zeit, sich zu sanieren und einen Investor zu finden. Zuvor hatte der Verlag vergeblich versucht, den Vertrag mit der Druckerei zu verändern.

Rundfunkgebühr Ministerpräsidenten der Länder wollen den Rundfunkbeitrag erstmals senken

Und zwar um 48 Cent auf dann 17 Euro 50 pro Monat. Der reduzierte Beitrag soll ab 2015 gelten – vorher müssen noch die Länderparlamente zustimmen. Die Finanzkommission KEF hatte eine höhere Senkung um 73 Cent vorgeschlagen. Man sei dieser Empfehlung nicht gefolgt, um finanziellen Spielraum zu haben, damit der Beitrag stabil bleibe, sagte Malu Dreyer, SPD-Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz.

"Uns schwebt vor, dass wir in einem ersten Schritt wirklich dazu kommen zu einer Werbereduzierung im Hörfunkbereich, möglicherweise auch im Fernsehen. Das wird intensiv noch erörtert werden. Aber klar ist: Dass wir auf jeden Fall sichergestellt haben wollen, dass dieser Spielraum auch noch gegeben ist."

Beim geplanten Jugendkanal von ARD und ZDF haben die Länderchefs keinen Kompromiss gefunden. Die Verhandlungen wurden vertagt.

"Man muss, glaube ich, auch gar kein Geheimnis daraus machen, dass es durchaus auch unterschiedliche Einschätzungen zur Notwendigkeit des Jugendkanals gibt, aber es war dann am Ende doch ein Konsens, dass man nicht diese Idee des Jugendkanals jetzt begräbt."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk