Mittwoch, 22.09.2021
 
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08.11.2014

Beteiligung RTL sucht Wachstum außerhalb des TV

Die Sendergruppe übernimmt die Mehrheit beim Onlinevideonetzwerk StyleHaul. StyleHaul ist spezialisiert auf die Themen Mode, Beauty und Lifestyle. RTL erhöht seine Beteiligung von 22,3 auf 93,6 Prozent und zahlt dafür 85 Millionen Euro. 20 Millionen Dollar sollen zusätzlich investiert werden. Stylehaul kommt nach eigenen Angaben auf 900 Millionen Abrufe bei YouTube.

Gratis-Lizenz Springer lässt wieder alle Inhalte bei Google anzeigen

Der Verlag hat die VG Media beauftragt, Google eine Gratis-Lizenz zu erteilen. Rund zwei Wochen lang hatte Springer aufgrund des Leistungsschutzrechtes an einer reduzierten Darstellung von Inhalten mehrerer Titel bei Google festgehalten. Der Verlag betonte, er handele "nicht freiwillig", sondern sehe aufgrund der marktbeherrschenden Stellung Googles und des daraus folgenden wirtschaftlichen Druckes keine andere Möglichkeit.
Gleichzeitig legte der Medienkonzern neue Rekordzahlen vor. In den ersten neun Monaten legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent zu. Der Anteil der digitalen Erlöse daran lag bei 52 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner in der Telefonkonferenz zum Quartalsfinanzbericht:

"Jetzt stelle man sich vor, wie diese Zahlen aussehen würden, wenn es mehr Verlage gebe, die daran Interesse zeigen, mit digitalem Journalismus auch etwas Geld zu verdienen, aber stattdessen beschäftigen sich viele lieber mit Personalabbau in den Redaktionen."

Brief an Verlagsführung Spiegel-Redakteure fordern Ende des "Führungsvakuums"

91 Prozent der Printredakteure haben einen entsprechenden Brief an die Verlagsführung unterschrieben. Nachdem öffentlich geworden sei, dass die Gesellschafter bereits Gespräche zur Nachfolge des derzeitigen Chefredakteurs Wolfgang Büchner geführt hätten, sei die redaktionelle Arbeit gelähmt. Die Gesellschafter werden aufgerufen, "diesen Schwebezustand unverzüglich zu beenden".

Journalismusverband DJV mahnt faire Berichterstattung über den Lokführer-Streik an

"Es gibt einzelne Tendenzen, dass die Person des GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky in den Vordergrund der Berichterstattung über den Bahnstreik gerückt wird in einer Art und Weise, die mit journalistischen Prinzipien nicht mehr zu vereinbaren ist,"

erklärte DJV-Sprecher Hendrik Zörner gegenüber Markt und Medien. Unter anderem hatten die Bildzeitung sowie ihr Schwesterblatt BZ die Bürotelefonnummer des Gewerkschaftschefs an prominenter Stelle veröffentlicht. Focus Online hatte sein Wohnhaus abgebildet und den Stadtteil samt Entfernung vom entsprechenden Hauptbahnhof genannt. RTL explosiv ließ Weselskys ehemalige Ehefrau Negatives über ihren Ex-Mann berichten. Stimmungsmache in einer Tarifauseinandersetzung sei nicht Aufgabe von Medien, sagte DJV-Sprecher Zörner.

Die Vermutung, dass der DJV sich auch angegriffen fühle, weil er ebenso wie die GDL den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Tarifeinheit ablehne, wies Zörner zurück.

"Es ist zwar richtig, dass wir in einer sehr ähnlichen Situation sind wie die GDL – wir sind auch eine Berufsgewerkschaft, genau wie die GDL, genau wie Cockpit, genau wie der Marburger Bund. Wir sind genauso von dem Gesetz zur Tarifeinheit betroffen wie die anderen Berufsgewerkschaften auch, das ist alles richtig. Aber hier geht's jetzt nicht darum der GDL zur Seite zu springen, sondern es geht um Prinzipien des Journalismus und dazu äußern wir uns immer wieder, auch in ganz anderen Zusammenhängen."

Sparkurs Münstersche Zeitung erscheint künftig ohne eigene Redaktion

Die lokalen Inhalte sollen stattdessen von den Westfälischen Nachrichten geliefert werden. Der sogenannte Mantel kommt weiterhin von den Ruhrnachrichten aus dem Hause Lensing. Man wolle den Titel erhalten, erklärte die Unternehmensgruppe Aschendorff. Diese hatte die Münstersche Zeitung erst vor wenigen Wochen im Zuge einer Sanierungsfusion von Lensing übernommen. Als Hauptursachen der finanziellen Schieflage der Münsterschen Zeitung werden Anzeigenrückgang und Auflagenschwund genannt. Desaströs sei allerdings auch die Entscheidung Lensings gewesen, die gesamte Lokalredaktion 2007 zu entlassen und mit billigeren Beschäftigten weiterzumachen, erklärte der Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten Norbert Tiemann gegenüber dem epd.

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