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05.09.2015

Medienkonsum Amazon führt für "Prime"-Kunden eine Download-Funktion ein

Der Online-Händler lässt seine Kunden zukünftig ausgewählte Sendungen auch herunterladen und ohne Internet-Verbindung ansehen.Dazu gehören sowohl selbst produzierte als auch externe Inhalte. Beim Streaming werden die Inhalte direkt aus dem Netz abgespielt und nicht heruntergeladen. 

Der Onlineversandhändler Amazon hat in den zurückliegenden Monaten sein Streaming-Angebot deutlich ausgebaut - unter anderem mit der Produktion eigener Serien. Außerdem hat Amazon ein Start-up-Unternehmen übernommen, das konventionelle Fernsehangebote für den Abruf auf Smartphones und anderen mobilen Geräten formatiert.

Russland Staatliche gelenkte Medien drängen verstärkt in den deutschen Markt

Die staatliche Medienholding Rossija Segodnja will offenbar verstärkt eigene Nachrichten über deutsche Rundfunkanbieter verbreiten. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurden aus diesem Grund unter anderem mehrere Radiosender vom Tochterunternehmen Sputnik angeschrieben. Es gehe darum, Sendezeit von ein bis zwei Stunden täglich beziehungsweise einige Nachrichtenblöcke von jeweils 20 Minuten zu bekommen.

Die Europäische Union geht unterdessen mit einer Gruppe von Kommunikationsexperten gegen russische "Propaganda" vor. Die sogenannte Russland-Taskforce habe in dieser Woche die Arbeit aufgenommen, hieß es in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten die Kommission vor einigen Monaten aufgefordert, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die russische Medien auswerten und gegebenenfalls auf falsche oder verzerrte Informationen antworten soll. Die EU wirft der Regierung in Moskau vor, einen "Informationskrieg" zu führen, um die Intervention in der Ukraine zu rechtfertigen.

Großbritannien Diskussion über die Zukunft der BBC geht weiter

Am Montag will BBC-Intendant Tony Hall zu den Vorschlägen der Regierung Stellung nehmen. Im Gespräch ist, dass einige Unterhaltungsprogramme des Senders privatisiert werden könnten. Die konservative Regierung will im kommenden Jahr den Auftrag der BBC neu definieren.

Der Minister für Kultur und Medien, John Whittingdale, sagte in dieser Woche, niemand stelle infrage, dass die BBC auch Unterhaltung bieten solle. "Wir führen lediglich eine Debatte über die Rolle der BBC in einer völlig veränderten Medienlandschaft und fragen dabei, ob der Sender künftig noch all das machen soll, was er bislang macht."

Die BBC betreibt mehrere Hörfunk- und Fernsehprogramme, unter anderem den World News Service. Sie gehört zu den größten Rundfunkanstalten weltweit.

Medienkooperation Springer kooperiert als Nachrichtenanbieter mit Samsung

Der Medienkonzern hat mit dem Marktführer bei Smartphones eine strategische Partnerschaft vereinbart, wie beide Häuser mitteilten. Dafür wurde bereits eine neue digitale Nachrichtenplattform gegründet. Sie soll Samsung-Kunden den Zugriff auf eine Vielzahl unterschiedlicher Nachrichteninhalte bieten. Als Beta-Version ist das Angebot mit dem Namen "Upday" bereits verfügbar.

Geleitet werden soll das Nachrichtenangebot vom Springer-Verlagsmanager Peter Würtenberger sowie dem bisherigen Chefredakteur von "WeltN24", Jan-Eric Peters.
Dessen Aufgaben werden ab 2016 kommissarisch vom langjährigen Spiegel-Chefredakteur und dem jetzigen Herausgeber der "Welt", Stefan Aust, übernommen.

Pressefreiheit Die türkische Regierung geht massiv gegen Journalisten vor

In einer Großrazzia hat die Polizei in der Türkei insgesamt 23 Firmen der Koza Ipek Holding durchsucht. Darunter seien auch Redaktionsgebäude in der Hauptstadt Ankara gewesen, wie die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Sechs Menschen seien festgenommen worden.

Die Medien-Holding gibt unter anderem die regierungskritische Zeitung "Bugün" heraus und steht der Gülen-Bewegung nahe. Ihr wird vorgeworfen, in der Türkei als Terrororganisation eingestufte Gruppierungen finanziell unterstützt zu haben. Die Zeitung "Bugün" hatte in dieser Woche über angebliche Waffenlieferungen aus der Türkei an die Terrormiliz "Islamischer Staat" berichtet.

In den türkischen Kurdengebieten wurden außerdem zwei britische Journalisten und ihr aus dem Irak stammender Übersetzer festgenommen. Die beiden Briten wurden inzwischen wieder frei gelassen.

Gekaufte Artikel Wikipedia deckt "Sockenpuppen-Netzwerk" auf

Die Wikipedia-Betreiber teilten in ihrem Blog mit, dass insgesamt 381 Nutzerkonten gesperrt und mehr als 200 Artikel gelöscht worden seien. Die betroffenen Nutzer sollen zum sogenannten Orangemoody-Netzwerk gehört haben. Offenbar haben sie gegen Bezahlung Artikel für das Online-Lexikon geschrieben, ohne dies öffentlich zu machen. Die Artikel seien in der Regel werbend gewesen und oft einseitig, hieß es.

Die Autoren der Artikel nutzten Fake-Accounts, sogenannte Sockenpuppen. Damit verifizierten sie gegenseitig ihre Nutzerkonten, um die Schutzmaßnahmen bei Wikipedia zu unterlaufen. Interessenskonflikte müssen laut Geschäftsbedingungen bei Wikipedia offengelegt werden.

29.08.2015

Rundfunkgebühren Öffentlich-rechtliche melden höheren Finanzbedarf an

ARD, ZDF und Deutschlandradio haben bei der Finanzkommission KEF einen Mehrbedarf von bis zu zwei Milliarden Euro angemeldet, für die Jahre 2017 bis 2020. Die Kosten könnten zumindest zum Teil aus dem Überschuss des Rundfunkbeitrags gedeckt werden; bis 2016 wird eine Reserve von knapp 1,6 Milliarden Euro erwartet – die ist allerdings zurzeit auf Sperrkonten und demnach nicht zugänglich.

Die ARD-Sender erwarten sogar so starke Kostenzuwächse, dass über die Rücklage hinaus noch 99 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich nötig seien. Grund dafür seien steigende Gehälter und wachsende Kosten für Programm und Technik, zum Beispiel für das Digitalradio DAB+ und das neue Antennenfernsehen DVB-T2.

Die CDU-Medienpolitikerin Julia Klöckner zeigte sich skeptisch; der Rundfunkbeitrag solle auch in den kommenden Jahren nicht erhöht werden.

 

Medienrecht Durchsuchung bei "Berliner Morgenpost" war unzulässig

Redaktionsräume dürfen nicht durchsucht werden, wenn es vorrangig um Straftaten von Informanten geht. Das Bundesverfassungsgericht gab damit am Freitag den Klagen der Berliner Morgenpost und dem Chefreporter der Zeitung Recht. Ende 2012 waren die Redaktionsräume und die Wohnung des Journalisten durchsucht worden.

Begründet wurde die Durchsuchung damals mit dem Verdacht auf Beihilfe zum Geheimnisverrat; der Chefreporter der Berliner Morgenpost hatte für eine Recherche mit einem Polizeibeamten zusammengearbeitet, und dieser wiederum wurde verdächtigt, in einem anderen Fall vertrauliche Informationen an Journalisten weitergegeben zu haben.

US-Medien Nachrichtenagentur AP verklagt US-Justizministerium

AP zieht vor Gericht, weil sich ein FBI-Agent bei Ermittlungen zu Bombendrohungen als Mitarbeiter des Medienunternehmens ausgegeben hatte. AP fordert die Herausgabe von FBI-Akten zu dem Vorfall von 2007. Der Ermittler hatte versucht, einen Jugendlichen mit einem gefälschten Artikel zu überführen. Der Fall war erst im vergangenen Jahr bekannt geworden; das FBI verteidigte das Vorgehen als legitimes Mittel zur Abwehr von Terroranschlägen.

Medienethik Reporterin und Kameramann während Live-Sendung erschossen

Die beiden Mitarbeiter des Lokalsenders WDBJ7 wurden am frühen Mittwochmorgen während eines live übertragenen Interviews erschossen. Der Täter, ein früherer Mitarbeiter des Senders, starb wenige Stunden später an Schussverletzungen, die er sich selbst zugefügt hatte.

Vorher hatte der Täter ein Video vom Mord ins Netz gestellt, das daraufhin dort genauso kursierte wie die Live-Sequenz vom Fernsehsender WDBJ7. Dass die Bilder unter anderem von mehreren deutschen Medien verwendet wurden, war ein Fehler, meint der Sozialwissenschaftler Vincenz Leuschner. Er ist Koordinator des Forschungsverbunds Target, der sich unter anderem mit den Themen Amoklauf und terroristischen Einzeltaten befasst. "Es ist ziemlich wichtig zu verstehen, dass es bei solchen Taten nicht nur darum geht, Menschen zu töten, sondern vor allem Botschaften zu platzieren, öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Und wenn eben Medien, oder auch soziale Netzwerke diese Inhalte weitergeben, werden sie aus unserer Sicht gewissermaßen zum Erfüllungsgehilfen der Täter, die genau diese Wirkung beabsichtigen", sagte Vincenz Leuschner von der FU Berlin gegenüber Markt und Medien.

Pressefreiheit Haftstrafe für drei Al-Dschasira-Reporter in Ägypten

Die Journalisten Peter Greste, Mohamed Fahmy und Baher Mohammed sind in Kairo in einem neu aufgerollten Prozess zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt worden. Es geht um angeblich falsche Berichterstattung zugunsten der verbotenen Muslimbruderschaft. Die Reporter waren schon vor gut einem Jahr zu sieben bis zehn Jahren Haft verurteilt worden; ein Berufungsgericht hatte Anfang 2015 aber ein neues Verfahren angeordnet.

Al-Dschasira bezeichnete das neue Urteil als bewussten Angriff auf die Pressefreiheit. Giles Trendle, der geschäftsführende Direktor vom englischsprachigen Al-Dschasira, gegenüber seinem eigenen Sender: "Wir sind schockiert und zerknirscht - weil unsere Mitarbeiter ohne den kleinsten Beweis verurteilt wurden. Sie wurden schon vor dem Urteil über ein Jahr gefangen halten, und jetzt müssen sie zurück ins Gefängnis. Das ist nicht zu begreifen, das ist abscheulich. Wir sind wirklich schockiert."

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