Donnerstag, 18.10.2018
 
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24.10.2015

Jugendmagazin "Bravo" startet Online-Radio

Es richtet sich an 14- bis 29-Jährige, so die Bauer Media Group. Zu hören ist in erster Linie Musik von Youtube-Stars. In Kürze soll auch eine App dazu angeboten werden. Die Auflage des in München erscheinenden Jugendmagazins "Bravo" sinkt seit Jahren.

Hack BildPlus-Inhalte stehen offen im Netz

Auf einem gefälschten-Portal werden die Artikel in einer ähnlichen optischen Aufmachung wie das Original präsentiert, berichtet das Portal toptestsieger.de. Verantwortlich für die Fake-Seite soll ein Bürger im US-Bundesstaat Nevada sein. Es soll sich um eine Protestaktion handeln, weil Bild.de gegen Werbeblocker vorgeht. Nutzer werden aufgefordert, für die Inhalte zu zahlen, wenn sie die Werbung wegschalten lassen. Der Springer-Verlag kündigte juristische Konsequenzen an.

Pegida Journalistenverbände verurteilen Übergriffe auf Reporter

Dass die Lügenpresse Rufe der Pegida-Bewegung immer öfter in Schläge und Tritte gegen Journalisten münden, ist eine erschreckende Eskalation, sagte der Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, Michael Rediske. Er forderte, genauso wie der Deutsche Journalistenverband, von den sächsischen Ermittlungsbehörden ein entschlossenes Vorgehen gegen die Täter. Ein Reporter der "Deutschen Welle" war beispielsweise bei der Kundgebung nicht nur beschimpft worden, sondern es wurde ihm auch ins Genick geschlagen. Der Täter flüchtete danach.

Studie Plädoyer für neue EU-Regelung audiovisueller Angebote

Das Hans-Bredow Institut für Medienforschung und das Institute for Information Law in Amsterdam haben die Mediennutzung und die Wertschöpfungsketten in einigen EU-Mitgliedländern unter die Lupe genommen. Die Forscher schlagen nun vor, die audiovisuelle Regulierung in Europa zu reformieren. Sie wollen weg von strukturellen Vorgaben wie Werbezeitenbegrenzung oder Definitionen für Audiodienste. Stattdessen sollte sich die EU auf inhaltliche Mindeststandards für Medienangebote einigen, so Dr. Wolfgang Schulz, Leiter des Hamburger Hans-Bredow Instituts, gegenüber Markt und Medien:

"Ausgangspunkt sollte sein, was soll eigentlich geregelt werden? Angebote, egal, wie sie aussehen, Kinder und Jugendliche nicht gefährden und beeinträchtigen. Dass der Schutz der Menschenwürde gewährleistet ist, dass wir möglichst wenig Behinderung von Diensten in Europa zwischen den Ländern haben. Und sich auf diese Grundfragen zu konzentrieren und von da aus die Medienordnung auf europäischer Ebene zu entwickeln, denn es wird immer alles komplizierter. Es gibt immer mehr neue Typen von Angeboten und es ist kaum möglich auf europäischer Ebene, wo es sehr lange dauert, neue Regeln zu entwickeln, dem hinterherzulaufen. Deshalb muss man unseres Erachtens versuchen, die Regelungstechnik etwas anzupassen."

Onlinezeitungen Videoangebote müssen EU-Recht beachten

Die Onlineausgabe der "Tiroler Tageszeitung" hatte vor drei Jahren über einen Link rund 300 kurze Videos bereitgestellt. Ein großer Teil dieser Videos hatte jedoch keinen Bezug zu den Artikeln auf der Website. Die Richter des Europäischen Gerichtshofs entschieden nun, dass die Zeitung gegen das EU-Recht verstoßen habe, weil sie durch die Verlinkung zu einem audiovisuellen Mediendienst geworden sei. Der Fall geht jetzt zurück zum Verwaltungsgericht in Österreich.

"Tagesspiegel" Journalistenverbände protestieren gegen Kürzungen bei freien Mitarbeitern

Die "Berliner Zeitung" kündigte in dieser Woche an, die Ausgaben für freie Mitarbeiter zugunsten anderer Wachstumsfelder zu kürzen. Grund dafür seien Einbrüche im Anzeigengeschäft. Ab Montag werde der "Tagesspiegel" mit neuen zusätzlichen Seiten auf den Markt kommen und ab November ein Online-Projekt starten.

Der Vorsitzende des Berlin-Brandenburgischen Journalistenverbandes Alexander Fritsch nennt das Vorgehen des Verlags "betriebswirtschaftliche Kurzatmigkeit" und sagte gegenüber Markt und Medien:

"Das ist aber nicht neu, dass vielen in den Chefetagen deutscher Medienhäuser angesichts der in der Tat schwieriger werdenden Lage insbesondere bei den Printprodukten nichts einfällt. Die Vorstellung, dass man so lange spart, bis nichts mehr von der eigenen Kompetenz übrig ist, ist aber eine sehr kurzfristige. Damit lässt sich natürlich eine Zeitung langfristig nicht erhalten. Damit lassen sich nur kurzfristig Kosten einsparen, aber es lassen sich weder Leser dazu gewinnen, noch lassen sich Marktanteile erhöhen. Das Ganze ist was für Leute, die nicht an einem langfristigen Überleben eines Medienprodukts, wie der Tagesspiegel eines ist, interessiert sind, sondern an kurzfristiger Rendite und an schnellen Zahlen."

17.10.2015

Schweiz Zeitung lässt sich für Wahlwerbung kaufen

Die auflagenstärkste Zeitung der Schweiz, "20 Minuten", ließ die Schweizerische Volkspartei auf der gesamten Titelseite für die morgige Wahl eines neuen Parlaments werben. Die Partei musste für die Aktion mehr als 138.000 Franken berappen – das sind etwa 127.000 Euro. Dem Schweizer Studenten Donat Kaufmann war das zu viel der politischen Einflussnahme. Er sammelte mithilfe einer Crowdfunding-Initiative Geld, um die Frontseite zurückzukaufen – und schaffte es.

Journalistenverband DJV-Vize von Berlin-Brandenburg tritt zurück

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung wurde der zweite Vorsitzende des DJV-Landesverbands Berlin-Brandenburg, Bernd Martin, von der Stasi als "IM René" geführt. Wie das Blatt berichtet, soll Martin als Spitzel Menschen in der DDR ins Gefängnis gebracht und die Flucht dreier Freunde an die Stasi verraten haben.

Als der Journalist den DJV-Vize mit den Vorwürfen am Telefon konfrontierte, gestand Martin dem "Bild"-Bericht zufolge seine Stasi-Tätigkeit unmittelbar ein und kündigte seinen Rücktritt an.

Erst im September war der gesamte Landesvorstand des deutschen Journalisten-Verbands in Sachsen-Anhalt zurückgetreten, nachdem mehreren Vorstandsmitgliedern eine Stasi-Mitarbeit nachgewiesen werden konnte.

Bundesverfassungsgericht Grünen-Politikerin Rößner fordert Presseauskunftsgesetz

Nach dem aktuellen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts sind Bundesregierung und Bundesbehörden nicht verpflichtet, auf Anfragen von Journalisten Informationen zu beschaffen. Der presserechtliche Auskunftsanspruch beziehe sich nur auf Informationen, die bei öffentlichen Stellen schon vorhanden sind - so das BVG. Ein "BILD"-Reporter hatte eine Klage eingereicht, weil er vom Bundesnachrichtendienst Angaben zu früheren Mitarbeitern des Geheimdienstes mit NS-Vergangenheit verlangt hatte. Trotz der Abweisung dieser Klage hat das Verfassungsgericht klar gestellt, dass die Reichweite der Landespressegesetze von Bundesbehörden nicht unterschritten werden darf. Der Sprecherin für Medienpolitik der Grünen, Tabea Rößner, gehen diese Äußerungen nicht weit genug:

"Das Urteil zeigt, dass es ein Vakuum gibt, nämlich was die Auskunftsansprüche von Journalisten gegenüber Bundesbehörden betrifft. Es gibt Landespressegesetze, die regeln das auf Länderebene, aber das Problem ist, dadurch dass es kein eigenes Bundesgesetz gibt, haben Journalisten nicht per sé ein geregeltes Auskunftsrecht. Und das wäre sinnvoll, dieses auch einzurichten, damit die Journalisten auch auf Bundesebene umfassend Informationen von Bundesbehörden bekommen können."

Telekommunikation Bundesrat beschließt Vorratsdatenspeicherung

 

Telekommunikationsdaten sollen künftig bis zu zehn Wochen aufbewahrt werden und der Bekämpfung von Terror dienen. IP-Adressen von Computern und Verbindungsdaten zu Telefongesprächen werden nach dem neuem Gesetz sogar zweieinhalb Monate gespeichert. Daten zum E-Mail-Verkehr dürfen nach wie vor nicht erfasst werden. Den Abruf der Informationen muss vorab ein Richter erlauben.

Ein neu geschaffener Paragraf zur Datenhehlerei verbietet es, illegal aus Behörden oder Unternehmen entwendete Daten zu nutzen. Berufsgeheimnisträger wie Anwälte und Journalisten befürchten nun, dass es dadurch in Zukunft schwierig wird, Material, das ihnen von Informanten zugespielt worden ist, für Veröffentlichungen zu verwenden. Oppositionsabgeordnete sowie Politiker von FDP und Piraten haben bereits eine Klage gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung angekündigt.

Fernsehen Thüringen erwägt Rückzug vom MDR

Die linke thüringische Landesregierung will den MDR verlassen, um zum Hessischen Rundfunk zu wechseln. Medienrechtlich wäre ein solcher Schritt grundsätzlich möglich. Der Staatsvertrag zwischen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kann Ende 2021 gekündigt werden. Ein solcher Wechsel hätte allerdings weitreichende Konsequenzen, etwa für die Frequenzvergabe an einen neuen thüringischen Sender, so der Münsteraner Medienrechtler Bernd Holznagel:

"Ich persönlich würde schätzen, dass man an analoge Hörfunkfrequenzen gar nicht rankommt seitens Thüringen, weil die sind ja dem MDR übertragen. Man müsste jetzt klären, ob diese Frequenzen befristet vergeben worden sind oder dauerhaft. Möglicherweise kommt dann die thüringische Regierung gar nicht an die Frequenzen, die dann relevant wären. Das würde dann heißen, dass der neue thüringische Rundfunk dann wohl ein Online-Sender wäre und vermutlich dann auch zu viel Personal hat in Erfurt."

Beim Hessischen Rundfunk lag bisher noch keine Anfrage aus Erfurt vor. Beobachter halten das Ansinnen Thüringens sowieso für eine Strategie bei der anstehenden Reform des MDR, um besser berücksichtigt zu werden.

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