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16.04.2005

Ausland Berlusconi gibt Mehrheit an Fernsehgruppe ab

Die von der Familie des italienischen Ministerpräsidenten kontrollierte Holding Fininvest verkauft rund 17 Prozent ihrer Anteile an der Sendergruppe Mediaset. Damit sinkt ihr Anteil am größten TV-Anbieter Italiens von 50,9 auf 34,3 Prozent. Unser Mitarbeiter Thomas Migge in Rom hält dies für ein politisch motiviertes Geschäft Silvio Berlusconis: ## Offiziell sagt er, macht er das, um seine Kinder aus der zweiten Ehe zu versorgen und diese beiden Kinder sind noch nicht volljährig und noch nicht am Medienkonzern Mediaset beteiligt wie die beiden Kinder aus der ersten Ehe. Inoffiziell, denke ich mir, hat Berlusconi dies getan, um nach dem schweren Verlust bei den Regionalwahlen für seine Partei und der Furcht vor Neuwahlen und der Regierungsübernahme durch die Linksparteien, dass dann kein Gesetz erlassen wird, dass ihm vorschreibt: entweder machst Du den Politiker und verkaufst Deine Unternehmen, oder aber Du ziehst Dich aus der Politik zurück. Und er meint, dass, wenn er nicht mehr die Mehrheit an seinem Unternehmen hat, dass dann keine linke Regierung ihn vor diese Wahl stellen kann. ## Berlusconis Beteiligung an Mediaset war immer umstritten, da der Regierungschef damit auch einen wichtigen Teil der italienischen Medien kontrolliert. Die Änderung in den Mehrheitsverhältnissen bei Mediaset wird aber keine Veränderung in der Medienlandschaft Italiens bedeuten, so Thomas Migge. ## Das bedeutet für die Medienszene überhaupt nichts., denn er ist nach wie vor Ministerpräsident, also Regierungschef und kontrolliert die RAI. Und seine beiden Kinder halten - er hat ja offiziell nichts mehr mit der Mediaset zu tun, obwohl daran niemand glaubt - seine beiden Kinder kontrollieren immerhin noch 34 Prozent des Medienkonzerns und bestimmen einzig und allein im Verwaltungsrat die gesamte Programmgestaltung der privaten Fernsehsender. ##

Quelle: bb

Öffentlich-Rechtliche ARD vertagt Entscheidung über Gebührenklage

Ob die ARD das Bundesverfassungsgericht wegen der geringer als erwartet ausgefallenen Gebührenerhöhung anruft, ist immer noch nicht entschieden. Auf der Hauptversammlung der ARD in Frankfurt wurde die Entscheidung auf den Juni vertagt. In der Auseinandersetzung mit der EU-Kommision über die Rundfunkfinanzierung werde notfalls der Europäische Gerichtshof eingeschaltet. Das kündigte der ARD-Vorsitzende Gruber an. Bernd Lenze, der Vorsitzende der Konferenz der Gremienvorsitzenden, kritisierte das Vorgehen der EU-Kommission: ## Die Prüfungssystematik, welche die EU dabei anwendet, ist Eins zu Eins die Gleiche wie bei Müllabfuhr, Maschinen, Ringen oder Sparkassen. Unser Einwand, dass Rundfunk primär Kultur und nicht Wirtschaft ist, wird schlichtweg übergangen. Wer Fragen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausschließlich an Maßstäben neoliberaler Wettbewerbsphilosophie misst, hat in unseren Augen das Thema verfehlt. ##

Quelle: bb

Fröhlich sein und singen DDR-Kinderzeitschrift "Frösi" wird neu aufgelegt

Die "Frösi", deren Name für "Fröhlich sein und singen" steht, war 1991 eingestellt worden. Die Zeitschrift, 1953 gegründet, erreichte zu ihren Glanzzeiten eine Auflage von 500.000 Exemplaren. Bernd Wishöth, der Geschäftsführer des neu gegründeten Berliner Frösi Verlages, möchte mit einer Druckauflage von zunächst 70.000 hauptsächlich die Generation erreichen, die mit der "Frösi" groß geworden ist und nun in der Rolle der Eltern anspruchsvolle Lektüre für ihre Kinder sucht. ## Der Grundtenor heißt bei uns: Fördern und fordern. Oder auffordern, auffordern zum mittun. Also, eine Zeitschrift, wie die Frösi das früher auch tat, mit vielfältigen Bastelangeboten, Rätselangeboten, die einfach zum beschäftigen auffordert auf einem bestimmten Niveau und das ist eigentlich das Wesentliche, was die Frösi früher hatte und was die Frösi auch heute haben soll. ## Die neue "Frösi" wird aus Kostengründen nur an ostdeutschen Kiosken erhältlich sein.

Quelle: bb

Internet Projekt klicksafe.de soll Sicherheit im Internet verbessern

Hinter Klicksafe. de verbirgt sich ein gemeinsames Projekt der Landesmedienanstalten Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie dem Europäischen Zentrum für Medienkompetenz, gefördert von der EU-Kommssion. Es soll vor allem Eltern und Jugendliche für die Gefahren und Chancen des Internet sensibilisieren und aufklären. Unter der Internetadresse www.klicksafe.de werden aber nicht nur schon bestehende Internetangebote zusammengefasst und vernetzt, so die Projektleiterin der Landeszentrale Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz, Birgit Gehrlein: ## Beispielsweise werden wir erklären: was steht hinter Viren, was steht hinter Dialern, was verbirgt sich hinter Spam? Dann geht es in eine Richtung beispielsweise Handynutzung für Kinder und Jugendliche. Auch hier wird noch einmal herausgegriffen, welche Problembereiche bei der Handynutzung auftauchen können. Es wind verschiedene Themen, die hier aufgegriffen werden, vor allem auch aktuelle. ##

Quelle: bb

09.04.2005

Journalistenpreis Erstmals bekommt eine deutsche Fotografin den Pulitzerpreis

Anja Niedringhaus erhält die Auszeichnung zusammen mit zehn anderen Fotografen. Gemeinsam arbeiten sie für die Agentur Associated Press. Den Pulitzerpreis erhalten sie für ihre Fotoberichterstattung aus irakischen Städten. Der wichtigste amerikanische Journalistenpreis geht außerdem jeweils zweimal an die "Los Angeles Times" und das "Wall Street Journal".

Fernsehen TV München stellt Insolvenzantrag

Die tv.münchen Das Stadtfernsehen Programmgesellschaft habe am Donnerstag beim Amtsgericht München Insolvenzantrag gestellt, erklärte ein Gerichtssprecher und bestätigte damit einen Bericht des Schweizer Mediendienstes Klein Report. Erst im Januar hatte die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) die Genehmigung für den Privatsender widerrufen, da dieser seine Gesellschafterstruktur nicht offen gelegt habe.

Print Zeitungsverleger kritisieren Rahmenbedingungen bei der Fußball-WM

Beim Präsidientreffen der deutschsprachigen Verlegerverbände hat die deutsche Delegation vor allem die späten Anstoßzeiten von 21 Uhr moniert. Eine tagesaktuelle Berichterstattung sei nur unter großem logistischem Aufwand machbar, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger BDZV. Berichte über Verlängerungen oder Elfmeterschießen wären kaum möglich. Der BDZV kritisierte außerdem, dass der Weltfußballverband FIFA den redaktionellen Einsatz von WM-Emblemen streng reglementiert habe. Bei den deutschen Verlegern sorgt auch ein Plan des Bundesjustizministeriums für Unruhe. Nach Informationen des BDZV will das Ministerium Handelsregister-Anzeigen von den Tageszeitungen ins Internet verlagern. Der BDZV ist dagegen, weil Anzeigen in Tageszeitungen mit 76 Prozent eine wesentlich höhere Reichweite als das Internet mit 50 Prozent hätten. Menschen ohne Internet-Zugang wären dann von Handelsregister-Informationen ausgeschlossen.

Fernsehen Fernsehproduzenten gründen Initiative zum Formatschutz

Auf der internationalen Fernsehmesse MIP TV, die am Montag in Cannes beginnt, wollen führende deutsche Fernsehproduzenten eine Selbstverpflichtung unterzeichnen. Darin kündigen sie an, Inhalte von TV-Sendungen nicht mehr ohne weiteres zu kopieren. Axel Kühn, Entwicklungschef von Tresor TV, die Formate wie Frauentausch und die Super-Nanny entwickelt hat, kritisiert in diesem Zusammenhang die Rechtslage in Deutschland. ## Es gab ein Urteil, da hat der BGH entschieden, dass seiner Meinung nach ein Format nicht geistiges Eigentum genug ist als dass man es schützen könnte. Was wir für absurd halten, weil Schnittmuster im Modedesign urheberrechtlich geschützt sind. Wir wollen letztlich die Ausgestaltung einer Fernsehsendung schützen lassen. Also sowohl die Idee als auch die ganze Machart. An einem Beispiel: Familien zu tauschen ist nur die Idee einer Sendung. Aber zu sagen: Zwei Wochen tausche ich die, sie kriegen eine Bibel, wo drin steht, wie der Haushalt zu führen ist. Eine Woche lang müssen sie nach dieser Bibel leben und eine Woche lang nach ihren eigenen Regeln. Dann steckt da einfach sehr viel Kreativität drin und sehr viel Erfahrung. Und da ist auch sehr lange ausprobiert worden, um festzustellen, dass eine Sendung so funktioniert. Es hat jemand Geld und Arbeit investiert, und das muss geschützt werden. Da kann man nicht einfach klauen dürfen, ohne dafür zu bezahlen für die Arbeit, die sich mal jemand gemacht hat.## Axel Kühn weißt darauf hin, dass es zum Beispiel in Großbritannien bereits einen gesetzlichen Schutz vor dem Formatdiebstahl gibt. ## Für den Produzenten hat es erst einmal die Konsequenz, dass es sich für den deutschen Produzenten nicht lohnt, selbst Ideen zu entwickeln. Deshalb sind die meisten Sendungen, die wir in Deutschland sehen, aus dem Ausland übernommen, weil es sich für die deutschen Produzenten nicht lohnt, Geld zu investieren, ein eigenen Konzept zu entwickeln und dann nicht die Sicherheit zu haben, dass es niemand klauen kann. Für den Zuschauer hat es die Konsequenz, dass er auf vielen Sendern identische Sendungen sieht. Weil ein Sender erfolgreich eine neue Sendung platziert und die anderen sich sagen 'oh, wenn das bei dem erfolgreich läuft, dann kopiere ich das doch mal’. Und es heißt auch für den Zuschauer, dass er manchmal Sendungen sieht, die er eventuell in einer besseren Qualität hätte sehen können, wenn der Produzent nicht wahnsinnig schnell hätte produzieren müssen, um dem Diebstahl vorzubeugen. ##

Jugendschutz Die KJM zieht Bilanz

Nach Ansicht der Kommission für Jugendmedienschutz KJM hat sich das System der freiwilligen Selbstkontrolle bewährt. Seit ihrer Gründung 2003 hat sich die KJM mit 91 Fällen aus dem Privatfernsehen beschäftigt und dabei 49 Jugendschutzverletzungen festgestellt. Für besonders heikel hält die KJM den Jugendschutz im Internet. Von 82 Fällen seien 79 als Verstöße gewertet worden, erklärte der KJM-Vorsitzenden Wolf-Dieter Ring in Erfurt. Der KJM gehören sechs Direktoren von Landesmedienanstalten und sechs von Bund und Ländern bestimmte Sachverständige an.

Papstwahl Nachrichtensperre für Kardinäle

Das Kollegium zur Wahl des neuen Papstes will mehr als eine Woche vor Beginn des Konklave keine Interviews mehr geben. Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls sagte heute vor Journalisten, die Kardinäle hätten dies einmütig entschieden. Am 18. April treten 115 Kardinäle aus aller Welt in der Sixtinischen Kapelle zusammen, um ein neues Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zu wählen. In den vergangenen Tagen hätten sich schon verschiedene Kardinäle in den Medien zu einem möglichen Nachfolger geäußert.

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