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26.07.2008

Wenig Geld, weniger Inhalt Turbulente Zeiten für die "Allgemeine Deutsche Zeitung" in Rumänien

Das Blatt war vor 15 Jahren als Sprachrohr der deutschen Minderheit gegründet worden. Da die Lesergruppe aber stark zurückgegangen ist und gleichzeitig die Produktions- und Personalkosten gestiegen sind, hatte der Verwaltungsrat Ende Juni entschieden, aus der Tageszeitung ein deutschsprachiges Wochenblatt zu machen. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien beschloss jedoch in dieser Woche, die "Allgemeine Deutsche Zeitung" als Tageszeitung in abgespeckter Form fortzuführen. Ehemalige Redakteure, die bereits in Rente gegangen sind, sollen aus Kostengründen die Inhalte gestalten. Dieses Konzept hielt der bisherige Chefredakteur Dan Caramidariu nicht für tragbar und gab sein Amt auf.

Verhandlungen gehen voran Neuer Rundfunkstaatsvertrag auf gutem Weg

Die Rundfunkkommission der Länder war am Donnerstag zu einem Gespräch mit der Generaldirektion Wettbewerb in Brüssel zusammengekommen. Nach Informationen des Chefs der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei Martin Stadelmaier habe die Generaldirektion Wettbewerb keine grundlegenden Einwände gegen den Arbeitsentwurf. In dem neuen Rundfunkstaatsvertrag wird unter anderem der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender genauer beschrieben. Außerdem sollen die neuen digitalen Angebote von ARD und ZDF künftig einem Genehmigungsverfahren unterzogen werden. Ende September wird die Rundfunkkommission ein abschließendes Gespräch mit Brüssel führen.

Entspannung beim "Spiegel" Neuer Geschäftsführer in Sicht

Nachfolger von Mario Frank wird der bisherige Verlagsgeschäftsführer der "Stern"-Gruppe bei Gruner und Jahr Ove Saffe. Frank habe den "Spiegel"-Gesellschaftern angeboten, sein Amt zum Ende des Jahres niederzulegen, so eine Sprecherin des Verlags. Mario Frank hatte erst Anfang 2007 beim "Spiegel" angefangen. Wegen seines Führungsstils und umstrittener Entscheidungen war es immer wieder zu Differenzen mit der Mitarbeiter KG gekommen. Vor allem wegen seiner Rolle bei der Ablösung des "Spiegel"-Chefredakteurs Stefan Aust.

Social Network vor Gericht US-amerikanisches Online-Netzwerk facebook verklagt Studi-VZ

Facebook wirft der zur Holzbrinck-Gruppe gehörenden deutschen Plattform vor, das Erscheinungsbild sowie Funktionen und Dienste kopiert zu haben. Studi-VZ Chef Markus Rieke wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Vorsorglich habe Studi-VZ aber eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Die Plattform Studi-VZ wurde 2005 und damit rund eineinhalb Jahre nach facebook von Studenten gegründet und war später von der Holtzbrinck-Gruppe gekauft worden. Netzwerke wie facebook und Studi-VZ gelten wegen des potenziellen Werbemarktes auf den Netzwerkseiten als sehr attraktiv. Studi-VZ kommt nach eigenen Angaben auf über zehn Millionen Nutzer. Facebook will seine Reichweite in Europa stark ausbauen.

Keine endgültige Rechtsentscheidung Rechtsstreit zwischen Junger Freiheit und epd vertagt

Die gerichtliche Auseinandersetzung ist entstanden, da der epd Hessen im April in einer Meldung den Staatssekretär im Justizministerium zitiert hatte. In dem Zitat rückte Staatssekretär Alfred Hartenbach die "Junge Freiheit" in die Nähe der NPD. Die Zeitung erkannte darin eine unwahre Tatsachenbehauptung und sah sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Vor dem Landgericht Frankfurt erwirkte die "Junge Freiheit" eine einstweilige Verfügung gegen den epd Hessen. Der klagte wiederum dagegen. In dieser Woche nun zeigte sich, dass das Landgericht in dem vom epd verbreiteten Zitat ebenfalls eine gegendarstellungsfähige Tatsachenbehauptung sieht. Dazu der Sprecher des Deutschen Journalistenverbandes Hendrik Zörner. ##Das ist ganz eindeutig eine Meinungsäußerung gewesen und ist als solche selbstverständlich auch zulässig, keine Tatsachenbehauptung. Es muss auch weiterhin möglich sein, dass Journalisten in Deutschland sich in dieser Form äußern, wie das der epd getan hat und es muss vor allem weiterhin möglich sein, dass Quellen mit Namen zitiert werden können, ohne dass der Journalist überprüfen muss, ob das was ihm sein Quelle gesagt hat nun auch hundertprozentig richtig ist.## Das Landgericht wird sein Urteil am 31. Juli bekannt geben. Der DJV fürchtet, dass dann ein Präzedenzfall geschaffen wird. Noch einmal Hendrik Zörner. ##Es ist selbstverständlich so, dass wenn Journalisten Sachverhalte berichten, dass sie für die Richtigkeit der Sachverhalte auch gerade stehen, das ist der Job des Journalisten. Aber, wenn sie jemanden zitieren, einen Politiker beispielsweise, einen Unternehmer, einen Star aus der Gesellschaft, wen auch immer und ganz klar gesagt wird, dass das das da jetzt erwähnt wird, die Äußerung des Zitierten ist, dann trägt er dafür die Verantwortung - und nicht der Journalist. Und dieses Prinzip darf ein Gericht nicht auf den Kopf stellen.##
19.07.2008

Arbeit am Newsdesk Keine Verbesserung der journalistischen Qualität

Angela Kauer hatte in einer Studie, durchgeführt am Institut für Publizistik der Universität Mainz, die Veränderungen der Redaktionsstrukturen der Allgemeinen Zeitung Mainz analysiert. Ein Jahr zuvor war ein sogenannter Newsdesk, ein Nachrichtentisch, eingeführt worden. An dem arbeiteten die Redakteure nicht mehr ganzheitlich, sondern wurden in Seitengestalter und Reporter aufgeteilt. Befragt nach dem Ergebnis der Neuerungen, meinten die Betroffenen, dass die Qualität sich gesteigert habe. Zudem sei der Eigenanteil in der Zeitung größer geworden. Die Ergebnisse der Studie hingegen zeigten, dass die Einschätzung der Redakteure von der Realität abwich. ##Es war bezüglich des Eigenanteils so, dass der nicht besonders stark gestiegen war. Was ganz gut geklappt hat war, dass die Redaktion jetzt mehr Themen als vorher regionalisiert. Negativ auf der anderen Seite war, dass die Redaktion überwiegend Themen aufgreift wie vor der Einführung des Newsdesk. Mein Ergebnis ist, dass ein Newsdesk nicht per se journalistische Qualität steigert dadurch dass er da ist, sondern dass die Arbeitsweise, die Produktion, die Ausrichtung der Zeitung, permanent überprüft und fortentwickelt werden müssen.##

Vergütungspflicht für Computer Der Bundesgerichtshof entscheidet voraussichtlich im Oktober

Das teilten die Karlsruher Richter im Zusammenhang mit einer in dieser Woche gefällten Entscheidung mit. Dabei ging es um Urheberrechtsabgaben von Kopierstationen. Die Richter urteilten, dass keine Abgaben fällig sind, da Kopierstationen nicht zur fotomechanischen Vervielfältigung von "Werkstücken" geeignet seien. Was die Verletzung von Urheberrechten im Internet anbelangt, sieht die Verwertungsgesellschaft Wort dringenden Handlungsbedarf. Prof.Ferdinand Melichar, Geschäftsführendes Vorstands-mitglied der VG Wort: ##Eine Möglichkeit wäre, das ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit, dass man eine sogenannte Kulturflatrate einführt, ähnlich wie sie Radiogebühren zahlen müssen, auch wenn sie sagen, ich habe monatelang gar kein Radio gehört. Ebenso könnte man sagen, man zahlt eine Flatrate für Internetnutzung, wenn ich einen Internetzugang habe, egal ob ich das jetzt nütze oder nicht. Die würde natürlich relativ gering sein, aber sie würde durch die große Zahl der Internetteilnehmer vielleicht zu einem vernünftigen Ergebnis kommen.##

Öffentlich-rechtliches Online-Angebot Verlage fordern Beschränkung des Online-Angebots von ARD und ZDF

Eine gemeinsame Erklärung der deutschen Verlage hat heftige Reaktionen ausgelöst. In dem Papier war eine Begrenzung der "öffentlich-rechtlichen Medien auf Bewegtbild und Audio" gefordert worden. Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff nannte die Erklärung "ein durchsichtiges Saure-Gurken-Zeit-Manöver". Wie die Financial Times Deutschland berichtet, löste auch im Print-Bereich das Papier Irritationen aus: Der drittgrößte deutsche Verlag, die Essener WAZ-Mediengruppe, war nach eigenen Angaben nicht über die Aktion informiert und habe indirekt mit einem Austritt aus dem VDZ gedroht. Die WAZ-Gruppe hat eine Kooperation mit dem WDR vereinbart.

Fernsehen und Sponsoring Aus für Günther Jauchs SKL-Show

RTL nimmt die "5 Millionen Glücksshow" aus dem Programm. Die zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt teilte dem Sender Anfang Juli mit, "dass die Show in dieser Form nicht mehr zulässig ist." Reinhold Albert, Direktor der Landesmedienanstalt, präzisiert gegenüber Markt & Medien: ##Es geht hier nicht um ein Verbot, es geht um eine Rechtsauskunft, die wir gegenüber RTL abgegeben haben. RTL hat uns angefragt, ob vor dem Hintergrund des zum 1.1.2008 in Kraft getretenen Glücksspiel-Staatsvertrages, die SKL-Show, so wie sie in der Vergangenheit gelaufen ist, unbedenklich ist. Und wir haben das bewertet und haben diese Show einqualifiziert als sogenanntes Sponsoring, und Sponsoring ist nach dem Glücksspiel-Staatsvertrag ebenfalls untersagt. Im Vorfeld gab es eine etwas andere Auffassung aus Bayern, dass sie das Ganze für zulässig halten. Das ist aber nicht unsere Auffassung, und jetzt müssen wir mal abwarten, wie die Reaktionen sind.##

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