Mittwoch, 19.09.2018
 
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27.06.2018

Burkini im Schwimmunterricht Politiker und Islamexperten streiten weiter

Sollen muslimische Mädchen im Schwimmunterricht einen Ganzkörperbadeanzug tragen dürfen? Ein Gymnasium in Herne hatte kürzlich 20 solche Burkinis angeschafft - nach eigener Aussage, damit muslimische Schülerinnen keine Ausrede mehr haben, dem Schwimmunterricht fernzubleiben. Für die türkischstämmige Juristin und Frauenrechtlerin Seyran Ates ist das kein akzeptabler Kompromiss. Der Burkini im Schwimmunterricht sei nicht vertretbar, schrieb sie auf ihrer Facebookseite und widersprach damit der sozialdemokratischen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Diese hatte das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht zwar nicht befürwortet, allerdings sei eine solche pragmatische Lösung notfalls vertretbar. Eine Ausstattung von Schulen mit Burkinis aus öffentlichen Geldern lehnte die Familienministerin ab. Auch der Psychologe Ahmad Mansour äußerte sich kritisch: "Was an dieser Herner Schule passiert, ist ein Aufgeben gegenüber patriarchalischen Familienstrukturen und konservativen religiösen Vorstellungen." Die Schule akzeptiere damit eine Tabuisierung der Sexualität, so Mansour. Gerichte in Deutschland und Europa haben schon mehrfach klargestellt, dass Schulen muslimische Mädchen zum Schwimmunterricht verpflichten dürfen. Ende 2013 hatte das Bundesverwaltungsgericht den staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag über die Glaubensfreiheit gestellt und auf den Burkini als akzeptablen Kompromiss verwiesen.

Niedersachsen und Bremen Auch hier ist Reformationstag künftig ein gesetzlicher Feiertag

Der 31. Oktober ist ab sofort für die Bürger in allen norddeutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Zuletzt haben die Parlamente von Bremen und Niedersachsen mit fraktionsübergreifenden Mehrheiten für entsprechende Gesetze gestimmt. Schleswig-Holstein und Hamburg hatten sich bereits Anfang des Jahres für einen arbeitsfreien Reformationstag entschieden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der 31. Oktober ein Feiertag. Die evangelischen Kirchen begrüßten die Entscheidung. Hauptgrund für die Initiative war das Ungleichgewicht zwischen Nord- und Süddeutschland bei der Zahl der Feiertage. Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen hatten bislang nur neun gesetzliche Feiertage, in Bayern hingegen sind es 13. 

14.06.2018

Mit Lautsprecherrufen Imam rettet brennende Kirche

Mit Hilferufen über die Lautsprecher seiner Moschee hat ein ägyptischer Imam zur Rettung einer von Feuer bedrohten Kirche beigetragen. Im Norden Kairos sei nachts an der koptisch-orthodoxen Kirche Anba Makar ein hölzernes Baugerüst in Brand geraten, berichtete ein vatikanischer Pressedienst. Der Imam der benachbarten Moschee setzte daraufhin seinen weithin hörbaren Hilferuf ab. Unter den ersten Helfern waren demnach viele junge Muslime, die sich zum abendlichen Fastenbrechen im Fastenmonat Ramadan versammelt hatten. Einheiten des örtlichen Zivilschutzes löschten später die Flammen komplett. Der koptisch-orthodoxe Bischof Morcos von Shubra al-Khaymah bedankte sich offiziell bei dem Imam für dessen rasches Handeln und würdigte es als Zeichen eines spontanen und konkreten Bemühens um ein friedliches Zusammenleben.

Christliche Prägung Bayerns Keine Verfassungsänderung geplant

Die bayerische Staatsregierung strebt offenbar nicht an, die christliche Prägung Bayerns durch einen Zusatz in der Landesverfassung zu verankern. Das geht aus einer am Montag in München bekanntgewordenen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD hervor. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vor drei Monaten erklärt, dass die Verfassung um ein "klares Bekenntnis zu der christlich-abendländischen Prägung" ergänzt werden solle. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beschied in seiner Antwort an die SPD, diese Prägung komme schon jetzt an mehreren Stellen der Verfassung zum Ausdruck, etwa in der Präambel oder bei der Festschreibung der "Ehrfurcht vor Gott" als ein oberstes schulisches Bildungsziel.

Mainzer Bischof Rätselhafte Formulierungen in Vatikan-Papier

Auch nach dem Machtwort des Papstes hält der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf die Diskussion über die Kommunion für evangelisch-katholische Ehepaare nicht für beendet. "Es gibt in dem letzten Schreiben der Glaubenskongregation rätselhafte Formulierungen, da muss jetzt noch vieles geklärt werden", sagte Kohlgraf der Mainzer "Allgemeinen Zeitung". Der Bischof zeigte sich offen für ein Abendmahl im Einzelfall: "Dann werde ich diesem Wunsch nachkommen", sagte er auf die Frage, was er tun würde, wenn am Sonntag ein evangelischer Ehepartner von ihm die Kommunion empfangen wolle. Es gebe viel Enttäuschung über die vatikanische Entscheidung, auch Verunsicherung und Verärgerung. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte entschieden, dass Protestanten im Einzelfall zur Eucharistiefeier in der katholischen Kirche gehen dürfen. Sieben konservative Bischöfe hatten sich dagegen gestellt und den Vatikan eingeschaltet. Papst Franziskus stoppte den Vorstoß der Bischofskonferenz.

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