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13.12.2018

Neue Religion? Künstliche Intelligenz in der Kritik

Der US-Internetpionier und Friedenspreisträger Jaron Lanier hat den "Erlösungsgedanken" im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz kritisiert. Er habe das Gefühl, dass es sich dabei um einen "großangelegten Betrug" handle, sagte er im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Viele Menschen, die Konzerne wie Facebook und Google führten, seien indes Anhänger einer neuen Religion, so Lanier. Nach deren Prophezeiungen werde die Künstliche Intelligenz die Welt beherrschen. Menschen hätten somit aus Sicht der Künstlichen Intelligenz nur vorübergehende Bedeutung als unterlegende Subprogramme. Aktuell negiere manche technische Entwicklung die Magie des unmittelbaren weltlichen Erlebens. Diese neue Religion der Information lässt uns vergessen, wie wichtig diese Unmittelbarkeit ist, kritisierte der Experte.

Indonesien Videoclip wegen zu kurzer Röcke verboten

Die indonesische Medienaufsichtsbehörde hat jede weitere Ausstrahlung des Musikvideos einer südkoreanischen Mädchenband verboten. Es entspreche nicht den "Anstandsnormen" des weltweit bevölkerungsreichsten muslimischen Staates. Damit kam die Behörde den Protesten von Eltern nach, die sich über die vermeintlich unangemessene Kleidung der Band empört hatten. In Indonesien haben konservative islamische Kräfte in Politik und Gesellschaft zuletzt an Einfluss gewonnen.

Jordanien Journalist wegen religiöser Beleidigung angeklagt

Jordaniens Generalstaatsanwalt hat die Festnahme eines bekannten Journalisten veranlasst. Der Herausgeber eines Nachrichtenportals soll auf Facebook ein Bild veröffentlicht haben, das in verletzender Weise das letzte Abendmahl darstelle. Das Portal entfernte das umstrittene Bild umgehend und entschuldigte sich für den Vorfall. Römisch-katholische Schulen hatten das Bild als verletzend kritisiert. Das Bild zeigt eine bearbeitete Version des berühmten Abendmahls von Leonardo da Vinci. Anstelle von Jesus ist ein prominenter türkischer Metzger und Koch zu sehen, der Salz auf die Speisen streut.

Ägypten Anklage wegen Genitalverstümmelung

Eine Ägypterin muss sich wegen Genitalverstümmelung ihrer Töchter vor Gericht verantworten. Der Vater der beiden Mädchen reichte Klage gegen seine Ehefrau ein. Demnach hatte der Mann die Pläne seiner Frau abgelehnt. Er habe islamische Geistliche in Ägypten und Saudi-Arabien zu Rate gezogen. Diese urteilten, dass weibliche Beschneidung im Islam verboten sei. Dennoch habe die Frau die Beschneidung an ihren Töchtern vornehmen lassen. In Ägypten ist die Beschneidung weiblicher Genitalien seit 2007 durch ein Dekret des Gesundheitsministeriums offiziell untersagt. Seit 2016 steht sie unter Strafe.

Religionsfreiheit weltweit USA bemängeln Einschränkungen

Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit kritisiert in einem Bericht Einschränkungen für Religionsgemeinschaften, neue Anhänger zu gewinnen. Es werden aber auch Behinderungen Einzelner angeprangert, ihre Religionszugehörigkeit zu wechseln. Umgekehrt komme es in Pakistan verstärkt zu Zwangsbekehrungen nichtmuslimischer Gläubiger durch radikale Muslime. Das pakistanische Außenministerium hat die Aufnahme in den Bericht als politisch motiviert kritisiert. Pakistan sei eine multireligiöse und pluralistische Gesellschaft, in der Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Konfessionen zusammenleben. Ebenfalls kritische Bewertungen erhalten in dem US-Bericht Bangladesch, Indien, Nepal und Sri Lanka.

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