Die Nachrichten
Die Nachrichten

MenschenrechtePflichtimpfungen für Kinder in Tschechien rechtens

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg (imago / Winfried Rothermel)
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. (imago / Winfried Rothermel)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat mehrere Klagen gegen Pflichtimpfungen für Kinder abgewiesen.

Die Richter entschieden, dass es nicht gegen die Menschenrechtskonvention verstößt, wenn Eltern verpflichtet werden, ihre Kinder gegen ansteckende Krankheiten zu impfen. Vielmehr sei es verhältnismäßig, wenn ein Staat seine Bürgerinnen und Bürger auf diese Art schützen wolle.

Im konkreten Fall ging es um die Impfpflicht in Tschechien. Dort müssen Kinder gegen insgesamt neun Krankheiten wie Masern, Tetanus und Hepatitis B immunisiert werden. Ansonsten droht beispielsweise der Ausschluss von der Vorschule sowie eine Geldstrafe. Dazu entschied der Gerichtshof, diese Konsequenzen stellten keine Menschenrechtsverletzung dar, weil sie im Interesse der Kinder und der öffentlichen Gesundheit und dabei verhältnismäßig seien.

Das Straßburger Urteil ist auch für Deutschland relevant. Hier gibt es zum Teil Widerstand gegen die neue Impfpflicht gegen Masern.

(AZ: 47621/13, 3867/14, 73094/14, 19306/15, 19298/15 und 43883/15)

Diese Nachricht wurde am 08.04.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.