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StartseiteInformationen am AbendMerz und Spahn eröffnen Rennen um CDU-Parteivorsitz01.11.2018

Merkel-Nachfolge Merz und Spahn eröffnen Rennen um CDU-Parteivorsitz

Einen Neustart für die CDU und Deutschland verspricht Jens Spahn. Nach Friedrich Merz hat sich der 38-Jährige im Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel an der Parteispitze positioniert. Fehlt noch Annegret Kramp-Karrenbauer. Fest steht schon jetzt: Alle drei können auf Unterstützer in der Union zählen.

Von Mathias von Lieben

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn (dpa/Henning Kaiser)
Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.n.r.): Zwei Kritiker und eine Vertraute der Kanzlerin bewerben sich um die Nachfolge Angela Merkels (dpa/Henning Kaiser)
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"Die CDU ist das Herz unserer Demokratie. Wir haben zugelassen, dass dieses Herz an Kraft verliert."

Und Jens Spahn will derjenige sein, der die CDU wieder zu alter Stärke zurückführt. So zumindest sein Versprechen in einem Videoclip, der heute in den sozialen Medien veröffentlicht wurde: "Dafür will ich mit ganzer Kraft kämpfen. Ich will einen Neustart für die CDU. Für Deutschland."

Spahn: Flüchtlingspolitik könnte "Agenda 2010" der Union werden

Zuvor hatte sich der 38-Jährige in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" bereits als Antipode der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel positioniert und gewarnt: Die Flüchtlingspolitik drohe zur "Agenda 2010" der Union zu werden, wenn sie wie die SPD die Debatte ohne Ergebnis beende.

Nachdem Friedrich Merz bereits gestern sein inhaltliches Profil vor der versammelten Hauptstadtpresse skizziert hatte, zieht Spahn nun nach. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, die dritte prominente Kandidatin für den CDU-Parteivorsitz, will sich in der kommenden Woche öffentlich äußern. Das teilte sie über Twitter mit.

Polenz: "Halte das Rennen für absolut offen"

"Ich glaube, jeder, der jetzt sagt, er wisse wie das ausgeht, betreibt Kaffeesatzleserei. Ich halte das Rennen für absolut offen", sagte gestern Abend der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz im ZDF. Und warf zudem die Frage auf, um welche Fragen es bei der Wahl des oder der neuen CDU-Parteivorsitzenden Anfang Dezember geht: Mit welchem Kurs bleibt die Union Volkspartei? Und wer könnte mit Angela Merkel in neuer Konstellation bis 2021 gut zusammenarbeiten?

Drei Kandidaten machen drei Angebote. Doch während Kramp-Karrenbauer eher zum liberalen, merkel-freundlichen CDU-Flügel gehört, stehen Merz und Spahn beide eher für eine konservative Erneuerung – und einen Politikstil, der sich von Merkel absetzt. Frage sei daher, sagte Politikwissenschaftler Martin Florack im Deutschlandfunk, "ob es ein Dreikampf bleibt. Denn da machen sich ja auch zum Teil Kandidaten untereinander Konkurrenz, die sich dann wechselseitig auch wichtige Stimmen abnehmen."

Unterstützer für jeden Kandidaten

Wird Jens Spahn bei seiner Kandidatur bleiben – oder wird er Friedrich Merz den Vortritt lassen, damit sich die konservativen CDU-Mitglieder auf einen Kandidaten einigen können? Abwarten. Dass beide aus dem mächtigen und mitgliederstärksten CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen kommen, würde für einen Kandidaten sprechen. Rückhalt für Friedrich Merz kommt bislang jedenfalls aus dem Wirtschaftsflügel der Union, auch der wertkonservative Berliner Kreis ließ Sympathien für ihn erkennen.

Die Junge Union gilt mit ihrem Vorsitzenden Paul Ziemiak als Spahn-Unterstützer. Bernhard Vogel, CDU-Politiker und ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, sagte hingegen gegenüber dem Deutschlandfunk: "Ich werde mich ganz klar für Frau Kramp-Karrenbauer entscheiden." Auch die Frauen-Union hat sich bereits hinter Kramp-Karrenbauer gestellt.

Kandidaten sollen sich parteiintern vorstellen

Das Rennen ist tatsächlich eröffnet. Währenddessen gibt es in der CDU breiten Rückhalt für die Idee, dass sich die Kandidaten für Merkels Nachfolge den Mitgliedern auf Regionalkonferenzen und bei den verschiedenen CDU-Vereinigungen vorstellen. Über das genaue Verfahren soll am Sonntag vor der Sitzung des dann tagenden Bundesvorstands entschieden werden.

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