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StartseiteVerbrauchertippEdelstahlklingen sind in Spülmaschinen tabu22.05.2020

Messer richtig pflegenEdelstahlklingen sind in Spülmaschinen tabu

Messer mit einer Karbon- oder Edelstahlklinge gehören nicht in die Spülmaschine. Auch Messer mit einem Holzgriff sollte man mit der Hand spülen. Doch nicht nur beim Reinigen, auch bei der Aufbewahrung sollte man einiges beachten, damit die Messer möglichst lange halten und scharf bleiben.

Von Detlev Karg

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Ein letztes Kuchenstück liegt neben einem Messer auf der Kuchenplatte. (Eyeem/ Müller Photography)
Wenn der gute Schnitt erhalten bleiben soll, ist es ratsam, Edelstahlklingen von Hand zu spülen (Eyeem/ Müller Photography)
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Über 70 Prozent der deutschen Haushalte besitzen eine Spülmaschine, so meldet es das Statistische Bundesamt. Eine durchaus lästige Tätigkeit entfällt mit diesem Haushaltsgerät, denn es ist ein Allrounder. Der Stahl scharfer Küchenmesser aber leidet in der Spülmaschine, betont Giselheid Herder-Scholz. Sie ist Geschäftsführerin eines Solinger Messerherstellers:

"Gute Messer gehören nicht in die Spülmaschine. Auch rostfreie Messer, die als geeignet deklariert sind, leiden immer unter den starken Reinigungsmitteln und dem Salz, das für die Spülgänge notwendig ist. Besonders die feinste Stelle, nämlich die Schneide, leidet dabei. Sie kann im Mikrobereich porös werden – winzige Ausbrüche können die Folge sein. Auch kann es oberflächliche so genannte Flugrostflecke geben, obwohl das Material als rostfrei gilt."

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Was ist ein gutes Messer?

Da stellt sich die Frage: Was ist ein gutes Messer? Viele, auch sehr scharfe, Schneidmesser sind heute billig zu haben, denn die Rohlinge werden aus Blech gestanzt und maschinell einmal scharf gemacht. Sie sind gut zu erkennen an den meist recht biegsamen Klingen. Ihre Karriere in der Küche dauert vermutlich nicht so lange. Anders hingegen bei Messern, die aus Karbonstahl geschmiedet werden, der rosten kann. Die Spülmaschine ist hier tabu. Gleiches gilt auch für geschmiedete Edelstahlmesser. Denn die mikrofeine Schneide leidet nicht nur unter aggressiven Spülsalzen, sondern auch unter der Hitze:

"Temperatur ist für Stahl nicht gut. Und wenn Messer einen Holzgriff haben, das ist klar, der mag die Spülmaschine auch nicht. Bei teuren Messern würde ich das nicht machen."

Sagt Jens Hirsekorn. Der gelernte Maschinenschlosser schleift in seinem kleinen Geschäft in Stockelsdorf bei Lübeck täglich die Messer seiner Kunden, die oft auch aus den Städten im Umkreis zu ihm kommen, und er hat noch einen Pflegetipp parat:

"Nicht in die Schublade legen, wo die ganzen Messer dann drin sind und die Schneiden aneinander schlagen. Das mögen die nicht haben. Am besten ist eine Magnetschiene oder ein Messerblock."

Eine Frau räumt die Spülmaschine ein. (Eyeem/ Maskot)Messer sollte man nach dem Spülen direkt abtrocknen (Eyeem/ Maskot)

Strahlend rein auch ohne Spülmaschine

Ein Messer sauber zu halten und gleichzeitig zu schonen, ist denkbar einfach und verlangt keine Hochtechnologie wie sie eine Spülmaschine bietet.

"Am besten ist es, man reinigt ein Messer mit der Klinge nach unten zeigend unter fließendem Wasser. Holzgriffe sollten nicht zu sehr mit Wasser in Kontakt kommen, da das Holz darunter leidet. Das dauert maximal eine halbe Minute. Holzgriffe mögen von Zeit zu Zeit auch etwas Pflanzenöl zum Schutz."

Mit jeder Spülbürste gelingt so die perfekte und schonende Klingenreinigung. Klingen aus nicht rostfreiem Karbonstahl trocknet man am besten gleich ab, damit sie keinen Flugrost ansetzen. Auch Edelstahlmesser danken diese Pflege, denn auch sie sind nicht unverwüstlich. Manche Edelstahlmesser sind mit Karbonstahl kombiniert, wie Jens Hirsekorn verrät:

"Es gibt Messer, die haben zwei verschiedene Stähle drin. Da wo die Schneide spitz ist, ist ein anderer Stahl als außen herum. Innen ist er dann stabiler und schnitthaltiger, härter. Und außen ist ein weicherer Stahl, damit die Klinge nicht abbricht."

Umso mehr also ein Grund, immer genau auf des Messers Schneide achtzugeben.

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