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StartseiteSternzeitGrüße aus dem Asteroidengürtel11.06.2019

Meteoriten von der VestaGrüße aus dem Asteroidengürtel

Am späten Abend des 2. September 2015 blitzte über der Osttürkei eine helle Feuerkugel auf. Wenig später hörten Bewohner der Ortschaft Sariçiçek, 120 Kilometer nördlich von Dyabakir gelegen, zahlreiche kleine Steine vom Himmel fallen. Es handelte sich um Howardite, achondritische Steinmeteorite.

Von Hermann-Michael Hahn

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Ein Meteorit, der vom Kleinplaneten Vesta stammt, und sein "Finder", Peter Jenniskens vom SETI-Institut (NASA)
Ein Meteorit, der vom Kleinplaneten Vesta stammt, und sein “Finder”, Peter Jenniskens vom SETI-Institut (NASA)

Insgesamt wurden mehr als 340, viele kaum größer als eine Erbse, von Forschern der Universitäten von Bingöl und Izmir dokumentiert. Die achondritischen Steinmeteorite wurden seit längerem mit dem Kleinplaneten Vesta in Verbindung gebracht werden.

Diesmal ließ sich sogar der mutmaßliche Ursprungsort auf Vesta identifizieren, da sich die Geschichte der Feuerkugel aus den Messungen der Meteoritenforscher sehr gut rekonstruieren ließ.

Danach wurde der etwa ein Meter große Brocken, der über der Osttürkei aufblitzte, vor rund 22 Millionen Jahren aus der Oberfläche eines größeren Asteroiden herausgeschlagen. Dort war er rund 13 Millionen Jahre zuvor durch von einem anderen Kraterrand abrutschendes Material zugeschüttet worden.

Der 16,7 km große Krater Antonia auf dem Kleinplaneten Vesta gilt als wahrscheinlicher Ursprungsort des Meteoritenfalls über der Türkei am 2.9.2015 (NASA)Der 16,7 km große Krater Antonia auf dem Kleinplaneten Vesta gilt als wahrscheinlicher Ursprungsort des Meteoritenfalls über der Türkei am 2.9.2015 (NASA)

Schließlich fanden Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen den wahrscheinlichsten Ursprungsort der Feuerkugel. Sie  waren an der Auswertung der Vesta-Fotos der Raumsonde Dawn beteiligt und hatten unter anderem Altersbestimmungen an Kratern vorgenommen.

Nur das Alter des etwa 16 Kilometer großen Kraters Antonia passt zu  dem der Meteoriten, die über der Türkei niederprasselten.

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