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StartseiteKultur heute"Es hat sich durchaus etwas verändert"06.01.2020

#MeToo und die Folgen"Es hat sich durchaus etwas verändert"

Der Prozess gegen Harvey Weinstein hat begonnen - ihm wird unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen. Was hat sich verändert, seit die Vorwürfe gegen ihn laut wurden, seit #metoo und #timesup? Vor allem das Bewusstsein, meint die Feministin Susann Winnett im Dlf, "dass bestimmte Sachen nicht gehen".

Susan Winnett im Gespräch mit Anja Reinhardt

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 Das Foto zeigt den Filmproduzenten Harvey Weinstein, dem viele Frauen übergriffiges Verhalten und sexuelle Gewalt vorgeworfen haben. (dpa / picture alliance / newscom / John Angelillo)
Filmproduzent Harvey Weinstein: Viele Frauen haben ihm übergriffiges Verhalten und sexuelle Gewalt vorgeworfen. (dpa / picture alliance / newscom / John Angelillo)
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Heute begann in New York der Prozess gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein - vor etwas mehr als zwei Jahren noch einer der mächtigsten Männer in Hollywood, bis ihn die Anklagen von über 80 Frauen zu Fall und vor Gericht brachten. Es geht um sexuelle Belästigung bis hin zur Vergewaltigung.

Problem nicht aus der Welt

Es habe sich in den letzten zwei Jahren in den USA durchaus etwas verändert, meint die Literaturwissenschaftlerin und Feministin Susann Winnet. "Vielleicht nicht auf der Ebene, dass Männer sich so global anders verhalten, dass das Problem aus der Welt geschaffen wurde. Aber es ist jetzt sicherlich ein Bewusstsein vorhanden, dass bestimmte Sachen nicht gehen, und vielleicht auch ein Bewusstsein unter Frauen, dass das nicht alles verschwiegen werden muss."

Meetoo Demonstration gegen sexualisierte Gewalt und sexistische Übergriffe am 28.10.2017 in Berlin Neukölln.  (imago images / Bildgehege) (imago images / Bildgehege)Schriftstellerin Jagoda Marinic über Sexismus - "Deutschland verschläft #MeToo" Stellt die #MeToo-Debatte einen echten Wendepunkt für die Frauen dar? Die Schriftstellerin Jagoda Marinic fürchtet, dass Deutschland die Chance einer grundlegenden Debatte verpasst hat.

Sexistische Werbung

Es handele sich insgesamt um ein gesellschaftliches Problem, meint Winnett. Als negatives Beispiel nennt sie Unterwäsche-Werbung mit "halbnackten Frauen", die ihr sechsjähriger Sohn jeden Tag an der Bushaltestelle gesehen habe. "So sind alle Jungs großgeworden, dass Frauen halbnackt an jeder Straßenecke zur Verfügung stehen."

Mit Verboten komme man aber nicht weiter, "mit Prüderie auch nicht", so Winnett. Nur ein Bildungsprozess mit der Vermittlung anderer Werte könne Veränderung bringen.

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