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StartseiteStreitkulturIst Protektionismus wirklich so schlecht?14.07.2018

Michael Hüther vs. Petra PinzlerIst Protektionismus wirklich so schlecht?

Die USA erheben Zölle auf Stahl und Aluminium, die EU reagiert mit Zöllen auf Jeans, Bourbon und Harleys – Trump will darauf wiederum mit Vergeltungszöllen antworten. Das Gleiche spielt sich zwischen den USA und China ab. Aber nutzt oder schadet Protektionismus am Ende allen?

Moderation: Manfred Götzke

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Gerissene Fahnen von den USA und EU, Symbolfoto für drohenden Handelskrieg  (imago stock&people)
Protektionismus hat vor und Nachteile - welche, das diskutieren Michael Hüther undPetra Pinzler in der "Streitkultur" (imago stock&people)
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Klar ist jedenfalls, dass wir nach Jahren und Jahrzehnten der immer stärkeren Liberalisierung des Welthandels jetzt eine Phase des Protektionismus, der Abschottung heimischer Märkte erleben, ausgelöst durch die Agenda des Donald Trump. Aber ist das, was er tut aus amerikanischer Sicht tatsächlich so abwegig? Oder generell gefragt – ist Protektionismus wirklich so schlecht, so verheerend wie viele in der EU-Kommission oder Bundesregierung behaupten?

Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft:

"Freihandel hat es nie als Idealtypus gegeben und auch den Protektionismus nicht, aber die große Linie der Wirtschaftsgeschichte ist klar: Wenn man Märkte öffnet, wenn man sich nicht abschottet, mit anderen kooperiert, dann geht es Allen besser. Die Phasen einer auf Autarkie gerichteten protektionistischen Politik - das wissen wir aus dem 20. Jahrhundert - ist eine, die auch politisch in die Irre führt."

Michael Hüther, Direktor vom Institut der Deutschen Wirtschaft, ist ein Befürworter des Freihandels (imago)Michael Hüther, Direktor vom Institut der Deutschen Wirtschaft (imago)

Petra Pinzler, Wirtschaftsjournalistin und Autorin des Buches "Der Unfreihandel":

"Im Wort Protektionismus steht das Wort "protect", was man mit beschützen übersetzen kann. Wieso sollte es grundsätzlich schlecht sein, jemanden zu schützen? Würden über Nacht alle Schutzzölle und Regulierungen verschwinden, ich wette, wir würden wir am nächsten Tag wieder neue  protektionistische Regeln schaffen. 

Die Autorin Petra Pinzler (imago stock & people)Die Autorin Petra Pinzler (imago stock & people)

Denn Dinge, die uns das Leben angenehm und sicher machen, etwa Sicherheitsregeln für Steckdosen oder der besondere Schutz für Wasserwerke, auch bestimmte Zölle schützen uns. Den Freihandel hat es nie gegeben, Protektionismus macht häufig Sinn, er macht manchmal auch keinen Sinn, man muss jeden Einzelfall betrachten."

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