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StartseiteVerbrauchertippWer für Fußboden-Schäden haften muss09.08.2018

MietrechtWer für Fußboden-Schäden haften muss

Flecken im Teppich, Kratzer auf dem Parkett oder Verfärbungen im Laminat - nach ein paar Jahren zeigen Böden schnell Abnutzungserscheinungen. In einer Mietwohnung sorgt das oft für Diskussionen. Dabei gibt es feste Regelungen, wer wann für den Austausch oder die Ausbesserung zuständig ist.

Von Katja Scherer

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Ein Raum, der renoviert wird. Holzlatten, Teppiche und Arbeitsmaterialien von Handwerkern liegen auf dem Boden. (imago stock&people)
Wenn der Fußboden ausgetauscht werden muss, kann es, je nach Material, teuer werden - nur für wen? (imago stock&people)
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Wie der Boden in einer Wohnung aussieht, macht fürs Wohlbefinden einen großen Unterschied: Ist der Teppich verschlissen oder das Parkett abgetreten, sieht ein Raum schnell schäbig aus. In der Regel ist der Vermieter dann dazu verpflichtet, den Boden zu erneuern und muss auch die Kosten dafür übernehmen, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

"Also zunächst einmal: Der Vermieter ist verantwortlich, dass der ganze normale Verschleiß, der durch die vertragsgemäße Nutzung der Wohnung entsteht, dass der ersetzt wird. Das ist Vermietersache."

Feste Fristen für Austausch oder Ausbesserung

Vertragsgemäße Nutzung heißt dabei: Der Mieter muss den Boden pfleglich behandeln, aber nicht übertrieben vorsichtig sein. Mit Straßenschuhen in der Wohnung herumzulaufen, ist zum Beispiel erlaubt. Nach wie vielen Jahren ein Boden ausgetauscht werden muss, dafür gibt es sogar feste Fristen, sagt Erik Uwe Amaya vom Vermieterverband Haus & Grund Rheinland.

"Beispielsweise bei einem Teppichboden, da hat der Vermieter die Pflicht zum Austausch nach zehn bis zwölf Jahren. Das heißt, dann muss der Teppich erneuert werden. Handelt es sich um einen Parkettboden dann hat der Vermieter die Pflicht nach 15 bis 20 Jahren zu schleifen oder neu zu versiegeln."

Ein PVC-Boden muss sogar schon nach acht bis zehn Jahren ausgetauscht werden. Und auch um das Verlegen, also um das Wegräumen der Möbel und das Beauftragen einer Handwerksfirma, muss sich der Vermieter selbst kümmern. Dabei ist er verpflichtet, den ursprünglichen Zustand des Bodens wieder herzustellen. Heißt im Klartext: War die ganze Zeit ein Parkettboden in der Wohnung, kann der Vermieter nicht einfach einen PVC- oder Teppichboden verlegen. Und auch bei Farbe und Qualität des Bodens habe er nur wenig Spielraum, sagt Ulrich Ropertz vom Mieterbund.

"Der Vermieter könnte also nicht einfach nach seinen Farbvorstellungen oder nach seinen Qualitätsvorstellungen einen völlig anderen Teppichboden verlegen lassen."

Zumindest müsste er das vorab mit dem Mieter aushandeln.

Mieter muss für schwere Schäden haften

Umgekehrt gilt aber auch: Der Mieter kann keinen besseren Boden verlangen. Will er zum Beispiel statt einem Teppich einen Parkettboden, ist ebenfalls Verhandlungsgeschick gefragt:

"Er kann zum Beispiel vorschlagen, dass er sich an den Mehrkosten beteiligt. Aber einen Anspruch darauf hat er nicht."

Teuer wird es für den Mieter dann, wenn der Boden über die normale Abnutzung hinaus beschädigt ist. Zum Beispiel, wenn schwere Holzmöbel Kratzer verursacht haben oder wenn der Teppich durch Weinflecken oder Brandlöcher verunstaltet ist. Für solche Schäden muss der Mieter dann selbst aufkommen, sagt Erik Uwe Amaya von Haus & Grund Rheinland. Wie viel er bezahlen müsse, sei unterschiedlich.

"Das hängt sicherlich auch vom Bodenbelag ab: Ob man nur eine gewisse Stelle austauschen muss; wenn es sich um einen Teppichboden handelt, muss man ja in der Regel den kompletten Teppich austauschen. Das heißt, man muss immer ganz genau schauen, um welchen Schaden es sich handelt."

Um später möglichst schnell feststellen zu können, ob ein Mieter für einen Schaden verantwortlich ist oder nicht, sollten Mieter und Vermieter daher gleich beim Einzug ein Übergabeprotokoll anfertigen, rät Amaya. Darin sollte genau festgehalten werden, in welchem Zustand sich der Boden befindet und wie alt der Boden schon sei. Folgen dennoch Streitigkeiten, kann ein Schlichter, etwa vom örtlichen Mieterverein, zu Rate gezogen werden.

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