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StartseiteMikrokosmos037 Ohrenhoch. Der Geräuschladen20.07.2018

Mikrokosmos037 Ohrenhoch. Der Geräuschladen

Das "Ohrenhoch" in Berlin-Neukölln nennt sich Galerie. Es ist jedoch kein Ort für visuelle Kunst, sondern für hörbare: für Klanginstallationen – und für eine "Geräusch-Schule". In der experimentieren Kinder aus dem Kiez mit Musik und Geräuschen.

Von Rilo Chmielorz

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(Rilo Chmielorz)
Die Klangkünstler Katharina Moos und Knut Remond (Rilo Chmielorz)
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Berlin-Neukölln: Ein kleines Ladenlokal - ein großes Projekt. Vor 10 Jahren haben Knut Remond - seines Zeichens Klangkünstler - und Katharina Moos diesen Ort gefunden und "Ohrenhoch" gegründet, eine "Sound-Gallery". Bilder werden hier nicht ausgestellt, sondern Klänge zu Gehör gebracht. Es gibt monatlich wechselnde Klanginstallationen von internationalen Künstlern und Künstlerinnen, die sich alle dem Konzept des "Soundaktivismus" verpflichtet fühlen. Motto: "Das Gehör ist ein revolutionäres Organ!"

Jeden Samstag treffen sich im Geräuschladen die Ohrenhoch-Rumori-Kids, eine Gruppe von vier Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen acht und 13 Jahren, zur "Geräusch-Schule". Es sind Kinder aus dem Kiez, Einheimische und  Flüchtlingskinder. 

Knut Remond führt sie in die Welt der Klänge ein. Sie experimentieren mit Musik und Geräuschen und entwickeln übers Jahr ein Projekt, das sie beim 48-Stunden-Neukölln-Festival präsentieren. Das Performance-Projekt der Ohrenhoch-Kids heißt in diesem Jahr "ECHTUNECHT" - passend  zum Thema des Festivals, in dem es in diesem Jahr um "Neue Echtheit" geht.(Rilo Chmielorz)Klangkünstler Knut Remond und Ghezal experimentieren mit dem Vocoder (Rilo Chmielorz)

Rhythmisch-musikalische Grundlage für die Kinder sind verschiedene Beats, die auf Vinyl gepresst sind - schon das ist ungewöhnlich für junge Leute, die an digitale Klänge aus dem Smartphone gewöhnt sind. Dazu kommen Straßengeräusche - aus Neukölln oder Herat, der Heimat von Ghezal, eines der Mädchen, die beim Projekt mitmachen.

Jedes Kind führt seine eigene Performance auf und spricht, singt Textfragmente oder Lautmalereien - ganz frei. Die Stimmen werden über ein elektronisches Effektgerät, einen Vocoder,  spielerisch verfremdet: Echt? Unecht?

Alle treten in schwarz-weißer Kleidung auf, denn performt wird in einem der Kellerräume. Das Schwarzlicht dort lässt die Kleidung leuchten - und der Raum fügt der Hörerfahrung eine neue Dimension hinzu: Ganz im Sinne des "Soundaktivismus", über dessen Ideen die Reporterin mit Knut Remond und Elisabeth R. Hager, ebenfalls Klangkünstlerin, spricht.

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