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StartseiteMikrokosmos049 Quidditch 09.11.2018

Mikrokosmos049 Quidditch

Manchmal wird Fiktion zu Realität. Den Zaubersport Quidditch hatte die Autorin J.K. Rowling einst für ihre "Harry-Potter"-Reihe erfunden. Rasend schnell jagen die Zauberlehrlinge auf ihren Besen dem goldenen Schnatz hinterher. Und auch im echten Leben brauchen die Quidditchsportler eine gute Kondition.

Von Marius Elfering

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Quidditch-Spieler der "Rheinos Bonn" trainieren am 04.04.2016 im Hofgarten in Bonn (picture alliance / dpa / Volker Lannert)
Quidditch-Spieler der "Rheinos Bonn" beim Training (picture alliance / dpa / Volker Lannert)
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Auch wenn es noch keine fliegenden Besen gibt, so hat es die Zaubersportart Quidditch tatsächlich in die Realität geschafft: 2005 übertrugen Student*innen in den Vereinigten Staaten die Regeln aus der Romanreihe auf die wirkliche Welt. Zwei Mannschaften jagen dabei dem "Quaffel", den "Klatschern" und natürlich dem "goldenen Schnatz" hinterher.

Erfolg auf der ganzen Welt

Mehr als 400 Quidditch-Teams gibt es mittlerweile weltweit. Sie spielen auf nationalen und auf internationalen Turnieren. Und sie emanzipieren sich immer mehr von der Roman-Reihe: Denn se alle wissen, dass sie oft belächelt werden. Deshalb wollen sie das Image der Sonderlinge, die mit einem Besen zwischen den Beinen gegeneinander antreten, loswerden. Doch kann das gelingen? Gehört Harry Potter nicht zur DNA des Sports?

Ligafinale in Karlsruhe

Beim Ligafinale in Karlsruhe treten ein Wochenende lang die 20 besten deutschen Quidditch-Teams gegeneinander an. Die vier besten Teams qualifizieren sich für den European Quidditch Cup – quasi die Champions-League des Quidditch. Eine der besten Mannschaften Deutschlands sind die Münchener Wolpertinger. Marius Elfering begleitet sie durch alle Höhen und Tiefen des Turniers.

Quidditch wird oft als eine Mischung aus Handball, Rugby und Völkerball beschrieben. Es braucht nicht nur kräftige Sportler*innen, sondern auch flinke und schnelle. Mit Zauberei hat das mittlerweile nur noch wenig zu tun – die Quidditch-Spieler*innen professionalisieren sich zunehmend: "Uns fällt auf, dass viele wegen Harry Potter ins Training kommen", sagt Trainerin Wheldon, "aber keiner bleibt wegen Harry Potter".

Das Regelwerk

Jede der Sportler*innen hat eine PVC-Stange zwischen die Beine geklemmt, die sie mit einer Hand festhalten müssen. Gespielt wird mit einem Volleyball und nach 17 Minuten kommt der goldene Schnatz auf das Spielfeld. Das ist im Roman ein kleiner goldener Ball mit Flügeln. Beim realen Quidditch wird er von einem Spieler dargestellt, der eine Socke mit einem Tennisball in seinem Hosenbund stecken hat. Erst wenn eine der Mannschaften diese Socke erjagt hat, ist das Spiel beendet. Dabei müssen die Spieler*innen viele Regeln beachten. Die "Gender-Rule" beispielsweise bestimmt, dass zu jeder Zeit des Spiels Spieler*innen beider Geschlechter auf dem Feld stehen müssen. Dabei ist jedoch nicht das biologische Geschlecht entscheidend, sondern das Geschlecht mit dem sich die Spieler*innen identifizieren.

Fans als Unternehmer

Die Fanforscherin Sophie Einwächter von der Universität Marburg weiß, dass Fans Fiktion und Realität gerne vermengen: "Man nimmt den Text und erweckt ihn zum Leben", erklärt sie. Fans entwickeln so neue Narrative (Fan Fiction) und manche werden gar zu Geschäftsleuten, wenn sie zum Beispiel Merchandise produzieren. Vielen Fans helfe das, auch über das Ende der Handlung hinaus, mit ihrer Lieblingsgeschichte oder ihren Helden verbunden zu bleiben. Denn genau dieses Ende kann zu einer richtigen Krise führen.

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