Sonntag, 02. Oktober 2022

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Misha Cvijovic und Zafraan
"Emotional Logic"

Impulsartig Emotionen zeigen, das war die Hauptintention. Für ein Projekt mit dem Zafraan Ensemble komponierte die junge serbische Komponistin Misha Cvijovic sechs menschliche Grundemotionen. Im Zuge der Erarbeitung führte "Emotional Logic" zur Reflexion auch von Corona und Quarantäne.

Von Martina Brandorff | 05.12.2020

    Im Vordergrund steht ein Notenständer mit einer Partitur names Fear, dahinter sitzt eine blonde Frau mit grünem Mund-Nase-Schutz an einem Mischpult.
    Auch die Angst als Grundgefühl der Menschen nahm sich Misha Cvijovic in ihrem Werk vor. (Anton Tal)
    Misha Cvijovic, geboren 1984 in Serbien, ist als Komponistin und musikalische Leiterin ein künstlerisches Multitalent. Ihr Wirkungsort ist derzeit Berlin. In ihrer aktuellen Arbeit "Emotional Logic" ging es darum, Grundgefühlen wie Angst, Ekel, Trauer, Wut, Freude und Überraschung Ausdruck zu verleihen.
    Cvijovic, Kompositionsschülerin von Eun Hwa Cho, spannt dafür einen Bogen von eigens entwickelten Spieltechniken, die exakt ausnotiert sind, hin zu freier Improvisation. Idealer Arbeitspartner dafür war das Berliner Zafraan Ensemble.
    Im Zuge der Covid-19-Krise nahm das Projekt eine überraschende Wende. Corona-Schutz und Quarantäne seitens der Mitwirkenden wurden ungeplant zu einem konstituierenden Faktor der Komposition. Klangforschung und Selbstreflektion ereigneten sich dabei in doppelter Weise: in der realen Wirklichkeit aller Musizierenden wie in der virtuellen Realität ihres Kommunizierens.