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Missbrauch in der KircheKardinal Marx: "Tief bedrückt und beschämt"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx und der Kölner Erbischof Kardinal Rainer Maria Woelki verfolgen am 06.03.2017 in Köln den Eröffnungsgottesdienst zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. (picture alliance / Oliver Berg / dpa)
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (li.), und der Kölner Erbischof Kardinal Rainer Maria Woelki (picture alliance / Oliver Berg / dpa)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hat angesichts des Missbrauchskandals in der katholischen Kirche einen Neuaufbruch der Kirche gefordert.

Er sei "tief bedrückt, erschüttert und beschämt" von der Realität sexuellen Missbrauchs Minderjähriger, sagte Marx während einer Messe in Koblenz. Er kündigte eine intensive Beratung der vorab bekanntgewordenen Missbrauchsstudie durch die Bischofskonferenz an. Demnach gab es in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland mehr als 3.600 Betroffene sexueller Übergriffe durch mindestens 1.670 mutmaßliche Täter, darunter mehrheitlich Priester.

Auch der Kölner Kardinal Woelki sagte, er schäme sich "an dieser Stelle" für seine Kirche. Wer sich als Seelsorger und Diener Gottes an Menschen schuldig gemacht habe, der habe seine Aufgabe pervertiert. Die Kirche habe sexuellen Missbrauch zugelassen und "nachweislich vertuscht, weil man den Ruf der Institution über das Wohl des Einzelnen gestellt hat".