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Missbrauchs-StudieKirchen-Strukturen auf den Prüfstand

Altar im Kölner Dom (imago stock&people)
Zentralrat der Katholiken fordert grundlegende Reformen. (imago stock&people)

Als Konsequenz aus den Missbrauchsfällen in der Kirche werden Forderungen nach strukturellen Veränderungen lauter.

Es sei wichtig, die Machtverhältnisse so zu verändern, dass Missbrauch nicht mehr möglich sei, sagte der Präsident des ZdK, Sternberg, im Deutschlandfunk. Dafür müssten etwa die Ausbildungswege in den Blick genommen werden. Nötig sei aber auch eine stärkere Beteiligung von Frauen an den Ämtern und Aufgaben der katholischen Kirche. Nach Ansicht von Sternberg kann die jetzige Aufarbeitung der Kirche in Deutschland anderen gesellschaftlichen Bereichen als Vorbild dienen. Man dürfe nicht so tun, als ob Kindesmissbrauch nur eine Frage von Klerikern sei.

Der Mitbegründer des US-Betroffenen-Netzwerks SNAP, Isely, sagte in Berlin, niemand, der sich eines solchen Verbrechens schuldig gemacht habe, könne Priester sein oder bleiben. Allein dem Vatikan seien rund 5.000 Kleriker bekannt, die Kinder missbraucht hätten, erklärte Isely. Er forderte vom Papst eine Null-Toleranz-Politik.

Der Bund der Katholischen Jugend beklagte, "Männerbünde" verhinderten die Aufklärung von Kindesmissbrauch. Die BDKJ-Vorsitzende Maier sagte der Zeitung "Die Welt", diese Karrierenetzwerke müssten aufgebrochen werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte eine Studie in Auftrag gegebenen, der zufolge sich zwischen 1946 und 2014 mindestens 1.670 Priester des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. Betroffen gewesen seien nahezu 3.700 Opfer.

Die Studie soll offiziell auf der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz am 25. September vorgestellt werden.