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MissbrauchsdebatteZdK "schockiert" über Papst-Entscheidung zu Erzbischof Heße

Erzbischof Stefan Heße (dpa  / Daniel Bockwoldt)
Erzbischof Stefan Heße bleibt im Amt (dpa / Daniel Bockwoldt)

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat die Entscheidung von Papst Franziskus kritisiert, den Hamburger Erzbischof Heße im Amt zu belassen.

Das ZdK erklärte, man sei schockiert. Wenn aus Fehlentscheidungen keine persönlichen Konsequenzen folgten, sei das ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen von sexueller Gewalt.

Zuvor hatte der Vatikan erklärt, der Papst bitte Heße, "im Geist der Versöhnung" seinen Dienst in Hamburg fortzuführen. Er habe nicht mit Absicht sexuellen Missbrauch vertuscht. Heße selbst schrieb in einem Brief an die Gläubigen, es werde nun nicht unbedingt leicht sein, den Dienst wieder aufzunehmen. Die Deutsche Bischofskonferenz reagierte mit Erleichterung auf die Entscheidung des Papstes.

Der Hamburger Erzbischof war früher Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln. Nach der Vorstellung des Kölner Missbrauchsgutachtens am 18. März hatte seine Amtsgeschäfte ruhen lassen und dem Papst seinen sofortigen Rücktritt angeboten. Das Gutachten hatte Heße in seiner Kölner Zeit elf Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen von sexualisierter Gewalt vorgeworfen.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.