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StartseiteMusik-PanoramaPolitische Vokalmusik aus Ostdeutschland und der DDR18.11.2019

Mit heutigen Ohren gehörtPolitische Vokalmusik aus Ostdeutschland und der DDR

Um gesellschaftlich Position zu beziehen, bedienen sich zeitgenössische Komponisten gern vokaler Formen. In Ostdeutschland schlägt das Pendel zwischen politischer Agitation und subversiver Avantgarde. Zwei aktuelle Konzertprogramme regen an, einiges Vergangenes neu und differenziert zu bewerten.

Am Mikrofon: Anna Schürmer

Das Ensemble AuditivVokal bei ihrem Auftritt im Festspielhaus Hellerau (Stephan Floss)
Die Dresdner Formation AuditivVokal im Festspielhaus Hellerau (Stephan Floss)

"Ostgezeter"
Vokalwerke von Friedrich Goldmann, Friedrich Schenker, Reiner Bredemeyer, Georg Katzer

Ensemble AuditivVokal
Moritz Ernst, Klavier
Leitung: Olaf Katzer

Aufnahme vom 17. März 2019 im Festspielhaus Hellerau

"Unterm Radar"
Lieder u.a. von Jean Kurt Forest, Paul Dessau, Ernst Hermann Meyer, André Asriel

Liedklasse Jan Philip Schulze der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Aufnahme vom 17. Mai 2019 im Richard Jakoby Saal, Hannover

"Ostgezeter: Beiträge zur Schimpfkultur" – so nannte der sächsische Lyriker Thomas Rosenlöcher seine 1997 erschienenen Aufzeichnungen zur Zeit der ostdeutschen Transformation. Es ging ihm dabei nicht um Pediga oder anderen Rechtspopulismus, vielmehr um kritische Reflektion eines drastischen Gesellschaftsumbaus.

30 Jahre nach dem Mauerfall in Berlin diente Rosenlöchers Bonmot beim Festival TONLAGEN 2019 im Europäischen Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau als Motto eines Konzerts der Dresdner Formation "AuditivVokal", in dem Kompositionen jüngeren Datums von Friedrich Goldmann, Friedrich Schenker, Georg Katzer und Gerhard Stäbler erklangen.  

Auch an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover widmete man sich im Frühjahr 2019 politischem Komponieren. Das Festival-Symposium "Unterm Radar" beleuchtete kompositorische Vielfalt und politische Differenziertheit im Liedschaffen in den ersten Jahrzehnten der ehemaligen DDR.

Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung sieben Tage lang in unserer Mediathek.

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