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MittelalterAuch Frauen illustrierten Handschriften

Das Bild des heiligen Franziskus ist im aufgeschlagenen St. Klara-Buch während einer Präsentation mittelalterlicher Handschriften in der Universitätsbibliothek Leipzig zu sehen.  (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
Mittelalterliche Handschriften wurden oft kunstvoll illustriert - anders als geglaubt offenbar nicht nur von Männern. (picture alliance / dpa / Jan Woitas)

Lesen und schreiben zu können war im Mittelalter ein Privileg - das offenbar nicht nur Männern vorbehalten war.

Ein Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Universität York haben zum ersten Mal klare Hinweise gefunden, dass an der Buchmalerei auch Frauen beteiligt waren.
Die Wissenschaftler untersuchten Überreste von Menschen, die auf einem mittelalterlichen Friedhof in der Nähe von Paderborn begraben waren. Sie stießen auf Überreste einer Frau, in deren Zahnstein sie viele Pigmentpartikel aus Lapislazuli fanden. Die Forscher vermuten, dass die Frau zu Lebzeiten mit der blauen Farbe malte und die Pinselspitze beim Arbeiten immer wieder anleckte.

Die Ultramarin-Pigmente aus Lapislazuli-Stein wurden - ebenso wie Gold und Silber - im Mittelalter ausschließlich zur Illustration wertvoller Handschriften verwendet. Die Tätigkeit war vor allem Menschen in religiösen Institutionen vorbehalten. Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass vor allem Männer die Bücher kopierten und illustrierten.